{"id":12279,"date":"2022-12-03T17:28:30","date_gmt":"2022-12-03T15:28:30","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12279"},"modified":"2022-12-03T17:28:32","modified_gmt":"2022-12-03T15:28:32","slug":"interview-mit-einem-arbeiter-der-iranischen-stahlfabrik-ahwaz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12279","title":{"rendered":"Interview mit einem Arbeiter der iranischen Stahlfabrik Ahwaz"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Ahwaz National Steel Industry Group nahm ihre T\u00e4tigkeit 1963 mit einer Abteilung f\u00fcr die Produktion von Rohren und einer zweiten Abteilung f\u00fcr die Produktion von Eisentr\u00e4gern auf. Sp\u00e4ter kamen nach und nach die Metallurgie (Herstellung von Z\u00e4unen und Schranken), die Stahlproduktion und schlie\u00dflich die Abteilung Kousar f\u00fcr die Herstellung von Dr\u00e4hten und Bewehrungsst\u00e4ben (Baust\u00e4be) hinzu.<\/em> <!--more--><em>Ahwaz Steel ist das erste Werk f\u00fcr Walzstahlerzeugnisse im Iran. Nach der Montage der erforderlichen Maschinen und der Installation der notwendigen Ausr\u00fcstung wurde 1967 eine neue Produktionslinie eingerichtet. Im Zuge der Privatisierung \u00f6ffentlicher Verm\u00f6genswerte wurde die Zahl der Besch\u00e4ftigten von siebentausend auf viertausend reduziert und die Ausbeutungsrate in der Fabrik erh\u00f6ht. Seit 2013 streiken und protestieren die Besch\u00e4ftigten dieser Fabrik regelm\u00e4\u00dfig, um die Einhaltung ihrer Rechte zu fordern.<\/em><\/p>\n<p><em>Meisam Al-Mahdi ist einer der Arbeiter der Ahwaz National Steel Group. Er begann 2007 in der Fabrik zu arbeiten, zun\u00e4chst als Tagel\u00f6hner im Restaurant und dann mit befristeten Vertr\u00e4gen in der Produktionsabteilung. Bis zu dem Tag, an dem er in den Untergrund gezwungen wurde und den Iran verlassen musste. Bahram Ghadimi sprach mit ihm \u00fcber die K\u00e4mpfe dieser Arbeiter. <\/em><\/p>\n<p><em>(Anm.d.Red.: Das Interview wurde vor der derzeitigen Welle von Aufst\u00e4nden gef\u00fchrt, weshalb aktuelle Bez\u00fcge fehlen. Wir erarchten es dennoch als wichtigen Einblick in die K\u00e4mpfe im Iran) <\/em><\/p>\n<p><strong>War die Ahwaz Steel Factory vor den Privatisierungen in staatlichem Besitz?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, bis zur Pr\u00e4sidentschaft von Ahmadinejad war es eine staatliche Fabrik. Die Privatisierung der gro\u00dfen Fabriken wurde in der Zeit von Ahmadinejad umgesetzt. Deshalb erhielten wir nie unbefristete, sondern immer auf drei Monate befristete Vertr\u00e4ge. Pl\u00f6tzlich war die Rede davon, dass einige Fabriken bankrott seien. Sie wurden ohne Mitsprache der Arbeiter an den privaten Sektor verkauft. Diejenigen, die die Unternehmen \u00fcbernommen haben, geh\u00f6rten zu den kapitalistischen Banden, die mit Ahmadinedschad verbunden sind. Arya Mansur war einer von ihnen und \u00fcbernahm nicht nur das Stahlwerk, sondern auch die iranischen Eisenbahnen und die Damash-Gruppe. Er wurde sp\u00e4ter wegen Veruntreuung hingerichtet. Aber alle Arbeiter wissen, dass er hingerichtet wurde, damit er diejenigen nicht verr\u00e4t, die gemeinsam mit ihm die massiven Unterschlagungen zu verantworten hatten.<\/p>\n<p>Zudem wurden w\u00e4hrend der Pr\u00e4sidentschaft von Ahmadinejad zahlreiche Industriekorridore und Freihandelszonen geschaffen. Die Struktur dieser Zonen ist gegen die Arbeiterklasse gerichtet. Ich habe in einer von ihnen, der Region Arwand, gelebt und wei\u00df, was mit den Arbeitern passiert, wenn eine Zone zur Freihandelszone erkl\u00e4rt wird und Privatisierungen stattfinden.<\/p>\n<p><strong>Was bedeuten diese Freihandelszonen?<\/strong><\/p>\n<p>In Ahwaz wurden wir mehrmals mit Landkonfiszierungen konfrontiert. Sie begannen zur Zeit der Pahlavi-Dynastie und dauert bis heute an. W\u00e4hrend der Pr\u00e4sidentschaft von Rafsanjani wurde Land f\u00fcr die Zuckerproduktion beschlagnahmt. Rafsanjani erfand seine eigene Art und Weise, das Land der Menschen zu beschlagnahmen: Sie machten das Land unbrauchbar f\u00fcr den Anbau; zum Beispiel bauten sie Staud\u00e4mme an Fl\u00fcssen und sorgten daf\u00fcr, dass das Wasser des Golfs in das Land der Menschen eindrang und es versalzte, so dass es nicht mehr bestellbar war. Nach und nach ver\u00f6deten diese L\u00e4ndereien und die Kapitalisten kauften sie dann von den Menschen zu sehr niedrigen Preisen. Diejenigen, die Widerstand leisteten, wurden inhaftiert; einige k\u00e4mpfen noch heute und haben trotz des erzwungenen Verkaufs ihrer L\u00e4ndereien nicht aufgegeben.<\/p>\n<p><strong>Wie hoch war der Anteil der persischen und arabischen Arbeiter in eurer Fabrik?<\/strong><\/p>\n<p>In vielen der neuen Fabriken oder \u00d6lgesellschaften wurden arabische Arbeiter:innen eindeutig diskriminiert, weil die Fabrikbesitzer eine nationalistische und rassistische Haltung einnehmen. Sie fragten uns direkt, ob wir Araber sind oder wenn sie sahen, dass wir urspr\u00fcnglich arabische Namen oder Nachnamen wie Al-Mahdi, Tamayomi, Bani Torof usw. haben, stellten sie uns nicht ein. Arabische Arbeiter sind gezwungen, ihren Nachnamen zu \u00e4ndern, um einen Arbeitsplatz zu erhalten. In der Stahlfabrik gab es hingegen eine betr\u00e4chtliche Anzahl arabischer Arbeiter, was au\u00dfergew\u00f6hnlich war.<\/p>\n<p><strong>Wie wurden die arabischen Arbeiter in der Fabrik behandelt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte zum Beispiel viel Erfahrung als Techniker f\u00fcr <em>blooming<\/em>, eine der au\u00dfergew\u00f6hnlichsten Maschinen dort, aber weil ich Araber bin, gab man mir nicht das Recht, diese Arbeit zu machen, und ein nicht-arabischer Arbeiter, der die Maschine nicht gut kannte, war mein Vorgesetzter. Das fand ich nach einiger Zeit heraus, und ich fand auch heraus, dass dieser Arbeiter, der meine Stelle \u00fcbernommen hatte, doppelt so viel verdiente wie ich. Diese Verhaltensweisen waren sehr verbreitet. Selbst arabische Facharbeiter, die Metallurgie, Maschinenbau oder andere produktionsbezogene Fachgebiete studiert hatten, arbeiteten unter der Aufsicht von Personen, die nicht aus demselben Fach stammten und ihre Position durch G\u00fcnstlingswirtschaft erlangt hatten. Unser Chefingenieur zum Beispiel war ein Spezialist f\u00fcr landwirtschaftliche Bew\u00e4sserung, w\u00e4hrend es in der Fabrik arabische Ingenieure und Arbeiter gab, die sich auf Metallurgie spezialisiert hatten; aber keiner von ihnen erreichte hohe Positionen, weil die Bauunternehmer dachten, dass Araber, wo immer sie hingehen, ihre Massen mitnehmen und sich selbst organisieren; deshalb haben sie uns immer an den Rand gedr\u00e4ngt, damit wir keine Gelegenheit hatten, uns zu organisieren.<\/p>\n<p><strong>Wie hat der Kampf der Arbeiter der Ahwaz Steel Factory begonnen?<\/strong><\/p>\n<p>Bei Ahwaz Steel begannen die Arbeitsk\u00e4mpfe nach der Privatisierung der Fabrik. Als bekannt wurde, in welchem Umfang Unterschlagungen stattgefunden hatten und die Justiz die Fabrik beschlagnahmte. W\u00e4hrend der Beschlagnahmung landeten die Gewinne aus unserer Produktion auf den Konten der Justiz. Die Haltung unserer Proteste war: wenn die Fabrik auf Raten an einen anderen Kapitalisten verkauft werden soll, ziehen wir Arbeiter es vor, an den Versteigerungen teilzunehmen und sie selbst zu kaufen, auch wenn dies eine Senkung unserer L\u00f6hne bedeuten w\u00fcrde. Wir k\u00f6nnen die Fabrik leiten und wir beherrschen die technische Seite viel besser als die Kapitalisten und Manager.<\/p>\n<p>Letztendlich ist der Moment des Beginns der Proteste aber in der Regel der Protest gegen die L\u00f6hne. Die Ungleichheiten und Unterdr\u00fcckungen der Arbeiter sind zahlreich, aber die L\u00f6hne sind ein guter Ansatzpunkt, um alle Arbeiter um ein zentrales Thema zu versammeln. Im Verlauf der Proteste k\u00f6nnen dann viele andere Themen diskutiert werden.<\/p>\n<p>Im ersten Jahr der Proteste hatten sie uns sechs Monate lang keine Geh\u00e4lter gezahlt. Es war unser erster Protest und Streik au\u00dferhalb der Fabrik. Er fand Ende 2016 und Anfang 2017 statt. Wir verlie\u00dfen die Fabrik f\u00fcr 17 Tage und schlossen alle T\u00fcren. Kein Produkt ging raus und nichts kam rein, bis wir drei Monatsl\u00f6hne nachgezahlt bekamen.<\/p>\n<p>Aber die Proteste beschr\u00e4nkten sich nicht auf die Frage der L\u00f6hne. Bei unserem letzten Streik schuldete uns die Fabrik keine Zahlungen. Wir waren in die n\u00e4chste Phase unseres Kampfes eingetreten: den Kampf gegen die Stahlmafia. Wir waren \u00fcber die kleinen, eher allt\u00e4glichen Forderungen \u2013 Arbeitshandschuhe, Gesundheit, Sicherheit am Arbeitsplatz usw. \u2013 hinausgegangen.<\/p>\n<p><strong>Wie verlief der Streik?<\/strong><\/p>\n<p>Die Sache war die, dass die Fabrik mehrere Abteilungen hatten (Produktion von Rohren, Stahl, Eisentr\u00e4gern, Dr\u00e4hten, Maschinen usw.) und jede Abteilung hatte ihren eigenen Chef. Derjenige in Abschnitt 1 zahlte keine L\u00f6hne, derjenige in Abschnitt 2 zahlte zwar L\u00f6hne, bot aber keine Versicherungen an usw. Zu Beginn war es uns nicht m\u00f6glich, uns auf ein gemeinsames Problem zu einigen.<\/p>\n<p>Das erste Ziel, auf das wir uns konzentrieren mussten, war also die Reduktion der Anzahl der Chefs. Anschlie\u00dfend wurden die L\u00f6hne zum zentralen Thema. Zwischen 2015 und 2016, als die Fabrik auf den Konkurs zusteuerte, waren unsere Proteste auf ihrem H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>Ich war Techniker an den Blooming-Maschinen, das ist eine Maschine, die das erste Eisen aus dem Ofen nimmt und die 200-mm-Bl\u00f6cke in 150-mm-Bl\u00f6cke umwandelt, die dann in die Walzen zur Herstellung von Eisentr\u00e4gern gelangen.<\/p>\n<p>Ich war kein Bediener und habe nicht mit der Maschine gearbeitet, sondern war f\u00fcr den mechanischen Teil zust\u00e4ndig. An empfindlichen Maschinen gibt es immer einen versteckten Schalter, und der Arbeiter, der vor mir an dieser Maschine als Techniker gearbeitet hatte, hatte mir gezeigt, wo der Schalter war. Eines Tages, als ich sehr frustriert war, dr\u00fcckte ich diesen Schalter und die ganze Fabrik blieb stehen. Egal, wie sehr sie sich bem\u00fchten, die Maschine funktionierte nicht. Sie haben Maschinenbauingenieure, Elektroingenieure usw. geholt, aber niemand konnte etwas tun.. Jedenfalls stand ich da, rauchte meine Zigarette und sah zu, wie sie sich die K\u00f6pfe einschlugen. Es war Zeit, nach Hause zu gehen; ich wollte mich gerade umziehen, als der Ingenieur mich fragte, wohin ich gehen w\u00fcrde. Ich sagte ihm, dass ich nach Hause gehen w\u00fcrde. Er sagte: \u201cDie Maschine funktioniert immer noch nicht\u201d. Ich sagte: \u201cNa und? Bin ich daf\u00fcr verantwortlich?\u201d Er antwortete: \u201cJa!\u201d Ich sagte: \u201cIch bin vielleicht daf\u00fcr verantwortlich, aber ich besitze die Maschine nicht. Soll doch der Besitzer kommen und es zum Laufen bringen!\u201d<\/p>\n<p>Kein anderer Arbeiter war bereit, die Maschine zu starten, obwohl viele von dem versteckten Schalter wussten. Ich wurde bef\u00f6rdert und wurde zum Bediener genau dieser Maschine. Es vergingen ein paar Wochen. Eines Tages, als ich bei der Arbeit war und lernte, wie man die Walzen benutzt, sah ich, dass ich eine Sprechanlage an meinem Arbeitsplatz hatte, die in der ganzen Fabrik zu h\u00f6ren war. Etwas viel Besseres als soziale Medien, dachte ich mir, denn dreihundert Arbeiter w\u00fcrden mich gleichzeitig h\u00f6ren k\u00f6nnen. Am n\u00e4chsten Tag warf ich das B\u00fcgeleisen in die Maschine. Der Ingenieur fragte mich \u00fcber den Sender, warum ich nicht arbeite. W\u00e4hrend alle Arbeiter meiner Antwort zuh\u00f6rten, sagte ich ihm: \u201cMeine Frau und meine Kinder haben nichts zu essen. Warum sollte ich arbeiten? Warum sollte ich hier schwitzen und mein Leben und meinen Geist aufreiben, wenn es nichts an dieser Arbeit gibt, was mich gl\u00fccklich macht oder meiner Familie Gl\u00fcck bringt?\u201d Er fragte: \u201cDrohst du mir?\u201d Ich antwortete: \u201cNein, ich streike!\u201d. Er fragte: \u201cStreiken Sie alleine?\u201d Pl\u00f6tzlich ert\u00f6nte es in der ganzen Fabrik \u201cNein, er ist nicht allein, wir sind alle bei ihm\u201d.<\/p>\n<p><strong>Wie hat das Regime reagiert und wie war die Reaktion der Fabrikbesitzer und Auftraggeber?<\/strong><\/p>\n<p>Sie gingen auf zweierlei Weise gegen uns vor. Innerhalb des Unternehmens wurden wir von den Managern entlassen oder mit Entlassung bedroht und au\u00dferhalb der Fabrik wurden wir von der Polizei und den staatlichen Nachrichten- und Sicherheitskr\u00e4ften verfolgt. Beide handelten koordiniert und folgten sehr klaren Regeln. Ich selbst wurde eine Zeit lang gefoltert und ich wurde mehr als vier oder f\u00fcnf Mal verhaftet.<\/p>\n<p>2015 war ich in einem Kerker und wurde dort einen Monat lang gefoltert. Im Jahr 2016 nutzten sie eine andere Form der Repression. Sie riefen die Menschen an, und wenn Sie nicht ans Telefon gingen, kamen sie zu Ihnen nach Hause und nahmen sie fest. Einmal haben sie mich angerufen und ich hatte nicht abgenommen. Dann riefen sie meine Frau an, nannten ihr die Adresse der Schule unserer Tochter und drohten implizit, dass unsere Tochter m\u00f6glicherweise einen Unfall haben k\u00f6nnte. Wenn wir das nicht wollen w\u00fcrden, sollte ich beim n\u00e4chsten Mal ans Telefon gehen sollte.<\/p>\n<p>Ein anderes Mal wurde ich in der Fabrik verhaftet. Vor den Augen aller Arbeiter zogen sie mir einen schwarzen Sack \u00fcber den Kopf und brachten mich weg. Es kamen zudem st\u00e4ndig Agenten des Geheimdienstministeriums und bel\u00e4stigten uns bei der Arbeit.<\/p>\n<p><strong>Was hat man dir bei deiner Verhaftung vorgeworfen?<\/strong><\/p>\n<p>Man warf uns vor, radikalen, arabischen und bzw. oder nationalistischen Bewegungen anzugeh\u00f6ren, radikale religi\u00f6se Tendenzen zu haben usw. Sie haben mir ins Gesicht gesagt: Wir werden dich brandmarken und deinen Namen in der Gesellschaft zerst\u00f6ren. Oder sie sagten, dass sie uns einfach beschuldigen k\u00f6nnten, mit was immer sie wollen, und uns ins Gef\u00e4ngnis bringen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Sie sagten uns, dass wir nicht das Recht h\u00e4tten, uns gewerkschaftlich zu organisieren, nicht einmal innerhalb der Fabrik, weil sie wussten, dass die L\u00f6hne nur ein Ausgangspunkt waren, um andere Punkte anzusto\u00dfen. Sie hatten immer gro\u00dfe Angst vor unserer Organisierung und selbst wenn sie uns unter anderen Vorw\u00e4nden verhafteten, fragten sie uns bei den Verh\u00f6ren immer nach den Aktionen der Organisation und der Rolle, die wir darin spielten.<\/p>\n<p><strong>Warum musstest du aus dem Iran fliehen?<\/strong><\/p>\n<p>Lass mich zun\u00e4chst erkl\u00e4ren, wie mein Leben im Untergrund begann. Sie haben viele Verhaftungen vorgenommen. Hin und wieder haben sie einen Arbeiter aus seiner Wohnung entf\u00fchrt, um an Informationen zu gelangen, die ihnen helfen sollten, die Bewegung zu zerschlagen. Als sie mich verhafteten, zwangen sie mich, vor einer Kamera zu sitzen und Dinge zu gestehen, die ich nicht getan hatte. Sie drohten mir mit einem Stromschlag und stellten mich vor eine Kamera. Ich musste Gest\u00e4ndnisse ablegen. Dann setzten sie mich mit verbundenen Augen auf einen Stuhl und fesselten mich an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen. Sie sagten mir: \u201cDa es dieses Video gibt, solltest du morgen zu der Demonstration gehen, eine Rede halten und den Arbeitern sagen, dass der Streik beendet ist und sie zur\u00fcck in die Fabrik gehen sollen\u201d. Ich habe ihnen gesagt, dass ich das, was sie von mir verlangen, tun werde, wenn sie mich gehen lassen. Gegen vier oder f\u00fcnf Uhr am n\u00e4chsten Morgen setzten sie mich in der N\u00e4he meines Hauses ab.<\/p>\n<p>Als ich nach Hause kam, waren alle meine Kameraden da. Wir haben die Demonstration besucht. W\u00e4hrend der gesamten Demonstration waren Polizisten in Zivil unter uns. Als ich meine Rede halten wollte, waren die Genossen besorgt. Sie dachten, ich k\u00f6nnte Angst haben und etwas sagen, das alles ruiniert. Ich sagte: \u201cWir haben nichts zu verlieren, und wir haben unsere Brust schon vor langer Zeit zum Schutzschild f\u00fcr ihre Kugeln gemacht. Der Klang ihrer Sch\u00fcsse bricht nur die Angst in unseren Herzen. Wir werden bis zum Ende Widerstand leisten!\u201d Als ich diese Worte sagte, wuchs die Begeisterung unter den Arbeitern. Von diesem Moment an ging ich nicht mehr in mein Haus zur\u00fcck und war st\u00e4ndig unterwegs.<\/p>\n<p>Ich konnte mich f\u00fcnf Tage lang im Keller der Fabrik verstecken. Danach musste ich sieben Monate lang untertauchen. W\u00e4hrend dieser Zeit wurden alle meine Bankkonten gesperrt. Sie gaben bekannt, dass ich aus der Fabrik entlassen worden war. Als ich untergetaucht war, kam die Polizei oft zu unserem Haus, und meine Kinder konnten nicht in Ruhe zur Schule gehen. Die Polizei folgte ihnen zur Schule und fragte die Lehrer, ob ihr Vater dort aufgetaucht sei. Meine Frau leidet an Multipler Sklerose, normalerweise erh\u00e4lt sie kostenlose Medikamente von der iranischen Lebensmittel- und Medizinorganisation und dem Roten Halbmond. Als sie mich nicht aufhalten konnten, verweigerten sie meiner Frau ihre Medikamente. Das Regime hat sogar den Roten Halbmond infiltriert, die Arbeit dieser internationalen Organisation wird von der iranischen Regierung kontrolliert und gegen Aktivisten wie mich eingesetzt. Vier Jahre sind bereits vergangen und wir m\u00fcssen ihre Medikamente immer noch viermal so teuer auf dem Schwarzmarkt kaufen.<\/p>\n<p><strong>In welchem Verh\u00e4ltnis stehen eure K\u00e4mpfe zu anderen K\u00e4mpfen im Iran?<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2018 erreichten wir bei den Protesten einen Punkt, an dem sich die Klassensolidarit\u00e4t auf der Stra\u00dfe manifestierte. Anstatt ein Kommuniqu\u00e9 herauszugeben oder einen offenen Brief zur Unterst\u00fctzung der verhafteten Arbeiter zu schreiben, waren wir auf der Stra\u00dfe, unterst\u00fctzten sie, schrien und protestierten gegen die Verhaftungen. Diese Proteste dauerten 37 Tage und waren einer der l\u00e4ngsten Stra\u00dfenstreiks der damaligen Zeit. Als wir eines Tages erfuhren, dass die Lehrer verhaftet worden waren, \u00e4nderten wir die Richtung des Marsches und gingen zum Bildungsministerium. Dort, vor dem Ministerium, riefen wir den Slogan der Gewerkschaft der Arbeiter und Lehrer. Auch als die Studenten an der Universit\u00e4t Teheran eine Aktion zu unserer Unterst\u00fctzung abhielten und einige von ihnen verhaftet wurden, h\u00f6rten wir nachts davon und am n\u00e4chsten Morgen, als wir auf die Stra\u00dfe gingen, sangen wir das Lied \u201cMein Klassenkamerad\u201d. Das war der Wendepunkt, der zeigte, dass unsere Gewerkschaft nicht nur auf dem Papier stand, sondern real war, auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>Eines der Industriezentren, das eurer Fabrik am n\u00e4chsten liegt, ist Haft-Tappeh Agro-Industrial. Ich habe geh\u00f6rt, dass ihr eine Zeit lang gemeinsame Aktionen durchgef\u00fchrt haben. Kannst du dazu mehr erz\u00e4hlen?<\/strong><\/p>\n<p>Um die Bedeutung dieser Verbindung zu verstehen, muss man sich die Geschichte der K\u00e4mpfe in beiden Fabriken ansehen. Das Unternehmen Haft-Tappeh blickt auf eine lange Geschichte von K\u00e4mpfen und aus ihnen hervorgegangene Pers\u00f6nlichkeiten der Arbeiterbewegung zur\u00fcck. Auch das Stahlwerk hatte seine eigene Geschichte des Kampfes. In den 1980er-Jahren gab es dort aktive Arbeiter, von denen viele von den Kr\u00e4ften der Islamischen Republik verhaftet, gefoltert und entlassen wurden. Wir waren zwei gro\u00dfe protestierende Fabriken. Als wir unsere Proteste und Streiks durchf\u00fchrten, stellten wir fest, dass unsere Streiks und die Streiks von Haft-Tappeh jedes Mal innerhalb einer Woche zusammenfielen. Wir beobachteten die Streikank\u00fcndigungen von Haft-Tappeh und versuchten, unsere Proteste mit dieser Bewegung in Einklang zu bringen. Haft-Tappeh hat dasselbe getan. Sie haben zugesehen, wenn wir zum Streik aufgerufen haben, und haben ihre Aktionen mit unseren abgestimmt.<\/p>\n<p>Im Verlauf der Zeit versp\u00fcrten wir das Bed\u00fcrfnis, gemeinsam zu denken und nach und nach wuchsen wir. Als der Kampf voranschritt und die Zeit verging, basierte alles auf Entscheidungen, die wir gemeinsam trafen. Was auch immer geschah, wir haben uns gegenseitig konsultiert. Es war wichtig, dass alle wussten, welche Ma\u00dfnahmen wir ergreifen w\u00fcrden, denn wir standen dem Kapitalismus und seiner Mafia gegen\u00fcber, die vom Staat unterst\u00fctzt wurden. Der Staat ist der Eigent\u00fcmer der Polizei, der Eigent\u00fcmer der Diktatur.<\/p>\n<p>Deshalb mussten wir gemeinsam handeln, denn unsere Macht beruht auf der Tatsache, dass wir eine gro\u00dfe Masse sind, und in dieser Vereinigung finden wir unsere Klassenidentit\u00e4t. Deshalb m\u00fcssen wir gemeinsam denken, um Vertrauen in uns selbst zu gewinnen, um unsere Macht zu erlangen. Wir konnten keine individuellen und irrationalen Handlungen riskieren.<\/p>\n<p><strong>Denkst du, dass eure Proteste eine Form der Organisation geschaffen haben, die es vorher nicht gab?<\/strong><\/p>\n<p>Die Verhaltensweisen, die wir heute in der iranischen Arbeiterklasse beobachten, haben ihre Wurzeln in den Erfahrungen der Stahlarbeiter. Eine geteilte Erfahrung der Arbeiter ist die der Dem\u00fctigung, die Erfahrung der Unbedeutsamkeit ihrer eigenen Existenz. Es gibt Arbeiter, die denken, dass ihre Stimme nichts bewirkt. In der Struktur der Islamischen Republik wurde ihnen ihre Stimme immer gestohlen. Ob sie nun w\u00e4hlen oder nicht, ihre Stimme ist gestohlen. Sie haben also das Gef\u00fchl, dass ihre Stimme wertlos und unbedeutend ist.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund haben wir uns vorgenommen, kleine Aussch\u00fcsse zu bilden. Das hei\u00dft, wenn wir f\u00fcnf Abteilungen in der Fabrik hatten, haben wir in jeder Abteilung zwei oder drei kleine Aussch\u00fcsse gebildet. An diesen Aussch\u00fcssen, die in die Struktur der Fabrik und ihrer Abteilungen eingebettet waren, waren viele Arbeiter beteiligt. Themen wie Gesundheit, Sicherheit usw. waren die Anliegen der Arbeiter selbst, und sie brachten sogar die Probleme zur Sprache, die einige Arbeiter au\u00dferhalb der Fabrik hatten, und versuchten, L\u00f6sungen daf\u00fcr zu finden. In diesen kleinen Aussch\u00fcssen ist es uns gelungen, die Arbeiter zusammen zu bringen und der Zersplitterung ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p>Die Idee zur Gr\u00fcndung dieser Aussch\u00fcsse wurde nicht in einer Nacht erdacht. Sie wurde aus unserem t\u00e4glichen Leben und unseren Problemen abgeleitet. In vielen F\u00e4llen wurden die Schlussfolgerungen, zu denen wir kamen, von der Geschichte der K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse gen\u00e4hrt. Es ist nicht so, dass wir neue Konzepte geschaffen haben, aber wir haben neue Formen und Strukturen hervorgebracht.<\/p>\n<p>Nach der Bildung der Aussch\u00fcsse und im Verlauf unserer Proteste kamen wir zu dem Schluss, dass diese Aussch\u00fcsse zusammenkommen, sich beraten und Ideen austauschen sollten. So entstand die Notwendigkeit, eine Generalversammlung innerhalb der Fabrik zu gr\u00fcnden, um sich zusammenzusetzen und die Wochen, in denen wir protestiert hatten, zu analysieren und \u00fcber die Zukunft und aktuelle Fragen zu diskutieren. Beispielsweise dar\u00fcber, wie wir auf die staatlichen Sicherheitsma\u00dfnahmen reagieren sollten.<\/p>\n<p><strong>Was waren eure \u00dcberlegungen gegen die staatliche Repression?<\/strong><\/p>\n<p>Ich erinnere mich, dass wir irgendwann w\u00e4hrend unserer Proteste zu dem Schluss kamen, dass bei jeder Demonstration eine andere Person sprechen sollte. Wenn wir bei allen Protesten dieselbe Person als Rednerin oder Redner mitnehmen w\u00fcrden, k\u00f6nnte die Polizei sie identifizieren, sie angreifen und verfolgen. Deshalb haben wir beschlossen, bei jedem Protest eine andere Person aus einem anderen Ausschuss sprechen zu lassen. Nun konnte der Staat nicht nur eine Person verhaften und um alle Sprecher zu verhaften, musste er ein Man\u00f6ver mit h\u00f6heren Medienkosten durchf\u00fchren. Auf diese Weise w\u00fcrden wir in der Gesellschaft besser bekannt sein, denn wenn nur ein oder zwei Arbeiter verhaftet w\u00fcrden, h\u00e4tte die Nachricht nicht so viel Reichweite, aber die Verhaftung von drei\u00dfig oder vierzig w\u00fcrde eine massive Reaktion in den Medien hervorrufen. Auf diese Weise haben wir auch den Individualismus innerhalb der Aussch\u00fcsse selbst vermieden; wir haben es vermieden, bekannte Pers\u00f6nlichkeiten zu schaffen, denn es bestand die M\u00f6glichkeit, dass dieselben Aussch\u00fcsse in der Zukunft die Richtung \u00e4ndern und gegen die Arbeiter und die Generalversammlung arbeiten w\u00fcrden. Es bestand also ein Bedarf an Abwechslung, um Gleichheit und Gleichgewicht zu schaffen. Und das Wichtigste war, dass alle Arbeiter das Gef\u00fchl hatten, dass sie an den Entscheidungen und Ma\u00dfnahmen beteiligt waren.<\/p>\n<p>Wir hatten damit gerechnet, dass unsere Proteste lang sein w\u00fcrden, wir mussten Rotationen entwickeln, um Erm\u00fcdung und Burnout zu vermeiden. Wir sp\u00fcrten, dass die Proteste die Frage der L\u00f6hne hinter sich gelassen hatten und wir direkt gegen die Regierung und die von ihr protegierte Mafia k\u00e4mpften. Wir wussten, dass es anstrengend werden w\u00fcrde und dass die Repressionen st\u00e4rker werden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Proteste haben uns zwar Verhaftungen eingebracht, aber auch den Vorteil, dass unsere Stimme in der Gesellschaft Geh\u00f6r gefunden hat. Ich glaube, dass unsere Stimme heute nicht mehr auf Ahwaz oder den Iran beschr\u00e4nkt ist. Die Stimme unserer Bewegung ist jetzt international. Wir haben gesehen, wie Stahlarbeiter in Argentinien oder in Europa ihre Fahnen zu unserer Unterst\u00fctzung erhoben haben. Das waren mit die sch\u00f6nsten Momente, die wir erlebt haben, Momente, die uns ein L\u00e4cheln ins Gesicht gezaubert haben, denn wir haben gesehen, dass unsere Stimme nicht nur die Stra\u00dfen und Fabriken erreicht, in denen wir leben, sondern dass sie gewachsen und international geworden ist.<\/p>\n<p><strong>Sind diese genannten Formen der Organisierung heute noch g\u00fcltig?<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der gro\u00dfen Repression werden diese Organisationsformen heute halb klandestin praktiziert. Wir glauben, dass beispielsweise die j\u00fcngsten Streiks der Tagel\u00f6hner weitgehend von der Struktur unserer Organisation inspiriert wurden, die aus mehreren Aussch\u00fcssen und einer Generalversammlung besteht.<\/p>\n<p>Bei den Protesten der einzelnen Arbeiter kann man nicht gerade von Komitees sprechen, aber verschiedene und verstreute Sektionen streiken und dann versuchen dieselben Sektionen Versammlungen in verschiedenen St\u00e4dten zu bilden. Durch die Beziehungen, die wir mit den Genossen der \u00d6larbeiter haben, wissen wir, dass ihre Organisationsform auch von unserer inspiriert ist. Au\u00dferdem wurden sechs Monate nach der Gr\u00fcndung unserer Organisation, als es in Ahwaz eine \u00dcberschwemmung gab, Volkskomitees gebildet. Wir als Arbeiter unterst\u00fctzten diese Komitees, indem wir D\u00e4mme bauten und die Menschen mit dem N\u00f6tigsten versorgten. Obwohl die Islamische Republik uns unterdr\u00fcckt, wachsen unsere Ideen von Tag zu Tag und wir sehen unsere Art der Organisation in der Gesellschaft. Wir wollen aber bewusst nicht, dass diese Form der Organisation auf unseren Namen eingetragen wird. Wir haben es mit einem diktatorischen Staat zu tun, und wenn wir verk\u00fcnden, dass diese Form der Organisation die unsere ist, k\u00f6nnen wir angegriffen werden und werden Verluste erleiden.<\/p>\n<p><strong>In Anbetracht der aktuellen Lage im Iran, wie siehst du die Zukunft unserer Gesellschaft und die Zukunft der Stahlwerker?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben Hoffnung. Wenn wir auf unser Handeln in den letzten zehn Jahren zur\u00fcckblicken, stellen wir fest, dass wir anfangs zu zweit waren, dann f\u00fcnf, zehn und schlie\u00dflich Tausende von Menschen. Wir sehen, wie dieses allm\u00e4hliche Wachstum, diese B\u00fcndelung der Kr\u00e4fte, verlaufen ist. Ich erinnere mich, als wir vor f\u00fcnf Jahren vor dem Bildungsministerium protestierten, kam ein Lehrer und hielt eine Rede.<\/p>\n<p>Als wir protestierten, versuchten die Rentner, eine noch neue Bewegung, sich besser zu organisieren. Ich will nicht sagen, dass unsere Proteste die Achse aller sozialen Proteste im Iran sind, aber wir glauben, dass in diktatorischen Staaten die Traditionen des Stra\u00dfenkampfes weitergegeben werden. Das hei\u00dft, als wir auf die Stra\u00dfe gingen, haben wir etwas von den Bewegungen der Lehrer und Rentner gelernt. Vielleicht erg\u00e4nzen wir sie. Wenn wir die Rentnerbewegung im Rahmen des diktatorischen Systems im Iran betrachten, sehen wir ein sehr wichtiges Potenzial.<\/p>\n<p>Die Lebensweise der Rentner verleiht ihrer Bewegung ein gro\u00dfes Potenzial; auch wenn dieses Potenzial nicht konstant ist und ihre Organisation jung ist, haben wir es mit Menschen zu tun, die mindestens drei\u00dfig Jahre in den Fabriken gearbeitet haben. Heute haben wir einen \u00e4lteren Menschen vor uns, der radikal ist. Seine Redeweise und seine Literatur sind radikaler als die der Arbeiter, weil er nichts zu verlieren hat. Was wir heute brauchen, ist ein Dialog zwischen der Arbeiter- und der Rentnerbewegung. Nicht nur, um Verbindungen zu schaffen, sondern auch, um uns daran zu erinnern, dass beide Bewegungen nahe beieinander liegen und ein gro\u00dfes Potenzial haben.<\/p>\n<p><strong>Die letzten Worte geh\u00f6ren dir\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte noch einmal betonen, dass wir heute in jeder Gesellschaft, wenn wir eine Organisation auf praktischer Ebene gr\u00fcnden wollen, die psychologischen Bedingungen der Gesellschaft und die systematische Dem\u00fctigung, die die Menschen erleiden, nicht ignorieren d\u00fcrfen. Und wenn wir sie ber\u00fccksichtigen, sehen wir, dass es viel Hoffnung f\u00fcr diese Proteste und Organisationen gibt, zu wachsen. Die protestierende iranische Gesellschaft ist in zwei Gruppen geteilt. Ich denke, dass es derzeit eines der Hauptanliegen der rechten und der monarchistischen Str\u00f6mungen ist (1), die Nachrichten, die die Arbeiter betreffen,zu kontrollieren und den politischen Diskurs der Arbeiter zu unterdr\u00fccken. Es kann gesagt werden, dass die Verschw\u00f6rung der Medien sehr klar und offensichtlich ist. Sie versuchen immer, die Basis, die Arbeiterbewegung und die Demonstranten zu \u201czus\u00e4tzlichen\u201d Akteuren zu machen und ihre Errungenschaften zuvereinnahmen. Daher ist es sehr wichtig, dass wir nicht nur unsere Stimme im Protest erheben, sondern auch unsere Ideen und unseren politischen Diskurs erkl\u00e4ren und verbreitern. Die Arbeiterbewegung hat eine schwierige Aufgabe, aber es wird ein sehr guter Kampf sein.<\/p>\n<p><em># Titelbild: <\/em><a href=\"https:\/\/shahrokhzamani.com\/2018\/12\/20\/free-ahvazsteel\/\"><em>https:\/\/shahrokhzamani.com\/2018\/12\/20\/free-ahvazsteel\/<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><em>(1) Zu den rechten Str\u00f6mungen geh\u00f6ren sowohl die staatlichen rechten Str\u00f6mungen als auch die b\u00fcrgerliche Opposition im Ausland (z. B. die Monarchisten). In jeder Periode, in der Proteste auf die Stra\u00dfe gehen, versucht die Seite, die gerade nicht an der Regierungsmacht ist, die an der Macht befindliche Seite daf\u00fcr verantwortlich zu machen und zu behaupten, dass die Proteste auf die Korruption oder die Unzul\u00e4nglichkeiten der anderen Seite zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Auf diese Weise wird das gesamte System von der Klinge der Proteste verschont und die Proteste werden f\u00fcr die Interessen der verschiedenen Seiten genutzt. Ebenso versuchen die kapitalistischen Banden, die im Ausland gegen das Regime der Islamischen Republik opponieren und sich um den Sohn des letzten iranischen K\u00f6nigs geschart haben, von diesen Bewegungen zu profitieren, um das Regime zu verurteilen, als ob es w\u00e4hrend der Herrschaft des Monarchen Pahlavi keine Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung gegeben h\u00e4tte.<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/lowerclassmag.com\/2022\/12\/01\/organisierung-streik-repression-interview-mit-einem-arbeiter-der-iranischen-stahlfabrik-ahwaz\/\"><em>lowerclassmag.com&#8230;<\/em><\/a><em> vom 3. Dezember 2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ahwaz National Steel Industry Group nahm ihre T\u00e4tigkeit 1963 mit einer Abteilung f\u00fcr die Produktion von Rohren und einer zweiten Abteilung f\u00fcr die Produktion von Eisentr\u00e4gern auf. 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