{"id":10569,"date":"2021-12-19T12:09:40","date_gmt":"2021-12-19T10:09:40","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10569"},"modified":"2021-12-19T12:09:41","modified_gmt":"2021-12-19T10:09:41","slug":"chinas-weg-in-den-kapitalismus-ralf-ruckus-ueber-reformen-und-repression","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10569","title":{"rendered":"Chinas Weg in den Kapitalismus \u2013 Ralf Ruckus \u00fcber Reformen und Repression"},"content":{"rendered":"<p><em>M.Lautr\u00e9amont. <\/em><strong>Der Sozialismus chinesischer Pr\u00e4gung entwickelte sich nach und nach zu einem modernen Kapitalismus. Wir haben mit Ralf Ruckus* \u00fcber die \u00absozialistische Klassengesellschaft\u00bb, westliche linke Perspektiven auf China und die heutige chinesische Arbeiter:innenbewegung gesprochen.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong><em>Ajour:\u00a0<\/em><\/strong><strong>Ralf, du beteiligst dich seit Jahrzehnten an Hausbesetzungen, Arbeitsk\u00e4mpfen, Basisorganisierungen und internationalen Solidarit\u00e4tsnetzwerken. Damit k\u00f6nnen viele radikale Linke etwas anfangen. Du befasst dich aber zus\u00e4tzlich intensiv mit der Volksrepublik China, schreibst f\u00fcr die Website\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/www.gongchao.org\/\"><strong>\u00abgongchao\u00bb<\/strong><\/a><strong>\u00a0und ver\u00f6ffentlichst Beitr\u00e4ge \u00fcber die moderne Klassenpolitik und Arbeitskonflikte sowie \u00fcber Migration und Geschlechterverh\u00e4ltnisse in China. Weshalb sollten sich europ\u00e4ische Kommunist:innen und\u00a0Anarchist:innen\u00a0mit der Geschichte und Gegenwart Chinas auseinandersetzen?<\/strong><\/p>\n<p><em>Ralf Ruckus:<\/em>\u00a0Vor allem aus zwei Gr\u00fcnden: Erstens, weil die Volksrepublik China in den letzten Jahrzehnten zur zweitgr\u00f6ssten \u00d6konomie der Welt und zum globalen Zentrum der industriellen Produktion geworden ist. Andere \u00d6konomien, in Europa und anderen Teilen der Welt, sind \u00fcber Zulieferketten, Logistik und den globalen Markt eng mit China verbunden. Wirtschaftliche Ver\u00e4nderungen in China, aber auch K\u00e4mpfe f\u00fcr h\u00f6here L\u00f6hne oder die aktuellen Lieferschwierigkeiten haben direkte Auswirkungen auf die Verh\u00e4ltnisse bei uns. Zweitens ist die Geschichte der Volksrepublik China die eines revolution\u00e4ren Versuchs. Auch wenn manche von uns Form und Richtung des Versuchs kritisch sehen, sollten wir uns die \u00f6konomischen, politischen und sozialen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte genau anschauen \u2013 vor allem die Dynamik von sozialen K\u00e4mpfen von unten und Gegenmassnahmen von oben \u2013, um so f\u00fcr neue revolution\u00e4re Versuche vorbereitet zu sein.<\/p>\n<p><strong>Welche Positionen dominieren heutzutage in der westlichen Linken den Diskurs \u00fcber China?<\/strong><\/p>\n<p>Drei Positionen stechen heraus: Einige Linke unterst\u00fctzen das heutige Regime in China als sozialistisches Bollwerk gegen den US-Imperialismus. Sie blenden sowohl den kapitalistischen Charakter des Regimes in China als auch die sozialen K\u00e4mpfe von unten und ihre Unterdr\u00fcckung von oben aus. Andere Linke kritisieren dagegen das heutige Regime als kapitalistisch, beziehen sich jedoch positiv auf die sozialistische Vergangenheit vor den Marktreformen ab Ende der 1970er Jahre. Sie erkennen also die aktuelle kapitalistische Ausbeutung, patriarchale Unterdr\u00fcckung und das harsche Migrationsregime, besch\u00f6nigen oder ignorieren hingegen die realen Bedingungen und Klassenauseinandersetzungen im Sozialismus von den 1950ern bis in die 1970er Jahre. Diese beiden Positionen sind verbreitet. Ich vertrete eine dritte Position und kritisiere die Bedingungen in allen Phasen, im Sozialismus, in der \u00dcbergangsphase und im Kapitalismus in China.<\/p>\n<p><strong>In deinem neuen Buch bezeichnest du die Phase nach der chinesischen Revolution als \u00absozialistische Klassengesellschaft\u00bb. Gelang es der Revolution denn nicht, kapitalistische und feudale Strukturen zu \u00fcberwinden?<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall gab es nach 1949 eine gesellschaftliche Umw\u00e4lzung, erst eine Landreform Anfang der 1950er Jahre, sp\u00e4ter dann die Kollektivierung auf dem Land und die Verstaatlichung der Betriebe. Insofern verschwanden viele feudale und kapitalistische Strukturen. Es hat sich jedoch schnell eine neue sozialistische Kaderklasse gebildet, und diese hat neue politische und \u00f6konomische Klassenverh\u00e4ltnisse geschaffen. Der sozialistische Aufbau war eine Form urspr\u00fcnglicher Akkumulation, mit der die Bedingungen f\u00fcr die Industrialisierung und die aufholende Entwicklung geschaffen wurden. In den Betrieben etablierte die Kommunistische Partei ein hierarchisches Arbeitsregime, die patriarchalen Verh\u00e4ltnisse wurden an die Bed\u00fcrfnisse der sozialistischen Arbeitsgesellschaft angepasst, und die Menschen auf dem Land wurden ausgepresst, um die Industrialisierung bewerkstelligen und die privilegierte Versorgung der relativ kleinen st\u00e4dtischen Arbeiter:innenklasse gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Inwiefern nahm die chinesische Revolution Einfluss auf patriarchale Strukturen?<\/strong><\/p>\n<p>1950 wurden Frauen* rechtlich gleichgestellt, sie bekamen die M\u00f6glichkeit, sich scheiden zu lassen, und sie durften einer Lohnarbeit nachgehen. Die Kommunistische Partei etablierte zudem den Frauenverband als Massenorganisation. Dieser stand f\u00fcr eine Form des staatlichen Feminismus, der die Interessen von Frauen* im Machtapparat und in der Gesellschaft vertreten sollte. Die Situation der Frauen* hat sich also zun\u00e4chst tats\u00e4chlich verbessert. Viele Fortschritte waren allerdings schnell wieder gef\u00e4hrdet, weil Bauern, Arbeiter und Kader die Selbsterm\u00e4chtigung von Frauen* verhinderten. Frauen* wurden weiterhin systematisch benachteiligt. Ihnen wurde weiterhin die Hausarbeit aufgeb\u00fcrdet, sie wurden weitgehend aus den sozialistischen Machtzirkeln ausschlossen, und sie waren weiterhin mit verschiedenen Formen sexualisierter Gewalt konfrontiert.<\/p>\n<p><strong>In deinem Buch beschreibst du die Wechselwirkung zwischen Bewegungen, die gegen das Regime mobilisierten und den Repressions- und Integrationsmechanismen der Kommunistischen Partei. 1966 startete die von Mao Zedong angestossene \u00abKulturevolution\u00bb. Welche Auswirkungen hatte diese und weshalb geriet sie, aus Sicht des Regimes, ausser Kontrolle?<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn war die Kulturrevolution ein Versuch der F\u00fchrungsgruppe um Mao, \u00fcber die mit radikalen Parolen betriebene politische Mobilisierung vor allem von Jugendlichen Druck auf die rivalisierende F\u00fchrungsgruppe um Liu Shaoqi auszu\u00fcben. Hinter der Auseinandersetzung in der Parteispitze standen unterschiedliche politische Konzepte f\u00fcr die Reform des sozialistischen Systems. Die Mobilisierung der Jugendlichen er\u00f6ffnete jedoch vielen Unzufriedenen und Entt\u00e4uschten Raum f\u00fcr Selbstorganisierung und Gegenwehr \u2013 landverschickten Jugendlichen, Armeeveteranen, Lehrlingen, Arbeitslosen und Wanderarbeiter:innen. Einige der neu entstandenen Organisationen nahmen die radikale Kulturrevolutionsrhetorik ernst und forderten \u2013 angelehnt an ihre Vorstellungen von der Pariser Kommune \u2013 einen Sozialismus, der nicht von oben, sondern von unten kontrolliert und bestimmt wird. Sie formulierten somit eine klare Kritik des Realsozialismus unter der F\u00fchrung der Kommunistischen Partei.<\/p>\n<p><strong>Kommen wir etwas n\u00e4her an die Gegenwart heran. Du beschreibst die Zeitspanne zwischen 1970 und 1990 als \u00ab\u00dcbergangsphase in den Kapitalismus\u00bb. Zu welchen grundlegenden Ver\u00e4nderungen kam es w\u00e4hrend dieser Zeit?<\/strong><\/p>\n<p>Der \u00dcbergang folgte keinem vorher festgelegten Plan. Er war vielmehr graduell, oft wurde improvisiert, und Forderungen und Aktionen verschiedener sozialer Gruppen trieben ihn voran. Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre wurden die l\u00e4ndlichen Kollektive aufgel\u00f6st und das Land Familien und Haushalten zur Bewirtschaftung \u00fcberlassen. Die nun selbst\u00e4ndigen B\u00e4uer:innen durften einen Teil ihrer Ernte und Produktion auf M\u00e4rkten verkaufen. Nach und nach wurde die staatliche Regulierung weiterer Wirtschaftsbereiche gelockert. \u00d6rtliche Kader ergriffen die M\u00f6glichkeit, selbst Firmen zu gr\u00fcnden oder sich staatliche Betriebe anzueignen. Ausl\u00e4ndisches Kapital wurde ins Land geholt, um die wirtschaftliche Entwicklung zu beschleunigen. So entstand nach und nach eine neu zusammengesetzte Kapitalist:innenklasse.<\/p>\n<p><strong>Welche Auswirkungen hatte diese Ver\u00e4nderung auf die Zusammensetzung der Arbeiter:innenklasse?<\/strong><\/p>\n<p>Die strikten Aufenthalts- und Reisebeschr\u00e4nkungen wurden gelockert, sodass Landbewohner:innen befristet in St\u00e4dte oder Sonderwirtschaftszonen ziehen und dort in den neuen Fabriken, auf dem Bau oder in Dienstleistungsjobs arbeiten konnten \u2013 die neue Klasse migrantischer Arbeiter:innen. Arbeitsvertr\u00e4ge wurden eingef\u00fchrt, sodass st\u00e4dtische Arbeiter:innen nicht mehr lebenslang besch\u00e4ftigt werden mussten und gek\u00fcndigt werden konnten. Mitte bis Ende der 1990er Jahre wurden schliesslich die staatlichen Unternehmen restrukturiert und teilweise privatisiert. Millionen aus der alten, st\u00e4dtischen Arbeiter:innenklasse verloren ihren Job. Die Welle ihrer K\u00e4mpfe f\u00fchrte zu sozialen Abfederungsmassnahmen, die Umstrukturierung wurde trotzdem durchgezogen. Meiner Meinung war zu dem Zeitpunkt der \u00dcbergang zum Kapitalismus beendet.<\/p>\n<p><strong>Wie werden im chinesischen Kapitalismus Klassenk\u00e4mpfe ausgetragen?<\/strong><\/p>\n<p>Seit Anfang der 2000er Jahre sind die Wanderarbeiter:innen die treibende Kraft sozialer Auseinandersetzungen. Das betrifft Arbeitsk\u00e4mpfe ebenso wie Aktionen gegen ihre Diskriminierung und gewaltt\u00e4tige Ausbr\u00fcche gegen beh\u00f6rdliche Schikanen und Polizeigewalt. H\u00f6hepunkte waren zum Beispiel die von Automobilarbeiter:innen ausgel\u00f6ste Streikwelle 2010 und die provinz\u00fcbergreifenden Arbeitsk\u00e4mpfe von Kranfahrer:innen und von LKW-Fahrer:innen 2018. Auch heute kommt es weiterhin zu Arbeitsk\u00e4mpfen von Wanderarbeiter:innen, trotz der versch\u00e4rften Repression gegen Aktivist:innen, zum Beispiel zu solchen von Kurierfahrer:innen.<\/p>\n<p><strong>Wie stabil ist die Herrschaft der Kommunistischen Partei heutzutage, und wie stehen die Chancen f\u00fcr eine neue revolution\u00e4re Bewegung von unten?<\/strong><\/p>\n<p>Die F\u00fchrung der Kommunistischen Partei scheint derzeit die Z\u00fcgel fest in der Hand zu haben, allerdings sieht sie sich mehreren ernsthaften Herausforderungen gegen\u00fcber: das wirtschaftliche Wachstum ist zur\u00fcckgegangen, die Schulden sind deutlich gestiegen, die Corona-Krise hat zu weiteren wirtschaftlichen Verwerfungen gef\u00fchrt, die schon lange niedrige Geburtenrate und der Widerstand von Frauen* hat zu einer Krise der sozialen Reproduktion gef\u00fchrt, und die soziale Ungleichheit f\u00fchrt weiter zu Spannungen und Arbeitsk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Ob und wie sich eine Bewegung von unten entwickeln kann, welche aus den Erfahrungen der gescheiterten Revolution in China lernen und eine soziale Umw\u00e4lzung bewerkstelligen kann, muss sich erst noch herausstellen. Wenn ein neuer revolution\u00e4rer Versuch Erfolg haben will, muss er sicherlich Antworten finden sowohl auf die Frage nach sozialer Gleichheit als auch die nach politischer Erm\u00e4chtigung und Teilhabe. Es gilt zu verhindern, dass sich wieder eine sozialistische Kaderklasse und eine autorit\u00e4re Staatlichkeit herausbildet, dass das Patriarchat lediglich abgefedert und neu konfiguriert, aber nicht abgeschafft wird, und dass neue soziale Ausgrenzungen entstehen, wie die von Bauern und B\u00e4uerinnen oder Migrant:innen.<\/p>\n<p>Die oppositionelle Linke in China k\u00f6nnte eine Rolle spielen, muss derzeit jedoch den Ball flachhalten. In den letzten Jahren hat es viele Verhaftungen gegeben, linke Zirkel wurden bedroht und aufgel\u00f6st oder haben sich zur\u00fcckgezogen. Wir k\u00f6nnen nur hoffen, dass sie sich in Zukunft wieder mehr R\u00e4ume erk\u00e4mpfen k\u00f6nnen. Bis dahin brauchen sie vor allem Solidarit\u00e4t, und Linke in anderen L\u00e4ndern sollten daf\u00fcr sorgen, dass linke oppositionelle Stimmen aus China weiter Geh\u00f6r finden.<\/p>\n<p><strong>Noch eine Frage zur heutigen Situation. Ende September machte die Nachricht \u00fcber die drohende Pleite von \u00abEvergrande\u00bb, einer der gr\u00f6ssten chinesischen Immobilienfirmen, die Runde. Was f\u00fcr Auswirkungen h\u00e4tte ein Pleite in China und auf internationaler Ebene? Droht gar eine grosse Krise?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abEvergrande\u00bb steht f\u00fcr die Immobilienblase und die Krise der Immobilienwirtschaft insgesamt. Lange Zeit hat die st\u00e4dtische Mittelklasse, zentrale S\u00e4ule der KP-Herrschaft, einen grossen Teil ihres Einkommens aus der Spekulation mit Wohnungen gezogen. Immer neue Fl\u00e4chen wurden f\u00fcr Bauprojekte freigegeben, die mit Krediten finanziert wurden. Die K\u00e4ufer:innen setzten auf immer weiter steigende Wohnungspreise. Seit Jahren versucht das Regime, langsam die Luft aus der Blase zu lassen, indem es den kreditfinanzierten Wohnungsbau und -kauf einschr\u00e4nkt. Das hat nur begrenzt funktioniert.<\/p>\n<p>Falls \u00abEvergrande\u00bb pleite geht, h\u00e4tte das sicherlich Auswirkungen. Ob sie allerdings \u00e4hnliche Konsequenzen h\u00e4tte, wie die Lehman-Pleite in den USA 2008, welche f\u00fcr den Ausbruch der weltweiten sogenannten Finanzkrise damals verantwortlich gemacht wird? Auch bei der Vorhersage einer grossen Krise der chinesischen Wirtschaft bin ich vorsichtig. Zu oft wurde schon der Zusammenbruch Chinas angek\u00fcndigt. Sicher ist der Boomzyklus erst einmal vorbei, und die chinesische Regierung versucht, die krisenhaften Erscheinungen \u2013 soziale, wirtschaftliche und \u00f6kologische \u2013 im Griff zu behalten. Sollten fortgesetzte wirtschaftliche Einbr\u00fcche zu sozialen Zuspitzungen und K\u00e4mpfen f\u00fchren, und sollten sich Letztere nicht nur in China, sondern auch in anderen L\u00e4ndern ausbreiten, ist eine grosse Krise und ein gesellschaftlicher Umbruch denkbar.<\/p>\n<p><strong>Bist du denn zuversichtlich, dass ein solcher Umbruch kommen wird?<\/strong><\/p>\n<p>Momentan gibt es kaum Gr\u00fcnde, optimistisch zu sein. Die Niederschlagung der Bewegung in Hongkong, die Unterdr\u00fcckung in Xinjiang, die Repression oppositioneller Bewegungen in ganz China und das S\u00e4belrasseln bez\u00fcglich Taiwan machen deutlich, dass die KP-F\u00fchrung mit allen Mitteln ihre Machtposition im Land sichern will. Aussenpolitisch versucht sie, die Volksrepublik als \u00f6konomische und politische Supermacht zu etablieren. Die imperialistische Machtpolitik des US-Regimes und ihrer Verb\u00fcndeten gegen\u00fcber China lassen weitere globale Zuspitzungen erwarten. Umso wichtiger ist es, dass Bewegungen von unten \u2013 in China, den USA und anderswo \u2013 diesen Zuspitzungen entgegentreten und grenz\u00fcbergreifende Selbsterm\u00e4chtigungsprozesse anstossen.<\/p>\n<p><em>*. Im Juli dieses Jahres ist bei PM Press ein neues Buch von Ralf Ruckus erschienen: \u00abThe Communist Road to Capitalism. <\/em><em>How Social Unrest and Containment Have Pushed China\u2019s (R)evolution since 1949\u00bb. <\/em><em>Darin unterzieht der Autor die politische \u00d6konomie Chinas einer historischen Untersuchung von unten. Fernab von vereinfachenden Analysen, welche die sozialistische Klassengesellschaft aus ideologischen Gr\u00fcnden mystifizieren oder eine sozialdemokratische Wende in der gegenw\u00e4rtigen kapitalistischen Periode propagieren, analysiert Ruckus die Ver\u00e4nderungen der \u00f6konomischen und politischen Strukturen Chinas seit 1949. Er rekonstruiert die Urspr\u00fcnge der chinesischen Revolution und die verschiedenen sozialen, politischen und \u00f6konomischen Entwicklungen, die das Land seither gepr\u00e4gt haben, indem er sich auf die Geschichte der Arbeiter:innenk\u00e4mpfe, die Rebellion der Frauen*, die Aufst\u00e4nde von Bauern und B\u00e4uerinnen, die K\u00e4mpfe von Migrant:innen und auf linke Bewegungen fokussiert. In einem Wechselwirkungsprozess aus Repression, Zugest\u00e4ndnissen, Reformen und Kooptation entwickelte sich aus dem Sozialismus chinesischer Pr\u00e4gung ein moderner Kapitalismus. Ralf Ruckus hat in den letzten Jahren zudem mehrere B\u00fccher \u00fcbersetzt, darunter \u00abDie andere Kulturrevolution\u00bb (Wu Yiching), \u00abArbeitsk\u00e4mpfe in Chinas Autofabriken\u00bb (Zhang Lu), \u00abStreiks im Perlflussdelta\u00bb (Hao Ren u.a.) und \u00abiSlaves. Ausbeutung und Widerstand in Chinas Foxconn-Fabriken \u00bb (Pun Ngai\u00a0u.a.).<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.ajourmag.ch\/china-ralf-ruckus\/\"><em>ajourmag.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 19. dezember 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M.Lautr\u00e9amont. Der Sozialismus chinesischer Pr\u00e4gung entwickelte sich nach und nach zu einem modernen Kapitalismus. 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