{"id":10272,"date":"2021-10-27T16:07:42","date_gmt":"2021-10-27T14:07:42","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10272"},"modified":"2021-10-27T16:07:43","modified_gmt":"2021-10-27T14:07:43","slug":"die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10272","title":{"rendered":"Die Unia ist nicht m\u00e4chtig, aber m\u00e4chtig b\u00fcrokratisch"},"content":{"rendered":"<p><em>Philipp Gebhardt. <\/em><strong>Der \u201eSkandal\u201c um das Millionenverm\u00f6gen der Unia wird von den B\u00fcrgerlichen f\u00fcr eine Schlammschlacht gegen die Gewerkschaften genutzt. Die Linke wiederum versucht das Verm\u00f6gen zu rechtfertigen. Das eigentlich Spannende an der Offenlegung der Jahresrechnungen ist allerdings, dass die Unia dadurch einen Einblick in das Funktionieren ihrer B\u00fcrokratie verr\u00e4t.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>\u201eDie Unia d\u00fcrfte mit hoher Wahrscheinlichkeit die finanzkr\u00e4ftigste politische Organisation der Schweiz sein \u2013 potenter als alle Parteien, Wirtschaftsverb\u00e4nde und NGOs.\u201c Diese Schlagzeile aus dem Tages-Anzeiger wirbelt seit dem 13. September 2021 durch die Presse, als bekannt wurde, dass die Unia sehr reich ist.<\/p>\n<p>Publik wurde die ganze Sache nur, weil die Unia ihre Steuerrechnung von 2018 angefochten hat, das Urteil bis vor Bundesgericht weiterzog, und schliesslich einen Teil ihrer Buchhaltung offenlegen musste, die zuvor nur 129 Delegierten der nationalen Delegiertenversammlung zug\u00e4nglich gewesen war. Dabei wurde bekannt, dass ihr Verm\u00f6gen um einiges gr\u00f6sser ist, als bisher vermutet. Die Unia mit ihren rund 1200 Angestellten und 180\u2018000 Mitgliedern besitzt Tochtergesellschaften (z.B. Immobilienfirmen), h\u00e4lt Beteiligungen an Hotels und einer Druckerei, und kontrolliert eine eigene Stiftung.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0Je nachdem, wie wohlwollend man der Gewerkschaft gegen\u00fcbersteht, wird die Gesamtheit des Verm\u00f6gens \u2013 zusammen mit demjenigen der Stiftung Unia, die vor allem Immobilien besitzt \u2013 auf eine halbe (<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/-be42\">WOZ<\/a>) bis zu einer ganzen (<a href=\"https:\/\/www.blick.ch\/wirtschaft\/gewerkschaft-noch-viel-reicher-als-bekannt-unia-sitzt-auf-950-millionen-franken-id16837908.html\">Blick<\/a>) Milliarde Schweizer Franken beziffert.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0Das ausgewiesene Reinverm\u00f6gen bel\u00e4uft sich auf 457 Millionen Franken.<\/p>\n<p>Dies brachte die Unia-Gesch\u00e4ftsleitung in arge Erkl\u00e4rungsnot. Anfangs versuchte sie noch, die vollst\u00e4ndige Offenlegung der Zahlen zu verhindern. Der Kommunikationschef und seit 2007 aufstrebender B\u00fcrokrat in der Unia-Hierarchie, Serge Gnos, begr\u00fcndete die Geheimhaltung im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/so-reich-ist-die-groesste-gewerkschaft-der-schweiz-613553028110\">Tages-Anzeiger<\/a>\u00a0damit, dass das Verm\u00f6gen der Unia zugleich ihre Streikkasse sei. Durch den \u00f6ffentlichen Druck und die Gefahr des Gesichtsverlusts als Organisation, die sich normalerweise f\u00fcr Transparenz in Finanz- und Verm\u00f6gensangelegenheiten einsetzt, war die Gesch\u00e4ftsleitung anfangs Oktober 2021 schliesslich gezwungen, ihre B\u00fccher ganz offen zu legen.<\/p>\n<p>Die anf\u00e4ngliche Argumentation, dass die Unternehmen keinen Einblick in die Buchhaltung einer Gewerkschaft haben sollten, weil diese dadurch z.B. absch\u00e4tzen k\u00f6nnten, wie lange eine Gewerkschaft einen Streik durchhalten k\u00f6nnte, ist grunds\u00e4tzlich richtig. Dumm nur, dass es in der Schweiz nahezu nie zu Streiks kommt und insbesondere die Unia \u2013 trotz gegenteiligen Beteuerungen von Seiten der Gesch\u00e4ftsleitung \u2013 alles andere als streikfreudig und k\u00e4mpferisch ist. Die Unia ist im Gegenteil die offensichtlich am st\u00e4rksten b\u00fcrokratisierte Gewerkschaft innerhalb des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), nur schon deshalb, weil sie am meisten zu verlieren hat.<\/p>\n<p><strong>Wie finanziert sich die Unia?<\/strong><\/p>\n<p>Die Offenlegung der Verm\u00f6genswerte brachte zumindest ein bisschen Klarheit in der Frage, wie sich die Unia eigentlich finanziert (zum Beispiel mit der Fremdvermietung ihrer Immobilien und den Zinsen auf Kapitalanlagen) und widerlegte das von der Gesch\u00e4ftsleitung jeweils erz\u00e4hlte M\u00e4rchen, dass sich die Gewerkschaft ausschliesslich via Mitgliederbeitr\u00e4gen finanzieren w\u00fcrde. Auch gaben die Gewerkschaften zu, dass von den staatlichen Beitr\u00e4gen an die Unia-Arbeitslosenkasse etwas f\u00fcr die Finanzierung anderer T\u00e4tigkeiten \u00fcbrigbleibt. Eine zentrale Finanzquelle der Unia liegt aber nach wie vor im Dunkeln: n\u00e4mlich die konkreten Einnahmen, welche die Sozialpartner aus den Gesamtarbeitsvertr\u00e4gen sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>In Branchen mit Gesamtarbeitsvertrag (GAV) sind die Lohnabh\u00e4ngigen und die Unternehmen dazu verpflichtet, einen Vollzugskostenbeitrag zur Umsetzung des GAV an eine Parit\u00e4tische Kommission (PK) zu leisten. Die PK setzt sich aus Vertreter:innen der Arbeitgeber:innenverb\u00e4nde und der Gewerkschaften zusammen und finanziert im Wesentlichen drei Bereiche: erstens den GAV-Vollzug (z.B. Kontrollen auf den Baustellen, ob die Vertragsbestimmungen eingehalten werden), zweitens ein Aus- und Weiterbildungsprogramm f\u00fcr die Lohnabh\u00e4ngigen, drittens den Verwaltungsaufwand der PK selbst. Konkret umgesetzt werden die ersten zwei Aufgaben aber wiederum von den Arbeitgeber:innenverb\u00e4nden und den Gewerkschaften. Es fliesst also ein wesentlicher Teil der einbezahlten Gelder direkt an die Verb\u00e4nde.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>\u00d6ffentlich bekannt sind die PK-Finanzen und die konkreten Geldfl\u00fcsse aber bisher nur ansatzweise.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0Der SVP-Parlamentarier Thomas Aeschi, der als Unternehmensberater nicht nur politisch, sondern auch beruflich auf Kriegsfuss mit den Gewerkschaften steht, stellte 2018 Berechnungen zu den allgemeinverbindlichen GAV des Gastgewerbes und des Bauhauptgewerbes an. Er\u00a0<a href=\"https:\/\/www.svp.ch\/wp-content\/uploads\/Aeschi-d.pdf\">kam zum Schluss<\/a>, dass die PK dieser zwei GAV im Jahr 2016 rund 65,6 Millionen Franken eingenommen hatten und davon 16,8 Millionen Franken direkt an die Sozialpartner \u00fcberwiesen worden waren. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/gesamtarbeitsvertraege-nationalrat-will-mehr-transparenz-ld.1645565?ga=1&amp;kid=nl165_2021-9-15&amp;mktcid=nled&amp;mktcval=165_2021-09-16\">NZZ<\/a>\u00a0berechnete im September 2021, dass 2019 die PK der schweizweit knapp 600 GAV 233 Millionen Franken eingenommen hatten, wovon wohl mindestens ein Viertel wiederum an die Arbeitergeber:innenverb\u00e4nde und die Gewerkschaften geflossen war.<\/p>\n<p>In ihren am 8. Oktober 2021\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18465\">publizierten Zahlen<\/a>\u00a0bezifferte die Unia nun die Einnahmen aus ihrer Arbeitslosenkasse (50 Mio.) und aus den Beitr\u00e4gen der PK (30 Mio.)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/fileadmin\/user_upload\/Ueber-uns\/Unia-in-Zahlen\/2020-Unia-Jahresrechnung.pdf\">f\u00fcr das Jahr 2020<\/a>\u00a0auf total 80 Millionen Franken \u2013 im Gegensatz zu 58 Millionen Franken aus den Mitgliederbeitr\u00e4gen. Wieviel von 80 Millionen konkret \u00fcbrigbleibt, nachdem die ALK- und GAV-Vollzugskosten etc. abgezogen wurden, liegt weiterhin im Dunkeln.<\/p>\n<p>Klar ist nun hingegen, dass die Gewerkschaften sich und ihre Strukturen zu einem nicht unwesentlichen Teil via das System der Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge und den damit verbundenen Geldern aus den Parit\u00e4tischen Kommissionen finanzieren. Deshalb ist es nichtssagend, wenn die Unia-Delegierten am Kongress im Juni 2021 einer Resolution \u00fcber das \u201eEnde der Sozialpartnerschaft\u201c zustimmen. Die Hoffnungen, die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vorwaerts.ch\/inland\/man-muss-die-kaempfe-fuehren-will-man-sie-gewinnen\/\">einige klassenk\u00e4mpferische Linke<\/a>\u00a0in diesen Vorstoss setzten, werden sich in Luft aufl\u00f6sen. Denn die Unia und ihre Exponent:innen sind nicht aufgrund ihrer mangelnden politischen Radikalit\u00e4t Anh\u00e4nger:innen der Sozialpartnerschaft, sondern weil das \u00dcberleben des Gewerkschaftsapparates und somit ihrer Jobs davon abh\u00e4ngt. Die Verm\u00f6genswerte in Form von Aktien und Obligationen, die Immobilien und insbesondere auch die Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge sind die\u00a0<em>materielle Basis<\/em>\u00a0der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie.<\/p>\n<p><strong>Das Wesen der B\u00fcrokratie in Organisationen der Arbeiter:innen<\/strong><\/p>\n<p>Die Entstehung einer B\u00fcrokratie, also einer Herrschaft der Verwaltung (im Gegensatz zu einer Herrschaft der Mitglieder), hat in Arbeiter:innenorganisationen ihre Ursache in einem Paradox, das der marxistische Theoretiker Ernest Mandel die \u201eDialektik der partiellen Errungenschaften\u201c nennt.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0Sobald eine Arbeiter:innenorganisation, sei es eine Partei oder eine Gewerkschaft, einen Teilfortschritt zur Verbesserung des (Arbeits-)Lebens f\u00fcr die Lohnabh\u00e4ngigen erzielt, hat sie fortan das Interesse, diese Errungenschaft zu verteidigen. Das n\u00e4chste Mal, wenn sich die M\u00f6glichkeit einer Verbesserung stellt (z.B. wenn die n\u00e4chste Arbeitsvertragsverhandlung ansteht), wird sich die Organisation tendenziell davor h\u00fcten zu viel zu riskieren, um den errungenen Fortschritt bei einer allf\u00e4lligen Niederlage nicht zu gef\u00e4hrden. Somit enth\u00e4lt jede erk\u00e4mpfe Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen zugleich eine konservative Schlagseite.<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrokratisierung von Apparat und Sekretariat<\/strong><\/p>\n<p>Die Dialektik partieller Errungenschaften f\u00fchrt zu einer B\u00fcrokratisierung in organisatorischer und individueller Form. Die Organisation, welche den Fortschritt erzielt hat, stellt in der Folge das \u00dcberleben ihres Apparates \u00fcber die unmittelbaren Interessen ihrer Mitglieder, weil das Weiterbestehen des Apparates die Bedingungen f\u00fcr den Erhalt des erreichten Fortschritts ist. Und gleichzeitig beginnen auch die besten Klassenk\u00e4mpfer:innen im Sekretariat der Arbeiter:innenorganisation damit, einen Organisationsfetischismus zu entwickeln und den Apparat zu verteidigen, weil dieser wiederum der Garant ihrer Arbeitsstelle ist.<\/p>\n<p>Der Schweizer Historiker und Kenner der hiesigen Arbeiter:innenbewegung Bernard Degen weist in der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/-be42\">WOZ<\/a>\u00a0zu Recht darauf hin, dass das Verm\u00f6gen der Unia nicht aus dem Nichts kommt, sondern sich seit dem 19. Jahrhundert angesammelt hat. Denn eine zentrale Funktion jeder Gewerkschaft war es \u2013 zumindest bis in die Nachkriegszeit \u2013 die Rolle einer kollektiven Versicherung im Falle von Arbeitslosigkeit und von Lohnausf\u00e4llen bei Streiks einzunehmen. Zudem legten sie ihr Verm\u00f6gen zu grossen Teilen in Immobilien an (u.a. f\u00fcr die Gewerkschaftssekretariate), welche seit Jahrzehnten an Wert zulegen.<\/p>\n<p>In dieser Hinsicht stimmt es, wenn die WOZ das Verm\u00f6gen im selben Artikel als erkl\u00e4rbar darstellt und die Kampagne der b\u00fcrgerlichen Presse und der FDP gegen die Unia als politisches Man\u00f6ver entlarvt. Gleichzeitig wird aber deutlich, dass das historisch gewachsene Verm\u00f6gen der Unia ihre Strukturen umso nachhaltiger und st\u00e4rker b\u00fcrokratisiert hat. Denn je mehr Immobilien es zu verwalten gibt, desto mehr Jobs sind daran gebunden, und je mehr Verm\u00f6gen auf dem Konto liegt, desto mehr gibt es auch zu verlieren.<\/p>\n<p>Die Inhalte der Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge als \u201epartielle Errungenschaften\u201c entsprechen quasi den soften Grundlagen; das bare Verm\u00f6gen, die Immobilien und die Einkommen aus den parit\u00e4tischen Verhandlungen und der Arbeitslosenkasse den harten Grundlagen der B\u00fcrokratisierung der Unia. Daran wird auch das derzeit diskutierte Projekt Unia 2.0, welches eine verst\u00e4rkte Mitsprache der Basis vorsieht, nichts \u00e4ndern. Diese materiellen Zw\u00e4nge sind immer st\u00e4rker als der Wille eines:einer Sekret\u00e4r:in, der:die sich mit guten Vors\u00e4tzen f\u00fcr die Anliegen der Lohnabh\u00e4ngigen einsetzen will.<\/p>\n<p><strong>Rekrutierung neuer B\u00fcrokrat:innen<\/strong><\/p>\n<p>Wer sind diese Menschen, die immer wieder von neuem die B\u00fcrokratie der Gewerkschaft reproduzieren, obwohl sie vielleicht urspr\u00fcnglich zum Ziel hatten, den Apparat zu demokratisieren und eine k\u00e4mpferischere Linie durchzusetzen?<\/p>\n<p>Die Schweizer Gewerkschaftsbewegung rekrutiert ihre zuk\u00fcnftigen B\u00fcrokrat:innen grunds\u00e4tzlich in drei gesellschaftlichen Milieus. Erstens sind die sozialdemokratischen Parteiorganisationen und ihnen nahestehende NGOs seit jeher ein beliebter Fundus f\u00fcr \u2013 in Ans\u00e4tzen politisierte und in technokratischen Man\u00f6vern geschulte \u2013 Sekret\u00e4r:innen. Zweitens reproduziert sich die B\u00fcrokratie bei Lohnabh\u00e4ngigen, die ihren \u201eAufstieg\u201c ins Gewerkschaftsb\u00fcro von der Mirgroskasse oder der Baustelle um keinen Preis aufs Spiel setzen wollen und deshalb der Gesch\u00e4ftsleitung tendenziell h\u00f6rig sind. Drittens bieten seit 15 Jahren vor allem die Institute f\u00fcr Politikwissenschaft und Soziologie an den Schweizer Hochschulen ein Reservoir von intelligenten Studierenden mit prek\u00e4rer Jobaussicht.<\/p>\n<p>Schon ab 2005, also kurz nach ihrer Gr\u00fcndung, versuchte sich die Unia mittels Import von neuen Organizingmethoden aus den USA neu zu erfinden. Die urspr\u00fcnglich von Basisgewerkschafter:innen entwickelten \u201eBottom Up\u201c-Methoden, welche die Lohnabh\u00e4ngigen selbst wieder zu Gewerschafter:innen machen wollten, wurden hierzulande von oben herab und mit b\u00fcrokratischem Impetus umgesetzt. Oberstes Ziel war der Stopp des Mitgliederschwunds, der sp\u00e4testens seit den 1990er Jahren die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften gef\u00e4hrdete.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wurde der Job des:der Gewerkschaftssekret\u00e4r:in, der:die fr\u00fcher nicht nur Mitglieder rekrutierte, sondern sie auch betreute, rechtlich unterst\u00fctzte und politisch aktivierte, aufgesplittet. Fortan war man entweder Organizer:in oder Campaigner:in. Erstere:r geht die meiste Zeit im Stile eines:einer Corris-Agent:in auf Mitgliederjagd (deshalb war es auch nicht \u00fcberraschend, als die Unia diese Aufgabe tats\u00e4chlich an Corris ausgelagert hat). Der:die Zweite ist daf\u00fcr zust\u00e4ndig, die von oben beschlossenen politischen Kampagnen umzusetzen und die Mitglieder daf\u00fcr zu aktivieren. F\u00fcr beide Aufgaben eignen sich Hochschulabg\u00e4nger:innen ganz passabel. Aufgrund der mangelnden Karrierem\u00f6glichkeiten bei anderen Unternehmen akzeptieren sie tendenziell die hierarchischen Strukturen der B\u00fcrokratie. Mit einem l\u00e4ngerfristigen Vertrauensaufbau an der Basis und einer konstanteren Pr\u00e4senz an den Arbeitspl\u00e4tzen hat diese Form von politischem Campagning allerdings nur selten etwas zu tun.<\/p>\n<p><strong>Die Durchsetzung der Sozialpartnerschaft in der Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>Der Ausbau der gewerkschaftlichen B\u00fcrokratie und die Verfestigung einer sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaftspolitik gehen Hand in Hand. Das Zusammenspiel ist aber immer auch das Resultat von konkreten historischen Entwicklungen. Gemeinhin wird der Beginn der ausserordentlich starken Sozialpartnerschaft in der Schweiz auf das Jahr 1937 datiert. Im Laufe des Jahres 1937 kam es in der gr\u00f6ssten Maschinenfabrik des Landes \u2013 bei Sulzer in Winterthur \u2013 zu einer Lohnbewegung, die erst dank dem massiven Druck seitens der Unternehmensleitung, dem mehrmaligen Wiederholen der Streikabstimmungen und dem direkten Verrat der nationalen Leitung der Metallarbeitergewerkschaft SMUV und seines Zentralsekret\u00e4rs Konrad Ilg zu einem Abschluss gebracht werden konnte. Das Resultat war das ber\u00fchmte \u201eFriedensabkommen\u201c in der Schweizer Metall- und Maschinenindustrie, das fortan jegliche Kampfmassnahmen der Arbeiter:innen verbot.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Das Friedensabkommen war aber noch nicht das Ende der Streikbereitschaft der Arbeiter:innen und der Beginn des absoluten Arbeitsfriedens in der Schweiz. Richtig durchgesetzt hat sich diese Form der Sozialpartnerschaft hierzulande erst in der Streikbewegung 1944-1948. Wie schon nach dem 1. Weltkrieg kam es gegen Ende des 2. Weltkrieges zu einer beachtlichen Anzahl Streiks. Vor allem in der gewerkschaftlich bisher schwach organisierten Textil-, Chemie- und Papierindustrie sowie in der Baubranche kam es zu heftigen sozialen K\u00e4mpfen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/streiks-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"500\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/streiks-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10274\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/streiks-1.jpg 940w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/streiks-1-300x160.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/streiks-1-768x409.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/a><figcaption><em>Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p>Ausgang der K\u00e4mpfe waren die gesunkenen Reall\u00f6hne w\u00e4hrend des Krieges und der autorit\u00e4re, gewerkschaftsfeindliche \u201eHerr im Hause\u201c-Standpunkt vieler Unternehmer der betroffenen Branchen. Die zwei zentralen Forderungen aller Streiks bei Kriegsende waren die Erh\u00f6hung der Reall\u00f6hne und die kollektive Regelung der Arbeitsbeziehungen. Die Entschlossenheit der Arbeiter:innen, welche viele \u201eHerren in den H\u00e4usern\u201c \u00fcberraschte, und der absehbare wirtschaftliche Aufschwung f\u00fchrten zum Einlenken der Unternehmen und in den meisten F\u00e4llen zu einem (Pyrrhus-)Sieg der Arbeiter:innen. Die Streikenden erreichten sowohl ansehnliche Lohnerh\u00f6hungen, als auch die Einf\u00fchrung von Kollektivarbeitsvertr\u00e4gen. Letztere enthielten aber \u2013 dies haben die \u201eHerren\u201c vom Friedensabkommen 1937 gelernt \u2013 jeweils eine absolute Friedenspflicht w\u00e4hrend der Vertragsdauer.<\/p>\n<p>Wir erkennen also auch hier die \u201eDialektik der partiellen Errungenschaften\u201c: Die relative St\u00e4rke der Streiks zwischen 1944-1948 f\u00fchrte gleichzeitig zur endg\u00fcltigen Durchsetzung der Sozialpartnerschaft auf nationaler Ebene.<\/p>\n<p>Die Produktivit\u00e4tssteigerungen in der Zeit des Wirtschaftsaufschwungs in den 1950er und 1960er erlaubten es den Gewerkschaften dabei relativ einfach Lohnerh\u00f6hungen f\u00fcr die (Schweizer) Lohnabh\u00e4ngigen zu erreichen, ohne daf\u00fcr k\u00e4mpfen zu m\u00fcssen. Dieser Umstand bot zusammen mit dem Klima der Geistigen Landesverteidigung<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0und des Antikommunismus optimale Voraussetzungen, um die k\u00e4mpferische Gewerkschaftspolitik ad acta zu legen und das System der Sozialpartnerschaft branchen\u00fcbergreifend zu verfestigen.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Die Zunahme der Anzahl Streikenden (weniger der Anzahl Streiks) um die Jahrtausendwende erkl\u00e4rt sich nicht durch die \u201eneue k\u00e4mpferische Linie der Unia\u201c, sondern vor allem durch die beachtlichen Mobilisierungen der Bauarbeiter:innen, die sich 2001\/02 mit Streiks und der Blockade des Bareggtunnels im November 2002 die f\u00fcr die Schweiz nahezu einzigartige Fr\u00fchpensionierung mit 60 Jahren (statt 65) erk\u00e4mpft haben. Organisiert wurde die Streikbewegung durch die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI), die 2004 mit dem Schweizer Metall- und Uhrenarbeiterverband (SMUV) und einer kleinen Dienstleistungsgewerkschaft zur Unia fusionierte. Weil der GAV des Bauhauptgewerbes \u2013 wie weiter oben beschrieben \u2013 zu den wichtigsten GAV geh\u00f6rt und damit betr\u00e4chtliche Geldsummen zusammenh\u00e4ngen, war die Unia in den folgenden Jahren gezwungen, die GAV-Verhandlungen jeweils mit grossen (Warn-)Streiks zu begleiten, um ihre Verhandlungsposition mit den Baumeistern zu st\u00e4rken. Eine Abkehr von der traditionellen Sozialpartnerschaft war damit aber nicht verbunden.<\/p>\n<p><strong>Was also tun mit den Gewerkschaften?<\/strong><\/p>\n<p>Die Unia ist nicht m\u00e4chtig, weil sie Verm\u00f6gen besitzt und sich damit einen grossen b\u00fcrokratischen Apparat finanzieren kann. Eigentliche gewerkschaftliche Macht definiert sich dar\u00fcber, ob die organisierten Lohnabh\u00e4ngigen zusammen mit ihren Gewerkschaften in der Lage sind, das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis in den Betrieben zu ihren Gunsten zu ver\u00e4ndern und die Anliegen der Belegschaft gegen die Unternehmen durchzusetzen. Hierzu ist die Unia leider nicht f\u00e4hig.<\/p>\n<p>Trotz aller Kritik an den Gewerkschaftsb\u00fcrokratien versuchen wir als Linke jede Form von gewerkschaftlicher Organisierung zu f\u00f6rdern. Angesichts der Klimakatastrophe und des deshalb n\u00f6tigen Um- und R\u00fcckbaus des gesamten kapitalistischen Produktionsapparats ist das Aufbauen von gewerkschaftlicher Gegenmacht in den Betrieben sogar absolut dringend. Vielfach ist die Unia (oder eine andere SGB-Gewerkschaft) auch nach wie vor der beste Ort daf\u00fcr, weil die Mitgliedschaft in einer Nischengewerkschaft viel weniger Vernetzungs- und Interventionsm\u00f6glichkeit bietet.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich unterst\u00fctzen wir alle Bestrebungen, die Sozialpartnerschaft zu bek\u00e4mpfen, wie es am letzten Kongress der Unia im Juni 2021 versucht wurde. Damit solche Vorst\u00f6sse aber auch reale Konsequenzen nach sich ziehen, braucht es nicht nur innergewerkschaftliche Demokratie, sondern vor allem eine konkrete gewerkschaftliche Verankerung an den Arbeitspl\u00e4tzen und damit verbundene Kollektive von Lohnabh\u00e4ngigen, die bereit sind f\u00fcr ihre Anliegen zu k\u00e4mpfen, zu streiken und damit die Politik des Arbeitsfriedens herauszufordern. Das System der Sozialpartnerschaft und die damit zusammenh\u00e4ngenden Interessen der B\u00fcrokratie sind Hindernisse auf dem Weg zur Entwicklung einer solchen gewerkschaftlichen Gegenmacht.<\/p>\n<p><strong>Fussnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0Insgesamt geh\u00f6ren der Unia aktuell 2861 Wohnungen, aber auch Gesch\u00e4ftsliegenschaften, Hotels und Landreserven. Insgesamt sind es 151 Liegenschaften, wobei die Mehrheit davon als Gewerkschaftssekretariate genutzt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref2\">[2]<\/a>\u00a0Die Unterschiede ergeben sich einerseits daraus, dass die b\u00fcrgerlichen Medien die Hypothekarschulden und Abschreibungen nicht vom Verm\u00f6gen abziehen und demnach nicht vom Reinverm\u00f6gen reden. Andererseits\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/unia-erzielt-mit-aktien-und-immobilien-einen-gewinn-von-20-millionen-franken-138575768322\">werfen sie der Unia vor<\/a>, den Wert der Immobilien nicht zu eigentlichen Marktpreisen und deshalb als zu klein auszuweisen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref3\">[3]<\/a>\u00a0Die Gewerkschaften subventionieren mit den Geldern aus dem parit\u00e4tischen Fonds des Bau-GAV zum Beispiel die Mitgliederbeitr\u00e4ge der Bauarbeiter:innen, was zumindest teilweise den verh\u00e4ltnism\u00e4ssig hohen Organisationsgrad im Bauhauptgewerbe erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref4\">[4]<\/a>\u00a0Die PK-Finanzen k\u00f6nnen zwar beim Staatsekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) eingesehen werden. Dieses berechnet daf\u00fcr aber einen vierstelligen Betrag. Im September 2021 wurde im Nationalrat schliesslich eine Motion angenommen, die von den PK mehr Transparenz fordert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref5\">[5]<\/a>\u00a0Siehe Ernest Mandel: Macht und Geld. Eine marxistische Theorie der B\u00fcrokratie, S. 70-76 (2000; urspr\u00fcnglich publiziert 1992). Oder: Ernest Mandel: Die B\u00fcrokratie, S. 9-11 (1976, urspr\u00fcnglich publiziert 1967).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref6\">[6]<\/a>\u00a0Abgeschlossen wurde es in erster Linie zwischen dem Arbeitgeberverband schweizerischer Maschinen- und Metallindustrieller (ASM) und dem Schweizer Metall- und Uhrenarbeiterverband (SMUV), der damals gr\u00f6ssten und einflussreichsten Gewerkschaft des Landes.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref7\">[7]<\/a>\u00a0Unter Geistiger Landesverteidigung verstehen wir den kulturell-geistigen Widerstand gegen die Ideologie des Faschismus durch Schweizer Kulturschaffende und Beh\u00f6rden vor dem 2. Weltkrieg. Nach dem Krieg ging die Geistige Landesverteidigung nahtlos \u00fcber in einen ideologischen Kampf gegen den Kommunismus und soziale Bewegungen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref8\">[8]<\/a>\u00a0Siehe hierzu das 2021 erschienene Buch \u201eFabrikgesellschaft\u201c des Historikers Andreas Fasel, der die b\u00fcrokratische Deformierung der Gewerkschaften zwischen 1937-1967 quellennah nachzeichnet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/#_ftnref9\">[9]<\/a>\u00a0Nichts desto trotz sind alle Bem\u00fchungen, wie zum Beispiel von den Industrial Workers of the World (IWW), gerade in Branchen mit prek\u00e4ren Arbeitsbedingungen und hohen Anteil an migrantischen Arbeitskr\u00e4ften gewerkschaftliche Arbeit zu leisten, absolut unterst\u00fctzenswert.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/arbeit\/2021\/die-unia-ist-nicht-maechtig-aber-maechtig-buerokratisch\/\"><em>sozialismus.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 27. 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