{"id":10449,"date":"2021-11-24T16:41:38","date_gmt":"2021-11-24T14:41:38","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10449"},"modified":"2021-11-24T16:42:04","modified_gmt":"2021-11-24T14:42:04","slug":"10449","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10449","title":{"rendered":"Kurier*innen bestreiken Smood: \u00abjetzt reicht\u2019s\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Dossier. <\/em><\/strong>\u201c<em>Die Besch\u00e4ftigten von Smood (Lieferdienst f\u00fcr Essen und Migros-Produkte) in Yverdon (VD) haben ihre Arbeit niedergelegt, um auf verschiedene Missst\u00e4nde aufmerksam zu machen. Sie fordern die korrekte Auszahlung ihrer Arbeitsstunden, von Spesen und Trinkgeldern sowie der Ferientage. Zudem wollen sie, dass die Arbeitsplanung verbessert wird. Die Smood-Kurier*innen in Yverdon liefern t\u00e4glich Mahlzeiten und Produkte der Migros aus \u2013 unter<\/em><!--more--> <em>\u00e4usserst schwierigen Arbeitsbedingungen: niedrige L\u00f6hne, zu tiefe Spesen, undurchsichtige Handhabung der Trinkgelder durch das Unternehmen, mangelhafte Erfassung der Arbeitszeiten (\u2026) Ende Monat hat sich die Situation der Besch\u00e4ftigten erneut verschlechtert. Von ihren Gehaltsabrechnungen wurden erhebliche Geldbetr\u00e4ge gestrichen (nicht verrechnete Arbeitsstunden, nicht zugewiesene Trinkgelder und falscher Ferienanteil). Das ist eine Provokation und inakzeptabel! Zumal das alles zu den Problemen hinzukommt, welche die Unia seit Jahren bei Smood anprangert<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18540\">Unia-Meldung vom 02.11.2021<\/a>\u00a0(\u201cSmood-Personal in Yverdon legt Arbeit nieder\u201d), siehe dazu:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Petition an Smood: 12\u2019247 fordern Respekt f\u00fcr die Kurier*innen \u2013 Streikende (an nun 11 Standorten) besuchen Smood und Migros\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201c<em>Eine Delegation der streikenden Kurier*innen haben heute Smood diese Petition \u00fcbergeben. Die Botschaft ist klar: Smood muss sofort Verhandlungen aufnehmen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. (\u2026) Streikende besuchen Smood \u2026 Eine Delegation von streikenden Kurier*innen aus der ganzen Westschweiz hat die Petition heute am Hauptsitz von Smood in Plan-les-Ouates (GE) zuhanden von CEO Marc Aeschlimann \u00fcbergeben. Sie bekr\u00e4ftigten ihre Forderung nach sofortigen Verhandlungen, damit die die Arbeitsbedingungen bei Smood verbessert und die gravierenden Missst\u00e4nde behoben werden. \u2026 und Migros: Auch dem Sitz der Migros Genf in Carouge statteten die Streikenden einen Besuch ab und machten auf ihre unhaltbare Situation aufmerksam. Die Migros ist mit 35% an Smood beteiligt und ist mit zwei hochrangigen Kadern der Migros Genf im Verwaltungsrat von Smood vertreten. Seit dem 2. November streiken die Smood-Kurier*innen \u2013 inzwischen in elf Westschweizer St\u00e4dten<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18621\">Unia-Meldung vom 23.11.2021<\/a>, siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/twitter.com\/workzeitung\/status\/1463221990588882946\">Tweet der Workzeitung vom 23.11. mit Video<\/a>: \u201c<em>Streikende aus der ganzen Westschweiz heute vor dem #Smood-Hauptsitz in Genf. Sie fordern: Schluss mit den miesen Arbeitsbedingungen! #smoodstrike<\/em>\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Solierkl\u00e4rung von Riders Unite! Z\u00fcrich zum Streik der Smood-Kurier*innen in der Westschweiz<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Liebe Kolleg*innen von Smood, liebe Streikenden! Am 2.11.2021 haben in Yverdon die ersten Kurier*innen von Smood die Arbeit niedergelegt. Seither haben sich Smood-Arbeiter*innen in 11 St\u00e4dten, Neuenburg, Nyon, Sion, Martigny, Lausanne, La Chaux-de-Fond, Vevey, Fribourg und Genf dem Streik angeschlossen. Sie verlangen korrekte Stundenabrechnungen, eine realistische Spesenverg\u00fctung, h\u00f6here L\u00f6hne und ein Ende der willk\u00fcrlichen Sanktionen. Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, m\u00f6chte man meinen! Wir von Riders Unite! Z\u00fcrich \u2013 eine Basisgruppe von Kurier*innen \u2013 solidarisieren uns mit\u00a0eurem Arbeitskampf. Auch wir sind bei jedem Wetter unterwegs, um Essen und Pakete\u00a0auszuliefern und gerade im Winter wird unsere Arbeit anstrengender und gef\u00e4hrlicher.\u00a0Im Zuge der Corona-Pandemie erlebte die Delivery-Branche einen Boom. Wir Kurier*innen hingegen profitieren nicht davon. (\u2026) Es zeigt sich immer wieder: Damit sich etwas ver\u00e4ndert, m\u00fcssen wir Kurier*innen zusammenhalten und uns organisieren \u2013 und zwar intersektional und branchen\u00fcbergreifend. Beispiel hierf\u00fcr sind die Kurier:innen von Notime, die 2017 h\u00f6here L\u00f6hne und ein Ende der Scheinselbstst\u00e4ndigkeit erk\u00e4mpften. Und gerade gestern demonstrierten die Arbeiter*innen des Lieferdienstes Gorilla in Berlin. All die hippen Startups und schicken Plattformen sind nichts wert, ohne die Kurier*innen auf der Strasse! Euer Kampf ist wichtig f\u00fcr alle Kurier*innen in der ganzen Schweiz. Es wird Zeit, dass die Zust\u00e4nde in der Delivery-Branche ans Licht kommen und sich etwas \u00e4ndert! Wir brauchen kein PR-Ges\u00fclze, sondern materielle Ver\u00e4nderungen! Mehr Lohn, korrekte Spesen und sichere Arbeitsverh\u00e4ltnisse.<\/em>..\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/RidersUniteZH_Soli_Smood.pdf\">Solierkl\u00e4rung von Riders Unite! Z\u00fcrich vom 17.11.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Streik bei Smood: \u00abEs reicht jetzt einfach\u00bb<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Kurierdienste boomen \u2013 die Arbeitsbedingungen in der Branche sind allerdings oft prek\u00e4r. Nun haben Mitarbeiter:innen des Schweizer Lieferunternehmens Smood gleich in mehreren St\u00e4dten der Romandie die Arbeit niedergelegt. (\u2026) Der Genfer Lieferdienst Smood hat seit seiner Gr\u00fcndung 2015 ein rasantes Wachstum hingelegt, heute ist er in der ganzen Schweiz aktiv. Seit zwei Jahren liefert Smood in manchen Regionen neben Restaurantmahlzeiten auch Produkte der Migros aus. 2020 stieg die Migros Genf dann sogar bei der Firma ein. Sie h\u00e4lt heute einen Anteil von 35 Prozent und stellt zwei Mitglieder des Verwaltungsrats. Der Gr\u00fcnder und CEO Marc Aeschlimann ist mit der Firma reich geworden. Das Wirtschaftsmagazin \u00abBilanz\u00bb sch\u00e4tzt sein Verm\u00f6gen auf 150 bis 200 Millionen Franken. Smood \u2013 das ist eine Erfolgsgeschichte, ein Schweizer Lieferunternehmen, das es mit den ganz Grossen aufnehmen kann: mit Uber Eats und Just Eat aus den Niederlanden. Ein Hauch von Silicon Valley am Genfersee, aber zu Schweizer Konditionen: Anders als etwa bei Uber wird den Kurier:innen bei Smood ein Vertrag ausgestellt. \u00abEin Vertrag bringt uns letzten Endes auch nicht viel\u00bb, sagt Far\u00e8s Doudouhi. Zum Gespr\u00e4ch in der Cafeteria der Unia in Lausanne hat er diverse Dokumente mitgebracht: Lohnabrechnungen und seitenlange, selbst erstellte Arbeitszeittabellen. F\u00fcr jeden einzelnen Einsatz hat er notiert, wann der Lieferauftrag bei ihm eingegangen ist und wann er ihn abgeschlossen hat. \u00abJournalist:innen werden jetzt wohl sagen, dass das nicht als Beweis taugt, aber was soll ich denn sonst tun?\u00bb, fragt Doudouhi. Auf die offizielle Arbeitszeiterfassung hat er keinen Zugriff. Wie die Stundenzahl in der Lohnabrechnung am Ende des Monats zustande kommt, kann er nicht einsehen. Im August wurden ihm 180 Stunden verg\u00fctet. Dabei hat er gem\u00e4ss seinen eigenen Berechnungen 195 Stunden gearbeitet. Hinzu kommt die Zeit, w\u00e4hrend der Doudouhi auf Auftr\u00e4ge gewartet hat: Sie wird nicht bezahlt, genauso wenig wie die Autoreparatur, die er im selben Monat in Auftrag geben musste. Auch diesen Beleg hat der Kurier dabei. F\u00fcr die Instandhaltung seines Fahrzeugs, das er f\u00fcr seinen Job braucht, hat er \u00fcber tausend Franken ausgegeben. Weitere Kosten fallen f\u00fcrs Benzin an. All diese Auslagen verg\u00fctet Smood mit 32 Rappen pro Stunde. Auf der Abrechnung erscheint der Betrag als \u00abAuslagen f\u00fcr das Velo\u00bb. Aber Far\u00e8s Doudouhi f\u00e4hrt gar nicht Velo. (\u2026) Es ist nicht das erste Mal, dass Smood in der Kritik steht. Schon vor zwei Jahren wandten sich Mitarbeiter:innen an die Medien. Die Vorw\u00fcrfe klangen damals \u00e4hnlich wie heute: ungen\u00fcgende Verg\u00fctung von Spesen, keine garantierte Arbeitszeit, kurzfristige Einsatzplanung. Gegen\u00fcber SRF k\u00fcndigte Smood damals an, den Vorw\u00fcrfen nachzugehen. Ein Jahr sp\u00e4ter sagte Marc Aeschlimann dann zur \u00abLuzerner Zeitung\u00bb, dass sie sich als unbegr\u00fcndet herausgestellt h\u00e4tten. (\u2026) Inzwischen hat das Unternehmen erste Zugest\u00e4ndnisse gemacht. Smood wolle den Stundenlohn auf 23 Franken erh\u00f6hen sowie die Spesenentsch\u00e4digung und die Planung der Arbeitsschichten verbessern, heisst es in einer Medienmitteilung von dieser Woche. Es handle sich bloss um Absichtserkl\u00e4rungen, sagt die Unia, und das reiche nicht (\u2026)\u00a0 Smood f\u00fchrt derweil durchaus Gespr\u00e4che mit einer Gewerkschaft, aber nicht mit der Unia, sondern mit Syndicom. Diese fordere von Smood die Anpassung der Arbeitsbedingungen an Standards, die sie schon in anderen Gesamtarbeitsvertr\u00e4gen (GAV) erarbeitet hat, etwa jenem f\u00fcr Velokurier:innen. Darauf beruft sich auch die Migros in ihrer Stellungnahme gegen\u00fcber der WOZ: Die Migros Genf habe die Verhandlungen zwischen Smood und Syndicom \u00abstark gef\u00f6rdert\u00bb. Und weiter: \u00abDie Verhandlungen verlaufen sehr konstruktiv und stehen kurz vor dem Abschluss, was eine hervorragende Nachricht ist.\u00bb Die Unia habe davon lange gar nichts gewusst, sagt Roman K\u00fcnzler. Von einem Konflikt zwischen den beiden Gewerkschaften wollen deren Vertreter:innen trotzdem nichts wissen. Syndicom spricht in ihrer Mitteilung ihre Solidarit\u00e4t mit den \u00abAktivist:innen\u00bb aus<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2146\/streik-bei-smood\/es-reicht-jetzt-einfach\">Artikel von Lukas Tobler (Text) und Florian Bachmann (Foto) in der WoZ vom 18.11.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Streik bei Smood: Migros muss intervenieren<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>In der ganzen Schweiz haben die von Unia unterst\u00fctzten Streikenden von Smood die Kund*innen und das Personal der Migros auf die Probleme bei Smood aufmerksam gemacht. Die Migros l\u00e4sst Produkte von Smood ausliefern und ist Aktion\u00e4rin der Firma. Migros muss intervenieren, damit Smood Verhandlungen \u00fcber die berechtigen Forderungen der Streikenden aufnimmt. In zahlreichen Schweizer St\u00e4dten haben streikende Smood-Kurier*innen zusammen mit der Unia vor Migros-Filialen auf die unw\u00fcrdige Situation bei Smood aufmerksam gemacht, die zum Streik in elf St\u00e4dten in der Romandie gef\u00fchrt hat. Ihre Forderung: Die Migros muss ihr Gewicht als Aktion\u00e4rin (35 Prozent der Aktien seit 2019) und wichtige Kraft im Verwaltungsrat von Smood in die Waagschale werfen, damit ihr Partnerunternehmen mit allen beteiligten Kr\u00e4ften Verhandlungen aufnimmt. Die bisherigen Massnahmen der Migros sind ungen\u00fcgend. Der Detailh\u00e4ndler verteidigt unverst\u00e4ndlicherweise die Position von Smood, das jede Verhandlung mit den Streikenden ablehnt. Doch die Probleme bei Smood sind gravierend (\u2026) Smood verletzt auch das Arbeitsgesetz. \u00abDie Besch\u00e4ftigten warten auf Tausende Franken an L\u00f6hnen, Spesen, Ferien- oder Krankentaggeldern, die ihnen zustehen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir mit Smood dringend eine L\u00f6sung finden. Die Migros muss dazu beitragen\u00bb, sagt Anne Rubin, Co-Verantwortliche Detailhandel der Unia<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18608\">Unia-Meldung vom 18.11.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>15.40 Franken pro Stunde: Das sind die Dumping-L\u00f6hne bei Smood \u2013 eine lange Liste von Missst\u00e4nden, der Streik zeigt Wirkung<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>15.40 Franken: Das ist der miserable Stundenlohn, den die Kurier*innen bei Smood effektiv erhalten. Das massive Lohndumping bei Smood und ihrer Tempor\u00e4rfirma Simple Pay verst\u00f6sst gegen die Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertrags des Gastgewerbes (L-GAV), des GAV Personalverleih und gegen die Mindestl\u00f6hne in Genf und Neuenburg. Nach einer vorsichtigen Sch\u00e4tzung der Unia bewegen sich die effektiven Stundenl\u00f6hne bei Smood heute um die 15.40 Franken. Solche L\u00f6hne verletzen kantonale Mindestl\u00f6hne (GE, NE), den Gesamtarbeitsvertag Personalverleih und denjenigen des Gastgewerbes. (\u2026) Diese Sch\u00e4tzung ber\u00fccksichtigt nicht, dass viele Arbeitsstunden (etwa die Wartezeit, w\u00e4hrend der sich die Kurier*innen zur Verf\u00fcgung halten) bei Smood \u00fcberhaupt nicht entsch\u00e4digt werden. Dazu kommen noch unzul\u00e4ssige Strafabz\u00fcge bei den L\u00f6hnen. Eine lange Liste von Missst\u00e4nden: Die Besch\u00e4ftigten von Smood liessen anl\u00e4sslich der Medienkonferenz in Genf keinen Zweifel daran, dass auch weitere Unregelm\u00e4ssigkeiten im \u00abSystem Smood\u00bb weit verbreitet sind. (\u2026) Der Streik zeigt Wirkung: Am 15. November hat Smood endlich sein Schweigen gebrochen und \u00f6ffentlich seine Absicht kommuniziert, einen Schritt auf die Streikenden zu zu machen. Es ist ein erstes Zeichen und eine direkte Folge der laufenden Streiks. Nur: Bisher sind es Absichtserkl\u00e4rungen ohne Garantien, die nicht Gegenstand von Verhandlungen oder Gespr\u00e4chen waren. Smood verweigert immer noch jeden Dialog<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18599\">Unia-Meldung vom 16.11.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Smood: Die Kurier*innen in Freiburg streiken ebenfalls \u2013 Bei Smood \u00abhaben die Kurier*innen niemals recht\u00bb<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von Smood verweigert weiterhin den Dialog. Angesichts dieser Haltung schliessen sich die Kurier*innen von Smood in Freiburg dem Streik an, der bereits in sechs St\u00e4dten in der Romandie l\u00e4uft. Die Kurier*innen in Freiburg haben von 11 bis 13:30 Uhr vor den Fast-Food-L\u00e4den in der Rue de Romont ihren ersten Streikposten bezogen. Damit ist Freiburg die siebte Stadt, in der Kurier*innen von Smood streiken, nach Yverdon (seit Dienstag, 2.11.), Neuenburg (seit Donnerstag, 4.11.), Nyon (seit Montag, 8.11.), Sion und Martigny (seit Mittwoch, 10.11.) sowie Lausanne (seit Donnerstag, 11.11.). Bei Smood \u00abhaben die Kurier*innen niemals recht\u00bb: Die Vorw\u00fcrfe der Kurier*innen in Freiburg sind dieselben wie in den anderen St\u00e4dten und best\u00e4tigen die schlechten Arbeitsbedingungen bei Smood. Die Besch\u00e4ftigten beklagen, dass ihnen unvermittelt Liefereins\u00e4tze entzogen werden, so dass ihnen Eink\u00fcnfte fehlen. Die Entsch\u00e4digung f\u00fcr den Gebrauch des privaten Fahrzeugs betr\u00e4gt zwei Franken pro Stunde (eigentlich sollten es 70 Rappen pro Kilometer sein), was die Auslagen nicht deckt. Die Arbeitszeit wird nicht f\u00fcr alle Lieferungen erfasst und auf den Lohnabrechnungen erscheinen unangebrachte Strafabz\u00fcge, etwa wenn abgestellte Pakete verschwinden. Die Besch\u00e4ftigten wissen nicht, mit welchem Einkommen sie am Ende des Monats rechnen k\u00f6nnen. Diese prek\u00e4ren Arbeitsbedingungen schlagen auf die Moral \u2013 umso mehr, als die Firma nie auf die legitimen Forderungen der Kurier*innen reagiert hat. Ein Kurier fasst es so zusammen: \u00abBei Smood haben die Kurier*innen niemals recht.\u00bb Ein Streik dieses Ausmasses in der Lieferbranche und in der Plattformwirtschaft ist in der Schweiz beispiellos. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, sollte Smood endlich das Gespr\u00e4ch suchen. Als wichtigster Partner von Smood ist auch die Migros in der Pflicht: Die Unia erwartet, dass die Migros auf Smood einwirkt. Die Dialogverweigerung ist keine Option und steht der Idee der Sozialpartnerschaft entgegen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18594\">Unia-Meldung vom 15.11.2021<\/a>\u00a0mit Erinnerung an die Petition<\/li>\n<li><strong>Nach Sion und Martigny: Lausanner Kurier*innen von Smood schliessen sich dem Streik nun in sechs Westschweizer St\u00e4dten an<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Am Donnerstagabend haben die beim Lausanner Ableger von Smood besch\u00e4ftigten Kurier*innen beschlossen, sich dem laufenden Streik ihrer Kolleg*innen anzuschliessen. Damit sind nun Smood-Kurier*innen aus sechs Westschweizer St\u00e4dten im Streik. Der Streik in Lausanne wurde mit einer Pressekonferenz vor dem McDonald\u2019s am Place St-Laurent \/ Place du 14 juin er\u00f6ffnet. Die Streikenden werden von ihren Kolleginnen und Kollegen in Yverdon (seit Dienstag im Streik), Neuenburg (seit Donnerstag im Streik), Nyon (seit Montag im Streik), Sion und Martigny (seit gestern im Streik) unterst\u00fctzt. Der Druck auf die Lausanner Kurier*innen war im Vorfeld des Streiks hoch. Doch trotz Einsch\u00fcchterungsversuchen durch das Management von Smood und dem R\u00fcckgriff auf Tempor\u00e4rmitarbeitende haben sich die Kurier*innen dem laufenden Arbeitskampf angeschlossen. Wie ihre Kolleg*innen in anderen St\u00e4dten erwarten sie, dass ihre berechtigten Forderungen endlich Geh\u00f6r finden. Bisher hat sich Smood aber s\u00e4mtlichen Gespr\u00e4chen verweigert. Unia bittet deshalb die Migros, die wichtigste Partnerin von Smood, einzugreifen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18588\">Unia-Meldung vom 11.11.2021<\/a>: \u201cLausanner Kurier*innen von Smood schliessen sich dem Streik an\u201d<\/li>\n<li><strong>Smood-Kurier*innen legen auch in Sion und Martigny die Arbeit nieder \u2013 \u00dcberall dieselben Probleme<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Streikbewegung der Kurier*innen von Smood weitet sich aus. Heute haben sich die Besch\u00e4ftigten von Smood in Sion und Martigny dem Streik angeschlossen. Sie fordern die korrekte Bezahlung ihrer Arbeitsstunden und Spesen. Und sie verlangen, dass ihnen die Arbeitsplanung zwei Wochen im Voraus mitgeteilt wird, wie dies das Gesetz verlangt. Der Streik hat heute Morgen um 10 Uhr mit einem Streikposten auf dem Place du Midi in Sion begonnen. Die Walliser Kurier*innen haben Unterst\u00fctzung von ihren Kolleg*innen aus Yverdon (im Streik seit vergangenem Dienstag), Neuenburg (im Streik seit Donnerstag) und Nyon (im Streik seit Montag) erhalten \u2013 eine Delegation von Streikenden aus der Waadt und aus Neuenburg ist auch vor Ort in Sion.<br \/>\nDie Kurier*innen von Smood beklagen \u00fcberall in der Schweiz dieselben Probleme: tiefe L\u00f6hne, zu tief angesetzte Spesenentsch\u00e4digung, undurchsichtige Verwaltung der Trinkgelder durch das Unternehmen, mangelhafte Arbeitszeiterfassung. Dieselben und weitere Missst\u00e4nde gibt es auch an den Standorten, wo die Kurier*innen \u00fcber den Personalverleiher Simple Pay angestellt sind<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18575\">Unia-Meldung vom 10.11.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Tempor\u00e4re Kurier*innen von Smood in Nyon schliessen sich Streik an \u2013 Petition zur Unterst\u00fctzung des Streiks: Smood, h\u00f6r auf deine Kurier*innen!\u00a0\u00a0<\/strong>\u201c<em>Der Streik der Kurier*innen von Smood in Yverdon und Neuenburg geht weiter \u2013 und weitet sich aus! Heute haben die Besch\u00e4ftigten in Nyon (VD) beschlossen, ebenfalls in den Streik zu treten. Sie fordern dasselbe wie in den anderen St\u00e4dten: eine respektvolle Arbeitsplanung und dass alle gearbeiteten Stunden bezahlt werden. In Nyon werden die Kurier*innen von Smood \u00fcber die Tempor\u00e4rfirma Simple Pay angestellt. Diese wurde 2018 eigens gegr\u00fcndet, um Personal f\u00fcr Smood zu rekrutieren. An einer Versammlung am Nachmittag beschlossen die Kurier*innen, in den Streik zu treten. Mit einer Aktion und einem Streikposten traten sie um 18 Uhr in Nyon vor die \u00d6ffentlichkeit. Sie schliessen sich damit ihren Kolleg*innen an, die in Yverdon (seit Dienstag) und in Neuenburg (seit Donnerstag) streiken. Neben anderen Problemen kreiden die Besch\u00e4ftigten bei Simple Pay und Smood eine respektlose Planung der Arbeitseins\u00e4tze an: Ein neues, vom Arbeitgeber eingef\u00fchrtes System zwingt sie dazu, sich jeden Morgen um 4 Uhr anzumelden, um am selben Tag Eins\u00e4tze zu ergattern, w\u00e4hrend sie im alten System ihre Einsatzpl\u00e4ne im Voraus erhielten. Hinzu kommen bei Smood, einem strategischen Partner der Migros, zahlreiche unbezahlte \u00dcberstunden. Die Forderungen der Kurier*innen: Bezahlung aller Arbeitsstunden, nicht nur der effektiven Lieferzeit; Einf\u00fchrung eines Entsch\u00e4digungssystems f\u00fcr die Verwendung privater Fahrzeuge, das den tats\u00e4chlichen Auslagen entspricht; Ein gerechtes und verl\u00e4ssliches System f\u00fcr die Planung und Erfassung der Arbeitszeit; Schluss mit willk\u00fcrlichen Strafen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18566\">Unia-Meldung vom 08.11.2021<\/a>\u00a0und die neue\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/arbeitswelt\/von-a-z\/dienstleistungsberufe\/transport-logistik\/smood-petition\">Petition zur Unterst\u00fctzung des Streiks<\/a>: Smood, h\u00f6r auf deine Kurier*innen!<\/li>\n<li><strong>Nach Yverdon streiken jetzt auch Zusteller*innen in Neuenburg \u2013 Smood versucht, Streikbrecher zu engagieren<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die von der Unia unterst\u00fctzten Angestellten von Smood (Hauslieferdienst f\u00fcr Mahlzeiten) in Neuenburg haben sich dem Streik ihrer Waadtl\u00e4nder Kolleginnen und Kollegen angeschlossen. Anl\u00e4sslich einer Aktion im Stadtzentrum von Neuenburg prangerten sie erhebliche Planungsprobleme und fehlerhafte Lohnabrechnungen an. Die Besch\u00e4ftigten in Yverdon setzen ihrerseits den am Dienstagabend begonnenen Streik fort. Die Angestellten von Smood in Neuenburg sind mit Unterst\u00fctzung der Unia in den Streik getreten. Sie schliessen sich damit ihren Kolleginnen und Kollegen in Yverdon (VD) an, die seit Dienstag f\u00fcr eine korrekte Abrechnung ihrer Arbeitszeiten, Spesen, Trinkgeldern und Ferien sowie f\u00fcr Verbesserungen bei der Arbeitsplanung und beim Krankentaggeld k\u00e4mpfen. Die Streikenden versammelten sich im Zentrum von Neuenburg zu einer Protestkundgebung. Die Gesch\u00e4ftsleitung von Smood verweigert jegliche Diskussion mit der Unia und dem betroffenen Personal, sei es in Neuenburg oder in Yverdon. Schlimmer noch: Die Unternehmensleitung versucht Zusteller*innen aus anderen Regionen sowie Tempor\u00e4rmitarbeitende nach Yverdon zu versetzten und so den legitimen Streik zu brechen. Unia erwartet, dass die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von Smood diese illegalen Handlungen sofort beendet. Statt weiteren Eskalationen braucht es nun endlich einen Dialog mit dem Personal und dem von ihnen mandatierten Gewerkschaft. Gleichzeitig muss Migros, als strategischer und gr\u00f6sster Partner von Smood, letzteren zur Raison und an den Verhandlungstisch bringen<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18560\">Unia-Meldung vom 04.11.2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Streik bei Smood in Yverdon dauert an \u2013 mit Unterst\u00fctzung von vielen Kolleg*innen aus anderen Regionen der Romandie<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Besch\u00e4ftigten von Smood (Lieferdienst f\u00fcr Essen und Migros-Produkte) in Yverdon haben beschlossen, die Arbeit weiterhin ruhen zu lassen. Sie erhalten Unterst\u00fctzung von vielen Kolleg*innen aus anderen Regionen der Romandie. Heute Abend organisieren sie einen Streikposten in Yverdon. Die Smood-Kurier*innen haben gestern Abend in einer Versammlung beschlossen, ihren Protest fortzuf\u00fchren. Diesen haben sie am Dienstagabend um 18 Uhr begonnen, um auf zahlreiche Missst\u00e4nde hinzuweisen. Sie fordern Sie fordern die korrekte Bezahlung ihrer Arbeitsstunden und Spesen, eine transparente Regelung f\u00fcr die Trinkgelder und eine bessere Arbeitsplanung. Heute Abend informieren die Besch\u00e4ftigten in Yverdon die Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Auseinandersetzung. Smood stellt sich taub: Smood verweigert bisher jede Verhandlung mit der Unia und den betroffenen Besch\u00e4ftigten. Schlimmer noch: Das Unternehmen versucht, den Streik zu brechen, indem Druck auf Angestellte in anderen St\u00e4dten ausge\u00fcbt wird, damit sie nach Yverdon arbeiten gehen. Zudem versucht Smood \u00fcber Tempor\u00e4rfirmen Ersatz f\u00fcr die Streikenden zu organisieren, was laut dem Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih verboten ist. Auch in anderen Regionen haben Smood-Besch\u00e4ftigte an Versammlungen ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Kolleg*innen in Yverdon ausgedr\u00fcckt<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unia.ch\/de\/aktuell\/aktuell\/artikel\/a\/18548\">Unia-Meldung vom 03.11.2021<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/schweiz\/arbeitskaempfe-schweiz\/kurierinnen-bestreiken-smood-lieferdienst-fuer-essen-und-migros-produkte-in-yverdon\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 24. November 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dossier. \u201cDie Besch\u00e4ftigten von Smood (Lieferdienst f\u00fcr Essen und Migros-Produkte) in Yverdon (VD) haben ihre Arbeit niedergelegt, um auf verschiedene Missst\u00e4nde aufmerksam zu machen. 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