{"id":10146,"date":"2021-10-06T16:02:35","date_gmt":"2021-10-06T14:02:35","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10146"},"modified":"2021-10-06T16:02:36","modified_gmt":"2021-10-06T14:02:36","slug":"die-nato-laesst-afghanistan-in-katastrophalem-zustand-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10146","title":{"rendered":"Die NATO l\u00e4sst Afghanistan in katastrophalem Zustand zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201cBegleitet von neuen Schutzma\u00dfnahmen und von ernsten transatlantischen Differenzen hat der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan begonnen. Der erste gro\u00dfe Milit\u00e4reinsatz der Bundeswehr au\u00dferhalb Europas ist komplett gescheitert: War die Entsendung der deutschen Soldaten Ende 2001 noch von hehren Ank\u00fcndigungen begleitet worden (\u201cFrieden\u201d, \u201cMenschenrechte\u201d), so kehren sie nun aus einem desastr\u00f6s verelendeten<\/em><!--more--><em>, von Gewalt gepr\u00e4gten und im B\u00fcrgerkrieg versinkenden Land heim. Zum Schutz ihres Abzuges musste eigens noch ein M\u00f6rserzug an den Hindukusch geflogen werden. Zuvor hatte die Biden-Administration ihre Verb\u00fcndeten mit einem neuen Alleingang bei der Entscheidung \u00fcber die Beendigung des Einsatzes d\u00fcpiert. (\u2026) W\u00e4hrend weithin Konsens \u00fcber das Scheitern des 20-j\u00e4hrigen NATO-Krieges am Hindukusch herrscht, findet die deutsche Verteidigungsministerin lobende Worte. \u201cWir verlassen Afghanistan mit Stolz\u201d, erkl\u00e4rt Annegret Kramp-Karrenbauer: \u201cWir haben alle Auftr\u00e4ge erf\u00fcllt, die uns vom Parlament gegeben wurden.\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8588\/\">Bericht vom 4. Mai 2021 von und bei German-Foreign-Policy<\/a>\u00a0\u2013 die Grafik \u201cWenn sie erst befreit sind, d\u00fcrfen sie f\u00fcr 5 $ Cent f\u00fcr uns schuften\u201d hat Toldi 2012 f\u00fcr den den\u00a0<a href=\"http:\/\/archiv.labournet.de\/krieg\/afghanistan.html\">Afghanistan-Krieg im LabourNet-Archiv<\/a>\u00a0erstellt, fast weitsichtig \u2013 siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>[Afghanistan] Taliban-Tribunal soll offenbar \u00fcber Ex-Ortskr\u00e4fte richten\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>\u201cDie Taliban hatten internationalen Ortskr\u00e4ften eine Generalamnestie versprochen. Nun werden einem Medienbericht zufolge Vorladungen f\u00fcr ein Tribunal verschickt. \u00bbVerr\u00e4tern\u00ab solle \u00bbeine Lektion erteilt werden\u00ab. (\u2026) Das berichtet der niederl\u00e4ndische Fernsehsender NOS unter Berufung auf schriftliche Vorladungen, die offenbar von der radikalislamischen Gruppierung verschickt worden sind. Ein SPIEGEL-Reporter, der sich zurzeit in Afghanistan befindet, konnte den Vorgang zun\u00e4chst nicht best\u00e4tigen. (\u2026) Der Sender zeigt in seinem Bericht eine der Vorladungen. Sie ist an einen fr\u00fcheren einheimischen Mitarbeiter der ehemaligen EU-Polizeimission in Afghanistan (EUPOL Afghanistan) gerichtet. Dem Mann wird darin vorgeworfen, er habe als \u00dcbersetzer f\u00fcr Ausl\u00e4nder gearbeitet und deren \u00bbentehrendes und verbotenes Geld\u00ab angenommen. In einem anderen Brief an einen ehemaligen Dolmetscher hei\u00dft es: \u00bbWir werden uns r\u00e4chen. Wenn es uns nicht gelingt, Sie zu fassen, werden wir das mit Ihren Angeh\u00f6rigen regeln.\u00ab (\u2026) NOS hat nach eigenen Angaben Kontakt zu rund einem Dutzend ehemaliger Ortskr\u00e4fte der Niederlande. Ihre Lage in dem Land werde immer dramatischer, hei\u00dft es in dem Bericht\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/afghanistan-taliban-tribunal-fuer-ex-ortskraefte-a-718d5a0a-b6f9-48e6-a316-a110128ff29d\">Meldung vom 2. Oktober 2021 beim Spiegel online<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Rechtsbruch beenden! Erf\u00fcllung der menschenrechtlichen Verpflichtung gegen\u00fcber lokal Besch\u00e4ftigten, Familienangeh\u00f6rigen und Schutzsuchenden aus Afghanistan<br \/>\n<\/strong>Pro Asyl, Rechtsanw\u00e4lt*innen, Jurist*innenorganisation und nationale sowie europ\u00e4ische Anw\u00e4lt*innenorganisationen erkl\u00e4ren und fordern: Die zugespitzte Lage in Afghanistan wurde f\u00fcr den Fall des Abzugs der westlichen Streitkr\u00e4fte von Expert*innen einhellig vorhergesehen. Davon unbeeindruckt f\u00fchrt das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlingen (BAMF) in einer Stellungnahme in einem gerichtlichen Verfahren noch am 10.08.2021 aus: \u00bb<em>Die Bedingungen, auf die R\u00fcckkehrer nach Kabul treffen, sind nicht derartig schlecht, dass sie in schrecklichen humanit\u00e4ren Zust\u00e4nden existieren m\u00fcssten.<\/em>\u00ab In einem weiteren Schriftsatz vom 11.08. stellt das BAMF fest: \u00bb<em>In Bezug auf die Zuerkennung subsidi\u00e4ren Schutzes ist einerseits auszuf\u00fchren, dass die meisten St\u00e4dte und Provinzen derzeitig kampflos \u00fcbergeben werden. Demnach ist doch sehr fraglich, ob die Intensit\u00e4t der Kampfhandlungen und damit die Gefahrendichte tats\u00e4chlich zugenommen hat.<\/em>\u00ab\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rav.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilung\/rechtsbruch-beenden-erfuellung-der-menschenrechtlichen-verpflichtung-gegenueber-lokal-beschaeftigten-familienangehoerigen-und-schutzsuchenden-aus-afghanistan-aufnahme-jetzt-799\">Gemeinsame Pressemitteilung vom 18.8.2021<\/a>\u00a0von RAV, DAV, EDA, Pro Asyl, VDJ, Rechtsberaterkonferenz der Wohlfahrtsverb\u00e4nde<\/li>\n<li><strong>Reporter ohne Grenzen: Deutschland hat Evakuierung blockiert<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 \u201eReporter ohne Grenzen\u201c wirft der Bundesregierung ein unkoordiniertes und intransparentes Vorgehen bei der Rettung afghanischer Medienschaffender vor. Journalistinnen und Journalisten vor Ort m\u00fcssten unter den Taliban um ihr Leben f\u00fcrchten und sollten so schnell und unb\u00fcrokratisch wie m\u00f6glich Afghanistan oder unsichere Drittl\u00e4nder verlassen k\u00f6nnen, sagte \u201eReporter ohne Grenzen\u201c-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Mihr am Mittwoch in Berlin. Die Gespr\u00e4che, die die Organisation in den vergangenen Wochen auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Ausw\u00e4rtigen Amt und dem Bundesinnenministerium gef\u00fchrt habe, spiegelten diese Dringlichkeit aber nicht wider. \u201eStattdessen haben sich die beiden Ministerien gegenseitig die Verantwortung zugeschoben und damit Evakuierungs- und Aufnahmeverfahren blockiert\u201c, kritisierte Mihr. Er begr\u00fc\u00dfte die pauschale Aufnahmezusage des Innenressorts vom Mittwoch vergangener Woche f\u00fcr mehr als 2.000 Menschen aus Afghanistan. Wie viele der Medienschaffenden auf der Liste stehen, sei aber unklar. Unklar sei auch, warum diese Liste \u201egeschlossen\u201c werden soll. \u201eDabei ist bekannt, dass immer noch Medienschaffende verzweifelt versuchen, das Land zu verlassen\u201c, sagte Mihr. (\u2026) Auf eine parlamentarische Anfrage der Gr\u00fcnen-Bundestagsabgeordneten Margit Stumpp von Anfang September hin spricht auch das Bundesinnenministerium von nur einer afghanischen Journalistin, die von der Bundeswehr nach Deutschland gebracht wurde. Bis zum Ende der milit\u00e4rischen Evakuierungsaktion habe die Bundesregierung besonders gef\u00e4hrdete Afghaninnen und Afghanen identifiziert, f\u00fcr die eine vereinfachte Aufnahme in Deutschland erfolgen k\u00f6nne. Diese Aufnahmem\u00f6glichkeit sei aber gesetzlich eng begrenzt auf ganz besondere, hervorgehobene Ausnahmef\u00e4lle\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/09\/20\/reporter-ohne-grenzen-deutschland-hat-evakuierung-blockiert\/\">Meldung vom 20. September 2021 im MiGAZIN<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u00dcber 100 afghanische Journalisten bitten um Hilfe<br \/>\n<\/strong><em>\u201cMehr als 100 afghanische Journalistinnen und Journalisten haben anonym \u00fcber Reporter ohne Grenzen (RSF) einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft gerichtet. Ihr Aufruf ist mit \u201eDer Journalismus in Afghanistan ist vom Aussterben bedroht\u201c \u00fcberschrieben. Unterzeichnet haben ihn insgesamt 103 Medienschaffende, darunter 20 Frauen, mit verschiedenen politischen und ethnischen Hintergr\u00fcnden. Die meisten von ihnen arbeiten derzeit noch in der Hauptstadt Kabul oder in den afghanischen Provinzen. Einige sind aus Angst um ihre Sicherheit in den Untergrund gegangen, zehn der 103 Unterzeichnenden haben es geschafft, aus dem Land zu fliehen. Alle von ihnen haben sich entschieden, anonym zu bleiben, weil sie Repressalien gegen sich selbst oder gegen noch in Afghanistan lebende Familienmitglieder bef\u00fcrchten. Sie eint die Bef\u00fcrchtung, dass Journalismus und Medienpluralismus vollst\u00e4ndig aus Afghanistan verschwinden k\u00f6nnten. \u201eDer dramatische Appell unterstreicht, was wir und andere Organisationen seit Wochen fordern: unb\u00fcrokratische Hilfe, Schutzgarantien vor allem f\u00fcr Journalistinnen und konkrete Unterst\u00fctzung f\u00fcr gefl\u00fcchtete Medienschaffende\u201c, sagte RSF-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Mihr. \u201eDie Taliban haben gezeigt, dass sie keine freie Presse dulden werden, weder in Kabul noch in den Provinzen. Reporterinnen und Journalisten in Afghanistan sind akut bedroht, es droht ein R\u00fcckfall in die finsteren f\u00fcnf Jahre der ersten Taliban-Herrschaft.\u201c (\u2026) Was sie am dringendsten ben\u00f6tigten, seien Schutzgarantien, insbesondere f\u00fcr Journalistinnen. Ebenso wichtig sei ganz konkrete Unterst\u00fctzung, die es afghanischen Redaktionen erm\u00f6gliche, ihre Arbeit fortzuf\u00fchren oder wiederaufzunehmen. Auch Gefl\u00fcchteten m\u00fcsse geholfen werden, damit sie au\u00dfer Landes weiterhin als Journalisten oder Journalistinnen arbeiten k\u00f6nnen. Wer dringend Zuflucht brauche, m\u00fcsse auf die volle Unterst\u00fctzung westlicher L\u00e4nder z\u00e4hlen k\u00f6nnen\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/pressemitteilungen\/meldung\/ueber-100-afghanische-journalisten-bitten-um-hilfe\">Beitrag vom 18. September 2021 von und bei Reporter ohne Grenzen<\/a>, siehe auch:<\/li>\n<li><strong>Afghanische Journalisten nicht im Stich lassen<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 \u201eDie Aufnahmezusage des BMI ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, er reicht jedoch nicht aus. Denn \u00dcberlegungen, die Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen in Kabul durchf\u00fchren zu lassen, sind angesichts der Lage vor Ort weltfremd\u201d, sagte RSF-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Mihr. \u201eF\u00fcr viele bedrohte Medienschaffende in Afghanistan schwindet gerade die Hoffnung, einem der gr\u00f6\u00dften Feinde der Pressefreiheit weltweit noch zu entkommen. Dabei hatte Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas noch k\u00fcrzlich gesagt, er wolle dazu beitragen, dass verzweifelte Menschen nicht im Stich gelassen werden. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer wollen wir an seine Worte erinnern, besonders schutzbed\u00fcrftige Menschen aus Afghanistan aufzunehmen. Die Bundesregierung muss endlich transparent offenlegen, inwieweit sie die von RSF \u00fcbermittelten hoch gef\u00e4hrdeten afghanischen Journalistinnen und Journalisten als schutzbed\u00fcrftig ansieht und schnell beginnen, L\u00f6sungen umzusetzen, die Menschenleben retten\u201c, sagte RSF-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Mihr. (\u2026) RSF hat in den vergangenen vier Wochen eine mehrmals aktualisierte Namensliste mit zuletzt mehr als 152 hoch gef\u00e4hrdeten Medienschaffenden an das Ausw\u00e4rtige Amt \u00fcbermittelt. Auf der Liste standen auch Dutzende Reporterinnen, die in zweifacher Hinsicht gef\u00e4hrdet sind: Als Frau und als Journalistin. Nach RSF-Informationen wurde bisher nur eine Journalistin, die auf der Liste der Organisation stand, jedoch auch gute Kontakte zur Bundeswehr hatte, aus Kabul ausgeflogen. Im Rahmen der zivilgesellschaftlichen \u201eLuftbr\u00fccke Kabul\u201c wurden f\u00fcnf Medienschaffende und ihre Angeh\u00f6rigen von der US-Armee ausgeflogen. Bis zuletzt hatte die Bundesregierung nicht transparent offengelegt, ob sie die Medienschaffenden auf dieser Liste als schutzbed\u00fcrftig ansieht und inwiefern diese Liste bereits bearbeitet wurde\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/pressemitteilungen\/meldung\/afghanische-journalisten-nicht-im-stich-lassen\">Beitrag vom 15. September 2021 von und bei \u2018Reporter ohne Grenzen\u2019<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Besatzungs\u00f6konomie ohne Besatzer: Afghanistans Wirtschaft liegt nach 20 Jahren westlicher Besatzung am Boden und steht nach dem Stopp westlicher Hilfszahlungen vor dem Kollaps<br \/>\n<\/strong><em>\u201cNach dem Abzug des Westens aus Afghanistan suchen die Vereinten Nationen die Bev\u00f6lkerung des Landes mit dem N\u00f6tigsten zu versorgen. Eine UN-Geberkonferenz in Genf konnte am gestrigen Montag Hilfszusagen von mehr als einer Milliarde US-Dollar einwerben; die Bundesrepublik stellte 100 Millionen Euro in Aussicht. Hintergrund ist, dass es dem Westen w\u00e4hrend der 20-j\u00e4hrigen Besatzungszeit nicht gelungen ist, die afghanische Wirtschaft aufzubauen: Sie blieb von umfangreichen Zahlungen aus dem Ausland abh\u00e4ngig, die bestimmte Sektoren aufbl\u00e4hten \u2013 etwa Dienstleistungen f\u00fcr westliches und Regierungspersonal -, aber nicht f\u00fcr den Aufbau einer auch nur ann\u00e4hernd eigenst\u00e4ndigen Produktion sorgten. W\u00e4hrend korrupte Regierungsfunktion\u00e4re unter den Augen des Westens Milliardensummen nach Dubai schleusten, verarmte die Bev\u00f6lkerung zusehends; bereits vor dem Abzug des Westens war gut die H\u00e4lfte der Afghanen auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen. Dass die Hilfsgelder nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban nicht mehr flie\u00dfen und die USA Sanktionen in Kraft gesetzt haben, versetzt der afghanischen Wirtschaft den Todessto\u00df. (\u2026) Die Lage ist hochbrisant \u2013 vor allem aus humanit\u00e4rer, f\u00fcr den Westen besonders aus politischer Perspektive. Bleiben die Sanktionen gegen die Taliban in Kraft und die westlichen Zahlungen aus, droht eine humanit\u00e4re Katastrophe; die Vereinten Nationen schlossen zuletzt nicht aus, dass 97 Prozent der afghanischen Bev\u00f6lkerung Mitte 2022 unter die Armutsschwelle rutschen k\u00f6nnten. Das br\u00e4chte immenses menschliches Leid. Der Westen sucht, davon unbeeindruckt, sein Geld als Druckmittel gegen die Taliban einzusetzen. Au\u00dfenminister Heiko Maas bekr\u00e4ftigte auf der Afghanistan-Geberkonferenz der Vereinten Nationen am gestrigen Montag in Genf, Berlin werde sich auf \u201creine Nothilfe\u201d f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung beschr\u00e4nken; s\u00e4mtliche weiteren Zahlungen blieben ausgesetzt. Sollte damit die Spekulation verbunden sein, ein Ausbleiben der gewohnten Gelder werde die Bev\u00f6lkerung veranlassen, den Druck auf die Taliban zu erh\u00f6hen und sie wom\u00f6glich zu st\u00fcrzen, dann k\u00f6nnte dies \u2013 darauf weist etwa das AAN hin \u2013 nicht nur zu einer Massenflucht in Richtung Europa f\u00fchren, sondern auch die Bereitschaft der Taliban zunichte machen, Terroristen, etwa diejenigen des ISKP (Islamic State Khorasan Province), von Angriffen auf westliche Ziele abzuhalten\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8702\/\">Bericht vom 14. September 2021 von und bei German-Foreign-Policy.com<\/a><\/li>\n<li><strong>Afghanistan unter der Armutsgrenze<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Afghanistan ist eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt. Ohne fremdes Geld droht nicht nur Hunger, sondern auch die Schlie\u00dfung der meisten Schulen und Kliniken. Doch die Sanktionen gegen die Islamisten stehen Hilfen entgegen. (\u2026) Wie es nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban Mitte August mit der Arbeit der Helferinnen und Helfer weitergeht, ist unklar. Kaum ein Land der Welt ist so abh\u00e4ngig von internationaler Unterst\u00fctzung wie Afghanistan. Sch\u00e4tzungen der Weltbank zufolge macht die nicht-milit\u00e4rische Hilfe ausl\u00e4ndischer Geber etwa 21 Prozent des Bruttonationaleinkommens aus. Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) warnte, dass bereits Mitte des kommenden Jahres 97 Prozent der insgesamt 38 Millionen Afghaninnen und Afghanen unter die Armutsgrenze fallen k\u00f6nnten. Der UN-Sicherheitsrat rief Ende August dazu auf, weiter humanit\u00e4re Unterst\u00fctzung zu leisten. Doch dies ist nicht einfach. Sanktionen gegen die Taliban als Organisation bestehen weiter, die afghanischen Staatskonten sind eingefroren. Von den 33 Ministern der Taliban-Regierung steht mehr als die H\u00e4lfte auf Sanktionslisten der USA und der Vereinten Nationen (\u2026) Laut den UN musste in der ersten Jahresh\u00e4lfte etwa eine halbe Million Menschen fliehen, vor allem Frauen und Kinder, zus\u00e4tzlich zu den f\u00fcnf Millionen Fl\u00fcchtlingen davor. Tausende schlafen in Kabul unter freiem Himmel an Stra\u00dfen oder in Parks. Und bald setzt der Winter ein. Und die Wirtschaft steht vor dem Kollaps. Gerade in Kabul haben viele Menschen ihre Arbeit verloren. Gesch\u00e4fte sind geschlossen, Geh\u00e4lter f\u00fcr Millionen staatliche Angestellte sind nicht gezahlt worden. Gleichzeitig werden Waren knapp, Apotheken und Kliniken haben keine Arzneimittel mehr, die Preise f\u00fcr Grundnahrungsmittel wie Mehl und Speise\u00f6l sind um 30 Prozent gestiegen. Vor den Banken bilden sich lange Schlangen, weil die Taliban eine strikte Grenze erlassen haben, wie viel Geld pro Woche ausgezahlt werden kann. Etwa neun Milliarden US-Dollar in Staatsreserven liegen eingefroren auf ausl\u00e4ndischen Konten, das meiste davon in den USA, die aber keinerlei Anstalten machen, diese Gelder wieder freizugeben. (\u2026) Etwa sieben Millionen afghanische Kinder gehen zur Schule, unterrichtet von rund 220.000 Lehrern. Die j\u00e4hrlichen Kosten f\u00fcr diesen Sektor belaufen sich auf 800 Millionen US-Dollar, die fast ausschlie\u00dflich von ausl\u00e4ndischen Gebern kommen. \u00c4hnlich prek\u00e4r sieht es im Bereich Gesundheitsversorgung aus. Alle der etwa 2.500 Kliniken in Afghanistan wurden bislang von der Weltbank finanziert, die wiederum das Geld daf\u00fcr von der EU und den USA erhielt. Auch damit ist nun Schluss<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/09\/14\/kein-cent-taliban-afghanistan-armutsgrenze\/\">Beitrag von Agnes Tandler am 14.09.2021 beim Migazin<\/a>\u00a0\u2013 siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Hilfskonferenz: Zugesagte Gelder kommen in Afghanistan nicht an<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Auch nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban will die internationale Staatengemeinschaft die Menschen in Afghanistan weiter unterst\u00fctzen. Mehr als eine Milliarde US-Dollar werden bei einer UN-Konferenz in Aussicht gestellt. Vieles bleibt jedoch vage und das Geld kommt nicht an<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/09\/15\/hilfskonferenz-zugesagte-finanziellen-fuer-afghanistan-kommen-nicht-an\/\">Meldung vom 15.09.2021 beim Migazin<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>\u201eRettet unsere Familien!\u201c Fl\u00fcchtlingsrat fordert Aufnahme und Unterst\u00fctzung f\u00fcr afghanische Familienangeh\u00f6rige \/ Ansprechstelle und Evakuierung jetzt!<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Am heutigen Montag, den 13.09.2021, veranstaltete der Bayerische Fl\u00fcchtlingsrat eine Protestaktion gegen die Verantwortungslosigkeit der bayerischen Staatsregierung. Bayern hatte lange Zeit mit bundesweitem Abstand am meisten Gefl\u00fcchtete nach Afghanistan abgeschoben und dabei immer die M\u00e4r verbreitet, Afghanistan sei ein sicheres Land. Selbst nach Abzug der westlichen Truppen sei die Lage stabil genug, um abgeschobene Afghanen aufzunehmen. Seit der Macht\u00fcbernahme der Taliban in Afghanistan gehen unz\u00e4hlige Anrufe und Emails mit Hilferufen beim Bayerischen Fl\u00fcchtlingsrat ein. Viele Afghan:innen, die in Bayern leben, versuchen, ihre Familienangeh\u00f6rigen zu retten und suchen verzweifelt nach M\u00f6glichkeiten, sie aus Afghanistan zu evakuieren. Doch niemand in Deutschland will daf\u00fcr zust\u00e4ndig sein. Beim Ausw\u00e4rtigen Amt gibt es lediglich eine Emailadresse, an die man bedrohte Menschen melden kann \u2013 die automatische Antwort teilt jedoch mit, dass es keine Unterst\u00fctzung mehr gibt. Das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge hat ein Kontaktformular auf seiner Website, doch auch dort gibt es keine Informationen \u00fcber das weitere Verfahren. Die bayerische Staatsregierung geht komplett auf Tauchstation. (\u2026) Der Bayerische Fl\u00fcchtlingsrat zeigt sich entsetzt \u00fcber die Kaltschn\u00e4uzigkeit der bayerischen Staatsregierung. Wenn es um Fl\u00fcchtlingsabwehr geht, baut Bayern sogar eine eigene Grenzpolizei mit stolzen 1.000 Personalstellen auf, obwohl der Freistaat keinerlei Kompetenzen beim Grenzschutz hat. Wenn es jedoch um die Aufnahme von Gefl\u00fcchteten geht, duckt sich Innenminister Joachim Herrmann vor seiner Verantwortung mit der d\u00fcrftigen Begr\u00fcndung, die Aufnahme bedrohter Menschen sei alleinige Bundesangelegenheit. Nicht einmal eine kleine Anlaufstelle mit wenigen Personalstunden darf es geben, um nur ja nicht den Anschein zu erwecken, dass betroffene Afghan:innen Hilfe bekommen k\u00f6nnten<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.fluechtlingsrat-bayern.de\/rettet-unsere-familien\/\">Meldung vom 13. September 2021 des Bayerischen Fl\u00fcchtlingsrats<\/a>\u00a0und auch ein\u00a0<a href=\"https:\/\/www.fluechtlingsrat-bayern.de\/evakuierung-und-aufnahme-von-afghaninnen-in-bayern\/\">Bericht mit Fotos<\/a>\u00a0\u00a0\u2013 sieht in anderen L\u00e4ndern nicht anders aus\u2026<\/li>\n<li><strong>[Aufruf und Petition] Regierung muss Hilferufe aus Afghanistan ernst nehmen \u2013 Breites B\u00fcndnis f\u00fcr Aufnahmeprogramme\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201c<em>Am 26. August ist die deutsche Evakuierungsaktion aus Afghanistan beendet worden \u2013 und Tausende Menschen harren nun in Verstecken aus, f\u00fcrchten um ihr Leben und das ihrer Kinder. Andere sind auf der Flucht. Deshalb fordern PRO ASYL und 55 weitere Organisationen: die Aufnahme fortsetzen, Landes- und Bundesaufnahmeprogramme darauf aufbauen! Unabh\u00e4ngig davon m\u00fcssen der Familiennachzug schnell und unb\u00fcrokratisch erm\u00f6glicht und die Aufnahme der Ortskr\u00e4fte umgesetzt werden. Auf harte Kritik st\u00f6\u00dft bei PRO ASYL und den unterzeichnenden Organisationen aus der Zivilgesellschaft, dass die Bundesregierung die Registrierung aufzunehmender gef\u00e4hrdeter Menschen am 26. August willk\u00fcrlich beendet hatte: \u00bbDie Listen des Ausw\u00e4rtigen Amtes mit besonders gef\u00e4hrdeten Personen m\u00fcssen weitergef\u00fchrt werden. Eine Aufnahme nach \u00a7 22 Satz 2 AufenthG muss auch Menschen offen stehen, die es bisher nicht geschafft haben, sich beim Ausw\u00e4rtigen Amt registrieren zu lassen\u00ab, hei\u00dft es in dem Statement mit dem Titel \u00bbGef\u00e4hrdete Afghaninnen und Afghanen weiter aufnehmen \u2013 Bundes- und Landesaufnahmeprogramme sind n\u00f6tig!\u00ab<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/news\/regierung-muss-hilferufe-aus-afghanistan-ernst-nehmen-breites-buendnis-fuer-aufnahmeprogramme\/\">Pressemitteilung vom 09.09.2021 von Pro Asyl<\/a>, siehe den Aufruf und Petition:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gef\u00e4hrdete Afghaninnen und Afghanen weiter aufnehmen \u2013 Bundes- und Landesaufnahmeprogramme sind n\u00f6tig!<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Vor zwei Wochen, am 26. August 2021, ist die deutsche Evakuierungsaktion aus Afghanistan nach der Machtergreifung der Taliban eingestellt worden. Viele gef\u00e4hrdete Menschen sitzen aber mit ihren Familien immer noch in Afghanistan fest: Mitarbeitende lokaler Partnerorganisationen und deutscher Organisationen, Frauenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsaktivistinnen, Journalistinnen, bei Subunternehmen besch\u00e4ftigte Ortskr\u00e4fte und Regierungsangestellte, die f\u00fcr einen demokratischen Staat und eine unabh\u00e4ngige Justiz eingetreten sind. Zudem sind Angeh\u00f6rige von in Deutschland lebenden Afghaninnen und Deutschen in Gefahr, sie werden zum Teil bereits von den Taliban gesucht. F\u00fcr sie sieht die Bundesregierung aktuell keine Aufnahme vor. In den vergangenen Wochen erreichten Tausende verzweifelte Hilferufe die unterzeichnenden Organisationen. Diesen Menschen muss schnellstm\u00f6glich eine Aufnahme erm\u00f6glicht werden!.<\/em>..\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.frnrw.de\/top\/aufruf-gefaehrdete-afghaninnen-und-afghanen-weiter-aufnehmen-bundes-und-landesaufnahmeprogramme-sind-noetig.html\">Pressemitteilung vom 09.09.2021 beim Fl\u00fcchtlingsrat NRW<\/a>\u00a0zum gemeinsamen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.frnrw.de\/fileadmin\/frnrw\/media\/downloads\/Pressemitteilungen\/20210909_Gemeinsamer_Aufruf_Aufnahme_Afghanistan.pdf\">Aufruf<\/a>\u00a0von Fl\u00fcchtlingsr\u00e4ten und zivilgesellschaftlicher Organisationen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/aktion.proasyl.de\/afghanistan\/\">Petition zum Mitzeichnen<\/a>: Afghanistan: Weitere Aufnahme JETZT!<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Widerstand in Kabul: \u00bbDer n\u00e4chste Schritt sind Sch\u00fcsse auf Menschen\u00ab<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Woche drei der Taliban-Herrschaft begann mit den bislang gr\u00f6\u00dften Gegendemonstrationen im Land. Es gab Stockschl\u00e4ge gegen Frauen, Sch\u00fcsse in die Luft zur Einsch\u00fcchterung. SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter war in Kabul dabei \u2013 seine Eindr\u00fccke im Video<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/afghanistan-der-widerstand-gegen-die-taliban-waechst-der-naechste-schritt-sind-schuesse-auf-menschen-a-c445b9e3-204d-4d7c-bcb9-e51082ffd11b\">Video-Reportage von Christoph Reuter und Janita H\u00e4m\u00e4l\u00e4inen (Video) vom 09.09.2021 im Spiegel online<\/a><\/li>\n<li><strong>Wie auch immer: Afghanistans Frauen trotzen den Taliban<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>F\u00fcr viele Frauen in Afghanistan hat sich in den vergangenen Jahren wenig ge\u00e4ndert. F\u00fcr die anderen l\u00e4sst die Macht\u00fcbernahme der Taliban Schlimmstes bef\u00fcrchten. Dennoch wollen viele weitermachen. Wie auch immer. \u201eDie vergangenen 20 Jahre habe ich studiert und f\u00fcr eine bessere Zukunft gearbeitet\u201c, sagt Azita Nazimi. \u201eIch werde nicht zulassen, dass all diese Erfolge verloren gehen.\u201c Die afghanische Journalistin erinnert sich im Gespr\u00e4ch mit dem TV-Sender Tolo News noch zu gut, wie es beim letzten Mal war, als die Taliban in den 90er Jahren in Afghanistan an der Macht waren. Sie durfte wie viele andere M\u00e4dchen nicht mehr zur Schule gehen. Nun droht sich die Geschichte zu wiederholen. Zwar geben die Taliban sich diesmal weniger radikal als vor 20 Jahren. So erlauben sie Studentinnen den Universit\u00e4tsbesuch, solange sie einen Nikab tragen und von den M\u00e4nnern mindestens durch einen Vorhang getrennt werden. Doch gegen Frauenproteste gingen die neuen Machthaber schnell sehr entschieden vor. Als Azita Nazimi mit einer Gruppe von Frauen in Kabul zwei Tage lang gegen die Pl\u00e4ne der Taliban protestierte, keine Frauen an ihrer Regierung zu beteiligen, setzten die Radikalislamisten Tr\u00e4nengas und Elektroschocker ein. Frauen-Demonstrationen gab es auch in anderen St\u00e4dten, etwa in Herat, im Westen Afghanistans<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/09\/08\/wie-auch-immer-afghanistans-frauen-trotzen-den-taliban\/\">Beitrag von Agnes Tandler vom 08.09.2021 beim Migazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Zusammenst\u00f6\u00dfe bei Frauen-Demo in afghanischer Hauptstadt Kabul<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>In Kabul demonstrieren den zweiten Tag in Folge Frauen gegen die Taliban-Herrschaft. Es kommt zu chaotischen Szenen. Auch in der noch nicht unter der Kontrolle der Taliban stehenden Provinz Pandschir dauert der Widerstand an. In Afghanistan regt sich Widerstand gegen die Herrschaft der militant-islamistischen Taliban. Bei einer Demonstration f\u00fcr Frauenrechte in der afghanischen Hauptstadt Kabul kam es zu Zusammenst\u00f6\u00dfen. Mindestens eine Frau sei dabei verletzt worden, berichteten lokale Journalisten am Samstag. In der einzigen von den Taliban noch nicht eroberten Provinz Pandschir dauern die K\u00e4mpfe an. Videos von lokalen TV-Sendern und Aktivistinnen zufolge kam es bei der Demonstration zu chaotischen Szenen. Rund zwei Dutzend Frauen hatten zun\u00e4chst friedlich in der N\u00e4he des Pr\u00e4sidentenpalastes demonstriert, wie auf Bildern, die in sozialen Medien geteilt wurden, zu sehen war. Sie hielten Schilder in der Hand, auf denen etwa stand: \u201eWir sind nicht die Frauen von vor 20 Jahren\u201c oder \u201eGleichheit \u2013 Gerechtigkeit \u2013 Demokratie!\u201c. Auf Videos ist zu sehen, wie die Frauen von 50 oder mehr Sicherheitskr\u00e4ften der Taliban umzingelt sind und sich Schreiduelle mit Taliban liefern. Mehrere von ihnen husten. Ein Taliban-Kommandeur fragt \u00fcber einen Lautsprecher \u201e\u2026 wartet, was ist das Problem, was wollt Ihr, es gibt kein Problem M\u00e4dchen, okay?\u201c, w\u00e4hrend im Hintergrund eine junge Frauenstimme zu h\u00f6ren ist, die fragt: \u201eWarum schlagt ihr uns?\u201c Lokale Journalisten teilten das Video einer Frau, der Blut vom Kopf l\u00e4uft<\/em>.\u00a0<em>In einem Video von Aktivistinnen, etwas abseits der Demo aufgenommen, sagt eine Frau, Frauen h\u00e4tten sich gebildet, um in hochrangigen Regierungspositionen zu arbeiten. \u201eWas ist unsere Schuld, dass sie uns heute ins Abseits dr\u00e4ngen?\u201c, fragt sie. Die Frau, die das Video aufnimmt, sagt weiter, der friedliche Protest von Frauen sei wieder von den Taliban unterdr\u00fcckt worden. Diese h\u00e4tten Warnsch\u00fcsse abgegeben und Tr\u00e4nengas eingesetzt<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/afghanistan-frauen-demonstrieren-gegen-taliban-in-kabul-17517287.html\">Agenturmeldung vom 04.09.2021 in der FAZ online<\/a><\/li>\n<li><strong>Die \u00c4ra der Straflosigkeit. Westliche Milit\u00e4rs t\u00f6teten in Afghanistan tausende Zivilisten und begingen Kriegsverbrechen. Fast nichts davon wurde vor dem endg\u00fcltigen Abzug ges\u00fchnt<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Mit dem endg\u00fcltigen Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan am morgigen Dienstag gehen auch zwei Jahrzehnte t\u00f6dlicher westlicher Angriffe auf Zivilisten sowie systematischer westlicher Kriegsverbrechen am Hindukusch zu Ende. Bis zum Abschluss des US-Abzugsabkommens mit den Taliban im Februar 2020 kamen durch Luftangriffe westlicher Streitkr\u00e4fte und Spezialkr\u00e4fteoperationen laut UN-Angaben j\u00e4hrlich hunderte Zivilisten zu Tode \u2013 mindestens 559 im Jahr 2019. Zahllose Unbeteiligte wurden bei US-Drohnenattacken get\u00f6tet; laut Unterlagen, die ein Whistleblower durchstach, war zeitweise nur eines von zehn Drohnenopfern ein von den US-Milit\u00e4rs zur Ermordung freigegebenes \u201cZiel\u201d. Informationen, die f\u00fcr die Drohnenangriffe ben\u00f6tigt wurden, wurden auch von deutschen Stellen an US-Milit\u00e4rs weitergeleitet; dies gilt auch f\u00fcr Informationen, die zu Verschleppung und Folter von Verd\u00e4chtigen durch die CIA f\u00fchrten. Australische Spezialtrupps begingen Morde an wehrlosen Zivilisten als Initiationsritual. Westliche Kriegsverbrechen blieben in aller Regel straflos \u2013 bis heute<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8687\/\">Bericht vom 30.8.2021 von \u201cInformationen zur Deutschen Au\u00dfenpolitik\u201d<\/a>\u00a0(german-foreign-policy.com)<\/li>\n<li><strong>[Petition] Afghanistan: Retten statt Reden. Weitere Aufnahme JETZT!<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Tausende verzweifelte Zur\u00fcckgelassene: Das ist die bittere Bilanz der deutschen Evakuierungsaktion aus Afghanistan. Es handelt sich um Familienangeh\u00f6rige von in Deutschland lebenden Afghanen. Um Ortskr\u00e4fte deutscher Institutionen, von denen viele bei Subunternehmern besch\u00e4ftigt waren. Um Menschen, die sich f\u00fcr Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben. Etliche von ihnen haben Bez\u00fcge zu Deutschland. Ihre Namen sind bekannt. Diese Menschen m\u00fcssen in Sicherheit gebracht werden! Die nach dem Ende der Evakuierung geplanten Ma\u00dfnahmen greifen zu kurz. Wir fordern von der Bundesregierung: Die Fortsetzung der Evakuierung aus Nachbarstaaten; Schriftliche Aufnahmezusagen f\u00fcr gef\u00e4hrdete Personen; Humanit\u00e4re Visa f\u00fcr Ortskr\u00e4fte &amp; andere nach \u00a7 22 Satz 2 AufenthG; Schnellen und unb\u00fcrokratischen Familiennachzug zu in Deutschland lebenden Schutzberechtigten; Ein Bundesaufnahmeprogramm f\u00fcr gef\u00e4hrdete Afghan*innen (auch aus Anrainerstaaten) nach \u00a7 23 Abs. 2 AufenthG und die Zustimmung zu Landesaufnahmeprogrammen<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/aktion.proasyl.de\/afghanistan\/\">Petition von Pro Asyl<\/a><\/li>\n<li><strong>Informationen zu Ausreisem\u00f6glichkeiten aus Afghanistan nach Ende der milit\u00e4rischen Luftbr\u00fccke<br \/>\n<\/strong>Die Referentin f\u00fcr Migrationssozialarbeit des Parit\u00e4tischen Gesamtverbands gibt Hinweise des Ausw\u00e4rtigen Amts weiter.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.ggua.de\/aktuelles\/einzelansicht\/dd59284e834a72df971167e16265329d\/\">Beitrag vom 28. August 2021 bei GGUA Fl\u00fcchtlingshilfe<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Ortskr\u00e4fte-Debakel hat im Innenministerium seinen Ursprung. \u00dcber die migrationspolitische Blockadehaltung des Bundesministeriums des Inneren und seine Gr\u00fcnde<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Das Innenministerium hat offenbar beim Ortskr\u00e4fte-Desaster die Schl\u00fcsselrolle gespielt und die Evakuation der Ortskr\u00e4fte aus Afghanistan seit Monaten behindert und blockiert. Obwohl Kanzlerin Angela Merkel offenbar schon Mitte Juni und Mitte Juli auf Ma\u00dfnahmen gedr\u00e4ngt hatte, sperrte sich insbesondere das Innenministerium gegen eine Aufnahme ohne vorherige Sicherheitspr\u00fcfung. Es beharrte auf der \u201eForderung nach eindeutiger Identifikation der Passagiere und einer Berechtigungspr\u00fcfung f\u00fcr eine Ausreise nach Deutschland noch vor dem Betreten des Flughafengel\u00e4ndes.\u201c\u00a0Diese Forderungen tragen die Handschrift der Abteilungen \u201eMigration, Fl\u00fcchtlinge, R\u00fcckkehrpolitik\u201c, kurz \u201eM\u201c, und \u00d6ffentliche Sicherheit (\u00d6S) und entsprechen den bekannten Haltungen dieser Abteilungen. Wenn sich das Innenministerium hinter der Regierung insgesamt versteckt, verschweigt es, dass es diese Linie ma\u00dfgeblich herbeigef\u00fchrt hat<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/das-ortskraefte-debakel-hat-im-innenministerium-seinen-ursprung\/\">Artikel von Werner Schiffauer vom 27. August 2021 beim Verfassungsblog<\/a><\/li>\n<li><strong>Afghanistan: EU-Innenminister wollen Flucht nach Europa verhindern<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Sechs Jahre ist der H\u00f6hepunkt der Fl\u00fcchtlingsbewegung nach Europa her, der auch vom Streit der EU um eine gemeinsame Linie gepr\u00e4gt wurde. Bei Afghanistan demonstrierten die Innenminister nun schnell Einigkeit: Grenzschutz. Pro Asyl zur EU-Linie: \u201eUnfassbar\u201c. Nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban in Afghanistan haben die EU-Innenminister m\u00f6glichen Migranten und Fl\u00fcchtlingen signalisiert, sich nicht auf den Weg nach Europa zu machen. Die Union sei entschlossen, \u201edie Wiederkehr unkontrollierter illegaler Migrationsbewegungen in gro\u00dfem Ma\u00dfstab zu verhindern\u201c, erkl\u00e4rten sie am Dienstag nach einem Sondertreffen in Br\u00fcssel. \u00d6sterreichs Innenminister Karl Nehammer hatte vor dem Treffen an die Menschen in der Region appelliert: \u201eMacht Euch nicht auf den Weg<\/em>.\u201c\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/09\/01\/afghanistan-eu-innenminister-migration-europa\/\">Beitrag vom 01.09.2021 beim Migazin<\/a>, siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Treffen der EU-Innenminister: So will die EU Afghanistan-Fl\u00fcchtlinge drau\u00dfen halten<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die EU versucht mit aller Macht zu verhindern, dass erneut viele Menschen nach Europa fliehen. Das altbekannte Rezept: Nachbarl\u00e4nder sollen Schutzsuchende aus Afghanistan aufnehmen und von Europa fernhalten \u2013 f\u00fcr viel Geld. (\u2026) \u00bbAufgrund fr\u00fcherer Erfahrungen\u00ab, hei\u00dft es in der anschlie\u00dfend ver\u00f6ffentlichten Erkl\u00e4rung, seien die EU-L\u00e4nder \u00bbentschlossen, gemeinsam zu handeln, um eine erneute gro\u00dfe illegale Zuwanderungsbewegung zu verhindern\u00ab. Die Botschaft in Richtung Afghanistan ist klar: Mit der Evakuierung der eigenen B\u00fcrger und jener Afghanen, die dem Westen in den vergangenen Jahren geholfen haben, ist das Soll der EU erst einmal erf\u00fcllt. Wer immer sonst vor den radikalislamischen Taliban fliehen will, die nach 20 Jahren wieder die Macht im Land \u00fcbernommen haben, soll in der Region bleiben \u2013 und keinesfalls nach Europa kommen. Dazu will man in der EU zu jenem Mittel greifen, mit dem man schon L\u00e4nder wie die T\u00fcrkei und Libyen dazu bewegt hat, Fl\u00fcchtlinge bei sich aufzunehmen und sie an der Weiterreise in die EU zu hindern: viel Geld, Material und Personal<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/so-will-die-eu-afghanistan-fluechtlinge-draussen-halten-a-ea40b8f8-d274-41c9-b13a-3e9409acbb61\">Artikel von Markus Becker vom 01.09.2021 beim Spiegel online<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Ende der Evakuierung in Afghanistan: PRO ASYL fordert umfassende Bundes- und Landesaufnahmeprogramme<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Willk\u00fcrlich gesetzte Fristen und einengende Kriterien sorgen daf\u00fcr, dass Zehntausende bedrohte Afghan*innen keine Chance auf Einreise nach Deutschland haben werden. Mit dem heutigen Tag endet die milit\u00e4rische Evakuierungsaktion aus Kabul, die von westlichen Staaten nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban am 15. August begonnen wurde. Die deutschen Fl\u00fcge wurden bereits nach 10 Tagen, am 26. August, eingestellt. Pro Asyl wirft der Bundesregierung und den Innenministerien der L\u00e4nder vor, bereits jetzt wieder alle Kriterien zur Aufnahme so auszurichten, dass der Kreis der Aufzunehmenden m\u00f6glichst klein bleibt. \u201eEs ist emp\u00f6rend, dass die Bundesregierung hinter den Kulissen mit allen Mitteln versucht, die Zahl der Schutzbed\u00fcrftigen m\u00f6glichst gering zu halten. Das Versprechen von Au\u00dfenminister Heiko Maas, f\u00fcr die Bundesregierung abgegeben, niemanden im Stich zu lassen, f\u00fcr den Deutschland Verantwortung tr\u00e4gt, wird so zur Worth\u00fclse\u201c, kritisiert Burkhardt. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass \u2013 von den Ortskr\u00e4ften abgesehen \u2013 nur Menschen eine Chance haben, in Deutschland Schutz zu finden, die bis zum Ende der deutschen Evakuierungsmission (also bis 26.8.) f\u00fcr die Evakuierungsliste gemeldet wurden. Dieses willk\u00fcrlich festgelegte Datum war vorher nie kommuniziert worden. All jene etwa, die sich zum Beispiel im Norden Afghanistans versteckt hielten und nicht sofort versuchten, auf die Liste zu kommen, da sie keine Chance hatten, bis zum 31.8. Kabul zu erreichen, sind au\u00dfen vor. Sie haben nun keine M\u00f6glichkeit mehr, sich registrieren zu lassen und in Deutschland Zuflucht zu finden. Journalist*innen, Menschen- und Frauenrechtsverteidiger*innen sowie Familienangeh\u00f6rige von in Deutschland lebenden Schutzberechtigten, die von den Taliban massiv bedroht sind, aber bisher noch auf keiner Liste der Bundesregierung auftauchen, werden einfach ihrem Schicksal \u00fcberlassen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/pressemitteilung\/ende-der-evakuierung-in-afghanistan-pro-asyl-fordert-umfassende-bundes-und-landesaufnahmeprogramme\/\">Pressemitteilung vom 31.08.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutsche B\u00fcrokraten: Berlin hat nur 1,6 Prozent seiner Ex-\u201cOrtskr\u00e4fte\u201d und ihrer Familienangeh\u00f6rigen vom Flughafen Kabul abgeholt und stellt nun eine halbe Milliarde Euro zur Fl\u00fcchtlingsabwehr bereit<br \/>\n<\/strong><em>\u201cZum wiederholten Mal werden schwere Vorw\u00fcrfe gegen die Bundesregierung wegen der Blockade der Aufnahme afghanischer Ortskr\u00e4fte der Bundeswehr laut. Demnach hat Berlin bei den milit\u00e4rischen Evakuierungsfl\u00fcgen aus Kabul lediglich 138 fr\u00fchere afghanische Mitarbeiter der deutschen Streitkr\u00e4fte sowie weiterer deutscher Stellen in die Bundesrepublik geholt \u2013 zuz\u00fcglich Familienangeh\u00f6rigen insgesamt 634 Personen. Dies sind lediglich 1,6 Prozent der \u2013 inklusive Familienangeh\u00f6rigen \u2013 ungef\u00e4hr 40.000 Afghanen, die laut Regierungsangaben prinzipiell einreiseberechtigt sind. Zudem beklagt die Initiative \u201cLuftbr\u00fccke Kabul\u201d, das Ausw\u00e4rtige Amt habe sie \u201caktiv\u201d daran gehindert, per Charterflug knapp 200 Afghanen aus dem Land zu bringen; die Fl\u00fcchtlinge h\u00e4tten letzten Endes mit einem US-Milit\u00e4rflugzeug ausgeflogen werden m\u00fcssen. Zugleich bem\u00fcht sich das Ausw\u00e4rtige Amt mit aller Kraft um die systematische Abwehr afghanischer Fl\u00fcchtlinge. Au\u00dfenminister Heiko Maas, der aktuell auf einer Rundreise durch Afghanistans Nachbarstaaten ist, hat daf\u00fcr gut eine halbe Milliarde Euro in Aussicht gestellt. (\u2026) Bereits seit einiger Zeit wird spekuliert, die drei Nachbarstaaten k\u00f6nnten afghanische Fl\u00fcchtlinge in gro\u00dfer Zahl aufnehmen, um sie an der nicht erw\u00fcnschten Weiterreise nach Europa zu hindern. (\u2026) Gegenw\u00e4rtig verhandelt die T\u00fcrkei mit den Taliban dar\u00fcber, eine tragende Rolle bei der Sicherung des Flughafens sowie bei der Gew\u00e4hrleistung des Flugbetriebs zu \u00fcbernehmen. Ob die Taliban einer derartigen Kooperation mit Ankara zustimmen, ist jedoch nicht klar. \u00dcberlegungen, die EU k\u00f6nne diese Aufgabe erledigen, waren vergangene Woche am Rande gestreift, aber \u2013 unabh\u00e4ngig von der Frage, ob die Taliban das gestatten w\u00fcrden \u2013 umgehend ad acta gelegt worden: \u201cSchon die internen Prozeduren\u201d in Br\u00fcssel seien \u201cviel zu langwierig\u201d, hie\u00df es.[7] Gelingt es der T\u00fcrkei, von den Taliban die Erlaubnis zur Sicherung des Flughafens in Kabul zu erhalten, dann w\u00e4re Berlin bei der Einreise seiner ehemaligen Ortskr\u00e4fte nicht nur von den neuen Machthabern in Kabul abh\u00e4ngig, sondern einmal mehr von Ankara, auf das es bereits bei der Abwehr von Fl\u00fcchtlingen aus Syrien abh\u00e4ngig ist.\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8688\/\">Bericht vom 31. August 2021 von und bei German-Foreign-Policy.com<\/a><\/li>\n<li><strong>Luftbr\u00fccke wirft Regierung Blockade vor: Initiative wollte Hunderte Menschen aus Kabul retten \u2013 das Ausw\u00e4rtige Amt habe dies jedoch verhindert<br \/>\n<\/strong><em>\u201cDie zivilgesellschaftliche Initiative \u00bbLuftbr\u00fccke Kabul\u00ab hat mehrere Dutzend Schutzsuchende aus Afghanistan gerettet. So habe man am Wochenende 189 Menschen mit US-amerikanischer Unterst\u00fctzung in Bussen in den Kabuler Flughafen bringen k\u00f6nnen, hie\u00df es in einer Erkl\u00e4rung der Gruppe. Von dort seien sie mit einer Milit\u00e4rmaschine der USA ausgeflogen worden. Derzeit bef\u00e4nden sie sich in Doha und Riad und w\u00fcrden auf ihre Weiterreise warten. Zus\u00e4tzlich habe man mit \u00bbimmensem Aufwand\u00ab 18 gef\u00e4hrdete Ortskr\u00e4fte aus Kabul in Sicherheit bringen k\u00f6nnen, so die Initiative. Aus Sicht der \u00bbLuftbr\u00fccke Kabul\u00ab waren das jedoch viel zu wenige gerettete Menschen. 180 Sitze blieben in dem von der Initiative gecharterten Flugzeug leer. \u00bbEs h\u00e4tten Hunderte mehr sein k\u00f6nnen, wenn unsere Rettungsaktion nicht aktiv vom Ausw\u00e4rtigen Amt blockiert worden w\u00e4re\u00ab, schrieb die Gruppe und erhob schwere Vorw\u00fcrfe gegen\u00fcber der Regierung. F\u00fcr Hunderte Menschen habe man schlie\u00dflich sichere Unterk\u00fcnfte organisiert, die Gef\u00e4hrdeten offiziell auf Listen des Ausw\u00e4rtigen Amtes registrieren und absegnen lassen, \u00fcber die katarische Botschaft habe ein Bustransport bereit gestanden. \u00bbWir h\u00e4tten Menschen innerhalb weniger Stunden an den Flughafen und auf unser Flugzeug bringen k\u00f6nnen\u00ab, so die Luftbr\u00fccke Kabul. Die Regierung habe sich letztlich jedoch geweigert, \u00bbeine E-Mail zu schreiben\u00ab, um den Transport freizugeben. \u00bbUnser Flugzeug stand bereit \u2013 doch niemand sollte evakuiert werden.\u00ab Die Initiative habe so vor in Kabul eine \u00bbb\u00fcrokratische und politische Verhinderungstaktik\u00ab erlebt, hie\u00df es weiter. Deutsche Diplomaten h\u00e4tten demnach offenbar auch bei ausl\u00e4ndischen Partnern versucht zu erzwingen, dass das Flugzeug niemanden evakuiert. Portugal habe so das Evakuierungsangebot der Initiative annehmen wollen. \u00bbWir sollten nicht erfolgreicher sein, als die Bundesregierung. Wir sollten scheitern, damit das Kartenhaus der Evakuierungsaktion der Bundesregierung nicht in sich zusammenf\u00e4llt\u00ab, kritisierte die\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.kabulluftbruecke.de\/\"><em>\u00bbLuftbr\u00fccke Kabul\u00ab<\/em><\/a><em>\u00a0. (\u2026) Hinter der \u00bbLuftbr\u00fccke\u00ab, haben sich zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, Fl\u00fcchtlingsr\u00e4te und Initiativen versammelt, darunter die Bewegung Seebr\u00fccke, der Republikanische Anw\u00e4ltinnen- und Anw\u00e4lteverein und die Kampagne #LeaveNoOneBehind.\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1156109.luftbruecke-luftbruecke-wirft-regierung-blockade-vor.html\">Artikel von Sebastian B\u00e4hr vom 30. August 2021 in neues Deutschland online<\/a><\/li>\n<li><strong>Bundeswehr beendet Luftbr\u00fccke: Au\u00dfenamt sch\u00e4tzt Zahl Zur\u00fcckgebliebener in Afghanistan auf \u00fcber 10.000<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Viele Menschen mit einer Aufnahmegarantie in Deutschland harren noch in Afghanistan aus. Au\u00dfenminister Maas will sich bei einer Reise in die Region um eine L\u00f6sung bem\u00fchen. Unterdessen wird vor neuen Anschl\u00e4gen auf den Flughafen von Kabul gewarnt. (\u2026) Der Generalsekret\u00e4r von Amnesty International in Deutschland, Markus N. Beeko, forderte weitere Rettungsfl\u00fcge aus der Region um Afghanistan und leichtere Visa-Vergaben. \u201eWir erwarten, dass die Bundesregierung und andere Staaten die teils schwer traumatisierten evakuierten Menschen jetzt weiterhin z\u00fcgig aus der Region ausfliegen\u201c, sagte er der D\u00fcsseldorfer \u201eRheinischen Post\u201c. Dabei m\u00fcsse darauf geachtet werden, dass Familien nicht auseinandergerissen werden. Hier sei ein unb\u00fcrokratisches Vorgehen gefragt. Das UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk UNHCR fordert von der Bundesregierung Erleichterungen bei den Asylverfahren und beim Familiennachzug f\u00fcr afghanische Fl\u00fcchtlinge. Wenn man mehr als ein Jahr auf einen Termin bei der Deutschen Botschaft warten m\u00fcsse, verkenne das die Lebensrealit\u00e4t von Fl\u00fcchtlingen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/08\/30\/bundeswehr-luftbruecke-aussenamt-zahl-zurueckgebliebener\/\">Meldung vom 30.08.2021 beim Migazin<\/a>, siehe dazu:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Zur\u00fcckgelassenen<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Rund 5200 Menschen hat Deutschland aus Afghanistan evakuiert, aber Unz\u00e4hlige wurden zur\u00fcckgelassen. Wir stellen einige besonders dramatische Beispiele vor<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/news\/die-zurueckgelassenen\/\">Beitrag vom 27.08.2021 bei Pro Asyl<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Ein offener Brief an die Bundesregierung: Luftbr\u00fccke nach Kabul jetzt!<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Wir, ein Zusammenschluss von Afghan*innen in der Diaspora und Menschen aus Kunst, Kultur, Politik und Wissenschaft fordern die Bundesregierung umgehend dazu auf die afghanische Zivilbev\u00f6lkerung vor der islamistischen Macht\u00fcbernahme der Taliban zu besch\u00fctzen!.<\/em>..\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/luftbruecke.org\/brief\">Offener Brief bei luftbruecke.org<\/a><\/li>\n<li><strong>Oranienplatz: Gefl\u00fcchtete besetzen Baum f\u00fcr Bleiberecht und Offene Grenzen<\/strong>\u00a0\u201e<em>Zusammen mit einem afghanischen Aktivisten protestiert Napuli Langa seit Freitag, dem 27. August 2021, erneut auf dem Baum am O-Platz. Was muss passieren, damit Napuli und der afghanische Aktivist den Baum verlassen? Napuli wird den Baum erst verlassen, wenn der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine verbindliche, schriftliche Zusage macht, dass Gefl\u00fcchtete auf dem symboltr\u00e4chtigen Oranienplatz einen dauerhaften Ort des Protests einrichten k\u00f6nnen. Derweil k\u00e4mpft der afghanische Aktivist um die Rettung seiner Familie: Auf politischer Ebene muss eine M\u00f6glichkeit geschaffen werden, seine Verwandten in Kabul und im Iran in Sicherheit zu bringen, denn seit einem Jahr versucht er erfolglos, seine Familie nach Deutschland zu holen. Insbesondere fordert er den Berliner Senat auf, die geforderte Luftbr\u00fccke und das Landesaufnahmeprogramm umzusetzen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/oranienplatz-gefluechtete-besetzen-baum-fuer-bleiberecht-und-offene-grenzen\/\">Pressemitteilung und weitere Informationen dokumentiert am 29.8.2021 bei Klasse gegen Klasse<\/a>, siehe auch weitere Informationen bei\u00a0<a href=\"https:\/\/iwspace.de\/2021\/08\/gefluchtete-besetzen-baum-auf-dem-oranienplatz\/\">International Women\u2019s Space<\/a>\u00a0(IWS)<\/li>\n<li><strong>DAV, RAV und VDJ: Sofortige Visaverfahren afghanischer Staatsangeh\u00f6riger in dt. Auslandsvertretungen Visa umgehend erteilen!<br \/>\n<\/strong><em>\u201cAngesichts der Beendigung der Evakuierung fordern Anw\u00e4lt*innen und Jurist*innenvereinigungen: Alle deutschen Auslandsvertretungen m\u00fcssen ab sofort f\u00fcr Visaverfahren afghanischer Staatsangeh\u00f6riger zust\u00e4ndig sein und Visa umgehend erteilen. Die Kapazit\u00e4ten in den Auslandsvertretungen sind sofort ausreichend aufzustocken. \u00dcber 3.000 afghanische Staatsangeh\u00f6rige warteten im Mai 2021 auf einen Termin zur Vorsprache in den deutschen Visastellen in Neu-Delhi und Islamabad. Wie viele Angeh\u00f6rige sich \u00fcber diese hinaus im \u00fcberaus langwierigen Verfahren auf Erteilung eines Visums befanden, wird nicht erfasst (die Zahlen ergeben sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion). (\u2026) DAV, RAV und VDJ fordern, dass diese, f\u00fcr Friedenszeiten vorgesehene und mit langen Wartezeiten verbundene Praxis sofort ge\u00e4ndert wird, und nehmen hierzu Bezug auf den Forderungskatalog hinsichtlich der Situation in Afghanistan von DAV, RAV, Pro Asyl und anderen (\u2026) Erg\u00e4nzend verweisen wir auf die Forderung von Amnesty International, die Visapflicht f\u00fcr Afghan*innen auszusetzen (\u2026) Das Ende der Evakuierungen darf nicht das Ende aller Hoffnungen f\u00fcr Schutzsuchende und ihre Familien sein, in naher Zukunft in Sicherheit und wieder zusammenleben zu k\u00f6nnen!\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rav.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilung\/sofortige-visaverfahren-afghanischer-staatsangehoeriger-in-dt-auslandsvertretungenvisa-umgehend-erteilen-803\">Gemeinsame Pressemitteilung von DAV, RAV und VDJ vom 27. August 2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Afghanistan: RAWA reagiert auf die Macht\u00fcbernahme der Taliban<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Es ist ein Witz zu sagen, dass Werte wie \u201cFrauenrechte\u201d, \u201cDemokratie\u201d, \u201cNationenbildung\u201d usw. Teil der Ziele der USA\/NATO in Afghanistan waren! Die Afghan Women\u2019s Mission hat sich mit RAWA in Verbindung gesetzt, um deren Bed\u00fcrfnisse in dieser dringenden Zeit anzusprechen. In dieser kurzen Frage und Antwort mit der AWM-Ko-Direktorin Sonali Kolhatkar erkl\u00e4rt RAWA die sich entwickelnde Situation vor Ort, wie sie sie sehen<\/em>\u2026\u201d Siehe das (engl.)\u00a0<a href=\"http:\/\/www.rawa.org\/rawa\/2021\/08\/21\/rawa-responds-to-the-taliban-takeover.html\">Interview vom 20.8.21 bei RAWA, the Revolutionary Association of the Women of Afghanistan<\/a>, siehe auch bei World March of Women:\u00a0<a href=\"https:\/\/marchemondiale.org\/index.php\/2021\/08\/23\/international-feminist-solidarity-with-the-women-and-people-of-afghanistan-no-to-taliban-no-to-imperialists\/\">International Feminist Solidarity with the Women and People of Afghanistan: No to Taliban No to Imperialists!<\/a>\u00a0(Internationale Feministische Solidarit\u00e4t mit den Frauen und dem Volk von Afghanistan: Nein zu den Taliban Nein zu den Imperialisten!)<\/li>\n<li><strong>Nach Toten bei IS-Explosionen und vorzeitigem Ende der Evakuierungsfl\u00fcge: Zu sp\u00e4t f\u00fcr all die Aufrufe, wie z.B. \u201cSave Afghanistan People. NOW!\u201d ??<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Tote bei Explosionen \u2013 Bundeswehr beendet Evakuierungsfl\u00fcge am Kabuler Flughafen<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Detonationen am Flughafen Kabul: W\u00e4hrend westliche Staaten am Donnerstag ihre letzten Evakuierungsfl\u00fcge vorbereiten, detonierten zwei Sprengs\u00e4tze. Es gab Tote und Verletzte. Derweil beendete die Bundeswehr ihre Rettungsfl\u00fcge. (\u2026) Die Anschl\u00e4ge h\u00e4tten deutlich gemacht, \u201edass eine Verl\u00e4ngerung der Operation in Kabul nicht m\u00f6glich war\u201c, sagte Kramp-Karrenbauer. Die Sicherheitslage und die Entscheidung der Taliban, die milit\u00e4rischen Evakuierungen nach dem 31. August nicht mehr zu dulden, w\u00fcrden das nicht erm\u00f6glichen. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron sagte indes nach den Explosionen auf einer Pressekonferenz in Dublin, dass Frankreich die Evakuierungen fortsetzen wolle. \u201eWir werden weitermachen, so lange es die Lage am Flughafen erlaubt.\u201c (\u2026) Das Weltern\u00e4hrungsprogramm k\u00fcndigte eine Luftbr\u00fccke zur Versorgung bed\u00fcrftiger Menschen in Afghanistan an. Die Flugzeuge sollen zwischen der pakistanischen Hauptstadt Islamabad und Kabul pendeln<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/08\/27\/tote-explosionen-bundeswehr-evakuierungsfluege-kabuler\/\">Beitrag vom 27.08.2021 beim Migazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Erkl\u00e4rung zum Abzug der NATO-Truppen und der Macht\u00fcbernahme durch die Taliban in Afghanistan: Save Afghanistan People. NOW!<br \/>\n<\/strong><em>\u201cDer Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan markiert das endg\u00fcltige Scheitern des 20 j\u00e4hrigen Krieges, den die USA und ihre Verb\u00fcndeten am Hindukusch gef\u00fchrt haben. Der \u201eWar on Terror\u201c der USA und der NATO-Milit\u00e4reinsatz in Afghanistan unter Beteiligung der Bundeswehr hat hunderttausenden Menschen das Leben gekostet und gleichzeitig den Terrorismus weiter bef\u00f6rdert. Die NATO-Truppen hinterlassen ein verw\u00fcstetes und verarmtes Land, in dem rund 9 Millionen Menschen an Unterern\u00e4hrung leiden. USA und NATO haben Afghanistan zum gr\u00f6\u00dften Heroinproduzenten und zum korruptesten Land der Welt gemacht. Der Grund f\u00fcr das jetzt von allen Seiten beklagten \u201cDesaster\u201d sind nicht irgendwelche Fehler der NATO-Strategie oder der \u00fcbereilte Abzug, sondern der in Afghanistan gescheiterte Versuch des Westens, mit milit\u00e4rischer Gewalt seine machtpolitischen Interessen weltweit durchzusetzen. Den US-gef\u00fchrten Interventionstruppen in Afghanistan ging es nie darum, Menschenrechte oder Demokratie in Afghanistan herzustellen, sondern ausschlie\u00dflich um die geostrategische Vorherrschaft er NATO-Staaten in Zentralasien, in unmittelbarer N\u00e4he zu Russland, Iran und der VR-China, die von den USA zu ihren Feinden erkl\u00e4rt werden. (\u2026) Die Friedensbewegung hat seit Jahren die Beendigung des Krieges und den Abzug der NATO-Interventionstruppen gefordert. Die NATO-Staaten m\u00fcssen jetzt die Verantwortung f\u00fcr die von ihnen angerichtete Katastrophe \u00fcbernehmen und humanit\u00e4re Hilfe leisten. Wir solidarisieren uns mit den fortschrittlichen und emanzipatorischen Kr\u00e4ften in Afghanistan, die f\u00fcr Demokratie und gegen jede ausl\u00e4ndische Einmischung k\u00e4mpfen. Aktuell fordern wir von der Bundesregierung: \u2013 Alle, deren Leben in Afghanistan bedroht ist, muss die Einreise nach Europa erm\u00f6glicht werden. \u2013 Die nach Europa Fl\u00fcchtenden d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger kriminalisiert werden! \u2013 Schluss mit allen Abschiebungen nach Afghanistan! \u2013 Beendigung aller Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr! Beteiligt Euch an der Kundgebung Antikriegstag am Mittwoch 1. September 2021 um 18:30 am Stachus in M\u00fcnchen \u2013 Veranstalter: M\u00fcnchner Friedensb\u00fcndnis \u2013 M\u00fcnchner B\u00fcndnis gegen Krieg und Rassismus in Kooperation mit Sympathisanten der Solidarit\u00e4tspartei Afghanistans in Europa\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.trueten.de\/archives\/12043-Erklaerung-zum-Abzug-der-NATO-Truppen-und-der-Machtuebernahme-durch-die-Taliban-in-Afghanistan.html\">Erkl\u00e4rung und Aufruf verfasst von Thomas Trueten am 26. August 2021<\/a>\u00a0samt dem Aufruf: Beteiligt Euch an der Kundgebung Antikriegstag am Mittwoch 1. September 2021 um 18:30 am Stachus in M\u00fcnchen<\/li>\n<li><strong>Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskr\u00e4fte: Afghanische Ortskr\u00e4fte wurden bewusst zur\u00fcckgelassen<br \/>\n<\/strong><em>\u201c<\/em>\u00a0<em>Es mehren sich Berichte, dass ehemalige Ortskr\u00e4fte von den internationalen Soldaten am Flughafen abgewiesen werden. Das Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskr\u00e4fte erhebt schwere Vorw\u00fcrfe. Der Verband binationaler Familien fordert in einer Online-Petition unb\u00fcrokratische L\u00f6sungen. Ehemalige Ortskr\u00e4fte von deutscher Polizei oder Entwicklungsorganisationen w\u00fcrden derzeit von den internationalen Soldaten am Flughafen wieder abgewiesen, weil sie nicht auf den Listen st\u00fcnden. Dem Vereinsvorsitzenden Marcus Grotian zufolge erfolgt die Abweisung, weil diese Menschen zu einer Zeit f\u00fcr ein deutsches Ressort gearbeitet haben, die \u201enicht b\u00fcrokratisch erfasst\u201c sei. (\u2026) Der Verein, der sich seit Jahren um afghanische Ortskr\u00e4fte k\u00fcmmert, warnt seit Monaten davor, dass die radikalislamischen Taliban sich an Helfern ausl\u00e4ndischer Organisationen und deren Familien r\u00e4chen k\u00f6nnten. \u201eIch habe den Eindruck, wir haben hier Menschen bewusst und wissentlich zur\u00fcckgelassen\u201c, sagte Grotian. Nach Einsch\u00e4tzung des Patenschaftsnetzwerks w\u00e4ren 8.000 Menschen \u2013 Ortskr\u00e4fte und ihre Familienangeh\u00f6rigen \u2013 berechtigt, einen Antrag auf ein Visum f\u00fcr Deutschland zu stellen, weil sie direkt bei deutschen Unternehmen besch\u00e4ftigt waren. Doch diese Zahl wurde seinen Angaben nach \u201edurch b\u00fcrokratische H\u00fcrden\u201c um etwa 50 Prozent reduziert. (\u2026) Grotian wies darauf hin, dass unterlassene Hilfeleistung eine Straftat sei und forderte eine Verantwortungs\u00fcbernahme daf\u00fcr, \u201edass Handlungen, Aussagen und Unt\u00e4tigkeit\u201c, nun \u201eMenschenleben in die H\u00e4nde der Taliban\u201c spielten. Er spreche dabei von der Zeit vor der aktuellen Evakuierungsaktion, \u201ewo es offensichtlich war, dass wir die Menschen dort zur\u00fccklassen\u201c und wo Hilfsangebote und Warnungen ignoriert worden seien. (\u2026) Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften wiederholte am Dienstag abermals seine Forderung, den Familiennachzug aus Afghanistan nach Deutschland zu erm\u00f6glichen. In einer\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/heiko-maas-afghanistan-familiennachzug-jetzt\"><em>Online-Petition<\/em><\/a><em>\u00a0fordert der Verband unb\u00fcrokratische L\u00f6sungen und sofortige Ausreisem\u00f6glichkeit alle Familienangeh\u00f6rigen. \u201eDie deutschen Beh\u00f6rden machen sich mitschuldig am Schicksal der Familienangeh\u00f6rigen. Hier geht es um Menschenleben\u201c, erkl\u00e4rte Chrysovalantou Vangeltziki, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Verbands. Sie wirft der Bundesregierung vor, Familienzusammenf\u00fchrungen viele Jahre verhindert zu haben. Jetzt dr\u00e4nge die Zeit. Beim Verband gingen derzeit zahlreiche verzweifelte Anrufe und Mails ein.\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/08\/25\/patennetzwerk-afghanische-ortskraefte-wurden-bewusst-zurueckgelassen\/\">Meldung vom 25. August 2021 von und bei MiGAZIN<\/a><\/li>\n<li><strong>Schwere Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan: Parit\u00e4tischer fordert mehr Einsatz bei der Rettung Gef\u00e4hrdeter<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 Der Parit\u00e4tische Wohlfahrtsverband zeigt sich tief besorgt \u00fcber die UN-Berichte zu schweren Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan und appelliert im Vorfeld der Regierungserkl\u00e4rung der Bundeskanzlerin zur Lage in Afghanistan eindringlich an die Bundesregierung, f\u00fcr eine schnellstm\u00f6gliche und unb\u00fcrokratische Rettung gef\u00e4hrdeter Personen zu sorgen. \u201cWenn Menschen massenhaft hingerichtet werden und ein Bild verzweifelter Fluchtversuche das n\u00e4chste jagt, muss ein f\u00fcr alle Mal klar sein, dass die Rettung m\u00f6glichst vieler Menschen jetzt oberste Priorit\u00e4t haben muss \u2013 und zwar unb\u00fcrokratisch und so schnell wie m\u00f6glich\u201d, fordert Ulrich Schneider, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Parit\u00e4tischen Gesamtverbands. Vor dem Hintergrund eines sich schlie\u00dfenden Zeitfensters f\u00fcr die Evakuierung von Menschen aus Kabul m\u00fcsse der Kreis derer, die f\u00fcr eine Evakuierung in Frage kommen, gro\u00dfz\u00fcgig ausgelegt werden. Der Verband fordert au\u00dferdem die Schaffung sicherer Fluchtwege. Die Luftbr\u00fccke in Kabul m\u00fcsse so lang wie m\u00f6glich aufrecht erhalten werden, gleichzeitig m\u00fcssten dringend Vorbereitung getroffen werden, damit Menschen auch nach einem m\u00f6glichen Ende der Luftbr\u00fccke gerettet werden k\u00f6nnten. Die Unterst\u00fctzung der Nachbarstaaten bei der Versorgung afghanischer Fl\u00fcchtlinge im Wege humanit\u00e4rer Hilfe sei unerl\u00e4sslich, reiche aber bei weitem nicht aus. Die Bundesregierung m\u00fcsse jetzt den Weg bereiten, um besonders schutzbed\u00fcrftige Menschen auch aus Nachbarstaaten aufzunehmen. Hierbei m\u00fcssten alle M\u00f6glichkeiten, wie etwa Aufnahmeprogramme, eine gro\u00dfz\u00fcgige Vergabe humanit\u00e4rer Visa und die Erleichterungen beim Familiennachzug ausgesch\u00f6pft werden. Dies sei nicht nur in wichtiges Zeichen internationaler Solidarit\u00e4t, Deutschland habe hierf\u00fcr auch die erforderlichen Kapazit\u00e4ten, so der Verband.\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/alle-meldungen\/schwere-menschenrechtsverletzungen-in-afghanistan-paritaetischer-fordert-mehr-einsatz-bei-der-rettung-gefaehrdeter\/\">Pressemitteilung des Parit\u00e4tischen Gesamtverbands vom 25. August 2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Afghanistan: Taliban erbeuten Biometrie-Ger\u00e4te und -Datenbanken<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Bei ihrem Vormarsch in Afghanistan haben die Taliban angeblich auch Ger\u00e4te zur biometrischen Identifizierung erbeutet. Die enthalten auch Daten. In Afghanistan haben die radikalislamistischen Taliban offenbar auch Ger\u00e4tschaften des US-Milit\u00e4rs zur biometrischen Personenidentifizierung erbeutet \u2013 inklusive der enthaltenen Daten. Das berichtet das US-Magazin The Intercept unter Berufung auf mehrere ungenannte Quellen. Die Ger\u00e4te mit dem Namen \u201cHandheld Interagency Identity Detection Equipment\u201d (HIIDE) seien demnach vergangene Woche in die H\u00e4nde der Taliban gefallen. Unklar sei, in welchem Umfang auch die biometrischen Datenbanken f\u00fcr die Terrorgruppe zug\u00e4nglich sind, hei\u00dft es noch. Diese enthalten wohl auch Daten zur Identifizierung von Afghanen und Afghaninnen, die den US-Truppen geholfen haben. Warum die Ger\u00e4te beim Abzug der Truppen zur\u00fcckgelassen wurden, ist unklar<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Afghanistan-Biometrie-Geraete-und-Datenbanken-von-Taliban-erbeutet-6168158.html\">Artikel von Martin Holland vom 18.08.2021 bei heise news<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>PRO ASYL appelliert an Merkel: Evakuierung fortsetzen und auf Nachbarstaaten ausweiten<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>PRO ASYL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer G\u00fcnter Burkhardt fordert die Fortsetzung der Ad hoc Evakuierung von gef\u00e4hrdeten Afghan*innen \u00fcber den 31.8. hinaus. PRO ASYL hat \u00fcberdies gemeinsam mit Jurist*innen herausgearbeitet, wie Schutzsuchenden aus Afghanistan schnell die Aufnahme in Deutschland erm\u00f6glicht werden kann und sollte.\u00a0\u201eDie Gef\u00e4hrdeten d\u00fcrfen nicht in Afghanistan zur\u00fcckgelassen werden. Ein Ende der Evakuierung ist unverantwortlich. Es d\u00fcrfen nicht erneut Menschen im Stich gelassen werden, f\u00fcr die Deutschland und andere Staaten eine Verantwortung tragen\u201c, sagt G\u00fcnter Burkhardt anl\u00e4sslich der heute bevorstehenden Regierungserkl\u00e4rung von Bundeskanzlerin Merkel. Gleichwohl ist ein Ende der Evakuierung leider absehbar, auch wenn der Zeitpunkt hoffentlich nicht der 31. August ist. (\u2026) \u201eWir fordern schriftliche Aufnahmezusagen f\u00fcr alle Afghanen, die auf den Evakuierungslisten stehen. Sie m\u00fcssen auch nach dem Ende der Milit\u00e4raktion aus Afghanistan oder aus Nachbarstaaten zur Einreise nach Deutschland berechtigt sein. Dies muss jetzt sofort vorbereitet werden, um den Betroffenen Hoffnung zu geben. Ein Ende der milit\u00e4risch gesicherten Luftbr\u00fccke darf nicht das Ende der Aufnahme nach Deutschland sein\u201c, fordert Burkhardt. PRO ASYL fordert zudem, die Aufnahmekriterien auszuweiten<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/pressemitteilung\/pro-asyl-appelliert-an-merkel-evakuierung-fortsetzen-und-auf-nachbarstaaten-ausweiten\/\">Pressemitteilung vom 25.08.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Keine weiteren Truppenentsendungen nach Afghanistan! Offener Brief an die Abgeordneten des Bundestags zur anstehenden, nachholenden Mandatierung eines neuen Einsatzes der Bundeswehr<br \/>\n<\/strong><em>\u201c[Fast] 20 Jahre hat sich die sog. \u201ewestliche Staatengemeinschaft\u201c der Illusion hingegeben, durch die Entsendung bewaffneter Kr\u00e4fte nach Afghanistan in der Region Einfluss geltend zu machen und die Situation zu beeinflussen. Aktuell m\u00fcssen wir feststellen, dass der Einsatz von zeitweise mehr als 100.000 Soldat*innen aus NATO-Staaten, Angriffe mit bewaffneten Drohnen, die Luftschl\u00e4ge von Kundus 2009 und der Einsatz der bislang gr\u00f6\u00dften konventionellen Bombe durch die Trump-Regierung 2017 sowie all die milit\u00e4rischen und zivilen Opfer die NATO und ihre Verb\u00fcndeten ihrem Ziel keinen Schritt n\u00e4her gebracht haben. Selbst der seit sechs Jahren als Exit-Strategie verfolgte Aufbau der sog. Afghanischen Sicherheitskr\u00e4fte (Afghan National Security Forces, ANSF) hat sich in den letzten Wochen als Popanz und grandioser Fehlschlag erwiesen, der letztlich von der NATO gelieferte R\u00fcstungsg\u00fcter in die H\u00e4nde der Taliban \u00fcberf\u00fchrte. Der Einsatz bewaffneter Kr\u00e4fte diente in all dieser Zeit dem Ziel, \u201eHandlungsf\u00e4higkeit\u201c zu simulieren, wo sie de facto nie existierte. (\u2026) Die Medienberichte und noch deutlicher die \u2013 Ihnen vorliegenden \u2013 Lageberichte der Bundesregierung lassen keinen Zweifel daran, dass auch die zwischenzeitliche, prek\u00e4re und t\u00f6dliche \u201eStabilisierung\u201c am Flughafen Kabul prim\u00e4r auf das Agieren der Taliban zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. De facto besteht vor Ort l\u00e4ngst eine Kooperation der NATO-Kr\u00e4fte und der am Flughafenzugang ihre Peitsche schwingenden Taliban. (\u2026) Was nun dem Bundestag in einer Sondersitzung im Wahlkampf als Mandat zur Abstimmung vorgelegt wird, ist das robusteste und wahrscheinlich auch gef\u00e4hrlichste Mandat in der Geschichte der Bundeswehr. Es ist allenthalben von einer \u201ekomplexen\u201c, \u201edynamischen\u201c und \u201esich st\u00fcndlich ver\u00e4ndernden\u201c Lage die Rede, in der der Waffeneinsatz gegen Zivilist*innen geradezu naheliegend ist. Das kleine Kontingent wird von einem eigens eingeflogenen Brigadegeneral gef\u00fchrt, dem das BMVg in Kramp-Karrenbauer \u201evollstes Vertrauen, jegliche operationelle Freiheit und meine politische R\u00fcckendeckung\u201c zugesichert hat. Im Mittelpunkt dieses Mandates stehen Spezialkr\u00e4fte und insbesondere das Kommando Spezialkr\u00e4fte (KSK), das noch zu Beginn des Jahres aufgrund rechtsextremer Umtriebe sowie seiner Resilienz gegen parlamentarische und rechtliche Kontrolle kurz vor der Aufl\u00f6sung stand. Warum es diese Spezialkr\u00e4fte sein m\u00fcssen, die in dieser Lage \u201eberechtigte\u201c und \u201eunberechtigte\u201c Ausreisewillige separieren, ist erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig. Im Grunde w\u00e4ren hier kompetente und erfahrene zivile Organisationen deutlich sinnvoller. Diese haben Erfahrung damit, Mitarbeiter*innen zu evakuieren. (\u2026) Nach aktueller Planung w\u00fcrden die Fl\u00fcge dieser, auf Spezialkr\u00e4fte ausgerichteten, Hubschrauber von den US-Spezialkr\u00e4ften ihrerseits abgesichert. Damit bestimmen diese auch mit. Und wenn etwas schief l\u00e4uft, werden \u201ewir\u201c vermutlich auch wieder \u201esolidarisch\u201c sein m\u00fcssen. Dann f\u00e4ngt der Krieg in Afghanistan von Neuem an \u2013 und \u201ewir\u201c sind mit dabei\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2021\/08\/23\/keine-weiteren-truppenentsendungen-nach-afghanistan\/\">IMI-Standpunkt 2021\/048 von Jacqueline Andres, Christoph Marischka und J\u00fcrgen Wagner vom 23. August 2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Nato-Waffen in Taliban-Hand: Wie die Islamisten zur bestger\u00fcsteten Terrorgruppe der Welt werden konnten<br \/>\n<\/strong><em>\u201cSchlimmer h\u00e4tte es wahrlich nicht kommen k\u00f6nnen: (\u2026) Unkompliziert und kostenfrei \u2013 einfacher h\u00e4tte dieser aus Nato-Sicht ganz und gar ungewollte Waffendeal nicht ablaufen k\u00f6nnen. Mit der nahezu reibungslos verlaufenen Macht\u00fcbernahme fielen der \u201eIslamischen Talibanbewegung Afghanistans\u201c, kurz Taliban, in wenigen Tagen im August in gewaltigem Umfang Kriegsmaterial der US-Army und ihrer Verb\u00fcndeten in die H\u00e4nde. Dabei handelt es sich um Gro\u00df- und Kleinwaffen (wie Flugzeuge und Gewehre), um R\u00fcstungsg\u00fcter (wie milit\u00e4rische Gel\u00e4ndefahrzeuge) und um Munition in riesiger Menge. Da die afghanischen Regierungstruppen ihre Stellungen zumeist kampflos aufgegeben haben, verf\u00fcgen die Taliban ab jetzt \u00fcber ein erschreckendes Arsenal voll einsatzf\u00e4higer Hightechwaffen. (\u2026) Fortan k\u00f6nnen die Taliban auch deutsches Kriegsger\u00e4t nutzen, denn \u201eseit Anfang 2002 bis heute wurden R\u00fcstungsexporte f\u00fcr 418,8 Millionen Euro in das zentralasiatische Land genehmigt\u201c. Letzte Ausfuhrerlaubnisse wurden noch 2021 erteilt, berichtet Zeit-online (vom 22.08.2021)\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/zivilcourage.dfg-vk.de\/nato-waffen-in-taliban-hand\/\">Beitrag von J\u00fcrgen Gr\u00e4sslin vom 23. August 2021 aus ZivilCourage 3\/2021<\/a><\/li>\n<li><strong>[\u201eSterbegeld\u201c oder \u201cFernhaltegeld\u201d?] GIZ zahlt Bleibepr\u00e4mie f\u00fcr afghanische Ortskr\u00e4fte<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Entwicklungshilfeagentur GIZ bietet Ortskr\u00e4ften, die in Afghanistan bleiben ein Jahresgehalt an. Ex-Ortskr\u00e4fte kritisieren die mangelnde Hilfe der Organisation.\u00a0Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bietet afghanischen Ortskr\u00e4ften, die im Land bleiben wollen, finanzielle Unterst\u00fctzung an. Es handle sich um ein Jahresgehalt zur \u00dcberbr\u00fcckung der schwierigen Lage, sagte am Sonntag ein Sprecher des Bundesministeriums f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Hauptauftragbeber der GIZ. (\u2026) Es sei \u201ceinfach nur niederschmetternd, wie die Deutschen agierten\u201d, habe eine afghanische GIZ-Mitarbeiterin am Telefon gesagt. Sie habe den Eindruck, der Bundesregierung gehe es vor allem darum, die Zahl der Menschen, die nach Deutschland kommen, m\u00f6glichst niedrig zu halten. \u201cWir wollen kein Geld, sondern Sicherheit\u201d, zitiert der Spiegel die Frau, die aus Angst vor den Taliban nicht mit Namen genannt werden wolle<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2021-08\/giz-afghanistan-ortskraefte-bleibe-praemie-zahlung-entwicklungshilfe\">Agenturmeldung vom 22. August 2021 in der Zeit online<\/a><\/li>\n<li><strong>Flucht aus Afghanistan \u2013 Was Deutschland jetzt machen muss<br \/>\n<\/strong><em>\u201cIn Afghanistan herrschen wieder die Taliban, viele Menschen sind in Lebensgefahr. (\u2026) W\u00e4hrend vielen Afghan*innen also vor Ort um ihr Leben und ihre Sicherheit bangen, panisch versuchen noch \u00fcber den Flughafen in Kabul das Land zu verlassen und ihre Angeh\u00f6rigen in Deutschland krank vor Sorge sind, haben manche Politiker*innen in Deutschland nichts Besseres zu tun, als das rechtspopulistische Mantra \u00bb2015 darf sich nicht wiederholen\u00ab aus der Schublade hervorzukramen. (\u2026) Was sich von 2015 wirklich nicht wiederholen darf ist, dass Tausende Menschen auf der Flucht sterben. Es m\u00fcssen jetzt sichere Fluchtwege geschaffen und Afghan*innen gesch\u00fctzt werden. (\u2026) Eine besondere Verantwortung gibt es f\u00fcr Bedrohte mit Bezug zu Deutschland. Hierzu geh\u00f6ren u.a.: \u2013 Alle Afghan*innen, die f\u00fcr deutsche Ministerien, deutsch finanzierte Organisationen und Einrichtungen gearbeitet haben \u2013 unabh\u00e4ngig davon zu welchem Zeitpunkt diese T\u00e4tigkeit war. Dies muss auch f\u00fcr bei Subunternehmen Besch\u00e4ftigten gelten. Es kann nicht sein, dass jemand der jahrelang die deutsche Botschaft gesch\u00fctzt hat, jetzt nicht im Gegenzug von Deutschland gesch\u00fctzt wird! \u2013 Hinzu kommen Familienangeh\u00f6rige von in Deutschland lebenden Afghan*innen, auch sie sind nun akut gef\u00e4hrdet. Zum Teil warten sie bereits seit Jahren auf Visa zum Familiennachzug warten. Journalist*innen, die f\u00fcr deutsche Medien gearbeitet oder sich ihn ihnen kritisch ge\u00e4u\u00dfert haben. \u2013 Wissenschaftler*innen, die in Deutschland studiert oder geforscht haben. Es m\u00fcssen zudem alle aufgenommen werden, die sich in den letzten Jahren f\u00fcr ein freies und demokratisches Afghanistan eingesetzt haben, wie Frauenrechts- und Menschenrechtsverteidiger*innen, Autor*innen, K\u00fcnstler*innen, Sportler*innen, und deswegen stark gef\u00e4hrdet sind oder besonders schutzbed\u00fcrftig sind, wie Angeh\u00f6rige religi\u00f6ser, ethnischer und sexueller Minderheiten. Die gef\u00e4hrdeten Personen m\u00fcssen mit ihren Familien gerettet werden! Beim Familienbegriff darf nicht auf die deutsche Kernfamilie (Vater, Mutter, minderj\u00e4hriges Kind) abgestellt werden, denn dies entspricht auch nicht der Gef\u00e4hrdungslage! (\u2026) Der Familiennachzug zu in Deutschland lebenden Afghan*innen muss dringend vereinfacht werden, um die Menschen sicher zu ihren Verwandten zu holen. (\u2026) Angesichts der dramatischen Lage in Afghanistan muss jeder Spielraum genutzt werden und von gewissen Erteilungsvoraussetzungen, wie z.B. Sprachnachweisen, abgesehen werden. Au\u00dferdem d\u00fcrfen beim Familiennachzug ledige erwachsene T\u00f6chter und S\u00f6hne, die alleine zur\u00fcckbleibend oft stark gef\u00e4hrdet w\u00e4ren, nicht au\u00dfen vor bleiben. \u00dcber den \u00a7 36 Abs. 2 AufenthG k\u00f6nnen auch Familienmitglieder au\u00dferhalb der Kernfamilie aufgenommen werden und dies muss aktiv genutzt werden\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/news\/flucht-aus-afghanistan-was-deutschland-jetzt-machen-muss\/\">Position von Pro Asyl in deren Pressemitteilung vom 20. August 2021<\/a>, siehe auch:<\/li>\n<li><strong>Vietnam 2.0. Von den Verbrechen des Westens in Afghanistan und der Not, die bleibt<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Vietnam-2-0-6171392.html\">Artikel von Fabian Scheidler vom 21. August 2021 bei Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Kabul, das zweite Saigon<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/news\/id\/44826\">Artikel von Matin Baraki am 19.08.2021 bei der RLS<\/a>\u00a0\u00fcber den Krieg des Westens in Afghanistan und was davon \u00fcbrig bleibt<\/li>\n<li><strong>Kein Plan. Afghanistan, jetzt. Ein Versuch, die Lage in Kabul aus Deutschland zu beschreiben.<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Seit Tagen dieselben Bilder, alle wenigstens mit diesen Beiworten zu belegen: ersch\u00fctternd, emp\u00f6rend, besch\u00e4mend. Auch heute fr\u00fch um 6 Uhr, gleich nach Ende der Ausgangssperre, machen sich abertausende Afghan:innen zum Flughafen Kabul auf. Ungez\u00e4hlte scheitern an den immer zahlreicheren Checkpoints der Taliban, werden dort beschimpft, geschlagen, verpr\u00fcgelt, ausgepeitscht, ins Ungewisse weggef\u00fchrt oder einfach in die dichten Reihen derer zur\u00fcckgesto\u00dfen, die sich hinter jedem zusammenballen. Wir geben hier weiter, was uns unsere Partner:innen am Telefon, in Emails oder Textnachrichten berichten. (\u2026) Warum davon sprechen, warum das hier festhalten? Weil es seit Tagen Tote und Verwundete gibt. Weil es gerade jetzt, in dieser Minute, Tote und Verwundete gibt. Weil es wenigstens diese Toten und Verwundeten nicht h\u00e4tte geben m\u00fcssen, denn es gab schon viel zu viele. (\u2026) Auch wenn der Kollaps sie hinweggerissen und in die Flucht, vor den Flughafen getrieben hat, haben sie dem wohlfeil einbekannten \u201eScheitern\u201c eine Grenze, ihre Grenze gesetzt. Die Grenze der wirklichen Bewegung der afghanischen Demokratie. Die gab es, noch vor wenigen Tagen. Der Westen und mit ihm die Bundesregierung haben mit der Auslieferung Afghanistans an die Taliban also nicht einfach die \u00fcberf\u00e4llige Konsequenz aus einem l\u00e4ngst offensichtlichen \u201eScheitern\u201c gezogen. Sie haben all die im Stich gelassen und der Gewalt ausgeliefert, die \u00fcber Jahre hinweg ihr Leben eingesetzt haben, damit aus den hohlen Versprechungen des Westens Wirklichkeit wird<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.medico.de\/blog\/afghanistan-jetzt-18321\">Beitrag von Thomas Rudhof-Seibert vom 19. August 2021 bei medico international<\/a>\u00a0samt dem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.medico.de\/jetzt-spenden?stichwort=16690\">Spendenstichwort: Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><strong>Hungerstreik aus Sorge. Afghanen haben Angst um ihre Angeh\u00f6rigen und fordern ihre Aufnahme in Berlin<br \/>\n<\/strong>\u201c\u00bb<em>Ich habe neun Jahre f\u00fcr die Bundeswehr in Afghanistan gearbeitet. Rettet meine Frau und meine Familie.\u00ab Dieser Appell steht auf den Schildern, die zwei in Afghanistan geborene M\u00e4nner, die schon l\u00e4nger in Deutschland leben, geschrieben haben. Der Adressat ihres Hilferufs sind Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) und sein Ministerium. Deshalb haben sie sich am Donnerstagvormittag mit den selbst gemalten Schildern in Sichtweite des Ausw\u00e4rtigen Amtes in Berlin-Mitte postiert. Mit dabei haben sie Dokumente, die beweisen sollen, dass ihre Angeh\u00f6rigen f\u00fcr die Nato und die Internationalen Truppen (ISAF) gearbeitet haben. Die Protestaktion sei spontan erfolgt, erz\u00e4hlen die beiden M\u00e4nner, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, dem \u00bbnd\u00ab. \u00bbWir sorgen uns um unsere Angeh\u00f6rigen und Freund*innen, die jetzt nicht wissen, was in der n\u00e4chsten Zukunft in Afghanistan mit ihnen geschieht\u00ab, sagt der eine. Noch habe man \u00fcber die sozialen Medien Kontakt. Doch auch da m\u00fcsse man vorsichtig sein. Ihre Angeh\u00f6rigen w\u00fcrden nie l\u00e4nger als eine Minute per Handy telefonieren, weil sie Angst h\u00e4tten, von den Taliban und ihrer Polizei geortet zu werden. Die Versprechungen der Taliban, dass den Menschen nichts passiert werde, halten die beiden M\u00e4nner f\u00fcr Propaganda. Alle afghanischen Unterst\u00fctzer*innen der Nato und der ISAF m\u00fcssen die M\u00f6glichkeit haben, per Luftbr\u00fccke das Land zu verlassen, lautet ihre Forderung<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1155756.afghanistan-hungerstreik-aus-sorge.html\">Artikel von Peter Nowak vom 19.08.2021 im ND online<\/a><\/li>\n<li><strong>[Demo in Berlin am 22.08.] Afghanistan: Verantwortung \u00fcbernehmen \u2013 Aufnahme jetzt!<br \/>\n<\/strong>\u201c\u2026\u00a0<em>Die jetzige Katastrophe war abzusehen und ist direktes Ergebnis von internationalen machtpolitischen Auseinandersetzungen. Jetzt \u00fcberrascht zu tun, ist besch\u00e4mend. Noch vor ein paar Monaten hie\u00df es von der Bundesregierung \u201cWir lassen niemanden zur\u00fcck\u201d: Anstatt aber gef\u00e4hrdete Menschen fr\u00fchzeitig zu evakuieren, wurden ein 20 Tonnen schwerer Gedenkstein und \u00fcber 20.000 Liter Bier, Wein und Sekt ausgeflogen. (\u2026) Alle Afghan*innen, die sich seit Jahren f\u00fcr ein friedliches und demokratisches Afghanistan\u00a0 einsetzen, sind in akuter Lebensgefahr. Deutschland tr\u00e4gt die Verantwortung, f\u00fcr den Schutz dieser Menschen und ihrer Angeh\u00f6rigen zu sorgen! Deshalb fordern wir: Die Bundesregierung muss die Luftbr\u00fccke zur Evakuierung mit aller Kraft aufrecht erhalten \u2013 und m\u00f6glichst viele Menschen aufnehmen. Innerhalb\u00a0 Afghanistans m\u00fcssen Fluchtwege zum Flughafen Kabul f\u00fcr gef\u00e4hrdete Personen geschaffen werden. Afghan:innen m\u00fcssen in Deutschland Fl\u00fcchtlingsschutz bekommen. Der Familiennachzug zu in Deutschland lebenden Afghan:innen muss unb\u00fcrokratisch und schnell erfolgen. Bundes- und Landesaufnahmeprogramme f\u00fcr Afghan:innen aus den Anrainerstaaten Afghanistans m\u00fcssen eingerichtet werden.\u00a0Politische Ver\u00e4nderungen schaffen wir nur durch den kollektiven Druck auf der Stra\u00dfe. Deswegen schlie\u00dft euch uns an: Schutz f\u00fcr Afghaninnen und Afghanen jetzt!<\/em>\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/seebruecke.org\/aktionen\/afghanistan-verantwortung-uebernehmen-aufnahme-jetzt\">Aufruf bei Seebr\u00fccke<\/a>\u00a0zur Demo am 22.08.2021 13:00 \u2014 16:00 Uhr im Berlin Regierungsviertel unterst\u00fctzt von: Seebr\u00fccke \/\/ Jugendliche Ohne Grenzen \/\/ Afghanisches Kommunikations- und Kulturzentrum (AKKZ) \/\/ Afrique Europe Interact \/\/ Adopt a Revolution \/\/ Fish in Water Films \/\/ Solidarisch geht anders! \/\/ Fl\u00fcchtlingsrat Bremen e.V. \/\/ Verein iranischer Fl\u00fcchtlinge in Berlin e.V. \/\/ Fl\u00fcchtlingsrat Berlin e.V. \/\/ PRO ASYL \u2013 und LabourNet<\/li>\n<li><strong>Rechtsbruch beenden! Erf\u00fcllung der menschenrechtlichen Verpflichtung gegen\u00fcber lokal Besch\u00e4ftigten, Familienangeh\u00f6rigen und Schutzsuchenden aus Afghanistan.\u00a0Aufnahme jetzt!<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Pro Asyl, Rechtsanw\u00e4lt*innen, Jurist*innenorganisation und nationale sowie europ\u00e4ische Anw\u00e4lt*innenorganisationen erkl\u00e4ren und fordern: Die zugespitzte Lage in Afghanistan wurde f\u00fcr den Fall des Abzugs der westlichen Streitkr\u00e4fte von Expert*innen einhellig vorhergesehen. (\u2026) Das BAMF, welches unter Fachaufsicht des Bundesinnenministeriums steht, reagiert auf die Entwicklung der letzten Wochen \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 mit dem bekannten Muster: Entscheidungsstopp. Das ist nicht nur zynisch, sondern rechtswidrig. (\u2026) Wir wenden uns gegen Lageberichte und eine Beh\u00f6rdenpraxis, die das Ausma\u00df des brutalen B\u00fcrgerkriegs und die daraus folgende humanit\u00e4re Katastrophe auch jetzt noch systematisch leugnet und die rechtlichen Verpflichtungen missachtet<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rav.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilung\/rechtsbruch-beenden-erfuellung-der-menschenrechtlichen-verpflichtung-gegenueber-lokal-beschaeftigten-familienangehoerigen-und-schutzsuchenden-aus-afghanistan-aufnahme-jetzt-799\">Gemeinsame Pressemitteilung vom 18.08.2021<\/a>\u00a0von RAV, DAV, EDA, Pro Asyl, VDJ, Rechtsberaterkonferenz der Wohlfahrtsverb\u00e4nde mit umfangreichen Forderungen<\/li>\n<li><strong>Luftbr\u00fccke jetzt! Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan!<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Seit letzter Woche waren die Taliban auf\u00a0 Vormarsch und haben mittlerweile Afghanistan komplett unter Kontrolle. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, Menschen jetzt sofort vor den brutalen Extremisten der Taliban zu retten \u2013 bevor es zu sp\u00e4t ist. Die deutsche Bundesregierung hat versagt, die Menschen vor den Taliban zu sch\u00fctzen. Afghanistan war und ist nicht sicher. Alle, die das Land verlassen m\u00f6chten, m\u00fcssen dies tun k\u00f6nnen. Es geht jetzt um Menschen und nicht um Papiere und Grenzen!\u00a0Deswegen ruft die Seebr\u00fccke zu Demonstrationen und Aktionen auf und appelliert an die deutsche Bundesregierung: Baut eine Luftbr\u00fccke \u2013 schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan! Noch vor ein paar Monaten hie\u00df es von der Bundesregierung: \u201cWir lassen niemanden zur\u00fcck\u201d. Jetzt sind alle Afghan*innen, die sich f\u00fcr ein friedliches und demokratisches Afghanistan eingesetzt haben, in akuter Lebensgefahr. Deutschland muss gef\u00e4hrdete Menschen sch\u00fctzen und sofort evakuieren. Deswegen fordern wir von der Bundesregierung: Sofortige Einrichtung einer Luftbr\u00fccke, um akut gef\u00e4hrdete Menschen und ihre Familien nach Deutschland zu holen; Schutz und Aufnahmeprogramme f\u00fcr alle Afghan*innen, die von den Taliban verfolgt werden; Direkte Aufnahme der Menschen aus Afghanistan durch die bereitstehenden L\u00e4nder und Kommunen in Deutschland erm\u00f6glichen; Die Einrichtung von\u00a0 sicheren Fluchtwegen f\u00fcr alle Menschen, die das Land verlassen wollen; Sicherheit und dauerhaftes Bleiberecht f\u00fcr afghanische Menschen, die in Deutschland leben und kommen werden. Deswegen gehen wir in ganz Deutschland und Europa auf die Stra\u00dfen und sagen laut und klar: Holt die Menschen raus, baut eine Luftbr\u00fccke nach Deutschland \u2013 sichere Fluchtwege f\u00fcr alle Menschen aus Afghanistan! Innerhalb k\u00fcrzester Zeit sind jetzt schon bereits fast 20 Aktionen der Seebr\u00fccke Lokalgruppen geplant \u2013 und es kommen immer mehr dazu<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/seebruecke.org\/aktuelles\/kampagnen\/fluchtwege-aus-afghanistan\">Aufruf und Demoliste bei Seebr\u00fccke<\/a>\u00a0und auf\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/_Seebruecke_\">deren Twitter-Kanal<\/a>, siehe auch\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.kabulluftbruecke.de\/\">https:\/\/www.kabulluftbruecke.de\/<\/a>\u00a0\u00a0und die <a href=\"https:\/\/www.afghanischer-frauenverein.de\/so-helfen-sie-uns\/#spenden\">Spendensammlung vom Afghanischen Frauenverein e.V.<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Sieg der Taliban und die neuen Priorit\u00e4ten des Westens: US- und Nato-Truppen verlassen Afghanistan \u2013 die Bilanz ihres Krieges ist verheerend<br \/>\n<\/strong><em>\u201cDie Niederlage des Westens ist so umfassend, dass sich die Taliban nicht einmal zum Schein an Friedensgespr\u00e4chen beteiligen m\u00fcssen. Die ausl\u00e4ndischen Streitkr\u00e4fte ziehen nun nahezu Hals \u00fcber Kopf ab\u00ab, schrieb Peter Carstens am 24. April in der FAZ. Die USA hatten die Taliban f\u00fcr diesen Tag zu einer Friedenskonferenz nach Istanbul eingeladen. Die Islamisten sahen daran keinen Sinn und lehnten eine Beteiligung ab. (\u2026) Den USA und ihren Nato-Verb\u00fcndeten ist es nicht gelungen, selbst unter Einsatz von bis zu 150.000 Soldaten, die Taliban zu besiegen. Der Krieg hat in seinen Hochzeiten, in den Jahren zwischen 2001 und 2014, jede Woche 1,5 Milliarden US-Dollar gekostet. Er war auf Dauer nicht mehr finanzierbar. Zwanzig Jahre Krieg haben zudem unvorstellbare Verheerungen angerichtet. Nach einem Bericht des Nachrichtensenders TOLO-TV vom 18. April sollen nach Z\u00e4hlungen der afghanischen und der US-Regierung sowie der UNO 160.000 Menschen seit 2001 ums Leben gekommen sein. Dar\u00fcber hinaus wurden laut FAZ \u00bb66.000 afghanische Sicherheitskr\u00e4fte, 4.000 internationale Soldaten und 80.000 Islamisten\u00ab get\u00f6tet. Hinzu kommt noch, dass durch die Zusammenarbeit und direkte Unterst\u00fctzung der Warlords durch die Nato-L\u00e4nder, Korruption, Vetternwirtschaft, ethnische Fragmentierung und so weiter besonders gut gedeihen konnten. Der gesamte Staatsapparat, sowohl die Judikative als auch die Exekutive, die Legislative wie auch die Sicherheitsorgane, sind durch und durch mit dem Virus der Korruption verseucht. Die Elite hat l\u00e4ngst ihre Dollars auf die Banken in Dubai transferiert und sitzt nun auf gepackten Koffern. Wer kann, verl\u00e4sst das Land. (\u2026) In Afghanistan ging es der US-Imperialmacht, ebensowenig wie ihren Verb\u00fcndeten, darunter Deutschland, von Anfang an weder um Frauen- noch um Menschenrechte. Auch Afghanistan selbst scherte sie nicht. Ihnen waren ihre strategischen Interessen in der Region, die Umzingelung der Russischen F\u00f6deration und ein Regimechange in Iran wichtig. Nun haben sich aber die Rahmenbedingungen ge\u00e4ndert und damit die Priorit\u00e4ten der US-Strategie. In absehbarer Zeit wird die VR China die USA \u00f6konomisch, aber auch milit\u00e4risch, wenn nicht \u00fcberholen, so doch mit ihr gleichziehen k\u00f6nnen. Ende 2017 wurde in der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA China als \u00bbstrategischer Rivale\u00ab eingestuft. Die USA werden versuchen, nun auch unter Pr\u00e4sident Biden China milit\u00e4risch zu umzingeln und den Aufstieg des Landes zur k\u00fcnftigen Weltmacht mindestens zu verz\u00f6gern\u2026\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.akweb.de\/politik\/afghanistan-taliban-in-kabul-die-verheerende-bilanz-des-nato-krieges\/\">Artikel von Matin Baraki vom 17. August 2021 aus \u2018analyse &amp; kritik\u2019 (ak) 673<\/a><\/li>\n<li><strong>So humanit\u00e4r endet die Intervention<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Priorit\u00e4ten beim R\u00fcckzug aus Kabul machen offensichtlich, was jeder ahnen konnte: Bei der Milit\u00e4rintervention ging es nie um die Rechte der Menschen in Afghanistan. Der Westen hat seine Verb\u00fcndeten verraten.<br \/>\nVerzweifelte Menschen klammern sich an Flugzeuge und Hubschrauber, werden in die Luft gerissen und fallen in den Tod: Die Geschehnisse am Flughafen von Kabul sind selbsterkl\u00e4rend, die Schande des Westens offensichtlich. Lokale Verb\u00fcndete sind den westlichen Regierungen und Milit\u00e4rs in diesem Moment vollkommen egal \u2013 es gilt auch heute, was die letzten Jahrzehnte immer galt: Menschliches Leben in Afghanistan ist f\u00fcr sie wertlos und entbehrlich. Wer unter diesen Umst\u00e4nden versucht, aus dem Land zu fliehen, tut dies nicht aus Kalk\u00fcl und nicht aus vielschichtigen Motiven: Die Ortskr\u00e4fte, die es jetzt nicht aus dem Land schaffen, erwarten Folter und Tod, weil ihre Assoziation mit den westlichen Besatzern entweder allgemein bekannt ist oder schnell auffliegen wird. Auch jene Menschen, die nicht aktiv mit dem Westen kooperiert, sondern sich lediglich offen dem Islamismus entgegengestellt haben, etwa Feministinnen, m\u00fcssen um ihr Leben f\u00fcrchten. Es gibt f\u00fcr sie kein Versteck und keine Anonymit\u00e4t. Wenn diesen politisch Verfolgten in Deutschland und Europa kein Recht auf Asyl gew\u00e4hrt wird, kann man sich das Feigenblatt des Asylrechts auch ganz sparen. Der Krieg in Afghanistan war von Anfang an ein Fehler, eine Intervention des Westens h\u00e4tte niemals stattfinden d\u00fcrfen. Doch ob der Krieg nun richtig oder falsch war, die moralische Schuld des Westens gegen\u00fcber seinen lokalen Verb\u00fcndeten besteht: Sie nun im Stich zu lassen, w\u00e4hrend Asylverfahren verschleppt, verhindert oder offen abgelehnt werden, ist jenseits jeder politischen Bewertung der Intervention menschlich widerw\u00e4rtig und verbrecherisch<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/so-humanitar-endet-die-intervention-afghanistan-kabul-flughafen-flucht\/\">Artikel von Alexander Brentler vom 17.08.2021 bei Jacobin.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Flucht aus Kabul und Deutschlands \u201eVerantwortung\u201c<br \/>\n<\/strong>\u201c\u2026\u00a0<em>Bei denjenigen, die nun teilweise mit Waffengewalt zugunsten des westlichen Botschaftspersonals davon abgehalten werden, Kabul in den Milit\u00e4rmaschinen der NATO-Staaten zu verlassen, d\u00fcrfte es sich also v.a. um Angeh\u00f6rige jener Zivilgesellschaft handeln, deren Aufbau v.a. in Deutschland immer wieder als gro\u00dfer Erfolg des NATO-Einsatzes hervorgehoben wurde. So sprach Winfried Nachtwei, entschiedener Bef\u00fcrworter der Afghanistan-Mission w\u00e4hrend der Regierungsbeteiligung der Gr\u00fcnen k\u00fcrzlich von \u201eeiner vitalen Zivilgesellschaft\u201c, die sich in den St\u00e4dten gebildet habe. Auch in den Debatten im Bundestag zur Verl\u00e4ngerung der Bundeswehr-Mandate wurde stets die Verantwortung f\u00fcr diese Zivilgesellschaft hervorgehoben, so etwa von Aydan \u00d6zo\u011fuz (SPD) in ihrem Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Mandatsverl\u00e4ngerung im Februar 2020: \u201eEs gibt unglaublich starke und mutige Frauen in Afghanistan, die jeder Unterdr\u00fcckung trotzen und trotz st\u00e4ndiger Drohung zu den Versammlungen gehen, um dort deutlich zu machen, dass ihnen ihre Rechte zustehen. Immer wieder bitten sie uns um Unterst\u00fctzung. Wir d\u00fcrfen sie hierbei nicht alleine lassen\u201c. Wie Deutschland nun mit dieser Verantwortung umgeht, zeigt sich am Flughafen von Kabul. Da war ihr Fraktions-Kollege Fritz Felgentreu (SPD) in seiner anschlie\u00dfenden Rede schon ehrlicher, als er die tats\u00e4chlichen Handlungsparameter des Bundeswehr-Einsatzes benannte: \u201eDer Grundsatz \u201aZusammen rein, zusammen raus\u2018 gilt, sowohl aus politischen wie aus milit\u00e4rischen Gr\u00fcnden und aus Gr\u00fcnden der Sicherheit\u201c. \u00dcberhaupt war in den letzten Jahren zu bemerken, dass der Begriff der \u201eVerantwortung\u201c in den Afghanistan-Debatten sich immer weiter weg von Afghanistan hin zu den NATO-Verb\u00fcndeten bewegte. (\u2026) Caritas International und allen anderen Hilfsorganisationen, die eine Distanz zur NATO wahren konnten und (auch deshalb) weiterhin in Afghanistan aktiv bleiben k\u00f6nnen, ist f\u00fcr die kommenden Monate und Jahre alles Gute und alle erdenkliche Unterst\u00fctzung zu w\u00fcnschen<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2021\/08\/16\/flucht-aus-kabul-und-deutschlands-verantwortung\/\">Artikel von Bernhard Klaus vom 16. August 2021<\/a>\u00a0als IMI-Standpunkt 2021\/045<\/li>\n<li><strong>Liveticker: Taliban beherrschen Afghanistan wieder \/ \u201cSchande \u00fcber die ganze Welt!\u201d<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Islamisten nehmen Pr\u00e4sidentenpalast in Kabul ein, Pr\u00e4sident Ghani flieht. Panik in westlichen Staaten und Notevakuierungen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Liveticker-Taliban-beherrschen-Afghanistan-wieder-6165782.html\">Liveticker der Redaktion Telepolis<\/a>, siehe auch die gute Berichterstattung (samt Videos) im\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/nothilfe\">Twitter-Kanal von medico international<\/a>\u00a0und hier einige Artikel dazu:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Afghanistan: \u201cSchande \u00fcber die ganze Welt!\u201d<br \/>\n<\/strong>\u201cAfghanistan ist wieder allein: W\u00e4hrend die Taliban das Land erobern, k\u00e4mpfen medicos Partnerorganisationen ums \u00dcberleben\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.medico.de\/blog\/schande-ueber-die-ganze-welt\">Artikel von Thomas Rudhof-Seibert vom 13. August 2021 bei medico international<\/a><\/li>\n<li><strong>Wie Dominosteine: Taliban nehmen Afghanistan ohne Gegenwehr ein<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Taliban versprechen eine friedliche \u00dcbernahme. Doch die Menschen in Afghanistan haben Angst. Und die Ver\u00e4nderungen lassen nicht auf sich warten. (\u2026) Ungl\u00e4ubig hatten die USA und andere westliche Staaten der raschen Abfolge der Ereignisse zugesehen, in der Provinzen und St\u00e4dte nacheinander wie Dominosteine fielen. Bis zum Sonntagmorgen lag die bange Frage in der Luft, ob die Taliban Kabul mit Gewalt einnehmen wollten. Blutige Stra\u00dfenk\u00e4mpfe in der Vier-Millionen-Stadt w\u00e4ren einer humanit\u00e4ren Katastrophe gleichgekommen. Afghanistans Pr\u00e4sident Ashraf Ghani hatte sich noch am Samstag trotz massiven Drucks geweigert, zur\u00fcckzutreten. Am Sonntag verlie\u00df er Medienberichten zufolge das Land. Dem 72-J\u00e4hrigen Ghani, der 2014 erstmals zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt wurde, war es nicht gelungen, seine Anti-Taliban-Koalition aus Milizenf\u00fchrern und anderen Regionalf\u00fcrsten zusammenzuhalten, in einem Land, in dem Stammeszugeh\u00f6rigkeiten und regionale Loyalit\u00e4ten die alles entscheidende Rolle spielen. Mit eigenwilligen Personalentscheidungen hatte Ghani zuletzt viel Sympathien verspielt. Hingegen konnten die Taliban, die selbst ebenfalls ein lockerer Zusammenschluss lokaler Kommandanten mit unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Interessen sind, ihre M\u00e4nner deutlich besser bei der Stange halten. Am Ende siegte der Opportunismus. Die afghanische Armee machte von Beginn der Taliban-Offensive an keinerlei Anstalten zur Gegenwehr. Die 300.000 Mann starke Truppe, die \u00fcber zwei Jahrzehnte mit Milliarden US-Dollar unterst\u00fctzt und ausgebildet wurde, ergab sich kampflos statt f\u00fcr die Regierung in Kabul zu streiten. F\u00fcr viele Soldaten ist die Regierung nur ein unbedeutendes Konstrukt fremder M\u00e4chte. Widerstand schworen alleine die alten Milizenf\u00fchrer, die noch in den 1980er und 1990er Jahren gegen die Taliban ins Feld gezogen waren. Doch auch diese Front br\u00f6ckelte rasch, als klar wurde, dass die Tage der Regierung in Kabul angesichts des fehlenden Kampfgeistes gez\u00e4hlt waren<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/08\/16\/wie-dominosteine-taliban-afghanistan-gegenwehr\/\">Artikel von Agnes Tandler vom 16.08.2021 beim Migazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Taliban in Kabul: Afghanistan \u2013 \u201eDas ist gescheitert\u201c<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Taliban haben offenbar die Macht in Afghanistan \u00fcbernommen. Am Sonntag drangen sie bis nach Kabul vor. Pr\u00e4sident Ghani hat Medienberichten zufolge das Land verlassen. Derweil harren afghanische Ortskr\u00e4fte weiter im Land aus. Maas verspricht Evakuierung. Es hagelt Kritik. Die Lage in Afghanistan spitzt sich immer weiter zu. W\u00e4hrend die Taliban am Sonntag bis nach Kabul vorr\u00fcckten, herrschte in der Bev\u00f6lkerung Panik. Pr\u00e4sident Aschraf Ghani soll angesichts der Situation Medienberichten zufolge das Land verlassen haben. In einer Erkl\u00e4rung versicherten die Taliban, ihre K\u00e4mpfer w\u00fcrden die Vier-Millionen-Metropole nicht mit Gewalt einnehmen und den Menschen eine Ausreise erm\u00f6glichen. (\u2026) Innerhalb k\u00fcrzester Zeit hatten die Taliban alle gro\u00dfen St\u00e4dte unter ihre Kontrolle gebracht, oftmals ohne Gegenwehr. Derzeit seien Verhandlungen \u00fcber einen friedlichen Machtwechsel im Gange, teilten die Aufst\u00e4ndischen in den sozialen Netzwerken mit. Sie kontrollieren inzwischen fast alle der 34 Provinzen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/08\/16\/taliban-in-kabul-afghanistan-das-ist-gescheitert\/\">Beitrag vom 16.08.2021 beim Migazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Afghanistan: Ende mit Schrecken nach 20 Jahren L\u00fcgen und Morden<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Kabul steht vor dem Fall. Der drohenden Gr\u00e4uel durch die Taliban hat die internationale Milit\u00e4rkoalition den Weg durch ihr brutales Besatzungsregime geebnet<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/afghanistan-ende-mit-schrecken-nach-20-jahren-luegen-und-morden\/\">Artikel von Marius Rautenberg vom 15.8.2021 bei Klasse gegen Klasse<\/a>\u00a0\u2013 ein guter R\u00fcckblick<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Der Zwanzigj\u00e4hrige Krieg: Die Bundeswehr hat Afghanistan verlassen. Kriegsbilanz: eine Viertelmillion Todesopfer, eine schwer gesch\u00e4digte Bev\u00f6lkerung, die Taliban rasant auf dem Vormarsch<br \/>\n<\/strong><em>\u201cDer zweitl\u00e4ngste und bislang blutigste Milit\u00e4reinsatz der Bundesrepublik Deutschland ist zu Ende. Nach einem knapp zwanzigj\u00e4hrigen Krieg trafen am gestrigen Mittwoch die letzten Soldaten der Bundeswehr, die in der Nacht zuvor Afghanistan verlassen hatten, auf dem Luftwaffenst\u00fctzpunkt Wunstorf nahe Hannover ein. In den K\u00e4mpfen am Hindukusch sind dem \u201cCosts of War Project\u201d an der US-Elitehochschule Brown University zufolge ungef\u00e4hr eine Viertelmillion Menschen ums Leben gekommen; hinzu kommt eine unbekannte Zahl von Opfern, die an direkten Kriegsfolgen verstarben. Fast sieben Millionen Afghanen sind auf der Flucht; zahllose Menschen sind verletzt oder verst\u00fcmmelt, darunter Zehntausende Kinder. Allein die US-Aufwendungen f\u00fcr das Gemetzel belaufen sich auf mehr als 2,2 Billionen US-Dollar; die Bundesregierung gibt die Ausgaben f\u00fcr den Bundeswehreinsatz mit 12,2 Milliarden Euro an. (\u2026) Die volumin\u00f6sen Finanzmittel \u2013 zu den US-amerikanischen und den deutschen Betr\u00e4gen kommen diejenigen diverser weiterer westlicher M\u00e4chte sowie ihrer Verb\u00fcndeten hinzu \u2013 sind in einen Krieg geflossen, der nicht zur zahllose Menschenleben gekostet, kaum bezifferbare soziale Sch\u00e4den und immense materielle Zerst\u00f6rung verursacht hat, sondern der zudem de facto verloren, also sogar nach den Ma\u00dfst\u00e4ben der kriegf\u00fchrenden Staaten erfolg- und damit sinnlos gewesen ist. Dies belegt, dass inzwischen sogar der rangh\u00f6chste Kommandeur der abziehenden US-Truppen, General Austin \u201cScott\u201d Miller, einen rasanten Vormarsch der Taliban einr\u00e4umt. Laut Sch\u00e4tzungen von Experten kontrollieren die Taliban mittlerweile rund 140 der insgesamt 370 Distrikte des Landes und verf\u00fcgen in 170 weiteren \u00fcber signifikanten Einfluss. \u201cFast t\u00e4glich\u201d, hei\u00dft es, \u201cfallen mehr Distrikte an die Taliban, entweder in gewaltsamen Zusammenst\u00f6\u00dfen oder durch friedliche Kapitulation.\u201d[8] Miller spricht von einer \u201clandesweiten Offensive\u201d, die eine Entwicklung wie diejenige in den 1990er Jahren nach dem Abzug der sowjetischen Armee bef\u00fcrchten lasse. Nach Lage der Dinge k\u00e4men dann in absehbarer Zeit die Taliban in Kabul an die Macht. Damit w\u00e4re im Wesentlichen der Zustand des Landes unmittelbar vor Beginn des Krieges im Jahr 2001 erreicht.\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8645\/\">Bericht vom 1. Juli 2021 von und bei German-Foreign-Policy.com<\/a><\/li>\n<li><strong>Pro Asyl: Afghanische Ortskr\u00e4fte jetzt ausfliegen!<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 Angesichts des heute erfolgten, vollst\u00e4ndigen Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan fordert PRO ASYL die Verteidigungsministerin auf, \u201eoffenzulegen, wie und auf welchem Wege die bedrohten Ortskr\u00e4fte gerettet werden\u201c. G\u00fcnter Burkhardt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von PRO ASYL, kommentiert: \u201eSie brauchen Schutz, sie m\u00fcssen ausgeflogen werden.\u201c Allein zu verk\u00fcnden, Deutschland trage eine Verantwortung f\u00fcr die Ortskr\u00e4fte, reicht nicht aus. Noch immer ist f\u00fcr die Betroffenen unklar, an wen sie sich wenden k\u00f6nnen und wie die Bundesregierung sie bei der Ausreise unterst\u00fctzt. Eine solche Rettungsma\u00dfnahme kann nicht mit einem b\u00fcrokratisierten Antragsverfahren erfolgen. Wenn die Bundesregierung den Vorwurf entkr\u00e4ften will, Deutschland lasse die Ortskr\u00e4fte im Stich, muss sie dringend daf\u00fcr sorgen, dass das weitere Vorgehen transparent wird und die Ausreise schnell m\u00f6glich ist. \u201eEs ist mehr als irritierend, dass die Bundeswehr rund 22 000 Liter Bier, Wein und Sekt ausgeflogen hat, aber viele Menschen, die f\u00fcr Deutschland gearbeitet haben, zur\u00fcckgelassen werden\u201c, sagt Burkhardt. PRO ASYL ist in gro\u00dfer Sorge, dass auch der Familiennachzug von Afghanistan zu in Deutschland lebenden Schutzberechtigten vollst\u00e4ndig zum Erliegen kommt. Denn die Visa-Abteilung der Deutschen Botschaft in Kabul hat geschlossen, Visaantr\u00e4ge auf Familiennachzug m\u00fcssen in Islamabad oder Neu-Delhi gestellt werden, was zeitnah nicht m\u00f6glich ist. Auch hier m\u00fcssen unb\u00fcrokratische L\u00f6sungen gefunden werden. Angesichts der sich zuspitzenden Lage in Afghanistan fordert PRO ASYL die Bundesl\u00e4nder zudem auf, eigenst\u00e4ndig einen Abschiebestopp f\u00fcr drei Monate zu erlassen. \u201eNiemand darf jetzt abgeschoben werden. Die Abschiebefl\u00fcge m\u00fcssen eingestellt werden\u201c, erkl\u00e4rt Burkhardt. In dieser Zeit muss das Ausw\u00e4rtige Amt einen aktuellen Lagebericht zu Afghanistan erstellen, auf dessen Grundlage Gerichte und das Bundesamt f\u00fcr Migration die Situation angemessen einsch\u00e4tzen und beurteilen k\u00f6nnen.\u201d<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/pressemitteilung\/afghanische-ortskraefte-jetzt-ausfliegen\/\">Pressemitteilung vom 30. Juni 2021 von und bei Pro Asyl<\/a><\/li>\n<li><strong>Kapitulation am Hindukusch<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Merkw\u00fcrdig still und gelassen wurde die Nachricht in der westlichen \u00d6ffentlichkeit aufgenommen: Bis zum 11. September sollen alle US-amerikanischen Truppen aus Afghanistan abgezogen werden. Die verb\u00fcndeten NATO-Soldaten verschwinden ebenfalls, sie w\u00e4ren ohne die Amerikaner ohnehin wehrlos. (\u2026) Erinnert sich noch jemand daran, wie unerm\u00fcdlich uns in den vergangenen zwanzig Jahren von unseren Regierungen erkl\u00e4rt wurde, der Milit\u00e4reinsatz in Afghanistan sei notwendig und erfolgreich? Auch Deutschland werde am Hindukusch verteidigt? Urspr\u00fcnglich aus dem Rachebed\u00fcrfnis der USA nach den Anschl\u00e4gen von 2001 hervorgegangen, \u00fcberdauerte die Besetzung Afghanistans auch die T\u00f6tung des Terroristenf\u00fchrers Osama bin Laden in Pakistan, der doch urspr\u00fcnglich als Grund f\u00fcr den Einmarsch angef\u00fchrt worden war. Alle wissen es und murmeln es auf Anfrage auch kleinlaut: Der Krieg in Afghanistan war ein katastrophaler Fehlschlag, nur im Ausma\u00df verschieden von der Niederlage der USA in Vietnam. (\u2026) Es ist unm\u00f6glich, in einem Land zwangsweise die Demokratie einzuf\u00fchren, in dem es noch nicht einmal eine b\u00fcrgerliche Gesellschaft gibt. War diese deprimierende Einsicht das Blut wert, das vergossen worden ist? Das Schicksal von Afghanistan ist eine Trag\u00f6die. Und Deutschland tr\u00e4gt munter dazu bei, die Zahl ihrer Opfer noch zu erh\u00f6hen. Beherzt schieben die deutschen Beh\u00f6rden auch w\u00e4hrend der Corona-Pandemie weiterhin Afghanen in eine Zukunft ab, die nun immerhin nicht mehr ungewiss ist, sondern ganz sicher aus Krieg und Tod bestehen wird. Ein Ende dieser Praxis ist nicht in Sicht, die Politikerinnen und Politiker haben zu gro\u00dfe Angst vorm deutschen Volkszorn<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/mission-lifeline.de\/kapitulation-am-hindukusch\/\">Kolumne von Michael Bittner vom 04. Mai 2021 bei Mission Lifeline<\/a><\/li>\n<li>Siehe auch:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/kriege\/afghanistan-kriege\/kein-ende-in-sicht-die-maer-vom-abzug-aus-afghanistan\/?cat=8140\">Kein Ende in Sicht. Die M\u00e4r vom Abzug aus Afghanistan<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/asyl\/asylrecht\/abzug-aus-afghanistan-die-nato-beendet-ihren-20-jaehrigen-krieg-am-hindukusch-und-laesst-ihr-einsatzgebiet-in-katastrophalem-zustand-zurueck\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 6. Oktober 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cBegleitet von neuen Schutzma\u00dfnahmen und von ernsten transatlantischen Differenzen hat der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan begonnen. 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