{"id":12655,"date":"2023-02-21T09:35:48","date_gmt":"2023-02-21T07:35:48","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12655"},"modified":"2023-02-21T09:35:49","modified_gmt":"2023-02-21T07:35:49","slug":"nach-biden-besuch-in-kiew-wann-starten-die-ukrainer-die-offensive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12655","title":{"rendered":"<strong>Nach Biden-Besuch in Kiew: Wann starten die Ukrainer die Offensive?<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Bernd M\u00fcller.\u00a0<\/em><strong>Washington dr\u00e4ngt seit geraumer Zeit auf eine Offensive der ukrainischen Armee. F\u00fcr die \u00fcppigen Hilfen werden zunehmend Erfolge erwartet. Daf\u00fcr gibt es gewichtige Gr\u00fcnde.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Joe Biden hat am Montag der Ukraine einen kurzen und symbolischen Besuch abgestattet. Allein diese Tatsache verleitet manche Medien dazu, Mythen \u00fcber diesen Kurztrip zu verbreiten.<\/p>\n<p>Die Reise sei streng geheim gewesen, hei\u00dft es etwa bei <em>Spiegel Online<\/em>, und Biden habe sich fast vollst\u00e4ndig auf den Schutz durch die Ukrainer verlassen. Der Autor des Berichts wertete das <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/joe-biden-und-sein-blitzbesuch-in-kiew-es-ist-wunderbar-sie-zu-sehen-a-77318079-a73a-419f-b386-c731368abacf\">als klares Zeichen<\/a> in Richtung Moskau.<\/p>\n<p>Er l\u00e4sst auch den Mut nicht unerw\u00e4hnt, der mit einer solchen Reise verbunden sein muss. Schlie\u00dflich heulten die Luftschutzsirenen in Kiew, als Biden gemeinsam mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj ein Ehrenmal aufsuchten. Am Ende entpuppte es sich Show f\u00fcr die versammelte Presse.<\/p>\n<p>Dass innerhalb der US-amerikanischen Regierung \u00fcber eine Reise Bidens nach Kiew diskutiert wurde, hatte <em>Politico<\/em> bereits am Wochenende berichtet. Allerdings seien die meisten Berater <a href=\"https:\/\/www.politico.com\/news\/2023\/02\/19\/biden-ukraine-munich-russia-nato-00083540\">der Meinung gewesen<\/a>, &#8222;dass das Sicherheitsrisiko f\u00fcr Biden oder die Ukraine es nicht wert w\u00e4re&#8220;.<\/p>\n<p>Am Ende sicherte man sich aber doch beim Kreml ab. Der fr\u00fchere russische Pr\u00e4sident Dmitri Medwedew schrieb auf seinem <a href=\"https:\/\/t.me\/medvedev_telegram\/271\">Telegram-Kanal<\/a>, Biden habe vor seiner Reise Sicherheitsgarantien aus Moskau erhalten.<\/p>\n<p>Die Nachrichtenagentur <em>Associated Press<\/em> best\u00e4tigte diese Version indirekt und berief sich auf den nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan. Moskau sei demnach \u00fcber Bidens Besuch in Kiew kurz vor seiner Abreise aus Washington <a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/russia-ukraine-zelenskyy-biden-f00af220669457d5ba07127c7e57a27b\">informiert worden<\/a>, &#8222;um die Lage zu entsch\u00e4rfen&#8220; und um eine Fehlkalkulation zu vermeiden, die die beiden atomar bewaffneten Nationen in einen direkten Konflikt bringen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Besuch Bidens war vorwiegend symbolischer Natur, er versprach weitere Waffenlieferungen und dass die USA der Ukraine helfen werde, solange dies notwendig sei. Biden &#8222;versprach viele Waffen und schwor dem Neonazi-Regime bis ins Grab die Treue&#8220;, \u00e4tzte Medwedew. &#8222;Und nat\u00fcrlich gab es gegenseitige Zauberspr\u00fcche \u00fcber den Sieg, der mit neuen Waffen und einem mutigen Volk kommen w\u00fcrde.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Das Wei\u00dfe Haus will langsam Fortschritte der ukrainischen Armee sehen<\/strong><\/p>\n<p>Thema d\u00fcrfte aber auch eine ukrainische Offensive sein, zu der die Regierung in Kiew seit geraumer Zeit von den USA gedr\u00e4ngt wird. Sowohl <em>Politico<\/em> als auch die <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/politics\/2023\/02\/13\/us-ukraine-war-critical-moment\/\"><em>Washington Post<\/em><\/a> hatten zuletzt dar\u00fcber berichtet.<\/p>\n<p>Das Wei\u00dfe Haus habe die Regierung von Selenskyj angewiesen, sich jetzt auf eine Offensive vorzubereiten, hie\u00df es bei <em>Politico<\/em>. Der Bericht st\u00fctzt sich auf die Angaben mehrerer US-Beamten. Und laut <em>Washington Post<\/em> sei der Druck auf Kiew erh\u00f6ht worden, um auf dem Schlachtfeld deutliche Fortschritte zu erzielen.<\/p>\n<p>Hintergrund dieser Berichte ist die Furcht vor einem langen Krieg, der den Westen erm\u00fcden und damit die Hilfsleistungen f\u00fcr die Ukraine gef\u00e4hrden w\u00fcrde. Schon jetzt gebe es eine wachsende Fraktion innerhalb der Republikaner im Repr\u00e4sentantenhaus, welche die Finanzierung der Ukraine infrage stellt.<\/p>\n<p>Ein ranghoher US-Beamter sagte gegen\u00fcber der <em>Washington Post<\/em> und mit Blick auf die ukrainische Regierung: &#8222;Wir werden weiterhin versuchen, ihnen klarzumachen, dass wir nicht alles f\u00fcr immer tun k\u00f6nnen&#8220;. Innerhalb der US-Regierung sei man der &#8222;festen \u00dcberzeugung&#8220;, dass es schwierig sein werde, weiterhin das gleiche Ma\u00df an Sicherheits- und Wirtschaftshilfe vom Kongress zu erhalten.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrung im Wei\u00dfen Haus blicke auch mit Sorge auf Europa und seine F\u00e4higkeit, der Ukraine Munition, Waffen und andere Hilfsg\u00fcter zu liefern. Die R\u00fcstungsindustrie sei \u00fcberlastet, und einige L\u00e4nder betonen bereits, dass ihre Vorr\u00e4te aufgebraucht seien.<\/p>\n<p><strong>Was die Alliierten spaltet<\/strong><\/p>\n<p>Je l\u00e4nger der Krieg andauert, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Gefahr, dass manche westlichen L\u00e4nder ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine reduzieren oder einstellen k\u00f6nnten. Denn Inflation, hohe Energiepreise und wirtschaftliche Probleme zehren an ihrem Willen, durchzuhalten.<\/p>\n<p>Der Brigadegeneral a.D. David Hicks, der US- und Nato-Truppen befehligte, betonte gegen\u00fcber <em>Politico<\/em>: &#8222;Ich denke, es bleibt abzuwarten, ob [Biden] die Nato zusammenhalten kann&#8220;. In Zukunft werde das immer schwieriger werden. Und: &#8222;Die Ukraine wird mit der Hilfe, die sie erhalten hat, Ergebnisse vorweisen m\u00fcssen&#8220;.<\/p>\n<p>Es verwundert deshalb nicht, dass zahlreiche hochrangige US-Beamte versuchten, der ukrainischen Regierung die Brisanz der Lage n\u00e4herzubringen. In dieser Mission waren der stellvertretende nationale Sicherheitsberater Jon Finer im letzten Monat in der Ukraine, ebenso die stellvertretende Au\u00dfenministerin Wendy Sherman und der stellvertretende Verteidigungsminister Colin Kahl.<\/p>\n<p>Laut <em>Washington Post<\/em> waren diese Gespr\u00e4che auch Ausdruck der Bem\u00fchungen, die Ziele der Ukraine mit dem in Einklang zu bringen, was der Westen unterst\u00fctzen kann. Die Gespr\u00e4che seien nicht immer einfach gewesen, hei\u00dft es. Doch die Diskrepanz zwischen den Zielen hat die Bef\u00fcrchtung gen\u00e4hrt, der Krieg k\u00f6nne unbestimmte Zeit andauern und den Westen \u00fcberfordern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Westen darauf dringt, dass der Konflikt nicht ewig andauert, verweigert der ukrainische Pr\u00e4sident Selenskyj Friedensverhandlungen. Wiederholt hat er deutlich gemacht, dass nicht verhandelt wird, solange nicht das gesamte ukrainische Territorium wieder unter Kiews Kontrolle ist.<\/p>\n<p>Das bedeutet einmal, dass der Donbass wieder ukrainisch werden m\u00fcsste; aber auch die Halbinsel Krim m\u00fcsste von der russischen Armee ger\u00e4umt werden. Das w\u00fcrde allerdings ihre vernichtende Niederlage voraussetzen.<\/p>\n<p>Der Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Oleksij Danilow, geht in seinen Forderungen noch weiter. <a href=\"https:\/\/www.thesun.co.uk\/news\/21440706\/kyiv-security-chief-vows-ukraine-tanks-moscow\/\">Er tr\u00e4umt<\/a> bereits davon, dass die ukrainische Armee Moskau besetzt. Gegen\u00fcber der Zeitung <em>The Sun<\/em> sagte er: &#8222;Unsere Panzer werden auf dem Roten Platz stehen, und das wird Gerechtigkeit sein&#8220;.<\/p>\n<p>Am Ende bleibt die Frage, ob auch der Westen dieses Kriegsziel teilt.<\/p>\n<p><em>#Bild: <\/em><a href=\"https:\/\/t.me\/VoxCartoons\/199\"><em>https:\/\/t.me\/VoxCartoons\/199<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Nach-Biden-Besuch-in-Kiew-Wann-starten-die-Ukrainer-die-Offensive-7522007.html?seite=all\"><em>telepolis.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 21. Februar 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernd M\u00fcller.\u00a0Washington dr\u00e4ngt seit geraumer Zeit auf eine Offensive der ukrainischen Armee. F\u00fcr die \u00fcppigen Hilfen werden zunehmend Erfolge erwartet. 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