{"id":12739,"date":"2023-03-03T12:33:13","date_gmt":"2023-03-03T10:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12739"},"modified":"2023-03-03T12:33:14","modified_gmt":"2023-03-03T10:33:14","slug":"finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12739","title":{"rendered":"<strong>Finnland und Schweden wollen in die NATO \u2013 Warum?<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Manfred Henle. <\/em><strong>Die Einkreisungs- und Kriegspolitik gegen\u00fcber Russland und die daraus resultierende Unsicherheit haben Schweden und Finnland bewogen, sich endg\u00fcltig unter den US-gef\u00fchrten \u201eSchutzschild\u201c der NATO zu begeben.\u00a0<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Finnland und Schweden haben auf dem NATO-Gipfel im Juni 2022 in Madrid ihre Vollmitgliedschaft in der NATO beantragt. Die NATO hat diese perspektivische NATO-Erweiterung umgehend begr\u00fc\u00dft und das Aufnahmeverfahren eingeleitet. Was Finnland und Schweden dazu bewogen hat, ihre jahrzehntelang gepflegte Neutralit\u00e4tspolitik aufzugeben, scheint in der \u00d6ffentlichkeit diesseits und jenseits des Atlantiks keiner n\u00e4heren Betrachtung wert zu sein: Putin ist schuld!<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber ist es durchaus lohnenswert, diese Frage einmal ernst zu nehmen und sie zu beantworten mit mehr als: wegen Putin und dem Krieg in der Ukraine. Notwendig und lohnenswert ist die n\u00e4here Betrachtung des Ganzen auch insofern, als sie\u00a0 im gr\u00f6\u00dferen Kontext zu stellen ist, der auch eine kleine historische Erinnerung mit einschlie\u00dft.<\/p>\n<p><strong>US-strategische Vorherrschaft und globale Russland-Einkreisung<\/strong><\/p>\n<p>Dass Russland wie schon zu Zeiten der UdSSR und des Kalten Krieges als ein bis auf den heutigen Tag fortw\u00e4hrendes, Kernwaffen best\u00fccktes \u201eReich des B\u00f6sen\u201c (Reagan, 1983) mindestens zur\u00fcckzustufen ist auf eine geo- und weltpolitisch irrelevante, klein gemachte \u201eRegionalmacht\u201c (Obama, 2014)<a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftn1\">[1]<\/a>, ist das Eine. Dieses Feindschafts- und Kriegsprogramm ist zum anderen nur ein Baustein der \u201eeinzig verbleibenden Weltmacht (USA) in ihrer Strategie der (globalen) Vorherrschaft.\u201c (Z.Brzezinski,1997)<a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Mit diesem ausgreifenden Weltmachtprogramm er\u00f6ffnen und radikalisieren\u00a0 ab 1945 die USA auf erweiterter Stufenleiter die weltweite Konkurrenz innerhalb der von ihr geschaffenen \u201eregelbasierten\u201c Staatenwelt. Dies umso mehr, als die anderen, vor allem gewichtigeren staatlichen Souver\u00e4ne, aus ihrem nationalen Interesse geo- und weltpolitisch relevante Benutzungsanspr\u00fcche auf den Globus geltend machen. Das bringt nicht zu Unrecht die gewisse Sorge hervor: \u201e<em>Gegenw\u00e4rtig gibt es niemanden, der diese beispiellose globale Vormachtstellung der USA angreifen k\u00f6nnte. Aber wird sie auch in Zukunft unangefochten bleiben?<\/em> Brzezinski, ebd.: 52)<\/p>\n<p>Eine\u00a0 \u201eStrategie der Vorherrschaft\u201c schlie\u00dft die gleichsam l\u00fcckenlose Dominanz, Pr\u00e4senz und \u00dcberwachung jeden nur erdenklichen Quadratzentimeters der (geografischen, maritimen, lufthoheitlich-weltraumnahen) Erde ein. Auch der \u201eHohe Norden\u201c einschlie\u00dflich der Arktis- und Nordpolregion ist davon selbstredend betroffen, wie etwa die 1951 installierte US-amerikanische \u201eThule Air Base\u201c auf Gr\u00f6nland \u2013 nebst anderen Milit\u00e4r-Projekten und St\u00fctzpunkten seit Ende des II.Weltkrieg \u2013\u00a0 belegt. Die globale (Kern-) Russland-Einkreisung auch im arktisch-polaren Hohen Norden f\u00e4llt also in eins mit dem Programm der Sicherung der US-Vorherrschaft gegen\u00fcber m\u00f6glichen, aufstrebenden Konkurrenten oder Rivalen.<\/p>\n<p>Herausgefordert haben die USA mit ihrem Vorherrschaftsprogramm im Hohen Norden\u00a0 nicht nur das konkurrierende Interesse der Anrainerstaaten, sondern auch den Selbstbehauptungswillen Chinas im Hohen Norden, wie das Projekt der \u201ePolar Silk Road\u201c bezeugt; und auf erweiterter Stufenleiter ist der russische Selbstbehauptungswille seit den Zeiten der UdSSR entschlossen, seine drohende Nord-Einkreisung nicht zuzulassen; und schon gar nicht eine nukleare Einkreisung. Insgesamt ergibt diese Sachlage einen <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/navigation\/ressourcenpolitik-6423.html\">\u201eWettlauf um die Arktisregion\u201c<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eDie strategischen Ressourcen und die Interessen der ma\u00dfgeblichen Akteure k\u00f6nnten dazu f\u00fchren, dass sich um die Arktis <strong>ein neues \u201eGreat Game\u201c<\/strong> entwickelt. Ein solcher geopolitischer Wettlauf k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass die Arktis zunehmend militarisiert wird. Neben den f\u00fcnf arktischen Polarstaaten und der Europ\u00e4ischen Union zeigen neuerdings auch China und Japan Interesse an der Region. China bem\u00fcht sich um den Status eines Beobachters im Arktischen Rat, w\u00e4hrend Japan die Erforschung durch Tanker der arktischen Klasse finanziell unterst\u00fctzt.\u201c<\/p>\n<p>Der Klimawandel er\u00f6ffnet dabei nicht nur konkurrenztr\u00e4chtige Begehrlichkeiten hinsichtlich eines zunehmend erleichterten Zugangs zu den unter den arktischen Eisdecke schlummernden, strategischen (Erd\u00f6l-, Gas-) Ressourcen und Bodensch\u00e4tze. Sondern stachelt vor allem auch geopolitische Neuberechnungen hinsichtlich der Auseinandersetzung mit Russlands Selbstbehauptungswillen und Chinas Ausgreifen auch in dieser Region an: Maritime Wege aus seiner (auch nuklearen) Nord-Einkreisung heraus \u00f6ffnen sich m\u00f6glicherweise f\u00fcr Russland, wie sie Chinas geo\u00f6konomisches und geostrategisches Ausgreifen auch in dieser Region erleichtern und voranbringen k\u00f6nnen. \u201eWir\u201c k\u00f6nnen da nicht au\u00dfen vor bleiben: Deshalb \u00fcbernehmen auch Deutschland und die EU arktisch-polare \u201eVerantwortung\u201c: Die \u201eLeitlinien der deutschen Arktis-Politik\u201c (2019) im Verein und als F\u00fchrungsmacht der EU: <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/10.18449\/2021A14\/\">\u201e<em>Die neue Arktisstrategie der EU<\/em><strong> \u2013 <\/strong>Maritime Sicherheit und geopolitische Akzente st\u00e4rken\u201c<\/a> (SWP, 2021).<\/p>\n<p>Die bange Frage, ob \u201edie beispiellose globale Vormachtstellung der USA auch in Zukunft unangefochten bleibt\u201c (Brzezinski), ist auf diese Weise nicht beantwortet. Vielmehr steht die Konkurrenz auf erweiterter Stufenleiter um die Dominanz und Militarisierung auch der arktisch-polaren Erdregion, des Hohen Nordens an, um nicht zu sagen: sie ist bereits im vollen Gange. Das erfordert von der im Moment noch einzig verbleibenden Weltmacht konsequentes Handeln; und, im Schlepptau und unter dem \u201eSchutzschirm\u201c der USA, gleicherma\u00dfen konsequent-verantwortliches Handeln seitens Deutschlands und der EU. Gottlob gibt es das 1949 eingerichtete historisch einzigartige Milit\u00e4r- und Kriegsb\u00fcndnis der US-gef\u00fchrten NATO. Mit diesem au\u00dfen- und weltpolitisch ambitionierten Instrument k\u00fcmmert sich der freiheitsliebende Westen, zudem in Fortsetzung des Kalten Krieges gegen den UdSSR-Nachfolger Russland, um den weitr\u00e4umigen \u201eHohen Norden\u201c.<\/p>\n<p>Angesichts Russlands Selbstbehauptungswillen und Chinas entschlossen gef\u00fchrtes, weiteres Ausgreifen auch im Hohen Norden erscheinen die bisherigen NATO-Ost- und Nord-Erweiterungen nunmehr, in der\u00a0 \u00c4ra der Zeitenwende, als bedenklich r\u00fcckst\u00e4ndig und mangelhaft: Im Hohen Norden ist die NATO-Zeitenwende gem\u00e4\u00df ihren anspruchsvollen Kriterien keineswegs angekommen.<\/p>\n<p><strong>Die NATO-Nord-Erweiterung \u2013 auf dem Weg zur endg\u00fcltigen Einkreisung Russlands <\/strong><\/p>\n<p>Andererseits schlie\u00dft der Hohe Norden geografisch und geostrategisch gesehen neben der Arktis und der Nordpolregion gl\u00fccklicherweise die skandinavischen L\u00e4nder mitsamt den Ostsee-Raum ein. Das er\u00f6ffnet die Perspektive, dass \u00fcber die Einbindung der Nordl\u00e4nder, speziell Finnlands, in das US-gef\u00fchrte Feindschafts- und Kriegsprogramm die (auch atomare) Einkreisung Russlands endlich substanzielle Fortschritte erzielen kann. Dementsprechend geh\u00f6ren Norwegen, D\u00e4nemark und Island zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern der NATO. Die Aussicht, im Fr\u00fchling-Sommer 2023 auf dem NATO-Gipfeltreffen in Vilnius Finnland und Schweden als NATO-Vollmitglieder hinzuzugewinnen, erg\u00e4be die stolze Liste von insgesamt 9 NATO-Erweiterungsrunden.<\/p>\n<p>Flankiert wird das NATO-Einkreisungsprogramm gegen\u00fcber Russland durch die \u00f6konomische Eingemeindung auch des Hohen Nordens in der vorw\u00e4rtsorientierten \u201ezivilen\u201c Abteilung der NATO, der EU: ab 1973 7 Erweiterungsrunden, Finnland und Schweden ab 1995 im EU-Club dabei. Dennoch: In der gem\u00e4\u00df den Kriterien der Zeitenwende orientierten Entschlossenheit, Russland als weltpolitisch relevanten Akteur definitiv herabzustufen oder auszuschalten, gilt als grobe Fahrl\u00e4ssigkeit, dass Schweden und Finnland zwar gleich wie die Ukraine faktisch vollwertige NATO-L\u00e4nder mit funktionierender Interoperabilit\u00e4t sind<a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftn3\">[3]<\/a>, de jure jedoch nicht. Das ist mehr als unzeitgem\u00e4\u00df: Eine auch de jure Vollmitgliedschaft erlaubte die h\u00f6chst offizielle, vertraglich gesicherte \u201elegitime\u201c Stationierung von Nuklearwaffen. Das ist, wie zu zeigen sein wird, im wahrsten Sinne des Wortes: von existenzieller Bedeutung. Und in Anbetracht der westlich insgesamt vorangetriebenen Eskalation <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LmSZQS3HdTI\">\u201eim Krieg gegen Russland\u201c<\/a> (Baerbock, 24.1.2023), r\u00fcckt die unmittelbare Konfrontation NATO gegen Russland in der Ukraine in greifbare N\u00e4he: Der 1949 in weiser und vorausschauender NATO-Kriegsplanung eingeschriebene \u201eB\u00fcndnisfall\u201c nach Artikel 5 des NATO-Vertrags kann im je schon geplanten \u201eErnst der Stunde\u201c ausgerufen werden.<\/p>\n<p>Dann w\u00e4ren Schweden und Finnland als NATO-Vollmitglieder geostrategisch-milit\u00e4risch an dieser unmittelbaren Konfrontation direkt mitbeteiligt: Insofern eine St\u00e4rkung der NATO, als Russland hier mit Finnland eine weitere, eine 1430 Kilometer lange Front- und Schlachtfeldlinie aufgemacht wird und Schweden als Basislager, Nachschub- und R\u00fcckendeckung f\u00fcr die finnisch-russische 1430 Kilometer Front- und Schlachtfeldlinie dient<a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftn4\">[4]<\/a> \u2013 D\u00e4nemark, Norwegen und Island sind ja ohnehin im Hohen NATO-Norden dabei. Dar\u00fcber hinaus ist mit Schweden und Finnland der Ostsee-Raum prinzipiell abriegelbar: Der russischen Nordmeerflotte k\u00f6nnte im Kriegsfall dieser Ausgang zum (Trans-) Atlantik versperrt werden. Weshalb etwa der ganzj\u00e4hrig eisfreie St\u00fctzpunkt in Murmansk und die nahe Norwegen liegende Halbinsel Kola f\u00fcr Russlands Nordemeerflotte von grundlegender strategisch-milit\u00e4rischer Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Leicht nachvollziehbar ist daher die Freude \u00fcber die kommende Vollmitgliedschaft Finnlands und Schwedens gr0\u00df:<\/p>\n<p>\u201eZugewinn insbesondere im Ostseeraum \u2026 Der Beitritt sei ein Zugewinn f\u00fcr das B\u00fcndnis, insbesondere f\u00fcr den Ostseeraum, insbesondere auch f\u00fcr Deutschland. Lambrecht: Europ\u00e4ische Fu\u00dfabdruck wird gr\u00f6\u00dfer.\u201c \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2022\/kw27-de-nato-freitag-902590\">Bundestag<\/a><\/p>\n<p>War zu fr\u00fcheren Zeiten der Ostsee-Raum gleichsam sowjetisches (Meeres-) Hoheitsgebiet, so gilt mit dem Beitritt Schwedens und Finnlands zur NATO-Vollmitgliedschaft wohl endg\u00fcltig: \u201e<em>Kalter Krieg im Ostseeraum: Vom \u201aMeer des Friedens\u2018 zum \u201aNATO-Binnenmeer.<\/em>\u201e<a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftn5\">[5]<\/a> Misslich ist lediglich die russische Exklave Kaliningrad und die Stationierung russischer, atomar best\u00fcckbarer Iskander-M Kurzstrecken-Raketen, die wenigstens Berlin, Warschau oder Kopenhagen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/russland-laesst-iskander-raketen-in-kaliningrad-auffahren-a-1206355.html\">erreichen<\/a> k\u00f6nnen; hinzu kommt das \u00c4rgernis der sog. \u201eSuwalki-L\u00fccke\u201c: ein schmaler, 100 Kilometer langer Landkorridor, der im Norden an das russische Kaliningrad, in seiner Mitte an Litauen, im S\u00fcden an Belarus grenzt. Im von der NATO immer schon geplanten\u00a0 \u201eErnstfall\u201c\u00a0 fiele das Baltikum m\u00f6glicherweise Russland in die H\u00e4nde.<a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftn6\">[6]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bild1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-12740\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bild1-300x228.jpg\" alt=\"\" width=\"603\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bild1-300x228.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Bild1.jpg 687w\" sizes=\"auto, (max-width: 603px) 100vw, 603px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Suwalki-L\u00fccke. <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/Category:Suwalki_Gap?uselang=de#\/media\/File:Suwalki_Gap-de-cropped.png\">Bild<\/a>: NordNordWest\/<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/em><\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df der gegen Russland ins Werk gesetzten Zeitenwende betrachtet, ist es also unabdingbar: Schweden und Finnland <em>m\u00fcssen<\/em> NATO-Vollmitglieder werden, so oder so. Einmal um die Osterweiterung der NATO um die NATO-Norderweiterung zu erg\u00e4nzen und die Einkreisung (Kern-) Russlands um einen gewaltigen Schritt mit einer Erweiterung des vorw\u00e4rtsorientierten NATO-Raums voranzubringen. Russland bef\u00e4nde sich dann in der Zwangslage, die NATO-Stationierung und das Heranr\u00fccken der NATO an der russischen Westgrenze, an (Kern-) Russland um weitere 1340 Kilometer hinzunehmen und anzuerkennen; oder eben nicht.<\/p>\n<p>Zum anderen, um im konkreten Kriegsfall mit Schweden und Finnland als Vollmitgliedern das Gewaltpotenzial der NATO-Maschinerie durch zwei geografisch, geo-strategisch und milit\u00e4risch nicht unbedeutende L\u00e4nder m\u00e4chtig zu erweitern.<a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftn7\">[7]<\/a> Schliesslich, um die nukleare Einkreisung Russlands f\u00fcr die NATO so risikolos wie irgend m\u00f6glich zu bewerkstelligen. Kein Wunder, dass Schwedens und Finnlands au\u00dfen- und russlandpolitischer Kurswechsel und ihr Antrag auf NATO-Vollmitgliedschaft im Juni 2022 Triumpfgef\u00fchle und helle Begeisterung im NATO-Klub diesseits und jenseits des Atlantiks ausgel\u00f6st hat:<\/p>\n<p>\u201eOhne weitere Verz\u00f6gerung\u201c: Baerbock fordert Aufnahme von Finnland und Schweden in die Nato. Bei ihrem Besuch in Helsinki hat Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock erneut f\u00fcr eine Mitgliedschaft der nordischen L\u00e4nder geworben. Die T\u00fcrkei und Ungarn <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/ohne-weitere-verzogerung-baerbock-fordert-aufnahme-von-finnland-und-schweden-in-die-nato-9344717.html\">blockieren<\/a> derzeit noch.<\/p>\n<p>Gleichlautend eine andere Stimme:<\/p>\n<p>\u201eNato-Beitrittsantr\u00e4ge von Finnland und Schweden \u201aDas ist ein historischer Schritt.\u2018 Finnland und Schweden haben ihre Antr\u00e4ge auf einen Beitritt zur Nato eingereicht. Die Bundesregierung begr\u00fc\u00dft diese souver\u00e4ne Entscheidung unserer skandinavischen Freunde ganz ausdr\u00fccklich..Wir freuen uns darauf, Finnland und Schweden bald als Verb\u00fcndete in der Nato an unsere Seite zu wissen.\u201c \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/nato-beitritt-finnland-schweden-2040352\">Bundesregierung, 18.5.2022<\/a><\/p>\n<p>Wie die abgeschmackte, doch weithin anerkannte, totalit\u00e4re Rede, demnach Waffenlieferungen an die Ukraine Leben retten und nicht das Gegenteilige bewirken, geh\u00f6rt ebenfalls ins Reich der Ammenm\u00e4rchen die alberne, inmitten des europaweiten demokratischen Meinungspluralismus geltende totalit\u00e4re Ideologie, demnach der Beitritt Schwedens und Finnlands in die NATO deren Schutz und Sicherheit erh\u00f6ht: \u201eSchweden und Finnland seien \u201aheute sicherer als vor ihrem Aufnahmeantrag\u2018 beteuert Stoltenberg zudem stets \u2013 ein weiterer verklausulierter Hinweis darauf, dass die Nato die Beitrittskandidaten verteidigen w\u00fcrde [\u2026]\u201c, so die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nato-schweden-finnland-1.5729501\">SZ. <\/a><\/p>\n<p>Die Konsequenzen des finnisch-schwedischen Kurswechsels und einer NATO-Vollmitgliedschaft liegen auf der Hand.<\/p>\n<p><strong>Gesicherte Konsequenzen einer Vollmitgliedschaft im NATO-Klub<\/strong><\/p>\n<p>In derselben Weise, in der die USA, NATO, Deutschland und EU die globale Einkreisung (Kern-) Russlands auf immer erweiterter Eskalationsstufe vorantreiben, dies im \u201eKrieg gegen Russland\u201c (Baerbock) mittels der Ukraine, das hei\u00dft mit der ukrainischen Bev\u00f6lkerung als blutiges, aber doch hoffentlich siegreiches Bauernopfer unter kundiger Anleitung seines unkarinischen Oberbefehlshabers und Popstars, radikalisieren, beenden sie definitiv jeglichen Schutz, jegliche Sicherheit f\u00fcr die ber\u00fchmten \u201eMenschen im Land\u201c, respektive auf dem europ\u00e4ischen Kontinent.<\/p>\n<p>Denn speziell mit der NATO-Vollmitgliedschaft Finnlands er\u00f6ffnet sich der NATO diese sch\u00f6ne Perspektive:<\/p>\n<p>\u201eBald k\u00f6nnten in Finnland an der Grenze zu Russland Atomwaffen stationiert werden, sofern der Antrag des Landes auf Beitritt zur NATO genehmigt wird [\u2026] Nuklearraketen in Finnland an der russischen Grenze d\u00fcrften wohl weit weniger als eine Minute nach Moskau ben\u00f6tigen. Das ist eine h\u00f6chst kurze Vorwarnzeit [\u2026] es k\u00f6nnte bald Realit\u00e4t werden [\u2026] Nach Angaben der in Helsinki erscheinenden Zeitung Iltalehti enth\u00e4lt der Gesetzentwurf zum Beitritt [\u2026] keine Ausnahmeregelung f\u00fcr Atomwaffen [\u2026] Au\u00dfenpolitischen Insidern zufolge k\u00f6nnten demnach NATO-Atomwaffen durch finnisches Hoheitsgebiet verlegt oder dort stationiert werden. Dar\u00fcber hinaus gibt es keine Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Einrichtung von NATO-St\u00fctzpunkten im Land [\u2026]\u201c \u2013 <a href=\"https:\/\/exxpress.at\/gefahr-eines-3-weltkriegs-finnland-erlaubt-nato-stationierung-von-atomwaffen\/\">exxpress, 31.10.2022<\/a><\/p>\n<p>Das NATO-Nuklearideal, Russland jede Erst- oder Zweitschlagskapazit\u00e4t zu nehmen und seine nicht nur nukleare Kapitulationsurkunde zu signieren, w\u00e4re doch allen Ernstes erreicht. Bei einer f\u00fcr die NATO in Aussicht stehenden Vorwarnzeit von knapp 1 Minute beim nuklearen Erstschlag dr\u00e4ngt sich aber doch die Frage auf:<\/p>\n<p>\u201eWas sagt Russland zu einem Nato-Beitritt der skandinavischen L\u00e4nder? Kurz nach den Ank\u00fcndigungen der beiden L\u00e4nder sprach der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin mit dem Uno-Sicherheitsrat \u00fcber einen m\u00f6glichen Nato-Beitritt von Finnland und Schweden. An einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der ehemaligen Sowjetstaaten sagte Putin, dass Schwedens und Finnlands m\u00f6glicher Nato-Beitritt an sich Russland nicht bedrohe. Anders sieht es bei einer Aufr\u00fcstung der beiden Staaten aus. \u201aDie Ausweitung der milit\u00e4rischen Infrastruktur auf dieses Territorium wird unsere Antwort hervorrufen\u2018, drohte Putin am Montag [\u2026] Zuvor sagte der Kreml, er sehe die Absicht Finnlands f\u00fcr die Nato-Mitgliedschaft als Bedrohung. Die Entscheidung der Regierung sei ein feindlicher Akt, der Russlands Sicherheit gef\u00e4hrde [\u2026] Putin hatte seine Entourage davor bereits angewiesen, die Sicherheit der westlichen Flanke Russlands mit Blick auf die Nato-Aktivit\u00e4ten zu st\u00e4rken.\u201c \u2013 <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/nach-dem-entscheid-zum-nato-beitritt-von-finnland-folgt-jetzt-schweden-ld.1683660#subtitle-warum-wollen-die-skandinavischen-l-nder-jetzt-einen-beitritt-zum-milit-rb-ndnis-first\">NZZ<\/a><\/p>\n<p>Die Verabschiedung der jahrzehntelang gepflegten schwedischen und finnischen Neutralit\u00e4t im Rahmen ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zum westlichen (NATO- und EU-) Lager ist inmitten der Zeitenwende eine unmissverst\u00e4ndliche,\u00a0 auch nuklear-erstschlagsbereite Feindschaftserkl\u00e4rung gegen\u00fcber Russland. Die erkl\u00e4rte Beendigung der nicht unmittelbar gegen\u00fcber Russland gerichteten, neutralistisch orientierten Russlandpolitk der faktischen NATO-L\u00e4nder Finnland und Schweden hat sich denn auch umgehend die reziproke, herzliche Feindschaft Russlands zugezogen: \u201eein feindlicher Akt\u201c (Putin). In den Worten des russischen Au\u00dfenministers Lawrow:<\/p>\n<p>\u201cRussian Foreign Minister Sergei Lavrov said on Wednesday that Moscow would be forced to take unspecified measures on its border if Finland joins Nato, news agency Reuters reports. Lavrov said Finland had long been a model of friendly relations, according to Reuters, but that the Nordic country had now changed its rhetoric towards Moscow. The Russian FM added that Russia would have to take \u201eappropriate measures on our borders.\u201d \u2013 <a href=\"https:\/\/yle.fi\/a\/74-20013479\">Yle News<\/a><\/p>\n<p>Es geht also voran im \u201eKrieg gegen Russland\u201c (Baerbock) mit der Ukraine als Werkzeug und die Verwandlung des europ\u00e4ischen Kontinents in einen kontinentalen Kriegsschauplatz.<\/p>\n<p>Indes: Warum geben Schweden und Finnland ihre jahrzehntelang gepflegte Neutralit\u00e4t auf und nehmen die nunmehr ins Werk gesetzte Feindschaft durch Russland in Kauf?<\/p>\n<p><strong>Schweden und Finnland als Vollmitglied der NATO \u2013 warum? <\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eHe [ Putin] thought he\u2019d get the Finlandization of NATO. Instead, he got the NATOization of Finland \u2014 and Sweden. <\/em><em>(Applause.)\u201c<\/em> \u2013 <a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/briefing-room\/speeches-remarks\/2023\/02\/21\/remarks-by-president-biden-ahead-of-the-one-year-anniversary-of-russias-brutal-and-unprovoked-invasion-of-ukraine\/\">Joe Biden<\/a>, Warschau K\u00f6nigspalast, February 21, 2023<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Dass die Radikalisierung der globalen Einkreisung (Kern-) Russlands auf immer erweiterter Eskalationsstufe im \u201eKrieg gegen Russland\u201c (Baerbock) mittels der Ukraine den gesamten europ\u00e4ischen Kontinent in Richtung eines <em>kontinentalen<\/em> Kriegsschauplatz, eines m\u00f6glicherweise wahren Euroshimas, zuspitzt, dem sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kein Land, keine Region mehr entziehen kann, ist die eine Seite der vom Westen konsequent verfolgten Durchsetzung seiner Zeitenwende gegen\u00fcber Russland. Diese Sachlage verlangt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter eine <em>endg\u00fcltige<\/em> Entscheidung und ein klares, auch praktisches und milit\u00e4risches Bekenntnis von allen Akteuren auf dem europ\u00e4ischen Kontinent, wie sie sich zu dieser Sachlage stellen. Das umso mehr, als nicht abzusehen ist, wie weit Russland in seinem Selbstbehauptungswillen angesichts der konsequent verfolgten, einkreisenden Zeitenwende mittels Ukraine und Ukrainekrieg geht.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber werden die zuk\u00fcnftigen, vor allem auch milit\u00e4rischen Planungen und Entscheidungen Russlands weniger und weniger berechenbar. Russlands aktuelle Ank\u00fcndigung hinsichtlich der Sarmat-ICBM:<\/p>\n<p>\u201cPresident Vladimir Putin said on Thursday that Russia would pay increased attention to boosting its nuclear forces by deploying a much delayed new intercontinental ballistic missile, rolling out hypersonic missiles and adding new nuclear submarines [\u2026] Putin has signalled he is ready to rip up the architecture of nuclear arms control \u2013 including the big powers\u2018 moratorium on nuclear testing \u2013 unless the West backs off in Ukraine\u00a0 [\u2026] to argue that Russia needed modernised armed forces to guarantee its sovereignty.\u201d \u2013 <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/putin-russia-pay-increased-attention-boosting-nuclear-forces-2023-02-22\/\">Reuters<\/a><\/p>\n<p>Die Ank\u00fcndigung l\u00e4sst\u00a0 \u00fcber Russlands zuk\u00fcnftige milit\u00e4rische Planungen und Entscheidungen auch keine n\u00e4heren Schl\u00fcsse zu, spielen der westlich-totalit\u00e4ren Kriegspropaganda aber wunderbar in die H\u00e4nde: Russland als Bedrohung des Kontinents und der <a href=\"https:\/\/koka-augsburg.net\/\">\u201eregelbasierten\u201c Weltordnung<\/a> \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Andererseits war die jahrzehntelang betriebene Neutralit\u00e4tspolitik Schwedens und Finnlands\u00a0 ihr au\u00dfen- und russlandpolitisches Mittel, angesichts ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zur NATO und der damit gesetzten Feindseligkeit gegen\u00fcber Russland, sich die unmittelbare Feindschaft Russlands so gut als m\u00f6glich vom Hals zu halten \u2013 trotz beider Bekenntnis und faktischen Zugeh\u00f6rigkeit zum westlichen (NATO-) Lager. Sind sie doch unmittelbare Nachbarn Russlands: Schweden an der Ostsee, Finnland mit seiner 1340 Kilometer langen, territorialen Grenze zu Russland. Russland seinerseits konnte sich relativ sicher sein, dass von diesen beiden Nachbarn absehbar keine unmittelbare, jedenfalls keine nukleare Bedrohung ausgeht. Weshalb es die Neutralit\u00e4tspolitik beider anerkannte und hier eine, speziell Finnland gegen\u00fcber, bewusst nachbarschaftlich orientierte Politik aufrecht erhielt, die im Westen von Kalte-Krieg-Scharfmachern abwertend als \u201eFinnlandisierung\u201c denunziert wurde. Und der NATO-Westen handhabte das Ganze ganz souver\u00e4n: erlaubte es ihm doch, beide L\u00e4nder konfliktfrei mit Russland faktisch in die NATO und in deren zivile Abteilung, in die EU, einzugemeinden.<\/p>\n<p>Beides, die vom Westen mit aller Konsequenz fortgeschriebenen Einkreisungs- und nunmehr unmittelbar betriebene Kriegspolitik gegen\u00fcber Russland, sowie die daraus resultierende Unsicherheit dar\u00fcber, wie weit Russland angesichts der ihm aufgemachten Schritte die Eskalationsleiter hinauf gemessen an seinen nuklearen M\u00f6glichkeiten noch mitzugehen bereit ist, haben Schweden und Finnland bewogen, sich endg\u00fcltig unter den US-gef\u00fchrten \u201eSchutzschild\u201c der NATO zu begeben. Offengehalten hatten sie sich diese Option insbesondere in den letzten Jahren ohnehin. Die NATO-Vollmitgliedschaft erscheint ihnen angesichts der durch die Zeitenwende hervorgebrachten Kriegslage und in Anbetracht des wohl fr\u00fcher oder sp\u00e4ter unausweichlich Kommenden in heutigen Zeiten \u201esicherer\u201c als eine gegen\u00fcber Russland weiter aufrecht erhaltende Neutralit\u00e4t. Ein weiteres Nicht-Zulassen der Stationierung von Nuklearwaffen halten sie in Anbetracht der westlichen Kriegs- und Eskalationspolitik mittels der Ukraine und der ukrainischen Bev\u00f6lkerung als unverantwortlich. Nicht abzusehen dar\u00fcber hinaus, ob nicht angesichts der fortgesetzten Zeitenwende gegen\u00fcber Russland und des darin eingeschlossenen, unabsehbaren Kommenden, die NATO an Schweden und Finnland dereinst die Frage herantr\u00e4gt, wie sie das Ganze eigentlich mit ihrer Neutralit\u00e4tshaltung gegen\u00fcber Russland zu vereinbaren gedenken.<\/p>\n<p>So ziehen Schweden und Finnland den gar nicht \u00fcberraschenden Schluss und verk\u00fcnden aller Welt: Als jeher eingeschworene, bekennende und bald auch milit\u00e4risch vollwertige Mitglieder des westlichen (NATO-) B\u00fcndnisses und der westlichen Werte- und Kriegsgemeinschaft vollziehen wir das seit sp\u00e4testens dem Ukraine-Staatsumsturz 2014 ohnehin F\u00e4llige: Wir erheben unsere faktische NATO-Partnerschaft zur NATO-Vollmitgliedschaft. Die Bev\u00f6lkerungen sind dank erfolgreicher, europaweiter totalit\u00e4rer Angst- und Kriegspropaganda auch schon darauf eingeschworen:<\/p>\n<p>\u201eRussischer Angriff auf die Ukraine Schweden und Finnland auf dem Weg in die NATO \u2026 Der russische Angriff auf die Ukraine hat in den Nordischen L\u00e4ndern Europas zu einem Umdenken gef\u00fchrt. Finnland und Schweden haben nach langer milit\u00e4rischer Neutralit\u00e4t die Aufnahme in die NATO beantragt. Die deutsche Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock (Gr\u00fcne) hat die T\u00fcrkei und Ungarn aufgefordert, den Weg f\u00fcr die Erweiterung der NATO um Schweden und Finnland freizumachen.\u201c \u2013 <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/schweden-finnland-nato-beitritt-100.html\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p>Bleibt also das \u00c4rgernis des NATO-Vollmitglieds T\u00fcrkei, das \u201e<em>the NATOization of Finland \u2013 and Sweden. (Applause.)<\/em>\u201c (J.Biden) behindert.<\/p>\n<p>Doch ist auch da Abhilfe l\u00e4ngst unterwegs:<\/p>\n<p>\u201ePolen will sich bei der T\u00fcrkei daf\u00fcr stark machen, die Nato-Beitritte von Schweden und Finnland nicht mehr zu blockieren. Polen und die T\u00fcrkei h\u00e4tten gute Beziehungen, die man nutze, um die t\u00fcrkische Seite davon zu \u00fcberzeugen, die beiden nordischen L\u00e4nder so schnell wie m\u00f6glich als Mitglieder zu akzeptieren [\u2026]\u201c \u2013 <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/nach-dem-entscheid-zum-nato-beitritt-von-finnland-folgt-jetzt-schweden-ld.1683660#subtitle-warum-wollen-die-skandinavischen-l-nder-jetzt-einen-beitritt-zum-milit-rb-ndnis-first\">NZZ<\/a><\/p>\n<p>Nachhaltige Unterst\u00fctzung finden NATO und Polen durch die gegenw\u00e4rtige deutsche Au\u00dfenministerin:<\/p>\n<p>\u201eDie deutsche Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock (Gr\u00fcne) hat die T\u00fcrkei und Ungarn aufgefordert, den Weg f\u00fcr die Erweiterung der NATO um Schweden und Finnland freizumachen [\u2026].\u201c- <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/schweden-finnland-nato-beitritt-100.html\">Baerbock, 19.2.2023<\/a><\/p>\n<p>Damit dieses Unterfangen unter allen Umst\u00e4nden zum erfolgreichen Abschluss kommt, gibt es dar\u00fcber hinaus ein <a href=\"https:\/\/yle.fi\/a\/74-20012893\">Angebot<\/a>, dem sich eigentlich kein Land, das halbwegs bei Verstand und Vernunft ist, so ohne weiteres verschlie\u00dfen kann: \u201eF-16 fighters would be sold to Turkey if it greenlights Nato membership for Finland and Sweden. Turkey\u2019s foreign minister is to visit Washington next week.\u201c<\/p>\n<p>Hoffentlich geht das alles gut, denn es droht, dass der Globale S\u00fcden, zum Beispiel S\u00fcdafrika als Mitglied der BRICS-Staaten, die Sichtweise des freiheitlichen Westen hinsichtlich seines Krieges gegen Russland mittels der Ukraine und der ukrainischen Bev\u00f6lkerung nicht teilt und seine Neutralit\u00e4t zugunsten Russlands aufgibt:<\/p>\n<p>\u201eS\u00fcdafrika, das f\u00fcr seine \u201aneutrale\u2018 Haltung kritisiert wurde, da es sich weigerte, Moskau seit Beginn des Krieges in der Ukraine zu verurteilen, ging am Montag einen Schritt weiter, indem es sich als \u201aFreund\u2018 Russlands bezeichnete.\u201c- \u00a0<a href=\"https:\/\/www.tf1info.fr\/international\/en-direct-guerre-ukraine-russie-entre-zelensly-et-poutine-livraisons-de-chars-leopard-allemands-les-informations-du-lundi-23-janvier-2023-2245810.html\">TF1Info<\/a>, 23.1.2023<\/p>\n<p>Wie auch immer, es bleibt dabei und gesichert ist:<\/p>\n<p>\u201e<em>An attack against one is an attack against all. It\u2019s a sacred oath. (Applause.) A sacred oath to defend <strong>every inch <\/strong>of NATO territory.<\/em>\u201c (J.Biden, Warschau K\u00f6nigspalast, February 21, 2023)<\/p>\n<p>Bekanntlich sind Kriege um h\u00f6chste, heilige Werte, sind Heilige Kriege und noch die um jeden Quadratzentimeter, um <strong><em>every inch, <\/em><\/strong>die grausamsten und unmenschlichst gef\u00fchrten Kriege.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftnref1\">[1]<\/a> Vgl:\u201c<strong>Obama verh\u00f6hnt Russland als Regionalmacht \u2026<\/strong>Deeskalation sieht anders aus: In der Krim-Krise verspottet US-Pr\u00e4sident Obama Russland \u2013 er nennt das gr\u00f6\u00dfte Land der Welt eine Regionalmacht. F\u00fcr Amerika gebe es schlimmere Bedrohungen, Kreml-Chef Putin agiere aus einer Position der Schw\u00e4che.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ukraine-krise-obama-verspottet-russland-als-regionalmacht-a-960715.html\">Spiegel<\/a>, 25.3.2014)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftnref2\">[2]<\/a> Brzezinski, Zbigniew, Die einzige Weltmacht Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Frankfurt\/Main,1997<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftnref3\">[3]<\/a>\u00a0 \u201eFinnland und Schweden sind bereits seit Langem enge europ\u00e4ische Partner der NATO, die an dem durch Deutschland gef\u00fchrten Rahmennationenkonzept beteiligt sind. Sie erf\u00fcllen bereits jetzt alle NATO-Standards.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/themen\/dossiers\/die-nato-staerke-und-dialog\/nato-gipfel-2022-madrid\">BMVG<\/a>)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftnref4\">[4]<\/a> \u201eIm Falle eines Konflikts mit Russland, mit dem Finnland eine 1.300 km (800 Meilen) lange Grenze teilt, w\u00fcrde die NATO schwedisches Territorium ben\u00f6tigen, um Finnland bei der Verteidigung zu unterst\u00fctzen, insbesondere in Bezug auf die Logistik\u201c, <a href=\"https:\/\/www.euractiv.de\/shttps:\/www.ardmediathek.de\/video\/europamagazin\/finnland-nato-beitritt-mit-risiken\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2V1cm9wYW1hZ2F6aW4vYzJiNDk4MTMtNzg0ZC00OTYwLTg3ODktOWM0MGE0YzE4YjVlection\/eu-aussenpolitik\/news\/finnland-diskutiert-ueber-nato-beitritt-ohne-schweden\/\">euractiv, 10.2.2023<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftnref5\">[5]<\/a> So der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/schauplaetze\/Kalter-Krieg-im-Ostseeraum-Vom-Meer-des-Friedens-zum-NATO-Binnenmeer,kalterkrieg\">NDR<\/a> am26.6. 2022 mit der historischen Erinnerung; \u201c \u201aDie Ostsee muss ein Meer des Friedens\u2018 sein. Das war das Mantra der Ostseewoche, das bis heute in vielen K\u00f6pfen nachhallt. 1958 hatten die DDR-Oberen sie ins Leben gerufen [\u2026].\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftnref6\">[6]<\/a> \u201eDie \u201aL\u00fccke von Suwalki\u2018 ist die Achillesferse der Nato [\u2026] Die Allianz verst\u00e4rkt ihre Truppen in Osteuropa gegen Russland. Dabei ist allen klar, dass vor allem das Baltikum im Ernstfall nicht zu halten ist \u2026\u201c (<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article156917494\/Die-Luecke-von-Suwalki-ist-die-Achillesferse-der-Nato.html\">Welt, 9.7.222201<\/a>)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/#_ftnref7\">[7]<\/a> \u201eNATO-Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg hat im Hinblick auf den Gipfel eine erhebliche Verst\u00e4rkung der alliierten Abschreckungs- und Verteidigungskapazit\u00e4ten an der NATO-Ostflanke in Aussicht gestellt. \u201e<a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/themen\/dossiers\/die-nato-staerke-und-dialog\/nato-gipfel-2022-madrid\">BMVG, 1.7.2022<\/a><\/p>\n<p><em>#Bild: Nato-Generalsekret\u00e4r Stoltenberg am 18. Mai 2022 mit den Beitrittsgesuchen von Schweden und Finnland. <\/em><a href=\"https:\/\/www.nato.int\/cps\/en\/natohq\/photos_195474.htm\"><em>Bild<\/em><\/a><em>: Nato <\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/finnland-und-schweden-wollen-in-die-nato-warum\/\"><em>overton-magazin.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 3. M\u00e4rz 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manfred Henle. 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