{"id":11872,"date":"2022-10-10T14:50:59","date_gmt":"2022-10-10T12:50:59","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11872"},"modified":"2022-10-10T14:51:00","modified_gmt":"2022-10-10T12:51:00","slug":"branchen-und-gewerkschaftsuebergreifende-streiks-in-grossbritannien-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=11872","title":{"rendered":"Branchen- und gewerkschafts\u00fcbergreifende Streiks in Gro\u00dfbritannien 2022"},"content":{"rendered":"<p><em>Dossier. <\/em>\u201e<em>Am Dienstagmorgen meldete der britische \u00d6lkonzern BP, dass er im zweiten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von fast sieben Milliarden Pfund (8,3 Milliarden Euro) gemacht hat; es ist der h\u00f6chste Profit seit 14 Jahren. Wenig sp\u00e4ter berichtete das Forschungsinstitut National Institute of Economic and Social Research, dass die Inflation in Gro\u00dfbritannien noch vor Jahresende elf Prozent<\/em><!--more--><em> erreichen werde \u2013 n\u00e4chstes Jahr werde die Teuerung in \u00bbastronomische H\u00f6hen\u00ab klettern. Millionen der \u00e4rmsten Haushalte werden davon am st\u00e4rksten getroffen werden, schreibt das Institut. Dies ist der Hintergrund, vor dem die derzeitige Streikwelle in Gro\u00dfbritannien zu verstehen ist: Exorbitante Profite auf der einen Seite, eine tiefe und sich verschlimmernde soziale Krise auf der anderen<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1165895.grossbritannien-massenstreiks-gegen-lohnverlust.html\">Artikel von Peter St\u00e4uber vom 05.08.2022 im ND online<\/a>\u00a0(\u201eMassenstreiks gegen Lohnverlust: Zehntausende Besch\u00e4ftigte haben in Gro\u00dfbritannien die Arbeit niedergelegt. Eisenbahner ebenso wie Call-Center-Angestellte und Uni-Dozenten\u201c) \u2013 hierzu weitere Entwicklungen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Streikwelle in Britannien setzt sich fort \u2013 mit u.a. British Telecom und Scot Rail im Ausstand, weitere koordinierte Streiktage geplant am 13. und 20. Oktober<\/strong>\n<ul>\n<li><em>\u201eDie Leute stehen voll hinter uns.\u201c RMT Gewerkschafter Mick Lynch spricht \u00fcber den heutigen Scot Rail \u00a0treik und die anhaltende nationale Auseinandersetzung auf den Schienen.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/twitter.com\/RMTunion\/status\/1579372122363031553\">Twitterpost der RMT vom 10. Oktober 2022<\/a> (engl.)<\/li>\n<li><em>\u201eHeute Morgen wieder beim CWU BT-Streikposten in der Arnold Road, Nottingham. Der n\u00e4chste BT-Streik findet am Donnerstag, den 20. Oktober, statt, wenn sich die Postangestellten anschlie\u00dfen werden. Der Vertreter dankte Nottingham TUC f\u00fcr unsere Unterst\u00fctzung. Bitte schlie\u00dft euch einem Streikposten an, je mehr Solidarit\u00e4t, desto besser. Der n\u00e4chste Postbeamt:innenstreik ist am Donnerstag, den 13. Oktober.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/twitter.com\/Conway1957\/status\/1579416064722894849\">Twitterpost von Liam Conway vom 10. Oktober 2022<\/a> (engl.).<\/li>\n<li><strong>Briten im Arbeitskampf<br \/>\n<\/strong><em>\u201e\u2026 Ein Ende der Arbeitsk\u00e4mpfe ist derzeit nicht in Sicht. Erst am Mittwoch scheiterte die letzte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Unternehmen. Die Delegationen von Aslef und der Transport- und Reisebranchengewerkschaft TSSA verlie\u00dfen das Treffen vorzeitig. Lynch erkl\u00e4rte zwar, die Verhandlungen werden weitergehen, \u00bbwir haben aber bisher noch nichts bekommen au\u00dfer einem Handschlag und einer Tasse Tee\u00ab. Seine Gewerkschaft hat daher eine neue Mitgliederbefragung begonnen, um sich das Streikmandat f\u00fcr weitere sechs Monate verl\u00e4ngern zu lassen. In den vergangenen Monaten hatten bereits Postangestellte, Journalisten und Pfleger gestreikt. Viele Branchengewerkschaften haben f\u00fcr die Herbstmonate weitere Arbeitsk\u00e4mpfe angek\u00fcndigt. Derzeit l\u00e4sst die Lehrergewerkschaft NAHT ihre Mitglieder befragen, welche Arbeitskampfma\u00dfnahmen angesetzt werden sollen. In einer Stellungnahme erkl\u00e4rte NAHT, es werde \u00bbein vereinbartes Programm\u00ab an Kampfma\u00dfnahmen bis hin zu Streiks geben, um den Forderungen nach Lohnerh\u00f6hung Nachdruck zu verleihen. Laut einem Bericht der Irish News l\u00e4sst erstmals in der 106j\u00e4hrigen Geschichte der Institution das Royal College of Nursing (RCN) die Mitglieder \u00fcber m\u00f6gliche Arbeitsk\u00e4mpfe abstimmen. RCN betonte, die 300.000 Pflegerinnen im Vereinigten K\u00f6nigreich seien bereit, die Arbeit niederzulegen, falls es keine Einigung in den Lohnverhandlungen gebe. Die Abstimmung l\u00e4uft bis zum 2. November. Im Kampf gegen die Teuerungswelle werden die Gewerkschafter von der rechten Labour-F\u00fchrung um Keir Starmer nicht unterst\u00fctzt. Trotz Aufforderungen, an den Kundgebungen teilzunehmen, lie\u00df sich bisher niemand aus Starmers Clique bei den Protesten blicken. Starmer hatte zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass er gegen Streiks ist. Am Donnerstag sagte er auf BBC Radio Devon: \u00bbLassen Sie mich klar betonen: (\u2026) Ich will nicht, dass diese Streiks stattfinden. Das Letzte, was jemand, der im (Gesundheitsdienst) NHS arbeitet, will, ist zu streiken.\u00ab Als er vom Moderator erneut gefragt wurde, ob er die Krankenschwestern unterst\u00fctzen werde, falls sie sich f\u00fcr einen Streik entscheiden, sagte er: \u00bbIch verstehe, warum sie Ma\u00dfnahmen ergreifen wollen. Ich m\u00f6chte nicht, dass die Streiks stattfinden. Ich glaube nicht, dass sie Streiks wollen. Nat\u00fcrlich tun sie das nicht.\u00ab\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/436290.gegen-reallohnverluste-briten-im-arbeitskampf.html\">Artikel von Dieter Reinisch in der jungen Welt vom 10. Oktober 2022<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Nach Tod der Queen: Streiks in Gro\u00dfbritannien nehmen wieder Fahrt auf \u2013 TUC Kongress nun f\u00fcr 18.-20. Oktober 2022 geplant <\/strong>\n<ul>\n<li><em>\u201eDer Kongress wird nun drei volle Tage lang, von Dienstag, 18. bis Donnerstag, 20. Oktober, in Brighton stattfinden. Der Generalrat hat beschlossen, den Kongress 2022 neu anzusetzen, nachdem er die urspr\u00fcnglichen Termine verschoben hatte. Wir hoffen, dass die Veranstaltung eine \u00e4hnliche Gr\u00f6\u00dfe und ein \u00e4hnliches Profil haben wird, mit lebhaften Debatten, externen Redner\/innen, einem lebendigen Rahmenprogramm und Ausstellungen\u2026\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/www.tuc.org.uk\/news\/tuc-congress-rescheduled-18-20-october-2022\">Pressemitteilung der TUC vom 13. September 2022<\/a> (engl.).<\/li>\n<li>Siehe f\u00fcr Ausweitung von Streiks u.a. das Dossier: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=203375\">Streiks bei H\u00e4fen in Gro\u00dfbritannien \u2013 neben Felixstowe auch in Liverpool Arbeitsniederlegungen geplant<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Kommt in Gro\u00dfbritannien der Generalstreik zur\u00fcck? Die zwei gr\u00f6\u00dften Gewerkschaften UNISON und UNITE sowie Gewerkschaftsdachverband TUC sprechen sich f\u00fcr koordinierte K\u00e4mpfe aus <\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Gewerkschaften drohen mit einer \u201eWelle von Arbeitskampfma\u00dfnahmen\u201c wegen der Lebenshaltungskostenkrise in Gro\u00dfbritannien<br \/>\n<\/strong><em>\u201e\u2026 In einer Reihe von Antr\u00e4gen, die die gr\u00f6\u00dften Gewerkschaften des Landes im Vorfeld des TUC-Kongresses im n\u00e4chsten Monat eingebracht haben, wird gefordert, dass sie eng zusammenarbeiten, um ihre Wirkung zu maximieren und den Kampf um inflationsbedingte Lohnerh\u00f6hungen zu \u201egewinnen\u201c. Der Antrag, an dem auch die beiden gr\u00f6\u00dften Gewerkschaften Unison und Unite beteiligt sind, kommt inmitten wachsender Wut \u00fcber das Vers\u00e4umnis der Regierung, sich auf ein detailliertes Hilfspaket f\u00fcr Familien zu einigen, nachdem am Freitag bekannt wurde, dass die durchschnittlichen Gas- und Stromrechnungen um 80% steigen werden. Auch wenn koordinierte Aktionen nicht mit einem \u201eGeneralstreik\u201c vergleichbar sind, den einige f\u00fchrende Gewerkschaftsvertreter:innen ins Gespr\u00e4ch gebracht haben, w\u00fcrde der Antrag der Unite dem TUC die Aufgabe \u00fcbertragen, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Arbeitsniederlegungen synchronisiert oder absichtlich gestaffelt sind, um die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Wirkung zu erzielen. Unterst\u00fctzt von der Bahngewerkschaft RMT, die in den letzten Wochen eine Reihe von Streiks angef\u00fchrt hat, und der Communication Workers Union, die am Freitag in den Ausstand getreten ist, fordert die Unite den TUC auf, \u201edie Arbeitskoordination zwischen den Gewerkschaften zu erleichtern und zu f\u00f6rdern, damit die Arbeitenden ihre gewerkschaftliche Macht so effektiv wie m\u00f6glich nutzen k\u00f6nnen, um zu gewinnen\u201c. In einem weiteren Antrag von Unison, der gr\u00f6\u00dften Gewerkschaft des Landes, hei\u00dft es, dass die Krise der Lebenshaltungskosten eine \u201eNiedriglohnkrise\u201c ist, und fordert den TUC auf, Gewerkschaftsaktionen zu koordinieren, um sich f\u00fcr Lohnerh\u00f6hungen \u201emindestens in H\u00f6he der Inflation\u201c \u2013 derzeit 10,1 % \u2013 sowie f\u00fcr einen Mindestlohn von 15 \u00a3 pro Stunde einzusetzen. (\u2026) Angesichts der sich ausbreitenden Unruhen wird die Gewerkschaft GMB eine Urabstimmung \u00fcber die Annahme der von den kommunalen Arbeitgebern angebotenen Lohnerh\u00f6hung von 1.925 Pfund durchf\u00fchren. Die GMB f\u00fchrt au\u00dferdem eine Urabstimmung \u00fcber die Geh\u00e4lter von mehr als 100.000 Besch\u00e4ftigten der Kommunalverwaltungen durch, w\u00e4hrend das Royal College of Nursing seine Mitglieder befragen will, ob sie zu einem Streik bereit sind\u2026\u201c<\/em> engl. <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2022\/aug\/27\/uk-unions-waves-strikes-industrial-action-cost-living-crisis-autumn\">Artikel von The Observer\/ Donald Macintyre und Toby Helm erschienen am 27. August 2022 im Guardian<\/a>, siehe au\u00dferdem:<\/li>\n<li><strong>\u201eDie gr\u00f6\u00dften Gewerkschaften Gro\u00dfbritanniens schlagen koordinierte Streiks im Herbst vor\u201c<br \/>\n<\/strong><em>\u201e\u2026 Die Gewerkschaft Unison, die 1,3 Millionen Mitglieder z\u00e4hlt, beteiligt sich an den Streiks der M\u00fcllabfuhr in Schottland und plant Arbeitsniederlegungen von Besch\u00e4ftigten in Schulen, Kinderg\u00e4rten und Schul\u00e4mtern. Unison und andere Gewerkschaften sind mit ihrer Forderung nach Lohnerh\u00f6hungen, die an die steigenden Lebenshaltungskosten angepasst sind, weitgehend abgeblitzt. (\u2026) Am Sonntag erkl\u00e4rte Unite-Chefin Sharon Graham in der BBC Radio 4-Sendung Broadcasting House, dass ihre Organisation nicht nachgeben werde. Sie sagte, dass 73.000 ihrer Mitglieder im letzten Jahr in einen Konflikt involviert waren und dass 80% dieser Aktionen erfolgreich waren. (\u2026) Graham kritisierte auch die Labour-Partei daf\u00fcr, dass sie die Streiks nicht st\u00e4rker unterst\u00fctzt habe, und f\u00fcgte hinzu, dass der Parteivorsitzende Sir Keir Starmer \u201emehr R\u00fcckgrat\u201c zeigen m\u00fcsse. \u201eDie Gewerkschaften erweisen sich als die Einzigen, die sich f\u00fcr die Arbeitenden einsetzen\u201c, sagte sie. \u201eIch habe das Gef\u00fchl, dass das Parlament von der Wirtschaftslobby vereinnahmt wurde.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/business-62706769\">BBC Meldung vom 28. August 2022<\/a> (engl.).<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Britische Regierung stellt klammheimlich die Ver\u00f6ffentlichung der Streikerfassung ein<br \/>\n<\/strong><em>\u201eDer \u201ahei\u00dfe Streiksommer\u2018 wird noch hei\u00dfer. Besch\u00e4ftigte des \u00f6ffentlichen und privaten Sektors, von M\u00fcllleuten bis zu Callcenter-Betreiber:innen, befinden sich derzeit im Arbeitskampf. Im Herbst k\u00f6nnten sich Pflegekr\u00e4fte, Lehrer:innen, Beamte und Feuerwehrleute anschlie\u00dfen, da der Widerstand gegen die Krise der Lebenshaltungskosten w\u00e4chst. Es mag daher seltsam erscheinen, dass die Regierung nur die sp\u00e4rlichsten Daten \u00fcber Streiks aufzeichnet. Die Aufzeichnungen \u00fcber Streiks in Gro\u00dfbritannien begannen 1891, wobei drei Messgr\u00f6\u00dfen verwendet wurden: die Anzahl der Streiks (als \u201aArbeitsniederlegungen\u2018 bezeichnet), die Anzahl der beteiligten Arbeitenden und die Anzahl der nicht gearbeiteten Tage (als \u201aAusfalltage\u2018 bezeichnet). Diese Daten wurden nach Sektoren, Regionen und L\u00e4ndern aufgeschl\u00fcsselt, so dass sie sowohl f\u00fcr England, Schottland, Wales und Nordirland als auch f\u00fcr das Vereinigte K\u00f6nigreich als Ganzes vorlagen. Mehr als f\u00fcnf Jahrzehnte lang erstellte die Regierung j\u00e4hrlich einen Artikel, in dem der Stand der Dinge f\u00fcr das vorangegangene Kalenderjahr zusammengefasst wurde. Am 17. Mai 2019 ver\u00f6ffentlichte das Office for National Statistics (ONS) die j\u00e4hrlichen Streikdaten f\u00fcr 2018. Seitdem hat es keine solchen Berichte mehr gegeben. Das bedeutet, dass wir keinen \u00dcberblick \u00fcber die Streiks in Gro\u00dfbritannien in den letzten drei Jahren haben. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde in der Ver\u00f6ffentlichung vom Mai 2019 eine Erkl\u00e4rung eingef\u00fcgt. \u201eDie Auswirkungen der Pandemie auf die Kapazit\u00e4ten und F\u00e4higkeiten des ONS w\u00e4hrend dieses Zeitraums haben dazu gef\u00fchrt, dass wir die bestehenden Arbeitsmarktver\u00f6ffentlichungen \u00fcberpr\u00fcft haben\u201c, hie\u00df es darin. \u201eInfolgedessen werden die Datenerhebung und die Ver\u00f6ffentlichung von Arbeitskonflikten f\u00fcr die absehbare Zukunft eingestellt. Diese Ma\u00dfnahme wird die Lieferung und Qualit\u00e4t unserer verbleibenden Ver\u00f6ffentlichungen sch\u00fctzen und sicherstellen, dass wir auf neue Anforderungen als direkte Folge von Covid-19 reagieren k\u00f6nnen\u201c. Kurzum: Der Streikdatendienst hatte seinen Betrieb eingestellt. Seitdem gibt es keine Neuigkeiten \u00fcber die zuk\u00fcnftige Ver\u00f6ffentlichung von Streikstatistiken. (\u2026) W\u00e4hrend der Pandemie hat das ONS jedoch weiterhin die Anzahl der nicht gearbeiteten Tage pro Monat ver\u00f6ffentlicht. Wenn das ONS weiterhin Daten \u00fcber die Zahl der nicht gearbeiteten Tage sammeln kann, muss es auch wissen, wie viele Streiks es gegeben hat und wie viele Arbeitenden an diesen Streiks beteiligt waren. Wenn man ein wenig sucht, findet man auf der ONS-Website die monatlichen Statistiken \u00fcber die Zahl der Streiks und die Zahl der beteiligten Arbeiter:innen (allerdings nur bis Januar 2020). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Jahresstatistiken berechnet werden k\u00f6nnen, da sich einige Streiks \u00fcber mehrere Monate erstrecken. Letztlich bedeutet die beklagenswerte Unvollst\u00e4ndigkeit der Daten, dass die gr\u00f6\u00dfte Arbeitskampfwelle seit Jahren weitgehend unbemerkt bleibt. Wir k\u00f6nnen uns nicht darauf verlassen, dass die Medien umfassend dar\u00fcber berichten, denn selbst die flei\u00dfigsten Medien k\u00f6nnen nur Momentaufnahmen liefern. So wird die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber den Zustand der Gewerkschaftsbewegung im Unklaren gelassen\u2026\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/novaramedia.com\/2022\/08\/15\/the-government-has-quietly-stopped-sharing-strike-data\/\">Artikel von Gregor Gall, erschienen am 15. August 2022 bei Novora Media<\/a> (\u201eThe Government Has Quietly Stopped Sharing Strike Data\u201d).<\/li>\n<li>Siehe auch einige Beispiele im <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1165895.grossbritannien-massenstreiks-gegen-lohnverlust.html\">Artikel von Peter St\u00e4uber vom 05.08.2022 im ND online<\/a>: \u201e\u2026 <em>In diesem Sommer d\u00fcrfte es die gr\u00f6\u00dfte Streikbewegung seit Jahrzehnten geben. In den vergangenen Monaten haben 40\u2009000 Eisenbahner von der Gewerkschaft RMT die Schienen im ganzen Land mehrere Tage lang lahmgelegt, zwei weitere Gewerkschaften wollen sich nun den Streiks anschlie\u00dfen. Zudem sind Postbeamte, Strafverteidiger und Unidozenten in den Ausstand getreten. Letzte Woche haben die Call-Center-Angestellten vom Telekom-Konzern BT zum ersten Mal \u00fcberhaupt die Arbeit niedergelegt. In mehreren Regionen und St\u00e4dten sind weitere kleinere Konflikte im Gang. Auch \u00c4rzte, Hebammen, Lehrer und andere Angestellte im \u00f6ffentlichen Sektor haben Streikabstimmungen in Aussicht gestellt. (\u2026)<br \/>\nAuch anderweitig zeigen sich Briten bereit zu zivilem Ungehorsam: Die Kampagne \u00bbDon\u2019t Pay\u00ab hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens eine Million Menschen dazu zu bringen, ab 1. Oktober schlicht keine Energierechnungen mehr zu bezahlen, aus Protest gegen die exorbitanten Kosten<\/em>\u2026\u201c<\/li>\n<li><strong>Siehe davon im LabourNet: <\/strong>\n<ul>\n<li>Dossier: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=201214\">Kampf um Streikrecht in Gro\u00dfbritannien: RMT mobilisierte einen Bahnstreik zum 70. Thron-Jubil\u00e4um der Queen gegen geplante \u201aBahnreform\u2018 \u2013 Regierung will Streik einschr\u00e4nken<\/a><\/li>\n<li>Dossier: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=202721\">Streiks bei der britischen Post \u2013 Crown und Royal Mail streiken demn\u00e4chst parallel gegen Armutsl\u00f6hne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=203287\">Zweit\u00e4giger \u201eSit-in\u201c im Amazon-Lager in Tilbury, Gro\u00dfbritannien, wegen erb\u00e4rmlicher Lohnerh\u00f6hung von 35 Pence statt geforderter 2 Pfund pro Stunde<\/a><\/li>\n<li>Dossier: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=201937\">Kolleg:innen von DHL und JCB Delivery in Gro\u00dfbritannien k\u00e4mpfen um Lohnerh\u00f6hungen und bessere Arbeitsbedingungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=202832\">Uber-Files in Gro\u00dfbritannien: App Drivers and Couriers Union (ADCU) ruft Uber-Fahrer:innen zum Streik und Uber-Nutzer:innen zum Boykott am Mittwoch, 20. Juli auf<\/a><\/li>\n<li>Dossier: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=198951\">Gro\u00dfbritannien: 800 Besatzungsmitglieder von P&amp;O Ferries wehren sich gegen Entlassung \u2013 internationale Proteste, auch gegen Ersatz durch Billig-Crew<\/a><\/li>\n<li>und weitere in unserer Rubrik <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/category\/internationales\/grossbritannien\/arbeitskaempfe-grossbritannien\/\">Gro\u00dfbritannien \u00bb Arbeitsk\u00e4mpfe<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Siehe auch <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/grossbritannien\/gewerkschaften-grossbritannien\/ein-neuer-winter-der-unzufriedenheit-in-grossbritannien-2021\/\">Ein neuer \u201eWinter der Unzufriedenheit\u201c in Gro\u00dfbritannien 2021?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/grossbritannien\/gewerkschaften-grossbritannien\/massenstreiks-gegen-lohnverlust-zehntausende-beschaeftigte-haben-in-grossbritannien-die-arbeit-niedergelegt-eisenbahner-ebenso-wie-call-center-angestellte-und-uni-dozenten\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 10. Oktober 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dossier. \u201eAm Dienstagmorgen meldete der britische \u00d6lkonzern BP, dass er im zweiten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von fast sieben Milliarden Pfund (8,3 Milliarden Euro) gemacht hat; es ist der h\u00f6chste Profit seit 14 Jahren. &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11873,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,5],"tags":[25,29,87,26,56,45,49,37,42,4,17],"class_list":["post-11872","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-und-theorie","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitskaempfe","tag-arbeitswelt","tag-gewerkschaften","tag-grossbritannien","tag-neoliberalismus","tag-repression","tag-service-public","tag-sozialdemokratie","tag-strategie","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11872"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11874,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11872\/revisions\/11874"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}