{"id":11722,"date":"2022-09-05T16:42:20","date_gmt":"2022-09-05T14:42:20","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11722"},"modified":"2022-09-05T16:42:21","modified_gmt":"2022-09-05T14:42:21","slug":"rheinmetallentwaffnen-kampagne-trotzt-staatlicher-repression","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11722","title":{"rendered":"#RheinmetallEntwaffnen Kampagne trotzt staatlicher Repression"},"content":{"rendered":"<p><em>Dossier. <\/em>\u201e<em>Die Militarisierung ist zur\u00fcck. Und sie ist gekommen um zu bleiben, und um unsere Gesellschaft grundlegend zu ver\u00e4ndern. Aufr\u00fcstung ist laut Regierungsparteien und vielen Medien die alternativlose Antwort auf die aktuellen Verh\u00e4ltnisse \u2013 moralisch-ethische Notwendigkeit, einziger ehrlicher Ausdruck von Solidarit\u00e4t. Wer sie ablehnt oder auch nur in Frage stellt, wird verunglimpft<\/em><!--more--><em>, ergreift Partei f\u00fcr Russland oder sei ignorant und weltfremd. (\u2026) Doch um Frieden zu erreichen braucht es die Verweigerung derjenigen, deren Leben in diesem Krieg geopfert werden. Noch mehr Waffen werden dem Sterben kein Ende bereiten \u2013 der Ukraine droht ein jahrelanger Krieg, unz\u00e4hlige Tote sind schon jetzt zu beklagen. Die territorialen Grenzen des ukrainischen Nationalstaates um jeden Preis zu wahren, die Ukrainer*innen als Kanonenfutter im russischen Angriffskrieg zu verheizen, dies kann und wird nicht der Fluchtpunkt unserer Politik sein<\/em>\u2026\u201c Aus dem <a href=\"https:\/\/rheinmetallentwaffnen.noblogs.org\/post\/2022\/07\/07\/kassel-entwaffnen-ist-keine-kunst-2\/\">Aufruf<\/a>, siehe <a href=\"https:\/\/rheinmetallentwaffnen.noblogs.org\/post\/2022\/07\/31\/programm-workshops-und-vortraege-auf-dem-campentwurf\/\">das Programm<\/a>\u00a0und dazu:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>B\u00fcndnis \u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c und Grundrechtekomitee ziehen gemischte Bilanzen, beide kritisieren Polizeieins\u00e4tze <\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Antimilitaristische Demonstration in Kassel +++ Spontane Demonstration zum transfeindlichen Mord in M\u00fcnster +++ Nachtrag zu Verletzten der Blockade vom 2.09. 2022<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Am Sonnabend, dem 3. September, hat das B\u00fcndnis \u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c sein antimilitaristisches Aktionscamp in Kassel mit einer kraftvollen Demonstration beendet. Bis zu 1.000 Teilnehmende trugen lautstark ihren Protest gegen die deutsche R\u00fcstungsindustrie auf die Stra\u00dfen der Innenstadt. Eine Aktivistin aus Australien berichtete von Blockadeaktionen gegen das weltweit agierende R\u00fcstungsunternehmen Rheinmetall in Brisbane parallel zum Camp: \u201eMit diesen Waffen t\u00f6tet die indonesische Regierung unsere Freund*innen in West-Papua!\u201c Eine antikoloniale Gru\u00dfbotschaft ging an das indonesische K\u00fcnstler*innenkollektiv Taring Padi, das an der documenta15 beteiligt ist. Erinnert wurde an den Genozid in Indonesien, der drei Millionen Menschen das Leben kostete. Rheinmetall Air Defence und Indonesien haben 2020 einen Deal geschlossen. Verantwortlich ist daf\u00fcr Verteidigungsminister Prabowo Subianto. \u201eEr war unter der Diktatur Suhartos verantwortlich f\u00fcr Folter, Hinrichtung und Mord. Heute wird er vom gr\u00f6\u00dften deutschen R\u00fcstungskonzern beliefert\u201c, so eine Aktivistin des B\u00fcndnisses.<br \/>\nDie angemeldete, friedliche Demonstration wurde mehrfach gewaltsam von der Polizei gestoppt. \u201eWir verurteilen das unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Vorgehen der Einsatzkr\u00e4fte, die wiederholt mit Schl\u00e4gen und Tritten gegen die Demonstration vorgegangen sind\u201c, erkl\u00e4rt B\u00fcndnissprecher Till Gentner. Auch nachdem die Abschlusskundgebung schon beendet war, eskalierte die Polizei die Situation. \u201eOffenbar aus Frust und auf der Suche nach einem \u201aErfolgserlebnis\u2018 haben die Einsatzkr\u00e4fte die Teilnehmenden gezielt an der Stra\u00dfenbahnhaltestelle eingekesselt, um dann drei sehr junge Teilnehmer*innen herauszugreifen und festzuhalten\u201c, so Gentner weiter. Nach Informationen des B\u00fcndnisses wurde eine minderj\u00e4hrige Person in einen sogenannten Schutzhof verbracht.<br \/>\nAm Abend zuvor, dem 2. September, organisierte das B\u00fcndnis gemeinsam mit Frauen und Queers Streik* Kassel sowie ROSA eine Gedenkveranstaltung f\u00fcr Malte C. mit rund 400 Teilnehmenden. Der 25-j\u00e4hrige trans Mann war zuvor seinen Verletzungen nach einem transfeindlichen Angriff erlegen. \u201eEs macht uns wahnsinnig w\u00fctend, dass die Warnungen aus der LSBTIAQ+-Community nicht ernstgenommen werden. Transfeindlichkeit t\u00f6tet!\u201c, prangert Gentner an. Malte C. war beim CSD in M\u00fcnster am Samstag, dem 27. August, Frauen zu Hilfe gekommen, die homofeindlich angegangen wurden. Daraufhin wurde er brutal zusammengeschlagen.<br \/>\nErg\u00e4nzende Informationen zu den Verletzten der Blockadeaktion gegen den R\u00fcstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann am Freitag, dem 2. September: Nach Angaben des Demonsanit\u00e4terkollektivs mussten insgesamt 87 Personen (80x Pfefferspray, 7x chirurgisch) behandelt werden. \u201eWir bedanken uns an dieser Stelle neben den anderen Demosanit\u00e4ter*innen vor allem bei den Versammlungsteilnehmer*innen, die die Behandlung tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt haben, indem sie Verletzte betreut oder weiteres Wasser f\u00fcr die Augensp\u00fclung besorgt haben\u201c, hie\u00df es in dem Statement. Im Zuge der Polizeima\u00dfnahmen sei auch ein Sanit\u00e4ter der Sanit\u00e4tsgruppe S\u00fcd-West e.V. durch Pfefferspray verletzt worden, w\u00e4hrend er sich in einer Patient*innenbehandlung befand<\/em>.\u201c Pressemitteilung vom 3. September 2022, siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=204007\">Solidarit\u00e4t mit der CSD-Community und allen Trans*Menschen: Der Kampf f\u00fcr das Recht auf Leben beginnt nicht erst beim Zeigen der Regenbogenfahne<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Grundrechtekomitee zur Versammlungsfreiheit w\u00e4hrend der Proteste von \u201eRheinmetall entwaffnen\u201c.<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Anl\u00e4sslich der Proteste des B\u00fcndnisses \u201eRheinmetall entwaffnen\u201c war das Komitee f\u00fcr Grundrechte und Demokratie mit vier Demonstrationsbeobachter*innen vor Ort und hat das Protestgeschehen in Kassel vom 1. bis 3. September begleitet. Das B\u00fcndnis \u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c f\u00fchrte im Beobachtungszeitraum mehrere Versammlungen durch.<br \/>\nInsgesamt haben die Beobachter*innen vier dieser Versammlungen begleitet. Auch das mehrt\u00e4gige Protestcamp, das ebenso den Grundrechtsschutz der Versammlungsfreiheit genoss, wurde im Rahmen der Beobachtung besucht. Zudem wurden die An- und Abreisen der Demonstrierenden zu den Versammlungen begleitet. \u00dcber die Beobachtungstage hinweg zeigte sich ein sehr stark variierendes Bild der beobachteten Polizeiarbeit, das sich unabh\u00e4ngig vom Verhalten der Versammlungsteilnehmer*innen manifestierte: Auf der einen Seite konnten zwei kurzfristig einberufene Demonstrationen durch die Innenstadt nahezu unbehelligt von polizeilichen Eingriffen abgehalten werden. In anderen Versammlungssituationen missachtete die Polizei von Beginn an rechtliche Vorgaben, eskalierte und wendete in ruhigen Momenten unangek\u00fcndigte und brutale Gewalt gegen Versammlungsteilnehmer*innen an. Insbesondere bei Versammlungen, die schon l\u00e4nger im Vorfeld angemeldet waren, fiel die starke Pr\u00e4senz von milit\u00e4risch anmutenden Polizeieinheiten auf. So war etwa bei der Demonstration \u201eGegen Aufr\u00fcstung und Militarisierung\u201c am Samstag, 3. September, eine gro\u00dfe Anzahl an BFE-Einheiten vor Ort, die auf das Festnehmen von Personen spezialisiert sind. Die Versammlung wurde schon von Beginn an anlasslos von verschiedenen Einheiten mit Handkameras abgefilmt, auf Nachfrage wurde dies jedoch geleugnet. Vermutlich als Reaktion auf das Abbrennen einzelner Raucht\u00f6pfe eskalierte die Polizei inmitten der Fu\u00dfg\u00e4nger*innenzone und schlug mit rund 15 behelmten Beamt*innen und Schlagst\u00f6cken auf Demonstrierende ein.<br \/>\nNachdem die Abschlusskundgebung beendet war und die Teilnehmenden abreisten, wurden zwei Personen brutal festgenommen, einer von ihnen gegen einen Polizeiwagen geschubst, ein weiterer durch eine Einkaufspassage gejagt. Es kann unter Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitsgesichtspunkten keine Begr\u00fcndung f\u00fcr ein solch gewaltvolles Vorgehen in aus unserer Sicht vollkommen \u00fcbersichtlichen Situationen geben.<br \/>\n\u201eWir haben den Eindruck gewonnen, dass in Kassel allein die Polizei entschieden hat, wann es zu einer Eskalation kommt \u2013 unabh\u00e4ngig vom Verhalten der Protestierenden. W\u00e4hrend einzelne, auch spontane Versammlungen, ungehindert laufen konnten, gab es in anderen Situationen ein aggressives Auftreten der Polizei sowie einen schnellen Einsatz von Schlagst\u00f6cken und Pfefferspray \u2013 und das, obwohl die Demoteilnehmer*innen sich \u00e4hnlich verhalten haben. Es manifestierte sich f\u00fcr uns der Eindruck, dass bereits mit der Entscheidung f\u00fcr den Einsatz bestimmter Einheiten polizeiseitig festgelegt war, wie die Polizeiarbeit verlaufen w\u00fcrde. Um es kurz und b\u00fcndig zu sagen: es war die Polizei, die Gewalt in die Versammlungen trug\u201c, kommentiert Mich\u00e8le Winkler vom Grundrechtekomitee. Auch in Situationen, die sich spontan entwickelten, war f\u00fcr die Beobachter*innen deutlich ersichtlich, wie schnell und unangek\u00fcndigt die Beamt*innen zu gewaltvollen Mitteln griffen, anstatt eine Situation durch Kommunikation oder Ruhe zu deeskalieren. \u201eAls rund 30 Personen spontan eine Sitzblockade als Protest gegen die Festnahme eines Teilnehmers einrichteten, gingen die Beamt*innen unvermittelt mit k\u00f6rperlicher Gewalt vor. W\u00e4hrend die Durchsagen der Polizeisprecher*innen noch freundlich auf m\u00f6gliche Gefahren durch den laufenden Verkehr hinwiesen, behelmten sich die Polizist*innen bereits und gingen aggressiv auf vor ihnen sitzende Demonstrierenden los, um diese rabiat schubsend auseinander zu treiben. Nach geltendem Recht h\u00e4tte es einer Ansprache und eines Platzverweises bedurft, bevor die Beamt*innen h\u00e4tten Gewalt anwenden d\u00fcrfen. Aber selbst dann w\u00e4re nicht Schubsen das verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Verhalten gewesen, sondern das Wegtragen\u201c,\u00a0 so Winkler weiter. Zeitnah wird zur umfangreichen Auswertung und Einordnung der Beobachtungen unser Bericht ver\u00f6ffentlicht<\/em>.\u201c <a href=\"https:\/\/www.grundrechtekomitee.de\/details\/pressemitteilung-zur-versammlungsfreiheit-waehrend-der-proteste-von-rheinmetall-entwaffnen\">Pressemitteilung vom 5. September 2022<\/a><\/li>\n<li><strong>Aktivisten blockieren zeitweise R\u00fcstungsproduktion in Kassel<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Breitenwirkung? Sie h\u00e4ngt davon ab, ob der Antimilitarismus in die soziale Bewegung integriert werden kann, die gegen Inflation und Energiearmut auf die Stra\u00dfe gehen will<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Aktivisten-blockieren-zeitweise-Ruestungsproduktion-in-Kassel-7252986.html\">Beitrag von Peter Nowak vom 03. September 2022 in Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Blockade der R\u00fcstungsindustrie begonnen \u2013 massiver Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz der Polizei \u2013 bundesweite Demonstration gegen Aufr\u00fcstung und Militarisierung am Samstag, 3.9. <\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Kriegsproduktion lahmgelegt +++ Spontane Demonstration durch die Stadt +++ Kundgebung am Freitag<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Am fr\u00fchen Freitag morgen hat das B\u00fcndnis \u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c seinen Aktionstag mit einer erfolgreichen Blockade der R\u00fcstungsindustrie begonnen. Aktivist*innen des antimilitaristischen Camps in der Goetheanlage in Kassel blockierten seit 5 Uhr morgens rechtzeitig zum Schichtbeginn zwei Werkstore von Krauss-Maffei-Wegmann. Teilweise wurden die Blockaden hunderter Menschen durch Material wie Fahrr\u00e4der und Baustellengegenst\u00e4nde verst\u00e4rkt. Um 6 Uhr wurde bekanntgegeben, dass im Werk des Kriegsprofiteurs in der Schillerstra\u00dfe heute die Produktion stillsteht. Die Mitarbeitenden, die am Werkstor ankamen, wurden von der Polizei nach Hause geschickt. \u201eUnser Ziel war es die Waffenproduktion lahmzulegen \u2013 und das haben wir geschafft!\u201c, sagte Gerd Sauer vom B\u00fcndnis Rheinmetall entwaffnen. \u201eWir haben uns heute fr\u00fch auf die Beine gemacht, um direkt jene zu adressieren, die als alleiniger Gewinner aus der Spirale von Aufr\u00fcstung und Tod hervorgehen: die R\u00fcstungskonzerne!\u201c Die antimiltaristischen Aktionen richten sich klar gegen die R\u00fcstungsindustrie. Das gew\u00e4hlte Mittel ist massenhafter Ziviler Ungehorsam. Auf die friedlichen Sitzblockaden reagierte die Polizei mit massiven Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz. Damit nahmen sie zahlreiche Verletzte in Kauf und eskalierte die . Eine Person wurde in Gewahrsam genommen. Der Aktionstag wird mit einer angemeldeten Kundgebung um 10 Uhr am Strutbachweg, Ecke Josef-Fischer-Stra\u00dfe, fortgesetzt. Dort befindet sich der Industriepark Mittelfeld mit Produktionsstandort und Verwaltung von Rheinmetall und eine Panzerteststrecke<\/em>\u2026\u201c Pressemitteilung vom 2.9.22 (per e-mail), siehe dazu:<\/li>\n<li><strong>Gewalt bei Demo vor R\u00fcstungskonzern in Kassel<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/panorama\/protestaktion-von-rheinmetall-entwaffnen-gewalt-bei-demo-vor-ruestungskonzern-in-kassel,kassel-protest-rheinmetall-entwaffnen-100.html\">Meldung vom 02.09.22 bei hessenschau.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Auseinandersetzungen bei R\u00fcstungs-Protest in Kassel<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/panorama\/auseinandersetzungen-bei-ruestungs-protest-in-kassel,audio-71406.html\">Video von Jens Wellh\u00f6ner vom 02.09.22 bei hessenschau.de<\/a><\/li>\n<li>Samstag, 3.9., 13 Uhr, Hauptbahnhof, bundesweite Demonstration gegen Aufr\u00fcstung und Militarisierung (siehe Infos hier unten)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Aktionstag am Freitag, 2. September +++ Demonstration am Sonnabend, 3. September +++ Workshops und Veranstaltungen auf dem Protestcamp<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Das antimilitaristische B\u00fcndnis \u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c startet am Freitag, dem 2. September, mit seinem zentralen Aktionstag. Ab 10 Uhr gibt es eine Kundgebung am Struthbachweg in Kassel. In der N\u00e4he befindet sich der Industriepark Mittelfeldt, in dem sich auch eine Produktionsst\u00e4tte und Verwaltung von Rheinmetall, sowie ein Panzertestring befinden. Weitere Aktionen gegen die R\u00fcstungsindustrie in Kassel sind geplant.<br \/>\nAm Samstag gibt es ab 13 Uhr eine Demonstration in der Kasseler Innenstadt. Die Demonstration startet am Hauptbahnhof. Die Route wird an den zentral gelegenen Produktionsstandorten von Krauss-Maffei Wegmann vorbeif\u00fchren. \u201eWir werden unsere internationale Solidarit\u00e4t, den Widerstand gegen Aufr\u00fcstung und Waffenexporte auf die Stra\u00dfe tragen und gegen die Militarisierung der Gesellschaft protestieren.\u201c, so Gerd Sauer vom B\u00fcndnis. Die Demo endet mit einer Abschlusskundgebung auf dem Opernplatz, nahe der Kunstausstellung documenta 15.<br \/>\nSeit Dienstag finden in dem Protestcamp von \u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c in der Kasseler Goetheanlage zahlreiche Workshops und Veranstaltungen rund um die antimilitaristische Aktionswoche statt. Anwohner*innen und interessierte Menschen sind herzlich eingeladen, sich vor Ort zu informieren und einzubringen. \u201eUns zu bilden und gemeinsam etwas \u00fcber emanzipatorische K\u00e4mpfe hier und anderen Orten der Welt zu lernen, ist ein zentraler Baustein unserer B\u00fcndnisarbeit\u201c, betont Sprecherin Nina Kempe.<br \/>\nAm fr\u00fchen Mittwochmorgen verteilten Aktivist*innen des B\u00fcndnisses Info-Flyer an die Besch\u00e4ftigten beim R\u00fcstungskonzern Krauss-Maffei Wegman, Rheinmetall und Mercedes-Benz-Werk Kassel. \u201eDie Arbeiter*innen zeigten sich dabei durchaus aufgeschlossen\u201c, erkl\u00e4rt Pressesprecherin Conni Lenert. \u201eUns ist es wichtig, deutlich zu machen, dass sich unsere Proteste gegen die Kriegsproduktion richten, nicht gegen die Arbeiter*innen in den Werken\u201c, so Lenert weiter<\/em>\u2026\u201c Pressemitteilung vom 31. August (per e-mail)<\/li>\n<li><strong>Aufbau Rheinmetall Entwaffnen Camp +++ Schikane der Stadt Kassel<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Im M\u00e4rz dieses Jahres hat das bundesweite B\u00fcndnis \u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c das antimilitaristische Aktionscamp in den Goetheanlage der Stadt Kassel angemeldet. In der hessischen R\u00fcstungsmetropole wird es vom 30. August bis zum 4. September Workshops, Bildungsangebote und ungehorsame Massenaktionen gegen die R\u00fcstungsindustrie geben.<br \/>\nBegonnen werden sollte mit dem Aufbau von Zelten und Infrastruktur am Sonnabend, dem 27. August. Wenige Tage vorher wurde dieser Termin von den Beh\u00f6rden untersagt und erkl\u00e4rt, der Aufbau k\u00f6nne erst am Dienstag, dem Beginn des Camps, starten. Das hat das B\u00fcndnis nicht hingenommen! In Auseinandersetzung mit der Stadt wurde sich schlie\u00dflich notgedrungen auf Sonntag 12 Uhr geeinigt. \u201eWir haben vollstes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Unmut, den die L\u00e4rmbel\u00e4stigung bei einigen Anwohner*innen ausgel\u00f6st hat. Aber wir m\u00f6chten betonen, dass die alleinige Verantwortung daf\u00fcr bei der Stadt Kassel liegt\u201c, so Pressesprecherin Lisa Schulze. \u201eWir m\u00f6chten uns dennoch f\u00fcr entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigen.\u201c<\/em>\u2026\u201c Pressemitteilung vom 29. August (per e-mail)<\/li>\n<li>Weitere Informationen unter <a href=\"https:\/\/rheinmetallentwaffnen.noblogs.org\/\">https:\/\/rheinmetallentwaffnen.noblogs.org\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>und aktuelle auf Twitter: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/REntwaffnen\">https:\/\/twitter.com\/REntwaffnen<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Unsere feministische Antwort auf Krieg und Patriarchat ist Aufwiegelung und Verrat. Kommt zum Camp in Kassel von Rheinmetall Entwaffnen<br \/>\n<\/strong><em>\u201eDer Kampf gegen Militarismus und Krieg braucht eine feministische Perspektive auf Befreiung: Krieg und patriarchale Gewalt sind aufs Engste miteinander verwoben. Die feministische Antwort darauf ist Aufwiegelung und Verrat! Aufwiegelung gegen und Verrat an der milit\u00e4rischen Logik als zentrales Moment von patriarchalen und kapitalistischen Strukturen. Antimilitaristische Positionen sind nur konsequent, wenn sie das Patriarchat in Frage stellen. Dies muss sich in unseren Argumenten gegen den Krieg ausdr\u00fccken. Zudem m\u00fcssen patriarchale Strukturen in unseren eigenen Bewegungen hinterfragt und ver\u00e4ndert werden. Gewalt existiert nicht nur in milit\u00e4rischen Angriffen und Feldz\u00fcgen, sondern ist Normalzustand in patriarchalen Gesellschaftsstrukturen. Frauenfeindliche Gewalt, Feminizide, Vergewaltigungen und \u201eprivate\u201c Gewalt sind von ihrem Ausma\u00df her ein unerkl\u00e4rter Krieg gegen Frauen*. Krieg und Besatzung bedeuten immer die extreme Versch\u00e4rfung patriarchaler Gewalt und Rollenmuster. Die massenhafte Vergewaltigung von Frauen als Kriegsstrategie zieht sich durch die gesamte Geschichte. Gleichzeitig kann es Vergewaltigung als Kriegswaffe nur geben, weil Vergewaltigung zum patriarchalen Alltag geh\u00f6rt. Ohne den Blick auf diesen Alltag und seine staatliche Gewalt gibt es keine Analyse von Krieg. Das chilenische Kollektiv Las Tesis hat das 2019 in ihrer Performance pr\u00e4gnant zusammengefasst: \u201eEs sind die Bullen, die Richter, der Staat, der Pr\u00e4sident \u2013 der unterdr\u00fcckerische Staat ist ein vergewaltigender Macho\u201c. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich der feministische Aufschrei, die getanzte Wut. Nicht nur im Aufstand gegen jahrzehntelange neoliberale Gewalt und staatlichen Terror in Chile. Hinzukommt, dass sich kapitalistische Gesellschaften mit jeder milit\u00e4rischen Aufr\u00fcstung weiter in Richtung eines verinnerlichten militaristischen Denkens und Handelns entwickeln. Das dr\u00fcckt sich in zunehmender Gewalt gegen Frauen und Queers aus, aber auch die Ausbeutung der Natur scheint notwendiger und wird dadurch legitimiert: Es gibt nur noch ein entweder-oder, ein daf\u00fcr oder dagegen. Als Feminist*innen stehen wir entschieden gegen jede Aufspaltung in ein \u201eWir\u201c und \u201edie Anderen\u201c. Diese Aufspaltung ist die Voraussetzung nicht nur f\u00fcr patriarchale Zuschreibungen, sondern auch f\u00fcr jede Form von Rassismus, f\u00fcr Nationalismus und Abschottung, f\u00fcr Militarisierung und Krieg. Eine feministische Perspektive antimilitaristischer Politik verbindet soziale und \u00f6kologische Fragen, Geschlechterverh\u00e4ltnisse und -zuschreibungen, Gewalt gegen Frauen und Queers, Hierarchisierung von Menschen, und macht den Alltag zum Themenfeld unserer Politik. Hierbei ist es f\u00fcr uns als Feminist*innen in Westeuropa grundlegend, dabei auch eine antikolonialistische Perspektive einzunehmen. Der westeurop\u00e4ische Alltag mit seinem Wohlstand ist auf der Ausbeutung kolonialisierter L\u00e4nder und Menschen aufgebaut. Diese Kopplungen werden wir sichtbar machen \u2013 auch in unseren Aktionen. (\u2026) Kommt zum Camp in Kassel von Rheinmetall Entwaffnen vom 30. August bis 4. September 2022! Bringt eure Erfahrungen, Ideen und eure Sehnsucht nach Befreiung mit. Teilt mit uns Kollektivit\u00e4t, Bildung, Diskussion, Vernetzung und: widerst\u00e4ndige feministische Aktionen gegen die R\u00fcstungsproduktion mitten in der Stadt! Autonom feministische Organisierung im B\u00fcndnis Rheinmetall Entwaffnen\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/rheinmetallentwaffnen.noblogs.org\/post\/2022\/08\/20\/kommunique-no-5\/\">Kommuniqu\u00e9 Nr. 5 vom 20. August 2022 bei Rheinmetall Entwaffnen<\/a>\u00a0von Autonom feministische Organisierung im B\u00fcndnis Rheinmetall Entwaffnen<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/branchen\/ruestung\/rheinmetallentwaffnen-mit-camp-und-aktionstagen-vom-30-8-bis-4-9-22-kassel-entwaffnen-ist-keine-kunst\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 5. September 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dossier. \u201eDie Militarisierung ist zur\u00fcck. Und sie ist gekommen um zu bleiben, und um unsere Gesellschaft grundlegend zu ver\u00e4ndern. 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