{"id":12118,"date":"2022-11-11T18:09:24","date_gmt":"2022-11-11T16:09:24","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12118"},"modified":"2022-11-11T18:09:26","modified_gmt":"2022-11-11T16:09:26","slug":"streiks-in-griechenland-gegen-teuerung-armut-und-kriegsbeteiligung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12118","title":{"rendered":"Streiks in Griechenland gegen Teuerung, Armut und Kriegsbeteiligung"},"content":{"rendered":"<p><em>Dossier.<\/em><strong> Auch in Griechenland <\/strong><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=195936\"><strong>nehmen die Proteste gegen die Energiekrise zu<\/strong><\/a><strong>. Laut der ITUC und Stand Juli 2022 m\u00fcssen die unteren Einkommensgruppen des Landes 54 Tage arbeiten, allein um die steigenden Energiepreise zu zahlen. Auch der Mindestlohn ist zum ersten Mal seit Jahren im Vergleich zu den steigenden Preisen gesunken. Derweil arbeiten immer mehr Menschen<\/strong><!--more--> <strong>in \u00dcberstunden, um die Kosten tragen zu k\u00f6nnen. Am 16. September begannen die Mobilisierungen und der erste Aufruf zum Generalstreik der Gewerkschaftsdachverb\u00e4nde der \u00f6ffentlichen und privaten Sektoren sowie der Gewerkschafter:innenplatform PAME. Sie rufen f\u00fcr den 9. November zum Generalstreik auf. Wir verfolgen die Ereignisse und danken den Zuschriften und Recherchen!<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>VIOME, Taxis, Kunst, Tanz, Studierende, albanische Migrant:innen u.a.: Gemeinsam auf der Stra\u00dfe beim Generalstreik am 9. November gegen die Regierungspolitik der Teuerung <\/strong>Ein bebilderter und lesenswerter <a href=\"https:\/\/twitter.com\/karanfilli_adam\/status\/1590777422055702528\">Thread von \u039d\u03af\u03ba\u03bf\u03c2 vom 10. November 2022<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>: <em>\u201eTausende sind gestern in Griechenland in den Generalstreik getreten. Ich habe in diesem Thread einige interessante Eindr\u00fccke zusammengestellt: Das Hochbanner bringt zentrale Themen des Streiks auf den Punkt: \u201eSchluss mit der Regierungspolitik der Teuerung, der Armut und der Kriegsbeteiligung!\u201c Eine wichtige Rolle beim Aufruf zum Streik hat die PAME gespielt. Das ist eine Plattform in der Gewerkschaftsbewegung, die der KKE nahesteht (KKE = Kommunistische Partei Griechenlands). Die Besch\u00e4ftigten von einigen Betrieben hatten in den vergangenen Monaten bereits harte K\u00e4mpfe und haben ihre betrieblichen Themen auf die Demos getragen. Hier sind beispielsweise die Besch\u00e4ftigten des Retsina-Herstellers Malamatinas, die gegen Entlassungen k\u00e4mpfen. Besch\u00e4ftigte im gr. Gesundheitswesen haben h\u00e4ufig ein Gehalt von unter 1.000 Euro monatlich.<br \/>\n<strong>Hier fordern Fach\u00e4rzte:<br \/>\n<\/strong>\u201eGesundheit \u00f6ffentlich und kostenlos f\u00fcr alle!<br \/>\nKeine K\u00fcndigungen, dauerhafte Einstellungen!<br \/>\nNein zur Missachtung der psychischen Gesundheit!\u201c<br \/>\nDie aktuelle Krise ist ein einziger Ausdruck vom Konflikt zwischen Kapitalismus und einem guten Leben: \u201eSollen ihre Gewinne (ein)frieren \u2013 und nicht wir! Raus mit Privatunternehmen und B\u00f6rsen aus Bildung, Gesundheit, Strom und Wasser!\u201c<br \/>\n<strong>Und auch Bahn-Besch\u00e4ftigte sagen:<br \/>\n<\/strong>\u201eWir widersetzen uns dem Ausverkauf des \u00f6ffentlichen Verm\u00f6gens!\u201c Hier sind Bauarbeiter. Sie haben im April bereits Lohnerh\u00f6hungen von bis zu 38,4% erk\u00e4mpft (im Branchentarifvertrag). \u201eNein zur Abschaffung des 8-Stunden-Arbeitstages!\u201c Die Kolleg:innen beziehen sich auf eine Reform des Arbeitsrechts aus 2021, die ein erster Schritt seitens der politischen Vertreter des Kapitals war, den 8-Stunden-Arbeitstag aufzuweichen.<br \/>\n<strong>VIOME<\/strong> ist eine Seifenfabrik, die die Besch\u00e4ftigten nach der Insolvenz der Kapitalistin \u00fcbernommen haben. Die Arbeiter:innen rufen ihre Kolleg:innen in anderen Berieben auf zur \u201eBesetzung der Produktionsmittel\u201c \u2013 statt kapitalistischer Kapitalanh\u00e4ufung.<br \/>\nKunstschaffende organisieren sich in Griechenland viel h\u00e4ufiger gewerkschaftlich als in Deutschland. Hier ist die Gewerkschaft der griechischen Schauspieler.<br \/>\n\u201eKeine:r allein!<br \/>\nTarifvertr\u00e4ge \u00fcberall!\u201c<br \/>\nUnd Schauspiel-Studierende mit einem starken Brecht-Zitat: \u201eWie soll ich gut sein, wo alles so teuer ist?\u201c (aus \u201eDer gute Mensch von Sezuan\u201c)<br \/>\nGewerkschaft der T\u00e4nzer:innen \u201eUnsere Kunst auf die Stra\u00dfe! Die Solidarit\u00e4t ist unsere Waffe!\u201c Auch eine ganze Reihe von Musiker:innen hat sich beteiligt. Allgemein gibt es in Griechenland eine starke linksorientierte politische Kultur.<br \/>\n\u201eDieser Streik ist auch unserer\u201c, sagen <strong>albanische Migrant:innen<\/strong> und Unterst\u00fctzer:innen. Sie fordern Arbeitsrechte, Rente und Staatsangeh\u00f6rigkeit.<br \/>\nPAME hat internationalen Besuch bekommen \u2013 u.a. aus S\u00fcdafrika, Frankreich, Italien. Die Gewerkschaften sind auch im WFTU organisiert (WFTU = World Federation of Trade Unions). Es gab auch breite Unterst\u00fctzung von Studierenden f\u00fcr den Generalstreik. Die Studierenden greifen auf diesem Banner sowohl die soziale Lage und das Arbeitsrecht auf als auch die Verschlechterung ihrer Lage an den Universit\u00e4ten, die die rechte Regierung vorantreibt. \u201eNieder mit der Regierung!\u201c Ich hoffe, der Generalstreik unserer Kolleg:innen in Griechenland motiviert uns, uns auch mehr in Betrieben und Gewerkschaften zu engagieren.<br \/>\nWenn wir diese Welt ver\u00e4ndern wollen, brauchen wir eine k\u00e4mpferische Arbeiter:innenbewegung. Viele Gr\u00fc\u00dfe noch von der <strong>Taxifahrer-Gewerkschaft<\/strong>!\u201c <\/em>Siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gro\u00dfer Erfolg des Generalstreiks in Griechenland am 9. November<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Der Generalstreik vom 9. November in Griechenland war ein gro\u00dfer Erfolg. Ersten Sch\u00e4tzungen zufolge handelt es sich um eine der massivsten und erfolgreichsten Streikaktionen der letzten Jahre. Keine Metro funktionierte, kein Bus, kein Schiff fuhr. Das Zentrum von Athen wurde \u00fcberflutet. Riesige Beteiligung an den Streikkundgebungen. (\u2026) Von Athen aus sandten die Arbeiter ihre Solidarit\u00e4t an die Arbeiter in Belgien und Frankreich, die sich ebenfalls im Streik befinden. Gleichzeitig wurden Dutzende von Solidarit\u00e4tsbekundungen und -aktionen von Gewerkschaften aus der ganzen Welt angek\u00fcndigt und k\u00e4mpferisch begr\u00fc\u00dft. Massive und k\u00e4mpferische Streikkundgebungen fanden auch in der Umgebung von Athen statt, im Hafen von Pir\u00e4us, in Lavrio in der N\u00e4he des internationalen Flughafens und in anderen Gebieten mit massiver Beteiligung. In ganz Griechenland finden Streikkundgebungen in mehr als 60 St\u00e4dten statt<\/em>\u2026\u201c engl. <a href=\"https:\/\/pamehellas.gr\/pame-statement-on-the-success-of-november-9-general-strike\">PAME Statement on the Success of November 9 General Strike<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>mit Videos und Fotos<\/p>\n<ul>\n<li>\u201e<em>Regen von Molot*v-Cocktails vor dem Parlament in Athen. Zehntausende demonstrieren in ganz Griechenland im Generalstreik gegen steigende Preise<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AnonymeCitoyen\/status\/1590326635412484103\">Tweet von Anonyme Citoyen<\/a> mit Video<\/li>\n<li>\u201e<em>Zehntausende von Menschen haben sich 24 Stunden #GeneralStrike in #Greece gegen steigende Preise und Inflation, Energiekrise, Krieg, schlechte Arbeitsbedingungen und bankrotte Regierungen angeschlossen. Hier regnet ein schwarzer Block Feuer auf die Polizei<\/em>.\u201c <a href=\"https:\/\/twitter.com\/illwilleditions\/status\/1590386692800016384\">Thread von Ill Will<\/a> mit Video<\/li>\n<li>Siehe f\u00fcr weitere #\u0391\u03c0\u03b5\u03c1\u03b3\u03b9\u03b1_9\u039d\u03bf\u03b5\u03bc\u03b2\u03c1\u03b7<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Generalstreik am 9. November: Streikkundgebungen in 61 St\u00e4dten in ganz Griechenland angek\u00fcndigt<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Die Vorbereitungen und der Aufruf zum landesweiten Generalstreik am 9. November gehen weiter und eskalieren. F\u00fcr den 9. November wurden bisher in 61 St\u00e4dten in ganz Griechenland Streikkundgebungen angek\u00fcndigt<\/em>\u2026\u201c engl. <a href=\"https:\/\/pamehellas.gr\/greece-national-general-strike-november-9\">Info-Seite der Pame<\/a> mit der Liste der Aktionen, siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/pamehellas.gr\/greece-general-strike-november-9-videos\">Mobivideos<\/a> bei Pame<\/li>\n<li>Bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/PAME_Greece\">PAME Greece International auf Twitter<\/a> gibt es u.a. auch internationale Soli-Bekundungen mit den Streik, auch aus Deutschland<\/li>\n<li>Siehe f\u00fcr Aktuelles #GreeceGeneralStrike und #GeneralStrikeNov9<\/li>\n<li>Aufrufe gibt es hier weiter unten<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Streik in Pir\u00e4us am 25. Oktober \u2013 im Vorfeld des landesweiten Generalstreiks am 9. November hat in Griechenland eine Welle von Streiks gegen Privatisierung und Lebenshaltungskostenkrise begonnen <\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Streik in Pir\u00e4us am 25. Oktober<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>In Pir\u00e4us haben eine Reihe von Gewerkschaften Streikbeschl\u00fcsse f\u00fcr den 25. Oktober gefasst. Insbesondere die Seeleute, die Hafenarbeiter von COSCO, die Metallarbeiter und die Werftarbeiter der Schiffbauzone koordinieren ihre militanten Aktionen und bereiten sich darauf vor, den Hafen von Pir\u00e4us am Dienstag, den 25. Oktober, \u201eeinzufrieren\u201c. Der Streik und die Mobilisierungen, die von den Branchengewerkschaften dieser Sektoren organisiert werden, konzentrieren sich auf Forderungen und Anspr\u00fcche, die f\u00fcr die Arbeiter von besonderer Bedeutung sind, w\u00e4hrend sie eine wichtige k\u00e4mpferische Station auf dem Weg zum nationalen Generalstreik am 9. November darstellen. F\u00fcr die Besch\u00e4ftigten im Seeverkehr beteiligt sich neben den Gewerkschaften PEMEN, PENEN, PEATHEN, \u201eSTEPHENSON\u201c und PEEMAGEN auch die Gewerkschaft PEPPN (Schlepper) mit einem 24-st\u00fcndigen landesweiten Streik am selben Tag an dem Streik. Dar\u00fcber hinaus bereiten weitere Sektoren und Regionen eigene militante Aktionen vor, die sich t\u00e4glich auf den landesweiten Generalstreik am 9. November ausweiten<\/em>.\u201c Maschinen\u00fcbersetzung der engl. <a href=\"https:\/\/pamehellas.gr\/piraeus-goes-on-strike-october-25\">Meldung vom 21.10.22 bei PAME<\/a> (\u201ePiraeus Goes On Strike October 25\u201c)<\/li>\n<li><strong>Griechenland: Gro\u00dfe Mobilisierung f\u00fcr den Generalstreik am 9. November<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Gewerkschaften, politische Parteien, kirchliche und b\u00e4uerliche Organisationen und hunderte Initiativen mobilisieren zum Generalstreik am 9. November 2022 in alle St\u00e4dte Griechenlands. Unverfroren sagt Ministerpr\u00e4sident Mitsotakis, dass wir uns auf einen schwierigen Winter einstellen sollen: \u201eDer Stromverbrauch liegt in eurer eigenen Verantwortung.\u201c Sein ehemaliger Regierungssprecher Bletsas sagte schamlos: \u201eWer sich nicht anpasst, stirbt.\u201c 2022 wurden \u00fcber 320.000 Sperrverf\u00fcgungen erlassen, von denen ein Drittel umgesetzt wurde. Das hei\u00dft, etwa 100.000 Haushalten wurde der Strom abgestellt, weil sie ihn sich nicht leisten k\u00f6nnen! Sie leben im Dunkeln. Sie drohen, dass sie die Heizung der Schulen und Kinderg\u00e4rten abstellen werden. Die gleiche Politik verfolgt die Stadtverwaltung, die die Erh\u00f6hungen f\u00fcr sportliche und kulturelle Aktivit\u00e4ten fortsetzt, die Geb\u00fchren erh\u00f6ht, Einrichtungen schlie\u00dft. Die Menschen k\u00f6nnen das Heiz\u00f6l, die Pellets nicht bezahlen. Die Regierung beklagt sich, dass die W\u00e4lder und die B\u00e4ume in den Parks von den Menschen abgeholzt werden. (\u2026)\u00a0 Fast jedes Wochenende fanden in vielen St\u00e4dten Massendemonstrationen statt, auf denen f\u00fcr den Generalstreik mobilisiert wurde. Auch gegen den Krieg fand eine Demonstration in Hania auf Kreta statt gegen das Anlegen des atomgetriebenen Flugzeugtr\u00e4gers aus den USA. Mehrere undert Menschen, vor allem Jugendliche, trugen Transparente mit der Aufschrift: \u201eIhr seid hier unerw\u00fcnscht. US-Imperialismus raus aus Griechenland.\u201c\u00a0 \u201eOXI! Nur wenn wir uns anpassen, sterben wir. Wir bezahlen euren Krieg nicht.\u201c So lautet die Botschaft auf vielen Transparenten und in vielen Reden. Anpassen hei\u00dft, wir sollen Preissteigerungen von 30 Prozent f\u00fcr Fleisch hinnehmen, f\u00fcr Sonnenblumen\u00f6l 125% und 100% f\u00fcr Strom. Wir sollen hinnehmen, f\u00fcr Zucker 33 Prozent mehr zu bezahlen und f\u00fcr Milch + 24 Prozent. F\u00fcr Erfrischungs- und andere Getr\u00e4nke bis zu 35 Prozent mehr. \u201eOXI! Wir passen uns nicht an! Wir k\u00e4mpfen, um zu leben und zu siegen\u201c, lautet die Botschaft auf den Transparenten der Gewerkschaften, Rentner und Massenorganisationen. Die Cosco-, die Larko- und die Malamatina Besch\u00e4ftigen wollen sich geschlossen am Generalstreik beteiligen<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.rf-news.de\/2022\/kw41\/grosse-mobilisierung-fuer-den-generealstreik-am-9-november\">Beitrag von Iordanis Georgiou am 13.10.2022 in den Rote-Fahne-News<\/a><\/li>\n<li><strong>Griechische Arbeiterklasse verst\u00e4rkt ihre Proteste gegen Verfolgung, Privatisierung und Lebenshaltungskostenkrise<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Griechenland befindet sich in einer akuten Lebenskostenkrise, da die Arbeitgeber mit Unterst\u00fctzung der konservativen Regierung der Neuen Demokratie (ND) unerbittlich gegen die Arbeitnehmer vorgehen.<br \/>\nIn ganz Griechenland haben Teile der Arbeiterklasse ihre Proteste gegen den Abbau von Arbeitspl\u00e4tzen und die Verfolgung von Arbeitnehmern durch Arbeitgeber und den Staat verst\u00e4rkt. Am Sonntag, den 9. Oktober, wurde ein Konzert des Panhellenischen Musikverbandes auf dem Th. Malerdou-Platz in der Stadt Larymna ein Konzert in Solidarit\u00e4t mit den Besch\u00e4ftigten des staatlichen Bergbau- und Metallurgieunternehmens (LARCO), die gegen die Privatisierung des Unternehmens k\u00e4mpfen und seine Wiederer\u00f6ffnung und vollst\u00e4ndige Betriebsbereitschaft fordern. Am 7. Oktober hatten die Gewerkschaften in Thessaloniki eine Gro\u00dfdemonstration in Solidarit\u00e4t mit den verfolgten Arbeitern der Weinkellerei Malamatina und der Goldminen von Hellas organisiert. Unterdessen verurteilte die Militante Arbeiterfront (PAME) den Versuch der von der konservativen Neuen Demokratie (ND) gef\u00fchrten Regierung, die Vorsitzende der Vereinigung der Krankenhaus\u00e4rzte Griechenlands (OENGE), Afroditi Retziou, wegen der Organisation von Protesten im Gesundheitssektor zu verfolgen. Teile der Arbeiterklasse haben f\u00fcr den 9. November zu einem Generalstreik aufgerufen und fordern Lohn- und Rentenerh\u00f6hungen, Tarifvertr\u00e4ge und konkrete Ma\u00dfnahmen zur Bew\u00e4ltigung der Lebenshaltungskostenkrise. Die Arbeiterklasse in Griechenland k\u00e4mpft gegen die Regierung wegen ihrer arbeitgeberfreundlichen und arbeitnehmerfeindlichen Politik. Im Zuge der von Arbeitsminister Kostis Hatzidakis eingef\u00fchrten Arbeitsreformen haben die Arbeitgeber in vielen Teilen des Landes Besch\u00e4ftigte verfolgt, die sich an K\u00e4mpfen und gewerkschaftlicher Organisierung beteiligen. Mehrere Besch\u00e4ftigte der Weinkellerei Malamatina in Thessaloniki, die einen militanten Streik f\u00fcr einen Tarifvertrag f\u00fchren, wurden von der Betriebsleitung entlassen. Die Besch\u00e4ftigten von LARCO wehren sich seit drei Jahren gegen das Vorhaben der Regierung, das Unternehmen zu privatisieren. Angesichts der durch den russisch-ukrainischen Krieg ausgel\u00f6sten Krise der Lebenshaltungskosten k\u00e4mpfen Teile der Arbeiterklasse nun darum, \u00fcber die Runden zu kommen. Mit Blick auf den Generalstreik am 9. November erkl\u00e4rte PAME: \u201eHinter jedem Arbeitsproblem und jeder Sackgasse, hinter Armut, Unterdr\u00fcckung, Versteigerungen und Krieg steht die gleiche, unver\u00e4nderte Ursache. Es ist der unstillbare Durst nach Profit der Konzerne! Deshalb sch\u00fctzen sie die Rentabilit\u00e4t der Energie-Schwarzh\u00e4ndler und verst\u00e4rken und intensivieren gleichzeitig Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung.\u201c<br \/>\nPAME hat die Regierung aufgefordert, den Mindestlohn in der Privatwirtschaft auf 825 Euro (802,48 USD) pro Monat anzuheben und im \u00f6ffentlichen Sektor eine Erh\u00f6hung um 20 % vorzunehmen. Die PAME hat auch eine Reihe von Vorschl\u00e4gen zur Bew\u00e4ltigung der Lebenshaltungskostenkrise unterbreitet, darunter (1) Senkung und Begrenzung der Strom- und Gaspreise; (2) Abschaffung der Verbrauchs- und Mehrwertsteuer auf \u00d6l, Benzin, Erdgas und Strom; (3) Senkung und Begrenzung der Preise f\u00fcr grundlegende Konsumg\u00fcter wie Lebensmittel (z. B. Milch, Mehl, \u00d6le, Fette), Kleidung usw. (4) Festlegung niedrigerer Garantiepreise f\u00fcr landwirtschaftliche Erzeugnisse und Ma\u00dfnahmen zur Senkung der Produktionskosten; (5) Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundbedarfsartikel des allgemeinen \u00f6ffentlichen Verbrauchs; (6) erschwingliche und angemessene Strom-, Wasser- und Telefonversorgung f\u00fcr Haushalte der Arbeiterklasse; (7) Schuldenerlass f\u00fcr Haushalte der Arbeiterklasse und Freiberufler; (8) Ausweitung der Kriterien f\u00fcr die Aufnahme in den Tarif f\u00fcr Sozialwohnungen und die Heizungszulage, Anhebung des Kriteriums f\u00fcr das Familieneinkommen auf 30.000 Euro (29.181 USD); (9) Wiedereinf\u00fchrung von Freifahrten im \u00f6ffentlichen Nahverkehr f\u00fcr Arbeitnehmer zu Beginn und am Ende der Schicht, Senkung des Fahrpreises im \u00f6ffentlichen Nahverkehr um 50 %; (10) kostenlose Bef\u00f6rderung f\u00fcr Sch\u00fcler, Studenten, Arbeitslose, Menschen mit Behinderungen und Rentner; und (11) Mietzuschuss f\u00fcr Arbeiterhaushalte, Studenten und kleine Unternehmen, Ausweitung der Aufnahmekriterien und Erh\u00f6hung des Zuschusses, unter anderem<\/em>.\u201c Maschinen\u00fcbersetzung des engl. <a href=\"https:\/\/peoplesdispatch.org\/2022\/10\/12\/greek-working-class-intensifies-protests-against-persecution-privatization-and-cost-of-living-crisis\/\">Beitrags vom 12.10.2022 bei Peoples Dispatch<\/a> (\u201eGreek working class intensifies protests against persecution, privatization, and cost of living crisis\u201c)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Die KKE Gewerkschaftsplattform PAME ruft f\u00fcr den 9. November 2022 zum Generalstreik gegen steigende Lebenserhaltungskosten auf<br \/>\n<\/strong><em>\u201e\u2026 Alle zum GENERALSTREIK am 9. November! (\u2026) Wir lassen nicht zu, dass die Rechnungen in die H\u00f6he schie\u00dfen und der Stress des \u00dcberlebens uns erdr\u00fcckt! Wir befinden uns jetzt in einem Konflikt mit den Wirtschaftsgruppen, der Regierung, der EU und den und alle Institutionen des Ausbeutungssystems, die modernen Kr\u00e4hen, die die zur Anpassung an Armut, Hunger, K\u00e4lte und schlie\u00dflich den Tod aufrufen! (\u2026) Bald werden sie uns Lebensmittelgutscheine f\u00fcrs Leben geben. Gleichzeitig haben 7 von 10 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehrere Lebensmittel weggelassen, 47% glauben, dass sie im Winter aufgrund der hohen Preise und der j\u00e4hrlichen Kosten nur schwer \u00fcber die Runden kommen werden. (\u2026) Unter diesen Bedingungen machen 39% der Besch\u00e4ftigten \u00dcberstunden davon geben 48% an, dass sie mehr als 7 Stunden pro Woche \u00dcberstunden machen. Die 49% geben an, dass sie f\u00fcr ihre \u00dcberstunden nicht bezahlt werden (\u2026)<br \/>\nEine vollst\u00e4ndige Senkung und Deckelung der Strom- und Benzinpreise und der Preis f\u00fcr Erdgas.<br \/>\nAbschaffung der Sonderverbrauchssteuer und der Mehrwertsteuer auf \u00d6l,<br \/>\nDie Abschaffung der Mehrwertsteuer auf \u00d6l und Benzin, Benzin, Erdgas und Strom.<br \/>\nGesamtsenkung und eine Obergrenze f\u00fcr die Preise von Grundbedarfsg\u00fctern<br \/>\neine Preissenkung und eine Preisobergrenze f\u00fcr grundlegende Verbrauchsg\u00fcter wie Lebensmittel (z. B. Milch, Mehl, \u00d6le, Fette), Kleidung und so weiter.<br \/>\nFestsetzung von garantierten Mindestpreisen f\u00fcr landwirtschaftliche Erzeugnisse und Ma\u00dfnahmen<br \/>\nMa\u00dfnahmen zur Senkung der Produktionskosten<br \/>\nAbschaffung der Mehrwertsteuer auf grundlegende Konsumg\u00fcter.<br \/>\nKein funktionierendes und beliebtes Haus ohne Strom, Wasser, Telefon\u2026\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/pamehellas.gr\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/panergatiki_15_Web_NEW.pdf\">PAME \u2013 Monatszeitung September 2022, S.2 und S.4-5<\/a> (gr. \u2013 Maschinen\u00fcbersetzung).<\/li>\n<li><strong>Am 16. September 2022 beginnen die griechischen Gewerkschaftsverb\u00e4nde im \u00f6ffentlichen und privaten Sektor f\u00fcr den 9. November zu mobilisieren<\/strong>\n<ul>\n<li>Der Dachverband der Gewerkschaften in der privaten Wirtschaft hat am 16. September zum 24-st\u00fcndigen Generalstreik am 9. November aufgerufen. Aus dem <a href=\"https:\/\/gsee.gr\/deltia-typou\/24ori-panelladiki-apergia-tetarti-9-noemvriou\/\">Aufruf der GSEE vom 16. September 2022<\/a> (gr.): <em>\u201e\u2026 Der Bund (G.S.E.E.) wird den Kampf fortsetzen, um die Bedingungen des Arbeitsdschungels nicht zu versch\u00e4rfen, unter denen die Arbeitnehmer bereits leiden, die nach den Belastungen durch die Memoranden, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie nun auf ihrem R\u00fccken tragen und die Kosten f\u00fcr die Teuerung, die in vielen F\u00e4llen starke Merkmale der obsz\u00f6ner Profitmacherei enth\u00e4lt\u2026\u201c<\/em><\/li>\n<li>Auch der <a href=\"https:\/\/adedy.gr\/dt-geniki-apergia-tet-9-11-22-16092022\/\">Verband der \u00f6ffentlichen Besch\u00e4ftigten hat am 16. September 2022<\/a> (gr.) zum Streik aufgerufen. Der Titel ist: <em>\u201eEs reicht! Wir ertragen es nicht mehr! Erh\u00f6hungen jetzt f\u00fcr unsere L\u00f6hne, damit wir in W\u00fcrde leben!\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Der Mindestlohn ist 2022 im dritten Quartal gesunken<br \/>\n<\/strong>In Griechenland sank der Mindestlohn um 1,9% \u2013 <em>\u201e\u2026 Die L\u00f6hne der am schlechtesten bezahlten Arbeitenden in Europa sind in diesem Jahr um bis zu 19 Prozent gesunken. Das ist der gr\u00f6\u00dfte R\u00fcckgang der realen Mindestl\u00f6hne in diesem Jahrhundert, wie eine EGB-Analyse von Eurostat-Daten ergeben hat. In den 21 EU-L\u00e4ndern, in denen es einen gesetzlichen Mindestlohn gibt, ist er im letzten Jahr um durchschnittlich 7,6 % gestiegen. In denselben L\u00e4ndern ist die Inflationsrate jedoch um durchschnittlich 12,4 % gestiegen. Das bedeutet, dass der reale Wert der gesetzlichen Mindestl\u00f6hne im Durchschnitt um 4,8 % gesunken ist, so dass Millionen von Arbeitenden sich die grundlegendsten Lebenshaltungskosten wie Lebensmittel, Miete und Energie nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Es ist erst das zweite Mal seit dem Jahr 2000, dass das Wachstum der realen Mindestl\u00f6hne unter Null gefallen ist, und diese Senkung ist deutlich h\u00f6her \u2013 auf dem H\u00f6hepunkt der Sparma\u00dfnahmen im Jahr 2012 betrug das reale Mindestlohnwachstum -0,7 %.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/www.etuc.org\/en\/pressrelease\/record-fall-value-statutory-minimum-wages\">Pressemitteilung der ETUC vom 14. September 2022<\/a> (\u201eRecord fall in value of statutory minimum wages\u201c).<\/li>\n<li><strong>Kolleg:innen in Griechenland m\u00fcssen bei einem Durchschnittsgehalt 54 Tage arbeiten, nur um durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Energiekosten zu bezahlen<br \/>\n<\/strong><em>\u201eDie durchschnittliche j\u00e4hrliche Energierechnung \u00fcbersteigt in den meisten EU-Mitgliedsstaaten mittlerweile einen Monatslohn f\u00fcr geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte, wie eine Analyse des Europ\u00e4ischen Gewerkschaftsbundes (EGB) zeigt. Etwa 9,5 Millionen Erwerbst\u00e4tige hatten bereits vor Beginn der Lebenshaltungskostenkrise Schwierigkeiten, ihre Energierechnungen zu bezahlen. Bis Juli dieses Jahres sind die Kosten f\u00fcr Gas und Strom in ganz Europa im Vergleich zum Vorjahr um 38 % gestiegen und die Kosten steigen weiter [Stand Juli 2022]. (\u2026) In vier L\u00e4ndern \u2013 der Slowakei, Griechenland, Tschechien und Italien \u2013 betr\u00e4gt die durchschnittliche j\u00e4hrliche Energierechnung inzwischen mehr als ein Monatsgehalt f\u00fcr einen durchschnittlich verdienenden Arbeitenden\u2026\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/etuc.org\/en\/pressrelease\/energy-now-costs-months-wages-low-paid\">Pressemitteilung der ETUC vom 6. September 2022<\/a> (\u201eEnergy now costs month\u2019s wages for low paid\u201d).<\/li>\n<li><strong>Siehe zum Hintergrund im LabourNet Germany: <\/strong>\n<ul>\n<li>Dossier: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=195936\">Steigende Energiepreise sorgen f\u00fcr Unternehmenspleiten und Preisschock f\u00fcr griechische Verbraucher<\/a><\/li>\n<li>April 2022: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=199463\">Landesweiter Generalstreik in Griechenland gegen Teuerung und gegen den Krieg in der Ukraine am 6. April 2022<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>#Bild: Das Hochbanner bringt zentrale Themen des Streiks auf den Punkt: &#8222;Schluss mit der Regierungspolitik der Teuerung, der Armut und der Kriegsbeteiligung!&#8220;. <\/em><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/twitter.com\/karanfilli_adam\/status\/1590777422055702528\"><em>https:\/\/twitter.com\/karanfilli_adam\/status\/1590777422055702528<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/griechenland\/arbeitskaempfe-griechenland\/kolleginnen-in-griechenland-gegen-die-energie-krise-streiks-und-proteste-um-in-wuerde-zu-leben\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a> <em>vom 11. November 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dossier. Auch in Griechenland nehmen die Proteste gegen die Energiekrise zu. Laut der ITUC und Stand Juli 2022 m\u00fcssen die unteren Einkommensgruppen des Landes 54 Tage arbeiten, allein um die steigenden Energiepreise zu zahlen. Auch &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12119,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[25,87,43,18,22,17],"class_list":["post-12118","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitswelt","tag-griechenland","tag-imperialismus","tag-politische-oekonomie","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12118","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12118"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12118\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12120,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12118\/revisions\/12120"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}