{"id":1249,"date":"2016-06-14T08:49:59","date_gmt":"2016-06-14T06:49:59","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=1249"},"modified":"2018-01-19T19:30:33","modified_gmt":"2018-01-19T17:30:33","slug":"em-2016-unsere-mannschaft-die-kaempfende-arbeiterklasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=1249","title":{"rendered":"EM-2016: Unsere Mannschaft, die k\u00e4mpfende Arbeiterklasse!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am vergangenen Freitag begann in Frankreich die Fu\u00dfball-Europameisterschaft. Regierung und Medien setzen die Arbeiter*innenbewegung unter Druck,<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong> ihren Protest gegen die Arbeitsreform zu beenden. Diese ist unbeeindruckt \u2013 und bestreikt Infrastruktur, Verkehr und M\u00fclldepots.<\/strong><\/p>\n<p><em>Stefan Schneider. <\/em>Am Abend des 10. Juni er\u00f6ffneten die Nationalmannschaften Frankreichs und Rum\u00e4niens in Paris die diesj\u00e4hrige Fu\u00dfball-EM. Das franz\u00f6sische Team tat sich unerwartet schwer gegen die rum\u00e4nische Auswahl. Doch wichtiger als das, was auf dem Platz geschah, war das, was sich au\u00dferhalb der Stadien abspielte: Anders als Regierung und Medien gehofft hatten, gingen die Streiks der letzten Wochen und Monate gegen die reaktion\u00e4re Arbeitsreform weiter. Das konservative Blatt Le Figaro hatte getitelt: <em>\u201eDie Gewerkschaftsforderungen schaden dem Beginn der EM\u201c<\/em>, und die Regierung hatte gepoltert: <em>\u201eMan muss einen Streik auch beenden k\u00f6nnen.\u201c<\/em> Doch vergebens: Die Arbeiter*innen bei der Eisenbahn, der Pariser Metro und der M\u00fcllabfuhr entschieden, ihre Streiks zu verl\u00e4ngern. Am Samstag traten auch die Pilot*innen von Air France in den Streik. Damit steht die Europameisterschaft vor gro\u00dfen logistischen Problemen, denn es werden auch Linien bestreikt, die die Fans zu den Stadien bringen.<\/p>\n<p>Am Abend des Er\u00f6ffnungsspiels hatten auch Streikende der Fastfoodkette McDonald\u2019s vor dem Tor des Stadions gegen die Arbeitsreform der Regierung protestiert. Auch der Streik- und Aktionstag am Vortag, dem 9. Juni, zeigte die anhaltende Kraft der Bewegung. So gingen allein in Le Havre, der \u201eStreikhauptstadt\u201c der Bewegung im Norden Frankreichs, am Donnerstag allein 40.000 Menschen auf die Stra\u00dfe. Angef\u00fchrt von den Hafenarbeiter*innen, war diese Demonstration die elfte und bislang gr\u00f6\u00dfte Mobilisierung in der Hafenstadt gegen das Arbeitsgesetz der Ministerin El Khomri.<\/p>\n<p>Am Donnerstag hatten die Eisenbahner*innen des zentralen Austerlitz-Bahnhofs in Paris in ihrer Streikvollversammlung entschieden, die Streiks bis mindestens zum morgigen Dienstag, den 14. Juni, zu verl\u00e4ngern, um an diesem Tag dem Generalstreikaufruf der Gewerkschaften im gesamten Land zu folgen. Damit wird es gro\u00dfe Behinderungen bei den Linien B und D der RER-Bahn geben, die zum zentralen Austragungsort der EM, dem <em>Stade de France<\/em>, f\u00fchren. In allen Streikversammlungen der Eisenbahner*innen der verschiedenen Bahnh\u00f6fe wurde die Verl\u00e4ngerung des Streiks einstimmig beschlossen \u2013 auch wenn die Gewerkschaftsf\u00fchrung der CGT der Eisenbahner*innen keinen eindeutigen Streikaufruf herausbrachte.<\/p>\n<p>Seit Samstag streiken auch die Pilot*innen der Fluglinie Air France. Nach den Eisenbahner*innen werden nun auch die Pilot*innen zu den \u201eGeiselnehmern\u201c der EM, wie die Streikenden von der Regierung und den Medien beschimpft werden. Bis mindestens Dienstag befinden sie sich im Ausstand. Am Samstag fiel jeder sechste Flug aus, am Sonntag jeder f\u00fcnfte. Die Pilot*innen k\u00e4mpfen unter anderem gegen Lohneinbu\u00dfen durch konzerneigene Billigfluglinien, aber auch gegen das Arbeitsgesetz der Regierung. Wenn die Konzernspitze nicht auf ihre Forderungen eingeht, k\u00f6nnten die Streiks auch \u00fcber Dienstag hinaus andauern.<\/p>\n<p>Neben den Streiks im Verkehrssektor sind aktuell vor allen Dingen die Streiks der M\u00fcllarbeiter*innen sp\u00fcrbar. Alle Arbeiter*innen der M\u00fclldepots von Ivry-sur-Seine in Paris \u2013 dem gr\u00f6\u00dften Depot in ganz Frankreich \u2013 aber auch in Saint-Ouen, Romainville, Ariege, Saint-Etienne, Fos-sur-Mer und anderen sind blockiert. M\u00fcllabfuhr findet nicht statt und der M\u00fcll stapelt sich in den Innenst\u00e4dten und vor den Stadien. In Paris hat die Regierung versucht, mittels Polizei die Blockade zu brechen, war aber erfolglos: 95 Prozent der M\u00fcllarbeiter*innen streiken weiterhin.<\/p>\n<p>Die Medien zeigen in diesen Tagen nur Interviews mit H\u00e4ndler*innen, Tourist*innen und denjenigen Anwohner*innen, die sich gegen weitere Streiks aussprechen. Dennoch sind die Zustimmungsraten zu den Streiks der Eisenbahner*innen und anderer und f\u00fcr die R\u00fccknahme des Arbeitsgesetzes weiterhin sehr hoch. Trotz der Hetzkampagne sind die Arbeiter*innen gewillt, weiter zu streiken. Der Kampf geht weiter.<\/p>\n<p>Am morgigen Dienstag, den 14. Juni, findet mitten im Pariser EM-Trubel eine Gro\u00dfdemonstration mit mehr als 500.000 erwartenden Teilnehmer*innen statt. In vielen europ\u00e4ischen St\u00e4dten gibt es am selben Tag Solidarit\u00e4tsdemonstrationen unter dem Motto #FaisonscommeenFrance (\u201eTun wir\u2019s wie in Frankreich\u201c) statt, wie in Barcelona, Madrid, Rom, oder auch in Leipzig, Berlin und M\u00fcnchen. Denn f\u00fcr uns ist klar: Bei der EM 2016 sind \u201eunsere Mannschaft\u201c die streikenden Arbeiter*innen und Jugendlichen!<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/em-auftakt-2016-streiks-bei-bahn-flughafen-und-muellabfuhr-vermiesen-der-regierung-die-party\/\">www.klassegegenklasse.org&#8230;<\/a> vom 13. Juni 2016 <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vergangenen Freitag begann in Frankreich die Fu\u00dfball-Europameisterschaft. 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