{"id":10750,"date":"2022-01-28T16:20:58","date_gmt":"2022-01-28T14:20:58","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10750"},"modified":"2022-01-28T16:20:59","modified_gmt":"2022-01-28T14:20:59","slug":"die-rolle-der-nato-im-ukraine-konflikt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=10750","title":{"rendered":"Die Rolle der Nato im Ukraine-Konflikt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wer den aktuellen Ukraine-Konflikt zwischen Nato und Russland verstehen will, sollte nicht auf die Berichterstattung der b\u00fcrgerlichen Medien vertrauen. Der russische Truppenaufmarsch an der ukrainischen Grenze ist trauriger H\u00f6hepunkt, aber nicht Ausgangspunkt der Eskalation, meint\u00a0Hannes Draeger.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>In Br\u00fcssel, Washington und Berlin war man zu keinem Zeitpunkt bereit, Russland nach dem Fall der Sowjetunion als stark geschrumpfte Regionalmacht zu akzeptieren.\u00a0Trotz gegenteiliger Versprechungen dehnte sich die Nato immer weiter nach Osten aus. Seit 1990 sind 14 osteurop\u00e4ische Staaten dem Milit\u00e4rb\u00fcndnis beigetreten. 1999 griffen die Nato-Staaten Jugoslawien an \u2013 einen damaligen Verb\u00fcndeten Russlands und machten zwei Dinge klar: Erstens: Der Balkan steht fortan unter Kontrolle der Nato. Im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/kosovo-krieg-1999-ursachen-nato-bundeswehr\/\">Kosovo<\/a>\u00a0wurde nach der westlichen Eroberung die US-Milit\u00e4rbasis \u00bbCamp Bondsteal\u00ab errichtet, eine der gr\u00f6\u00dften Milit\u00e4rbasen der Welt.<\/p>\n<p><strong>Eskalationspolitik der Nato<\/strong><\/p>\n<p>Zweitens: Nach dem Fall der Sowjetunion gilt jetzt nur noch das Recht des St\u00e4rkeren in internationalen Beziehungen. Die Bombardierung Jugoslawiens war zweifellos v\u00f6lkerrechtswidrig und die Allianz bem\u00fchte sich nicht einmal, dies als Ausnahmefall darzustellen. Mit dem Aufbau der heute 40.000 Soldat:innen starken \u00bbResponse Force\u00ab ab 2002 machte die Nato klar, dass sie auch in Zukunft dieses Recht des St\u00e4rkeren anwenden wird, w\u00e4hrend die Eskalationspolitik gegen\u00fcber Russland weiter ging.<\/p>\n<p>Der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/ukraine-konflikt-russland-usa-nato-hauptfeind-steht-im-eigenen-lager\/\">Ukraine<\/a>, die bis dato eine\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/warum-oligarchen-den-krieg-in-der-ukraine-verantworten\/\">Schaukelpolitik<\/a>\u00a0zwischen dem \u00bbWesten\u00ab und Russland betrieb, setzte man\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/buch-krieg-im-osten-ukrainekonflikt\/\">2014<\/a>\u00a0die Pistole auf die Brust, sich entscheiden zu m\u00fcssen. Mit dem vorgelegten EU-Assoziierungsabkommen war genau das beabsichtigt. Nach der Macht\u00fcbernahme der pro-westlichen Regierung in Kiew und der darauffolgenden Annektierung der Krim durch\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/20-04-14-russland\/\">Russland<\/a>, wurde eine weiterer Welle der Ost-Mobilmachung in Gang gesetzt.<\/p>\n<p><strong>Militarisierung der \u00bbOstflanke\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00bbschnelle Eingreiftruppe\u00ab der Nato wurde aufgebaut, in Deutschland auch unter dem geschichtsvergessenen Namen \u00bbSpeerspitze Ost\u00ab bekannt. Diese etwa 15.000 Soldat:innen starke Truppe soll innerhalb von 2-5 Tagen einsatzf\u00e4hig sein. Das Einsatzgebiet dieser Truppe ist von ihrer Struktur her nach Osten gerichtet. Die St\u00fctzpunkte liegen nicht etwa in Frankreich, sondern im Baltikum sowie Polen, Rum\u00e4nien und Bulgarien. 2016 wurde die \u00bbOstflanke\u00ab der Nato noch einmal verst\u00e4rkt, mit 4000 weiteren Soldat:innen im Baltikum und Polen, in unmittelbarer N\u00e4he der russischen Grenze. \u00dcber diesen \u00bbTruppenaufmarsch\u00ab schweigen die Medien, w\u00e4hrend jede russische Truppenbewegung zur Hauptschlagzeile wird.<\/p>\n<p>Zugleich baute die Nato und in ihr f\u00fchrend die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/schwarzbuch-bundeswehr-ruestzeug-fuer-den-kampf-gegen-krieg\/\">Bundeswehr<\/a>\u00a0ihre Ostsee-Pr\u00e4senz massiv aus. Mit dem neu geschaffenen Marinekommando in Rostock wurden die deutschen Seestreitkr\u00e4fte vor allem an der Ostsee konzentriert. 2019 f\u00fcgte sich der Nato-Einsatzstab DEU MARFOR in diese Militarisierung der Ostsee ein.<\/p>\n<p><strong>Schiefe Berichterstattung<\/strong><\/p>\n<p>Heute vergeht kaum ein Tag ohne Nato-Truppenaktivit\u00e4ten in der N\u00e4he der russischen Grenze. Jahr f\u00fcr Jahr finden Gro\u00dfman\u00f6ver der Nato im Osten Europas statt. Die Man\u00f6ver tragen friedvolle Namen wie Operation \u00bbS\u00e4belschlag\u00ab (\u00bbSaber Strike\u00ab), an denen sich teilweise zehntausende Soldat:innen, dutzende Kriegsschiffe und unz\u00e4hlige Kampfbomber beteiligen.<\/p>\n<p>Im vorherrschenden Schwarz-Wei\u00df-Denken der Medien kommen die oben benannten Aspekte der Eskalation kaum oder nur bedingt vor. Bezieht man zus\u00e4tzlich mit ein, dass die Nato-Staaten zusammen etwa sechzehnmal so viel Geld f\u00fcr Milit\u00e4r wie Russland ausgeben, so muss man zum Schluss kommen, dass in der hiesigen Berichterstattung \u00fcber die Bedrohung durch Russland etwas gewaltig schief liegt.<\/p>\n<p><em>Foto: NATO North Atlantic Treaty Organization \/\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/flickr.com\/photos\/nato\/51751394417\/\"><em>flickr.com<\/em><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/nato-russland-eskalation-ukraine-konflikt\/\">marx21.de&#8230;<\/a> vom 28. Januar 2022<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer den aktuellen Ukraine-Konflikt zwischen Nato und Russland verstehen will, sollte nicht auf die Berichterstattung der b\u00fcrgerlichen Medien vertrauen. 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