{"id":10408,"date":"2021-11-18T15:02:00","date_gmt":"2021-11-18T13:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10408"},"modified":"2021-11-18T15:02:02","modified_gmt":"2021-11-18T13:02:02","slug":"15n-proteste-in-kuba-und-anderswo-fuer-initiatoren-enttaeuschend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10408","title":{"rendered":"15N-Proteste in Kuba und anderswo f\u00fcr Initiatoren entt\u00e4uschend"},"content":{"rendered":"<p><em>Marcel Kunzmann. <\/em><strong>Internationaler diplomatischer und Medienauflauf mutet nach dem 15. November unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an. Zivile Organisationen unterst\u00fctzen Regierung.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>Havanna<\/strong>. Die von kubanischen Systemgegnern f\u00fcr den 15. November weltweit ausgerufenen Proteste haben wenig Resonanz gefunden. Unter dem Motto &#8222;SOS Cuba&#8220; fanden im Ausland kleinere Kundgebungen in mehreren dutzend St\u00e4dten statt. Vor Ort blieb die Lage v\u00f6llig ruhig. Wie ausl\u00e4ndische Korrespondenten \u00fcbereinstimmend\u00a0<a href=\"https:\/\/www.yahoo.com\/now\/cuban-americans-rally-miami-support-211321735.html\">berichten<\/a>, ereigneten sich auf der sozialistischen Insel selbst keine Demonstrationen. Aufrufe an die Bev\u00f6lkerung zum passiven Widerstand hatten kaum Widerhall.<\/p>\n<p>Im Vorfeld der angek\u00fcndigten Proteste hatte der Au\u00dfenbeauftragte der Europ\u00e4ischen Union, Josep Borrell, sein diplomatisches Personal vor Ort\u00a0<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2021\/11\/255484\/kuba-eu-unterstuetzt-proteste\">angewiesen<\/a>, die Geschehnisse &#8222;zu beobachten und ihm zu berichten&#8220;. Juan Gonz\u00e1les, der f\u00fcr Lateinamerika zust\u00e4ndige Berater des US-Pr\u00e4sidenten Joe Biden,\u00a0<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2021\/11\/255299\/kuba-proteste-opposition-verbot\">drohte<\/a>\u00a0nach dem Verbot der Demonstration mit neuerlichen Sanktionen gegen die Karibikinsel und sprach von der bedingungslosen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die kubanische Opposition.<\/p>\n<p>Kubas Beh\u00f6rden hatten den mit 5.000 Teilnehmern angek\u00fcndigten &#8222;Marsch f\u00fcr den friedlichen Wandel&#8220; zuvor mit der Begr\u00fcndung\u00a0<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2021\/11\/255299\/kuba-proteste-opposition-verbot\">verboten<\/a>, dass dieser Teil einer Destabilisierungskampagne der USA und gegen die sozialistische Verfassung des Landes gerichtet sei. Der Dramaturg Yunior Garc\u00eda Aguilera, der in Folge der Proteste vom 11. Juli die Facebook-Gruppe &#8222;Archipi\u00e9lago&#8220; gr\u00fcndete, plante dennoch an den Kundgebungen festzuhalten. Zum Auftakt wollte er am Sonntag mit einer wei\u00dfen Rose in Havanna die 23. Stra\u00dfe vom Quijote-Park zur Uferstra\u00dfe Malec\u00f3n im Stadtteil Vedado hinuntergehen. Nach eigenen Angaben z\u00e4hlt die Gruppe 31.500 Mitglieder, von denen rund die H\u00e4lfte auf Kuba wohnen sollen.<\/p>\n<p>Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, fanden sich am Sonntag Unterst\u00fctzer der Regierung vor Garc\u00edas Haus ein, wobei Parolen wie &#8222;Yo soy Fidel&#8220; (&#8222;Ich bin Fidel&#8220;) in Anspielung an den 2016 verstorbenen Revolutionsf\u00fchrer Fidel Castro skandiert wurden. Die Stra\u00dfe zu Garc\u00edas Haus war mit einem Bus verstellt, w\u00e4hrend eines seiner Fenster eine kubanische Flagge verh\u00fcllte. Eine \u00e4ltere Frau von den Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) erkl\u00e4rte ihm vor seiner T\u00fcr, dass seine Aktivit\u00e4ten nicht erw\u00fcnscht seien. Auch die Wohnorte anderer Dissidenten wurden von Nachbarn tanzend und Parolen skandierend &#8222;belagert&#8220;. Einzelne Festnahmen wurden gemeldet. Die Gruppe &#8222;Archipi\u00e9lago&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.14ymedio.com\/cuba\/Boinas-banderas-silenciar-libertad-Cuba_0_3204879482.html\">sprach<\/a>\u00a0von einer &#8222;grausamen, illegalen und inhumanen Blockade&#8220; gegen Garc\u00eda.<\/p>\n<p>Berichte \u00fcber eine massive Pr\u00e4senz der Sicherheitskr\u00e4fte auf den Stra\u00dfen \u2012 wie sie von vielen Medien verbreitet wurden, u.a. auch von 14ymedio, einer kubanischen Internetplattform von Systemgegnern\u00a0\u2012\u00a0\u00a0<a href=\"https:\/\/oncubanews.com\/cuba\/un-15n-invernal-y-en-aparente-calma-en-la-habana\/\">konnten<\/a>\u00a0Journalisten vor Ort nicht\u00a0<a href=\"http:\/\/https\/oncubanews.com\/cuba\/una-tarde-en-estocolmo\/\">best\u00e4tigen<\/a>.<\/p>\n<p>Gleichzeitig fand am Sonntagnachmittag ein Konzert des bekannten S\u00e4ngers und Liedermachers Tony \u00c1vila im Parque Central von Havanna statt, wo Mitglieder der zivilgesellschaftlichen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.granma.cu\/cuba\/2021-11-13\/el-parque-central-y-los-panuelos-rojos-de-la-paz\">Gruppe<\/a>\u00a0&#8222;Los pa\u00f1uelos rojos&#8220; (die roten Halst\u00fccher) ein zweit\u00e4giges Sit-in veranstalteten, bei dem sich Pr\u00e4sident Miguel D\u00edaz-Canel unter die Anwesenden mischte. Die &#8222;pa\u00f1uelos rojos&#8220; verstehen sich als losen Zusammenschluss Jugendlicher, &#8222;der sich gegen jeden Versuch stellt, die Insel erneut zu kolonisieren&#8220; und stehen dem internationalistischen &#8222;Proyecto Nuestra America&#8220; nahe. An mehreren Orten in Havanna versammelten sich Regierungsunterst\u00fctzer, wobei zu lauter Musik ausgelassen getanzt wurde.<\/p>\n<p>Bestimmendes Thema in der kubanischen \u00d6ffentlichkeit war die am Montag erfolgte \u00d6ffnung f\u00fcr den Tourismus sowie die Wiederaufnahme des laufenden Schuljahres in Pr\u00e4senzform. Beide Schritte wurden aufgrund der zuletzt weiter fallenden Corona-Inzidenzen m\u00f6glich und waren nach Monaten des Lockdowns von gro\u00dfen Teilen der Gesellschaft erwartet worden. Inzwischen sind 76,4 Prozent der Bev\u00f6lkerung vollst\u00e4ndig geimpft, die 7-Tages-Inzidenz auf der Insel lag zuletzt bei 32,9. &#8222;Niemand wird uns diese Feier verderben!&#8220;, k\u00fcndigte D\u00edaz-Canel in einer Fernsehansprache vergangene Woche an.<\/p>\n<p>&#8222;Archipi\u00e9lago&#8220; rief die Bev\u00f6lkerung im Vorfeld auf, Garc\u00eda ab 16 Uhr mit Applaus und dem Aufh\u00e4ngen wei\u00dfer Bettlaken von den Balkonen zu unterst\u00fctzen. F\u00fcr Montagabend war ein &#8222;massives Topfschlagen&#8220; im ganzen Land geplant. Laut Berichten des Reuters-Korrespondenten Marc Frank, die von Amerika21 best\u00e4tigt werden konnten, war in Havanna und andernorts nur vereinzeltes Topfschlagen zu vernehmen und kein vermehrtes Auftreten wei\u00dfer Bettlaken im Stra\u00dfenbild festzustellen. Auch aus San Antonio de los Ba\u00f1os, dem Ausgangspunkt der Proteste vom 11. Juli, wurden an beiden Tagen keine besonderen Vorkommnisse berichtet. Einschr\u00e4nkungen beim Internetzugang gab es anders als bei den Protesten im Juli keine, allerdings\u00a0<a href=\"https:\/\/www.granma.cu\/mundo\/2021-11-14\/el-extrano-caso-de-la-vpn-para-cuba-con-19-servidores-en-ee-uu\">bot<\/a>\u00a0der US-Anbieter &#8222;Secure VPN&#8220; seine Dienste von Kuba aus am 15. November kostenlos an.<\/p>\n<p>Kubas Au\u00dfenminister Bruno Rodr\u00edguez\u00a0<a href=\"http:\/\/www.cubadebate.cu\/noticias\/2021\/11\/15\/rodriguez-parrilla-destaca-regreso-a-la-normalidad-en-la-isla-crearon-fuera-de-cuba-otras-expectativas-que-no-se-cumplieron-video\/\">erneuerte<\/a>\u00a0indes am Montag den Vorwurf einer US-Beteiligung an den Protestaufrufen. Au\u00dferhalb Kuba seien Erwartungen gesch\u00fcrt worden, die sich nicht erf\u00fcllt h\u00e4tten, so Rodr\u00edguez.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2021\/11\/255534\/kuba-15n-wenig-proteste\"><em>amerika21.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 18. November 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marcel Kunzmann. Internationaler diplomatischer und Medienauflauf mutet nach dem 15. November unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an. 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