{"id":12110,"date":"2022-11-11T10:27:06","date_gmt":"2022-11-11T08:27:06","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12110"},"modified":"2022-11-11T10:27:07","modified_gmt":"2022-11-11T08:27:07","slug":"documenta-15-eine-hysterische-antisemitismus-debatte-gegen-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12110","title":{"rendered":"documenta 15: Eine hysterische Antisemitismus-Debatte gegen Kunst"},"content":{"rendered":"<p><em>Sybille Fuchs &amp; Franci Vier. <\/em>Am 25. September ging in Kassel nach hundert Tagen die documenta 15 zu Ende. Sie wurde von immer neuen Verleumdungen wegen angeblichem Antisemitismus der Kuratoren, K\u00fcnstler und Organisatoren \u00fcberschattet.<!--more--><\/p>\n<p>Nach dem Ende der renommierten Ausstellung f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst wurde die Hetzkampagne noch heftiger. Der <em>Spiegel<\/em>, der sie in seiner Berichterstattung nur noch als \u201eAntisemita\u201c bezeichnet hatte, erkl\u00e4rte die gesamte documenta 15 f\u00fcr gescheitert. <em>Spiegel<\/em>-Autor Dietmar Pieper r\u00fcckte sie sogar in die N\u00e4he der ber\u00fcchtigten V\u00f6lkerschauen am Ende des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Auch die toxische Debatte \u00fcber den \u201eAntisemitismus\u201c des indonesischen Kuratorenteams Ruangrupa geht unvermindert weiter. Sie richtet sich jetzt gegen die Gastprofessur der Ruangrupa-Mitglieder Reza Afisina und Iswanto Hartono in Kassel und an der Hochschule f\u00fcr bildende K\u00fcnste in Hamburg. Auch hier protestieren Politiker, Antisemitismusbeauftragte, die J\u00fcdische Gemeinde und Verteidiger der Politik der israelischen Regierung. Die Hochschulen wollen jedoch bisher daran festhalten.<\/p>\n<p>Trotz der \u00fcblen Berichterstattung lie\u00dfen es sich 738.000 Besucher und Besucherinnen nicht nehmen, die auf der documenta 15 ausgestellten Werke und Projekte zu sehen. Das waren nur unwesentlich weniger Besucher als bei der letzten Ausstellung 2017.<\/p>\n<p>Der Interims-Nachfolger der am 16. Juli wegen der Vorw\u00fcrfe zur\u00fcckgetretenen Generaldirektorin der documenta 15 <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/07\/22\/docu-j22.html\">Sabine Schormann<\/a>, Alexander Farenholtz, erkl\u00e4rte dazu in seinem Fazit: \u201eDiese documenta hatte es angesichts der sie begleitenden Antisemitismusdebatte nicht leicht, ihre eigentlichen k\u00fcnstlerischen Anliegen zu platzieren. Ich w\u00fcnschte mir, dass die Ausstellung in der Retrospektive auch als das gesehen werden kann, was sie in der Wahrnehmung vieler Besucher*innen war: n\u00e4mlich ein k\u00fcnstlerisches Unterfangen, das wichtige Fragen unserer Zeit adressiert.\u201c<\/p>\n<p>Wer sich auf die ungeheure Vielfalt der gezeigten Projekte aus aller Welt einlie\u00df und nicht nur gekommen war, um nach Spuren israelkritischer Darstellungen zu suchen, war meist begeistert. Diese documenta war so spannend, gerade weil die Kuratoren einen ganz anderen Ansatz hatten als bei fr\u00fcheren Ausstellungen, denen es mehr oder weniger um individuelle Werke einzelner K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten ging. Im Gegensatz zur \u00f6ffentlichen Kampagne fanden zahlreiche Besucher viele der ausgestellten Werke und Projekte als ausgesprochen \u201egemeinschaftsstiftend\u201c \u2013 und sowohl k\u00fcnstlerisch als auch im Sinn einer positiven Ver\u00e4nderung von Gesellschaft und Wirtschaft h\u00f6chst anregend.<\/p>\n<p><strong>Zur Konzeption der Kuratoren<\/strong><\/p>\n<p>Das Konzept der Kuratoren, des indonesischen K\u00fcnstlerkollektivs Ruangrupa, richtete sich gegen Kolonialismus, Kapitalismus, Rassismus, Ausbeutung, Unterdr\u00fcckung durch diktatorische Regime und Zensur. Ihr Ziel war es, der Kunst verschiedener Kollektive des globalen S\u00fcdens eine Chance zu geben, weltweit wahrgenommen zu werden, sowie M\u00f6glichkeiten der internationalen Vernetzung und des Austauschs zu schaffen. Sie propagierten das Lumbung-Prinzip der indonesischen Reisscheune, in die alle Bauern ihre \u00fcbersch\u00fcssige Ernte einfahren, um diese gemeinschaftlich zu teilen.<\/p>\n<p>Der ganze Ansatz von Ruangrupa ist der Versuch, Personen und Orte \u00fcber das g\u00e4ngige Kunstpublikum hinaus zu erreichen und einzubeziehen. Ruangrupa hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die k\u00fcnstlerischen Ans\u00e4tze von Kollektiven meist aus s\u00fcdlichen und ehemaligen Koloniall\u00e4ndern zu zeigen, die versuchen, mit ihrer Kunstpraxis Auswege aus Elend und Unterdr\u00fcckung zu finden oder globale Probleme, wie den Klimawandel, anzupacken.<\/p>\n<p>Kritik an solchen Konzepten und etwa den postkolonialistischen Kunst-Projekten ist m\u00f6glich und n\u00f6tig. Es geht nicht einfach um den ausgebeuteten globalen S\u00fcden und reichen Norden. Die gr\u00f6\u00dften Probleme der Welt im S\u00fcden wie im Norden \u2013 Rassismus, Ausbeutung, Klimakatastrophen und Kriege \u2013 haben eine gemeinsame Ursache, den globalen Kapitalismus und den Gegensatz zwischen kollektiver Produktion durch die ausgebeuteten Massen und privater Aneignung durch die Unternehmen und Finanzaristokraten.<\/p>\n<p>Das von Ruangrupa propagierte Lumbung-Prinzip ist zwar sehr sympathisch, l\u00e4sst sich aber ebenso wenig wie die Allmende der mittelalterlichen Bauern mit dem Kapitalismus vereinbaren, was sich schon daran zeigt, dass gerade in Indonesien die soziale Ungleichheit enorm ist und die Regenw\u00e4lder brutal abgeholzt und in Kokosplantagen verwandelt werden.<\/p>\n<p>Im Suchen nach Auswegen oder Alternativen blicken die K\u00fcnstlerkollektive der documenta 15 oftmals auf vorindustrialisierte Lebensbedingungen, wo Technik als solche vor allem als feindlich und zerst\u00f6rerisch dargestellt und wahrgenommen wird. Auch die starke Fokussierung auf das Lokale l\u00e4sst globale, internationale Perspektiven und Politiken nur schwer zu. An vielen Stellen zeigten die Projekte und Werke antimoderne, folkloristische, antiwissenschaftliche Charakterz\u00fcge.<\/p>\n<p>Aber was die Auseinandersetzung mit dieser documenta so spannend machte, war, dass zum einen die Dichotomie zwischen Kunst und Publikum durchbrochen wurde und dass sie fundamentale Fragen aufwarf: Was ist Kunst, wer darf\/kann Kunst machen, was kann Kunst bewirken, wie kann Kunst Teil des Lebens sein\/werden, wessen Geschichte wird geh\u00f6rt? Und: wie sieht die Welt jenseits von Europa und Nordamerika aus?<\/p>\n<p>Viele der Arbeiten zeigten einfach \u2013 sozusagen fast \u201eunpolitisch\u201c \u2013 das Leben marginalisierter oder abseits lebender Gemeinschaften und deren kulturelle Praxis. Man sah Orte und die Vielfalt von Leben in kultureller oder politischer Hinsicht. Dabei war sehr interessant, dass in den gezeigten Communities Kunst viel st\u00e4rker in ihren oft m\u00fchsamen Alltag integriert bzw. mit ihm verflochten ist. Man erfuhr so etwas von Welten, die sonst unsichtbar bleiben. Viele Besucher fanden das sehr inspirierend.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-15-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12111\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-15-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-15-300x200.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-15-768x512.jpg 768w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-15.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption><em>Wajukuu Art Project [Photo by documenta 15 \/ Nicolas Wefers]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Um nur einige Projekte zu nennen:<\/p>\n<p><em>Return to Sender:<\/em> Gro\u00df sichtbar liegen auf der Karlswiese riesenhafte Pakete gebrauchter Kleidung, die aus Europa nach Afrika geschickt worden war, Kleidung, die durch Billiglohnarbeit in L\u00e4ndern wie Bangladesch hergestellt und in Europa verkauft, getragen und entsorgt wurde.<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerisch h\u00f6chst anspruchsvoll waren die Objekte des Kollektivs <em>Wajukuu<\/em> aus einem Slum in Nairobi (Kenja). Sie zeugten gleichzeitig von hohem sozialem Engagement, weil das Kollektiv aus Wellblech und Stroh nicht nur Kunstwerke schafft, sondern auch daf\u00fcr k\u00e4mpft, dass die Kinder, denen kaum Bildungschancen geboten werden, dort Schreiben und Lesen lernen und Kunst machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aufgrund ihrer prek\u00e4ren sozialen und \u00f6konomischen Situation arbeiten sehr viele der gezeigten Kollektive mit ihnen vor Ort zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln. Sie verstehen Kunst bzw. k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeiten sowohl als individuellen Ausdruck wie auch als gesellschaftliche Teilhabe und nicht als elit\u00e4res Dekor oder akademische Spielerei. Der Kunstmarkt, wie wir ihn vor allem im Westen kennen, ist eher ein Ort und ein Instrument der Exklusion und breiten Schichten der Bev\u00f6lkerung kaum zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/documenta-fifteen.de\/rurukids\/\">dr\u00fcckte<\/a> sich auch im Konzept von <em>RuruKids<\/em> aus. Normalerweise st\u00f6ren Kinder die Ruhe und Sicherheit in Ausstellungen. Hier erhielten sie einen eigenen Raum, in dem die teilnehmenden K\u00fcnstler f\u00fcr sie Workshops etc. anboten.<\/p>\n<p>Auch das <em>Project Art Works<\/em> aus dem britischen Hastings ist bemerkenswert. Neurodiverse K\u00fcnstler und ihre Betreuerinnen zeigen, wie kognitiv oder k\u00f6rperlich eingeschr\u00e4nkte Menschen mit der entsprechenden Unterst\u00fctzung durch Malen oder auf verschiedene Art k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig werden und ihre Traumata bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was die documenta 15 besonders machte, war auch, dass ihre Ausstellungsorte und Interventionen sich weit \u00fcber das Zentrum Kassels hinaus in die Peripherie erstreckten. Sie durchzogen die ganze Stadt und bezogen sie mit ein, gerade auch Orte jenseits etablierter Institutionen, wo sonst Kultur stattfindet, insbesondere in \u201ebenachteiligten Stadtgebieten\u201c.<\/p>\n<p>Um neue Verbindungslinien zu kn\u00fcpfen, arbeitete Ruangrupa mit \u201eK\u00fcnstler*innen und Kollektiven zusammen, die sich in ihrer Praxis au\u00dferhalb von Kunst- und Kulturr\u00e4umen bewegen\u201c. [1] Insgesamt waren mehr als 1500 Menschen an der Ausgestaltung beteiligt.<\/p>\n<p>Die documenta traf damit auf eine Sehnsucht beim Publikum, n\u00e4mlich gerade in dieser Zeit von Krieg, extremer Ausbeutung und Verarmung gro\u00dfer Teile der Gesellschaft, Kunst und Gemeinschaft anders zu denken und zu leben und die kapitalistische und leistungsorientierte Vereinzelung zu \u00fcberwinden. Dass sich die Lebensbedingungen vieler Menschen zusehends verschlechtern, macht ihnen die gesellschaftliche Teilhabe nicht nur an Kultur immer schwieriger.<\/p>\n<p>Insgesamt lag der Fokus der documenta nicht auf finalen Kunstwerken, sondern auf vielf\u00e4ltigen offenen, sich erweiternden Prozessen. Sie war damit keine Ausstellung im klassischen\/herk\u00f6mmlichen Sinne. Daher waren sowohl k\u00fcnstlerische als auch kulturelle, ja soziale T\u00e4tigkeiten wie Workshops, Diskussionen, Vernetzung, Austausch, Happenings wichtiger Bestandteil.<\/p>\n<p>Als k\u00fcnstlerische Mittel galten nicht mehr nur Farbe, Stein oder Fotografie, sondern Pflanzungen, Essen und seine Zubereitung, Radio, m\u00fcndliche Erz\u00e4hlungen und vielf\u00e4ltige Alltagsmaterialien und Gespr\u00e4che. Das Publikum selbst wurde aus der passiven Rezeption herausgeholt und mit in die k\u00fcnstlerischen Prozesse einbezogen.<\/p>\n<p>Das Prinzip Lumbung von Ruangrupa ist, um es mit den Worten des Kollektivmitglieds Iwanto Hartonos auszudr\u00fccken, \u201epolitisch, insofern Politik einer seiner Inhalte ist, ebenso \u00d6konomie und Kultur, besonders in der heutigen Zeit, in der das Bed\u00fcrfnis der Menschen nach einem System w\u00e4chst, welches das Gegenteil des kapitalistischen ist\u201c.<\/p>\n<p><strong>Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe schon vor der Er\u00f6ffnung<\/strong><\/p>\n<p>Aber diese Weltkunstausstellung litt schon seit Januar, Monate vor ihrem Beginn im Juni, unter der <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/07\/08\/docu-j08.html\">An<\/a>schuldigung, sie wolle Antisemitismus verbreiten oder der antizionistischen Kampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) ein Forum bieten. Dabei hatte zu diesem Zeitpunkt noch niemand etwas von der Ausstellung gesehen. Es war lediglich bekannt geworden, dass unter vielen anderen auch pal\u00e4stinensische K\u00fcnstlerkollektive eingeladen waren.<\/p>\n<p>Der israel-kritischen BDS-Kampagne haben sich international viele \u2013 auch j\u00fcdische \u2013 K\u00fcnstler angeschlossen. Gegen den <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/12\/31\/bdse-d31.html\">Bundestagsbeschluss<\/a> von 2020, BDS-nahen K\u00fcnstlern und Veranstaltungen weder F\u00f6rderung noch \u00f6ffentliche R\u00e4ume zur Verf\u00fcgung zu stellen, wandten sich zahlreiche Kulturschaffende und warnten vor Zensur und Unterdr\u00fcckung der Meinungsfreiheit. Wie berechtigt diese Warnungen waren, hat jetzt die documenta gezeigt.<\/p>\n<p>Als dann kurz nach der <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/07\/08\/docu-j08.html\">Er\u00f6ffnung<\/a> der documenta im Juni ein \u00fcbergro\u00dfes Banner des Kollektivs Taring Padi auftauchte, das die Vorw\u00fcrfe angeblich best\u00e4tigte, war dies Wasser auf die M\u00fchlen der gleichgeschalteten Medien und Politiker.<\/p>\n<p>Das vor 20 Jahren gemalte Gro\u00dfbild mit dem Titel \u201eThe People\u00b4s Justice\u201c (Gerechtigkeit des Volkes) war im Rahmen einer Kampagne gegen die damals noch frisch erinnerte blutige Diktatur von Haji Mohamed Suharto entstanden. Das Banner, das erst abgeh\u00e4ngt und dann vollst\u00e4ndig entfernt wurde, enthielt \u00fcber hundert karikierte Figuren. Davon \u00e4hnelte eine stark den Judendarstellungen der Nazis. Eine weitere, ein Soldat mit Schweinekopf, SS-Runen mit der Aufschrift \u201eMossad\u201c am Helm und einem Halstuch mit Davidstern sollte, so die K\u00fcnstler, an die Unterst\u00fctzung des israelischen Geheimdiensts f\u00fcr das Suharto-Regime erinnern.<\/p>\n<p>Das K\u00fcnstlerkollektiv entschuldigte sich daf\u00fcr, dass diese Darstellungen in Deutschland wegen der Verbrechen des Holocaust offensichtlich Gef\u00fchle verletzt h\u00e4tten. Den Vorwurf des Antisemitismus weisen Taring Padi und die Kuratoren Ruangrupa jedoch entschieden zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Taring Padi zeigte im Hallenbad Ost eine Retrospektive, in der es sein umfangreiches Oeuvre der letzten 22 Jahre vorstellte. Da konnte man sehr genau sehen, mit welchen Fragen sich die K\u00fcnstler auseinandergesetzt haben. Doch damit hat man sich in den Medien nicht genauer besch\u00e4ftigt. Das Motiv des Schweins z.B. tritt dort als Repr\u00e4sentanz verschiedener Unterdr\u00fccker auf. Die K\u00fcnstler arbeiten mit Karikaturen, \u00dcberzeichnungen, ja auch mit wiederkehrenden Stereotypen im Stile von Agit-Prop. Zu erkennen ist auch, dass etliche Karikaturen reicher Potentaten eindeutig Z\u00fcge indonesischer Oligarchen oder Landlords tragen und keineswegs an Juden erinnern.<\/p>\n<p><strong>\u201eGuernica Gaza\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Bilder der Collagen-Serie von Mohammed Al Hawajri \u201eGuernica Gaza\u201c riefen w\u00fctende Kommentare hervor. Der K\u00fcnstler hat Bilder von Angriffen der israelischen Armee auf das Pal\u00e4stinensergebiet mit klassischen Motiven von Millet, Delacroix, Chagall oder van Gogh kombiniert und erinnert mit seinem Titel an Pablo Picassos Gem\u00e4lde von 1937.<\/p>\n<p>Dass Al Hawajri die Zerst\u00f6rung der spanischen Stadt Guernica durch einen Luftangriff der deutschen \u201eLegion Condor\u201c mit den Luftangriffen der israelischen Armee auf Gaza verglich, wurde als illegitim angeprangert. Wie w\u00e4re es wohl gewesen, wenn K\u00fcnstler derartige Bilder mit dem Titel \u201eGuernica Odessa\u201c oder \u201eGuenica Charkiw\u201c gezeigt h\u00e4tten?<\/p>\n<p>Im Verlauf der Ausstellung wurden weitere angebliche Beweise f\u00fcr den \u201eJudenhass\u201c der documenta-Verantwortlichen zu Tage gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>So fanden sich in einer Brosch\u00fcre der \u201eArchives des luttes des femmes en Alg\u00e9rie\u201c (\u201eArchive der Frauenk\u00e4mpfe in Algerien\u201c) Zeichnungen aus dem Jahr 1988 von gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffen israelischer Soldaten auf pal\u00e4stinensische Kinder und Frauen. Unter anderem ging es um ein Bild, auf dem ein israelischer, roboterartig dargestellter Soldat mit Davidstern ein Kind attackiert, und eines mit einer Frau, die einen israelischen Soldaten mit grotesker Hakennase und Davidstern angreift.<\/p>\n<p>Die beanstandeten Zeichnungen sind Teil eines frei zug\u00e4nglichen Archivs und m\u00fcssen als historisches Material politischer und sozialer Auseinandersetzung aus jener Zeit verstanden werden. Das Kollektiv sammelt und digitalisiert \u201eseit der Unabh\u00e4ngigkeit sowohl in Algerien selbst als auch in der Diaspora produziertes schriftliches, fotografisches und anderes Material,\u201c hei\u00dft es auf der documenta-Website.<\/p>\n<p>Die mediale Berichterstattung ging kaum auf den historischen Kontext dieser Arbeit ein und verwies stattdessen auf die antisemitische Propaganda von j\u00fcdischen Kindermorden. Die Direktorin des Einstein Forums Potsdam, Susan Neiman, machte in ihrer <a href=\"https:\/\/www.kunstforum.de\/artikel\/die-politische-instrumentalisierung-des-antisemitismus\/\">Kritik<\/a> an der \u201eInstrumentalisierung des Antisemitismus-Vorwurfs\u201c darauf aufmerksam, dass in Gaza letztes Jahr 67 Kinder durch israelische Bomben get\u00f6tet wurden. [2] Das Kollektiv antwortete auf die Vorw\u00fcrfe mit einer ausf\u00fchrlichen Kontextualisierung und Positionierung. [3]<\/p>\n<p><strong>Expertengremium best\u00e4tigt \u201eAntisemitismus\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Auch ein wissenschaftliches Expertengremium, das eingesetzt worden war, um die gesamte Ausstellung gr\u00fcndlich auf weitere \u201eantisemitische\u201c Darstellungen zu durchforsten, wurde f\u00fcndig.<\/p>\n<p>Es forderte die Einstellung der Vorf\u00fchrung der propal\u00e4stinensischen \u201eTokyo Reels\u201c, Videos aus den 1970er Jahren. Darin werde erkl\u00e4rt, Israel betreibe einen \u201eGenozid\u201c an den Pal\u00e4stinensern, es werde so mit dem nationalsozialistischen Deutschland und dem Holocaust gleichgesetzt. Das Gremium erkl\u00e4rte, eine Vorf\u00fchrung der Filme sei nur m\u00f6glich, \u201ewenn diese in einer Form kontextualisiert w\u00fcrden, die ihren Propagandacharakter verdeutlicht, ihre antisemitischen Elemente klar benennt und historische Fehldarstellungen korrigiert\u201c.<\/p>\n<p>So rissen die Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe die ganze Ausstellungszeit \u00fcber nicht ab, sondern wurden immer giftiger. Es wurden sogar Forderungen laut, die Ausstellung sofort zu schlie\u00dfen, ihr auf der Stelle und k\u00fcnftig die Gelder zu streichen und dem Staat ein Mitspracherecht einzur\u00e4umen. D.h. nicht die K\u00fcnstler und Kuratoren, sondern die Politik sollte das letzte Wort haben, was gezeigt wird. Das w\u00fcrde darauf hinauslaufen, in Zukunft jede Kunstveranstaltung politisch zu zensieren.<\/p>\n<p>Auch angeblich liberale Medien wie <em>Die Zeit <\/em>und die <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em> distanzierten sich nicht von den Vorw\u00fcrfen, sondern gossen weiteres \u00d6l ins Feuer. Mit den vielf\u00e4ltigen und interessanten Kunstwerken und Projekten der Ausstellung an 32 Orten in Kassel, die zum Teil sogar kostenlos zu sehen waren, besch\u00e4ftigten sich die Mainstreammedien dagegen kaum. Nur auf Arte, in der <em>Berliner Zeitung<\/em>, in den Magazinen <em>Art<\/em> und <em>Kunstforum<\/em> sowie im online <em>Monopol Magazin<\/em> gab es vereinzelte positive Beitr\u00e4ge und etwas differenzierte Kritik.<\/p>\n<p>Einer der perfidesten Vorw\u00fcrfe gegen documenta-K\u00fcnstler und Veranstalter lautete, sie betrieben T\u00e4ter-Opfer-Umkehr. Dabei gelten pauschal alle Israelis, samt ihrer Regierung, als Opfer von Antisemitismus, w\u00e4hrend die Pal\u00e4stinenser und jeder, der sie verteidigt, als T\u00e4ter identifiziert werden.<\/p>\n<p>Andreas Fanizadeh behauptete in der <em>taz<\/em>, BDS habe die documenta \u201egekapert\u201c. \u201eDie Solidarit\u00e4t mit ausgeflippten, k\u00fcnstlerisch unbedeutenden Israelhassern \u2013 die auch nicht \u201adie\u2018 Pal\u00e4stinenser repr\u00e4sentieren \u2013 wurde zum gemeinschaftsstiftenden Band,\u201c schrieb er.<\/p>\n<p>Viele K\u00fcnstler\/innen und Kollektive, darunter Tanja Bruguera aus Kuba, hatten dagegen den Eindruck, dass nicht BDS die documenta gekapert habe, sondern dass die documenta von denen gekapert wurde, die ihr Antisemitismus vorwarfen: \u201ePl\u00f6tzlich mussten wir alle bef\u00fcrchten, als antisemitisch abgestempelt zu werden, weil wir in dieser Ausstellung waren,\u201c erkl\u00e4rte sie in einem Interview mit dem <em>Monopol Magazin<\/em>.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-16.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-16-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12112\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-16-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-16-300x225.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-16-768x576.jpg 768w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/bild.jpeg-16.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption><em>Ruangrupa in der Installation Vietnamese Immigrating Garden von Tuan Mami [Photo by documenta 15 \/ Nicolas Wefers]<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p><a href=\"https:\/\/www.e-flux.com\/notes\/489580\/we-are-angry-we-are-sad-we-are-tired-we-are-united-letter-from-lumbung-community?fbclid=IwAR0tOP_B88PNeuzsNUY83KXPfb3oxb4MbNp9IouL9OUuwVcmuFQBPResF60\">Ruangrupa<\/a> empfand die immer wieder erhobenen Vorw\u00fcrfe zu Recht als Zensur und rassistisch. \u201eWir sind w\u00fctend, wir sind traurig, wir sind m\u00fcde, wir sind vereint. \u2026 Seit Monaten sind wir in den gro\u00dfen Medien, auf der Stra\u00dfe und in unseren R\u00e4umen immer wieder mit Verleumdungen, Dem\u00fctigungen, Vandalismus und Drohungen konfrontiert\u201c, hei\u00dft es in ihrer Stellungnahme vom 10. September, die von vielen anderen Teilnehmern der documenta unterschrieben wurde.<\/p>\n<p>Weiter hei\u00dft es in Ruangrupas Offenem Brief: \u201eIn diesem feindseligen Umfeld waren Akteure mit einer koordinierten Agenda entschlossen, jeden Hinweis auf eine vorweggenommene \u201aSchuld\u2018 zu finden, indem sie jedes kritische Detail in eine vereinfachende antisemitische Lesart verdrehten und dieselbe Anschuldigung immer wieder wiederholten, bis sie als Tatsache akzeptiert wurde.\u201c<\/p>\n<p><strong>Antisemitimus-Vorwurf gegen kritische Kunst<\/strong><\/p>\n<p>Die documenta 15 ist solchen Anfeindungen ausgesetzt, weil sie Fragen der Ungleichheit, der Unterdr\u00fcckung und des Kriegs aufgeworfen und oft eindeutig Stellung bezogen hat.<\/p>\n<p>Immer h\u00e4ufiger wird mit Hilfe des Antisemitismus-Vorwurfs der Versuch gemacht, kritische Stimmen in Journalismus, Kunst und Kultur mundtot zu machen. Zahlreiche Beispiele aus den letzten Jahren zeugen davon: <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/05\/11\/mbem-m11.html\">Ruhrtriennale<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2019\/07\/18\/muse-j18.html\">J\u00fcdisches Museum<\/a> in Berlin, <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2019\/09\/28\/sham-m27.html\">Kamila Shamsie<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/11\/23\/nemi-n23.html\">Nemi Al Hasan<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/10\/16\/20e9-o16.html\">Roger Waters<\/a>, um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Zweifellos gibt es in Deutschland Antisemitismus, aber er kommt in der Regel von rechts. Obwohl der Staat auf dem rechten Auge meist blind ist, weisen die offiziellen Statistiken nach, dass die weit \u00fcberwiegende Zahl der identifizierten T\u00e4ter aus dem rechtsradikalen Lager kommt. Zudem ist erwiesen, dass es enge Verbindungen zwischen Bundeswehr, Polizei, Verfassungsschutz und Rechtsradikalismus gibt. Dagegen ist es offizielle Politik, jeden, der die Besatzungspolitik Israels zu kritisieren wagt, des Antisemitismus zu beschuldigen und nach Zensur zu rufen. Das dient vor allem einer rechten Agenda und nicht der Bek\u00e4mpfung des Antisemitismus.<\/p>\n<p>Dieselben Politiker und Medien, die nicht m\u00fcde werden Antisemitismus zu schreien, wenn es um Kunst oder linke Kritik geht, arbeiten in der Ukraine mit ausgesprochen rechten, profaschistischen Kr\u00e4ften zusammen, wie dem ukrainischen Ex-Botschafter Andrij Melnyk, der den Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera und die antisemitische Mordorganisation OUN als Helden preist, ja sogar den Holocaust verharmlost. Der AfD wurde im Bundestag der rote Teppich ausgerollt, ihr Programm wurde von den Regierungsparteien in der Migrationspolitik in die Tat umgesetzt.<\/p>\n<p>Es ist auch bekannt, dass Israels Regierung gute Beziehungen zu <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2018\/12\/15\/pers-d15.html\">rechtsextremen Kr\u00e4ften pflegt<\/a> und diese zu den Hauptpropagandisten der Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe geh\u00f6ren. Bei der j\u00fcngsten israelischen Parlamentswahl wurde der faschistische Verbund der Religi\u00f6sen Zionisten drittst\u00e4rkste Partei. Sein Wortf\u00fchrer Itamar Ben-Gvir, ein vehementer Rassist, ist als Polizeiminister unter Benjamin Netanjahu im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Susan Neiman weist darauf hin, dass der von CDU\/CSU, SPD, Gr\u00fcnen und FDP 2020 verabschiedete <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/12\/31\/bdse-d31.html\">Bundestagsbeschluss<\/a> gegen die BDS-Kampagne wesentlich auf die Initiative der AfD zur\u00fcckgeht, in deren Reihen sich jede Menge Rechtsradikale, Antisemiten und Rassisten tummeln. Jetzt wurden Forderungen laut, seinen Inhalten Gesetzeskraft zu verleihen, um jede Kritik an der Politik Israels zu kriminalisieren. Im n\u00e4chsten Schritt w\u00fcrde dies dann wohl auch f\u00fcr Kritik an der Kriegspolitik der deutschen Regierung gelten.<\/p>\n<p>So zeigt die Kampagne gegen die documenta 15, wie sich in der deutschen Politik und den Medien unter der falschen Flagge des Kampfs gegen Antisemitismus massive Angriffe auf die Meinungs- und Kunstfreiheit durchsetzen. Wachsender Militarismus und Kriegstreiberei zusammen mit extremer sozialer Ungleichheit k\u00f6nnen offene Kritik, demokratische Rechte und eine freie Kunst nicht mehr dulden.<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>1) <em>Kunstforum<\/em>, Band 283, Sonderband zu documenta 15<\/p>\n<p>2) <em>Kunstforum, Band 284, S. 196ff<\/em><\/p>\n<p>3) <a href=\"https:\/\/documenta-fifteen.de\/lumbung-member-kuenstlerinnen\/archives-des-luttes-des-femmes-en-algerie\/'\">https:\/\/documenta-fifteen.de\/lumbung-member-kuenstlerinnen\/archives-des-luttes-des-femmes-en-algerie\/&#8216;<\/a> <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/11\/11\/\">https:\/\/documenta-fifteen.de\/lumbung-member-kuenstlerinnen\/archives-des-luttes-des-femmes-en-algerie\/<\/a><\/p>\n<p><em>#Bild: Taring Padi, &#8222;The Flame of Solidarity: First they came for them, then they came for us&#8220;, Installationsansicht, Hallenbad Ost [Photo by documenta 15 \/ Frank Sperling]<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2022\/11\/11\/docu-n11.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 10. November 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sybille Fuchs &amp; Franci Vier. Am 25. September ging in Kassel nach hundert Tagen die documenta 15 zu Ende. 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