{"id":11007,"date":"2022-03-28T17:21:29","date_gmt":"2022-03-28T15:21:29","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11007"},"modified":"2022-03-28T17:21:30","modified_gmt":"2022-03-28T15:21:30","slug":"die-macht-des-agrobusiness-in-lateinamerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11007","title":{"rendered":"Die Macht des Agrobusiness in Lateinamerika"},"content":{"rendered":"<p><em>Clara S\u00e1nchez Guevara. <\/em><strong>Die gro\u00dffl\u00e4chige kommerzielle Landwirtschaft, besonders der Sojaanbau und die Viehzucht, ist die Hauptursache f\u00fcr die Entwaldung in Lateinamerika.<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2020 wurde erwartet, dass die durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufenen St\u00f6rungen im Agrar- und Ern\u00e4hrungssystem zu Engp\u00e4ssen<!--more--> f\u00fchren und die Ern\u00e4hrungssicherheit der Welt gef\u00e4hrden w\u00fcrden. Dies geschah nicht, und obwohl der Hunger in der Welt weiter anstieg, hatte er nicht die vorhergesagten katastrophalen Ausma\u00dfe.<\/p>\n<p>Im Jahr 2021 schnitt der Agrarsektor erneut besser ab als andere Handelssektoren, diesmal unterst\u00fctzt durch die hohen Preise f\u00fcr Nahrungsmittel. Das weltweite Agrarnahrungsmittelsystem ist durch die Pandemie nicht zusammengebrochen, auch wenn es in manchen Regionen, L\u00e4ndern, Orten oder in einigen Kreisl\u00e4ufen des Systems zu erheblichen negativen Auswirkungen kam, w\u00e4hrend die historischen Produktionsrekorde fortbestehen.<\/p>\n<p>Diese Produktion entstammt einer auf dem Agrobusiness basierenden und von fossilen Energiequellen abh\u00e4ngigen Agrarsystem, das seinen Kurs der Landnahme, Aneignung und Kontrolle von Land, Wasser und biologischer Vielfalt ungebremst fortsetzt.<\/p>\n<p>Die industrielle Agrarproduktion erfolgt vor allem in Lateinamerika, der Region, in der die meisten Lebensmittel produziert werden und die weltweit ihr gr\u00f6\u00dfter Nettoexporteur ist, vor allem Brasilien und Argentinien, die nach den USA die zweit- und drittgr\u00f6\u00dfte Anbaufl\u00e4che f\u00fcr gentechnisch ver\u00e4nderte Nutzpflanzen haben<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote1_lezuosf\">1<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Die gr\u00f6\u00dfte Ausweitung der Anbaufl\u00e4chen bis 2050<\/strong><\/p>\n<p>Lateinamerika ist die Region mit der gr\u00f6\u00dften Verf\u00fcgbarkeit von Wasser, Land, Biodiversit\u00e4t und reichlich nat\u00fcrlichen Energieressourcen f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion im Rahmen des derzeitigen und vorherrschenden Agrarmodells, f\u00fcr die \u2013 zusammen mit Subsahara-Afrika \u2013 die gr\u00f6\u00dfte Ausdehnung der Anbaufl\u00e4chen bis 2050 prognostiziert wird<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote2_qtq429r\">2<\/a>.<\/p>\n<p>Inmitten der &#8222;beschleunigten Ersch\u00f6pfung der Land- und Wasserressourcen und des damit einhergehenden Verlusts an biologischer Vielfalt&#8220; in der Welt wird auf diese Ressourcen ein noch nie dagewesener Druck ausge\u00fcbt, und der internationale Wettbewerb um sie ist eindeutig, was sich in \u00dcber- und Fehlnutzung, Degradation, Verschmutzung und zunehmender Knappheit \u00e4u\u00dfert<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote3_m34yeap\">3<\/a>.<\/p>\n<p>Laut FAO bedroht die Landknappheit, die durch Bodendegradation und Wassermangel verursacht wird, die weltweite landwirtschaftliche Produktivit\u00e4t und damit die k\u00fcnftige Ern\u00e4hrungssicherheit.<\/p>\n<p>Und obwohl wiederholt gesagt wird, dass &#8222;die derzeitigen Modelle der landwirtschaftlichen Intensivierung sich nicht als nachhaltig erweisen&#8220;, sind es immer noch die gro\u00dfen globalen Agrarkonzerne, die 70 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen beherrschen.<\/p>\n<p><strong>Der Amazonas: Gegenwart und Zukunft der Gro\u00dfbetriebe des Agrobusiness<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfe, mit der Agrarindustrie verbundene Unternehmen kontrollieren die weltweite Produktion von Weizen, Mais und Reis, die 60 Prozent der von der Weltbev\u00f6lkerung konsumierten Kalorien ausmachen. Soja ist die wichtigste Quelle f\u00fcr Tierfutter und die zweitgr\u00f6\u00dfte f\u00fcr Pflanzen\u00f6l.<\/p>\n<p>Die gro\u00dffl\u00e4chige Landwirtschaft expandiert in der Region \u2013 vor allem auf Kosten des Amazonasgebiets \u2013 und nimmt in Brasilien von Jahr zu Jahr zu, gedeckt durch die Politik der Regierung von Jair Bolsonaro seit 2019, was sich 2021 im Vorantreiben des neuen Gesetzentwurfs zur Landregulierung (PL 510\/2021) widerspiegelte. Dies f\u00fchrte zu Kritik und Warnungen vor zunehmender Abholzung, Waldbr\u00e4nden und illegalem Landerwerb und nat\u00fcrlich am derzeitigen Modell des globalen Agrobusiness, das gegen Kleinbauern und den Erhalt der Umwelt in der Nahrungserzeugung gerichtet ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Diskussion das ganze Jahr 2021 lief und kein Konsens erzielt wurde, sch\u00e4tzte das Nationale Raumforschungsinstitut (INPE) die Abholzung im Amazonasgebiet (Amaz\u00f4nia Legal) von August 2020 bis Juli 2021 auf rund 13.235 Quadratkilometer, was der gr\u00f6\u00dften degradierten Fl\u00e4che des Amazonas-Regenwaldes in einem Zw\u00f6lfmonatszeitraum seit 15 Jahren entspricht<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote4_30djqcw\">4<\/a>. Dies sind 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum 2019\u20132020<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote5_j69u0xf\">5<\/a>.<\/p>\n<p>Obwohl die verbrannten Fl\u00e4chen in Brasilien in diesem Jahr deutlich zur\u00fcckgegangen sind, ebenso in Argentinien, das im letzten Zeitraum einen R\u00fcckgang der Br\u00e4nde von 1.136.534 Hektar im Jahr 2020 auf 331.000 Hektar im Jahr 2021 verzeichnete<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote6_nfl5z4y\">6<\/a>, gab es nach Angaben des INPE zwischen Januar und September 2021 auf 13.015 Waldbr\u00e4nde, die von Satelliten aufgezeichnet wurden, was einem Anstieg von 23 Prozent gegen\u00fcber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2020 entspricht. Folglich ist in den letzten drei Jahren ein stetiger Anstieg zu verzeichnen<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote7_q2g4tar\">7<\/a>. Das Gleiche gilt f\u00fcr die Abholzung im Amazonasgebiet.<\/p>\n<p>Dementsprechend zeigt der j\u00fcngste WWF-Bericht<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote8_ya8qab1\">8<\/a>\u00a0f\u00fcr das Jahr 2021, dass zwischen 2004 und 2017 weltweit 43 Millionen Hektar Wald in vier Regionen (Lateinamerika, Subsahara-Afrika, S\u00fcdostasien und Ozeanien) aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden verloren gegangen sind.<\/p>\n<p>Die gro\u00dffl\u00e4chige kommerzielle Landwirtschaft, besonders der Sojaanbau und die Viehzucht, ist die Hauptursache f\u00fcr die Entwaldung in Lateinamerika, vor allem im Amazonasgebiet und im Cerrado, die sich von allen anderen Regionen unterscheiden. Auch die kleinb\u00e4uerliche Landwirtschaft tr\u00e4gt dazu bei, wenngleich dies vor allem f\u00fcr die afrikanischen L\u00e4nder s\u00fcdlich der Sahara gilt.<\/p>\n<p>Wenn wir jedoch dieser Tatsache gegen\u00fcberstellen, dass 1 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe auf dem Planeten gro\u00dfe kommerzielle Betriebe sind, die 70 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che der Welt kontrollieren, und im Gegensatz dazu 84 Prozent kleine Einheiten mit weniger als 2 Hektar sind, die \u00fcber 12 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che verf\u00fcgen, dann verweist dies auf eine Korrelation mit dem derzeitigen Modell des gro\u00dffl\u00e4chigen Agrobusiness als Hauptursache der globalen Abholzung der W\u00e4lder, insbesondere in S\u00fcdamerika.<\/p>\n<p><strong>Brasilien \u00f6ffnet die T\u00fcren f\u00fcr den weltweit ersten gentechnisch ver\u00e4nderten Weizen<\/strong><\/p>\n<p>Andererseits schloss Brasilien erwartungsgem\u00e4\u00df den von Argentinien im Jahr 2020 angesto\u00dfenen Prozess ab, als es den vom Nationalen Rat f\u00fcr wissenschaftliche und technische Forschung (Conicet) und dem argentinischen transnationalen Konzern Bioceres gef\u00f6rderten transgenen Weizen HB4 zulie\u00df, der noch auf die Genehmigung der Nationalen Technischen Kommission f\u00fcr biologische Sicherheit Brasiliens (CNTBio) wartete, um seine Vermarktung einzuleiten, da dieser Gigant der Hauptabnehmer von argentinischem Weizen ist.<\/p>\n<p>Diese Zulassung erm\u00f6glicht den Verkauf des gentechnisch ver\u00e4nderten Weizens des argentinischen Unternehmens Bioceres in einem Joint Venture mit Florimond Desprez. Letzteres ist einer der 20 weltweit umsatzst\u00e4rksten Saatguthersteller, hat eine franz\u00f6sische Muttergesellschaft und geh\u00f6rt somit der Europ\u00e4ischen Union (EU) an. Diese hat bisher nur die Aussaat von gentechnisch ver\u00e4ndertem Mais in ihrem Gebiet zugelassen, obwohl sie \u00fcber andere Zulassungen f\u00fcr Kulturen zur Verwendung als Lebens- und Futtermittel verf\u00fcgt, nachdem sie umfassende Risikobewertungen von gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen durchgef\u00fchrt hat<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote9_rdm29kl\">9<\/a>.<\/p>\n<p>Die Durchf\u00fchrung dieses Freisetzungs-Experiments wird weltweit als beispiellos eingestuft und von zahlreichen Warnungen und Ablehnung begleitet, weil dabei das in Europa seit 2013 verbotene Glufosinat-Ammonium genetisch eingef\u00fchrt wird, das als noch giftigeres Herbizid als das von der Agrarindustrie h\u00e4ufig verwendete Glyphosat gilt.<\/p>\n<p>Die Zulassung des transgenen Weizens wird jedoch als neues Ereignis propagiert, das es erm\u00f6glichen soll, der Klimakrise w\u00e4hrend der &#8222;gr\u00fcnen Transition&#8220; zu begegnen, um die Ern\u00e4hrungssicherheit der Welt zu gew\u00e4hrleisten, insbesondere wegen der Widerstandsf\u00e4higkeit des Gen-Weizens gegen D\u00fcrreperioden. Von dem genver\u00e4nderten Weizen wurden im Jahr 2021 nach Angaben des Nationalen Saatgutinstituts (Inase) von Argentinien<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote10_98qmd3g\">10<\/a>\u00a052.755 Hektar ausges\u00e4t, das sind kaum 0,8 Prozent der gesamten Hektarzahl an Weizen, die j\u00e4hrlich in dem Land ausges\u00e4t werden<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote11_4w6jnbd\">11<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Die Glyphosat-Diktatur<\/strong><\/p>\n<p>Eng verbunden mit dem Agrobusiness, der gro\u00dffl\u00e4chigen oder agroindustriellen Aussaat, ist der abh\u00e4ngige Einsatz von Betriebsmitteln im Rahmen von Technologiepaketen, insbesondere im Zusammenhang mit gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen. Fremdgene werden in Saatgut eingebaut, um &#8222;Resistenzen&#8220; beispielsweise gegen das Herbizid Glyphosat zu erreichen, das weltweit, insbesondere in Argentinien und Brasilien, massiv eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Speziell f\u00fcr dieses Herbizid wurde in Deutschland im Jahr 2021 ein Gesetz verabschiedet, das die Verwendung von Pestiziden, insbesondere von Glyphosat, bis 2023 einschr\u00e4nkt; und die EU wird entscheiden, ob die Ende 2022 auslaufende Lizenz f\u00fcr Glyphosat erneuert wird. In Mexiko wurde nach Erlass des Dekrets, das die schrittweise und vollst\u00e4ndige Abschaffung der Verwendung von Glyphosat bis 2024 vorsieht, ein juristischer Krieg gegen die Regierung von Andr\u00e9s Manuel L\u00f3pez Obrador ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>In jedem Fall versuchten die gro\u00dfen Agrarkonzerne, allen voran Bayer-Monsanto, das Pr\u00e4sidialdekret von 2020 unwirksam zu machen, und erreichten die teilweise Aussetzung derjenigen Bestimmung, die die schrittweise und progressive Abschaffung von Glyphosat und gentechnisch ver\u00e4ndertem Mais im Land vorsieht.<\/p>\n<p>Dieser Unterlassungsanspruch wurde sp\u00e4ter von einem anderen Gericht gekippt, was nicht bedeutet, dass der Konzern unt\u00e4tig blieb. Im Gegenteil versucht Bayer, gegen den mexikanischen Staat vorzugehen und ihn f\u00fcr die entstandenen Verluste verantwortlich zu machen. Und trotzdem rechnet Mexiko f\u00fcr das Jahr 2022 mit einem R\u00fcckgang des Glyphosatimports um 50 Prozent.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu hat Brasilien, einer der Hauptakteure der globalen Agrarindustrie und damit einer der gr\u00f6\u00dften Pestizidverbraucher der Welt, einen Rekord bei der Zulassung von Pestiziden aufgestellt. Hierzu z\u00e4hlen 550 neuzugelassene kommerziellen Pestizide allein im Jahr 2021, das unterscheidet sich nicht von dem, was in den letzten drei Jahren in diesem Land geschehen ist.<\/p>\n<p>Im Jahr 2022 wird sich herausstellen , ob Bayer-Monsanto \u2012 Eigent\u00fcmer des Herbizids Glyphosat (Round Up), des weltweit meistverkauften Herbizids \u2012 in den verschiedenen L\u00e4ndern, in denen es derzeit verwendet wird, eine teilweise oder vollst\u00e4ndige Regulierung zul\u00e4sst; auch wenn bekannt ist, dass es in anderen L\u00e4ndern verboten ist und weiterhin verwendet wird. Dadurch werden die nationalen Rechtsvorschriften, insbesondere in Lateinamerika und der Karibik, au\u00dfer Kraft gesetzt.<\/p>\n<p><strong>Abschlie\u00dfende \u00dcberlegungen:<\/strong><\/p>\n<p>In Argentinien hat die Agrarindustrie beispielsweise dank ihrer St\u00e4rke einen Rekordbeitrag zur Wirtschaft geleistet, der 2021 16 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) entspricht \u2013 begleitet von einem Anstieg der internationalen Preise f\u00fcr Nahrungsmittel, die 67 Prozent aller argentinischen Exporte ausmachen<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote12_8buucrb\">12<\/a>\u00a0und praktisch der einzige Sektor sind, der inmitten der Wirtschaftskrise, mit der sich das Land angesichts der Verschuldung gegen\u00fcber dem IWF konfrontiert sieht, und inmitten der Folgen der weltweiten Pandemie Devisen bringt.<\/p>\n<p>Die brasilianische Agrarindustrie erzielte ihrerseits im Jahr 2021 Rekordergebnisse bei den Exporten, einen Anstieg von 19,8 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr in H\u00f6he von 120,59 Millionen US-Dollar, was 43 Prozent des gesamten Exportwerts Brasiliens entspricht und die beste Leistung des Sektors darstellt, obwohl der Anteil der Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozentpunkte zur\u00fcckging. Der Sojabohnen-Bereich ist mit einem Anteil von 39,8 Prozent an den Gesamtexporten die wichtigste Gruppe der agroindustriellen Ausfuhren<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote13_cs3txek\">13<\/a>.<\/p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden gilt die Agrarindustrie inmitten der weltweiten Pandemie und der Wirtschaftskrise des Landes als treibende Kraft der brasilianischen Wirtschaft, die im Jahr 2020 einen Anteil von 26,6 Prozent des BIP<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnote14_wowtmd8\">14<\/a>\u00a0erreichte und 2021 sch\u00e4tzungsweise fast 30 Prozent erreichen wird.<\/p>\n<p>Es erscheint unlogisch, wie die Macht der Agrarindustrie in Lateinamerika und der Karibik, insbesondere in Brasilien und Argentinien, zunimmt. Aber dieses Modell der gro\u00dffl\u00e4chigen Landwirtschaft, das haupts\u00e4chlich auf gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen basiert und zu Lasten von Land, Wasser und Biodiversit\u00e4t geht, mit tiefgreifenden Folgen f\u00fcr das Amazonasgebiet, hat eine noch nie dagewesene wirtschaftliche Bedeutung f\u00fcr diese L\u00e4nder, und die Wirtschaftskrisen, mit denen sie in Zeiten der Pandemie konfrontiert sind, machen dies deutlich.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich, wenn dieses gro\u00df angelegte Agrarmodell eine \u00dcberbeanspruchung, einen Missbrauch, eine Verschlechterung, eine Verschmutzung und eine Verknappung von Land und Wasser zur Folge hat, was die biologische Vielfalt beeintr\u00e4chtigt, warum wird sie nicht verantwortlich gemacht f\u00fcr die Gef\u00e4hrdung der zuk\u00fcnftigen Ern\u00e4hrungssicherheit der Welt? Oder f\u00fcr die Gef\u00e4hrdung des Lebens auf dem Planeten? Z\u00e4hlt nur die Produktivit\u00e4t?<\/p>\n<p><strong>Fussnoten<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref1_lezuosf\"><strong>1.<\/strong><\/a><strong>Laut Servicio Internacional para la Adquisici\u00f3n de Aplicaciones Agrobiotecnol\u00f3gicas, ISAAA<\/strong><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref2_qtq429r\"><strong>2.<\/strong><\/a><strong>FAO &amp; Earthscan, 2011, The State of the World\u2019s Land and Water Resources for Food and Agriculture.\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/www.fao.org\/3\/i1688e\/I1688E.pdf\"><strong>https:\/\/www.fao.org\/3\/i1688e\/I1688E.pdf<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref3_m34yeap\"><strong>3.<\/strong><\/a><strong>FAO, 2021, El estado de los recursos de tierras y aguas del mundo para la alimentaci\u00f3n y la agricultura \u2013 Sistemas al l\u00edmite. <\/strong><strong>SOLAW 2021.\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/www.fao.org\/3\/cb7654es\/cb7654es.pdf\"><strong>https:\/\/www.fao.org\/3\/cb7654es\/cb7654es.pdf<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref4_30djqcw\"><strong>4.<\/strong><\/a><strong>Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (INPE), 2021,\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/www.gov.br\/inpe\/pt-br\/assuntos\/ultimas-noticias\/divulgacao-de-dados-prodes.pdf\"><strong>https:\/\/www.gov.br\/inpe\/pt-br\/assuntos\/ultimas-noticias\/divulgacao-de-dados-prodes.pdf<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref5_j69u0xf\"><strong>5.<\/strong><\/a><strong>F\u00fcr den Zeitraum 2019 \u2013 2020 sch\u00e4tzte INPE die Fl\u00e4che auf 11.088 Quadratkilometer, letztlich waren es 10.851, eine Zunahme von 7,3 Prozent mi Vergleich zum Zeitraum 2018 \u2013 2019<\/strong><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref6_nfl5z4y\"><strong>6.<\/strong><\/a><strong>Cabamdi\u00e9, 2022, Ministro de Ambiente y Desarrollo Sostenible de Argentina. El 2021 cerr\u00f3 con la superficie quemada m\u00e1s baja de los \u00faltimos 5 a\u00f1os.\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/twitter.com\/juancabandie\/status\/1478376111356592128\"><strong>https:\/\/twitter.com\/juancabandie\/status\/1478376111356592128<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref7_q2g4tar\"><strong>7.<\/strong><\/a><strong>thewestsidegazette, 2021) Amazonia no es el \u00fanico bosque en llamas en Brasil.\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/thewestsidegazette.com\/amazonia-no-es-el-unico-bosque-en-llamas-en-brasil\/\"><strong>https:\/\/thewestsidegazette.com\/amazonia-no-es-el-unico-bosque-en-llamas-en-brasil\/<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref8_ya8qab1\"><strong>8.<\/strong><\/a><strong>WWF, 2021, Informe Frentes de Deforestaci\u00f3n 2021. Causas y respuestas de un mundo cambiante.\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/wwfes.awsassets.panda.org\/downloads\/wwf_frentesdeforestacion_resumen_enero2021.pdf?55920\/Informe-Frentes-de-Deforestacion\"><strong>https:\/\/wwfes.awsassets.panda.org\/downloads\/wwf_frentesdeforestacion_resumen_enero2021.pdf?55920\/Informe-Frentes-de-Deforestacion<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref9_rdm29kl\"><strong>9.<\/strong><\/a><strong>EU Science Hub\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/jrc\/en\/research-topic\/gmos\"><strong>https:\/\/ec.europa.eu\/jrc\/en\/research-topic\/gmos<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref10_98qmd3g\"><strong>10.<\/strong><\/a><strong>La Naci\u00f3n, 2021, Trigo transg\u00e9nico: se conoci\u00f3 d\u00f3nde est\u00e1 sembrado y cu\u00e1les son las medidas de control.\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/www.lanacion.com.ar\/economia\/campo\/agricultura\/trigo-transgenico-se-conocio-donde-esta-sembrado-y-cuales-son-las-medidas-de-control-nid25112021\/\"><strong>https:\/\/www.lanacion.com.ar\/economia\/campo\/agricultura\/trigo-transgenico-se-conocio-donde-esta-sembrado-y-cuales-son-las-medidas-de-control-nid25112021\/#:~:text=Se%20conoci%C3%B3%20el%20informe%20del%20Instituto%20Nacional%20de,25.124%20est%C3%A1n%20en%20<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref11_4w6jnbd\"><strong>11.<\/strong><\/a><strong>Bei der Kampagne 2021 \u2013 2022 werden in Argentinien 6,7 Millionen Hektar Weizen (Bolsa de Comercio de Rosario, 2021) ausges\u00e4t. Das ist f\u00fcr Argentinien eine Rekordzahl\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/www.bcr.com.ar\/es\/mercados\/investigacion-y-desarrollo\/informativo-semanal\/noticias-informativo-semanal\/argentina-se#:~:text=Con%20un%2027%25%20sembrado%2C%20el%20trigo%20se%20encamina,nuevo%20r%C3%A9cord%20hist%C3%B3rico%20para%20el%20cereal%20de%25\"><strong>https:\/\/www.bcr.com.ar\/es\/mercados\/investigacion-y-desarrollo\/informativo-semanal\/noticias-informativo-semanal\/argentina-se#:~:text=Con%20un%2027%25%20sembrado%2C%20el%20trigo%20se%20encamina,nuevo%20r%C3%A9cord%20hist%C3%B3rico%20para%20el%20cereal%20de%<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref12_8buucrb\"><strong>12.<\/strong><\/a><strong>Bolsa de Cereales , 2022, La Agroindustria cierra el 2021 con un aporte r\u00e9cord a la econom\u00eda argentina \u00bfQu\u00e9 esperar para 2022?\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/www.bolsadecereales.com\/post-25\"><strong>https:\/\/www.bolsadecereales.com\/post-25<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref13_cs3txek\"><strong>13.<\/strong><\/a><strong>Angelound andere, 2022, Balanza Comercial de Agronegocios Paulista y Brasile\u00f1o 2021. An\u00e1lisis e indicadores de agronegocios, S\u00e3o Paulo\u00a0 <\/strong><a href=\"http:\/\/www.iea.agricultura.sp.gov.br\/out\/TerTexto.php?codTexto=15996\"><strong>http:\/\/www.iea.agricultura.sp.gov.br\/out\/TerTexto.php?codTexto=15996<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika#footnoteref14_wowtmd8\"><strong>14.<\/strong><\/a><strong>FieldView, 2021, \u00bfCu\u00e1l es la participaci\u00f3n de la agroindustria en el PIB y las exportaciones brasile\u00f1as?\u00a0 <\/strong><a href=\"https:\/\/blog.climatefieldview.com.br\/qual-e-a-participacao-do-agronegocio-no-pib-e-nas-exportacoes-brasileiras#:~:text=Qual%20%C3%A9%20o%20PIB%20do%20agroneg%C3%B3cio%20brasileiro%3F%20De,Interno%20Bruto%20do%20Brasil%2C%20contra%2020%2C5%25%20em%202019\"><strong>https:\/\/blog.climatefieldview.com.br\/qual-e-a-participacao-do-agronegocio-no-pib-e-nas-exportacoes-brasileiras#:~:text=Qual%20%C3%A9%20o%20PIB%20do%20agroneg%C3%B3cio%20brasileiro%3F%20De,Interno%20Bruto%20do%20Brasil%2C%20contra%2020%2C5%25%20em%202019<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>#Bild: Die Bayer AG kaufte im Juni 2018 Monsanto. Auch aus Reputationsgr\u00fcnden wurde der belastete Name Monsanto gestrichen. <strong>QUELLE:<\/strong><\/em><a href=\"http:\/\/contraosagrotoxicos.org\/gigantes-do-agronegocio-o-risco-das-fusoes-para-a-agroecologia\/\"><em>CONTRAOSAGROTOXICOS.ORG<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/257289\/macht-agrobusiness-lateinamerika\"><em>amerika21.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 28. M\u00e4rz 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Clara S\u00e1nchez Guevara. Die gro\u00dffl\u00e4chige kommerzielle Landwirtschaft, besonders der Sojaanbau und die Viehzucht, ist die Hauptursache f\u00fcr die Entwaldung in Lateinamerika.<br \/>\nIm Jahr 2020 wurde erwartet, dass die durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufenen St\u00f6rungen im Agrar- und &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11008,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7],"tags":[90,74,71,45,55,22],"class_list":["post-11007","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-international","tag-argentinien","tag-brasilien","tag-lateinamerika","tag-neoliberalismus","tag-oekologie","tag-politische-oekonomie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11007"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11007\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11009,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11007\/revisions\/11009"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11008"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}