{"id":12603,"date":"2023-02-13T12:32:56","date_gmt":"2023-02-13T10:32:56","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12603"},"modified":"2023-02-13T12:32:57","modified_gmt":"2023-02-13T10:32:57","slug":"die-schlacht-um-stalingrad-1942-1943-historischer-kontext-und-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12603","title":{"rendered":"<strong>Die Schlacht um Stalingrad 1942-1943: Historischer Kontext und Bedeutung<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Jacques R. Pauwels. <\/em><strong>Der Krieg gegen die Sowjetunion war von den Industriellen, Bankiers, Gro\u00dfgrundbesitzern und weiteren Mitgliedern der deutschen Oberschicht, der \u201eElite\u201c des Landes, gewollt. Das war wohl der entscheidende Grund, warum sie die Machtergreifung Hitlers erm\u00f6glicht hatten, eines Politikers, von dem weithin bekannt war, dass er die Zerst\u00f6rung der Sowjetunion<\/strong><!--more--> <strong>als die gro\u00dfe Aufgabe betrachtete, die ihm von der Vorsehung anvertraut worden war. Hitlers so genannte \u201eMachtergreifung\u201c war eigentlich eine \u201eMacht\u00fcbertragung\u201c, und diese Macht\u00fcbertragung wurde logischerweise von denjenigen in Gang gesetzt, die in der Armee, der Justiz, der Staatsb\u00fcrokratie, im diplomatischen Dienst usw., hinter der demokratischen Fassade der Weimarer Republik, die Macht aus\u00fcbten, n\u00e4mlich der Oberschicht.<\/strong><\/p>\n<p>Um den von Hitler geplanten gro\u00dfen Krieg zu gewinnen, musste Deutschland als hochindustrialisiertes Land ohne Kolonien, und daher arm an strategischen Rohstoffen, ihn jedoch schnell gewinnen \u2013 bevor die importierten Vorr\u00e4te von Kautschuk und vor allem Erd\u00f6l aufgebraucht waren, die Deutschland vor Beginn des Konflikts angelegt hatte. Diese Reserven stammten zum gro\u00dfen Teil aus US-Importen und konnten nicht in ausreichendem Ma\u00dfe durch synthetischen Treibstoff und Kautschuk aus heimischer Produktion (auf der Basis von Kohle) bzw. durch Erd\u00f6llieferungen aus befreundeten oder neutralen L\u00e4ndern wie Rum\u00e4nien und \u2013 nach dem Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 \u2013 der Sowjetunion aufgef\u00fcllt werden. Vor diesem Hintergrund entwickelten die Nazis die Strategie des Blitzkriegs: synchronisierte Angriffe mit einer gro\u00dfen Zahl von Panzern, Flugzeugen und Lastwagen (f\u00fcr den Transport von Infanterieeinheiten), um die Verteidigungslinien zu durchbrechen, hinter denen sich der Gro\u00dfteil der gegnerischen Streitkr\u00e4fte in der Regel im Stil des Ersten Weltkriegs verschanzt hatte, um diese Kr\u00e4fte dann einzukesseln, so dass ihnen nur die Wahl zwischen Vernichtung oder Kapitulation blieb.<\/p>\n<p>In den Jahren 1939 und 1940 funktionierte diese Strategie perfekt: Der Blitzkrieg f\u00fchrte zum \u201eBlitzsieg\u201c gegen Polen, Holland, Belgien und \u2013 auf spektakul\u00e4re Weise \u2013 gegen die vermeintliche milit\u00e4rische Gro\u00dfmacht Frankreich. Als sich Nazi-Deutschland im Fr\u00fchjahr 1941 anschickte, die Sowjetunion anzugreifen, rechneten alle \u2013 nicht nur Hitler und seine Gener\u00e4le, sondern auch die Heerf\u00fchrer in London und Washington \u2013 mit einem \u00e4hnlichen Szenario: Die Rote Armee w\u00fcrde von der Wehrmacht innerhalb von h\u00f6chstens zwei Monaten vernichtet werden. Hitler und seine Gener\u00e4le verachteten die Sowjetunion als einen \u201eRiesen auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen\u201c, dessen Armee, vermeintlich durch Stalins S\u00e4uberungen in den drei\u00dfiger Jahren ihrer K\u00f6pfe beraubt, nicht mehr als \u201eein Witz\u201c war, wie es Hitler selbst einmal ausdr\u00fcckte. Am Vorabend des Angriffs f\u00fchlte sich Hitler \u00e4u\u00dferst zuversichtlich: Er w\u00e4hnte sich \u201eam Rande des gr\u00f6\u00dften Triumphes seines Lebens\u201c.<\/p>\n<p>Vom Ostkrieg[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#foot_1\">1<\/a>], ihrem \u201eBlitzkrieg\u201c im Osten, an der sp\u00e4ter so genannten \u201eOstfront\u201c, versprachen sich Hitler und seine Gener\u00e4le weit mehr als von ihren bisherigen Blitzfeldz\u00fcgen. Die Vorr\u00e4te an Treibstoff und Kautschuk waren bereits geschrumpft, nachdem sich die spritfressenden Flugzeuge und Panzer auf den Weg gemacht hatten, um Europa von Polen \u00fcber Norwegen bis nach Frankreich zu erobern; im Fr\u00fchjahr 1941 erlaubten die Vorr\u00e4te an Treibstoff, Reifen, Ersatzteilen usw. die F\u00fchrung eines motorisierten Krieges nur noch f\u00fcr einige Monate. Dieser Mangel konnte nicht durch Importe aus der Sowjetunion im Rahmen des Ribbentrop-Molotow-Pakts vom August 1939 ausgeglichen werden, wie einige Historiker behaupten. Nach einer akribischen Studie des kanadischen Geschichtsprofessors Brock Millman, die im <em>Journal of Contemporary History<\/em> ver\u00f6ffentlicht wurde, stammten lediglich vier Prozent des deutschen Treibstoffs aus der Sowjetunion. In den Jahren 1940 und 1941 war Deutschland vor allem von Erd\u00f6limporten aus zwei L\u00e4ndern abh\u00e4ngig: aus Rum\u00e4nien, einem zun\u00e4chst neutralen Land, das aber ab November 1940 mit Nazi-Deutschland verb\u00fcndet war; und aus den USA, deren \u00d6lbarone das Hitler-Regime \u00fcber neutrale L\u00e4nder wie das Spanien Francos und das besetzte Frankreich mit enormen Mengen des \u201efl\u00fcssigen Goldes\u201c versorgten: diese Exporte sollten bis zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten im Dezember 1941 anhalten. Die vergleichsweise bescheidenen Einfuhren sowjetischen Erd\u00f6ls beunruhigten Hitler zutiefst, denn gem\u00e4\u00df des Paktes von 1939 musste Deutschland hochwertige Industrieprodukte und modernste Milit\u00e4rtechnik liefern, die von den Sowjets zur Verst\u00e4rkung ihrer Verteidigung gegen den von ihnen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter erwarteten deutschen Angriff verwendet wurden[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#foot_2\">2<\/a>].<\/p>\n<p>Hitler glaubte dieses Dilemma durch einen Angriff auf die Sowjetunion l\u00f6sen zu k\u00f6nnen, und dies so schnell wie m\u00f6glich, auch wenn das unbeugsame Gro\u00dfbritannien noch nicht besiegt war: Der \u201eBlitzsieg\u201c, den man voller Zuversicht im Osten erwartete, sollte Deutschland die reichen \u00d6lfelder des Kaukasus bescheren, wo die spritfressenden Panzer und Stukas in Zukunft jederzeit ihre Tanks bis zum Rand bef\u00fcllen k\u00f6nnten. Deutschland w\u00e4re dann ein wahrhaft unbesiegbares \u00dcber-Reich, das auch lange Kriege gegen jeden Gegner gewinnen k\u00f6nnte. So lautete der Plan mit dem Codenamen \u201eBarbarossa\u201c, dessen Umsetzung am 22. Juni 1941 begann; aber es lief nicht so, wie es sich die Strategen in Berlin vorgestellt hatten.<\/p>\n<p>Die Rote Armee, zun\u00e4chst schwer angeschlagen, b\u00fcndelte ihre Kr\u00e4fte nicht an der Grenze, sondern sie entschied sich f\u00fcr eine Verteidigung in der Tiefe; durch einen relativ geordneten R\u00fcckzug konnte sie einer Vernichtung in einer oder mehreren der gro\u00dfen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kesselschlacht\">Kesselschlachten<\/a> entgehen, von denen Hitler und seine Gener\u00e4le getr\u00e4umt hatten. Es ist diese \u201eVerteidigung in der Tiefe\u201c, die die Wehrmacht daran hinderte, die Rote Armee zu vernichten, wie Marschall Schukow[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#foot_3\">3<\/a>] in seinen Memoiren betont hat. Die Deutschen r\u00fcckten vor, aber immer langsamer und unter gro\u00dfen Verlusten. Ende September, zwei Monate nach Beginn von Barbarossa, als der Sieg eigentlich schon feststehen sollte und die deutschen Soldaten auf dem Weg nach Hause sein sollten, um als siegreiche Helden empfangen zu werden, waren sie noch weit von Moskau und noch weiter von den kaukasischen \u00d6lfeldern entfernt, einem der Hauptziele Hitlers in seinem Ostkrieg. Und schon bald sollten der Schlamm, der Schnee und die K\u00e4lte des Herbstes und des fr\u00fchen Winters neue Schwierigkeiten f\u00fcr die Truppen mit sich bringen, die noch nie unter solchen Bedingungen k\u00e4mpfen mussten.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit hatte sich die Rote Armee von den anf\u00e4nglichen Schl\u00e4gen erholt und startete am 5. Dezember 1941 eine verheerende Gegenoffensive vor Moskau. Die Streitkr\u00e4fte der Nazis wurden zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und mussten sich auf Verteidigungspositionen zur\u00fcckziehen. Nur unter gro\u00dfer M\u00fche gelang es ihnen, die Offensive der Roten Armee aufzuhalten und den Winter 1941-1942 zu \u00fcberstehen. Am Abend jenes schicksalhaften 5. Dezembers 1941 meldeten die Gener\u00e4le des Oberkommandos der Wehrmacht Hitler, dass Deutschland aufgrund des Scheiterns der Blitzkriegsstrategie nicht mehr darauf hoffen k\u00f6nne, den Krieg zu gewinnen. Die Schlacht um Moskau l\u00e4utete das Scheitern der Blitzkriegsstrategie gegen die Sowjetunion ein. Die politischen und milit\u00e4rischen Machthaber Nazideutschlands erhofften sich von einem \u201eBlitzsieg\u201c an der Ostfront im Jahr 1941, dass dieser eine Niederlage Deutschlands im gesamten Krieg verhindern w\u00fcrde, und das w\u00e4re ziemlich sicher der Fall gewesen. Man kann wohl davon ausgehen, dass Deutschland nach einem Sieg der Nazis gegen die Sowjetunion 1941 noch heute der Hegemon in Europa und m\u00f6glicherweise auch im Nahen Osten und Nordafrika w\u00e4re. Doch im Dezember 1941 erlitt Nazideutschland vor Moskau die Niederlage, die einen deutschen Gesamtsieg unm\u00f6glich machte, und zwar nicht nur den Sieg gegen die Sowjetunion selbst, sondern auch den Sieg gegen Gro\u00dfbritannien und den Sieg im Krieg insgesamt. Mit anderen Worten: Der 5. Dezember 1941 war der eigentliche Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs. Es sei darauf hingewiesen, dass die Vereinigten Staaten zu diesem Zeitpunkt \u2013 wenige Tage vor Pearl Harbor \u2013 noch nicht in den Krieg gegen Deutschland verwickelt waren. Dies war vielmehr eine Folge der Schlacht um Moskau.<\/p>\n<p>Kurz nachdem Hitler die schlechte Nachricht aus Russland erhalten hatte, erfuhr er, dass die Japaner am 7. Dezember Pearl Harbor angegriffen hatten und dass die Amerikaner Japan, aber nicht Deutschland, das mit diesem Angriff nichts zu tun hatte, den Krieg erkl\u00e4rten. Doch Hitler erkl\u00e4rte seinerseits den Vereinigten Staaten am 11. Dezember den Krieg. Das B\u00fcndnis mit Japan zwang ihn nicht dazu, wie einige Historiker behaupten, denn es verlangte lediglich, einem Partner zu Hilfe zu kommen, der von einem dritten Land angegriffen wurde; das Land der aufgehenden Sonne wurde jedoch nicht angegriffen, sondern hatte die Feindseligkeiten selbst eingeleitet. Hitler hoffte zweifellos, dass Tokio diese dramatische Solidarit\u00e4tsgeste gegen\u00fcber seinem japanischen Partner erwidern und dem eigenen Todfeind, der Sowjetunion, den Krieg erkl\u00e4ren w\u00fcrde. Dann h\u00e4tte die Rote Armee einen Zweifrontenkrieg f\u00fchren m\u00fcssen, was die deutschen Aussichten auf einen Sieg im gigantischen Ostkrieg wiederbelebt h\u00e4tte. Doch Japan schluckte den K\u00f6der nicht und Nazideutschland hatte nun einen weiteren gewaltigen Feind, auch wenn es noch lange dauern sollte, bis die amerikanischen Streitkr\u00e4fte tats\u00e4chlich gegen die Nazi-Truppen antraten.<\/p>\n<p>Die Schlacht um Moskau war zweifellos der Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs, aber au\u00dfer Hitler und seinen Gener\u00e4len wusste kaum jemand, dass Deutschland von nun an dazu verurteilt war, den Krieg zu verlieren. Die breite \u00d6ffentlichkeit war sich dessen gewiss nicht bewusst, nicht in Deutschland, nicht in den besetzten L\u00e4ndern, nicht in Gro\u00dfbritannien und erst recht nicht in den USA. Es sah so aus, als h\u00e4tte die Wehrmacht einen vor\u00fcbergehenden R\u00fcckschlag erlitten, vermutlich \u2013 so die Nazi-Propaganda \u2013 wegen des unerwartet fr\u00fchen Wintereinbruchs; aber sie hatte sich immer noch tief auf sowjetischem Gebiet verschanzt und besetzte weiterhin einen gro\u00dfen Teil des Landes. Es wurde daher erwartet, dass die Deutschen 1942 ihre Offensive wieder aufnehmen w\u00fcrden, was sie auch taten.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1942 sammelte Hitler alle verf\u00fcgbaren Kr\u00e4fte f\u00fcr die Offensive mit dem Codenamen \u201eUnternehmen Blau\u201c in Richtung der \u00d6lfelder des Kaukasus. Er war \u00fcberzeugt, dass er noch eine Chance hatte, den Krieg zu gewinnen, aber sicher nicht, \u201ewenn er nicht das Petroleum von Maikop und Grosny bekommt\u201c. Das \u00dcberraschungsmoment war jedoch verloren gegangen und die Sowjets verf\u00fcgten immer noch \u00fcber riesige Mengen an M\u00e4nnern, \u00d6l und anderen Ressourcen. Die Wehrmacht hingegen konnte die enormen Verluste, die sie 1941 bei ihrem \u201eKreuzzug\u201c in der Sowjetunion erlitten hatte, nicht kompensieren: 6.000 Flugzeuge und mehr als 3.200 Panzer und \u00e4hnliche Fahrzeuge sowie mehr als 900.000 Gefallene, Verwundete und Vermisste, fast ein Drittel der durchschnittlichen St\u00e4rke der deutschen Streitkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Die f\u00fcr einen Vorsto\u00df auf die \u00d6lfelder des Kaukasus zur Verf\u00fcgung stehenden Kr\u00e4fte waren daher \u00e4u\u00dferst begrenzt und reichten, wie sich herausstellte, nicht aus, um das Ziel der Offensive zu erreichen. Unter diesen Umst\u00e4nden ist es bemerkenswert, dass die Deutschen 1942 so weit vordringen konnten. Doch als ihre Offensive im September desselben Jahres unweigerlich ins Stocken geriet, waren ihre schwach besetzten Linien \u00fcber viele Hunderte von Kilometern ausgedehnt und boten ein perfektes Ziel f\u00fcr einen sowjetischen Gegenangriff. Vor diesem Hintergrund wurde eine ganze deutsche Armee in Stalingrad eingeschlossen und schlie\u00dflich vernichtet, in einer gigantischen Schlacht, die im Herbst 1942 begann und Anfang Februar 1943, also vor genau achtzig Jahren, endete. Nach diesem aufsehenerregenden Sieg der Roten Armee war die Unausweichlichkeit der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg f\u00fcr alle offensichtlich. Aus diesem Grund \u2013 aber auch wegen der langen Dauer der Schlacht, der enormen Zahl der beteiligten Truppen und der beispiellosen Verluste auf beiden Seiten \u2013 betrachten die meisten Historiker diese Schlacht und nicht die Schlacht um Moskau als den Wendepunkt des weltweiten Konflikts von 1939 bis 1945. Aus rein milit\u00e4rischer Sicht muss anerkannt werden, dass die Schlacht um Moskau im September 1941 bereits dazu f\u00fchrte, dass der gr\u00f6\u00dfte Teil der deutschen Streitkr\u00e4fte an der rund 4.000 Kilometer langen Ostfront gebunden war und dass die Deutschen dort den gr\u00f6\u00dften Teil ihrer mageren Erd\u00f6l- und Kautschukressourcen einsetzen mussten.<\/p>\n<p>Diese Lage verhinderte neue deutsche milit\u00e4rische Initiativen gegen die Briten, und sie machte es unm\u00f6glich, Rommel in Nordafrika mit gen\u00fcgend M\u00e4nnern, Ausr\u00fcstung und Treibstoff zu versorgen, um seine Niederlage bei El Alamein im Herbst 1942 zu vermeiden. Es ist jedoch offensichtlich, dass das Fiasko von Stalingrad die kl\u00e4gliche milit\u00e4rische Lage des Reiches unendlich verschlimmerte und es unm\u00f6glich machte, eine ausreichende Anzahl von Truppen an der europ\u00e4ischen Atlantikk\u00fcste zu stationieren, um einer anglo-amerikanischen Invasion zu begegnen, die fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mit Sicherheit eintreten w\u00fcrde. Im Juni 1944, zur Zeit der Landung in der Normandie, hatten die Westalliierten erhebliche Schwierigkeiten, obwohl sie nur mit einem kleinen Teil der Wehrmacht konfrontiert waren, w\u00e4hrend die einst so gef\u00fcrchtete deutsche Luftwaffe wegen eines gravierenden Treibstoffmangels praktisch nicht mehr \u00fcber den Str\u00e4nden zu sehen war. Ohne die Erfolge der Roten Armee, zun\u00e4chst vor Moskau und dann bei Stalingrad, h\u00e4tte die gesamte Wehrmacht f\u00fcr den Kampf an der Westfront zur Verf\u00fcgung gestanden und die Luftwaffe h\u00e4tte \u00fcber unersch\u00f6pfliche Mengen an kaukasischem Erd\u00f6l verf\u00fcgt. Eine anglo-amerikanische Landung in der Normandie w\u00e4re \u201emission impossible\u201c gewesen.<\/p>\n<p>In jedem Fall waren die Auswirkungen der Schlacht von Stalingrad massiv. Der deutschen \u00d6ffentlichkeit wurde von nun an schmerzlich bewusst, dass ihr Land auf eine schmachvolle Niederlage zusteuerte, und zahllose seiner Unterst\u00fctzer wandten sich nun gegen das NS-Regime; viele, wenn nicht die meisten der milit\u00e4rischen und zivilen F\u00fchrer, die an dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 beteiligt waren und heute als Helden und M\u00e4rtyrer des deutschen Widerstandes gegen die Nazis gefeiert werden, wie z.B. Stauffenberg und Goerdeler, m\u00f6gen zwar mutige Menschen gewesen sein, aber sie hatten Hitler zur Zeit seiner Triumphe, d.h. vor der Niederlage bei Stalingrad, enthusiastisch unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Wenn sie nach der Schlacht von Stalingrad Hitler loswerden wollten, dann weil sie bef\u00fcrchteten, dass er sie mit in den Untergang rei\u00dfen w\u00fcrde. Das Bewusstsein \u00fcber die Bedeutung der deutschen Niederlage an der Wolga demoralisierte auch die Verb\u00fcndeten Nazideutschlands und veranlasste sie, nach Auswegen aus dem Krieg zu suchen. Die neutralen L\u00e4nder, von denen viele bis dahin mit Nazideutschland sympathisiert hatten, vor allem weil ihre Herrscher Hitlers Antisowjetismus teilten, zeigten sich nun gegen\u00fcber den Mitgliedern der \u201eAnti-Hitler-Koalition\u201c und vor allem gegen\u00fcber den \u201eAnglo-Amerikanern\u201c deutlich wohlwollender. Franco tat zum Beispiel so, als w\u00fcrde er die alliierten Flieger nicht bemerken, die nach dem Abschuss ihrer Flugzeuge \u00fcber den besetzten Gebieten mit der Hilfe von Widerstandsk\u00e4mpfern die Pyren\u00e4en von Frankreich nach Spanien \u00fcberquerten, um auf diesem Weg nach England zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>In Frankreich und in anderen besetzten L\u00e4ndern begannen die f\u00fchrenden politischen, milit\u00e4rischen, aber auch wirtschaftlichen Kollaborateure, d. h. Bankiers und Industrielle, sich auf diskrete Weise von den Deutschen zu distanzieren. Im Vertrauen auf die wohlwollenden Dienste des Vatikans und des Franco-Regimes suchten sie Kontakt zu den Amerikanern und den Briten, die ihnen Sympathie und Unterst\u00fctzung entgegenbrachten, da beide Seiten danach strebten, die etablierte kapitalistische sozial\u00f6konomische Ordnung zu erhalten (die franz\u00f6sische Historikerin Annie Lacroix-Riz hat sich in einigen ihrer gr\u00fcndlich recherchierten und dokumentierten B\u00fccher mit diesem wenig bekannten Aspekt des Krieges befasst). Umgekehrt lie\u00dfen die Nachrichten aus Stalingrad die Moral der deutschen Feinde \u00fcberall steigen. Nach vielen langen Jahren der Finsternis, in denen es so aussah, als w\u00fcrde Nazideutschland ganz Europa f\u00fcr immer beherrschen, sahen die Widerstandsk\u00e4mpfer in Frankreich und anderswo endlich das sprichw\u00f6rtliche Licht am Ende des Tunnels. Und ihre Reihen wurden nun in zunehmendem Ma\u00dfe verst\u00e4rkt durch viele, die vor der frohen Botschaft aus Stalingrad zu lethargisch gewesen waren. Vor allem in Frankreich wurde der Name Stalingrad zum Schlachtruf des Widerstands. Nach dem gro\u00dfen Sieg der Roten Armee an der Wolga ging in Deutschland das Schreckgespenst einer unvermeidlichen Niederlage um, w\u00e4hrend in den besetzten L\u00e4ndern jeder wusste, dass die Stunde der Befreiung nahte \u2013 vielleicht langsam, aber sicher.<\/p>\n<p>Wenn wir die Situation nach Stalingrad aus der Sicht von Uncle Sam und seinem britischen (Junior-)Partner betrachten, so besteht kein Zweifel, dass die Aussicht auf eine Niederlage Deutschlands und die Befreiung Frankreichs und des \u00fcbrigen Europas durch die Rote Armee in den Machtzentralen in London und Washington die Alarmglocken schrillen lie\u00df. W\u00e4hrend sich die Nazis und die Sowjets an der Ostfront einen t\u00f6dlichen Kampf lieferten, hatten sich die westlichen Alliierten damit begn\u00fcgt, am Rande des Geschehens zu bleiben, ihre Verluste zu minimieren und massiv aufzur\u00fcsten. W\u00e4hrend die Rote Armee das Kanonenfutter lieferte, das man brauchte, um Deutschland zu besiegen, konnten sie wie ein deus ex machina entscheidend eingreifen, wenn sowohl die Nazi-Feinde als auch der ungeliebte sowjetische Verb\u00fcndete ersch\u00f6pft sein w\u00fcrden. Mit Gro\u00dfbritannien als Juniorpartner w\u00e4ren die USA dann in der Lage, die F\u00fchrungsrolle im Lager der Sieger zu \u00fcbernehmen und sowohl den Sowjets als auch den Deutschen die Friedensbedingungen zu diktieren. Aus diesem Grund hatten sich Washington und London 1942 geweigert, eine \u201ezweite Front\u201c durch die Landung von Truppen in Frankreich zu er\u00f6ffnen. Stattdessen verfolgten sie eine \u201es\u00fcdliche\u201c Strategie und schickten im November 1942 eine Armee nach Nordafrika, um die dortigen franz\u00f6sischen Kolonien zu besetzen. Durch den Ausgang der Schlacht von Stalingrad hatte sich die Lage dramatisch ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Aus rein milit\u00e4rischer Sicht war Stalingrad nat\u00fcrlich ein Geschenk f\u00fcr die westlichen Alliierten, denn diese Niederlage hatte die Kriegsmaschinerie des Nazi-Feindes auch zu ihrem Vorteil gesch\u00e4digt. Aber Roosevelt und Churchill waren alles andere als gl\u00fccklich dar\u00fcber, dass sich die Rote Armee nun ihren Weg in Richtung Berlin und m\u00f6glicherweise noch weiter nach Westen bahnte, und dass die Sowjetunion \u2013 und ihr sozialistisches sozial\u00f6konomisches System \u2013 sich nun bei den Patrioten in allen besetzten L\u00e4ndern sehr gro\u00dfer Beliebtheit erfreute und die Widerstandsbewegungen in Frankreich und anderswo zu Pl\u00e4nen ermutigte, nach der Befreiung ihrer L\u00e4nder weitreichende, geradezu revolution\u00e4re Ver\u00e4nderungen einzuleiten. Umgekehrt waren die Angelsachsen in L\u00e4ndern wie Frankreich alles andere als beliebt, zum einen wegen ihres bis dahin geringen Beitrags zum Kampf gegen den Nazismus, zum anderen, weil ihre Luftangriffe auf St\u00e4dte in Frankreich und anderen besetzten L\u00e4ndern betr\u00e4chtliche Opfer unter der Zivilbev\u00f6lkerung forderten. Wenig hilfreich war zudem, dass Washington seit langem diplomatische Beziehungen zur Kollaborationsregierung von Marschall P\u00e9tain in Vichy unterhielt und den Pl\u00e4nen f\u00fcr radikale Ver\u00e4nderungen nach der Befreiung bekannterma\u00dfen ablehnend gegen\u00fcberstand. In Anbetracht dieser Umst\u00e4nde wurde nach Ansicht der amerikanischen Historiker Peter N. Carroll und David W. Noble \u201edie Landung von Truppen in Frankreich zur zwingenden Notwendigkeit f\u00fcr die amerikanische und englische Strategie\u201c, um so zu verhindern, dass Westeuropa und der gr\u00f6\u00dfte Teil Deutschlands \u201ein sowjetische H\u00e4nde\u201c oder zumindest unter sowjetischen Einfluss fielen.<\/p>\n<p>Als jedoch Anfang 1943 die Nachricht vom sowjetischen Sieg in Stalingrad bekannt wurde und man sich der Folgen bewusst wurde, war es zu sp\u00e4t, um noch im selben Jahr eine Landung in Frankreich zu planen, und so musste man bis zum Fr\u00fchjahr 1944 warten.<\/p>\n<p>Die Landung in der Normandie im Juni 1944 war nicht der Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs. Milit\u00e4risch hatte Nazideutschland bereits in den Schlachten von Moskau und Stalingrad und erneut im Sommer 1943 in der Schlacht von Kursk verheerende Schl\u00e4ge erhalten. Und obwohl die Landungen offiziell die Befreiung Frankreichs und des \u00fcbrigen Europas zum Ziel hatten, bestand ihre \u201elatente\u201c, d.h. unausgesprochene, aber tats\u00e4chliche Funktion darin, die Sowjetunion daran zu hindern, Europa im Alleingang, m\u00f6glicherweise einschlie\u00dflich Westeuropa bis zum \u00c4rmelkanal, zu befreien \u2013 eine Aussicht, die erstmals durch den Sieg der Roten Armee an der Wolga m\u00f6glich schien. Die Befreiung Frankreichs \u2013 oder eine Besetzung wie durch die Deutschen, wie General de Gaulle das Ergebnis der Landung in der Normandie einmal beschrieb! \u2013 sollte auch verhindern, dass die F\u00fchrer der franz\u00f6sischen R\u00e9sistance, die ebenso wie die einfache Bev\u00f6lkerung mehrheitlich gro\u00dfe Sympathie und Bewunderung f\u00fcr die Sowjets hegten, eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau ihres Landes spielen konnten[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#foot_4\">4<\/a>].<\/p>\n<p>Washington und London verabscheuten diesen \u201ePhilosowjetismus\u201c, der damals von der Mehrheit der Franzosen geteilt wurde. Aber vor allem f\u00fcrchteten sie, dass diese Patrioten an die Macht kommen und radikale sozial\u00f6konomische Reformen durchf\u00fchren k\u00f6nnten, einschlie\u00dflich der Verstaatlichung von Unternehmen und Banken, die mit den Nazis kollaboriert hatten (der entscheidende amerikanische Agent in der Schweiz, Allen Dulles, sp\u00e4terer CIA-Chef, warnte regelm\u00e4\u00dfig vor dieser Gefahr). Um die radikalen Projekte der R\u00e9sistance zu unterbinden, die mit den amerikanischen Pl\u00e4nen f\u00fcr Frankreich und ganz Europa, n\u00e4mlich der Einf\u00fchrung eines m\u00f6glichst ungez\u00fcgelten Kapitalismus, unvereinbar waren, beschlossen Washington und London nach langem Z\u00f6gern, sich auf General Charles de Gaulle zu st\u00fctzen, der insofern eine seltene Ausnahme darstellte, als er ein popul\u00e4rer Widerstandsf\u00fchrer und zugleich Konservativer war. Die Amerikaner hielten ihn f\u00fcr einen nervenden Gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen, erkannten aber schlie\u00dflich seine N\u00fctzlichkeit und erm\u00f6glichten es ihm, im befreiten Frankreich an die Macht zu kommen. Ihre Strategie bestand darin, f\u00fcr de Gaulle einen triumphalen Einzug in Paris zu inszenieren, mit einem recht theatralischen Spaziergang \u00fcber die Champs Elys\u00e9es, bei dem andere, wohl ebenso wichtige oder sogar wichtigere F\u00fchrer der R\u00e9sistance gezwungen waren, ihm zu folgen. Die Zusammenarbeit mit de Gaulle sollte sich f\u00fcr die Amerikaner jedoch als alles andere als einfach gestalten. So erwies es sich als unm\u00f6glich, ihn nach seiner Ernennung zum Regierungschef an der Verabschiedung einiger radikaler Reformen zu hindern, wie sie vom Widerstand und von der Mehrheit des franz\u00f6sischen Volkes gew\u00fcnscht wurden. Ohne ihn w\u00e4re jedoch vielleicht die Linke an die Macht gekommen und es h\u00e4tten weitreichendere, quasi-revolution\u00e4re Ver\u00e4nderungen umgesetzt werden k\u00f6nnen. Und in diesem Fall h\u00e4tten die Amerikaner Frankreich nicht in das antisowjetische B\u00fcndnis einbinden k\u00f6nnen, das sie nach der Niederlage Nazideutschlands und im Rahmen des Kalten Krieges in Europa errichten wollten. Die Mitgliedschaft in diesem so genannten B\u00fcndnis entsprach einem Vasallenstatus gegen\u00fcber Uncle Sam, und das Ziel des B\u00fcndnisses erwies sich als dasselbe wie das der Operation Barbarossa, n\u00e4mlich die Zerst\u00f6rung der Sowjetunion.<\/p>\n<p>Am Ende des Zweiten Weltkriegs und noch einige Jahre danach war den meisten Bewohnern der westeurop\u00e4ischen L\u00e4nder, die Opfer Nazideutschlands geworden waren, vor allem aber Frankreichs, bewusst, dass die Befreiung ihrer Heimat vor allem den Anstrengungen und Opfern der Sowjetunion zu verdanken war, ein Faktum, das sp\u00e4testens mit dem glorreichen Sieg der Roten Armee in der Schlacht von Stalingrad deutlich geworden war. Es war eine Zeit, in der dieselben Menschen, ganz im Gegensatz zu heute, den Russen und anderen ethnischen Gruppen der Sowjetunion \u2013 Ukrainern, Georgiern, Armeniern, Aserbaidschanern, Usbeken usw. \u2013 mit gro\u00dfer Dankbarkeit und Wohlwollen begegneten. An diesen fernen und kurzen Augenblick in der Geschichte erinnert noch immer der Name, den man im Juni 1945 einem der gr\u00f6\u00dften Pl\u00e4tze in Paris gab: Place de la Bataille-de-Stalingrad, \u201ePlatz der Schlacht von Stalingrad\u201c.<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#note_1\">\u00ab1<\/a>] Der Ausdruck \u201eOstkrieg\u201c ist f\u00fcr den Krieg gegen die Sowjetunion bei uns nach meinem Eindruck wenig gebr\u00e4uchlich. Er wird jedoch von Pauwels im englischen Originaltext exakt so verwendet. Vgl. dazu auch das viel beachtete Buch \u201e<a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1524\/9783486702262\/html\">Wehrmacht im Ostkrieg<\/a>\u201c von Christian Hartmann, Teil des Projekts \u201eWehrmacht in der NS-Diktatur\u201c.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#note_2\">\u00ab2<\/a>] Ursachen und Folgen des Hitler-Stalin-Paktes hat Pauwels ausf\u00fchrlich beschrieben, \u00dcbersetzung ins Deutsche siehe <a href=\"https:\/\/magma-magazin.su\/2022\/11\/jacques-r-pauwels\/der-hitler-stalin-pakt-1939-mythos-und-wirklichkeit-teil-1\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/magma-magazin.su\/2022\/11\/jacques-r-pauwels\/der-hitler-stalin-pakt-von-1939-mythos-und-wirklichkeit-teil-2\/\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/magma-magazin.su\/2022\/12\/jacques-r-pauwels\/der-hitler-stalin-pakt-von-1939-mythos-und-wirklichkeit-teil-3\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#note_3\">\u00ab3<\/a>] Shukov unterzeichnete am 9. Mai 1945 f\u00fcr die sowjetische Seite die Urkunde \u00fcber die bedingungslose Kapitulation Deutschlands. Er hat damals gesagt: \u201eWir haben sie befreit, das werden sie uns nie verzeihen\u201c. Die deutschsprachige Google-Suche nach diesem Zitat lieferte vor einigen Monaten noch Ergebnisse. Am 8.2.2023 finde ich nur noch einen Treffer (in einem Leserkommentar auf einer russischen (!) Dom\u00e4ne, de.topwar.ru). Die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#cite_note-109\">englische Wikipedia<\/a> gibt das Zitat noch wieder.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705#note_4\">\u00ab4<\/a>] Zu den Favoriten der USA z\u00e4hlten andere: <em>\u201eDie st\u00e4ndigen Verbindungen zweier anderer Ikonen des \u201aeurop\u00e4ischen Geb\u00e4udes\u2018, Robert Schuman \u2013 der f\u00fcr die Vollmachten f\u00fcr Philippe P\u00e9tain stimmte \u2013 und vor allem des gesch\u00e4ftst\u00fcchtigen Bankiers Jean Monnet, zu den amerikanischen Interessen werden durch zahlreiche Dokumente belegt. Bereits 1943 erschien Monnet als der Mann, der von Pr\u00e4sident Franklin Delano Roosevelt geschickt wurde, um General Henri Giraud gegen de Gaulle zu unterst\u00fctzen. Er misstraute dem Willen des Volkes und bek\u00e4mpfte die Autonomie der Politik gegen\u00fcber der Wirtschaft \u2026\u201c<\/em>. Zitiert aus <a href=\"https:\/\/www.monde-diplomatique.fr\/2019\/06\/DESCAMPS\/59956\">LMd 6\/2019<\/a><\/p>\n<p><em>#Bild: Deutsche Infanterie in Stalingrad (Oktober 1942); Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Angriff_auf_Stalingrad\"><em>wikipedia.org&#8230;<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93705\"><em>nachdenkseiten.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 13. Februar 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jacques R. Pauwels. Der Krieg gegen die Sowjetunion war von den Industriellen, Bankiers, Gro\u00dfgrundbesitzern und weiteren Mitgliedern der deutschen Oberschicht, der \u201eElite\u201c des Landes, gewollt. Das war wohl der entscheidende Grund, warum sie die Machtergreifung &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12604,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[39,34,61,56,18,20,83,46,17,118],"class_list":["post-12603","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-deutschland","tag-faschismus","tag-frankreich","tag-grossbritannien","tag-imperialismus","tag-sowjetunion","tag-stalinismus","tag-usa","tag-widerstand","tag-zweiter-weltkrieg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12603","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12603"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12603\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12605,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12603\/revisions\/12605"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12604"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12603"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12603"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12603"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}