{"id":12128,"date":"2022-11-14T13:29:37","date_gmt":"2022-11-14T11:29:37","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12128"},"modified":"2022-11-14T13:29:38","modified_gmt":"2022-11-14T11:29:38","slug":"kritik-an-der-russischen-aussenpolitik-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12128","title":{"rendered":"Kritik an der russischen Au\u00dfenpolitik in Russland"},"content":{"rendered":"<p><em>Thomas R\u00f6per.<\/em><strong> Auf einem gro\u00dfen russischen Portal ist eine Analyse erschienen, die mit der russischen Au\u00dfenpolitik hart ins Gericht geht. Um zu zeigen, wie die politischen Diskussionen in Russland derzeit laufen, habe ich den Artikel \u00fcbersetzt.<\/strong><\/p>\n<p>Die Legende der westlichen Medien, in Russland herrsche strenge Zensur <!--more-->und jede Kritik an der russischen Regierung sei verboten, war und ist Unsinn. Das erlebt man gerade in den letzten Wochen, in denen auf russischen Portalen und in russischen Zeitungen \u00f6ffentlich \u00fcber die russische Politik diskutiert und gestritten wird. In der Tat sind dabei pro-westliche Wortmeldungen die Ausnahme, denn dass der Westen Russland <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2022\/gemaess-voelkerrecht-ist-deutschland-im-krieg-mit-russland\/\">de facto den Krieg erkl\u00e4rt<\/a> hat und Russlands Wirtschaft (und sogar <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2022\/wollen-die-usa-russland-als-staat-zerschlagen\/\">den russischen Staat selbst)<\/a> zerschlagen will, wurde in Russland l\u00e4ngst registriert. Daher sind pro-westliche Positionen in Russland unhaltbar geworden, denn auch f\u00fcr die Kritiker der russischen Regierung gilt, dass sie nicht gegen Russland selbst sind und die Zerschlagung der russischen Wirtschaft (der gar des Staates) nicht wollen.<\/p>\n<p>Daher sind die Kritiker der russischen Regierung, die sich derzeit zu Wort melden, meistens Vertreter einer noch h\u00e4rteren Linie gegen\u00fcber dem Westen. Das habe ich vor einigen Wochen bereits in einem anderen Zusammenhang <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2022\/hoffnungen-auf-einen-sturz-putins-zeugen-von-unwissenheit-ueber-russland\/\">thematisiert<\/a>.<\/p>\n<p>Als Beispiel daf\u00fcr, wie die Kritiker der russischen Politik argumentieren, habe ich eine <a href=\"https:\/\/nvo.ng.ru\/nvo\/2022-11-10\/1_1213_friends.html\">Analyse<\/a> \u00fcbersetzt, die bei einem Ableger der Novaja Gazeta, einer der gr\u00f6\u00dften russischen Zeitungen, erschienen ist.<\/p>\n<p><strong>Beginn der \u00dcbersetzung:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Russland hat keine Freunde<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die russische Au\u00dfenpolitik vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise<\/strong><\/p>\n<p>Seit M\u00e4rz 2014 versucht der Westen, uns in einen \u201eSchurkenstaat\u201c zu verwandeln. In diesem Jahr sind diese Versuche sehr hysterisch geworden. Ein sichtbares Ergebnis gibt es, gelinde ausgedr\u00fcckt, nicht. Au\u00dfer dem \u201ekollektiven Westen\u201c selbst (auch \u201eWeltgemeinschaft\u201c oder \u201ezivilisierte Welt\u201c genannt) hat niemand vor, die Beziehungen zu uns abzubrechen.<\/p>\n<p><strong>DIE BLOCKADE IST GESCHEITERT<\/strong><\/p>\n<p>Im Vergleich zu 2014 gelang es dem Westen nur, S\u00fcdkorea und Singapur den Sanktionen \u201ezu unterwerfen\u201c. Dabei leidet Seoul darunter und erkl\u00e4rt st\u00e4ndig, dass es bereit ist, die Beziehungen zu Moskau wiederherzustellen, sobald die Kampfhandlungen beendet sind. So traditionelle Bollwerke der Russophobie, wie die Monarchien am Persischen Golf, haben ihre Beziehungen zu Russland sogar verbessert.<\/p>\n<p>In den Beziehungen zu den L\u00e4ndern S\u00fcdostasiens, Afrikas und Lateinamerikas gibt es keine Probleme. Sie alle sind sich der kolossalen Heuchelei und Doppelmoral des Westens sehr wohl bewusst. Au\u00dferdem erinnern sie sich sehr gut daran, wie der Westen seine Kolonialreiche aufgebaut und ihre L\u00e4nder ausgeraubt hat. Etwas, das Russland in seiner gesamten Geschichte noch nie getan hat.<\/p>\n<p>Unsere Beziehungen zum Westen sind heute sogar viel schlechter als auf dem H\u00f6hepunkt des Kalten Krieges. Eine Chance auf Besserung gibt es unter keinem m\u00f6glichen Szenario in der Ukraine. Man wird uns entweder vollst\u00e4ndig vernichten oder heftig hassen und versuchen, uns so weit wie m\u00f6glich zu isolieren und von innen heraus zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>DIE TOTALIT\u00c4RE SEKTE<\/strong><\/p>\n<p>Aber sehr viele Menschen verstehen das nicht. Selbst patriotisch gesinnte Menschen denken oft, dass es eines Tages (vielleicht sogar bald) wieder so sein wird wie fr\u00fcher. Nein, es wird NIE WIEDER so werden wie fr\u00fcher. Es wird keine Urlaubsreisen oder wissenschaftlichen Besuche geben, unsere Sportler werden auf absehbare Zeit an keinen internationalen Wettk\u00e4mpfen teilnehmen, business \u0430s usual wird es weder im engeren noch im weiteren Sinne geben.<\/p>\n<p>Das Problem ist, dass unsere Eliten das am schlechtesten verstehen. Sie wollten sich dem Westen anpassen und viele haben das geschafft (auf pers\u00f6nlicher und kommerzieller Ebene). Es sind genau diese Leute, die \u201eg\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr Verhandlungen\u201c schaffen wollen und \u201eimmer offen f\u00fcr Kontakte mit den Partnern\u201c sind., obwohl die \u201ePartner\u201c nicht mehr verheimlichen, dass sie uns vernichten wollen.<\/p>\n<p>Leider sind sehr viele B\u00fcrger unseres Landes nicht in der Lage, sich darauf einzustellen. Wir sind viel zu lange Richtung Westen gegangen, mindestens seit den 1970er Jahren (und im weiteren Sinne seit Peter dem Gro\u00dfen). Dabei war der Westen, als wir diesen Weg eingeschlagen haben, der UdSSR in fast allen Belangen qualitativ \u00fcberlegen. Der heutige Westen ist Russland qualitativ nicht \u00fcberlegen und in einigen Punkten ist auch keine quantitative \u00dcberlegenheit mehr geblieben.<\/p>\n<p>Aber der Minderwertigkeitskomplex gegen\u00fcber dem Westen liegt manchmal einfach in unseren Genen. In Anbetracht der aktuellen geopolitischen Lage und der aktuellen westlichen Realit\u00e4ten wird der russische Westernismus im Grunde zu einer religi\u00f6sen Sekte (das Objekt der Anbetung wird als frei von S\u00fcnde erkl\u00e4rt, woran man entgegen der Fakten glauben soll), und zwar zu einer totalit\u00e4ren Sekte.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise hilft der gegenw\u00e4rtige Westen, der immer mehr dem offenen Wahnsinn verf\u00e4llt, uns bei der Bew\u00e4ltigung des Westernismus besser als alle anderen. Wir sollten ihnen noch mehr Unnachgiebigkeit in ihrem Bestreben w\u00fcnschen, uns zur Paria zu machen, dann werden wir Erfolg haben.<\/p>\n<p><strong>UNSERE FREUNDE UND KAMERADEN<\/strong><\/p>\n<p>Dass wir nicht zur Paria geworden sind, hei\u00dft aber nicht, dass wir viele Freunde haben. Solche Freunde, die in der Not zu uns halten. Damit haben wir gro\u00dfe Probleme, wor\u00fcber schon viel geschrieben wurde.<\/p>\n<p>Unsere engsten Freunde sind wohl die OVKS-L\u00e4nder. Und immer \u00f6fter stellt sich die Frage: Wozu brauchen wir dieses seltsame Gebilde, in dem wir immer allen helfen und niemand uns hilft?<\/p>\n<p>Im Januar dieses Jahres f\u00fchrte die OVKS in Kasachstan ihre erste und m\u00f6glicherweise letzte erfolgreiche gemeinsame Operation durch. Die Operation hat die Sinnlosigkeit der Organisation seltsamerweise nur noch deutlicher gemacht. Das gerettete Kasachstan hat in praktisch allen Fragen sofort eine offen anti-russische Haltung eingenommen. So anti-russisch, dass die Menschen in den benachbarten Regionen des Urals und Sibiriens jetzt offen sagen: \u201eKasachstan ist die n\u00e4chste Ukraine.\u201c Wozu haben wir es gerettet? Damit die derzeitige F\u00fchrung des Landes offen erkl\u00e4rt, dass sie Russland in keiner Weise dabei helfen wird, die westlichen Sanktionen zu \u00fcberwinden? K\u00f6nnen wir Astana danach wirklich als unseren Freund oder zumindest als Verb\u00fcndeten betrachten?<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident von Wei\u00dfrussland, den wir kurz zuvor gerettet hatten, schien f\u00fcr eine Weile seinen gewohnten \u201eMultivektorismus\u201c vergessen zu haben, der zunehmend anti-russisch wurde. Da Russland in der Ukraine jedoch nicht die Erfolge erzielt hat, die V\u00e4terchen Lukaschenko offenbar erwartet hatte, ist der \u201eMultivektorismus\u201c wieder st\u00e4rker in den Vordergrund getreten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich macht es keinen Sinn, von Kirgisistan und Tadschikistan irgendeine Hilfe zu erwarten, da deren Potenziale unbedeutend sind. Aber anscheinend, um es f\u00fcr uns \u201elustiger\u201c zu machen, haben sie einen kleinen Krieg zwischen sich organisiert. Mit wem sind sie verb\u00fcndet? Mit uns? Miteinander?<\/p>\n<p>Armenien testet gerade jetzt die Wirksamkeit der OVKS. Die Ergebnisse dieses Tests sind entt\u00e4uschend. Aber auch Eriwan ist seit langem in diesen \u201eMultivektorismus\u201c verfallen. Au\u00dferdem ist es zunehmend anti-russisch eingestellt (vor allem seit dem Amtsantritt von Premierminister Nikol Paschinjan).<\/p>\n<p>Und was dieses Land betrifft, so lohnt es sich daran zu erinnern, dass die Armenier vor 30 Jahren bei der Liquidierung der UdSSR in vorderster Reihe standen. Armenien verhielt sich zivilisierter und geordneter als viele andere ehemalige Sowjetrepubliken, strebte aber aktiv und selbstbewusst nach Unabh\u00e4ngigkeit. Die B\u00fcrger des Landes sollten sich der geopolitischen Lage bewusst gewesen sein, in der sich ein unabh\u00e4ngiges Armenien befinden w\u00fcrde (umgeben von direkten Feinden und dabei ohne Zugang zum Meer). Und da ist es nun. Und es ist unklar, warum wir sie jetzt vor den Folgen der von ihnen ersehnten Unabh\u00e4ngigkeit von uns retten sollen.<\/p>\n<p>Drei Jahrzehnte ohne die Sowjetunion haben deutlich gezeigt, dass Russland am meisten von deren Zusammenbruch profitiert hat. Vielleicht sollten wir uns also schon jetzt von einem der letzten sowjetischen Atavismen in Form der OVKS trennen, die uns \u201enichts bringt, au\u00dfer Problemen\u201c?<\/p>\n<p><strong>\u201eSTRATEGISCHER PARTNER\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Beziehungen zu China vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts habe ich in dem Artikel \u201eWer Juniorpartner sein soll\u201c behandelt. Seitdem hat sich nichts ge\u00e4ndert. Auch China hilft Russland noch immer nicht bei der \u00dcberwindung der Sanktionen. Selbst US-Offizielle, darunter Pr\u00e4sident Joseph Biden und Au\u00dfenminister Anthony Blinken, geben das zu. Daran hat sich auch nach der schallenden Ohrfeige der USA in Form des Besuchs von Nancy Pelosi in Taiwan nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Mehr noch: China l\u00e4sst sogar viele zuvor vereinbarte Wirtschaftsprojekte in Russland fallen. Und im Patriot-Park wurden dieses Jahr viele chinesische Aufkl\u00e4rungsdrohnen als Troph\u00e4en, die von unseren Truppen in der Ukraine erbeutet wurden, ausgestellt. Ja, technisch gesehen handelt es sich um kommerzielle Drohnen, die frei verkauft werden. Aber wenn Peking gewollt h\u00e4tte, dass die Ukraine sie nicht bekommt, h\u00e4tte sie sie nicht bekommen.<\/p>\n<p>Auch in Russland hat niemand diesen interessanten Punkt bemerkt. Bei den Army International Games 2021 nahm China an 21 von 34 Wettbewerben teil. Abgesehen von Russland selbst, das an allen Wettbewerben teilnimmt, teilte es sich bei der Zahl der Wettbewerbe den zweiten oder dritten Platz mit Usbekistan (Wei\u00dfrussland lag mit 27 Wettbewerben auf dem ersten Platz). Bei den diesj\u00e4hrigen Spielen nahm China aus irgendeinem Grund nur an 13 von 34 Wettbewerben teil und teilte sich den vierten und f\u00fcnften Platz mit Armenien, und lag hinter Wei\u00dfrussland, Usbekistan und dem Iran. Was ist auf einmal mit der Volksbefreiungsarmee passiert?<\/p>\n<p>Vor dem j\u00fcngsten Gipfel der Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit in Samarkand besuchte der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping Kasachstan. W\u00e4hrend seines Treffens mit Pr\u00e4sident Tokajew sagte der chinesische Staatschef: \u201eWir haben die bilateralen Beziehungen auf das Niveau einer ewigen, allseitigen strategischen Partnerschaft gebracht, die in der chinesischen Diplomatie unvergleichlich ist, und haben eine bahnbrechende Entwicklung erreicht.\u201c Das hei\u00dft, er hat die Beziehungen zu Kasachstan wurden h\u00f6her eingestuft als die zu Russland.<\/p>\n<p>Interessanterweise erkl\u00e4rte der kasachische Au\u00dfenminister unmittelbar nach diesem Besuch, dass sein Land auf keinen Fall gegen die anti-russischen Sanktionen versto\u00dfen werde. Das erinnert an den klassischen Satz \u201eZufall? Ich glaube nicht.\u201c<\/p>\n<p>Trotz all dieser Umst\u00e4nde versuchen unsere offiziellen Propagandisten und aufrichtigen Besch\u00fctzer weiterhin, China als unseren Freund oder zumindest als Verb\u00fcndeten darzustellen. Diese krampfhafte Suche nach Anzeichen f\u00fcr eine nicht vorhandene Freundschaft wirkt allm\u00e4hlich fast so absto\u00dfend wie das bereits erw\u00e4hnte \u201eSchaffen einer g\u00fcnstigen Atmosph\u00e4re f\u00fcr Verhandlungen\u201c mit den westlichen \u201everehrten Partnern\u201c.<\/p>\n<p>Warum k\u00f6nnen wir uns nicht von diesem kleinlichen Instinkt befreien und suchen weiter nach einem \u201eHerrn\u201c?<\/p>\n<p><strong>ERHALT DER SOUVER\u00c4NIT\u00c4T<\/strong><\/p>\n<p>Weitaus anst\u00e4ndiger verh\u00e4lt sich Indien, die \u201egr\u00f6\u00dfte Demokratie der Welt\u201c, das Washington seit mehreren Jahren zu einem Verb\u00fcndeten zu machen versucht.<\/p>\n<p>So erkl\u00e4rte der indische Au\u00dfenminister Ende April auf der Sicherheitskonferenz in seinem Land, der Westen sei f\u00fcr viele Konflikte in Asien verantwortlich, und kritisierte das westliche Konzept der \u201eregelbasierten Weltordnung\u201c. Die Vertreter Indiens wiesen auch darauf hin, dass das derzeitige internationale Sicherheitssystem unzureichend sei und \u00fcberpr\u00fcft werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Gleichzeitig schickte das indische Ministerium f\u00fcr Information und Rundfunk ein Schreiben an private Fernsehsender. In dem Schreiben wurde die Berichterstattung der Sender \u00fcber die Ereignisse in der Ukraine scharf kritisiert. Das Ministerium warnte, dass es gem\u00e4\u00df dem Kabelfernsehgesetz von 1995 jedem Sender den Sendebetrieb untersagen k\u00f6nne, wenn dieser Falschinformationen ver\u00f6ffentliche, die die nationale Sicherheit Indiens und seine \u201eBeziehungen zu befreundeten L\u00e4ndern\u201c bedrohten.<\/p>\n<p>Das Schreiben, das formell empfehlenden Charakter hatte, war in einem \u00e4u\u00dferst scharfen Ton verfasst, der seinen offensichtlichen Weisungscharakter unterstrich. Es bezog sich insbesondere auf die Berichterstattung privater Medien \u00fcber die Ereignisse in der Ukraine: \u201eIm Fall des Konflikts in der Ukraine haben Fernsehsender skandal\u00f6se Schlagzeilen verwendet, die mit dem Inhalt der Berichterstattung nichts zu tun hatten, und die Journalisten haben unbegr\u00fcndete und erfundene Behauptungen aufgestellt und \u00fcbertrieben, um das Publikum aufzuhetzen. Die Moderatoren vieler Sender geben unwahre Kommentare ab und verzerren, verdrehen oder zitieren andere Informationsquellen sogar falsch. Das macht uns als Nation nicht klug.\u201c<\/p>\n<p>Dieses Schreiben ist beispiellos, weil die indische Regierung die privaten Medien nicht kontrolliert. Au\u00dferdem geh\u00f6rt Indien zu den wenigen L\u00e4ndern, in denen wirkliche Meinungsfreiheit herrscht, das hei\u00dft, dass jede Meinung in der Presse vertreten ist (was im Westen so gut wie nicht der Fall ist \u2013 dort gibt es seit langem \u201edie einzig wahre\u201c Meinung, was der Situation der Meinungsfreiheit in der UdSSR sehr \u00e4hnlich ist). In diesem Fall war die indische F\u00fchrung der Ansicht, dass die Aktionen der pro-westlichen Massenmedien, die eine anti-russische Sicht der ukrainischen Ereignisse propagierten, f\u00fcr das Land gef\u00e4hrlich waren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig geben die Inder jedoch ehrlich zu, dass sie Russland nicht so sehr unterst\u00fctzen, sondern vielmehr den Angelsachsen eins auswischen wollen. Deren Unversch\u00e4mtheit (insbesondere ihre Forderung, die Beziehungen zu Moskau abzubrechen) ver\u00e4rgert und beleidigt die Inder.<\/p>\n<p>Und der Iran hat uns einfach mit dringend ben\u00f6tigten Waffen (Kamikaze-Drohnen) versorgt, die wir leider noch nicht selbst herstellen konnten. Es ist gut, dass Moskau in diesem Fall nicht lange \u00fcberlegt hat, ob es die Hilfe eines weiteren \u201eSchurken\u201c annehmen soll, sondern sie einfach akzeptiert hat. Im \u00dcbrigen hat der Iran wieder einmal bewiesen, dass er ein wirklich souver\u00e4nes Land ist. Anders als zum Beispiel in China.<\/p>\n<p>Ein weiteres souver\u00e4nes Land ist Nordkorea. Vor acht Jahren hat es die Krim offiziell als russisch anerkannt und jetzt hat es Russlands Vorgehen in der Ukraine ebenso offiziell unterst\u00fctzt und die Unabh\u00e4ngigkeit der DNR und der LNR anerkannt (was die OVKS und China nat\u00fcrlich nicht getan haben).<\/p>\n<p>Jetzt k\u00f6nnten wir wirklich Hilfe von Nordkorea gebrauchen. Im Gegenzug k\u00f6nnten wir de facto aufh\u00f6ren, alle Sanktionen gegen dieses Land umzusetzen. \u00dcbrigens haben wir vor kurzem f\u00fcr diese Sanktionen gestimmt, was eine regelrechte Schande f\u00fcr die russische Diplomatie ist.<\/p>\n<p>Zwar wurde die j\u00fcngste offizielle Selbsterkl\u00e4rung Nordkoreas zur Atommacht (Pj\u00f6ngjang hat lediglich de jure formalisiert, was de facto schon lange der Fall war) von Moskau endlich mit einer fast angemessenen Reaktion bedacht, die ohne die fr\u00fcheren absurden Verurteilungen und Bedenken auskam. Vielleicht wird das Eis auch in dieser Richtung brechen.<\/p>\n<p>Es gibt jedoch Berichte, wonach Pj\u00f6ngjang unter starkem Druck aus Peking steht, uns keine Unterst\u00fctzung zu gew\u00e4hren. Wie ich bereits sagte, war China im Fall von Kasachstan erfolgreich; ob es bei Nordkorea erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Wir haben Syrien gerettet, genauso wie wir Kasachstan und Wei\u00dfrussland gerettet haben. Der Unterschied ist, dass die F\u00fchrer dieses arabischen Landes noch ein Gewissen haben. Zumindest auf diplomatischer Ebene kommt Damaskus seinen B\u00fcndnisverpflichtungen nach, indem es die russische Krim, das unabh\u00e4ngige Abchasien, S\u00fcdossetien, die DNR und die LNR anerkennt. Gleichzeitig wurden uns bereits im Fr\u00fchjahr offiziell syrische Freiwillige f\u00fcr die Ukraine zugesagt. Warum sind die immer noch nicht da?<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfen und Ganzen ist bereits klar, dass Russland entweder mit einer erneuerten Elite und einer neuen Innen- und Au\u00dfenpolitik aus dem Ukraine-Konflikt hervorgehen wird, oder dass Russland nicht mehr existieren wird. Eine dritte M\u00f6glichkeit gibt es nicht.<\/p>\n<p><strong>Ende der \u00dcbersetzung<\/strong><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2022\/kritik-an-der-russischen-aussenpolitik-in-russland\/\"><em>anti-spiegel.ru&#8230;<\/em><\/a><em> vom 14. November 2022 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas R\u00f6per. Auf einem gro\u00dfen russischen Portal ist eine Analyse erschienen, die mit der russischen Au\u00dfenpolitik hart ins Gericht geht. 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