{"id":10135,"date":"2021-10-04T16:15:21","date_gmt":"2021-10-04T14:15:21","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10135"},"modified":"2021-10-04T16:15:23","modified_gmt":"2021-10-04T14:15:23","slug":"us-arbeitsunruhen-koennten-in-grosse-kampfwelle-fuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10135","title":{"rendered":"US-Arbeitsunruhen k\u00f6nnten in grosse Kampfwelle f\u00fchren"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201cVon der Gesundheitsf\u00fcrsorge bis nach Hollywood fordern die Arbeitnehmer h\u00f6here L\u00f6hne, k\u00e4mpfen gegen K\u00fcrzungen und streben nach besseren Sicherheits- und Arbeitsbedingungen. Zehntausende von Arbeitnehmern in den USA k\u00f6nnten in den kommenden Wochen in den Streik treten. Dies w\u00e4re die gr\u00f6\u00dfte Welle von Arbeitsunruhen seit einer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/category\/internationales\/usa\/arbeitskaempfe-usa\/schulstreik-usa\/\">Reihe von Lehrerstreiks in den Jahren 2018 und 2019<\/a>, bei denen wichtige Siege <\/em>errungen<!--more--> <em>wurden und die der amerikanischen Arbeiterbewegung erheblichen Auftrieb gaben. Die Unruhen erstrecken sich \u00fcber ein breites Spektrum von Branchen, vom Gesundheitswesen bis hin zu Hollywood und der akademischen Welt, und konzentrieren sich weitgehend auf h\u00f6here L\u00f6hne, den Kampf gegen K\u00fcrzungen und bessere Arbeits- und Sicherheitsbedingungen, insbesondere im Hinblick auf Covid-19. Sie spielt sich auch vor dem Hintergrund einer Wirtschaft ab, die sich von den schweren Erfahrungen der weit verbreiteten Wirtschaftsstillst\u00e4nde w\u00e4hrend der Coronavirus-Pandemie erholt hat, die aber immer noch von gro\u00dfer Ungleichheit gepr\u00e4gt ist. Die Pandemie wird jedoch auch als potenzieller Impuls f\u00fcr die US-Gewerkschaften gesehen, da sie angesichts der zunehmenden gewerkschaftlichen Bestrebungen und des Arbeitskr\u00e4ftemangels in einigen Branchen ihre Verhandlungsposition st\u00e4rken\u2026\u201d So beginnt der (engl.)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/us-news\/2021\/oct\/01\/us-labor-unrest-unions-strikes\">US-weite \u00dcberblick von Michael Sainato am 1.10.2021 in The Guardian online<\/a>, siehe zum Hintergrund:\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u201c\u2026 Nach einem deutlichen Knick zu Beginn der Covid-Krise im vergangenen Jahr verzeichnet der S&amp;P-500-Index wieder Rekordwerte und steht aktuell bei knapp 4.170 Punkten. Doch der Aufschwung hat einen Haken: Der Boom kommt gr\u00f6\u00dftenteils den Wohlhabenden zugute. Den reichsten zehn Prozent der US-Bev\u00f6lkerung geh\u00f6rten zu Beginn der Krise mehr als 87 Prozent der Aktien. (\u2026) Doch der \u00fcberschaubaren Zahl der Krisengewinner stehen Millionen Verlierer gegen\u00fcber. Wie so h\u00e4ufig handelt es sich dabei vornehmlich um die Armen im Land. Vor allem der Stillstand im Hotel- und Gastgewerbe hat zu einem Einbruch der Besch\u00e4ftigtenzahlen im Niedriglohnsektor gef\u00fchrt, der bis heute nicht abgeklungen ist. Um zeitweise mehr als 37 Prozent sank die Besch\u00e4ftigtenzahl bei den Arbeitnehmern, die weniger als 27.000 Dollar im Jahr verdienen. Und noch immer liegt sie knapp 30 Prozent unter dem Vorkrisenniveau (\u2026) Und mit der Arbeitslosigkeit kam f\u00fcr viele US-Amerikaner die Armut. Unter den Menschen, die lediglich einen High-School-Abschluss erreicht haben, stieg die Armutsrate von 16,7 Prozent im vergangenen Juni auf 21,8 Prozent im Februar. (\u2026) Laut Daten der Bundesregierung hatten 29 Prozent der US-Haushalte Ende M\u00e4rz Probleme, laufende Ausgaben zu bezahlen. Besonders betroffen sind Minderheiten\u2026.\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2021-04\/us-wirtschaft-corona-krise-boom-aktienmarkt-reichtum-armut-soziale-ungleichheit\/komplettansicht\">Analyse von J\u00f6rg Wimalasena vom 17. April 2021 in der Zeit online<\/a>\u00a0und dazu:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Sparma\u00dfnahmen und Stellenk\u00fcrzungen bedrohen amerikanische Arbeiter*innen im \u00f6ffentlichen Dienst\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Situation von Arbeiter*innen des \u00f6ffentlichen Dienstes in den USA hat sich durch COVID-19 noch verschlimmert. Seit Beginn der Pandemie wurden im \u00f6ffentlichen Dienst 800.000 Arbeiter*innen die Stellen gek\u00fcrzt. H\u00e4ufig treffen diese K\u00fcrzungen Arbeiter*innen, welche kurz davor stehen Pensionsanspr\u00fcche zu erhalten, und so nach Jahrelanger Arbeit, pl\u00f6tzlich ohne Krankenversicherung oder Rentenanspr\u00fcche dastehen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sowie Budget-Verschlankungen f\u00fchren au\u00dferdem f\u00fcr viele Arbeiter*innen zu stagnierenden L\u00f6hnen, die mit steigenden Lebenserhaltungskosten nicht mehr mithalten k\u00f6nnen. \u201cIch kann nicht \u00fcber die Runden kommen. Ich kann mein Kind nicht ern\u00e4hren. Ich kann keine Wohnung f\u00fcr mich und meine Tochter finden. Ich kann nicht \u00fcberleben. Ich bin dabei, mir ein Auto zu besorgen, damit ich eine weitere Vollzeitstelle bekommen kann, denn ich brauche eine weitere Vollzeitstelle, um zu \u00fcberleben.\u201c (\u00fcbersetzt aus dem Englischen) erz\u00e4hlt die Museumsangestellte Louise Ortiz. Eine Problematik die durch eine nur schwach ausfallende Erholung der Corona-Folgen im \u00f6ffentlichen Sektor nur noch versch\u00e4rft wird\u2026 Aus dem englischen\u00a0<a href=\"https:\/\/portside.org\/2021-09-22\/were-trying-survive-workers-face-cuts-us-public-sector-lags-recovery-0\">Artikel von Michael Sainato f\u00fcr den Guardian, gespiegelt am 22.09.2021 bei Portside<\/a>\u00a0(\u201cWe\u2019re Trying to Survive\u2019: Workers Face Cuts as US Public Sector Lags in Recovery\u201d)<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Grenzen der Arbeitskraft. W\u00e4hrend der Pandemie sind die Arbeitsbedingungen im US-Niedriglohnsegment in vielen Firmen unmenschlich geworden<br \/>\n<\/strong><em>\u201cSeit Monaten gibt es Berichte dar\u00fcber, dass US-Unternehmen keine Arbeitskr\u00e4fte mehr finden. Selbst Einstiegspr\u00e4mien helfen wenig. Grund seien die von der US-Regierung ausgegebenen gro\u00dfz\u00fcgigen Corona- und Arbeitslosenhilfen. So w\u00fcrden sich vor allem Menschen in den untersten Lohngruppen lieber einen faulen Lenz machen, als sich weiter um Arbeit zu bem\u00fchen und so den Post-Corona-Aufschwung behindern. Einige Berichte aus den USA vermitteln allerdings ein ganz anderes Bild. Zum Beispiel, dass viele Menschen jetzt Zeit brauchen, um sich zu erholen. Oder, um sich nach einer g\u00e4nzlich anderen Besch\u00e4ftigung umzusehen. Denn die Arbeitsbedingungen von Mindestlohnverdienern haben sich durch die Pandemie drastisch verschlechtert. (\u2026) Davon berichtet zum Beispiel die Arbeiterin Cheri Renfro im Podcast \u00abWorking People\u00bb von \u00abThe Real News\u00bb. Renfro arbeitet seit neun Jahren in einer Fabrik von Frito-Lay in Topeka im US-Bundesstaat Kansas. Frito-Lay geh\u00f6rt zu PepsiCo und ist einer der gr\u00f6ssten US-Hersteller von Kartoffel- und Maischips wie die in den USA bekannten Marken Doritos und Cheetos. Das heisst, momentan arbeitet Renfro nicht. Seit dem 5. Juli streikt sie f\u00fcr bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Diese, beschreibt sie, h\u00e4tten sich w\u00e4hrend der Pandemie so drastisch verschlechtert, dass sie kaum noch auszuhalten seien. (\u2026) Inzwischen seien weit \u00fcber 40 Wochenstunden das Standardpensum. (\u2026) In anderen Niedriglohnarbeitspl\u00e4tzen sieht es allerdings nicht sehr viel besser aus. Auch Angestellte anderer Unternehmen brachte die Pandemie an die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit. Dabei waren die Arbeitsbedingungen schon vorher teils haarstr\u00e4ubend. Immer wieder in die Schlagzeilen gelangen beispielsweise die Umst\u00e4nde in den Amazon-Warenh\u00e4usern, inklusive einiger Super-Spreading-Events. (\u2026) In Kansas, wo Frito-Lay produziert und Cheri Renfro streikt, liegt der Mindestlohn bei 7,25 Dollar pro Stunde. Die Durchschnittsmiete f\u00fcr zwei Zimmer liegt bei 874 Dollar im Monat. Wenn die Miete 30 Prozent des Einkommens nicht \u00fcbersteigen soll, k\u00f6nnen selbst zwei Mindestlohnempf\u00e4nger diese Miete nicht bezahlen. Zus\u00e4tzlich steigen die Wohnkosten derzeit stark an. Mehrere US-Organisationen sind in grosser Sorge, weil ein Corona-bedingtes R\u00e4umungsmoratorium, das von der US-Regierung mehrmals verl\u00e4ngert wurde, Ende Juli endg\u00fcltig ausl\u00e4uft.\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/gewerkschaftsforum.de\/usa-die-grenzen-der-arbeitskraft-waehrend-der-pandemie-sind-die-arbeitsbedingungen-im-us-niedriglohnsegment-in-vielen-firmen-unmenschlich-geworden\/\">Beitrag von Daniela Gschweng vom 17. August 2021 beim gewerkschaftsforum.de<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/usa\/gewerkschaften-usa\/welle-von-us-arbeitsunruhen-koennte-innerhalb-von-wochen-zehntausende-von-streiks-ausloesen\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 4. Oktober 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cVon der Gesundheitsf\u00fcrsorge bis nach Hollywood fordern die Arbeitnehmer h\u00f6here L\u00f6hne, k\u00e4mpfen gegen K\u00fcrzungen und streben nach besseren Sicherheits- und Arbeitsbedingungen. Zehntausende von Arbeitnehmern in den USA k\u00f6nnten in den kommenden Wochen in den Streik &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10131,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[8,25,29,87,44,26,125,45,37,46,17],"class_list":["post-10135","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kampagnen","tag-altersvorsorge","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitskaempfe","tag-arbeitswelt","tag-gesundheitswesen","tag-gewerkschaften","tag-mietenkampf","tag-neoliberalismus","tag-service-public","tag-usa","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10135"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10136,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10135\/revisions\/10136"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}