{"id":11757,"date":"2022-09-19T17:16:57","date_gmt":"2022-09-19T15:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11757"},"modified":"2022-09-19T17:16:58","modified_gmt":"2022-09-19T15:16:58","slug":"usa-verschaerfen-konflikt-mit-russland-und-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11757","title":{"rendered":"USA versch\u00e4rfen Konflikt mit Russland und China"},"content":{"rendered":"<p><em>Andre Damon. <\/em>Sechs Monate nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine ist die Nordfront Moskaus zusammengebrochen. Die USA haben darauf reagiert, indem sie ihre Beteiligung am Krieg gegen Russland in der Ukraine und ihre Vorbereitungen auf einen Krieg gegen China intensiviert haben.<!--more--><\/p>\n<p>Im Laufe einer Woche sind die ukrainischen Streitkr\u00e4fte Dutzende Kilometer vorger\u00fcckt, haben riesige Mengen russischer Waffen und Munition erbeutet und, laut ukrainischen Regierungsvertretern, Tausende von russischen Soldaten gefangengenommen.<\/p>\n<p>Am Donnerstag k\u00fcndigte die Biden-Regierung weitere Waffenlieferungen f\u00fcr die Ukraine im Wert von 600 Millionen Dollar an, zus\u00e4tzlich zu den Waffenlieferungen und weiteren Hilfen im Wert von \u00fcber 50 Milliarden Dollar, die sie bisher bereits geleistet hat.<\/p>\n<p>Die neue Waffenlieferung ist das 21. Paket seit Beginn des Kriegs und umfasst Munition f\u00fcr die HIMARS-Raketensysteme, 36.000 Artilleriegranaten des Kalibers 105 mm, Radar zur Artillerieabwehr und 1.000 pr\u00e4zisionsgelenkte 155-mm-Artilleriegeschosse.<\/p>\n<p>Zuvor wurden bereits zehntausende Panzerabwehrraketen, hunderte Drohnen, 15 HIMARS-Raketensysteme und hunderte Fahrzeugen sowie die modernsten Schiffs- und Flugabwehrraketen geliefert.<\/p>\n<p>US-Senatoren forderten noch mehr Waffen f\u00fcr die Ukraine. Der republikanische Minderheitsf\u00fchrer im Senat Mitch McConnell verlangte vom Wei\u00dfen Haus, der Ukraine ATACMS-Langstreckenraketen zu liefern. Diese w\u00e4ren in der Lage, tief in russisches Staatsgebiet einzudringen.<\/p>\n<p>McConnell erkl\u00e4rte: \u201eDie Ukrainer brauchen mehr Waffen als die, die wir ihnen geben. Sie m\u00fcssen sie schneller bekommen, und sie brauchen neue F\u00e4higkeiten wie ATACMS-Langstreckenraketen, gro\u00dfe Drohnen und Panzer.\u201c<\/p>\n<p>Senator Marco Rubio f\u00fcgte hinzu: \u201eIch glaube, einige von uns bef\u00fcrchten, dass die Langstreckenraketen Ziele tief im Inneren Russlands angreifen k\u00f6nnten, was einen gr\u00f6\u00dferen Konflikt ausl\u00f6sen w\u00fcrde. Ich bin mir nicht sicher, ob mich das so sehr beunruhigt.\u201c<\/p>\n<p>Diese Forderungen nach einer gr\u00f6\u00dferen Reichweite der an die Ukraine gelieferten Waffen wurden von der bisher deutlichsten Erkl\u00e4rung der USA zu ihren Zielen in diesem Konflikt begleitet.<\/p>\n<p>Der ehemalige Befehlshaber der US Army Europe, Ben Hodges, erkl\u00e4rte: \u201eDie Dynamik hat sich wirklich zugunsten der Ukraine verschoben, sie geben buchst\u00e4blich den Ton an.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir erleben hier m\u00f6glicherweise den Beginn des Zusammenbruchs der Russischen F\u00f6deration&#8230; der Gro\u00dfteil ihrer Bev\u00f6lkerung ist nicht, wie soll man sagen, ethnisch russisch. Ich meine, es gibt dort 120 unterschiedliche ethnische Gruppen\u2026\u201c, erkl\u00e4rte Hodges weiter.<\/p>\n<p>\u201eIch denke, die Menschen in Tuwa, Sibirien und Tschetschenien und andere&#8230; k\u00f6nnten die M\u00f6glichkeit sehen&#8230; sich loszul\u00f6sen\u2026\u201c, so Hodges. \u201eDeshalb glaube ich, dass wir&#8230; der Westen gemeinsam dar\u00fcber nachdenken m\u00fcssen&#8230; was das bedeutet und welche Auswirkungen das haben kann.\u201c<\/p>\n<p>Hodges&#8216; Aussagen entwickelten sich aus seiner Erkl\u00e4rung vom April. Nach dem russischen R\u00fcckzug aus Kiew und den Vorw\u00fcrfen \u00fcber russische Gr\u00e4ueltaten in Butscha hatte er erkl\u00e4rt, es sei das Ziel der USA, \u201eRussland hinsichtlich seiner F\u00e4higkeit der Machtprojektion das R\u00fcckgrat zu brechen\u201c.<\/p>\n<p>Genau wie im April wird die erneute Eskalation der US-Beteiligung an dem Krieg von Anschuldigungen begleitet, Russland habe systematisch Zivilisten ermordet, diesmal in den Au\u00dfenbezirken von Isjum.<\/p>\n<p>Diese milit\u00e4rischen Schritte wurden begleitet von einer Eskalation des Wirtschaftskriegs der USA und der Nato. Am Freitag \u00fcbernahm die deutsche Regierung die Kontrolle \u00fcber drei Raffinerien des russischen \u00d6lkonzerns Rosneft. Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete dies als \u201eweitreichende energiepolitische Entscheidung zum Schutz unseres Landes\u201c.<\/p>\n<p>Neben der Eskalation des Kriegs gegen Russland haben die USA nach dem russischen Scheitern auch ihren Konflikt mit China versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Der Au\u00dfenpolitikausschuss des Senats stimmte am Mittwoch f\u00fcr den Taiwan Policy Act, der Waffenlieferungen im Wert von 6,5 Milliarden Dollar an Taiwan vorsieht. Die Ein-China-Politik der USA w\u00fcrde damit faktisch beendet.<\/p>\n<p>In dem Gesetzesentwurf hei\u00dft es: \u201eTaiwan soll wie ein wichtiger Verb\u00fcndeter au\u00dferhalb der Nato behandelt werden.\u201c Damit w\u00fcrden die USA faktisch ein Milit\u00e4rb\u00fcndnis mit Taiwan schlie\u00dfen und die offizielle Position aufgeben, keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan zu unterhalten.<\/p>\n<p>Entscheidend ist jedoch, dass Vorgaben wegfallen, laut denen Taiwan gelieferte Waffen in \u201edefensiver Weise\u201c benutzen muss. Stattdessen enth\u00e4lt der Entwurf eine Erkl\u00e4rung, laut der die USA \u201eWaffen liefern, die Aggressionen der Volksbefreiungsarmee abschrecken sollen\u201c. Daraus ergibt sich die M\u00f6glichkeit, dass diese Waffen in einem \u201epr\u00e4ventiven\u201c Konflikt eingesetzt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die USA ihre Beteiligung am Krieg gegen Russland und ihren Konflikt mit China versch\u00e4rften, trafen sich die Pr\u00e4sidenten von Russland und China, Wladimir Putin und Xi Jinping, beim Gipfel der Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit erstmals seit Kriegsbeginn pers\u00f6nlich. Das Ausma\u00df der Krise, die durch das milit\u00e4rische Debakel Russlands ausgel\u00f6st wurde, zeigte sich dabei deutlich.<\/p>\n<p>Putin erkl\u00e4rte zu Beginn des Treffens: \u201eWir wissen die ausgeglichene Position unserer chinesischen Freunde in Bezug auf die Ukraine-Krise sehr zu sch\u00e4tzen. Deshalb verstehen wir Ihre Fragen und Besorgnis in dieser Hinsicht.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Spannungen zeigten sich auch bei den Diskussionen zwischen Putin und dem indischen Pr\u00e4sidenten Narendra Modi. \u201eIch wei\u00df, dass die heutige \u00c4ra keine \u00c4ra der Kriege ist, und ich habe mit Ihnen bereits in einem Telefonat dar\u00fcber gesprochen\u201c, sagte Modi zu Putin. Putin erkl\u00e4rte: \u201eIch kenne Ihre Position zum Konflikt in der Ukraine und die Bedenken, die sie stetig \u00e4u\u00dfern. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um dies so schnell wie m\u00f6glich zu beenden.\u201c<\/p>\n<p>Trotz der Krise in Folge von Russlands milit\u00e4rischem Debakel werden Russland und China durch den eskalierenden Kriegskurs der USA objektiv einander n\u00e4her gebracht.<\/p>\n<p>Alexander Gabuev, ein Senior Fellow an der amerikanischen Denkfabrik Carnegie Endowment for International Peace, erkl\u00e4rte gegen\u00fcber der <em>Financial Times<\/em>: \u201eWenn Putin so besessen ist von der Ukraine, was kann [Xi], realistisch gedacht, tun? &#8230; Der Abgang des Putin-Regimes und die unwahrscheinliche Aussicht auf eine prowestliche Regierung in Russland sind f\u00fcr China ein schrecklicher Albtraum.\u201c<\/p>\n<p>Die USA f\u00fchlen sich durch das russische Debakel in der Nordukraine dazu ermutigt, ihre Vorbereitungen f\u00fcr einen globalen milit\u00e4rischen Konflikt zu versch\u00e4rfen, der die gesamte Menschheit bedroht.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/09\/18\/sxgs-s18.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 19. September 2022 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andre Damon. Sechs Monate nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine ist die Nordfront Moskaus zusammengebrochen. 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