{"id":11324,"date":"2022-06-21T09:39:13","date_gmt":"2022-06-21T07:39:13","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11324"},"modified":"2022-06-21T09:39:15","modified_gmt":"2022-06-21T07:39:15","slug":"revolutionaerer-defaetismus-gegen-krieg-und-vaterland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11324","title":{"rendered":"Revolution\u00e4rer Def\u00e4tismus: Gegen Krieg und Vaterland"},"content":{"rendered":"<p><em>Jakob Zelger. <\/em><strong>Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Vladimir Lenin \u2013 sie alle haben eine stolze Tradition eingel\u00e4utet, die des \u201erevolution\u00e4ren Def\u00e4tismus\u201c. Sie gaben der Niederlage der eigenen Armee den Vorzug \u00fcber einen Triumph des Patriotismus. Im folgenden Beitrag stellen wir uns der Frage, inwieweit eine \u201edef\u00e4tistische\u201c Haltung auch im Stellvertreterkrieg zwischen Russland<\/strong><!--more--> <strong>und NATO in der Ukraine angebracht ist.<\/strong><\/p>\n<p>Kriege werden immer von patriotischer Propaganda begleitet: Wir \u2013 \u201edie Guten\u201c \u2013 gegen die anderen, \u201edie B\u00f6sen\u201c. Gerade ein Krieg, der \u201egerecht\u201c wirkt, weil er sich gegen einen Diktator richtet, findet bis in die Linke hinein Zustimmung. F\u00fcr uns Sozialist_innen muss eine klare Anti-Kriegs-Position unverhandelbar bleiben, denn jede Anbiederung an die herrschende Regierung ist fatal f\u00fcr die Linke und die Arbeiter_innenbewegung.<\/p>\n<p>In imperialistischen Kriegen werden immer die Interessen der herrschenden Klasse vertreten, niemals jene der Mehrheitsbev\u00f6lkerung. Die Unterst\u00fctzung der eigenen Eliten bedeutet somit die Aufgabe aller sozialistischen Positionen und deren Unterordnung unter die Kriegslogik. So wurden schon Streikbewegung in Kriegszeiten von Sozialdemokratischen Parteien abgedreht.<\/p>\n<p>Dagegen unterst\u00fctzen wir (bedingungslos aber nicht kritiklos) antiimperialistische Befreiungskriege oder solche gegen Diktaturen und die proletarische Seite in B\u00fcrgerkriegen. Wir sind dezidiert keine Pazifisten.<\/p>\n<p><strong>Keine Eskalation im Ukraine-Krieg!<\/strong><\/p>\n<p>Im aktuellen Ukraine-Krieg unterst\u00fctzen wir nat\u00fcrlich die ukrainische Seite gegen Putin, bzw. gegen die russische Armee. Putin haben wir bereits in der\u00a0<a href=\"http:\/\/linkswende.org\/ukraine-kalter-krieg-in-osteuropa\/\">Vergangenheit<\/a>\u00a0als Autokrat und Unterdr\u00fccker demokratischer Bewegungen angegriffen. Wir k\u00f6nnen aber nicht die NATO unterst\u00fctzen und die Augen vor der drohenden Eskalation bis hin zum Atomkrieg verschlie\u00dfen. Beide Seiten, Russland und die NATO, scheinen diese M\u00f6glichkeit f\u00fcr ihr Machtkalk\u00fcl in Kauf zu nehmen.<\/p>\n<p>Biden stellte am 27. Mai die Aufr\u00fcstung der Ukraine mit Langstreckenraketen in den Raum \u2013 Offensivwaffen, die russisches Territorium erreichen k\u00f6nnen. Das w\u00e4re die vor kurzem von liberalen Kommentatoren noch \u201eundenkbare\u201c Eskalation Richtung Atomkrieg.<\/p>\n<p>Wir sind stolz einer Str\u00f6mung anzugeh\u00f6ren, die schon im Kalten Krieg den Slogan \u201eWeder Washington noch Moskau\u201c hochgehalten hat. Dieser Haltung sind wichtige Strategien und Thesen zu imperialistischen Kriegen von zahlreichen aufrechten Sozialist_innen vorangegangen.<\/p>\n<p>Die Strategie des \u201erevolution\u00e4ren Def\u00e4tismus\u201c gibt Linken bzw. Arbeiter_innen die M\u00f6glichkeit sich aus der Spirale des Sozialpatriotismus zu befreien, weil sie die eigene Regierung als den Hauptgegner versteht. Und sie erlaubt es den Antikriegsbewegungen beider Seiten sich im Kampf gegen ihre jeweiligen Herrscher zu vereinen. In dem wir den Fokus auf Widerstand gegen die NATO legen, kommen russische Kriegsgegner_innen nicht in die Verlegenheit, als Unterst\u00fctzer_innen der NATO oder als Verr\u00e4ter_innen verbr\u00e4mt zu werden, wenn sie gleichzeitig gegen Putin protestieren. \u201eWir k\u00e4mpfen gegen unsere eigenen Herrscher, k\u00e4mpft ihr gegen eure, das ist die beste gegenseitige Unterst\u00fctzung\u201c, die wir uns geben k\u00f6nnen. Die gew\u00f6hnlichen Russen sind nicht unsere Feinde, Nehammer, Biden, von der Leyen und Co. sehr wohl.<\/p>\n<p><strong>Antiimperialismus historisch<\/strong><\/p>\n<p>Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts rief Aufr\u00fcstung und Militarisierung zahlreiche Sozialist_innen auf den Plan, die der Ideologie der Herrschenden ihre absolute Gegnerschaft zu imperialistischen Kriegen gegen\u00fcberstellten.<\/p>\n<p>Als Imperialismus hatte der revolution\u00e4re Marxist Lenin die j\u00fcngste Stufe des Kapitalismus bezeichnet, in der einzelne gro\u00dfe Konzerne den Wirtschaftsmarkt beherrschen und die Territorien der Erde vollst\u00e4ndig unter den kapitalistischen Gro\u00dfm\u00e4chten aufgeteilt sind. Als Folge der ungleichm\u00e4\u00dfig schnellen industriellen Entwicklung dr\u00e4ngten manche M\u00e4chte erst sp\u00e4ter auf den Markt und wollten dann auch ihren Anteil haben. Dies f\u00fchrte in der Folge zum Ersten und sp\u00e4ter zum Zweiten Weltkrieg.<\/p>\n<p><strong>Verrat durch die Sozialdemokratie<\/strong><\/p>\n<p>Die Zweite Internationale war 1889 durch das Bestreben Friedrich Engels\u2018 als Zusammenschluss marxistischer Organisationen gegr\u00fcndet worden. Im Laufe der Jahre verabschiedeten sich manche von ihnen vom marxistischen Grundsatz der sozialistischen Revolution, und begannen sich an die b\u00fcrgerlichen Haltungen der Eliten anzupassen. Das f\u00fchrte zu zunehmenden Spannungen innerhalb der Internationalen, die sich auch in Debatten \u00fcber Krieg \u00e4u\u00dferte. Gegen die Vorschl\u00e4ge im Falle eines Kriegsausbruchs mit Generalstreiks und Aufst\u00e4nden den Kriegsfortschritt der eigenen Seite zu sabotieren, brachten die deutschen Delegierten die Angst vor Verbot und Verfolgung ein.<\/p>\n<p>Der daraus resultierende Kompromiss der Resolution von Stuttgart 1907 lautete aber immerhin noch: \u201eDroht der Ausbruch eines Krieges, so sind in den beteiligten L\u00e4ndern die Arbeiter und ihre parlamentarischen Vertreter verpflichtet, alles aufzubieten, um durch Anwendung der ihnen am wirksamsten erscheinenden Mittel den Ausbruch des Krieges zu verhindern oder, falls ein solcher dennoch ausbrechen sollte, f\u00fcr seine rasche Beendigung einzutreten.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Manifeste wurden auf den Konferenzen 1910 in Kopenhagen und 1912 in Basel einstimmig beschlossen. Als im August 1914 der Weltkrieg ausbrach, erwarteten die aufrechten Kriegsgegner_innen Massenstreiks und Aufst\u00e4nde gegen die Regierungen. Doch die sozialdemokratischen Parteien warfen allen noch vorhandenen Anstand \u00fcber Bord und unterst\u00fctzten in ihren L\u00e4ndern nicht nur Kriegskredite, sondern riefen aktiv zur \u201eVerteidigung\u201c des Vaterlandes auf.<\/p>\n<p><strong>Widerstand in der SPD<\/strong><\/p>\n<p>Karl Liebknecht, der Sohn des Gr\u00fcnders der SPD und ein aufrechter revolution\u00e4rer Marxist, setzte Zeitlebens sein Ansehen und seine rhetorischen F\u00e4higkeiten dazu ein, die Arbeiter_innenbewegung voranzubringen. Dazu geh\u00f6rten in der Zeit der Aufr\u00fcstung zahlreiche Auftritte in diversen L\u00e4ndern, wo er vor zehntausenden Arbeiter_innen gegen Krieg und Militarisierung mobilisierte. Er war auch der einzige SPD-Politiker, der im Parlament gegen die Bewilligung von Kriegskrediten stimmte.<\/p>\n<p>Seine wichtigste Aussage verschriftlichte er im Mai 1915 in einem Flugblatt. Er argumentierte: \u201eDer Hauptfeind jedes Volkes steht in seinem eigenen Land!\u201c Er machte darin klar, dass Arbeiter_innen nichts mit den Herrschern und Bossen ihres Landes gemein haben, aber alles mit den Arbeiter_innen der anderen L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Die revolution\u00e4re SPD-Politikerin Rosa Luxemburg hat mit ihrer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/luxemburg\/1916\/junius\/teil8.htm\">Brosch\u00fcre<\/a>\u00a0<em>Junius<\/em>\u00a0einen entscheidenden Beitrag zur revolution\u00e4ren Anti-Kriegsbewegung geleistet. Darin greift sie die Burgfrieden-Politik der SPD an und macht klar, dass die Losung \u201eSieg oder Niederlage\u201c eine Frage der Herrschenden ist, die Gebiete und Machtsph\u00e4ren gewinnen und verlieren k\u00f6nnen. Denn \u201ef\u00fcr das europ\u00e4ische Proletariat im Ganzen sind heute von seinem Klassenstandpunkt Sieg und Niederlage jedes der kriegf\u00fchrenden Lager gleich verh\u00e4ngnisvoll. Es ist eben der Krieg als solcher und bei jedem milit\u00e4rischen Ausgang, der die denkbar gr\u00f6\u00dfte Niederlage f\u00fcr das europ\u00e4ische Proletariat bedeutet, es ist die Niederk\u00e4mpfung des Krieges und die schleunigste Erzwingung des Friedens durch die internationale Kampfaktion des Proletariats, die den einzigen Sieg f\u00fcr die proletarische Sache bringen kann.\u201c<\/p>\n<p><strong>Revolution\u00e4rer Def\u00e4tismus<\/strong><\/p>\n<p>Wie Luxemburg stellte sich der russische Revolution\u00e4r Vladimir Lenin gegen den Ersten Weltkrieg, und bek\u00e4mpfte die diversen Ausformungen von Sozialpatriotismus und Sozialchauvinismus. Er beschr\u00e4nkte sich hierbei nicht auf eine reine theoretische Grundlage der Imperialismus-Kritik, er setzte diese im Krieg aktiv um.<\/p>\n<p>Lenin hatte zu Kriegsbeginn 1914 noch keine ausformulierte Theorie, hielt sich aber im Vergleich zu den F\u00fchrern der sozialdemokratischen Parteien an das zuvor erw\u00e4hnte Basler Manifest und entwickelte daraus seine Strategie des \u201erevolution\u00e4ren Def\u00e4tismus\u201c.<\/p>\n<p>Def\u00e4tismus bezeichnet einerseits einen \u201eZustand der Mutlosigkeit oder Schwarzseherei. Urspr\u00fcnglich bezeichnete er die \u00dcberzeugung, dass keine Aussicht (mehr) auf den Sieg besteht.\u201c Der politische Def\u00e4tismus bezeichnet hingegen eine Strategie. In der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/draper\/1953\/defeat\/index.htm\">Abhandlung<\/a>\u00a0<em>The Myth of Lenin\u2019s \u201eRevolutionary Defeatism<\/em>\u00a0unterscheidet Hal Draper zwischen Krieg bef\u00fcrwortendem und ablehnendem Def\u00e4tismus.<\/p>\n<p>Jede Krieg f\u00fchrende Regierung bef\u00fcrwortet die Niederlage des gegnerischen Landes. Leider schwenkten die sozialdemokratischen Parteien im Ersten Weltkrieg auf diese Linie ein. Eine andere Ausformung des Krieg bef\u00fcrwortenden Def\u00e4tismus entstand w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs in Hitler-Deutschland, wo viele die Niederlage der Nazis durch den Sieg der Alliierten herbeisehnten. Doch schlussendlich wird dabei stets die Niederlage entweder der gegnerischen, oder der eigenen Seite durch Akteure imperialistischer Kriege herbeigesehnt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Lenin waren die Anh\u00e4nger dieser Strategie keine Def\u00e4tisten. Er bezeichnete sie als Sozialpatrioten, die auf der einen oder anderen Seite der imperialistischen M\u00e4chte stehen.<\/p>\n<p>Lenins Def\u00e4tismus unterscheidet sich auch von dem seiner engsten Weggef\u00e4hrten, Anti-Kriegs-Revolution\u00e4r_innen wie Trotzki und Luxemburg, die den Fokus auf das Verhindern von Kriegskrediten, Klassenkampf w\u00e4hrend des Kriegs und die Umwandlung der Anti-Kriegsbewegung in eine sozialistische Bewegung legten. Dem Sieg ihrer Regierungen stellten sie den sozialistischen Sieg der Arbeiter_innenbewegung gegen\u00fcber. Sie betonten nicht die Niederlage der eigenen Regierung, sondern den Sieg der sozialistischen Bewegung.<\/p>\n<p>Lenin vereinte die Strategie der Anti-Kriegs-Revolution\u00e4r_innen mit der des Def\u00e4tismus. Doch auch er musste die Theorie dazu erst entwickeln. Den \u201eB\u00fcrgerlichen Frieden!\u201c der Sozialpatrioten konterte er mit dem Schlagwort \u201eB\u00fcrgerkrieg!\u201c. Der \u201eVerteidigung des Vaterlands!\u201c stellte er die \u201eNiederlage des eigenen Vaterlands!\u201c gegen\u00fcber. So formulierte er 1914 zun\u00e4chst im Schweizer Exil in einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/lenin\/works\/1914\/oct\/17ags.htm\">Brief<\/a>\u00a0an einen Genossen: \u201eZarismus ist hundert Male schlimmer als der Kaiserismus [Deutschlands].\u201c Diese erste Formulierung verstand er als Schlagwort f\u00fcr Russland und diente nicht der Befeuerung des deutschen Patriotismus. Er hatte zuvor schon in diversen Texten den Deutschen Imperialismus angegriffen.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Widerspruch gegen seine Strategie des Def\u00e4tismus bekam Lenin sofort aus seiner eigenen Partei, den Bolschewiki. Ungeachtet dessen wiederholte er die Losung in den Kriegsjahren immer wieder und schaffte damit einen Ankerpunkt f\u00fcr revolution\u00e4re Politik in Kriegszeiten. Er stellte dem Sozialpatriotismus, der nat\u00fcrlich auch in der Arbeiterschaft um sich gegriffen hatte eine wichtige Alternative gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Def\u00e4tismus als Strategie<\/strong><\/p>\n<p>Lenin hatte mit seinem revolution\u00e4ren Def\u00e4tismus keine universell anwendbare Strategie entwickelt, aber darum ging es letztendlich auch nicht. Das Ziel seiner oft verwendeten Methode des \u201eRuder Herumreisens\u201c (bending the stick), war die Ausrichtung der Partei auf das relevante Thema. Er hatte davon immer wieder Gebrauch gemacht, wenn er den Konservatismus innerhalb der Partei oder der Internationalen Linken \u00fcberwinden musste. So \u00fcberbetonte er beispielsweise die Notwendigkeit einer geeinten Partei, als Radikale in Deutschland die KPD spalteten und gegen Gewerkschaften und Parlamentarismus hetzten. In der Zeit des Ersten Weltkriegs, als viele in der Linken ins sozialpatriotische Lager abdrifteten, richtete er seine Partei durch den Def\u00e4tismus neu aus.<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnder der Str\u00f6mung der\u00a0<em>Internationalen Sozialisten<\/em>\u00a0IST, Tony Cliff, pr\u00e4gte den Slogan \u201eWeder Washington noch Moskau\u201c in einer Zeit, als ein Atomkrieg jederzeit h\u00e4tte ausbrechen k\u00f6nnen. Damals war die Linke gespalten in Unterst\u00fctzer des westlichen Imperialismus \u2013 vor allem sozialdemokratische Parteien \u2013 und des stalinistischen, staatskapitalistischen Ostblocks \u2013 haupts\u00e4chlich kommunistische Parteien. Verteidiger_innen einer sozialistischen Anti-Kriegs-Haltung waren die geistigen Nachkommen Trotzkis, welcher nach der Macht\u00fcbernahme Stalins die aufrechten Revolution\u00e4r_innen um sich sammelte und seine Theorien weiterentwickelte.<\/p>\n<p><strong>Damals wie heute<\/strong><\/p>\n<p>Heute sehen wir wieder das Erstarken von westlichem Patriotismus in den Reihen der Linken. Deswegen sind die Schl\u00fcsse, die Lenin zu Beginn des Weltkrieges zog, f\u00fcr uns heute so wichtig: \u201eDie revolution\u00e4re Klasse kann in einem reaktion\u00e4ren Krieg nicht anders als die Niederlage der eigenen Regierung w\u00fcnschen, sie kann den Zusammenhang zwischen milit\u00e4rischen Misserfolgen der Regierung und der Erleichterung ihrer Niederringung nicht \u00fcbersehen.\u201c<\/p>\n<p>Linke d\u00fcrfen sich nie zum Werkzeug der imperialistischen Kriegstreiberei machen lassen. Wir m\u00fcssen uns aktiv gegen jede Kriegshetze stellen und zeigen, dass Aufr\u00fcstung in kapitalistischen L\u00e4ndern nie der Verteidigung der Demokratie dient. Sie st\u00e4rkt die Position der herrschenden Klasse und schw\u00e4cht die der werkt\u00e4tigen Klassen. Mit einer zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft werden Rechte abgebaut und rechtsextreme Strukturen gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Die Gefahr eines Atomkrieges war seit Jahrzehnten nicht mehr so hoch wie heute. Die nuklearen Waffen wurden seit dem Kalten Krieg weiterentwickelt und k\u00f6nnten bei Ausbruch eines Weltkrieges die komplette Vernichtung ganzer Kontinente bedeuten. Deshalb m\u00fcssen Sozialist_innen die eigenen Eliten bek\u00e4mpfen, wenn die einen Atomkrieg riskieren, das hei\u00dft im Westen auf die Niederlage der NATO, der USA, der EU usw. hinarbeiten.<\/p>\n<p>Hierzu m\u00fcssen neue B\u00fcndnisse geschmiedet werden, die \u00fcber die klassische Linke hinausgehen. Momentan steht uns der Papst mit seinen klaren Aussagen zur NATO und ihrer aggressiven Haltung in Osteuropa n\u00e4her als SP\u00d6-Politiker wie Franz Vranitzky, der gleich nach dem Angriff Russlands die Aufgabe der Neutralit\u00e4t \u00d6sterreichs und den Beitritt zu einer EU-Armee anregte. Die Alternativen zu Aufr\u00fcstung und Krieg sind die internationale Solidarit\u00e4t mit den Arbeiter_innen aller L\u00e4nder und der Sturz der Regierungen. Milit\u00e4rische Niederlagen schw\u00e4chen die Herrschaftsstrukturen und k\u00f6nnen Bewegungen von unten st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Monarchien in Deutschland und \u00d6sterreich gest\u00fcrzt. In Russland wurde innerhalb eines Jahres zun\u00e4chst der Zar gest\u00fcrzt und wenige Monate sp\u00e4ter die erste R\u00e4terepublik ausgerufen. In zahlreichen anderen L\u00e4ndern kam es zu sozialistischen Revolutionen. \u00c4hnliche Situationen konnte man nach dem Zweiten Weltkrieg beobachten, als an vielen Orten die Bev\u00f6lkerung selbstorganisiert die Entnazifizierung startete.<\/p>\n<p>Sobald die Pro-NATO und Pro-Kriegs-Euphorie einer massenhaften Ablehnung des Kriegs weichen wird \u2013 und darauf m\u00fcssen wir hinarbeiten \u2013 wird das wieder m\u00f6glich!<\/p>\n<p><em>#Bild: Ausrufung der Republik am 9. November 1918 am Berliner Schloss durch Karl Liebknecht:\u00a0\u201eDer Tag der Revolution ist gekommen. Wir haben den Frieden erzwungen. [\u2026] Durch dieses Tor wird die neue sozialistische Freiheit der Arbeiter und Soldaten einziehen. Wir wollen an der Stelle, wo die Kaiserstandarte wehte, die rote Fahne der freien Republik Deutschland hissen!\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/linkswende.org\/revolutionaerer-defaetismus-gegen-krieg-und-vaterland\/\"><em>linkswende.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 21. Juni 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jakob Zelger. Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Vladimir Lenin \u2013 sie alle haben eine stolze Tradition eingel\u00e4utet, die des \u201erevolution\u00e4ren Def\u00e4tismus\u201c. Sie gaben der Niederlage der eigenen Armee den Vorzug \u00fcber einen Triumph des Patriotismus. 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