{"id":10296,"date":"2021-11-02T09:33:21","date_gmt":"2021-11-02T07:33:21","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10296"},"modified":"2021-11-02T09:33:23","modified_gmt":"2021-11-02T07:33:23","slug":"brasilien-plante-1971-einen-militaerschlag-gegen-uruguay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10296","title":{"rendered":"Brasilien plante 1971 einen Milit\u00e4rschlag gegen Uruguay"},"content":{"rendered":"<p><em>Mario Schenk. <\/em><strong>Neue Enth\u00fcllungen: Diktatur wollte 1971 im Falle eines Wahlsiegs der uruguayischen Linken das Nachbarland milit\u00e4risch erobern. Die USA unter Pr\u00e4sident Nixon st\u00e4rkten das brasilianische Regime im milit\u00e4rischen Vorgehen.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Die brasilianische Milit\u00e4rdiktatur (1964-1985) hat geplant, das Nachbarland Uruguay im Falle eines Wahlsiegs des linken Parteienb\u00fcndnisses\u00a0Frente Amplio im Jahr 1971 milit\u00e4risch zu erobern. Ziel der geplanten Invasion: Eine weitere linke Regierung nach dem Vorbild von Salvador Allende in Chile oder von Fidel Castro in Kuba in Lateinamerika zu verhindern. Dies\u00a0<a href=\"https:\/\/noticias.uol.com.br\/politica\/ultimas-noticias\/2021\/10\/29\/ditadura-militar-brasil-invasao-uruguai-eua-1971.htm\">berichtet<\/a>\u00a0das brasilianische Nachrichtenportal UOL nach Auswertung von US-Geheimdienstunterlagen.<\/p>\n<p>Danach sollten die brasilianischen Streitkr\u00e4fte das Nachbarland binnen 30 Stunden unter ihre Kontrolle bringen, um einen m\u00f6glichen Beistand Argentiniens f\u00fcr Uruguay zu verhindern. Entsprechend wurde die Invasion auf den Namen &#8222;Operation 30 Stunden&#8220; getauft. Anschlie\u00dfend sollte in Montevideo eine Milit\u00e4rregierung installiert werden.<\/p>\n<p>Die damalige US-Regierung unter dem Republikaner Richard Nixon (1964-1971) habe die Pl\u00e4ne nicht nur mitgetragen, sondern selbst auf milit\u00e4risches Handeln gedr\u00e4ngt, um linke Bewegungen in Lateinamerika zu bek\u00e4mpfen, berichtet UOL weiter. Laut einem geheimen Telegramm des US-Botschafters in Brasilien, Willian Rountree, sollte Brasilien im Fall einer \u00dcbernahme weitere &#8222;Hilfe&#8220; an Uruguay &#8222;in Form von Waffen, Training und Finanzhilfe&#8220; leisten.<\/p>\n<p>Wie aus den Unterlagen zudem hervorgeht, war die milit\u00e4rische Intervention ein Wunsch des amtierenden uruguayischen Pr\u00e4sidenten, Jorge Pacheco Areco (1967-1972), von der reaktion\u00e4ren Colorado-Partei. Dieser bef\u00fcrchtete, der Kandidat der Frente Amplio, L\u00edber Seregni, k\u00f6nnte sich bei den Wahlen als sein Nachfolger durchsetzen. Der Einmarsch brasilianischer Truppen wurde verhindert, weil der rechte Kandidat Juan Mar\u00eda Bordaberry mit 41 Prozent gegen\u00fcber 18 Prozent von Serengi mittels eines Wahlbetrugs gewann. Auch daran seien Brasiliens Machthaber beteiligt gewesen, hei\u00dft es. Zwei Jahre sp\u00e4ter installierte Bordaberry eine blutige Milit\u00e4rdiktatur in Uruguay, die bis 1985 dauerte.<\/p>\n<p>Die Informationen \u00fcber die &#8222;Operation 30 Stunden&#8220; stammen aus einer Sammlung von diplomatischen und geheimdienstlichen Dokumenten aus den 1970er Jahren, die das US-Au\u00dfenministerium im Jahr 2015 freigab. Der damalige US-Pr\u00e4sident Barack Obama hatte die Geheimdienstklassifikation nach einem Besuch seiner brasilianischen Amtskollegin, Dilma Rousseff, herabgestuft. Infolgedessen verbesserten sich die US-brasilianischen Beziehungen.<\/p>\n<p>Bereits damals\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cartacapital.com.br\/politica\/eua-monitoraram-plano-da-ditadura-brasileira-de-invadir-o-uruguai\/\">berichtete<\/a>\u00a0die Zeitschrift Carta Capital unter Berufung auf diese Sammlung, dass die US-Regierungen stets genau \u00fcber die Verbrechen der knapp 20 Jahren andauernden Milit\u00e4rdiktatur in Brasilien unterrichtet waren. US-Diplomaten in Rio de Janeiro informierten Washington regelm\u00e4\u00dfig und detailliert \u00fcber Folter und Morde an Oppositionellen.<\/p>\n<p>Brasiliens Verteidigungsministerium hat die j\u00fcngsten Enth\u00fcllungen bisher nicht kommentiert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Brasilien bisher kein Milit\u00e4r f\u00fcr seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wurde, hat Uruguay vor Langem damit begonnen, seine Milit\u00e4rdiktatur aufzuarbeiten. Von den fast 300 Anklagen im Land\u00a0<a href=\"https:\/\/ladiaria.com.uy\/articulo\/2016\/4\/lento-camino\/\">f\u00fchrten<\/a>\u00a0bislang 42 Prozent zu einer Verurteilung. Erst k\u00fcrzlich wurden sieben ehemalige Offiziere wegen Folter in den Jahren 1975 bis 1977 zu Haftstrafen\u00a0<a href=\"https:\/\/g1.globo.com\/mundo\/noticia\/2021\/06\/04\/uruguai-condena-sete-militares-aposentados-por-crimes-contra-a-humanidade-na-ditadura.ghtml\">verurteilt<\/a>. Drei von ihnen sitzen bereits eine Haftstrafe wegen \u00e4hnlicher Verbrechen ab.<\/p>\n<p><em>#Titelbild: Kriegsvorbereitungen 1971: Brasiliens Pr\u00e4sident Em\u00edlio Garrastazu M\u00e9dici beim Staatsbesuch im Wei\u00dfen Haus bei Richard Nixon. <\/em><strong><em>QUELLE:<\/em><\/strong><a href=\"https:\/\/pt.wikipedia.org\/wiki\/Ditadura_militar_brasileira#\/media\/Ficheiro:Nixon-M%C3%A9dici.gif\"><em>NATIONAL ARCHIVES AND RECORDS ADMINISTRATION<\/em><\/a><em>. <strong>LIZENZ:<\/strong>PUBLIC DOMAIN<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2021\/11\/255273\/brasilien-plaene-invasion-uruguay-1971\"><em>amerika21.de&#8230;<\/em><\/a> <em>vom 2. November 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mario Schenk. Neue Enth\u00fcllungen: Diktatur wollte 1971 im Falle eines Wahlsiegs der uruguayischen Linken das Nachbarland milit\u00e4risch erobern. 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