{"id":11343,"date":"2022-06-27T09:58:05","date_gmt":"2022-06-27T07:58:05","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11343"},"modified":"2022-06-27T09:58:07","modified_gmt":"2022-06-27T07:58:07","slug":"die-wirtschaftliche-und-geostrategische-bedeutung-der-schwarzmeerregion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11343","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche und geostrategische Bedeutung der Schwarzmeerregion"},"content":{"rendered":"<p><em>Clara Weiss. <\/em><strong>Der imperialistische Stellvertreterkrieg gegen Russland in der Ukraine ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bestrebungen der imperialistischen M\u00e4chte, die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion unter ihre direkte Kontrolle zu bringen. Er stellt ein qualitativ neues Stadium in der Entstehung eines neuen weltweiten Kampfs zwischen den imperialistischen M\u00e4chten um<!--more--> die Neuaufteilung der Rohstoffe des Globus dar.<\/strong><\/p>\n<p>In ihrer j\u00fcngsten\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/05\/30\/mine-m30.html\">Analyse<\/a>\u00a0der Rolle kritischer Mineralien f\u00fcr die geostrategischen und wirtschaftlichen Ziele hinter den imperialistischen Bestrebungen, Russland durch einen Krieg zu unterwerfen, stellte die\u00a0<em>World Socialist Web Site<\/em>\u00a0fest:<\/p>\n<p><em>Die Aufteilung Russlands und seine Unterwerfung durch das amerikanische Kapital w\u00fcrde die amerikanische herrschende Klasse in die Lage versetzen, ein \u201eneues amerikanisches Jahrhundert\u201c durchzusetzen und China und Eurasien ihren Zielen zu unterwerfen. Rohstoffe spielen dabei eine wichtige Rolle. Angesichts des anhaltenden Bedarfs nach \u00d6l und Erdgas sowie der rapide zunehmenden Nachfrage nach kritischen Mineralien gilt Russland dabei als wichtige Landmasse mit einer immensen F\u00fclle von Reicht\u00fcmern.<\/em><\/p>\n<p>Wenn der Krieg gegen Russland der Vorbereitung des Kriegs gegen China dient, dann soll die Kontrolle \u00fcber das Schwarze Meer die Aufteilung Russlands vorbereiten. Dieser Artikel wird die entscheidende geostrategische und wirtschaftliche Bedeutung der Schwarzmeerregion erkl\u00e4ren, in der sich der Krieg abspielt.<\/p>\n<p><strong>Die geostrategische Bedeutung der Schwarzmeerregion<\/strong><\/p>\n<p>Der direkte Zugang zu den Rohstoffen der ehemaligen Sowjetunion, der den imperialistischen M\u00e4chten seit der Oktoberrevolution von 1917 siebzig Jahre lang verwehrt war, ist f\u00fcr die imperialistischen M\u00e4chte seit Jahrzehnten ein wichtiges Ziel. In diesem Zusammenhang ist die Schwarzmeerregion, welche Ost- und S\u00fcdosteuropa, Russland, den Kaukasus und den Nahen Osten miteinander verbindet, von strategischer Bedeutung<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"667\" height=\"486\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-11.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11344\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-11.jpg 667w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-11-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 667px) 100vw, 667px\" \/><\/a><figcaption><em>Das Schwarze Meer bildet eine Br\u00fccke zwischen Europa, dem Kaukasus und Zentralasien. (Google Maps)\u00a0[Photo by Google Maps]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr den US-Imperialismus, der sich bereits in einem langwierigen wirtschaftlichen und politischen Niedergang befand, war die Aufl\u00f6sung der Sowjetunion und die Wiedereinf\u00fchrung des Kapitalismus durch die stalinistische B\u00fcrokratie ein Geschenk des Himmels. Trunken vor Siegestaumel rief die herrschende Klasse der USA 1991 den \u201eunipolaren Moment\u201c aus. Im Jahr 1992 wurde in einem Strategiedokument des Pentagon festgestellt, dass sich die US-Strategie \u201ejetzt wieder darauf konzentrieren muss, die Entstehung eines potenziellen k\u00fcnftigen globalen Konkurrenten zu verhindern\u201c.<\/p>\n<p>Zbigniew Brzezinski, im letzten halben Jahrhundert einer der einflussreichsten au\u00dfenpolitischen Berater Washingtons, schilderte in seinem Buch\u00a0<em>\u201eDie einzige Weltmacht\u201c<\/em>\u00a0(The Grand Chessboard) die zentrale Bedeutung der Landmasse Europas und Asiens (von Geostrategen \u201eEurasien\u201c genannt) f\u00fcr die verzweifelten Versuche der USA, ihre globale Hegemonie zu erhalten.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-12-870x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11345\" width=\"724\" height=\"852\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-12-870x1024.jpg 870w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-12-255x300.jpg 255w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-12-768x904.jpg 768w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-12.jpg 1088w\" sizes=\"auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><\/a><figcaption><em>Zbigniew Brzezinski<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Innerhalb Eurasiens identifizierte Brzezinski den \u201eeurasischen Balkan\u201c als die Region, in der die gro\u00dfen Konflikte um die Kontrolle \u00fcber ganz Eurasien stattfinden w\u00fcrden. Er schrieb, diese Region erstrecke sich \u201evon der Krim im Schwarzen Meer direkt ostw\u00e4rts, entlang der neuen S\u00fcdgrenze zu Russland, bis zur chinesischen Provinz Xinjiang, dann hinunter zum Indischen Ozean und von dort nach Westen zum Roten Meer, dann nach Norden zum \u00f6stlichen Mittelmeer und wieder zur\u00fcck zur Krim\u201c.<\/p>\n<p>Weiter erkl\u00e4rte er, fast alle 25 Staaten in dieser Region seien \u201ein ethnischer wie religi\u00f6ser Hinsicht heterogen, und praktisch keiner von ihnen [ist] politisch stabil (&#8230;) Diese riesige Region, die von unberechenbarem Hass zerrissen und von m\u00e4chtigen konkurrierenden Nachbarn umgeben ist, wird vermutlich ein wichtiges Schlachtfeld f\u00fcr Kriege zwischen Nationalstaaten als auch, was noch wahrscheinlicher ist, f\u00fcr langwierige ethnische und religi\u00f6se Gewalt werden.\u201c<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"476\" height=\"409\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-13.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11346\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-13.jpg 476w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-13-300x258.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><\/a><figcaption><em>Der \u201eeurasische Balkan\u201c, laut Zbigniew Brzezinski. Karte aus seinem Buch \u201eDie einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft\u201c <\/em><br \/><em>(Foto von Zbigniew Brzezinski)\u00a0[Photo by Zbigniew Brzezi\u0144ski ]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Brzezinskis Buch war weniger eine \u201eVorhersage\u201c als vielmehr eine Darstellung der grundlegenden strategischen Ziele und \u00dcberlegungen des US-Imperialismus. Tats\u00e4chlich wurde das Gebiet, das er \u201eeurasischer Balkan\u201c nannte, von den USA in den letzten Jahrzehnten durch eine Mischung aus Luftkriegen und \u00dcberf\u00e4llen und dem systematischen Sch\u00fcren von B\u00fcrgerkriegen und ethnischen Konflikten v\u00f6llig ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Angefangen mit der US-Invasion in den Irak 1991, dem Einmarsch in Afghanistan 2001 und der zweiten Invasion in den Irak 2003 geh\u00f6rten zu diesen Bestrebungen auch umfangreiche Interventionen des Imperialismus durch Drohnen und andere Formen der Kriegsf\u00fchrung in Pakistan und vielen weiteren L\u00e4ndern. In den 1990ern sch\u00fcrten die USA und Deutschland au\u00dferdem ethnische Konflikte im ehemaligen Jugoslawien, die 1999 in der brutalen Nato-Bombardierung Serbiens gipfelten.<\/p>\n<p>Das westliche Ende dieses \u201eeurasischen Balkans\u201c, die Schwarzmeerregion, bildete den Mittelpunkt sowohl der Nato-Erweiterung als auch mehrerer von Washington organisierter Putschversuche. Bis die stalinistischen B\u00fcrokratien von 1989\u20131991 den Kapitalismus in der Sowjetunion und ganz Osteuropa wiederherstellten, befand sich die Schwarzmeerregion gr\u00f6\u00dftenteils au\u00dferhalb der direkten Kontrolle des Imperialismus. Nur ein Anrainerstaat des Schwarzen Meers, die T\u00fcrkei, war Mitglied der Nato.<\/p>\n<p>Mit der Zerst\u00f6rung der Sowjetunion 1991 \u00e4nderte sich das v\u00f6llig. Heute, nach 30 Jahren Nato-Osterweiterung, sind alle Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres, au\u00dfer Russland selbst, entweder Nato-Mitglieder (T\u00fcrkei, Rum\u00e4nien und Bulgarien), oder sie wurden nach massiven Eingriffen des US-Imperialismus in ihre Politik (Ukraine, Georgien) bis auf den Namen weitgehend in das B\u00fcndnis integriert.<\/p>\n<p>Neben der Nato-Erweiterung zum Schwarzen Meer und an die Ostsee waren auch die \u201eFarbrevolutionen\u201c von 2003 und 2004\u20132005 in Georgien und der Ukraine Teil dieser Strategie. Bei diesen \u201eRevolutionen\u201c handelte es sich um Putsche, die die USA finanzierten, und bei denen sie das privilegierte Kleinb\u00fcrgertum und Teile der Oligarchie f\u00fcr ihre Zwecke einspannten.<\/p>\n<p>Im Jahr 2008 provozierte Georgien mit Unterst\u00fctzung Washingtons einen Krieg mit Russland um die beiden abtr\u00fcnnigen Regionen S\u00fcdossetien und Abchasien an der Ostk\u00fcste des Schwarzen Meeres.<\/p>\n<p>Der H\u00f6hepunkt dieser Operationen war der Putsch in Kiew im Jahr 2014, der von Deutschland und den USA massiv finanziert und von rechtsextremen Milizen wie dem Rechten Sektor und einem Teil der ukrainischen Oligarchie durchgef\u00fchrt wurde. Der damalige F\u00fchrer war der \u201eSchokoladen-Oligarch\u201c Petro Poroschenko.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-14.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11347\" width=\"668\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-14.jpg 448w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-14-300x172.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 668px) 100vw, 668px\" \/><\/a><figcaption><em>Osterweiterungen der Nato seit 1949 (Patrickneil\/CC BY-NC-SA 4.0)\u00a0[Photo by\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Patrickneil\"><em>Patrickneil<\/em><\/a><em>\u00a0\/\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\"><em>CC BY-NC-SA 4.0<\/em><\/a><em>]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Osterweiterungen der Nato seit 1949 (Patrickneil\/CC BY-NC-SA 4.0)&nbsp;[Photo by&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Patrickneil\"><em>Patrickneil<\/em><\/a><em>&nbsp;\/&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\"><em>CC BY-NC-SA 4.0<\/em><\/a><em>]<\/em><\/p>\n<p>Diese offenkundigen Schritte zur Einkreisung Russlands, haben im Kreml die Bef\u00fcrchtung ausgel\u00f6st, das Schwarze Meer k\u00f6nnte zu einem \u201eSee der Nato\u201c werden. Tats\u00e4chlich ist dies vor allem Washingtons Ziel. Die USA sind sich der milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Konsequenzen bewusst, die eine vollst\u00e4ndige Kontrolle der Nato \u00fcber das Schwarze Meer f\u00fcr Russland haben w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Die milit\u00e4rische Bedeutung der Schwarzmeerregion im Konflikt mit Russland<\/strong><\/p>\n<p>Ben Hodges, ein ehemaliger Offizier der US Army und fr\u00fcherer kommandierender General der United States Army Europe, erkl\u00e4rte vor kurzem ganz offen, dass die USA in diesem Stellvertreterkrieg das Ziel verfolgen, \u201eendlich Russlands F\u00e4higkeit zu brechen, au\u00dferhalb Russlands Macht auszu\u00fcben und Georgien, Moldau oder unsere baltischen Verb\u00fcndeten zu bedrohen\u201c.<\/p>\n<p>Um dieses Ziel zu erreichen, ist es von entscheidender Bedeutung, die Position des Kreml in der Schwarzmeerregion zu schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Alton Buland, der Direktor f\u00fcr Europapolitik im US-Verteidigungsministerium, beschrieb das Schwarze Meer als \u201eRusslands geostrategisches Gravitationszentrum\u201c und als sein \u201eTor zum S\u00fcden, Tor zum Nahen Osten [und]&#8230; Tor nach Asien\u201c.<\/p>\n<p>Russland hat nur \u00fcber das Schwarze Meer und die Meerenge des Bosporus Zugang zum Mittelmeer. Der ist jedoch \u00e4u\u00dferst unsicher, da der Bosporus und die Dardanellen vom Nato-Mitgliedsstaat T\u00fcrkei kontrolliert werden, zu dem Russland ein sehr angespanntes Verh\u00e4ltnis hat. (So war im Ersten Weltkrieg die Kontrolle \u00fcber den Bosporus ein wichtiges Ziel im Kampf des Russischen Zarenreichs gegen das Osmanische Reich.)<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"523\" height=\"432\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-15.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11348\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-15.jpg 523w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-15-300x248.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 523px) 100vw, 523px\" \/><\/a><figcaption><em>Die Meerengen Bosporus (rot) und Dardanellen (gelb) (User:Ineriot\/CC BY-NC-SA 4.0)\u00a0<\/em><br \/><em>[Photo by User:Ineriot \/\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\"><em>CC BY-NC-SA 4.0<\/em><\/a><em>]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die N\u00e4he der Schwarzmeerstaaten zu Russland bedeutet au\u00dferdem, dass gro\u00dfe Teile des europ\u00e4ischen Russlands, wo der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung des Landes lebt, sehr leicht zum Ziel amerikanischer see- und landgest\u00fctzter Mittelstreckenraketen werden k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnten in der Ukraine oder einem anderen Nato-Staat in der Region, wie Rum\u00e4nien oder Bulgarien, stationiert sein.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang hat Russland seiner Position im Schwarzen Meer eine hohe milit\u00e4rische Priorit\u00e4t einger\u00e4umt, vor allem in den letzten zehn Jahren. Von den sechs Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten, die Russland nach 1991 in der ehemaligen Sowjetunion beibehalten hat, befinden sich drei am Schwarzen Meer, darunter der Hafen der Schwarzmeerflotte auf der Krim, die Russland 2014 nach dem vom Westen orchestrierten Putsch in Kiew annektierte. Im Jahr 2019 stellte das US Naval War College fest, dass die Annektierung der Krim es Russland erm\u00f6glicht habe, seine \u201emaritime Vorherrschaft im Schwarzen Meer\u201c wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Russlands Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt auf der Krim ist nicht nur im Konflikt mit der Ukraine von entscheidender Bedeutung. Von hier aus kontrolliert der Kreml auch seine Milit\u00e4roperationen in Syrien, wo seit 2011 ein B\u00fcrgerkrieg und faktischer Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland tobt. W\u00e4hrend Russland hinter dem Assad-Regime steht, unterst\u00fctzen die USA die islamistische Opposition.<\/p>\n<p>Wenn Russland vom Schwarzen Meer und damit dem Mittelmeer abgeschnitten w\u00fcrde, w\u00fcrde sich auch seine Position im Nahen Osten und Nordafrika deutlich verschlechtern. Dort hat Russland noch immer betr\u00e4chtliche wirtschaftliche und milit\u00e4rische Interessen, vor allem in Libyen, das durch den Nato-Angriff im Jahr 2011 in einen B\u00fcrgerkrieg gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-16.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-16.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11349\" width=\"697\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-16.jpg 523w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-16-300x248.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 697px) 100vw, 697px\" \/><\/a><figcaption><em>Die Meerengen Bosporus (rot) und Dardanellen (gelb) (User:Ineriot\/CC BY-NC-SA 4.0)\u00a0[Photo by User:Ineriot \/\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\"><em>CC BY-NC-SA 4.0<\/em><\/a><em>]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die N\u00e4he der Schwarzmeerstaaten zu Russland bedeutet au\u00dferdem, dass gro\u00dfe Teile des europ\u00e4ischen Russlands, wo der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung des Landes lebt, sehr leicht zum Ziel amerikanischer see- und landgest\u00fctzter Mittelstreckenraketen werden k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnten in der Ukraine oder einem anderen Nato-Staat in der Region, wie Rum\u00e4nien oder Bulgarien, stationiert sein.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang hat Russland seiner Position im Schwarzen Meer eine hohe milit\u00e4rische Priorit\u00e4t einger\u00e4umt, vor allem in den letzten zehn Jahren. Von den sechs Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten, die Russland nach 1991 in der ehemaligen Sowjetunion beibehalten hat, befinden sich drei am Schwarzen Meer, darunter der Hafen der Schwarzmeerflotte auf der Krim, die Russland 2014 nach dem vom Westen orchestrierten Putsch in Kiew annektierte. Im Jahr 2019 stellte das US Naval War College fest, dass die Annektierung der Krim es Russland erm\u00f6glicht habe, seine \u201emaritime Vorherrschaft im Schwarzen Meer\u201c wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Russlands Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt auf der Krim ist nicht nur im Konflikt mit der Ukraine von entscheidender Bedeutung. Von hier aus kontrolliert der Kreml auch seine Milit\u00e4roperationen in Syrien, wo seit 2011 ein B\u00fcrgerkrieg und faktischer Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland tobt. W\u00e4hrend Russland hinter dem Assad-Regime steht, unterst\u00fctzen die USA die islamistische Opposition.<\/p>\n<p>Wenn Russland vom Schwarzen Meer und damit dem Mittelmeer abgeschnitten w\u00fcrde, w\u00fcrde sich auch seine Position im Nahen Osten und Nordafrika deutlich verschlechtern. Dort hat Russland noch immer betr\u00e4chtliche wirtschaftliche und milit\u00e4rische Interessen, vor allem in Libyen, das durch den Nato-Angriff im Jahr 2011 in einen B\u00fcrgerkrieg gest\u00fcrzt wurde.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"549\" height=\"420\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-17.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11350\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-17.jpg 549w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-17-300x230.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/a><figcaption><em>Karte der Schwarzmeerregion (Norman Einstein\/CC BY-NC-SA 4.0)\u00a0[Photo by\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:NormanEinstein\"><em>Norman Einstein<\/em><\/a><em>\u00a0\/\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\"><em>CC BY-NC-SA 4.0<\/em><\/a><em>]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Da sich die Nato der geostrategischen und milit\u00e4rischen Bedeutung des Schwarzen Meeres f\u00fcr Russland sehr wohl bewusst ist, hat sie in den letzten Jahren mehrere Provokationen inszeniert, einige davon unmittelbar vor der russischen Invasion.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rten die massive Marine\u00fcbung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/06\/30\/sebr-j30.html\">Sea Breeze<\/a>&nbsp;im Schwarzen Meer im Jahr 2021, an der eine Rekordzahl von 32 Staaten, 5.000 Soldaten, 32 Schiffen und 40 Flugzeugen teilnahmen. Es kam auch mehrmals zu Provokationen, u.a. schickte Gro\u00dfbritannien im Juni 2021 ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/06\/26\/pers-j26.html\">Kriegsschiff in die von Russland beanspruchten Gew\u00e4sser vor der Krim<\/a>, woraufhin die russische Armee eine Bombe vor dem Zerst\u00f6rer abwarf. Im Fr\u00fchjahr und Herbst 2021 schickten die USA zudem provokativ mehrere Kriegsschiffe ins Schwarze Meer, obwohl sie wussten, dass Moskau dies als \u201erote Linie\u201c im Hinblick auf seine nationalen Sicherheitsinteressen betrachtete. Im Februar 2022 hatte die Nato 18 Kriegsschiffe im Schwarzen Meer stationiert.<\/p>\n<p>Letzten Monat rief Gro\u00dfbritannien zu einer Nato-gef\u00fchrten Marineintervention im Schwarzen Meer gegen Russland auf, um unter dem Deckmantel einer \u201ehumanit\u00e4ren Mission Frachter mit ukrainischem Weizen zu sch\u00fctzen\u201c und eine globale Hungerkrise abzuwenden. Ankara hat jedoch seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine die Dardanellen und den Bosporus, die Meerenge zwischen der \u00c4g\u00e4is und dem Schwarzen Meer, f\u00fcr russische und Nato-Kriegsschiffe gesperrt.<\/p>\n<p>Griechenland grenzt zwar nicht direkt an das Schwarze Meer, spielt als Nato-Mitglied jedoch seit einigen Jahren eine zunehmend zentrale Rolle in den Pl\u00e4nen der USA und der Nato f\u00fcr die Schwarzmeerregion. Die USA haben die griechische Hafenstadt Alexandroupoli an der n\u00f6rdlichen \u00c4g\u00e4is zu einer wichtigen Milit\u00e4rbasis ausgebaut. Seit Ankara die Meerengen gesperrt hat, wird die Stadt f\u00fcr Milit\u00e4rlieferungen an die Ukraine im Nato-Krieg gegen Russland benutzt.<\/p>\n<p><strong>\u201eGetreide, \u00d6lsaaten und Mineral\u00f6le\u201c:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pipelines und die wirtschaftlichen Ressourcen der Schwarzmeerregion<\/strong><\/p>\n<p>Die Schwarzmeerregion war in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts ein zentraler Schauplatz. Insbesondere der deutsche Imperialismus hat versucht, die Region, und vor allem die Ukraine, unter seine direkte Kontrolle zu bringen. Der Historiker Christian Gerlach wies auf die Parallelen zwischen den deutschen Kriegszielen in beiden Weltkriegen hin. Er schrieb, dass die Besatzungspolitik der Nazis in der damaligen Sowjetunion \u2013 die mindestens 27 Millionen Tote forderte \u2013 sich auf die Ausbeutung von einigen wenigen Materialien konzentrierte: \u201eGetreide, \u00d6lsaaten und Mineral\u00f6l.\u201c (Christian Gerlach: \u201eKrieg, Ern\u00e4hrung, V\u00f6lkermord. Deutsche Vernichtungspolitik im Zweiten Weltkrieg\u201c, Z\u00fcrich 2001, S. 14)<\/p>\n<p>Die heutige Kriegspolitik des US-amerikanischen und deutschen Imperialismus, die im Grunde auf eine erneute Unterjochung der gesamten Region und ihre Verwandlung in ein koloniales Anh\u00e4ngsel der imperialistischen M\u00e4chte abzielt, steht in dieser Tradition.<\/p>\n<p><em><u>Landwirtschaft<\/u><\/em><\/p>\n<p>Die Lebensmittelkrise, die der Krieg ausgel\u00f6st hat, verdeutlicht die zentrale Bedeutung der Schwarzmeerregion f\u00fcr den globalen Getreidemarkt. Tats\u00e4chlich gelten die Region, und vor allem Russland und die Ukraine, nicht nur als \u201eKornkammer\u201c Europas sondern eines Gro\u00dfteils von Afrika und dem Nahen Osten.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Exportg\u00fcter der Ukraine stammen alle aus der Agrarindustrie. Ab dem Jahr 2020 standen an oberster Stelle \u00d6lsaaten (10,1 Prozent der Exporte im Wert von 5,32 Milliarden Dollar), gefolgt von Mais (9,29 Prozent bzw. 4,89 Milliarden Dollar) und Weizen (8,76 Prozent oder 4,61 Milliarden Dollar).<\/p>\n<p>Russland war im Jahr 2021 der weltweit f\u00fchrende Exporteur von Weizen; daneben entfallen auf das Land auch 2,3 Prozent des weltweiten Maismarkts. Zusammen mit der Ukraine ist Russland f\u00fchrender Produzent und Exporteur von Sonnenblumen\u00f6l und Gerste. Rum\u00e4nien ist ebenfalls ein wichtiger Agrarproduzent. Seit 2021 ist es der gr\u00f6\u00dfte Mais- und Sonnenblumenproduzent Europas und einer der f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Produzenten von Weizen und Sojabohnen in der EU.<\/p>\n<p>Die Kontrolle \u00fcber diese Rohstoffe verspricht&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/05\/24\/pjnm-m24.html\">immense Profite<\/a>, vor allem in Zeiten von Lebensmittelkrisen, in denen die Agrarkonzerne mit den Maispreisen massive Spekulationen betreiben. Der globale Lebensmittelkonzern Cargill, eines der gr\u00f6\u00dften Unternehmen der Welt und eines von vier Unternehmen, die mehr als 70 Prozent des weltweiten Agrarmarktes kontrollieren, konnte alleine im letzten Jahr bei 134 Milliarden Dollar Umsatz f\u00fcnf Milliarden Dollar Gewinn erzielen. Das Gesamtverm\u00f6gen der Familie Cargill stieg w\u00e4hrend der Pandemie im Durchschnitt um 120 Millionen Dollar pro Tag und wird angesichts der Rekordpreise f\u00fcr Lebensmittel noch deutlich weiter wachsen.<\/p>\n<p><em><u>Gas und \u00d6l<\/u><\/em><\/p>\n<p>Abgesehen von ihren immensen landwirtschaftlichen Ressourcen und Rohstoffen ist die Schwarzmeerregion auch von entscheidender Bedeutung f\u00fcr Russlands \u00d6lexporte und den Transport der \u00d6l- und Gasreserven aus dem Kaukasus und Zentralasien.<\/p>\n<p>Die Washingtoner Denkfabrik Carnegie Foundation erkl\u00e4rte in einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/carnegieendowment.org\/2021\/05\/20\/what-is-russia-doing-in-black-sea-pub-84549\">Analyse<\/a>&nbsp;aus dem Jahr 2021: \u201eDas Schwarze Meer ist eine wichtige Handels- und Verkehrsader f\u00fcr Russland. Sowohl Russland als auch die zentralasiatischen Staaten sind f\u00fcr den Export von Getreide und \u00d6l per Schiff sehr stark vom russischen Hafen Noworossijsk abh\u00e4ngig.\u201c<\/p>\n<p>Russland ist keineswegs eine \u201eimperialistische\u201c Macht, sondern faktisch vor allem ein Rohstofflieferant f\u00fcr die Weltwirtschaft. \u00d6l und Gas sowie Kohle und andere Mineralien geh\u00f6ren zu den wichtigsten Exportg\u00fctern Russlands. Roh\u00f6l und raffiniertes \u00d6l machen zusammen 37 Prozent (oder 74,4 Milliarden Dollar) der russischen Exporte aus, gefolgt von Erdgas (sechs Prozent der Exporte im Wert von fast 20 Milliarden Dollar), Gold (5,67 Prozent im Wert von 18,7 Milliarden Dollar), Kohle (4,4 Prozent bzw. 14,5 Milliarden Dollar), Platin (3,2 Prozent bzw. 10,5 Milliarden Dollar) und Weizen.<\/p>\n<p>Der Hafen Noworossijsk an der russischen Schwarzmeerk\u00fcste ist der gr\u00f6\u00dfte Hafen des Landes und sein drittwichtigster Knotenpunkt f\u00fcr den Export von Roh\u00f6l.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.eia.gov\/international\/content\/analysis\/countries_long\/russia\/\">Laut der EIA<\/a>&nbsp;(dem US-Amt f\u00fcr Energiestatistik) gingen im Jahr 2020 t\u00e4glich 459.000 Barrel \u00d6l durch diesen Hafen.<\/p>\n<p>Angesichts seiner extrem hohen Abh\u00e4ngigkeit von \u00d6l- und Gasexporten w\u00e4re die Sperrung des Zugangs zum Schwarzen Meer und zum Mittelmeer f\u00fcr Russland in wirtschaftlicher Hinsicht gleichbedeutend damit, ihm \u201edas R\u00fcckgrat zu brechen\u201c.<\/p>\n<p>Auch ist das Schwarze Meer genauso wichtig f\u00fcr den Zugang zu den Rohstoffen Zentralasiens und des Kaukasus.<\/p>\n<p>Nach der Zerst\u00f6rung der Sowjetunion str\u00f6mten die Vorst\u00e4nde der Energiekonzerne in die Region, um mit den ehemaligen stalinistischen B\u00fcrokraten, die sich in Oligarchen verwandelt hatten, lukrative Vertr\u00e4ge auszuhandeln und Zugang zu diesen Rohstoffen zu erhalten. Wie die&nbsp;<em>World Socialist Web Site<\/em>&nbsp;im Jahr 1999&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/1999\/05\/balk-m26.html\">erkl\u00e4rte<\/a>, war ein zentrales Ziel der in den 1990er Jahren vom Imperialismus angezettelten Kriege auf dem Balkan der Zugang zum Kaspischen Meer. Dieses liegt direkt \u00f6stlich vom Schwarzen Meer und beherbergt vermutlich die weltweit gr\u00f6\u00dften unerschlossenen \u00d6l- und Gasreserven: zwischen 17 und 33 Milliarden Barrel \u00d6l und 232 Billionen Kubikmeter Gas.<\/p>\n<p>Da das Kaspische Meer ein Binnengew\u00e4sser ist, wurde die Pipeline-Infrastruktur zu einer zentralen Frage bei der Kontrolle \u00fcber diese Rohstoffe. Russlands Pipelines stellen zwar nicht mehr die einzige Zugangsm\u00f6glichkeit zu diesen Rohstoffen dar, sind aber noch heute von zentraler Bedeutung und verlaufen allesamt durch das Schwarze Meer. So transportiert die kaspische Pipeline, die von einem multinationalen Konsortium aus russischen Staatsunternehmen und dem US-Energiekonzern Chevron betrieben wird, \u00d6l von den \u00d6lfeldern in Kasachstan sowie den russischen \u00d6lfeldern in der kaspischen Region zum russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk. Von dort aus wird es in die ganze Welt verschifft.<\/p>\n<p>In den vergangenen 20 Jahren haben die USA und die EU das Ende mehrerer Pipeline-Projekte durchgesetzt, die durch das Schwarze Meer verlaufen w\u00e4ren und die Ukraine umgangen h\u00e4tten. Sie verfolgen auch Konkurrenzprojekte, die eine direkte Verbindung zwischen der EU und den Gas- und \u00d6lfeldern der kaspischen Region und Zentralasiens herstellen sollen.<\/p>\n<p>So setzten die USA den Bau der Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline (auch bekannt als BTC-Pipeline) durch, die unter Umgehung Russlands \u00d6l von Aserbaidschan \u00fcber Georgien in die T\u00fcrkei liefert. Die Pipeline war ein wichtiger Faktor bei den Operationen der USA in Georgien, wo Washington im Jahr 2003 einen Putsch finanzierte und einen Krieg gegen Russland unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p>Diese Pipeline-Kriege haben auch dazu gef\u00fchrt, dass rivalisierende, von Russland unterst\u00fctzte Projekte torpediert wurden. Abgesehen von den russisch-deutschen Nord-Stream-Pipelines war das gr\u00f6\u00dfte davon das 50 Milliarden Dollar teure\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2014\/12\/05\/sout-d05.html\">South Stream-<\/a>Pipelineprojekt. Durch diese Pipeline sollte russisches Gas von der Schwarzmeerk\u00fcste durch Bulgarien, Serbien und Ungarn \u00fcber eine Route nach \u00d6sterreich bef\u00f6rdert werden, und auf einer anderen \u00fcber Griechenland nach Italien. Mit einer j\u00e4hrlichen Kapazit\u00e4t von 63 Milliarden Kubikmetern h\u00e4tte die Pipeline ein Zehntel des gesamten damaligen europ\u00e4ischen Gasbedarfs abgedeckt. Der Kreml war gezwungen, das Projekt unmittelbar nach dem Putsch in der Ukraine 2014 abzubrechen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-18.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-18.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11351\" width=\"639\" height=\"662\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-18.jpg 556w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-18-290x300.jpg 290w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><figcaption><em>Die wichtigsten russischen Gaspipelines nach Europa. South Stream konnte aufgrund des Widerstands der EU nie fertiggestellt werden. <\/em><br \/><em>(Samuel Baily\/CC BY 4.0)\u00a0[Photo by\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/06\/26\/sam.bailus@gmail.com\"><em>Samuel Bailey<\/em><\/a><em>\u00a0\/\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\"><em>CC BY 4.0<\/em><\/a><em>]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit diesen Pipeline-Kriegen werden drei wichtige Ziele verfolgt:<\/p>\n<p>Erstens versuchen die imperialistischen M\u00e4chte, die direkte Kontrolle \u00fcber die immensen Rohstoffe der ehemaligen Sowjetunion zu bekommen. Aber neben Russland wollen sie auch China, das sein wirtschaftliches Engagement in der Region betr\u00e4chtlich ausgeweitet hat, daran hindern, sie zu kontrollieren.<\/p>\n<p>Zweitens wollen sie die russische Wirtschaft \u2013 und damit auch das Putin-Regime \u2013 schw\u00e4chen, die stark von \u00d6l- und Gasexporten abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Drittens sollen sie den imperialistischen M\u00e4chten, vor allem den USA, einen geostrategischen Vorteil im Konkurrenzkampf der \u00d6l- und Gaskonzerne um Marktanteile verschaffen.<\/p>\n<p>Die USA waren einmal der weltweit gr\u00f6\u00dfte Nettoimporteur von Gas, sind aber durch die F\u00f6rderung von Schiefergas zu einem wichtigen Gasexporteur geworden und konkurrieren heute direkt mit Russland um den europ\u00e4ischen Markt. Im Januar 2022, kurz vor der russischen Invasion in die Ukraine, \u00fcberstiegen die US-Exporte von Fl\u00fcssiggas (LNG) nach Europa erstmals die Lieferungen durch russische Pipelines. Als Reaktion auf den Beginn des Ukraine-Kriegs brach Deutschland das russisch-deutsche Gaspipelineprojekt Nord Stream 2 fast sofort ab, w\u00e4hrend das Wei\u00dfe Haus eine Erh\u00f6hung seiner LNG-Lieferungen nach Europa von 22 Milliarden Kubikmeter auf 37 Milliarden Kubikmeter ank\u00fcndigte.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-19.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-19.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11352\" width=\"614\" height=\"409\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-19.jpg 516w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-19-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/a><figcaption><em>Die f\u00fcnf L\u00e4nder der Welt mit den gr\u00f6\u00dften j\u00e4hrlichen Nettoeinfuhren von Erdgas. Aufgrund der \u201eSchiefergasrevolution\u201c haben <\/em><br \/><em>die USA ihre Importe ab 2008 drastisch reduziert und sind seitdem zu einem wichtigen Exporteur von LNG geworden. <\/em><br \/><em>(Plazak\/CC BY-NC-SA 4.0)\u00a0[Photo by Plazak \/\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\"><em>CC BY-NC-SA 4.0<\/em><\/a><em>]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Gewinne der US-Schiefergaskonzerne sind im ersten Quartal dieses Jahres bereits um ein Vielfaches gestiegen: Die Gewinne von Pioneer Natural Resources haben sich mehr als verf\u00fcnffacht, die von Continental Resources mehr als verdreifacht.<\/p>\n<p><strong>Der Konflikt mit China in der Schwarzmeerregion<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Russland das Hauptziel der imperialistischen Intervention in der Schwarzmeerregion war, ist auch die Rivalit\u00e4t mit China in den letzten Jahrzehnten zu einem zentralen Anliegen der USA und der EU in der Schwarzmeerregion geworden.<\/p>\n<p>F\u00fcr China ist die Region die einfachste und schnellste Verbindung zwischen Ostasien und Europa. Die Initiative Neue Seidenstra\u00dfe (Belt and Road Initiative, BRI), die urspr\u00fcnglich als 40-Milliarden-Dollar-Infrastrukturprojekt geplant war, soll durch den Kaukasus und Osteuropa verlaufen, u.a. durch Aserbaidschan, die Ukraine, Georgien und die T\u00fcrkei. Obwohl es bei dem Projekt in den letzten Jahren nur sehr geringe Fortschritte gab, hat China bedeutende Wirtschaftsbeziehungen mit vielen L\u00e4ndern in der Region angekn\u00fcpft, vor allem mit der Ukraine, die sich seit 2017 an der BRI beteiligt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2019 wurde China der wichtigste Handelspartner der Ukraine und verdr\u00e4ngte Russland auf den zweiten Platz. Die Ukraine ist au\u00dferdem Chinas zweitgr\u00f6\u00dfter Lieferant von Getreide und Waffen geworden. Anfang 2021 erkl\u00e4rte Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj, er hoffe, dass sein Land zu \u201eeiner Br\u00fccke f\u00fcr chinesische Unternehmen nach Europa\u201c werde.<\/p>\n<p>Die wachsende Rolle Chinas in der Ukraine ist jedoch vor allem den USA ein Dorn im Auge, und Washington versucht durch umfangreiche Interventionen, die zunehmende wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und China zu untergraben. Im Fr\u00fchling 2021, als die USA Kiews Provokationen gegen Russland im Schwarzen Meer unterst\u00fctzten, trat die ukrainische Regierung auf Druck der USA in letzter Minute von einem milliardenschweren Deal zur\u00fcck, der China erlaubt h\u00e4tte, das ukrainische Unternehmen Motor Sitsch zu \u00fcbernehmen, das zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Herstellern von Flugzeug- und Hubschraubermotoren geh\u00f6rt. Die Kosten f\u00fcr die ukrainische Regierung waren betr\u00e4chtlich.<\/p>\n<p>Doch auch die EU betrachtet den wachsenden Einfluss Chinas in der Region als Gefahr f\u00fcr ihre wirtschaftlichen und strategischen Interessen, die die europ\u00e4ischen M\u00e4chte zunehmend unabh\u00e4ngig von Washington wahrnehmen wollen.<\/p>\n<p>Die EU-Denkfabrik Global Security schrieb vor kurzem in einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.globsec.org\/publications\/china-in-the-broader-black-sea-region\/\">Analyse<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eDie USA sind in der [Schwarzmeer-]Region aktiv, um den geopolitischen und energiepolitischen Interessen Russlands entgegenzuwirken und den zunehmenden Einfluss Chinas, seiner BRI und der chinesischen Digitalen Seidenstra\u00dfe durch Entwicklungshilfe, Milit\u00e4rhilfe und die Unterst\u00fctzung der Drei-Meeres-Initiative (3SI) und des Clean Network zu begrenzen. In Konkurrenz zu den russischen Energieinteressen (insbesondere Nord Stream 2) versuchen die USA auch, einen Markt f\u00fcr ihre Energieexporte zu finden.<\/p>\n<p>Die EU will einen dritten Raum zwischen China und den USA schaffen, damit sie unabh\u00e4ngig agieren kann. Sie arbeitet relativ autonom und durch vielseitige politische Initiativen und Partnerschaften daran, ihre strategische Autonomie zu verwirklichen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerungen<\/strong><\/p>\n<p>Wie schon in den beiden letzten Weltkriegen ist die Schwarzmeerregion auch heute zu einem der wichtigsten Schlachtfelder zwischen den verschiedenen kapitalistischen Staaten geworden. Die imperialistischen M\u00e4chte sind entschlossen, den Einfluss Russlands und Chinas zu untergraben, w\u00e4hrend sie gleichzeitig untereinander um die Vorherrschaft \u00fcber die Region konkurrieren.<\/p>\n<p>Ein Ausdruck dieser rivalisierenden Bestrebungen war die Wiederbelebung des so genannten \u201eIntermariums\u201c (\u201ezwischen den Meeren\u201c) einem B\u00fcndnis osteurop\u00e4ischer Staaten von der Ostsee \u00fcber das Schwarze Meer bis hin zur Adria. Unter Trump neigte Washington zu einer ausdr\u00fccklichen Unterst\u00fctzung dieses B\u00fcndnisses, das die polnische Regierung und die rechtsextreme Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) seit langem forcieren.<\/p>\n<p>Das Intermarium wurde urspr\u00fcnglich von dem polnischen Diktator J\u00f3zef Pi\u0142sudski\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2016\/07\/12\/int3-j12.html\">entwickelt<\/a>, der Polen zwischen den Weltkriegen zu einem Bollwerk des Imperialismus in der Region aufbaute. Das Intermarium richtete sich haupts\u00e4chlich gegen die UdSSR und den Einfluss der russischen Revolution auf die Massen in Osteuropa. Es schloss B\u00fcndnisse mit rechten antikommunistischen Kr\u00e4ften in der ganzen Region und Exilanten aus der ehemaligen Sowjetunion. Sein Ziel war es, nationalistische Kr\u00e4fte in der Sowjetunion zu mobilisieren, um diese von innen heraus zu destabilisieren und den Weg f\u00fcr eine Wiedereinf\u00fchrung des Kapitalismus zu ebnen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-20.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-20.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11353\" width=\"553\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-20.jpg 553w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bild-20-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 553px) 100vw, 553px\" \/><\/a><\/figure>\n<p><em>Pi\u0142sudskis Konzept eines Intermariums nach dem Ersten Weltkrieg: Es erstreckt sich von der Ostsee im Norden bis zum Mittelmeer und dem Schwarzen Meer im S\u00fcden. In Hellgr\u00fcn die Teile der ukrainischen und belarussischen Gebiete, die 1922 in die Sowjetunion eingegliedert wurden (GalaxMaps\/CC BY-NC-SA 4.0)\u00a0[Photo by GalaxMaps \/\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/\"><em>CC BY-NC-SA 4.0<\/em><\/a><em>]<\/em><\/p>\n<p>Heute ist dieses B\u00fcndnis unter der Schirmherrschaft der EU und der Nato als \u201eDrei-Meere-Initiative\u201c wiederbelebt worden. Genau wie das Intermarium in der Zwischenkriegszeit ist auch diese Initiative abh\u00e4ngig von der Unterst\u00fctzung der imperialistischen Gro\u00dfm\u00e4chte und rechtsextremer nationalistischer Kr\u00e4fte. In Osteuropa wird sie von rechtsextremen Kr\u00e4ften wie der polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und dem neofaschistischen Asow-Bataillon in der Ukraine unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Zwar richtet sich dieses B\u00fcndnis heute haupts\u00e4chlich gegen den Einfluss Chinas und Russlands. Allerdings wollen Washington und Warschau damit auch die bedeutende Position des deutschen Imperialismus in Osteuropa untergraben. Berlin, die dominante imperialistische Macht der EU, ist bezeichnenderweise nicht Mitglied. Aus Angst, an den Rand gedr\u00e4ngt zu werden, hat die Bundesregierung jedoch vor kurzem versucht, trotz des deutlichen Widerstands Polens bessere Beziehungen zur Drei-Meere-Initiative aufzubauen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von diesen wechselnden Allianzen treibt die Krise des Weltkapitalismus die imperialistischen M\u00e4chte auf einen neuen globalen Fl\u00e4chenbrand zu. Der imperialistische Stellvertreterkrieg in der Ukraine, faktisch eine Konfrontation zwischen den weltweit gr\u00f6\u00dften Atomm\u00e4chten, w\u00e4re nur das erste Kapitel in einem solchen Konflikt. Doch die internationale Arbeiterklasse hat noch ein W\u00f6rtchen mitzureden.<\/p>\n<p>Wie Leo Trotzki betonte, folgen Marxisten nicht der Kriegskarte, sondern der Karte des Klassenkampfs. Die einzige \u201eL\u00f6sung\u201c, die die heutigen Regierungen f\u00fcr die Krise des Kapitalismus haben, sind katastrophale Kriege. Im Gegensatz dazu muss die Arbeiterklasse ihre Antwort auf diese Krise durch einen internationalen Klassenkampf auf sozialistischer Grundlage entwickeln, indem sie daf\u00fcr k\u00e4mpft, dem Kapitalismus und dem \u00fcberholten nationalstaatlichen System \u2013 der Ursache des Kriegs \u2013 ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/06\/26\/axkc-j26.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 27. Juni 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Clara Weiss. Der imperialistische Stellvertreterkrieg gegen Russland in der Ukraine ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bestrebungen der imperialistischen M\u00e4chte, die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion unter ihre direkte Kontrolle zu bringen. 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