{"id":10346,"date":"2021-11-06T10:06:18","date_gmt":"2021-11-06T08:06:18","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10346"},"modified":"2021-11-06T10:06:19","modified_gmt":"2021-11-06T08:06:19","slug":"cop-26-revolutioniert-die-klimabewegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10346","title":{"rendered":"COP 26: Revolutioniert die Klimabewegung!"},"content":{"rendered":"<p><em>Rebecca Anderson. <\/em><strong>Die COP26-Klimakonferenz der Staats- und Regierungschefs, die diesen Monat in Glasgow stattfindet, wird als die \u201eletzte Chance, den unkontrollierten Klimawandel in den Griff zu bekommen\u201c, bezeichnet.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Jede Regierung soll im Rahmen des Pariser Abkommens von 2015 nationale Klimapl\u00e4ne vorlegen, um die globale Erw\u00e4rmung unter 1,5 Grad Celsius zu halten.<\/p>\n<p>Doch noch bevor COP26 zusammentreten konnte, enth\u00fcllten zwei \u201eundichte\u201c Stellen die Heuchelei und den Greenwash, die im Mittelpunkt der Konferenz stehen, und wie der Kapitalismus uns in eine Klimakatastrophe treibt.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst lieferten die Pandora Papers weitere Beweise daf\u00fcr, dass die Konzerne, Banken und Milliard\u00e4rInnen der Welt routinem\u00e4\u00dfig sogenannte Offshore-Konten in L\u00e4ndern mit fremder W\u00e4hrung nutzen, um ihre unrechtm\u00e4\u00dfigen Gewinne zu verstecken, w\u00e4hrend sie gleichzeitig behaupten, dass notwendige Ma\u00dfnahmen zur Rettung des Planeten zu teuer oder zu radikal sind.<\/p>\n<p>Dann zeigen 32.000 Greenpeace zugespielte Akten, dass wichtige umweltverschmutzende Nationen und Unternehmen hinter den Kulissen massive Lobbyarbeit betrieben haben, um den Bericht des UN-Klimarates (IPCC) zu verw\u00e4ssern und die Schlussfolgerung zu streichen oder abzuschw\u00e4chen, dass ein rascher Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zusammen mit strengeren Kohlenstoffemissionszielen erforderlich ist.<\/p>\n<p>Diese Beispiel verdeutlichen, dass das Geld eigentlich da w\u00e4re, um eine schnelle Umstellung auf Netto-Null zu finanzieren, und dass andererseits die KapitalistInnenklasse und die Staaten systematisch handeln, um ihren Reichtum, ihre Profite und ihre umweltverschmutzenden Industrien zu erhalten, anstatt daf\u00fcr zu bezahlen.<\/p>\n<p><strong>Druck der VerschmutzerInnen<\/strong><\/p>\n<p>Australien, ein riesiger Kohleexporteur, setzte sich bei den IPCC-WissenschaftlerInnen daf\u00fcr ein, Empfehlungen zur Schlie\u00dfung von Kohlekraftwerken und Verweise auf den negativen Einfluss der LobbyistInnen fossiler Brennstoffe auf die Klimagesetzgebung zu streichen.<\/p>\n<p>Schlimmer noch, zusammen mit der Schweiz widersprach es den Aussagen, dass \u201eEntwicklungsl\u00e4nder\u201c finanzielle Unterst\u00fctzung von wohlhabenderen L\u00e4ndern ben\u00f6tigen w\u00fcrden, um ihre Kohlenstoffemissionen zu reduzieren. Der saudische Regierungsberater stellte sogar die Idee in Frage, dass aus der Energiegewinnung durch fossile Brennstoffe \u00fcberhaupt ausgestiegen werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist auch die britische Regierung keine ehrliche \u201eVermittlerin\u201c: Sie behauptet beispielsweise, dass ihre CO2-Emissionen im Jahr 2020 um fast 11 Prozent gesunken sind. Dies verschleiert jedoch die wirklichen von Gro\u00dfbritannien verursachten Umweltsch\u00e4den.<\/p>\n<p>Viele industrielle Aktivit\u00e4ten wurden in \u00e4rmere L\u00e4nder verlagert, zusammen mit ihrem Kohlenstoffaussto\u00df, aber die Produkte werden wieder nach Gro\u00dfbritannien importiert und die Gewinne weiter an die Mutterkonzerne im imperialistischen Land transferiert.<\/p>\n<p>Ber\u00fccksichtigt man dies, lagen die CO2-Emissionen Gro\u00dfbritanniens im Jahr 2018 bei 8,05 Tonnen pro Kopf, verglichen mit 6,28 Tonnen in China \u2013 und daran sind alle \u201eGro\u00dfm\u00e4chte\u201c schuld, nicht nur China, wie die Tories und ihre Medien behaupten.<\/p>\n<p>Der Klimawandel erfordert eine globale L\u00f6sung, aber der Kapitalismus basiert auf privater Profitmacherei und konkurrierenden Nationalstaaten und kann das Problem daher nicht l\u00f6sen. Die Unternehmen behaupten, eine Netto-Null-Umstellung w\u00fcrde ihre Gewinne schm\u00e4lern oder sie in den Bankrott treiben.<\/p>\n<p>Die imperialistischen L\u00e4nder sch\u00fctzen ihre eigenen Unternehmen und Volkswirtschaften und bem\u00fchen sich, die Kosten f\u00fcr die Verringerung der Kohlenstoffemissionen auf andere L\u00e4nder abzuw\u00e4lzen. Unterdessen treffen die schlimmsten Auswirkungen der Umweltzerst\u00f6rung die \u00e4rmeren halbkolonialen L\u00e4nder, von \u00dcberschwemmungen in Bangladesch bis zur Abholzung der W\u00e4lder in Bolivien.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen jedoch tiefgreifende Emissionssenkungen vornehmen, die das Gro\u00dfkapital grundlegend angreifen. Wir wissen, dass sie l\u00fcgen, verheimlichen und sabotieren werden, um sich zu wehren \u2013 wie sie es in den letzten 50 Jahren getan haben. Wir m\u00fcssen sie also kontrollieren, indem wir sie enteignen, nicht nur hier, sondern weltweit.<\/p>\n<p><strong>Den Widerstand aufbauen<\/strong><\/p>\n<p>Vor der Pandemie nahmen Millionen von Menschen am Klimastreik und an globalen Aktionstagen teil. Auf seinem H\u00f6hepunkt im September 2019 beteiligten sich sechs Millionen Menschen an einer Woche weltweiter Proteste und Arbeitsniederlegungen.<\/p>\n<p>Jetzt r\u00fcckt COP26 die Staats- und RegierungschefInnen der Welt wieder ins Rampenlicht. W\u00e4hrend lokale Aktionen notwendig sind, um das Bewusstsein zu sch\u00e4rfen und die Bewegung aufzubauen, m\u00fcssen unsere Ziele global sein. Ein f\u00fcr Freitag, den 5. November, geplanter internationaler Schulstreik und ein globaler Protest am n\u00e4chsten Tag werden die Verantwortlichen der COP26 zum Handeln auffordern. Es gibt Demonstrationen in Glasgow und in ganz Gro\u00dfbritannien. Glasgower Bahn-, M\u00fcll- und SchularbeiterInnen haben ihre Streiks auf den Tag von COP26 gelegt.<\/p>\n<p>Auf den Demos am 5. und 6. November sollten wir Massenversammlungen abhalten, auf denen StudentInnen, GewerkschafterInnen und AktivistInnen weitere Aktionen vereinbaren und Delegierte f\u00fcr ein laufendes Klimaaktionskomitee w\u00e4hlen k\u00f6nnen, das auf dem Schwung der COP26-Proteste aufbauen und eine wirksame Strategie f\u00fcr den Kampf f\u00fcr Netto-Null entwickeln kann. Das bedeutet, sich an die ArbeiterInnenklasse zu wenden. Die Lohnabh\u00e4ngigen verf\u00fcgen \u00fcber die Macht, die Produktion stillzulegen, von den Bossen zu verlangen, auf kohlenstofffreie Technologien umzusteigen, und letztlich die Kontrolle zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende der britischen Labour-Party, Keir Starmer, weigert sich jedoch selbst, die Verstaatlichung der gro\u00dfen sechs Energieunternehmen in Britannien in Betracht zu ziehen, obwohl die Labourkonferenz daf\u00fcr gestimmt hat. Der Vorsitzende der Gewerkschaft GMB (General, Municipal, Boilermakers and Allied Trade Union; 600 000 Mitglieder), Gary Smith, unterst\u00fctzt den Ausbau von Flugh\u00e4fen und Fracking, obwohl seine Mitglieder der gleichen Umweltkatastrophe ausgesetzt sind wie wir alle.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen diese reformistischen F\u00fchrerInnen, die kurzfristige Gewinne \u00fcber das strategische Ziel der Rettung des Planeten stellen, politisch bek\u00e4mpfen und ersetzen. Um eine Bewegung aufzubauen, die einen globalen Systemwandel herbeif\u00fchren kann, m\u00fcssen wir auch unsere eigenen Organisationen politisch und programmatisch neue Ausrichten. Denn ein Systemwandel erfordert einen Bruch mit dem Kapitalismus, ein Programm von \u00dcbergangsforderungen, das im\u00a0revolution\u00e4ren Sturz dieses Systems m\u00fcndet, um den sozialistischen \u00dcbergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu planen und die Ungleichheit f\u00fcr immer zu beseitigen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2021\/11\/05\/cop-26-revolutioniert-die-klimabewegung\/\"><em>arbeiterinnenmacht.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 6. November 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rebecca Anderson. 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