{"id":11159,"date":"2022-04-26T11:49:04","date_gmt":"2022-04-26T09:49:04","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11159"},"modified":"2022-04-26T11:49:06","modified_gmt":"2022-04-26T09:49:06","slug":"russland-das-rueckgrat-brechen-die-wahren-kriegsziele-der-usa-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11159","title":{"rendered":"Russland \u201edas R\u00fcckgrat brechen\u201c: Die wahren Kriegsziele der USA in der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p><em>Andre Damon. <\/em>Am Sonntag trafen sich US-Au\u00dfenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin in Kiew mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj. Es waren die h\u00f6chstrangigen Vertreter der US-Regierung, die seit Kriegsausbruch die Hauptstadt der Ukraine besucht haben.<!--more--><\/p>\n<p>Zuvor hatte US-Pr\u00e4sident Joe Biden innerhalb von nur zehn Tagen sukzessive angek\u00fcndigt, dass die USA weitere Waffen im Wert von 1,6 Milliarden Dollar an die Ukraine liefern werden, darunter Flugzeuge, Drohnen, Artillerie und gepanzerte Milit\u00e4rfahrzeuge.<\/p>\n<p>Der Zweck des Kiew-Besuchs von Blinken und Austin bestand darin, Selenskyi den Marschbefehl zu erteilen. In diesem Krieg haben die USA das Sagen. Selenskyjs Regierung ist ihre Marionette. Die ukrainischen Oligarchen sind mit Milliarden Dollar gekauft worden, damit sie im Kampf gegen Russland die ukrainische Bev\u00f6lkerung als Kanonenfutter zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Ein hei\u00dfer Krieg auf ukrainischem Territorium war seit Langem ein zentrales Ziel der US-imperialistischen Planung, mindestens seit dem Putsch von 2014, wahrscheinlich jedoch schon seit der \u201eorangenen Revolution\u201c in der Ukraine von 2004. Welch gro\u00dfes Gewicht den milit\u00e4rischen Vorbereitungen der USA in dieser Hinsicht beigemessen wurde, kann man daran ablesen, dass der Vorwurf, Donald Trump habe der Ukraine Waffen vorenthalten, zum Amtsenthebungsverfahren gegen den damaligen US-Pr\u00e4sidenten f\u00fchrte. In der gesamten Geschichte der USA hat es nur drei Amtsenthebungsverfahren gegeben.<\/p>\n<p>Die jahrelange Aufr\u00fcstung der Ukraine zu einem Bollwerk gegen Russland f\u00fchrte am 24. Februar 2022 zu dem von Washington gew\u00fcnschten Ergebnis \u2013 dem Einmarsch Russlands. Die US-Strategen hofften, die Ukraine w\u00fcrde zu \u201eRusslands Afghanistan\u201c werden. Sie setzten darauf, dass ihr Gegner in diesem Krieg ausbluten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Heute, zwei Monate nach Kriegsbeginn, sprechen Vertreter der US-Regierung \u00f6ffentlich aus, was sie zuvor nur hinter vorgehaltener Hand zugegeben haben: Die Vereinigten Staaten sind die treibende Kraft in diesem Krieg, der darauf abzielt, Russland zu l\u00e4hmen und zu unterwerfen. Die russische Regierung soll gest\u00fcrzt werden, ganz gleich, wie viele Ukrainer es das Leben kostet.<\/p>\n<p>In einem Interview mit dem Sender\u00a0<em>CBS<\/em>\u00a0erkl\u00e4rte der ehemalige Befehlshaber der US-Armee in Europa, Ben Hodges: \u201eWissen Sie, wir sind nicht nur Beobachter, die der Ukraine zujubeln.\u201c Die Vereinigten Staaten, so Hodges, sollten erkl\u00e4ren: \u201eWir wollen siegen.\u201c<\/p>\n<p>Er fuhr fort: \u201eDas bedeutet, dass alle russischen Streitkr\u00e4fte auf den Stand vor dem 24. Februar zur\u00fcckkehren m\u00fcssen \u2026 es bedeutet ein langfristiges Engagement f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Wiederherstellung der ukrainischen Souver\u00e4nit\u00e4t \u2013 also die Krim und den Donbass \u2013 und schlie\u00dflich bedeutet es, Russland so weit das R\u00fcckgrat zu brechen, dass es nicht mehr in der Lage ist, au\u00dferhalb Russlands Macht auszu\u00fcben, um Georgien, Moldawien und unsere baltischen Verb\u00fcndeten zu bedrohen.\u201c<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Das Ziel der Vereinigten Staaten darf nicht nur die R\u00fcckeroberung der Krim sein \u2013 ein Gebiet, das Russland f\u00fcr sich beansprucht \u2013, sondern auch die Zerst\u00f6rung der Kampff\u00e4higkeit des russischen Milit\u00e4rs.<\/p>\n<p>Am Freitag verwendete die\u00a0<em>New York Times\u00a0<\/em>in einem Leitartikel die Formulierung \u201eRussland in die Knie zwingen\u201c: \u201eSanktionen allein \u2013 zumindest solche, die die europ\u00e4ischen L\u00e4nder jetzt zu erw\u00e4gen bereit sind \u2013 werden Russland nicht so bald in die Knie zwingen.\u201c<\/p>\n<p>Die gezielte Verwendung von Formulierungen wie \u201eRussland in die Knie zwingen\u201c und \u201eRussland das R\u00fcckgrat brechen\u201c entlarvt die offizielle Darstellung als L\u00fcge, wonach das m\u00e4chtige Russlands grundlos die arme und hilflose Ukraine \u00fcberfallen habe.<\/p>\n<p>Die unausweichliche Implikation dieser Formulierungen ist die Ausweitung des Kriegs auf russisches Territorium. Dabei k\u00f6nnten auch US-Streitkr\u00e4fte eingesetzt werden, sei es auf ukrainischem oder auf russischem Gebiet oder in beiden L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Chris Coons von der Demokratischen Partei, der von der Zeitschrift\u00a0<em>Politico<\/em>\u00a0als Bidens \u201eSchatten-Au\u00dfenminister\u201c bezeichnet wird, hat in der\u00a0<em>CBS<\/em>-Sendung \u201eFace the Nation\u201c seine Forderung bekr\u00e4ftigt, dass die Entsendung von US-Truppen in die Ukraine thematisiert werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Coons wurde gefragt: \u201eSie haben in dieser Woche \u00f6ffentlich gesagt, in unserem Land m\u00fcsse dar\u00fcber gesprochen werden, wann es bereit sein k\u00f6nnte, Truppen in die Ukraine zu entsenden.\u201c Darauf antwortete Coons: \u201ePutin wird erst aufh\u00f6ren, wenn wir ihn aufhalten.\u201c<\/p>\n<p>Der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater der USA, Jon Finer, wurde in einem Interview in der\u00a0<em>NBC<\/em>-Sendung \u201eMeet the Press\u201c unverbl\u00fcmt gefragt: \u201eBesteht das aktuelle Ziel der US-Politik f\u00fcr die Ukraine darin, Russland zu besiegen? K\u00f6nnen Sie das mit Bestimmtheit sagen?\u201c Finer antwortete de facto mit Ja: \u201eRussland ist in der Welt jetzt st\u00e4rker isoliert. Seine Wirtschaft ist schw\u00e4cher \u2026 Und unser Ziel wird es sein, diesen Trend fortzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Washington hat diesen Krieg nicht nur gewollt, sondern auch provoziert. Die Waffen im Wert von Milliarden Dollar, die unter den letzten drei Pr\u00e4sidenten in die Ukraine geflossen sind; Bidens Erkl\u00e4rung, er erkenne Russlands \u201erote Linien\u201c nicht an; die Weigerung, Verhandlungen \u00fcber eine etwaige Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato zu f\u00fchren \u2013 all das war darauf ausgelegt, den jetzigen Krieg zu provozieren.<\/p>\n<p>Nach Ausbruch des Krieges haben die Vereinigten Staaten alles getan, um eine diplomatische L\u00f6sung zu verhindern. Die Talkshows am Sonntag lie\u00dfen es nicht dabei bewenden, US-Vertreter zu der offenen Aussage zu bewegen, dass die USA eine milit\u00e4rische Niederlage Russlands anstreben. Dar\u00fcber hinaus wurden auch die Bem\u00fchungen der Vereinten Nationen um eine diplomatische L\u00f6sung verurteilt.<\/p>\n<p>US-Nachrichtensprecher spotteten \u00fcber die Versuche von UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres, durch ein Treffen mit dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin eine friedliche L\u00f6sung herbeizuf\u00fchren. Kristen Welker von\u00a0<em>NBC<\/em>\u00a0stellte dazu die Suggestivfrage: \u201eIst der UN-Generalsekret\u00e4r befugt, im Namen der ukrainischen Regierung zu sprechen?\u201c<\/p>\n<p>Igor Zhovkva, stellvertretender Leiter des B\u00fcros des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenskyj, verurteilte daraufhin die Bem\u00fchungen von Guterres. \u201eEs ist keine gute Idee, nach Moskau zu reisen. Seine Absicht, nach Moskau zu reisen und mit Pr\u00e4sident Putin zu sprechen, war uns unverst\u00e4ndlich.\u201c<\/p>\n<p>Um die Unterst\u00fctzung der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr den Krieg zu gewinnen, f\u00fchren die US-Medien eine Hetzkampagne, in der Russland Kriegsverbrechen, Massaker und V\u00f6lkermord vorgeworfen werden. Auf diese Weise soll der Hass auf die Russen gesch\u00fcrt werden, und das mit zunehmend rassistischen Untert\u00f6nen.<\/p>\n<p>Die liberalen und pseudolinken Apologeten des US-Kapitalismus lassen sich von der militaristischen Hysterie mitrei\u00dfen. Das gilt auch f\u00fcr desorientierte Akademiker, die au\u00dferstande sind, irgendetwas in seinem historischen Kontext zu sehen.<\/p>\n<p>Hier ist eine klare Warnung angebracht: Die Ziele, die die USA verfolgen, f\u00fchren zwangsl\u00e4ufig zu einer Ausweitung des Krieges. Die Fiktion, dass sich die Vereinigten Staaten und die Nato nicht im Krieg mit Russland befinden, hat sich in Luft aufgel\u00f6st. In seinem Streben nach einem Regimewechsel, der Zerst\u00fcckelung Russlands und der Auspl\u00fcnderung seiner enormen Ressourcen geht der amerikanische Imperialismus das Risiko eines Atomkriegs ein.<\/p>\n<p><em>#Bild: US-Generalleutnant John Kolasheski, der kommandierende General des V. Korps, beim Pressebriefing in Polen unmittelbar vor dem Besuch hochrangiger US-Regierungsvertreter in Kiew (AP Photo\/Alex Brandon, Pool)<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/04\/25\/per1-a25.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 26. April 2022 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andre Damon. Am Sonntag trafen sich US-Au\u00dfenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin in Kiew mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj. 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