{"id":10038,"date":"2021-09-01T08:53:34","date_gmt":"2021-09-01T06:53:34","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10038"},"modified":"2021-09-01T08:53:35","modified_gmt":"2021-09-01T06:53:35","slug":"zynismus-und-afghanistankrieg-wer-toetete-ahmad-schah-massoud","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10038","title":{"rendered":"Zynismus und Afghanistankrieg: Wer t\u00f6tete Ahmad Schah Massoud?"},"content":{"rendered":"<p><em>Sabine Schiffer. <\/em>Zwei Tage vor dem 11. September, am 9.9.2001, starb der aussichtsreichste Kandidat auf das Pr\u00e4sidentenamt in einem geeinten Afghanistan, Ahmad Schah Massoud, der L\u00f6we des Pandschschir, F\u00fchrer der Nordallianz. Fatal, wie die falschen Reaktionen auf 9\/11 sich als fatal erwiesen, war es, dieses Faktum zu \u00fcbersehen.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Inkompetenz und Diskursmacht<\/strong><\/p>\n<p>Man w\u00fcnschte sich angesichts des Desasters in Afghanistan, von den jetzt \u00fcberraschten Politikern h\u00e4tte einmal eine(r) am Friedensratschlag in Kassel teilgenommen, dem &#8211; vor der Corona-Krise &#8211; j\u00e4hrlich stattfindenden Treffen der Friedensbewegung Deutschlands. Dort geh\u00f6rt es zum Programm, Fachvortr\u00e4ge von Experten zu den Themen Geopolitik, Konversion, gewaltfreie Konfliktl\u00f6sung, Medienmanipulation und Kriegspropaganda anzubieten.<\/p>\n<p>Dort wurde der strategische Aufbau der afghanischen K\u00e4mpfer gegen die Sowjetunion fr\u00fchzeitig kritisiert, ebenso die Milit\u00e4raktion unter fadenscheinigen Argumenten im Nachgang zu den Anschl\u00e4gen vom 11. September 2001, die zudem ohne UNO-Mandat begonnen wurde. Auch f\u00fcr die Leserschaft von Fachzeitschriften, wie etwa das inzwischen eingestellte Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten (Inamo), ist die aktuelle Lage vor Ort keine \u00dcberraschung; nur traurige Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p>In den Debatten um den Abzug, der erst den vorl\u00e4ufigen Endpunkt einer Reihe von Fehlentwicklungen darstellt, sollte man sich erinnern, dass 15 der 19 mutma\u00dflichen Attent\u00e4ter aus Saudi-Arabien stammten.<\/p>\n<p>&#8222;Mutma\u00dflich&#8220; korrekterweise darum, weil es in der Berichterstattung ansonsten \u00fcblich ist, Verd\u00e4chtige so zu bezeichnen, bis ein Gerichtsprozess (und nicht Foltergest\u00e4ndnisse) die Schuld gekl\u00e4rt hat. Einen solchen Prozess gab es nie und einen Haftbefehl f\u00fcr Osama Bin Laden f\u00fcr die Anschl\u00e4ge von 9\/11 auch nicht.<\/p>\n<p>Zum zwanzigsten Jahrestag der Anschl\u00e4ge, die drei T\u00fcrme des World Trade Centers zu Fall brauchten und 3000 Menschen das Leben kosteten, lehnt nun eine Initiative der Opferfamilien in den USA die Pr\u00e4senz von Joe Biden bei Gedenkveranstaltungen ab und kritisiert die Instrumentalisierung der traumatischen Ereignisse \u2013 gleichzeitig\u00a0<a href=\"https:\/\/krass-und-konkret.de\/politik-wirtschaft\/9-11-joe-biden-soll-dokumente-ueber-eine-moegliche-verwicklung-von-saudi-arabien-freigeben\">fordern die Hinterbliebenen eine unabh\u00e4ngige Untersuchung der Beteiligung Saudi-Arabiens<\/a>.<\/p>\n<p>Warum Afghanistan? Diese Frage bleibt eine offene Wunde, die immer noch nicht zufriedenstellend beantwortet ist. Auch wenn junge Journalisten heute ein Narrativ vom Afghanistankrieg pflegen, das vor allem durch Weglassen bestimmter &#8211; \u00e4u\u00dferst relevanter &#8211; Fakten entstehen konnte und einem strategischen Framing vermeintlicher Menschenfreundlichkeit unterliegt, das Versagen der Medien ist das Ergebnis von \u00fcber 20 Jahren Kriegs-PR.<\/p>\n<p>Zu den ausgeblendeten Fakten geh\u00f6rt ganz wesentlich ein Akteur, der zentral ist f\u00fcr die Geschichte Afghanistans war bzw. gewesen w\u00e4re und bis heute dort verehrt wird.<\/p>\n<p><strong>Ahmad Schah Massoud \u2013 der L\u00f6we des Pandschschir<\/strong><\/p>\n<p>Wer erinnert sich noch an Ahmad Schah Massoud? Er war nicht einer von unz\u00e4hligen Mudschaheddin der Nordallianz Afghanistans, sondern der designierte F\u00fchrer einer geeinten afghanischen Nation &#8211; wenn es denn jemals eine h\u00e4tte geben sollen in diesem heterogenen Land.<\/p>\n<p>Als langj\u00e4hriger K\u00e4mpfer gegen die Soldaten der Sowjetunion und sp\u00e4ter gegen die Taliban hat er sich in Afghanistan und international einen Namen gemacht. Ausl\u00e4ndische Delegationen besuchten den charismatischen Mann, der in der Lage war, die zerstrittenen Gruppen des Landes an einen Tisch zu bringen \u2013\u00a0<a href=\"http:\/\/www.film-documentaire.fr\/4DACTION\/w_fiche_film\/34886_1\">wie u.a. die franz\u00f6sische TV-Dokumentation<\/a>\u00a0<em>Massoud, le lion du Panjshir<\/em>\u00a0schildert.<\/p>\n<p>Selbst Gulbuddin Hekmatyar z\u00e4hlte zu seinen Gespr\u00e4chspartnern und bei Massoud trafen sich einst alle F\u00fchrer der am heftigsten zerstrittenen Clans. W\u00e4hrend er in deutschen Medien kaum eine Rolle spielte,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/topic\/person\/ahmed-shah-massoud\">thematisierte ihn die\u00a0<em>New York Times<\/em><\/a>\u00a0regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>Massoud starb am 9. September 2001 \u2013 genau zwei Tage vor dem weltber\u00fchmt gewordenen 11. September und im Schatten desselben.<\/p>\n<p>Eine lesenswerte\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/11-september-2001-der-tod-des-rufers-in-der-wueste\">Erinnerung an ihn fand sich zum f\u00fcnfzehnten Todestag, am 9. September 2016, im Cicero<\/a>. Lesenswert auch darum, weil die Schilderung des Anschlags auf Massoud durch eine bestimmte Faktenauswahl gl\u00e4nzt, die das g\u00e4ngige Narrativ st\u00fctzen kann:<\/p>\n<p><em>Ein arabisches Fernsehteam hat im nordafghanischen Tachar ein Interview mit Ahmad Schah Massoud verabredet, dem Anf\u00fchrer der afghanischen Nordallianz. Massoud, seine Begleiter und sein Dolmetscher betreten den Raum. Pl\u00f6tzlich explodieren die Kameras, Massoud wird in Fetzen gerissen. Der Raum f\u00fcllt sich mit Blut, K\u00f6rperteile fliegen umher. Die arabischen Reporter waren Al-Qaida-Agenten, die von Osama bin Laden geschickt worden waren, um dessen gr\u00f6\u00dften Widersacher zu beseitigen.<\/em><\/p>\n<p>Cicero<\/p>\n<p>Das klingt nur plausibel, wenn man nicht erw\u00e4hnt, dass es sich um zwei tunesische Journalisten handelte. Warum aber sollte Al-Qaida, das ja angeblich in Afghanistan residierte, zwei Tunesier einfliegen, um Massoud zu t\u00f6ten? Die faktizierende Darstellung im Indikativ t\u00e4uscht, auch dieser Mord wurde bis heute nicht endg\u00fcltig aufgekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Ohne diesen Mord w\u00e4re Massoud wohl der Kopf Afghanistans geworden, wenn die Taliban &#8211; einst von den Gegnern der Sowjetunion hofiert und protegiert &#8211; erst vertrieben sein w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Das war das gemeinsame Ziel Massouds und seiner Wegbegleiter. Aus heutiger Sicht erscheint das naiv, aber man h\u00e4tte ihm auch die Integration einzelner Akteure und ihrer Anh\u00e4nger zugetraut. Jedenfalls w\u00e4re man an ihm so leicht nicht vorbeigekommen.<\/p>\n<p>Wie es geworden w\u00e4re, wenn &#8230; bleibt spekulativ, denn Massoud wurde nach Jahrzehnten gef\u00e4hrlichsten Kampfes in den Bergen Afghanistans\u00a0<em>just in time<\/em>\u00a0ermordet \u2013 \u00fcberblendet von dem traumatisierenden Ereignis in den USA.<\/p>\n<p>Kurz vor 9\/11 starb die Hoffnung Afghanistans. Kurz vor dem Ereignis, das das Schicksal des Landes so massiv beeinflussen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Das Marionetten-Regime in Kabul<\/strong><\/p>\n<p>Als Aufenthaltsort des schnell deklarierten Drahtziehers hinter den verheerenden Anschl\u00e4gen des 11. September war Afghanistan das erste Ziel auf der neu zu schreibenden Landkarte des Mittleren Ostens.<\/p>\n<p>Bereits im Verlauf der\u00a0<em>ZDF<\/em>-Berichterstattung am selben Abend wurde Osama Bin Laden als Hauptverd\u00e4chtiger entdeckt. Ihn galt es in den H\u00f6hlen Afghanistans zu finden, nachdem die Afghanen ihn &#8211; angeblich &#8211; nicht ausliefern wollten; &#8222;angeblich&#8220; darum, weil es in Ermangelung eines Haftbefehls (mitsamt Anklageschrift bez\u00fcglich des 9\/11-Terrors) f\u00fcr Bin Laden nat\u00fcrlich auch kein Auslieferungsverfahren und schon gar kein rechtsstaatliches Verfahren zu erwarten gab.<\/p>\n<p>Als Vorwand reicht das Narrativ vielen Berichterstattern bis heute. Auf die entsprechenden Faktenchecks warten wir noch.<\/p>\n<p>Massoud als idealer Souver\u00e4n der Afghanen, die darauf bauten, einer Person ihres Vertrauens die F\u00fchrung ihres Landes anzuvertrauen? Das wird der komplexen Situation im Land vermutlich nicht gerecht, aber sein Potenzial darf auch nicht untersch\u00e4tzt werden &#8211; zumindest h\u00e4tte er im schlie\u00dflich folgenden Szenario sehr wahrscheinlich gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Stattdessen tritt ein bis dahin v\u00f6llig unbekannter US-Afghane, Hamid Karsai, auf die internationale B\u00fchne, durch einen Anruf aus einer H\u00f6hle in Tora Bora direkt in die Petersberger Konferenz, wo die Zukunft Afghanistans beschlossen wurde. Dies beschreibt kenntnisreich und lohnend nachlesbar der ehemalige Al-Jazeera-Korrespondent in Deutschland,\u00a0<a href=\"http:\/\/globalmediajournal.de\/2018\/12\/18\/rezension-krieg-und-chaos-in-nahost-eine-arabische-sicht\">Aktham Suliman, in seinem Buch\u00a0<em>Krieg und Chaos in Nahost<\/em><\/a>, in dem es auch um den verheerenden Krieg im Irak geht &#8211; ebenfalls begr\u00fcndet mit 9\/11.<\/p>\n<p>Karsai war vielleicht etwas zu auff\u00e4llig mit dem \u00d6l-Gesch\u00e4ft verbandelt, denn schnell sprach sich herum und erzeugte Misstrauen, dass er nicht als Politiker, sondern allenfalls als Berater des Energiegro\u00dfkonzerns Unocal bekannt war.<\/p>\n<p>Das sollte nicht an die gro\u00dfe Glocke geh\u00e4ngt werden, genauso wenig\u00a0<a href=\"https:\/\/www.thenation.com\/article\/archive\/afghan-pipeline-you-dont-know-about\">wie der Bau der lange verhandelten und vielfach abgelehnten Pipeline<\/a>\u00a0durch Afghanistan. Ein Projekt, das nicht den gew\u00fcnschten Erfolg brachte.<\/p>\n<p>Aber es taten sich ja noch weitere Ertragsfelder auf: seltene Erden und Opium. Die von au\u00dfen eingesetzte Regierung litt von Anfang an unter fehlender Glaubw\u00fcrdigkeit. Da konnte sich Karsai noch so sehr in traditionelle Gew\u00e4nder wickeln.<\/p>\n<p><strong>Die Auswirkungen der Kriegswirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Wechselnde Kriegsgr\u00fcnde sind immer ein Indiz daf\u00fcr, dass mit der v\u00f6lkerrechtlichen Legitimation etwas nicht stimmt. Tats\u00e4chlich spielte Osama Bin Laden bald, auch schon lange vor seinem offiziellen Tod, keine Rolle mehr, sondern das Milit\u00e4r flankierte pl\u00f6tzlich ganz humanit\u00e4r das Bohren von Brunnen und Bauen von Schulen, den Wiederaufbau.<\/p>\n<p>&#8222;M\u00e4dchenschule&#8220; wurde zum Schlagwort eines geopolitisch motivierten Kriegseinsatzes, der ausblendete, dass\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7aUJ-Y47uCY&amp;t=844s\">zu Zeiten der russischen Besatzung die M\u00e4dchen in Afghanistan<\/a>\u00a0zur Schule gingen. Wenn dies das bis heute immer beschworene Ziel gewesen w\u00e4re\u2026<\/p>\n<p>Der gesamte\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=o5fk37mlhI0&amp;t=3121s\">Einsatz wurde klugerweise von den PR-Strategen der Milit\u00e4rs<\/a>\u00a0umbenannt &#8211; von &#8222;Infinite Justice&#8220;, was zu sehr nach Selbstjustiz klang, zu &#8222;Enduring Freedom&#8220;.<\/p>\n<p>2010 ver\u00f6ffentlichte dann die Enth\u00fcllungsplattform\u00a0<em>Wikileaks<\/em>\u00a0das sogenannte\u00a0<em>Afghan Diary<\/em>, Dokumente, die erstmalig die Kriegsverbrechen der Milit\u00e4rmission Isaf offenbarten &#8211; wozu unter anderem Folter, Drohnent\u00f6tungen von Zivilisten und die einen jeden Krieg begleitende Prostitution geh\u00f6rten &#8211; und die zu einer ersten Abzugsdebatte f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Diese wurde j\u00e4h unterbrochen und geriet dann ebenso in Vergessenheit wie Ahmad Schah Massoud. F\u00fcr die Unterbrechung der Abzugsdebatte sorgte ein schreckliches Foto, das von Bibi Aischa mit abgeschlagener Nase und Ohren.<\/p>\n<p>Auf dem\u00a0<em>Time Magazin<\/em>\u00a0vom 9. August 2010 lautete der Text zum Bild: &#8222;What happens, when we leave Afghanistan&#8220;. Was passiert, wenn wir Afghanistan verlassen?<\/p>\n<p>Zwar war der Frau die Misshandlung w\u00e4hrend der Anwesenheit der ausl\u00e4ndischen Truppen passiert. Und zwar war das Foto zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung auch schon mindestens ein Jahr alt, aber es tat &#8211; instrumentell aktualisiert \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/medien\/bibi-aisha-die-propaganda-luege-von-dem-angeblichen-talibanverbrechen\">seine propagandistische Wirkung<\/a>: Zum &#8222;Schutz von Frauen und Kindern&#8220; wurde der Kriegseinsatz verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4fte haben dabei viele gemacht. Der Ehemann der Fotografin konnte seine Projekte in Afghanistan weiterverfolgen, die Spendenbereitschaft stieg erneut durch die verbleibende Anwesenheit der Isaf-Truppen, und die Waffenindustrie belieferte weiterhin alle Seiten.<\/p>\n<p>Die beste, in elf Minuten auf den Punkt gebrachte, Analyse liefert ein Rapper: ein absolutes #MustListen,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.doubledown.news\/watch\/2021\/august\/20\/good-riddance-to-the-war-on-terror-lowkey-on-afghanistan\">was Lowkey aus Gro\u00dfbritannien auf Double Down News an Fakten zusammentr\u00e4gt \u00fcber Interessen und relevante Zusammenh\u00e4nge<\/a>, die zumeist ausgeblendet bleiben.<\/p>\n<p>Die afghanischen Menschen waren f\u00fcr die Strategen weniger von Interesse, aber als Argument wurden sie stets benutzt &#8211; diese Verachtung offenbart sich im unw\u00fcrdigen Lavieren der deutschen Regierung um die Mitarbeiter, die man nach dem nun weitere zehn Jahre sp\u00e4teren Abzug vor Ort zur\u00fcckgelassen hat; der Rache der Taliban gewiss.<\/p>\n<p>Das Scheitern begann aber schon vorher; nicht erst mit Einmarsch, sondern schon viel fr\u00fcher, als man die Geister rief, die man schlie\u00dflich nicht mehr loswird.<\/p>\n<p>Die Verachtung trifft auch die eigenen Soldaten. Nicht, wie es den Menschen immer unterstellt wird, denn sie nicht f\u00fcr die weltweiten Kriegseins\u00e4tze sind, durch fehlende Unterst\u00fctzung milit\u00e4rischer Interventionen &#8211; sondern umgekehrt, genau durch die Propagierung solcher Milit\u00e4reins\u00e4tze statt sinnvolle und nachhaltige L\u00f6sungen zu finden, die mit der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer V\u00f6lker beginnen; und dabei reden wir von der Einmischung seit \u00fcber 100 Jahren, die eine unabh\u00e4ngige Entwicklung im Mittleren Osten verhindert hat und Vorw\u00e4nde f\u00fcr weitere Einmischung liefert.<\/p>\n<p>Es ist bitter f\u00fcr Soldaten, dies zu erkennen \u2013\u00a0<a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/regionen\/Afghanistan1\/luecking.html\">wie es der ehemalige Offizier Daniel L\u00fccking<\/a>\u00a0einr\u00e4umt, u.a.\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/DanielLuecking\/status\/1428707700481867778?s=20\">in einem k\u00fcrzlich geposteten Tweet<\/a>.<\/p>\n<p>Inzwischen ist bekannt, dass das Posttraumatische Belastungssyndom, unter dem er und viele Heimkehrer leiden, nicht nur durch die Schrecken vor Ort verursacht wird, sondern auch durch die Verlogenheit, fehlende Verantwortung der Entsender und das Erkennen der Sinnlosigkeit des eigenen Opfers.<\/p>\n<p>L\u00fccking schreibt in seinem Tweet vom 20.08.2021:<\/p>\n<p><em>Aus einem anderen Leben. Erster Einsatz in #Afghanistan, #Kunduz, November 2005. 16 Jahre her. Damals glaube ich daran, es wir es mit den Menschen ernst meinen und an die Ziele, die die Bundesregierung propagierte.<\/em><\/p>\n<p>Daniel L\u00fccking<\/p>\n<p>Diese Erkenntnis schmerzt erneut, aber sie bietet die einzige Chance auf Heilung.<\/p>\n<p>Insofern kann man nur hoffen, dass die neu aufflammende Aufmerksamkeit f\u00fcr Ahmad Schah Massoud,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/opinions\/2021\/08\/18\/mujahideen-resistance-taliban-ahmad-massoud\">die den Appell seines Sohnes auf Waffenlieferung<\/a>\u00a0flankiert, nicht schon wieder der erste Schritt in die falsche Richtung ist &#8211; weiterhin zu glauben, dass sich in Afghanistan oder sonst wo ein Konflikt durch Waffen l\u00f6sen lie\u00dfe, oder besser: uns glauben machen zu wollen, dass es dabei um die Menschen und nicht ums Gesch\u00e4ft geht.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wer-toetete-Ahmad-Schah-Massoud-6178863.html?seite=all\"><em>Telepolis.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 1. September 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sabine Schiffer. Zwei Tage vor dem 11. September, am 9.9.2001, starb der aussichtsreichste Kandidat auf das Pr\u00e4sidentenamt in einem geeinten Afghanistan, Ahmad Schah Massoud, der L\u00f6we des Pandschschir, F\u00fchrer der Nordallianz. 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