{"id":11404,"date":"2022-07-07T11:31:59","date_gmt":"2022-07-07T09:31:59","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11404"},"modified":"2022-07-07T11:32:00","modified_gmt":"2022-07-07T09:32:00","slug":"vom-pandemischen-elend-der-linken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11404","title":{"rendered":"Vom pandemischen Elend der Linken"},"content":{"rendered":"<p><em>Helge Buttkereit.<\/em> Die politische Linke in Deutschland hat es nicht leicht. Die Partei gleichen Namens hat im Herbst die F\u00fcnf-Prozent-H\u00fcrde gerissen und ist nur durch eine Sonderregelung im Bundestag. Ein Grund: Die linke Reaktion auf die Corona-Ma\u00dfnahmen. Auch die der Linkspartei. Einige Linke innerhalb und au\u00dferhalb der Partei, forderten mehr autorit\u00e4res Durchgreifen<!--more--> im \u201eKampf gegen den Virus\u201c als die Regierung bereit war. Und den Staat kritisierten sie nur, wenn ihnen die Ma\u00dfnahmen zu lasch waren. Der Blick in zwei aktuelle B\u00fccher von prominenten Linken, Karl Heinz Roth und Christoph Butterwegge, zeigt auf verschiedene Weise einiges von dem Elend der Linken mit Corona auf. Eine Doppelrezension.<\/p>\n<p>Es ist Zeit f\u00fcr eine Bilanz. Zumindest eine Zwischenbilanz. Die meisten Corona-Ma\u00dfnahmen pausieren derzeit, die Proteste sind abgeflaut. Auch die Expertenkomission der Bundesregierung hat vergangene Woche ihren Bericht abgeliefert. Wirkliche Diskussionen finden aber weiterhin kaum statt. Sie sind polarisiert, gebannt von einem Geschehen der Gegenwart<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote1sym\">1<\/a>, das keine n\u00fcchterne Analyse zuzulassen scheint. Wer sie versucht und vielleicht zu Ergebnissen kommt, die der einen oder anderen Seite nicht gefallen, bekommt die Breitseite der jeweils anderen Seite zu sp\u00fcren.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote2sym\">2<\/a>\u00a0Innerhalb der politischen Linken \u2013 aber nat\u00fcrlich bei weitem nicht nur da \u2013 \u00fcberdeckt der Krieg in der Ukraine derzeit alles andere. Eine Diskussion auch \u00fcber eigene Fehler in Zeiten von Corona findet nicht statt. Oder zumindest kaum.<\/p>\n<p>Zwei aktuelle B\u00fccher von prominenten und \u201ealtgedienten\u201c Linken liefern Ans\u00e4tze f\u00fcr eine tiefergehende Diskussion. Sie k\u00f6nnen auch als vorsichtige Bilanz aus eben diesem politischen Spektrum gelesen werden. Der Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge hat unl\u00e4ngst ein Buch zur \u201epolarisierenden Pandemie\u201c vorgelegt und der Arzt und Historiker Karl Heinz Roth Anfang des Jahres einen dicken Band zu \u201eBlinden Passagieren\u201c, wie er die Corona-Viren nennt. Die unterschiedliche Perspektive spiegelt sich im Titel wieder. Versucht Butterwegge eine sozialwissenschaftliche Bilanz, so geht Roth das Thema globalhistorisch an und kann sein Wissen als langj\u00e4hriger Hausarzt beisteuern.<\/p>\n<p>Beide B\u00fccher liefern auf je unterschiedliche Weise einen Eindruck vom Elend der Linken mit Corona. Roth verbei\u00dft sich in viele Statistiken, spricht von Dunkelziffern und changiert bei der Bewertung zwischen \u00fcberzogen (Lockdowns) und zu schwach (Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen). Er liefert viele Details \u00fcber das Corona-Geschehen weltweit, schaut sich die Vorgeschichte und die Folgen an. Dadurch bietet er eine Perspektive, die wertvoll ist, um den verengten Blick auf das Geschehen in Deutschland und Europa zu weiten. Gleichzeitig setzt er wie auch Butterwegge auf die Darstellung einer pandemischen Vorgeschichte, die weit zur\u00fcckreicht. Beide bringen Pest und Pocken ins Spiel und machen somit quasi umgekehrt das, was seit Beginn der Corona-Diskussion mit dem Beispiel der saisonalen Grippe verp\u00f6nt ist. W\u00e4hrend der Grippe-Corona-Vergleich vorgeblich die Gefahren verharmlost, bauscht der Pest- oder Pocken-Vergleich diese auf.<\/p>\n<p>Bei Roth wirkt dieser Vergleich eher wie ein Fremdk\u00f6rper, kann er doch durch viele \u2013 zuweilen auch sich widersprechende \u2013 Zahlen ein recht realistisches Bild zeichnen (mit Datenbasis Mitte 2021). Zusammengenommen h\u00e4lt er Corona f\u00fcr die schwerste Seuche seit der Spanischen Grippe nach dem Ersten Weltkrieg. Das lassen wir vorerst so stehen. Bei Butterwegge hat der Vergleich offenkundig eine andere Funktion. Er bedauert, dass im Bewusstsein der Menschen die Gefahren der Pocken (und damit aus seiner Sicht der Segen der Impfung) verschwunden ist. Ergo will er den Menschen wieder Gefahren vermitteln. Und nicht nur das.<\/p>\n<p><strong>Linke Impfpropaganda<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Spitze treibt Butterwegge sein manipulatives, autorit\u00e4res Verh\u00e4ltnis gegen\u00fcber den B\u00fcrgern beim Thema des sogenannten Impfens und der Skepsis gegen\u00fcber den neuartigen Substanzen, die, wie wir sp\u00e4testens seit diesem Jahr wissen, gar keine (langfristige) Immunit\u00e4t erzeugen k\u00f6nnen.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote3sym\">3<\/a>\u00a0Das hat Butterwegge noch nicht mitbekommen. Er bleibt Impfpropagandist. Ihm war, so mag man sarkastisch sagen, die gern zitierte Bratwurst f\u00fcr den \u201ePieks\u201c nicht genug. Zwar kritisiert er in seinem Buch zun\u00e4chst den Druck auf Ungeimpfte. Seine Alternative ist kaum besser:<\/p>\n<p>Anstatt derart massiven Druck auf impfskeptische B\u00fcrger\/innen auszu\u00fcben, h\u00e4tte man auch versuchen k\u00f6nnen, die Impfbereitschaft durch mehr niedrigschwellige Angebote und besondere Gratifikationen, etwa Lebensmittelgutscheine oder finanzielle Anreize, zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Kommt es ihm \u2013 wie so vielen anderen \u2013 nicht in den Sinn, dass die Menschen kl\u00fcger sind, als er glaubt? Vielleicht gar kl\u00fcger als er? Dass sie wissen, was ihnen da Leute wie Lauterbach, Drosten, Ugur Sahin (Biontech) und Co. aber eben auch Butterwegge da gerne spritzen w\u00fcrden? Etwas, was nicht so hilft wie versprochen und einigen sogar schadet?<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote4sym\">4<\/a><\/p>\n<p>Butterwegges Satz klingt vielleicht etwas netter als das \u201eWir impfen Euch alle\u201c, das einige vorgebliche Linke den Kritikern der Corona-Ma\u00dfnahmen entgegen hielten.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote5sym\">5<\/a>\u00a0Inhaltlich ist es dasselbe. Gut nur, dass die Menschen klug genug sind, solchen manipulativen Sozialtechnokraten die kalte Schulter zu zeigen. Denn deren Vorstellung von Wohlfahrtstaat geht von der Obrigkeit aus und nicht von der Freiheit des Individuums. Dabei ist auch f\u00fcr die Linke das \u201eReich der Freiheit\u201c (Karl Marx)<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote6sym\">6<\/a>\u00a0die entscheidende Utopie \u2013 auch wenn Sozialisten nat\u00fcrlich eine andere Vorstellung von Freiheit haben als die b\u00fcrgerlich-liberalen.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote7sym\">7<\/a>\u00a0\u00dcber diese Freiheit w\u00e4re zu diskutieren, auch dar\u00fcber, dass bereits der Weg zu einer anderen, sozialistischen Gesellschaft den Geist der Freiheit in sich tragen sollte, um nicht wieder ins Autorit\u00e4re abzudriften. Wegen der letztlich autorit\u00e4ren, paternalistischen Vorstellung, wie sie Butterwegge hier vertritt, wenden sich viele von der Linken ab und kommen ganz rechts an.<\/p>\n<p>Butterwegge beteiligt sich also an der Polarisierung der Pandemie, die er auf der anderen Seite beklagt. Und nicht nur der zitierte Satz sowie der an vielen Stellen durchscheinende manipulative Charakter seiner Vorstellung von Politik sind an dem Buch zu kritisieren. Der Erkenntnisgewinn zur Pandemie ist gering, man lernt mehr \u00fcber den Autor als \u00fcber den Gegenstand. So enth\u00e4lt das Buch teilweise seitenweise Beschreibungen der Ma\u00dfnahmen. Erm\u00fcdend. Butterwegge referiert politische Entscheidungen ohne sie einzuordnen oder zu analysieren, was knapp zwei Jahre und viele Studien sp\u00e4ter auch f\u00fcr medizinische Laien m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Affirmiert Butterwegge gar die staatlichen Ma\u00dfnahmen? Es wirkt so. Wer das Buch mit kritischem Bewusstsein liest, der reibt sich die Augen: Was hat der Autor alles nicht mitbekommen? Nun ist die Medizin zwar nicht sein Thema, aber die sozialen \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c der Ma\u00dfnahmen schon. Denn er ist schlie\u00dflich Armutsforscher.<\/p>\n<p>Und richtig, wer Daten und Fakten zur Entwicklung der Sozialstruktur in den vergangenen zwei Jahren sucht, wird f\u00fcndig. Butterwegge pr\u00e4sentiert viele Quellen und Belege f\u00fcr das weitere Auseinanderdriften von Arm und Reich. Und dass daf\u00fcr die Ma\u00dfnahmen mindestens mitverantwortlich sind. Dabei ist er selbst offenbar so sehr von den Gefahren \u00fcberzeugt, dass er sich die naheliegende Frage, wem das alles n\u00fctzt, nicht stellt. Lieber drischt er verbal auf die ein, die die ganze Sache \u2013 auch von linker Seite \u2013 kritischer sehen, vermengt das alles mit Analysen zu einer generellen Rechtsentwicklung der Gesellschaft und endet sein Kapitel zur Polarisierung mit einem Satz \u00fcber den Journalisten Paul Schreyer, den man sich gerne zweimal durchlesen sollte um die ganze Tragweite der vertretenen Position zu verstehen.<\/p>\n<p><strong>Panik tr\u00fcbt das Denken<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zitiert Butterwegge aus Paul Schreyers Buch \u201eChronik einer angek\u00fcndigten Krise\u201c und dort vor allem die \u00dcberlegungen des Autors, ob es nicht sinnvoll w\u00e4re, verschw\u00f6rungstheoretisches Denken, das zwar neugierig ist aber m\u00f6glicherweise \u00fcbertreibt und einen Hang zur Negativit\u00e4t hat, mit der Zufallstheorie zu kombinieren, die von einer relativ heilen Welt ausgeht. Schreyer schreibt: \u201eVielleicht besteht der Ausweg aus einer Synthese, einer Verbindung aus beiden Denkarten, in der die hartn\u00e4ckige, kritische Neugier der Verschw\u00f6rungstheoretiker mit dem vertrauensvollen Optimismus der Zufallstheoretiker fusioniert.\u201c Schreyer erhofft sich einen Erkenntnisgewinn durch das gemeinsame Streben nach Wahrheit.<\/p>\n<p>F\u00fcr Butterwegge ist das zuviel. Seine Kritik zeugt vom ganzen Elend der Linken, wenn sie Corona nur aus einem Panik-Modus wahrnimmt. Butterwegge h\u00e4lt Schreyers Ansatz f\u00fcr \u201eweder m\u00f6glich noch sinnvoll\u201c:<\/p>\n<p>Vielmehr hatte Friedrich von Logau, ein unter dem Pseudonym Salomon Vongola schreibender Dichter, schon im 17. Jahrhundert erkannt, das \u2013 so eine oft zitierte Volksweisheit \u2013 in Gefahr und h\u00f6chster Not, also auch w\u00e4hrend der Pandemie, der Mittelweg den Tod bringt.<\/p>\n<p>Dem ist entgegen zu halten: Wer nur Tod und Schrecken sieht, der kann nicht klar denken.<\/p>\n<p>Das gilt f\u00fcr Karl Heinz Roth nicht. Er kann klar denken. Und differenziert. Seine 500 Seiten sind ein Nachschlagewerk f\u00fcr viele Aspekte des Geschehens und das weltweit. Man kann seine Bewertung teilen oder nicht, durch die Materialf\u00fclle und die verschiedenen Blickwinkel, mit denen er auf das erste Corona-Jahr schaut, kann jeder etwas aus dem Buch lernen. Roths eigene Bewertung ist transparent dargestellt, beruht auf Erkenntnissen bis Mitte 2021 und er ordnet ein. So eignet sich Roths Buch auch daf\u00fcr, n\u00fcchtern Bilanz zu ziehen \u2013 auch wenn es bei den Quellen eine Eigent\u00fcmlichkeit gibt. Roth zitiert mehrfach sich selbst. Genauer: Das eigene Archiv der Stiftung f\u00fcr Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Es ist verdienstvoll, dass Roth dort vieles zur aktuellen Situation gesammelt hat und weiter sammelt. Weniger nachvollziehbar ist, dass er nach Archivsignatur zitiert, ohne dass die genaue Quelle erkennbar wird. Es handelt sich schlie\u00dflich nicht um Dokumente, die es nur am Ort des Archivs gibt, wie das bei historischen Archivalien (beispielsweise von Unternehmen oder Staaten) sonst der Fall ist. Die Praxis erweckt den Eindruck, Roth wolle seine eigenen Quellen verschleiern, denn auch die Erl\u00e4uterung am Ende des Buches erkl\u00e4rt nur, welche Texte er aufgenommen hat. Zeitungen, Zeitschriften und \u00e4hnliches. Was er konkret mit den Archivsignaturen meint, bleibt fast immer r\u00e4tselhaft. Zum Gl\u00fcck betrifft dies nur einen kleinen Teil im umfangreichen Anmerkungsapparat. Gleichwohl ist dies keine rein formale Kritik, denn wenn jemand auf die genaue Quellenarbeit setzt und seine Schl\u00fcsse nachvollziehbar sein sollen, muss man ihm an genau diesem Anspruch messen. Eine Nachfrage beim Autor, warum er diese Praxis gew\u00e4hlt hat, blieb unbeantwortet.<\/p>\n<p>Fasst man Roths Bewertung von Corona und den Auswirkungen in aller K\u00fcrze zusammen, so kritisiert er zum einen die Lockdowns als wenig wirksame Ma\u00dfnahme. Pr\u00e4vention in Form von Desinfektion, Masken und Tests w\u00e4re seiner Meinung nach angebrachter gewesen. Seine Globalanalyse ergibt, dass vor allem die \u00c4rmeren in den Gesellschaften unter der Krankheit aber auch den Ma\u00dfnahmen zu leiden hatten. Und er erkennt, dass viel mit \u00c4ngsten gearbeitet und die Panik gesch\u00fcrt wurde.<\/p>\n<p><strong>Zwischen den Polen<\/strong><\/p>\n<p>Diese Panik erreichte auch Linke wie Verena Kreilinger und Christian Zeller. Beide waren und sind Protagonisten der Zero-Covid-Fraktion. Roth kritisiert zu recht, dass sie (wie viele andere) viel zu unkritisch auf die Modellrechnungen der Biomathematiker gestarrt haben. Dass sie dies getan und die scheinbar felsenfesten naturwissenschaftlichen Daten nicht hinterfragt haben, liegt vermutlich auch am Wissenschaftsverst\u00e4ndnis vieler Linker. Ein Teil ihres Elends. Dass die Naturwissenschaft keinesfalls fehlerfrei agiert, dass ihre Ergebnisse vom Hintergrund der konkreten Interessen und den Annahmen der Wissenschaftler (und ihrer Erkenntnistheorie) abh\u00e4ngt, scheint mittlerweile verdr\u00e4ngt zu sein.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote8sym\">8<\/a><\/p>\n<p>Roth selbst geht von einer grundlegend kritischen Position aus. Er kritisiert die Politik aber auch die Kritiker der Ma\u00dfnahmen. Er versucht sich an den Tatsachen zu orientieren \u2013 so wie er sie nach tiefgreifender Analyse vieler Fachartikel versteht. Geht man von der polarisierenden Pandemie aus, wie sie Christoph Butterwegge nennt, dann geh\u00f6rt er zu keiner der beiden Pole. Er identifiziert sich mit Experten, die gezielte vorbeugende Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die tats\u00e4chlich Gef\u00e4hrdeten unterst\u00fctzen. Diese sieht er in der Minderheit. Eine solche sachliche Position der Mitte hat es schwer. Sie ist aber gerade auch f\u00fcr Linke hilfreich, um sich aus der Umarmung derer zu l\u00f6sen, die es mit dem Gerede von der Solidarit\u00e4t geschafft haben, dass Linke autorit\u00e4re Ma\u00dfnahmen des kapitalistischen Staates unterst\u00fctzen und vorantreiben. Der H\u00f6hepunkt: Die Kontrolle von 2G-Nachweisen in der Anarcho-Pizzaria.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote9sym\">9<\/a><\/p>\n<p>Von solchen Ausw\u00fcchsen konnte Roth in seinem Buch noch nicht berichten. Ohnehin befasst er sich kaum mit den Antworten der politischen Linken, wobei er die \u201elinke\u201c Tendenz zur Unterst\u00fctzung von \u201eZeroCovid\u201c als autorit\u00e4r kritisiert. Auf seinen eigenen Ausblick komme ich noch zu sprechen. Zun\u00e4chst noch einmal zu einigen wichtigen Erkenntnissen, mit denen Roth die Literatur zum Thema Corona bereichert. So hat er sich genau diejenigen angeschaut, die sich in den Jahren vor der Krise mit m\u00f6glichen Pandemien besch\u00e4ftigt haben. Und das sind, nach den Erfahrungen der vergangenen Monate nicht verwunderlich, die Pharmakonzerne. Statt klinische Reservekapazit\u00e4ten aufzubauen, was dem kapitalistischen Gesundheitsmarkt widersprochen h\u00e4tte, \u201ebeschr\u00e4nkten sich die Vorkehrungen f\u00fcr den Pandemiefall immer st\u00e4rker auf den renditetr\u00e4chtigen Sektor der antiviralen Medikamente und Impfstoffe\u201c. Und das ist ein weltweites Problem, schreibt Roth. Denn gerade im globalen S\u00fcden konkurriert der Aufbau einer nachhaltigen Basisversorgung mit Impfprogrammen. Die zweite Linie setzte sich unter dem Schlagwort \u201eGates Approach\u201c durch.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote10sym\">10<\/a>\u00a0Der Ansatz von Bill Gates also.<\/p>\n<p>Interessant auch, wer in Deutschland mit den Pandemiepl\u00e4nen befasst ist. Die Akteure des \u201ezivilen Bev\u00f6lkerungsschutzes\u201c haben in den 1980er Jahren noch Atomkriegs\u00fcbungen veranstaltet, nun sind die Beamten f\u00fcr die Pr\u00e4vention von anderen Katastrophen zust\u00e4ndig. Auch f\u00fcr Pandemie-\u00dcbungen. Und die erinnern bei der Lekt\u00fcre an die dramatischen Atomkriegs-Szenarien des Kalten Krieges. Ein Planspiel aus dem Jahr 2007, dessen apokalyptische Ergebnisse Roth darlegt, hatte keine sinnvollen Gegenma\u00dfnahmen zur Folge. Sie w\u00e4ren, das schreibt der Autor ebenfalls, auch gar nicht m\u00f6glich gewesen, denn alles w\u00e4re zusammengebrochen. Annahmen und Inhalte der Rechnungen waren fehlerhaft so Roth. Solche Dramatisierungen f\u00fchrten nach seiner Feststellung dazu, das die Risiken von mittelschweren Pandemien ignoriert wurden.<\/p>\n<p><strong>Interessen und Kapital<\/strong><\/p>\n<p>Allein schon diese Ausf\u00fchrungen sollten der politischen Linken zu denken geben. So ganz falsch scheinen viele der Ma\u00dfnahmen-Kritiker also nicht zu liegen, auch wenn sie vielleicht ihrerseits zuweilen \u00fcbertreiben. Man kann in jedem Fall sagen: Die vermeintlichen Verschw\u00f6rungstheorien um Gates und um Pandemie-Planspiele haben eine Basis in der Realit\u00e4t. Karl Heinz Roth w\u00fcrde vermutlich nicht so weit gehen, dass sich hier bewusst verschworen wurde. Er sieht eher die Interessen des globalen Kapitals.<\/p>\n<p>Kann man an vielen Punkten Roths Ausf\u00fchrungen folgen, so gibt es auf den vielen Seiten des Buches gen\u00fcgend Stellen, an denen ein kritisches Nachfragen n\u00f6tig w\u00e4re. Gerade auch aus linker Perspektive. Klaus Wernicke, Marcus Mohr und Michael Kronawitter haben in ihrer umfangreichen und lesenswerten Rezension des Buches bereits vor einigen Wochen auf einige Stellen hingewiesen, bei denen Roth dem Narrativ der Herrschenden oder auch der Virologen folgt.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote11sym\">11<\/a>\u00a0So stellt Roth beispielsweise zun\u00e4chst die mRNA-Technik als \u201esicher und etabliert\u201c dar \u2013 allerdings, wie er ebenfalls schreibt, in der Krebstherapie. Vermutlich macht er dies, um im vergifteten Diskurs nicht gleich als \u201eLeugner\u201c dazustehen. Denn er weist ebenfalls darauf hin, dass die Pr\u00fcfung der Stoffe nachl\u00e4ssig gehandhabt wurde, spricht von \u201eMassenversuchen\u201c und vielen Nebenwirkungen. Roth bem\u00fcht sich um die Fakten und darum, das Thema m\u00f6glichst umfassend darzustellen. So weist er auch auf den ver\u00e4nderten Alltag, die Uniformierung durch die Maske und das Fehlen von Ber\u00fchrungen hin. Da er gleichzeitig auf deren Schutzwirkung setzt, nimmt er dies hin.<\/p>\n<p>Dabei ist die Frage, ob diese \u201eBasishygiene\u201c wirklich zielf\u00fchrend ist. Wernicke, Mohr und Kronawitter stellen Masken, Desinfektionsmitteln und Abstandhalten folgende Basiswerte entgegen: \u201egute Ern\u00e4hrung, sauberes Trinkwasser, Kanalisation und zweckm\u00e4\u00dfiger Wohnraum\u201c. Roth scheint vielfach stark vom \u201epandemischen Geschehen\u201c gebannt zu sein, dass er solch Notwendigkeiten wenn \u00fcberhaupt am Rande bei der Beschreibung der Lage im globalen S\u00fcden erw\u00e4hnt. Allerdings erkennt er den neuartigen biotechnisch-pharmazeutischen Komplex (in Parallele zum milit\u00e4risch-industriellen), der sich im Entstehen befindet. Das ist wiederum f\u00fcr den kapitalismuskritischen R\u00fcckblick auf die vergangenen Jahre wichtig.<\/p>\n<p>Roth beschreibt eine Systemkrise der Welt\u00f6konomie und fordert einen Strategiewechsel. \u201eIn den sozialen K\u00e4mpfen der n\u00e4chsten Jahre wird dar\u00fcber entschieden, ob sich eine solche Wende durchsetzen l\u00e4sst.\u201c Mit diesem letztlich aus linker Sicht zun\u00e4chst banalen Satz beendet er sein Buch. Es ist ein blinder Fleck seines Buches, dass er neben seiner Kritik an \u201eZeroCovid\u201c die Frage ausklammert, warum eine gro\u00dfe Zahl an Linken statt soziale K\u00e4mpfe zu f\u00fchren auf autorit\u00e4re Ma\u00dfnahmen gesetzt hat, die ihnen oftmals nicht hart oder konsequent genug waren. Meine These: Diese Linke hat gar keine utopische Vision mehr, f\u00fcr die sie k\u00e4mpfen will.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote12sym\">12<\/a>\u00a0Sie verl\u00e4uft sich im vermeintlichen Kampf gegen Rechts. Dieser m\u00fcndet in Impfpropaganda \u2013 Butterwegge l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Statt Weltrevolution hei\u00dft es nur mehr Impfstoffe f\u00fcr die Welt. Da auch Karl Heinz Roth dieses Elend der Linken nicht betrachtet, bleibt er letztlich selbst darin gefangen. Auch wenn sein Buch interessante Erkenntnisse liefert, von denen an dieser Stelle nur einige referiert werden konnten.<\/p>\n<p><em>Karl Heinz Roth, Blinde Passagiere. Die Coronakrise und die Folgen, Verlag Antje Kunstmann, 503 Seiten, 30 Euro<\/em><\/p>\n<p><em>Christoph Butterwegge, Die polarisierende Pandemie. Deutschland nach Corona, Beltz Juventa, 250 Seiten, 19,95 Euro<\/em><\/p>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote1anc\">1<\/a>\u00a0Auf den hervorragenden Aufsatz zum \u201epandemischen Jetzt\u201c von Johannes F. Lehmann, der um die Frage des \u201eBanns der Gegenwart\u201c kreist, weist Ulrike Gu\u00e9rot in ihrem Buch \u201eWer schweigt stimmt zu\u201c hin.\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/aus-dem-pandemischen-jetzt\">https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/aus-dem-pandemischen-jetzt<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote2anc\">2<\/a>\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/allgemein\/rundschau\/mediale-breitseiten\/\">https:\/\/www.hintergrund.de\/allgemein\/rundschau\/mediale-breitseiten\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote3anc\">3<\/a> <a href=\"https:\/\/swprs.org\/how-effective-are-covid-vaccines-really\/\">https:\/\/swprs.org\/how-effective-are-covid-vaccines-really\/<\/a>\u00a0(Die zusammenfassenden \u00dcbersichten der Experten auf der Schweizer Website sind interessant, auch wenn die Autoren \u2013 aus guten Gr\u00fcnden \u2013 anonym arbeiten.)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote4anc\">4<\/a>\u00a0 <a href=\"https:\/\/swprs.org\/covid-vaccine-adverse-events\/\">https:\/\/swprs.org\/covid-vaccine-adverse-events\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote5anc\">5<\/a>\u00a0Vgl. Gerhard Hanloser, Corona-Rebellen, Linke und Antifa, in: Gerhard Hanloser, Peter Nowak, Anne Seek (Hrsg.), Corona und linke Kritik(un)f\u00e4hrigkeit, Neu-Ulm 2021, S. 25<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote6anc\">6<\/a>\u00a0Eine Zusammenstellung der verschiedenen Stellen, an denen Marx von Freiheit spricht, findet sich im Marx-Lexikon von Wal Buchenberg:\u00a0 <a href=\"https:\/\/marx-forum.de\/marx-lexikon\/lexikon_f\/freiheit.html\">https:\/\/marx-forum.de\/marx-lexikon\/lexikon_f\/freiheit.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote7anc\">7<\/a>\u00a0 <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/david-harvey-sozialismus-neoliberalismus-the-anti-capitalist-chronicles\/\">https:\/\/jacobin.de\/artikel\/david-harvey-sozialismus-neoliberalismus-the-anti-capitalist-chronicles\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote8anc\">8<\/a>\u00a0Vgl. hierzu zwei \u00e4ltere Texte des Autors:\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Natur-und-Gesellschaft-neu-denken-6180328.html\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Natur-und-Gesellschaft-neu-denken-6180328.html<\/a>\u00a0sowie insbesondere die Ausf\u00fchrungen zu These drei im folgenden Text:\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72265\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72265<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote9anc\">9<\/a>\u00a0 <a href=\"http:\/\/magazinredaktion.tk\/corona73.php\">http:\/\/magazinredaktion.tk\/corona73.php<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote10anc\">10<\/a>\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4166931\/\">https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4166931\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote11anc\">11 https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2022\/03\/26\/blinde-passagiere-blinde-oeffentlichkeit-eine-buchbesprechung-zu-karl-heinz-roths-neuem-buch\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/#sdfootnote12anc\">12 <\/a>Vgl. Artur Becker, Links. Ende und Anfang einer Utopie, Frankfurt 2022. Eine Rezension folgt demn\u00e4chst an dieser Stelle.<\/p>\n<p><em>#Bild:\u00a0Linke Corona-Demonstration: Impfen als Solidarit\u00e4tFoto:\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/rasande\/51822463184\/in\/album-72177720295973542\/\"><em>Rasande Tyskar<\/em><\/a><em>, Lizenz: CC\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc\/2.0\/de\/\"><em>BY-NC<\/em><\/a><em>\u00a02.0 ,\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/attachment\/51822463184_cf36c7c7a8_k\/\"><em>Mehr Infos<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/\"><em>hintergrund.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 7. Juli 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helge Buttkereit. Die politische Linke in Deutschland hat es nicht leicht. Die Partei gleichen Namens hat im Herbst die F\u00fcnf-Prozent-H\u00fcrde gerissen und ist nur durch eine Sonderregelung im Bundestag. Ein Grund: Die linke Reaktion auf &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11405,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7,5],"tags":[25,87,10,121,39,44,22,4],"class_list":["post-11404","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-international","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitswelt","tag-breite-parteien","tag-covid-19","tag-deutschland","tag-gesundheitswesen","tag-politische-oekonomie","tag-strategie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11404"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11406,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11404\/revisions\/11406"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}