{"id":10278,"date":"2021-10-29T14:01:40","date_gmt":"2021-10-29T12:01:40","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10278"},"modified":"2021-10-29T14:01:42","modified_gmt":"2021-10-29T12:01:42","slug":"schweiz-volksinitiative-fuer-eine-starke-pflege-pflegeinitiative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10278","title":{"rendered":"Schweiz: Volksinitiative \u00abF\u00fcr eine starke Pflege (Pflegeinitiative)\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Trotz jahrelangem Kampf f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege ist auf Bundesebene wenig geschehen. Darum hat der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachm\u00e4nner SBK die Pflegeinitiative lanciert. Sie fordert: Die Schweiz muss mehr Pflegefachpersonen ausbilden und es braucht bessere Arbeitsbedingungen, damit sie im Beruf bleiben. Denn diese Berufsgruppe ist unverzichtbar f\u00fcr<!--more--> die Grundversorgung\u2026 Die Gewerkschaft\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/kampagnen\/pflegeinitiative-ja\">Unia unterst\u00fctzt<\/a>\u00a0die Initiative: \u201c<em>JA zur Pflegeinitiative! Gute Pflege braucht Menschen. F\u00fcr eine gute Pflege in Alters- und Pflegeheimen braucht es gen\u00fcgend Personal, welches seinen Beruf langfristig aus\u00fcben kann und m\u00f6chte. Das geht nur mit guten Arbeitsbedingungen in der Pflege! Mit der Volksinitiative \u00abF\u00fcr eine starke Pflege\u00bb (Pflegeinitiative) kommen wir diesem Ziel einen wichtigen Schritt n\u00e4her<\/em>\u2026\u201d Siehe alle Infos auf der\u00a0<a href=\"https:\/\/pflegeinitiative.ch\/\">Homepage der Pflegeinitiative<\/a>\u00a0und hier dazu:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Pflegeinitiative: Das Ja muss der Anfang sein\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201c<em>Ohne die vielen Pflegefachleute aus EU-Staaten w\u00e4re das System l\u00e4ngst kollabiert. Doch selbst mit dieser unsolidarischen Politik auf Kosten \u00e4rmerer L\u00e4nder ist die Gesundheitsversorgung in der Schweiz gef\u00e4hrdet. Der breiten Bev\u00f6lkerung jedoch scheinen der Personalmangel und die chronische \u00dcberlastung des Pflegepersonals erst mit Bildern von Covid-Kranken auf Intensivstationen bewusst geworden zu sein \u2013 nachdem die Politik jahrelang zusammen mit den Krankenkassen eine Sparmassnahme nach der anderen durchgeboxt hatte. 2017, als der Berufsverband der Pflegefachleute (SBK) die Pflegeinitiative lancierte, wurde sie bel\u00e4chelt. Nun m\u00fcsste ein Wunder geschehen, dass sie nicht angenommen w\u00fcrde. Inzwischen sind laut SBK schon \u00fcber 11\u2009700 Pflegestellen unbesetzt. Bis 2029 braucht es voraussichtlich \u00fcber 70\u2009000 zus\u00e4tzliche Pflegende, mindestens 43\u2009000 mit h\u00f6herer Fachausbildung. Es ist klar: Der Pflegeberuf ist zu wenig attraktiv. Dauerstress \u2013 weshalb sonst verl\u00e4sst jede dritte Pflegefachperson schon vor dem 35. Lebensjahr ihren Job? Was tun? Ginge es nach der Pflegeinitiative, sollen Bund und Kantone nicht nur grossz\u00fcgig in die Ausbildung investieren und Pflegefachleute pflegespezifische Leistungen ohne \u00e4rztliche Unterschrift abrechnen lassen, sondern vor allem: bessere Arbeitsbedingungen garantieren, wozu nebst gen\u00fcgend Fachpersonal in allen Arbeitsschichten, verl\u00e4sslichen Dienstpl\u00e4nen und familienkompatiblen Strukturen auch angemessene L\u00f6hne geh\u00f6ren. Und der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats? Beschr\u00e4nkt sich auf die Ausbildung: Knapp eine Milliarde Franken (je die H\u00e4lfte von Bund und Kantonen) sollen w\u00e4hrend acht Jahren in Ausbildungs- und Praktikumspl\u00e4tze fliessen. Von einer festgeschriebenen Verbesserung der Arbeitsbedingungen sieht der Bundesrat ab; daf\u00fcr seien die Kantone zust\u00e4ndig. Ein weiteres Argument, mit dem sich Gegner:innen der Initiative aus der Verantwortung reden: dass ohne Umsetzung des Gegenvorschlags nie mehr so gener\u00f6s in die Ausbildung investiert w\u00fcrde. Faule Ausreden: Ohne insgesamt mehr Geld f\u00fcr die Pflege und klare Vorgaben zur Personaldotierung kann auch eine solche Offensive nicht verhindern, dass weiterhin unz\u00e4hlige Pflegeprofis den Beruf verlassen. Wird die Initiative angenommen, stellt sich die Frage, wie viel Zeit sich Parlament und Kantone f\u00fcr die Umsetzung nehmen werden. Und was bez\u00fcglich Arbeitsbedingungen herauskommt. Sollte das Prozedere zu lange dauern, w\u00e4re zu bef\u00fcrchten, dass immer noch mehr Pflegende krank werden oder den Beruf aufgeben<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2143\/pflegeinitiative\/das-ja-muss-der-anfang-sein\">Artikel von Adrian Riklin vom 28.10.2021 bei der WOZ online<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u00abDie Situation ist f\u00fcr alle Seiten untragbar\u00bb. W\u00e4hrend sich die Intensivstationen mit Covid-19-PatientInnen f\u00fcllen, spitzt sich in den Schweizer Spit\u00e4lern der Personalmangel zu<br \/>\n<\/strong><em>\u201cUm diesen zu beheben, braucht es Druck von der Basis, sagt\u201d\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2135\/pflegenotstand\/die-situation-ist-fuer-alle-seiten-untragbar\">Elvira Wiegers, Zentralsekret\u00e4rin der Gewerkschaft VPOD, im Gespr\u00e4ch mit Basil Weingartner in der WOZ Nr. 35\/2021 vom 2. September 2021<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>: \u201c\u2026 Gesundheitspersonal arbeitete schon vor der Pandemie seit langem am Anschlag. 10\u2009000 Pflegestellen sind in der Schweiz unbesetzt. Durch die Pandemie hat sich die Situation weiter zugespitzt. Das Pflegepersonal ist k\u00f6rperlich wie psychisch am Rand seiner Kr\u00e4fte. Viele haben deshalb w\u00e4hrend der Pandemie ihren Beruf aufgegeben und fehlen nun in der aktuellen vierten Welle. Der Druck auf die verbleibenden Fachkr\u00e4fte nimmt dadurch noch weiter zu. Besserung ist nicht in Sicht. Die Spit\u00e4ler jammern zwar \u00fcber den Personalmangel, gleichzeitig tun sie nichts, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und somit auch den Personalmangel zu beheben. (\u2026) Wenn man die Spit\u00e4ler auf die Missst\u00e4nde anspricht, sagen sie, dass die Politik diese verursache. Die Politik erwidert, dass die Spit\u00e4ler in der Verantwortung st\u00fcnden. Wir haben es mit einem systemischen Versagen zu tun. Das ganze Spitalsystem ist auf Wettbewerb ausgerichtet. Dadurch steigen die Gesamtkosten. In den Spit\u00e4lern herrscht gleichzeitig ein enormer Kostendruck. Beim Personal wird seit vielen Jahren massiv gespart. Dabei m\u00fcsste in diesem Bereich eigentlich investiert werden. So bildet die Schweiz nur gut vierzig Prozent der ben\u00f6tigten Pflegefachkr\u00e4fte selbst aus. (\u2026) Die Schweiz wirbt im Ausland Personal ab\u00a0\u2013 dieses Vorgehen ist nicht nur unsozial, sondern st\u00f6sst auch an seine Grenzen. Denn der Bedarf der Schweiz ist enorm. In den kommenden Jahren ben\u00f6tigt die Schweiz \u00fcber 60\u2009000\u00a0zus\u00e4tzliche Pflegefachkr\u00e4fte. Dieser sich zuspitzende Personalmangel ist nicht nur f\u00fcr das Personal untragbar, sondern gef\u00e4hrdet auch die Versorgung und die Sicherheit der PatientInnen. Deshalb muss sich Grundlegendes \u00e4ndern. (\u2026) Die politischen Verh\u00e4ltnisse sind so, dass sich im Gesundheitswesen nicht von selbst etwas zum Guten ver\u00e4ndert. Es braucht Druck von der Basis\u00a0\u2013 durch ein Ja der Bev\u00f6lkerung zur Pflegeinitiative und dadurch, dass die Gesundheitsangestellten damit beginnen, f\u00fcr ihre Rechte und f\u00fcr Verbesserungen im Gesundheitswesen zu k\u00e4mpfen.\u201d<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Abstimmung am 28. November 2021<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Der Bundesrat hat entschieden: \u00dcber die Volksinitiative f\u00fcr eine starke Pflege wird am 28. November 2021 abgestimmt<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/pflegeinitiative.ch\/2021\/07\/14\/abstimmung-am-28-november-2021\/\">Meldung der Pflegeinitiative vom 14. Juli 2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Diesseits von Gut und B\u00f6se. Geizbasierte Krankheitsgewinne<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Dass unser Gesundheitssystem Profit bringen muss, finde ich pervers; der Begriff \u00abpervers\u00bb steht laut Duden heute n\u00e4mlich auch f\u00fcr \u00abunerh\u00f6rt\u00bb, \u00abschlimm\u00bb, \u00ababsurd\u00bb oder \u00abh\u00f6chst merkw\u00fcrdig\u00bb. Im \u00fcbertragenen Sinn w\u00e4re ein Profit ja noch sinnvoll, indem etwa kranke Menschen von Behandlungen profitieren und \u2013 wie zum Gl\u00fcck in den meisten F\u00e4llen \u2013 wieder gesund werden. Doch dass medizinische G\u00fcter und Dienstleistungen Gewinn abwerfen m\u00fcssen, weil sie sonst gestrichen werden, scheint mir unerh\u00f6rt, schlimm und absurd. \u00abDas ist der Gang der Dinge: Wenn man Angst hat in einer Krisenzeit, klatscht man\u00bb, sagte k\u00fcrzlich in der \u00abRundschau\u00bb der \u00c4rztliche Direktor des Z\u00fcrcher Unispitals, doch nach eineinhalb Jahren \u00e4rgere man sich wieder \u00ab\u00fcber ein Unispital, das keinen Gewinn schreibt\u00bb. In der Sendung ging es um die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals, die schon vor Corona belastend waren. Wenn man einmal begonnen hat, dar\u00fcber nachzudenken, kann man nicht mehr aufh\u00f6ren, sobald man selbst oder ein naher Mensch ins Spital muss<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2125\/diesseits-von-gut-und-boese\/geizbasierte-krankheitsgewinne\">Artikel von Karin Hoffsten in der WoZ Nr. 25\/2021 vom 24.06.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Schaut her, ein Kugelschreiber! Ruth Wysseier \u00fcber einen hausgemachten Notstand<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>11\u2009000 Stellen sind in der Pflege schon heute unbesetzt, bis ins Jahr 2030 w\u00fcrden sogar 65\u2009000 zus\u00e4tzliche Leute gebraucht, warnt die Gesundheitsbranche. Da sollte es einem doch etwas mulmig zumute werden, mitten in der Pandemie. Zum Gl\u00fcck gibt es eine Pflegeinitiative, die mehr Kompetenzen, bessere Ausbildungsm\u00f6glichkeiten und Arbeitsbedingungen verlangt. Eingereicht wurde sie vor drei Jahren, und diesen Sommer hat das Parlament um einen Gegenvorschlag gefeilscht, der St\u00e4nderat hat die Nationalratsversion abgeschw\u00e4cht, sie war ihm zu teuer. H\u00f6chstens 400 Millionen Franken sind dem St\u00f6ckli eine verbesserte Ausbildung und die Sicherung der Krankenpflege wert<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2042\/kost-und-logis\/schaut-her-ein-kugelschreiber\">Artikel von Ruth Wysseier in der WoZ Nr. 42\/2020 vom 15.10.2020<\/a><\/li>\n<li><strong>Gesundheitspolitik: Geplante Unterversorgung<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Schweiz hat in den letzten Jahren Dutzende Spit\u00e4ler geschlossen und Tausende Betten abgebaut. In der Coronakrise r\u00e4cht sich das. Kommt es jetzt zum Kurswechsel?\u2026\u201d\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2013\/gesundheitspolitik\/geplante-unterversorgung\">Artikel von Renato Beck in der WoZ Nr. 13\/2020 vom 26.03.2020<\/a><\/li>\n<li><strong>Pflege: Chrampfen bis zum Umfallen<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Coronakrise offenbart, was schon vorher ein Skandal war: Menschen in systemrelevanten Berufen wie dem Gesundheitswesen tragen unter schlechten Arbeitsbedingungen ein \u00dcbermass an gesellschaftlicher Last, gesundheitlichen Risiken und Verantwortung<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2013\/pflege\/chrampfen-bis-zum-umfallen\">Artikel von Adrian Riklin in der WoZ Nr. 13\/2020 vom 26.03.2020<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/schweiz\/arbeitsbedingungen-schweiz\/eidgenoessische-volksinitiative-fuer-eine-starke-pflege-pflegeinitiative\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 29. Oktober 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz jahrelangem Kampf f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege ist auf Bundesebene wenig geschehen. Darum hat der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachm\u00e4nner SBK die Pflegeinitiative lanciert. 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