{"id":10403,"date":"2021-11-18T09:06:49","date_gmt":"2021-11-18T07:06:49","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10403"},"modified":"2021-11-18T09:06:51","modified_gmt":"2021-11-18T07:06:51","slug":"cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10403","title":{"rendered":"COP26: Alarmstufe Rot f\u00fcr das Klima und die kapitalistische Heuchelei"},"content":{"rendered":"<p><em>Juan Duarte &amp; Santiago Ben\u00edtez Vieyra. <\/em><strong>Der IPCC-Bericht und die Klimakonferenz COP26 in Glasgow verdeutlichen den Ernst der Klimakrise und den Zynismus der kapitalistischen Regierungen. Welche strategischen Alternativen gibt es, um die Zerst\u00f6rung des Planeten zu verhindern?<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><em>Vorbemerkung der Redaktion von KgK: Der vorliegende Artikel wurde zuerst\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.laizquierdadiario.com\/COP26-alerta-roja-climatica-y-postales-de-la-hipocresia-capitalista\"><strong><em>am 7.11.2021 bei Ideas de Izquierda<\/em><\/strong><\/a><em>\u00a0auf Spanisch ver\u00f6ffentlicht. Erst nach der Ver\u00f6ffentlichung des Artikels ging der COP26-Klimagipfel in Glasgow zu Ende. Sein Ergebnis ist ern\u00fcchternd: Kohlekraft und Subventionen f\u00fcr fossile Brennstoffe sollen als Ziel nur \u201ereduziert\u201c, nicht abgeschafft werden. Zwar sieht das Abschlussdokument vor, die Emissionen bis 2030 um 45 Prozent und bis 2050 auf Null zu reduzieren, Die Industriel\u00e4nder werden aufgefordert, ihr Versprechen einzul\u00f6sen, armen L\u00e4ndern j\u00e4hrlich 100 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels bereitzustellen. Bindend ist dies und andere Beschl\u00fcsse jedoch nicht. Die Ergebnisse der COP26 offenbaren erneut, dass die imperialistischen M\u00e4chte und die kapitalistischen Staaten der Welt sich zwar formal verpflichten, Klimafolgesch\u00e4den zu reduzieren, zu finanzieren und zu lindern, aber nur insofern das ihnen erm\u00f6glicht, ihre Gesch\u00e4fte weiterzuf\u00fchren. Sie setzen auf einen \u201egr\u00fcnen\u201c Kapitalismus des Emissionshandels und des Marktes f\u00fcr erneuerbare Energien. Die tats\u00e4chlichen Interessen der gro\u00dfen Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung in der Bek\u00e4mpfung des Klimawandels werden weiter diesem Profitinteresse geopfert. Warum das so ist und welche Alternative es dazu gibt, das beschreiben Juan Duarte und Santiago Ben\u00edtez Vieyra im folgenden Artikel.<\/em><\/p>\n<p><strong>***<\/strong><\/p>\n<p>Vom Sonntag, den 31. Oktober, bis zum 12. November fand in Glasgow, Schottland, die 26. Konferenz der Vertragsparteien (COP26) statt, die durch das Rahmen\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber Klima\u00e4nderungen von 1992 f\u00fcr die internationale Zusammenarbeit im Klimabereich eingerichtet wurde. Dieser Gipfel ist bis jetzt der gr\u00f6\u00dfte, was die Zahl der Delegationen angeht, und wird von den Medien als \u201eder bisher Wichtigste\u201c bezeichnet. Die Bedeutung liegt in der sich verschlimmernden Klimakrise im Zusammenhang mit der globalen Temperaturerh\u00f6hung und der Pandemie, zwei Nebenprodukten des Verh\u00e4ltnisses des Kapitalismus zur Natur. Die Konferenz f\u00e4llt aber auch mit der j\u00fcngsten Ver\u00f6ffentlichung des Sechsten Berichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses f\u00fcr Klima\u00e4nderungen der Vereinten Nationen (IPCC) zusammen.<\/p>\n<p>IPCC-Bericht: Alarmstufe Rot und dringende Notwendigkeit einer Handbremse<\/p>\n<p>Am 9. August wurde der erste Teil des Sechsten Sachstandsberichts (AR6) des IPCC mit dem Titel \u201eClimate Change 2021: The Physical Science Basis\u201c (Klimawandel 2021: Die physikalischen Grundlagen) ver\u00f6ffentlicht, an dem 234 Autor:innen der Arbeitsgruppe 1 mitgewirkt haben, die seit 2016 14.000 wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen untersucht haben. Der zweite Teil \u00fcber \u201eAuswirkungen\u201c (Gruppe 2) wird im Februar 2022 und der dritte Teil \u00fcber \u201eAbschw\u00e4chung\u201c im M\u00e4rz 2022 ver\u00f6ffentlicht. Die Entw\u00fcrfe beider Berichte sind durchgesickert und zeigen, wie ernst die Lage ist, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um eine zwischenstaatliche Einrichtung handelt, die von der UNO abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Der ver\u00f6ffentlichte erste Teil des Berichts liefert vor allem wissenschaftliche Beweise f\u00fcr die Ernsthaftigkeit der Klimakrise. Zweifel bestehen im Bericht nur in Bezug auf das Ausma\u00df der Katastrophe. Im ersten und optimistischsten der f\u00fcnf Szenarien (SSP1-1.9) \u2013 in dem angenommen wird, dass die Kohlendioxid (CO2)-Emissionen bis 2050 auf Null reduziert werden \u2013 steigt die globale Durchschnittstemperatur bis 2040 auf 1,5\u00b0C gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau und bleibt bis zum Ende des Jahrhunderts zwischen 1,2-2\u00b0C. Dennoch sind die klimatischen Folgen katastrophal. Extreme Wetterereignisse wie Starkniederschl\u00e4ge, Rekord\u00fcberschwemmungen, Hitzewellen, D\u00fcrren, Monsune, Megast\u00fcrme usw. w\u00fcrden sich h\u00e4ufen; die Gletscherschmelze und der Anstieg des Meeresspiegels w\u00e4ren f\u00fcr Jahrtausende unumkehrbar. Alle Regionen und \u00d6kosysteme der Welt w\u00e4ren davon betroffen, mit katastrophalen Folgen f\u00fcr das Leben auf der Erde. Das zweite Szenario (SSP1-2.6) ist ebenfalls optimistisch und sieht eine Temperaturerh\u00f6hung von knapp unter 2\u00b0C vor. Doch sie birgt noch viel gr\u00f6\u00dfere Gefahren. Die anderen drei stehen eher im Einklang mit den aktuellen Trends im Kapitalismus, bedrohen aber direkt die Existenz der Menschheit. Der f\u00fcnfte (SSP1-8.5) impliziert eine Erw\u00e4rmung von 3,3 bis 5,7\u00b0C, was absolut katastrophal w\u00e4re.<\/p>\n<p>Aber auch die durchgesickerten Stellen in den anderen beiden Teilberichten sind bedeutsam und aufschlussreich. Der Entwurf des zweiten Teils, der sich mit den \u201eAuswirkungen\u201c befasst, warnt laut Agence France-Presse, die den Text erhalten hat, dass diese gro\u00dfen Klimaschocks \u201edie Umwelt drastisch ver\u00e4ndern und die meisten Arten ausl\u00f6schen w\u00fcrden, was die Frage aufwirft, ob die Menschheit die Saat f\u00fcr ihren eigenen Untergang s\u00e4t\u201c. In dem Papier hei\u00dft es w\u00f6rtlich: \u201eDas Leben auf der Erde kann sich von gr\u00f6\u00dferen Klimaver\u00e4nderungen erholen, indem sich neue Arten entwickeln und neue \u00d6kosysteme entstehen. Die Menschheit kann das nicht.\u201c Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass \u201ewir einen Wandel brauchen, der sich auf Prozesse und Verhaltensweisen auf allen Ebenen auswirkt: individuell, gemeinschaftlich, unternehmerisch, institutionell und staatlich. Wir m\u00fcssen die Art und Weise, wie wir leben und konsumieren, neu definieren.\u201c Es sei darauf hingewiesen, dass die \u201eoptimistischen\u201c Szenarien des Temperaturr\u00fcckgangs von der Einf\u00fchrung k\u00fcnftiger CO2-Abscheidungstechnologien ausgehen. Diese unsicheren und sogar umstrittenen Annahmen bergen \u2013 genau wie der Appell an dieselben kapitalistischen Regierungen, die uns hierher gebracht haben \u2013 ein hohes Ma\u00df an Zynismus.<\/p>\n<p>Aber bedeutet das, dass es keinen Ausweg gibt? Ganz und gar nicht. Das bedeutet, dass alles getan werden muss, um das \u00dcberschreiten der 1,5\u00b0C-Grenze zu vermeiden. Die Zeit ist noch da, aber sie wird immer k\u00fcrzer. Vor allem aber wird der Widerspruch zwischen den notwendigen und dringenden Ma\u00dfnahmen und den Tendenzen und Bed\u00fcrfnissen des Kapitalismus noch deutlicher.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f1\"><strong><sup>1<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Der durchgesickerte Entwurf des dritten Teils befasst sich mit den Ma\u00dfnahmen der \u201eAbschw\u00e4chung\u201c des Klimawandels. Obwohl die hypothetischen technologischen Verbesserungen, die eine relative Dekarbonisierung erm\u00f6glichen w\u00fcrden, absolut notwendig sind, w\u00fcrden sie nicht ausreichen, um unter 1,5\u00b0C zu bleiben. Ein gesellschaftlicher \u00dcbergang zu anderen Produktions- und Konsumformen ist erforderlich. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/ctxt.es\/es\/20210701\/Firmas\/36562\/ola-de-calor-lytton-record-temperatura-bordera-IPCC.htm\"><strong>Onlinezeitung CTXT<\/strong><\/a>\u00a0hat dieses von\u00a0<em>Scientist Rebellion\u00a0<\/em>zur Verf\u00fcgung gestellte Dokument geleakt, in dem es hei\u00dft, dass \u201ekeine neuen Kohle- oder Gaskraftwerke gebaut werden sollten und bestehende Kraftwerke ihre Lebensdauer verk\u00fcrzen sollten\u201c und dass\u00a0<strong>\u201eeinige Wissenschaftler:innen betonen, dass der Klimawandel durch die industrielle Entwicklung verursacht wird, und zwar durch die Art der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, die durch die nicht nachhaltige Natur der kapitalistischen Gesellschaft hervorgerufen wird\u201c<\/strong>. Neben der sofortigen Beendigung der F\u00f6rderung fossiler Brennstoffe ist es notwendig, die globale Energiematrix insgesamt zu ver\u00e4ndern, die St\u00e4dte und den Verkehr neu zu gestalten, den Fleischkonsum zu reduzieren und die Produktion von Kunststoffen drastisch zu verringern. Mit anderen Worten: ein \u00dcbergang zu einem wirklich nachhaltigen System. In dem Dokument wird auch die Frage der \u201eKlimagerechtigkeit\u201c als zentraler Teil des Problems hervorgehoben: \u201eDie obersten 10 Prozent der CO2-Emittenten (die reichsten 10 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung, pro Kopf) tragen 36-45 Prozent der Treibhausgase bei, w\u00e4hrend die \u00e4rmsten 10 Prozent nur 3-5 Prozent beitragen.\u201c Das Dokument\u00a0<a href=\"https:\/\/monthlyreview.org\/2021\/10\/01\/mr-073-05-2021-09_0\/\"><strong>betont auch die Notwendigkeit eines \u201egerechten \u00dcbergangs\u201c<\/strong><\/a>, bei dem \u201eArbeiter:innen, die Gemeinschaften an der vordersten Front [des Klimawandels, A.d.\u00dc.] und schwache Sektoren auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft nicht zur\u00fcckgelassen werden.\u201c<\/p>\n<p>Was seit 1992, dem Jahr der UNO-Rahmenkonvention, geschehen ist, zeigt die gegenl\u00e4ufigen Tendenzen des Kapitalismus. Seit dem Kyoto-Protokoll von 1997 sind 50 Prozent der gesamten CO2-Emissionen seit Beginn des Industriezeitalters (1750) in die Atmosph\u00e4re gelangt, und allein in den letzten sieben Jahren wurden 10 Prozent emittiert. Nach dem Pariser Gipfel 2015 wurde sogar der gr\u00f6\u00dfte Anstieg der CO2-Emissionen in der Geschichte des Kapitalismus verzeichnet. Mit anderen Worten: 30 verlorene Jahre bei der Bek\u00e4mpfung der globalen Erw\u00e4rmung, die von den kapitalistischen Konzernen gewonnen wurden, um weiter Gesch\u00e4fte zu machen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist Exxon Mobil, das gr\u00f6\u00dfte \u00d6l- und Gasunternehmen der Welt, das laut internen Dokumenten seit 1977 die Auswirkungen der CO2-Anreicherung auf das Klima genau berechnet. Nichtsdestotrotz setzt es sich seither daf\u00fcr ein, die Beweise zu diskreditieren.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f2\"><strong><sup>2<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die Worte von UN-Generalsekret\u00e4r Antonio Guterres verdeutlichen den Ernst der Lage: Der IPCC-Bericht sei \u201edie Alarmstufe Rot f\u00fcr die Menschheit\u201c, sagte er. Ob die COP26 dieser Aufgabe gewachsen ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.<\/p>\n<p><strong>Hochstaplerei und \u201eBusiness as usual\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Ziele der COP26 in Glasgow laut der UNO sind: 1) Vermeidung eines globalen Temperaturanstiegs von mehr als 1,5\u00b0C durch \u201ek\u00fchne und rasche Emissionssenkungen\u201c und Netto-Null-Verpflichtungen; 2) Erh\u00f6hung der Gesamtausgaben f\u00fcr die Anpassung an den Klimawandel auf internationaler Ebene um mindestens die H\u00e4lfte; 3) Erf\u00fcllung der bestehenden Verpflichtung, jedes Jahr 100 Milliarden Dollar an Klimafinanzierung aufzubringen, damit die Entwicklungsl\u00e4nder in gr\u00fcne Technologien investieren und ihr Leben vor den sich verschlechternden Klimaauswirkungen sch\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch schon vor Glasgow gab das G20-Treffen den Ton an: Nur 12 L\u00e4nder verpflichteten sich, bis 2050 keine Emissionen zu verursachen (China und Saudi-Arabien nur formell und erst im Jahr 2060). Was bis 2030 halbiert werden m\u00fcsste, wird stattdessen um weitere 15 Prozent wachsen. Sie haben sich auch zum ersten Mal dem neoliberalen Mechanismus des \u201eEinsatzes von Anreizen und Mechanismen zur Bepreisung von Kohlenstoff\u201c als m\u00f6gliches Instrument gegen den Klimawandel angeschlossen, und Boris Johnson sagte, dass sie die 100 Milliarden nicht aufbringen werden.<\/p>\n<p>Wie der\u00a0<em>Guardian<\/em>\u00a0anmerkt, \u201ekann man diesem COP nicht vorwerfen, dass ihm ein klarer Erz\u00e4hlbogen fehlt. Die Ver\u00f6ffentlichung von Anzeigen wurde geschickt eingef\u00e4delt, um den Eindruck von Fortschritt zu erwecken.\u201c Gro\u00dfartige Inszenierung.<\/p>\n<p>Von den gro\u00dfen Emissionsl\u00e4ndern hielt Joe Biden, Pr\u00e4sident des zweitgr\u00f6\u00dften Emittenten (Kopf an Kopf mit China), eine gro\u00dfspurige Rede. Allerdings wurde er durch das Clean Electricity Performance Program (CEPP) von einem Senator aus seiner eigenen Partei, einem Lobbyisten der fossilen Industrie, in den Schatten gestellt. Narendra Modi, Indiens Premierminister (f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfter Emittent), versprach, dass sein Land bis 2030 die H\u00e4lfte seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien decken und bis\u2026 2070 emissionsfrei sein wird. China, Russland und Brasilien (die dritt- und viertgr\u00f6\u00dften Emittenten) waren nicht anwesend.<\/p>\n<p>Diese Woche gingen sie so weit, eine Verpflichtung zur Beendigung der Entwaldung bis\u2026 2030 zu unterzeichnen. Allerdings war eine \u00e4hnliche Verpflichtung bereits 2014 unterzeichnet worden. Die Agrarindustrie machte problemlos weiter und verursachte sogar die Covid-19-Pandemie durch die Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen und die Freisetzung von Viren durch Zoonose (im Falle Argentiniens, einem der gr\u00f6\u00dften Abholzungsverursacher, gibt es sogar eine fr\u00fchere Gesetzgebung, die von der Agrarindustrie bis heute problemlos umgangen wird).<\/p>\n<p>Eine Verpflichtung zur Verringerung der Methangasemissionen wurde auch von 100 L\u00e4ndern unterzeichnet, darunter die USA, Brasilien und Argentinien (dessen Regierung das Gesetz \u00fcber Feuchtgebiete, das neben der Viehzucht zu den Hauptverursachern von Methangasemissionen geh\u00f6rt). Dar\u00fcber hinaus haben sich 40 L\u00e4nder (darunter Polen, ein Gro\u00dfverbraucher) verpflichtet, Kohlekraftwerke zwischen 2030 und 2040 auslaufen zu lassen, w\u00e4hrend die USA, China, Australien und Indien, die Hauptverbraucher und -exporteure, dies noch nicht getan haben.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f3\"><strong><sup>3<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Auf den Stra\u00dfen von Glasgow demonstrierten am 5. und 6. November Zehntausende und forderten dringende Ma\u00dfnahmen. Greta Thunberg war lapidar: \u201eEs ist kein Geheimnis, dass die COP26 gescheitert ist [\u2026] Viele fragen sich, was n\u00f6tig ist, damit die M\u00e4chtigen aufwachen [\u2026] Aber um es klar zu sagen: Sie sind bereits aufgewacht. Sie wissen genau, was sie tun [\u2026] Es scheint, dass ihr Hauptziel darin besteht, weiterhin f\u00fcr den Status quo zu k\u00e4mpfen. Es handelt sich nicht mehr um eine Klimakonferenz, sondern um ein Greenwashing-Festival des globalen Nordens. Eine zweiw\u00f6chige Feier des \u2018Business as usual\u2019 und \u2018bla, bla, bla\u2019.\u201c Die bisherigen Fakten geben Greta Recht.<\/p>\n<p><strong>Erneuerbare Energien und \u201egr\u00fcner\u201c Kapitalismus<\/strong><\/p>\n<p>Die COP ist auch zu einer Gesch\u00e4ftsplattform f\u00fcr den \u201egr\u00fcnen\u201c Wandel geworden. Der Fall der argentinischen Regierung, die mit dem Bergbaugiganten Fortescue eine Wahlkampfank\u00fcndigung zur Produktion und zum Export von gr\u00fcnem Wasserstoff gemacht hat, ist nur ein Beispiel. Einw\u00e4nde gegen die Notwendigkeit von antikapitalistischen Ma\u00dfnahmen werden mit dem Beispiel erneuerbarer Energien begr\u00fcndet. Wie Daniel Tanuro<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f4\"><strong><sup>4<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0betont, ist der Anteil der erneuerbaren Energien in den letzten zwanzig Jahren um durchschnittlich 13,2 Prozent pro Jahr gestiegen, und laut der Internationalen Energieagentur (IEA) werden im n\u00e4chsten Jahrzehnt mehr als 80 Prozent der Energieinvestitionen in diesen Bereich flie\u00dfen. Es ist jedoch eine L\u00fcge, dass der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen \u201efortgeschritten\u201c ist: Zwischen 2009 und 2019 sank der Anteil der fossilen Brennstoffe nur von 80,3 auf 80,2 Prozent; der Anteil der Kohle sank zwischen 1999 und 2019 um durchschnittlich nur 0,3 Prozent pro Jahr, w\u00e4hrend Erdgas um 2,6 Prozent und \u00d6l um 1,5 Prozent zunahmen (2014-2019). Erneuerbare Energien decken nur einen Teil des frenetischen Energieverbrauchs, der unter anderem durch\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/produktionsketten-engpaesse-und-strategische-positionen\/\"><strong>globale Just-in-time-Ketten<\/strong><\/a>\u00a0angetrieben wird. Diese streben nach der maximalen Ausbeutung des Mehrwerts durch die Ausbeutung billiger Arbeitskr\u00e4fte \u00fcberall auf der Welt und durch die anarchische Produktion von Wegwerf-Konsumg\u00fctern. Selbst Spekulationsgesch\u00e4fte nehmen solch irrationale Formen des Energieverbrauchs an wie das Bitcoin-Mining. Der Verbrauch des Milit\u00e4rs und irrationale, luxuri\u00f6se Verkehrsmittel (mit Jeff Bezos\u2018 rasanten Reisen in den Weltraum als Extrembeispiel) sind weitere Quellen von Verbrauch und Emissionen. Die H\u00e4lfte der Luftverkehrsemissionen stammt von den reichsten 1 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Der Fall China veranschaulicht den Widerspruch zwischen dem gr\u00fcnen Wandel und der kapitalistischen Akkumulation: China ist der gr\u00f6\u00dfte Produzent von Photovoltaikzellen, k\u00fcndigte Dekarbonisierungsziele (bis zum H\u00f6hepunkt im Jahr 2030) und den Stopp des Baus von Kohlekraftwerken im Ausland an. Angesichts der Nachfrage nach Strom f\u00fcr die Produktion hat das Unternehmen jedoch die heimische Kohleproduktion aufgrund der steigenden Kosten f\u00fcr russisches Gas erh\u00f6ht und plant den Bau von 43 Kraftwerken in verschiedenen Teilen der Welt.<\/p>\n<p>In den USA sieht es nicht viel anders aus: Biden hat bereits jeden Flirt mit dem Green New Deal aufgegeben und in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr als 2000 neue Genehmigungen f\u00fcr die Erschlie\u00dfung von \u00d6l- und Gasvorkommen auf \u00f6ffentlichem und Stammesland erteilt (bis Ende des Jahres sollen 6000 Genehmigungen erteilt werden). Gleichzeitig verbraucht das imperialistische US-Milit\u00e4r mehr fossile Brennstoffe und st\u00f6\u00dft mehr umweltsch\u00e4dliche Gase aus als 140 L\u00e4nder zusammen.<\/p>\n<p>Insgesamt sch\u00e4tzen die Vereinten Nationen selbst, dass 15 L\u00e4nder (darunter die USA) planen, die Produktion fossiler Brennstoffe bis 2030 im Vergleich zum Pariser Klimaabkommen mehr als zu verdoppeln: 240 Prozent mehr Kohle, 57 Prozent mehr \u00d6l und 71 Prozent mehr Gas.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f5\"><strong><sup>5<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Einen Monat vor Beginn der COP26 hatten die Organisator:innen angek\u00fcndigt, dass die gro\u00dfen \u00d6lgesellschaften nicht am Gipfel teilnehmen w\u00fcrden. Die Nachricht wurde als Sieg f\u00fcr Umweltsch\u00fctzer:innen gewertet, die ihren Ausschluss gefordert hatten. Nach Angaben von Friends of the Earth Scotland gelang es jedoch Unternehmen wie British Petroleum, Chevron, Equinor, Rio Tinto und anderen, sich unter dem Dach eines im Rahmen des Gipfels selbst eingerichteten \u201eBusiness Hub\u201c einzuschleichen. Eine Fassade f\u00fcr den Handel mit Treibhausgasemissionen und dubiosen Kompensationsprogrammen.<\/p>\n<p><strong>Argentinien: Greenwashing, Leugnung der Rolle der Agrarindustrie und falsche L\u00f6sungen<\/strong><\/p>\n<p>Wo steht Argentinien bei den Treibhausgasemissionen? Die Zeitung\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pagina12.com.ar\/375831-donde-se-ubica-argentina-en-el-ranking-historico-del-calenta\"><strong>P\u00e1gina 12<\/strong><\/a>\u00a0zitierte folgende Daten der Seite\u00a0<a href=\"https:\/\/www.carbonbrief.org\/analysis-which-countries-are-historically-responsible-for-climate-change\"><strong>carbonbrief.org<\/strong><\/a>: 8,6 Gigatonnen CO2-Emissionen, weniger als andere periphere L\u00e4nder wie Mexiko (20,6) oder Polen (28,1) und weit weniger als die USA (402) oder China (241,8). Ber\u00fccksichtigt man aber die Landnutzung, so liegt Argentinien bei den historischen Emissionen mit zus\u00e4tzlichen 23,7 Gigatonnen (insgesamt 32,3 Gt) auf Platz 14.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f6\"><strong><sup>6<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0\u201eArgentinien ist mit 39 Millionen Hektar das sechstgr\u00f6\u00dfte Land der Welt, was die Anbaufl\u00e4che angeht. Nach offiziellen Angaben geh\u00f6rt das Land zu den zehn L\u00e4ndern mit dem h\u00f6chsten Netto-Waldverlust im Zeitraum 2000-2015. Die am st\u00e4rksten betroffene Region ist der Parque Chaque\u00f1o, der nach dem Amazonasgebiet der zweitgr\u00f6\u00dfte Abholzungsherd in der Region ist\u201c, hei\u00dft es dort. Dies steht in krassem Gegensatz zu den leugnenden Behauptungen von Minister Juli\u00e1n Dom\u00ednguez \u00fcber die Rolle der Agrarindustrie. Auf Twitter erkl\u00e4rte er, dass \u201edie agrar-bioindustriellen Systeme unseres Landes Teil der L\u00f6sung und nicht des Problems sind\u201c.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.argentina.gob.ar\/ambiente\/cambio-climatico\/contribucion-nacional\"><strong>Offiziellen Angaben<\/strong><\/a>\u00a0zufolge ist die Agrar- und Bioindustrie der Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen im Land: 9,8 Prozent aufgrund von Landnutzungs\u00e4nderungen, 21,6 Prozent aufgrund der Viehzucht und 5,8 Prozent aufgrund der Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Dominguez\u2018 \u00c4u\u00dferungen sind kein Einzelfall: Die BBC prangerte Versuche von Argentinien, Brasilien, Saudi-Arabien, Japan und Australien an, wissenschaftliche Daten aus dem Sechsten Bericht des IPCC \u00fcber die Rolle des Fleischkonsums bei den Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen zu entfernen.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f7\"><strong><sup>7<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die Regierung von Alberto Fernandez versucht, die Verantwortung f\u00fcr die globale Erw\u00e4rmung von ihrer Politik der Rohstoffausbeutung abzukoppeln. Ihr Programm umfasst nicht nur die bereits erw\u00e4hnte Agrarindustrie, sondern auch die Ausbeutung von Offshore-Kohlenwasserstoffen, die Bereitstellung von Millionen an staatlichen Subventionen f\u00fcr das Fracking in Vaca Muerta (von der UN selbst als \u201eKohlenstoffbombe\u201c bezeichnet), den umweltsch\u00e4dlichen Mega-Bergbau und sogar pandemische Mega-Schweinefarmen zusammen mit China. Die Ank\u00fcndigung der Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff mit Fortescue w\u00e4hrend der COP26 ist Teil der gleichen Rohstoffexportstrategie, um die unrechtm\u00e4\u00dfigen und illegalen Schuldenzahlungen an den IWF zu begleichen. Der Vorschlag der Regierung f\u00fcr einen \u201egerechten \u00dcbergang\u201c fordert den \u201eTausch von Finanzschulden gegen \u00f6kologische Schulden\u201c.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f8\"><strong><sup>8<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Dieser neoliberale Mechanismus setzt auf Marktl\u00f6sungen, die nicht nur v\u00f6llig unzureichend sind, wie der IPCC zeigt, sondern auch auf der Kommodifizierung der Natur und der Anerkennung kolonialer Mechanismen wie Schulden beruhen. Doch sie sind illegitim und illegal und k\u00f6nnten souver\u00e4n missachtet werden, wie es die Front der Linken \u2013 Einheit (FIT-U) vorschl\u00e4gt, als Teil eines Gesamtplans, der einen Teil dieser Ressourcen f\u00fcr eine energetische und agrar\u00f6kologische Transformation vorsieht.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f9\"><strong><sup>9<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Doch all das passt nicht zu den Pl\u00e4nen der Regierung und ihrer Hingabe an US-Pr\u00e4sident Biden. Vielmehr sehen sie die M\u00f6glichkeit, Gesch\u00e4fte zu machen, um ihre Strategie der Rohstoffausbeutung zu vertiefen.<\/p>\n<p><strong>COP26 sagt \u201eblah blah blah\u201c, aber was sind die konkurrierenden Strategien?<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der globalen Krise, die durch den Klimawandel verursacht wird, schwankt der Kapitalismus zwischen zwei Strategien: auf der einen Seite eine Kampagne der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Auch wenn diese Kampagne mit Vertreter:innen wie Javier Milei in Argentinien oft l\u00e4cherlich wirkt, ist sie doch allgegenw\u00e4rtig, wie die Jahre der Trump-Regierung in den USA oder Jair Bolsonaro in Brasilien zeigen. Die zweite Strategie, die auf jedem Gipfeltreffen zum Einsatz kommt, ist die Idee eines \u201egr\u00fcnen\u201c oder \u201enachhaltigen Kapitalismus\u201c, der sich auf internationale Vereinbarungen st\u00fctzt, die nur wenige echte Verpflichtungen beinhalten. Diese \u00d6kologisierung des Kapitalismus beruht auf der Anerkennung der Umweltzerst\u00f6rung und der Notwendigkeit, einen Teil des \u201eNaturkapitals\u201c als Strategie zur Verbesserung des Wirtschaftswachstums wiederherzustellen. Naturkapital ist ein Konzept, das das \u00f6konomische Kapital erweitert, indem es einem \u00d6kosystem oder den \u201eDienstleistungen\u201c, die \u00d6kosysteme f\u00fcr das menschliche Leben erbringen, einen Geldwert zuweist. In dieser Denkweise hat die Natur einen realen Tauschwert, und die Schaffung von Kohlenstoffgutschriften oder -tauschgesch\u00e4ften auf Kosten der \u201eNichtverschmutzung\u201c ist logisch. Es ist also kein Zufall, dass Gipfeltreffen wie die COP26 von gro\u00dfen kapitalistischen Unternehmen und den Regierungen der gr\u00f6\u00dften Umweltverschmutzer der Erde dominiert werden.<\/p>\n<p>Der gr\u00fcne Diskurs konzentriert sich auf die Notwendigkeit steuerlicher Anreize f\u00fcr die Energiewende und verschweigt die Tatsache, dass die Reduzierung der Treibhausgasemissionen in den meisten F\u00e4llen durch die Verlagerung der Produktion in periphere L\u00e4nder erreicht wird. Die von den Gipfeln und den \u201egr\u00fcnen\u201c Agenden der Regierungen diktierten Ma\u00dfnahmen werden nur so lange umgesetzt, wie sie die Gesch\u00e4fte und Interessen der gro\u00dfen Konzerne, den Welthandel und die kapitalistische Produktion nicht beeintr\u00e4chtigen. Die Heuchelei wird auf die Spitze getrieben: Wie wir bereits angedeutet haben, beruhen mehrere der vereinbarten Emissionsreduktionsziele auf dem Versprechen, dass in Zukunft Technologien entwickelt werden, mit denen CO2 in gro\u00dfem Ma\u00dfstab aus der Atmosph\u00e4re zur\u00fcckgewonnen werden kann. Hinzu kommen weitere Anpassungs- und Abschw\u00e4chungstechnologien, die nur die Bereitschaft des Gro\u00dfkapitals offenbaren, ihre Gesch\u00e4fte weiterzuf\u00fchren, w\u00e4hrend sie auf eine Wunderl\u00f6sung warten. Das Oxymoron \u201egr\u00fcner Kapitalismus\u201c verschleiert die Tatsache, dass es unm\u00f6glich ist, die Klimakrise zu l\u00f6sen, ohne die Gewinne der Unternehmen zu beeintr\u00e4chtigen. Das Wesen des Kapitalismus ist die Ausweitung des Profits und der Akkumulation um jeden Preis. Selbst wenn diese Kosten die materielle Zerst\u00f6rung des Planeten bedeuten.<\/p>\n<p>Greta Thunbergs Aussagen zur COP26, oder von Bewegungen wie Fridays for Future und anderen Jugendbewegungen, machen an dieser Stelle Sinn: \u201eEs sollte offensichtlich sein, dass wir eine Krise nicht mit denselben Methoden l\u00f6sen k\u00f6nnen, die uns \u00fcberhaupt erst in die Krise gebracht haben\u201c. Dies ist eine korrekte Anprangerung des kapitalistischen Systems als Ursache der aktuellen \u00f6kologischen Krise. Allerdings fehlt diesen Bewegungen noch eine Strategie, um sie zu \u00fcberwinden. Wir k\u00f6nnen den Kampf um das Schicksal des Planeten nicht auf die simple Anprangerung und Forderung an die politischen Vertreter:innen des Kapitals reduzieren, dringende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. Angesichts der Irrationalit\u00e4t des Kapitalismus und der Regierungen, die nur die Interessen der Konzerne verteidigen, besteht ein klarer Bedarf an drastischen und dringenden Ma\u00dfnahmen durch eine rationale Planung der Weltwirtschaft oder, wie Marx sagen w\u00fcrde, durch \u201edie Einf\u00fchrung der Vernunft in die Sph\u00e4re der wirtschaftlichen Beziehungen\u201c.<\/p>\n<p>Die Durchsetzung dieser Ma\u00dfnahmen ist nur m\u00f6glich, wenn die Planung der Wirtschaft in den H\u00e4nden der einzigen Klasse liegt, die aufgrund ihrer objektiven Situation und ihrer materiellen Interessen in der Lage ist, den Rest der unterdr\u00fcckten Sektoren zu f\u00fchren, um eine Katastrophe zu vermeiden: die Arbeiter:innenklasse. Kleine, aber sehr wichtige Beispiele wie der emblematische\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/wir-arbeiterinnen-sind-fuer-den-oekologischen-uebergang-aber-nicht-in-den-haenden-der-kapitalistinnen\/\"><strong>Streik der \u00d6larbeiter:innen von Grandpuits<\/strong><\/a>\u00a0gegen den Giganten Total in Frankreich oder die beginnende, aber wichtige Erfahrung von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.laizquierdadiario.com\/Trabajadores-de-Madygraf-con-Folguera-Una-fabrica-puede-funcionar-y-no-contaminar\"><strong>Madygraf in Argentinien<\/strong><\/a>\u00a0zeigen dies klar. Die Arbeiter:innenklasse in ihrer ganzen Heterogenit\u00e4t \u2013 einschlie\u00dflich der verschiedenen Nationalit\u00e4ten, der indigenen V\u00f6lker und des Kampfes der Frauen gegen die patriarchalische Unterdr\u00fcckung \u2013 hat die soziale Kraft, ein B\u00fcndnis der Arbeiter:innen, des Volkes und der Jugend voranzutreiben, um der vom Kapitalismus aufgezwungenen doppelten Entfremdung von Arbeit und Natur ein Ende zu setzen und zu einer wirklich demokratischen und rationalen Planung der Wirtschaft voranzuschreiten.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f1_text\"><strong>1<\/strong><\/a>. Der Wirtschaftswissenschaftler\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-interessen-des-kapitals-und-die-grenzen-des-cop26-klimagipfels\/\"><strong>Michael Roberts weist darauf hin<\/strong><\/a>, dass \u201eder j\u00fcngste Bericht der Internationalen Energieagentur, der World Energy Outlook 2021, zeigt, dass wir wissen, was wir dagegen tun k\u00f6nnen, und zwar in allen Einzelheiten und zu erschwinglichen Kosten. Aber es fehlt der politische Wille der Regierungen, die stattdessen den Interessen der fossilen Industrie, der Luftfahrt- und Verkehrsbranche und des Finanz- und Industriekapitals insgesamt verpflichtet sind, die Profite auf Kosten der gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnisse zu erhalten.\u201c<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f2_text\"><strong>2<\/strong><\/a>. Exxon wusste seit fast 40 Jahren vom Klimawandel, Scientific American, abgerufen am 5.11.2021 unter\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.scientificamerican.com\/espanol\/noticias\/exxon-tenia-conocimiento-del-cambio-climatico-desde-hace-casi-40-anos\/\"><strong>https:\/\/www.scientificamerican.com\/espanol\/noticias\/exxon-tenia-conocimiento-del-cambio-climatico-desde-hace-casi-40-anos\/<\/strong><\/a>.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f3_text\"><strong>3<\/strong><\/a>. Jonathan Watts, \u201eCop26 week one: the impression of progress \u2013 but not nearly enough\u201c, The Guardian, 6.11.2021.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f4_text\"><strong>4<\/strong><\/a>. Daniel Tanuro, \u201eCOP26, basta de blablabl\u00e1, s\u00f3lo la lucha pagar\u00e1\u201c, Rebeli\u00f3n, abgerufen am 5.11.2021 unter\u00a0 <a href=\"https:\/\/rebelion.org\/cop26-basta-de-blablabla-solo-la-lucha-pagara\/\"><strong>https:\/\/rebelion.org\/cop26-basta-de-blablabla-solo-la-lucha-pagara\/<\/strong><\/a>.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f5_text\"><strong>5<\/strong><\/a>. Brad Plumer, \u201eFossil Fuel Drilling Plans Undermine Climate Pledges, U.N. Report Warns\u201c, New York Times, 20.10.2021.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f6_text\"><strong>6<\/strong><\/a>. Gemessen in tCO2 pro Kopf ist die Bilanz noch viel schlechter: Dort liegt Argentinien mit 3.382 tCO2 an f\u00fcnfter Stelle.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f7_text\"><strong>7<\/strong><\/a>. Justin Rowlatt und Tom Gerken, \u201eCOP26: Document leaking reveals nations lobbying to change key climate report\u201c, BBC News, abgerufen am 5.11.2021 unter\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/science-environment-58982445\"><strong>https:\/\/www.bbc.com\/news\/science-environment-58982445<\/strong><\/a>.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f8_text\"><strong>8<\/strong><\/a>. Wie Alberto Fernandez dieser Tage\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/alferdez\/status\/1455526779871846401\"><strong>twitterte<\/strong><\/a>: \u201eMechanismen f\u00fcr die Bezahlung von \u00d6kosystemleistungen, Tausch von Schulden gegen Klimama\u00dfnahmen und Anwendung der Ausgabe von Sonderziehungsrechten des IWF auf einen Umweltsolidarit\u00e4tspakt\u201c.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/#f9_text\"><strong>9<\/strong><\/a>. Siehe das\u00a0<a href=\"https:\/\/www.laizquierdadiario.com\/Declaracion-programatica-del-Frente-de-Izquierda-y-de-los-Trabajadores-Unidad\"><strong>Programm der FIT U<\/strong><\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/cop26-alarmstufe-rot-fuer-das-klima-und-die-kapitalistische-heuchelei\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 18. November 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juan Duarte &amp; Santiago Ben\u00edtez Vieyra. Der IPCC-Bericht und die Klimakonferenz COP26 in Glasgow verdeutlichen den Ernst der Klimakrise und den Zynismus der kapitalistischen Regierungen. Welche strategischen Alternativen gibt es, um die Zerst\u00f6rung des Planeten &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10404,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7,5],"tags":[58,22,4],"class_list":["post-10403","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-international","category-kampagnen","tag-oekosozialismus","tag-politische-oekonomie","tag-strategie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10403"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10403\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10405,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10403\/revisions\/10405"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}