{"id":11271,"date":"2022-06-08T14:23:19","date_gmt":"2022-06-08T12:23:19","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11271"},"modified":"2022-06-08T14:23:20","modified_gmt":"2022-06-08T12:23:20","slug":"viele-russen-verlieren-wegen-internationaler-sanktionen-ihre-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11271","title":{"rendered":"Viele Russen verlieren wegen internationaler Sanktionen ihre Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>\u201e<em>Der Krieg in der Ukraine trifft nicht nur die Ukrainer. Die internationalen Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges treffen auch Russen hart. Vor allem die junge Generation leidet unter der Perspektivlosigkeit. (\u2026) Die Sanktionen betreffen viele Bereiche: vom Finanzsektor bis zum Export von Metallprodukten, vom Lieferverbot f\u00fcr Drohnen bis zur Sperrung des deutschen Luftraums f\u00fcr<\/em><!--more--> <em>russische Flugzeuge. Der Westen verbot auch den Verkauf, die Lieferung oder den Transfer von Flugzeugen und Ersatzteilen nach Russland. (\u2026) Viele Russen haben ihre Arbeit verloren und finden kurzfristig keine neue, weil die Nachfrage nach allen Fachkr\u00e4ften sinkt. \u201eBald wird es Branchen treffen, die f\u00fcr die Produktion Teile aus dem Ausland brauchen: zum Beispiel die Automobilbranche, die Pharmaindustrie und die Landwirtschaft, weil Saatgut auch im Ausland gekauft wird.\u201c Unternehmen werden schlie\u00dfen und Mitarbeiter entlassen m\u00fcssen. \u201eDie Gesamtbev\u00f6lkerung wird \u00e4rmer werden<\/em>.\u201c\u2026\u201c\u00a0<a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2022\/05\/23\/das-viele-russen-sanktionen-arbeit\/\">Beitrag von Irina Chevtaeva vom 23.05.2022 beim Migazin<\/a>\u00a0und dazu:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Sanktionen gegen Putin: \u00abWir sollten der russischen Bev\u00f6lkerung die Hand reichen\u00bb\u00a0<\/strong>\u201e<em>Am Weltwirtschaftsforum in Davos dominierte der Ruf nach h\u00e4rteren Sanktionen gegen Russland. Kenneth Roth, Chef von Human Rights Watch, warnt davor, das ganze Land ins Visier zu nehmen. (\u2026) Es ist zweifellos richtig, hochrangige Kremlbeamte oder Milit\u00e4roffiziere ins Visier zu nehmen, um Sie von Ihrer Invasion der Ukraine abzubringen. Solche gezielten Sanktionen haben eine ganz klare Absicht. Ich beobachte derzeit jedoch eine Verschiebung in der Rhetorik und teilweise auch in der Praxis: Zunehmend wird die gesamte russische Bev\u00f6lkerung als Feind behandelt. Und das ist ein riesiger Fehler. (\u2026) \u00a0Die Menschen in Russland sollten als potenzielle Alliierte betrachtet werden. (\u2026) Wenn die Sanktionen die ganze Bev\u00f6lkerung als Feind behandeln, werden sie sich hinter die russische Flagge stellen. (\u2026) Ich will mich nicht zu einzelnen Firmen \u00e4ussern. Aber eine Firma, die nur Konsumg\u00fcter in Russland verkauft, bestraft durch ihren Abzug lediglich die russische Bev\u00f6lkerung. Bef\u00fcrworter solcher R\u00fcckz\u00fcge glauben, dass damit die Bev\u00f6lkerung dazu bewogen wird, sich gegen den Krieg zu stellen. Es bewirkt jedoch eher das Gegenteil: Die Bev\u00f6lkerung wird sich angegriffen f\u00fchlen. Der Westen muss auf den Kreml zielen und gleichzeitig der russischen Bev\u00f6lkerung die Hand reichen<\/em>\u2026\u201c\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2222\/sanktionen-gegen-putin\/wir-sollten-der-russischen-bevoelkerung-die-hand-reichen\">Interview von Yves Wegelin in der WoZ vom vom 02.06.2022<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Russlands \u00f6konomische Krise trifft auch zentralasiatische Arbeitsmigranten: Exploitation oder Exodus<br \/>\n<\/strong><em>\u201e\u2026 Seit Russlands Angriff auf die Ukraine kriselt die Wirtschaft des Landes. Zahlreiche internationale Firmen haben sich vom russischen Markt zur\u00fcckgezogen und Hunderttausende gut ausgebildete Menschen haben das Land wegen der Folgen der wirtschaftlichen Sanktionen oder der politischen Repression verlassen. Doch auch Millionen an Arbeitsmigrantinnen und -migranten aus Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan, die in den vergangenen 30 Jahren zu einer wichtigen Quelle billiger Arbeitskraft f\u00fcr die russische Dienstleistungs- und Landwirtschaft sowie den Bausektor geworden sind, sind von der drohenden Rezession betroffen. Auch wenn es kaum verl\u00e4ssliche Statistiken gibt, arbeiten sch\u00e4tzungsweise eine Million kirgisische, mindestens ebenso viele tadschikische und \u00fcber drei Millionen usbekische Migrantinnen und Migranten in Russland. Eink\u00fcnfte, die diese an ihre Familien zu Hause \u00fcberweisen, sind eine wichtige St\u00fctze f\u00fcr deren verarmte Herkunftsl\u00e4nder. Das Bruttoinlandsprodukt Kirgistans und Tadschikistans besteht zu rund 30 Prozent aus solchen R\u00fcck\u00fcberweisungen, mit die h\u00f6chsten Quoten weltweit. Die russische Krise ist damit auch die ihrige. \u00bbIn Russland verschwinden die Arbeitspl\u00e4tze, es wird gesagt, dass es ab jetzt nur noch f\u00fcr Russen Arbeit geben wird\u00ab, erz\u00e4hlt Atai Omursakow. (\u2026) Der Krieg hat die Arbeitsmigration nach Russland weniger lukrativ gemacht hat, doch die in Russland Arbeitenden haben meist keine Alternative. \u00bbZur\u00fcckzukehren l\u00f6st nicht das Problem, keine Arbeit zu haben. Das geht h\u00f6chstens vor\u00fcbergehend\u00ab, sagt die kirgisische Politikwissenschaftlerin Asel Doolotkeldiewa. Sie h\u00e4lt eine gro\u00dfe R\u00fcckkehrwelle f\u00fcr eher unwahrscheinlich. Ihrer Meinung nach k\u00f6nnte sogar eine entgegengesetzte Tendenz eintreten, da Familien versuchen k\u00f6nnten, geringere Eink\u00fcnfte zu kompensieren, indem weitere Angeh\u00f6rige zum Arbeiten nach Russland fahren. Das Hauptproblem ist Doolotkeldiewa zufolge, dass die R\u00fcck\u00fcberweisungen nach Kirgistan in Zukunft stark schrumpfen d\u00fcrften. \u00bbEtwa 70 Prozent des \u00fcberwiesenen Geldes wird f\u00fcr den Einkauf von Lebensmitteln ausgegeben\u00ab, sagt sie. (\u2026) Was Doolotkeldiewa am meisten Sorgen bereitet, ist, dass die kirgisische Regierung das Problem nicht ernst nehme; sie betrachte die Arbeitsmigration nach Russland als einen praktischen Ausweg, um die sozialen Probleme im Land nicht selbst angehen zu m\u00fcssen. \u00bbEs ist unglaublich, die reden nicht mal gro\u00df dr\u00fcber. Jedes Jahr mahnen Organisationen, die sich mit der Migrationsfrage besch\u00e4ftigen, dass wir zumindest die Ziell\u00e4nder unserer Migrationsstr\u00f6me diversifizieren sollten. Und jedes Jahr antwortet die Regierung \u201aja, ja\u2018 und vergisst es sofort wieder\u00ab, sagt sie frustriert\u2026\u201c<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/jungle.world\/artikel\/2022\/21\/exploitation-oder-exodus\">Artikel von Volodya Vagner vom 25. Mai 2022 in der Jungle World 2022\/21<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/russland\/arbeitsbedingungen-russland\/viele-russen-verlieren-wegen-internationaler-sanktionen-ihre-arbeit-die-gesamtbevoelkerung-wird-aermer-werden\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 8. Juni 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Krieg in der Ukraine trifft nicht nur die Ukrainer. Die internationalen Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges treffen auch Russen hart. 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