{"id":10262,"date":"2021-10-27T10:47:56","date_gmt":"2021-10-27T08:47:56","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10262"},"modified":"2021-10-27T10:47:58","modified_gmt":"2021-10-27T08:47:58","slug":"stalingrad-von-wassili-grossman-ein-sowjetisches-meisterwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10262","title":{"rendered":"\u00abStalingrad\u00bb von Wassili Grossman: Ein sowjetisches Meisterwerk"},"content":{"rendered":"<p><em>Clara Weiss. <\/em><strong>Am 1. November erscheint erstmals auf Deutsch Wassili Grossmans Roman\u00a0<em>Stalingrad\u00a0<\/em>als vollst\u00e4ndige rekonstruierte Urfassung \u2013 fast sieben Jahrzehnte nach seinem ersten Erscheinen auf Russisch im Jahr 1952 unter dem Titel\u00a0<em>\u0417\u0430 \u043f\u0440\u0430\u0432\u043e\u0435 \u0434\u0435\u043b\u043e<\/em>\u00a0(deutsch:\u00a0<em>F\u00fcr die gerechte Sache)<\/em>. Jene erste, stark zensierte Fassung war 1958 im Berliner Dietz Verlag unter dem Titel\u00a0<em>Wende an der Wolga<\/em>\u00a0auf Deutsch erschienen.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Das Buch kommt zur rechten Zeit. Gerade erst hat der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/10\/14\/mili-o14.html\">Fackelzug<\/a>\u00a0vor dem Berliner Reichstagsgeb\u00e4ude zur Feier f\u00fcr die Afghanistan-Soldaten d\u00fcstere Erinnerungen an jene Zeit vor 80 Jahren geweckt, als die Nazi-Truppen die Sowjetunion \u00fcberfielen. Die R\u00fcckkehr der milit\u00e4rischen Gro\u00dfmachtpolitik Deutschlands, f\u00fcr die heute alle offiziellen Parteien die Trommel r\u00fchren, macht\u00a0<em>Stalingrad<\/em>\u00a0h\u00f6chst aktuell.<\/p>\n<p>Das \u00fcber tausend Seiten starke Werk ist die Vorgeschichte zu Grossmans weltbekanntem Roman\u00a0<em>Leben und Schicksal\u00a0<\/em>(1959) und erz\u00e4hlt die Schlacht um Stalingrad 1942\/43 von seinem Ausgangspunkt an, dem \u00dcberfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Der Autor hatte beide B\u00fccher als zwei Teile eines Gesamtwerks verstanden.<\/p>\n<p>Allerdings, wie der Historiker Jochen Hellbeck in seinem exzellenten Vorwort f\u00fcr die deutsche Ausgabe, \u201eDas Feuer von Stalingrad\u201c, aufzeigt, wurde der erste Teil nicht nur von den stalinistischen Zensoren verst\u00fcmmelt, sondern gleichzeitig auch im Westen ausgeblendet. Dies, so Hellbeck, liege an den \u201eSchablonen aus der Zeit des Kalten Kriegs\u201c, wonach nur Werke von Dissidenten als gro\u00dfe Literatur gelten durften.<\/p>\n<p>Als Wortf\u00fchrer gegen Grossmans Werk trat Alexander Solschenizyn auf, der\u00a0<em>Leben und Schicksal<\/em>, das ebenfalls lange Zeit blockiert wurde und erst 1984 auf Deutsch erschien, als r\u00fcckgratloses Auftragswerk beschimpfte. Er sprach der sowjetischen Bev\u00f6lkerung bei ihrem Kampf um Stalingrad jegliche Identifizierung mit den Idealen der Oktoberrevolution ab.<\/p>\n<p>Doch genau das steht im Mittelpunkt von Grossmans epischem Roman. Er erweckt in faszinierender Weise die vielen Menschen zum Leben, die in diesem Krieg zu den gr\u00f6\u00dften Opfern bereit waren, weil sie trotz Stalins Terrorregime den sowjetischen Staat als ihre eigene Errungenschaft betrachteten. Oder, wie es Hellbeck formuliert, Grossmans Bestreben galt vor allem \u201eden zigtausend namenlosen Menschen, die die Last des Krieges willentlich trugen, im Bewusstsein, \u201af\u00fcr die gerechte Sache\u2018 zu handeln\u201c. (S. 11)<\/p>\n<p>Die nun vorliegende, unzensierte Ausgabe unter dem von Grossman selbst gew\u00fcnschten Titel\u00a0<em>Stalingrad<\/em>, die der Claassen-Verlag herausgebracht hat, folgt der Ver\u00f6ffentlichung auf Englisch im Jahr 2019. Das editorische Nachwort von Robert Chandler und die ausf\u00fchrlichen Anmerkungen wurden aus dem Englischen \u00fcbersetzt, Nachfolgend ver\u00f6ffentlichen wir eine Besprechung der englischen Ausgabe, die am 2. Juli 2021 auf der WSWS erschienen ist.<\/p>\n<p>****************<\/p>\n<p>2019 erschien Wassili Grossmans Roman\u00a0<em>Stalingrad<\/em>\u00a0zum ersten Mal in einer vollst\u00e4ndigen englischen \u00dcbersetzung, fast sieben Jahrzehnte nach seiner Erstver\u00f6ffentlichung im Jahr 1952. Das Werk ist die Vorgeschichte zu Grossmans bekanntem Roman\u00a0<em>Leben und Schicksal<\/em>\u00a0(1959). Der Autor hat die beiden Romane als ein einheitliches Ganzes konzipiert. Die Ver\u00f6ffentlichung dieses Meisterwerks ist ein kulturelles Ereignis von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p>Der Roman beginnt mit einem Treffen zwischen den faschistischen Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini am 29. April 1942, bei dem sie \u00fcber den Fortschritt des Krieges sprechen. Weniger als ein Jahr zuvor hatten die Nazis die Sowjetunion \u00fcberfallen und den blutigsten Konflikt der Menschheitsgeschichte eingeleitet. Als im Jahr 1945 der Krieg zu Ende ging, waren mindestens 27 Millionen Sowjetb\u00fcrger, darunter 1,5 Millionen sowjetischer Juden, nicht mehr am Leben. Trotz der stalinistischen Degeneration der Sowjetunion und des Gro\u00dfen Terrors der Jahre 1936-38, erhoben sich die Massen zur Verteidigung der Errungenschaften der Oktoberrevolution gegen die faschistischen Invasoren.<\/p>\n<p>Der Geist, der die Rote Armee in ihren Anfangsjahren beseelte, nachdem sie von Leo Trotzki und den Bolschewiki zur Verteidigung der Revolution geschaffen worden war, lebte in hohem Ma\u00dfe wieder auf. Es ist gerade dieser Geist, der Grossmans Roman durchdringt.<\/p>\n<p>Die Handlung von\u00a0<em>Stalingrad<\/em>\u00a0ist zu komplex, um vollst\u00e4ndig wiedergegeben zu werden. Viele der handelnden Figuren, insbesondere der Physiker Viktor Strum und die Familie Schaposchnikow, werden den Lesern von\u00a0<em>Leben und Schicksal<\/em>\u00a0vertraut sein. Grossman entfaltet ein gesellschaftliches Panorama der sowjetischen Bev\u00f6lkerung im Krieg. Er portr\u00e4tiert Teile der technischen Intelligenzija; Bergarbeiter in Sibirien, die in der Kriegsproduktion arbeiten; Kinder, die der Krieg zu Waisen machte; historische Pers\u00f6nlichkeiten wie General Andrej Jerjomenko; doch vor allen Dingen sowjetische Zivilisten und Soldaten, Angeh\u00f6rige der Arbeiterklasse und der Bauernschaft in Stalingrad.<\/p>\n<p>Der letzte Teil des Werks konzentriert sich ganz auf den Angriff der Nazis auf Stalingrad, ein lebenswichtiges Industrie- und Transportzentrum im S\u00fcden Russlands, und die sowjetische Verteidigung der Stadt in den ersten beiden Septemberwochen 1942. Es war die Schlacht um Stalingrad (vom 23. August 1942 bis zum 2. Februar 1943), auf dem Westufer der Wolga, im \u201eHerzen Russlands\u201c, die tats\u00e4chlich den Ausgang des Krieges entscheiden half und das Schicksal des Dritten Reiches der Nationalsozialisten besiegelte. Und jeder hatte dies damals, von Moskau bis Berlin, von London bis Washington, sofort verstanden.<\/p>\n<p>Die Rote Armee wurde vom Einmarsch der Nazis vollkommen \u00fcberrumpelt, was vor allem auf den verbrecherischen Hitler-Stalin-Pakt von 1939 und die Enthauptung der Armeef\u00fchrung durch Stalins Gro\u00dfen Terror zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Sie war gezwungen, sich bis zum Herbst 1942 tief in das Landesinnere Sowjetrusslands zur\u00fcckzuziehen. Millionen Menschen kostete dies das Leben. Indessen konnte die Sowjetunion im Verlaufe dieses Jahres immense wirtschaftliche Ressourcen f\u00fcr die Kriegsf\u00fchrung mobilisieren. Sie erreichte dies haupts\u00e4chlich durch das Planungsprinzip der Wirtschaft, das trotz b\u00fcrokratischer Einschr\u00e4nkungen und Verzerrungen existierte, und die enormen Opfer, die die sowjetische Bev\u00f6lkerung leistete.<\/p>\n<p><strong>Die Schlacht von Stalingrad<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die Wehrmacht der Roten Armee anfangs zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegen war, konnte letztere Stalingrad verteidigen und schlie\u00dflich in die Offensive gehen. Anfang Februar 1943 war die 6. Armee von General Friedrich Paulus vernichtet, die erste gro\u00dfe milit\u00e4rische Niederlage, die die Nazis im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges erlitten hatten. \u201eSollte die russische Revolution (&#8230;) gezwungen sein ihre Str\u00f6mung in den Kanal eines Krieges zu lenken, so wird sie eine ungeheuere, alles \u00fcberw\u00e4ltigende Kraft entfalten\u201c, hatte Leo Trotzki im Jahr 1934 vorhergesagt. (Trotzki, Schriften, Band 1.1, Hamburg, 1988, S. 536)<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10263\" width=\"633\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross1.jpg 480w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross1-300x227.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 633px) 100vw, 633px\" \/><\/a><figcaption><em>Der deutsche Vormarsch 1942<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p>Das Blatt hatte sich gewendet und damit die Moral der Bev\u00f6lkerung in der Sowjetunion und in den von den Nazis besetzten Gebieten Europas erheblich gesteigert. Die Schlacht befeuerte auch den Widerstand gegen die Nazis in Deutschland selbst, darunter von der Gruppe \u201eWei\u00dfe Rose\u201d von Sophie und Hans Scholl.<\/p>\n<p>Das schiere Ausma\u00df und die Brutalit\u00e4t der Schlacht \u2013 der gr\u00f6\u00dften des Zweiten Weltkriegs und der gesamten Menschheitsgeschichte \u2013 sind immer noch kaum zu begreifen. Weit \u00fcber eine Million M\u00e4nner waren auf beiden Seiten in die Schlacht verwickelt, und die Mehrheit von ihnen \u00fcberlebte sie nicht. Auf sowjetischer Seite beziffern konservative Sch\u00e4tzungen die milit\u00e4rischen Verluste auf 479.000 Tote, doch es k\u00f6nnten doppelt so viele sein. Die Wehrmacht verlor sch\u00e4tzungsweise 295.000 Mann.<\/p>\n<p>Grossmans Beschreibung der albtraumhaften Bombardierung, mit der die gesamte Stadt in Brand gesetzt wurde, hinterl\u00e4sst einen tiefen Eindruck. Mindestens 40.000 Menschen, wird angenommen, starben innerhalb von drei Tagen. Er beschreibt ausf\u00fchrlich die Anstrengungen versprengter sowjetischer Soldaten der 308. Sch\u00fctzendivision, unter ohrenbet\u00e4ubendem Beschuss durch die Wehrmacht Teile der Stadt zu halten, bis die Abl\u00f6sung kommt. In praktisch jedem einzelnen Fall bezahlen sie dies mit ihrem eigenen Leben. Aus gutem Grund haben sich diese h\u00f6llischen Erfahrungen tief in das Bewusstsein der Bev\u00f6lkerung der fr\u00fcheren Sowjetunion eingebrannt.<\/p>\n<p>Szenen schrecklicher Gewalt wechseln sich ab mit Szenen, die humorvoll, poetisch und z\u00e4rtlich sind. Seine Darstellungen der vielen Menschen, die wissend ihrem eigenen Tod entgegengehen, um die Sowjetunion zu verteidigen, sind herausragend. Grossman hat ein sicheres Gesp\u00fcr f\u00fcr die Komplexit\u00e4t der menschlichen Psychologie vor dem Hintergrund dieser enormen historischen Ersch\u00fctterungen und der sie begleitenden Massenvernichtung. In einer Szene erh\u00e4lt Lena Gnatjuk, eine junge Krankenschwester der Roten Armee, in einem der letzten Augenblicke ihres Lebens, ein amerikanisches Hilfspaket.<\/p>\n<p><em>Sie [Lena] l\u00f6ste die Schnur und begann, das Papier abzuwickeln. Das Papier raschelte und widersetzte sich, bis das Paket schlie\u00dflich offen dalag. Das M\u00e4dchen ging in die Hocke, damit all die kleinen und gr\u00f6\u00dferen Dinge nicht herunterfielen, und nahm den Inhalt in Augenschein. Was gab es da nicht alles! Ein Wollj\u00e4ckchen mit sch\u00f6nem buntem Muster in Gr\u00fcn, Blau und Rot; einen flauschigen Bademantel mit Kapuze, zwei Paar Spitzenh\u00f6schen und Hemdchen mit B\u00e4ndern, drei Paar Seidenstr\u00fcmpfe; winzige mit Spitze ges\u00e4umte Taschent\u00fccher; ein wei\u00dfes Kleid aus edlem Batist mit Biesen, eine Dose mit duftender Creme, ein Fl\u00e4schchen Parf\u00fcm, das mit einem breiten Band umwickelt war.<\/em><\/p>\n<p><em>Das M\u00e4dchen schaute von unten auf die beiden Kommandeure, mit einem Blick voller Weiblichkeit und innerer Grazie, und es schien, als h\u00e4tte sich pl\u00f6tzliche Stille \u00fcber den Bahnhof gesenkt, damit ihr Gesicht diesen Ausdruck ungetr\u00fcbt bewahren konnte. Dieser Blick vereinte die Trauer \u00fcber die ihr vom Schicksal vorenthaltene Mutterschaft, die Ahnung ihres harten Loses \u2013 und den Stolz darauf.<\/em><\/p>\n<p><em>Da stand sie, in den gro\u00dfen Soldatenstiefeln, in Hosen und Feldbluse, aber auf seltsame, erstaunliche Weise wirkte Jelena Gnatjuk vielleicht niemals anmutiger und fraulicher als in diesem Augenblick, da sie auf diese sch\u00f6nen h\u00fcbschen Dinge verzichtete. \u201eWas soll ich damit?\u201c, fragte sie. \u201eDas nehm ich nicht, das brauch ich jetzt nicht.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Und die M\u00e4nner wurden verlegen, sie begriffen, was das M\u00e4dchen, das sich so unbeholfen, h\u00e4sslich und stolz vorkam, in diesen Minuten f\u00fchlte. (S. 1110\/11)<\/em><\/p>\n<p>Einige Stunden sp\u00e4ter werden alle diese Menschen tot sein.<\/p>\n<p>Wichtig sind auch die Szenen mit den deutschen Truppen. Grossman zeichnet ein scharfes und vernichtendes Portr\u00e4t eines karrieristischen Wehrmachtssoldaten, von Stumpfe, einem Vertreter des deutschen Kleinb\u00fcrgertums, der seine eigene Familie innig liebt, sich aber an gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffen und Auspl\u00fcnderungen der sowjetischen Bev\u00f6lkerung beteiligt. Er denunziert Hitler-kritische Kameraden beim Gestapo-Beauftragten seiner Einheit und bem\u00fcht sich um seine \u201eBef\u00f6rderung\u201c: Er will in einer \u201eTodesfabrik\u201c f\u00fcr die Juden im besetzten Polen eingesetzt werden, wo er sich mehr Gelegenheiten zur Selbstbereicherung erhofft.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10266\" width=\"639\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross2.jpg 477w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross2-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><figcaption><em>K\u00e4mpfe in Stalingrads Industrieviertel, Oktober 1942 (Foto: Georgy Samsonov)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p>Schmidt hingegen ist ein ehemaliger Gewerkschafter, der mit dem revolution\u00e4ren Sozialistenf\u00fchrer Karl Liebknecht zusammengearbeitet hat. Dem Spott und den Dem\u00fctigungen, denen er von Stumpfe und anderen ausgesetzt ist, steht er gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber. Er verabscheut den Krieg und das Naziregime, wei\u00df aber nicht, wie er sich mit gleichgesinnten Soldaten zusammenschlie\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Grossman wies eindeutig die stalinistische L\u00fcge zur\u00fcck, das gesamte deutsche Volk sei Hitler freiwillig gefolgt (die Theorie der \u201eKollektivschuld\u201c), eine L\u00fcge, die insbesondere w\u00e4hrend des Krieges verbreitet wurde, um die eigene Verantwortung der Stalinisten f\u00fcr die Katastrophe der Macht\u00fcbernahme Hitlers 1933 zu vertuschen.<\/p>\n<p>Grossmans zeichnet seine Figuren scharfsinnig und bisweilen bissig, aber nie verurteilend. Seine Schilderung ist von einer tief empfundenen Anteilnahme f\u00fcr das Leiden und die traumatischen Erlebnisse durchdrungen, die die sowjetische Gesellschaft durchgemacht hat \u2013 nicht allein in dem blutigen Krieg, sondern auch im stalinistischen Gro\u00dfen Terror der 1930er Jahre.<\/p>\n<p>Zudem hat der Autor verstanden, dass inmitten dieser Katastrophen das Leben der Menschen weiterging. Sie zogen ihre Kinder gro\u00df, kn\u00fcpften Beziehungen an, hielten sie aufrecht oder beendeten sie wieder, handelten manchmal kleinlich und verachtenswert oder trivial, aber oft auch bewunderungsw\u00fcrdig und edel. Er isoliert niemals das Individuum von der Gesellschaft und dem historischen Prozess, sondern zeigt die tiefe, komplexe und nicht immer direkte Wechselbeziehung zwischen entscheidenden gesellschaftlichen und politischen Ereignissen dieser Zeit und dem pers\u00f6nlichen Leben von Individuen.<\/p>\n<p>Die Charaktere von Krymow und Schenja Schaposchnikowa, seiner jungen, sch\u00f6nen ehemaligen Ehefrau, geh\u00f6ren in dieser Hinsicht vielleicht zu den vielschichtigsten und wichtigsten. Krymow ist ein \u00fcberzeugter Stalinist, allerdings auch der Revolution ergeben. Als ehemaliger Funktion\u00e4r in der Kommunistischen Internationale verlor er viele seiner Freunde und Genossen in den S\u00e4uberungen der Jahre 1936-38. Krymow selbst hat diese nur knapp \u00fcberlebt, doch sein Glaube an Stalin blieb unersch\u00fcttert. Schenja hatte ihn w\u00e4hrend des Terrors verlassen, nicht aus Sorge um ihr eigenes Schicksal oder aus Entt\u00e4uschung \u00fcber die niedergehende Karriere ihres Mannes, sondern, weil sie ihn einfach nicht mehr liebte.<\/p>\n<p>Mit&nbsp;<em>Stalingrad<\/em>&nbsp;(und&nbsp;<em>Leben und Schicksal<\/em>) wollte Grossman zweifellos eine Version von Tolstois&nbsp;<em>Krieg und Frieden<\/em>&nbsp;f\u00fcr das zwanzigste Jahrhundert erschaffen. Anders aber als Tolstoi in seinem monumentalen Epos \u00fcber die Napoleonischen Kriege zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, macht der sowjetische Autor nicht den Adel oder seine zeitgen\u00f6ssische Entsprechung und auch nicht die Gener\u00e4le zu seinen Protagonisten. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Bev\u00f6lkerung als Gesamtheit, mit all ihren sozialen, politischen und psychologischen Widerspr\u00fcchen, ihren unterschiedlichen Schichten und zahllosen charakterlichen und pers\u00f6nlichen Schattierungen.<\/p>\n<p>Grossman verstand sehr gut, dass die Massen der Menschheit die Geschichte machen und dass, obwohl auch nationale Bedingungen eine Rolle spielten, die Ideale der Oktoberrevolution von 1917 \u2013 soziale Gleichheit und Freiheit von Unterdr\u00fcckung jeglicher Art \u2013 die heldenhaften Anstrengungen der sowjetischen Massen im Widerstand gegen die Nazis anspornten. Zweifellos betrachtete er sein Werk als eine Hommage an ihr Heldentum und ihre Opfer. In der Tradition der russischen sozialistischen Intelligenzija sah Grossman die Aufgabe der Kunst darin, schonungslos ehrlich zu sein sowie dem Volk und dem gesellschaftlichen Fortschritt zu dienen.<\/p>\n<p><strong>Grossmans Kampf mit der Zensur<\/strong><\/p>\n<p>Seinen Roman, den er 1943 begonnen hatte, stellte er 1949 fertig. Sein tiefes Verst\u00e4ndnis des Krieges wurzelte in seinen eigenen Erfahrungen. Als Journalist f\u00fcr die&nbsp;<em>Krasnaja Swesda<\/em>&nbsp;(Roter Stern), einer offiziellen Armeezeitung, begleitete er die Rote Armee bei vielen der wichtigsten Schlachten des Krieges.<\/p>\n<p>Er war Augenzeuge bei der Schlacht um Stalingrad von September 1942 bis Januar 1943 und bei der Befreiung der Ukraine, Teilen Polens und Deutschlands durch die Sowjetunion. Er sprach jahrelang mit Soldaten in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben und schrieb \u00fcber ihr Leben, ihre Erfahrungen und \u00fcber das, was er \u201edie unbarmherzige Wahrheit des Krieges\u201c nannte. Seine Artikel erschienen oftmals nur unter strenger Zensur. Sein Mut an der Front, f\u00fcr den er bekannt war, seine Ehrlichkeit und Liebe zum Detail, mit denen er die Erfahrungen der sowjetischen Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend des Krieges vermittelte, machten ihn zu einer der beliebtesten und geachtetsten Pers\u00f6nlichkeiten in der UdSSR, insbesondere in der Roten Armee.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"425\" height=\"582\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10268\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross3.jpg 425w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross3-219x300.jpg 219w\" sizes=\"auto, (max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><\/a><figcaption><strong><em>Wassili Grossman in Stalingrad 1942<\/em><\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p>Grossman war auch Autor einiger der ersten Berichte \u00fcber den V\u00f6lkermord der Nazis am europ\u00e4ischen Judentum. Er wurde 1905, dem Jahr der ersten Russischen Revolution, in dem kleinen ukrainischen Schtetl Berdytschiw geboren. In den ersten Monaten des Zweiten Weltkriegs ermordete eine SS-Einsatzgruppe in einem Massaker die gesamte j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung der Stadt, \u00fcber 30.000 Menschen, darunter auch Grossmans Mutter.<\/p>\n<p>Grossmans Bericht \u00fcber Treblinka, eines der sechs Todeslager im von den Nazis besetzten Polen, diente sp\u00e4ter als Beweismittel bei den N\u00fcrnberger Kriegsverbrecherprozessen. Zusammen mit Ilja Ehrenburg verfasste er das\u00a0<em>Schwarzbuch des sowjetischen Judentums<\/em>\u00a0(1944), eine umfassende Dokumentation des Holocausts in der Sowjetunion.<\/p>\n<p>Der Holocaust ist auch in\u00a0<em>Stalingrad<\/em>\u00a0pr\u00e4sent, vor allem durch die Figur von Viktor Strum, dessen Mutter, ebenso wie die von Grossman, in einem Massaker in der Ukraine ermordet wird. Tats\u00e4chlich war die Figur Strums einer der Streitpunkte mit der Zensur. Im Jahr 1949, als Grossman seinen Roman vollendete, lie\u00df Stalin antisemitische S\u00e4uberungen in Teilen der Intelligenzija und der B\u00fcrokratie durchf\u00fchren. Der Holocaust wurde zu einem Tabuthema und sollte es noch einige Jahre lang bleiben. Exemplare des\u00a0<em>Schwarzbuches<\/em>\u00a0von Ehrenburg und Grossman wurden eingestampft, und die Zensur versuchte erfolglos, Grossman dazu zu bewegen, die Figur Strums aus\u00a0<em>Stalingrad<\/em>\u00a0zu entfernen.<\/p>\n<p>Auch andere Elemente des Buches machten es aus stalinistischer Sicht \u201egef\u00e4hrlich\u201c. Die Szene, in der ein Soldat der Roten Armee an der Front Krymow sp\u00f6ttisch daran erinnert, dass dieser im Jahr 1932 ihm und anderen unter Zuhilfenahme von \u201eStatistiken jeder Art\u201c \u201eendg\u00fcltig bewiesen\u201c habe, dass der Sieg des Faschismus in Deutschland absolut unm\u00f6glich sei, musste die Zensoren in Rage versetzen. Auch die wiederholten Anspielungen auf den Terror brachten das Buch in Gefahr, Schikanen der Zensur anheimzufallen. Stalin wird nur von \u00fcberzeugten Stalinisten als bewundernswerte Gestalt beschworen, ansonsten wird er kaum erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>\u201eB\u00fcrokrat\u201c ist ein wiederkehrender und absch\u00e4tziger Begriff, der in\u00a0<em>Stalingrad<\/em>\u00a0sowohl von Zivilisten als auch Soldaten verwendet wird. In einer Szene w\u00e4hrend der Bombardierung der Stadt hei\u00dft es von der b\u00fcrokratischen Leitung eines Krankenhauses, dass sie sich \u2013 und das \u00fcberrascht niemanden \u2013 nicht um die Rettung der Patienten k\u00fcmmert, w\u00e4hrend die gesamte Belegschaft ihr Leben riskiert und in das brennende und bombardierte Geb\u00e4ude l\u00e4uft. Die leitenden Funktion\u00e4re kehren erst zur\u00fcck, als die Gefahr vor\u00fcber ist, um ihre Untergebenen erneut zu kommandieren.<\/p>\n<p>Grossman f\u00e4ngt die antib\u00fcrokratischen Stimmungen ein, die nicht nur weit verbreitet waren, sondern w\u00e4hrend des Krieges auch relativ offen gezeigt wurden. Diese Stimmungen, h\u00e4ufig in der Hoffnung ge\u00e4u\u00dfert, dass die sowjetische Bev\u00f6lkerung nach einer Abrechnung mit Hitler auch Stalin loswerden w\u00fcrde, waren einer der Hauptgr\u00fcnde, warum die B\u00fcrokratenkaste nach dem Krieg eine neue S\u00e4uberungswelle lostrat und in den fr\u00fchen 1950er Jahren oppositionelle Jugendgruppen m\u00f6rderisch unterdr\u00fcckte.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10269\" width=\"534\" height=\"818\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross4.jpg 387w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/gross4-196x300.jpg 196w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><\/a><figcaption><em>Fl\u00fcchtlinge sitzen auf den Ruinen ihrer H\u00e4user nach ihrer R\u00fcckkehr nach Stalingrad, M\u00e4rz 1943. Foto: N. Sitnikov<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch andere, scheinbar nebens\u00e4chliche Darstellungen der Kriegsrealit\u00e4t ber\u00fchrten Tabuthemen: die Schilderung der chaotischen Massenevakuierungen aus dem brennenden Stalingrad, von massiven Niederlagen und R\u00fcckz\u00fcgen und von der Handvoll erbittert antikommunistischer Bauern, die die Besetzung ihres Dorfes durch die Nazis herbeisehnten.<\/p>\n<p>All dies \u2013 das Leid der Zivilbev\u00f6lkerung und die Darstellung der Nazisympathisanten und Kollaborateure unter den Sowjetb\u00fcrgern \u2013 wurde von den Stalinisten aus den Geschichtsb\u00fcchern verbannt. Die Darstellung von Kommandeuren als nicht besonders heldenhaft, manchmal voll kleinlicher Eifers\u00fcchteleien und Rivalit\u00e4ten, erregte ebenfalls den Zorn der Zensoren und von Teilen der milit\u00e4rischen F\u00fchrung, die sich an den Diskussionen \u00fcber das Buch beteiligten. Andere erzwungene \u00c4nderungen und Weglassungen gingen auf das Konto der engstirnigen, antimarxistischen Konzeptionen des \u201eSozialistischen Realismus\u201d.<\/p>\n<p>Dieser Kampf mit der staatlichen und milit\u00e4rischen Zensur dauerte mehrere Jahre. Der Roman wurde schlie\u00dflich 1952 in der Literaturzeitschrift\u00a0<em>Nowy Mir<\/em>\u00a0(<em>Neue Welt<\/em>) ver\u00f6ffentlicht. Allerdings war dies nicht die von Grossman bevorzugte Version. Tats\u00e4chlich existieren nicht weniger als elf Versionen dieses Werks. Die meisten bisherigen Publikationen gehen zur\u00fcck auf die Fassung aus dem Jahr 1956.<\/p>\n<p>Die vorliegende Fassung in Englisch, die vom Haupt\u00fcbersetzer Robert Chandler in Zusammenarbeit mit Yury Bit-Yunan auf der Grundlage von drei Ausgaben und den Archiven von Grossman zusammengestellt wurde, ist die vollst\u00e4ndigste Ausgabe in allen Sprachen. Die Herausgeber und \u00dcbersetzer haben ihre Entscheidungen in sorgf\u00e4ltigen Anmerkungen erl\u00e4utert, die es dem Leser erm\u00f6glichen, die Geschichte der Manuskripte nachzuvollziehen.Es ist eine gro\u00dfartige Leistung.<\/p>\n<p>In einer Rede, die Leo Trotzki am 27. November 1932 in Kopenhagen hielt, bemerkte er: \u201eDie tiefste, doch einer unmittelbaren Bemessung am schwersten unterliegende Bedeutung jeder gro\u00dfen Revolution besteht darin, dass sie den Volkscharakter formt und st\u00e4hlt.\u201c [Schriften 1.1, S. 396; Trotzki hielt diese Rede auf Deutsch]<\/p>\n<p>Mehr als wohl irgend ein anderer sowjetischer Schriftsteller hat Grossman genau dies wahrgenommen: den Einfluss der Oktoberrevolution auf Denken, F\u00fchlen und Bestrebungen der sowjetischen Bev\u00f6lkerung; und es gelang ihm, dies in seiner literarischen Arbeit als Journalist und als Romancier einflie\u00dfen zu lassen. Zwar deutet\u00a0<em>Leben und Schicksal<\/em>\u00a0wachsende Desillusionierung und Pessimismus an, doch er blieb bis zum Ende seines Lebens ein \u00fcberzeugter Sozialist.<\/p>\n<p>In einer bewegenden\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=J2z3aline2g\">russischsprachigen Dokumentation<\/a>\u00a0erinnert sich sein Sohn, dass Grossman allj\u00e4hrlich am Siegestag, dem 9. Mai, seine Uniform der Roten Armee anzog und Kriegslieder sang. Er war stolz darauf, als ein Schriftsteller des Krieges zu gelten, und lie\u00df nie von seiner \u00dcberzeugung ab, dass der Kampf der Roten Armee gegen den Faschismus einen historischen Beitrag zur fortschrittlichen Entwicklung der Menschheit darstellte.<\/p>\n<p>F\u00fcr Grossman, der als K\u00fcnstler auf Dialog und Interaktion mit seinem Publikum angewiesen war, bedeutete es zweifellos eine gro\u00dfe Trag\u00f6die, dass er weder dieses Werk noch\u00a0<em>Leben und Schicksal<\/em>\u00a0jemals in den von ihm gew\u00fcnschten Fassungen erscheinen sah. (<em>Leben und Schicksal<\/em>\u00a0wurde \u00fcberhaupt erst Jahrzehnte nach seinem Tod ver\u00f6ffentlicht.) Im Jahr 1991 l\u00f6ste die stalinistische B\u00fcrokratie die Sowjetunion auf und restaurierte den Kapitalismus, womit sie das vollbrachte, was die Nazis im Zweiten Weltkrieg nicht geschafft hatten.<\/p>\n<p>Heute, drei Jahrzehnte sp\u00e4ter, wird die \u00dcbersetzung von\u00a0<em>Stalingrad\u00a0<\/em>nicht nur endlich einem breiten Leserkreis ein Meisterwerk der Weltliteratur nahebringen. Sie wird auch neuen Generationen, insbesondere jungen Menschen, helfen, den enormen Einfluss der Oktoberrevolution zu verstehen und sich wieder mit dieser entscheidenden geschichtlichen Erfahrung zu verbinden.<\/p>\n<p><strong>Empfohlene weiterf\u00fchrende Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Antony Beevor und Luba Vinogradova (Hg.):\u00a0<em>Ein Schriftsteller im Krieg. Wassili Grossman und die Rote Armee 1941-1945<\/em>, Bertelsmann, M\u00fcnchen 2007.<\/p>\n<p>Jochen Hellbeck:\u00a0<em>Die Stalingrad-Protokolle. Sowjetische Augenzeugen berichten aus der Schlacht,\u00a0<\/em>Verlag S. Fischer, Frankfurt a. M. 2012.<\/p>\n<p>David North:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/north-russische-revolution-unvollendete-zwanzigste-jahrhundert\/00.html\"><em>Die Russische Revolution und das unvollendete Zwanzigste Jahrhundert<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>John G. Wright:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/10\/26\/5f0d-o26.html#https:\/\/www.marxists.org\/history\/etol\/writers\/wright\/1941\/08\/su-war.htm\"><em>The Soviet Union at War<\/em><\/a>\u00a0(1941). (englisch)<\/p>\n<p>WSWS-Themenseite:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/topics\/_beta\/1917-russian-revolution\"><em>Die Russische Revolution 1917<\/em><\/a><\/p>\n<p>Buchangaben: <em>Wassili Grossman,\u00a0<\/em>Stalingrad<em>. Aus dem Russischen von Christiane K\u00f6rner, Maria Rajer, Andreas Weihe. Mit einem Vorwort von Jochen Hellbeck. Claassen Verlag, Berlin 2021<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/10\/26\/5f0d-o26.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 27. Oktober 2021 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Clara Weiss. Am 1. November erscheint erstmals auf Deutsch Wassili Grossmans Roman\u00a0Stalingrad\u00a0als vollst\u00e4ndige rekonstruierte Urfassung \u2013 fast sieben Jahrzehnte nach seinem ersten Erscheinen auf Russisch im Jahr 1952 unter dem Titel\u00a0\u0417\u0430 \u043f\u0440\u0430\u0432\u043e\u0435 \u0434\u0435\u043b\u043e\u00a0(deutsch:\u00a0F\u00fcr die gerechte &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10271,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,5],"tags":[48,25,23,39,34,49,20,83,21,17,118],"class_list":["post-10262","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-kampagnen","tag-antifaschismus","tag-arbeiterbewegung","tag-buecher","tag-deutschland","tag-faschismus","tag-repression","tag-sowjetunion","tag-stalinismus","tag-trotzki","tag-widerstand","tag-zweiter-weltkrieg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10262"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10262\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10270,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10262\/revisions\/10270"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10271"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}