{"id":12779,"date":"2023-03-17T19:12:22","date_gmt":"2023-03-17T17:12:22","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12779"},"modified":"2023-03-17T19:12:24","modified_gmt":"2023-03-17T17:12:24","slug":"frankreich-bourgeoisie-will-rentenreform-ohne-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12779","title":{"rendered":"<strong>Frankreich: Bourgeoisie will Renten\u201creform\u201c &#8211; ohne Demokratie<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Bernard Schmid. <\/em><strong>Regierungsbeschluss k\u00f6nnte nochmals \u00d6l ins Feuer des Sozialprotests kippen \u2013 Gewerkschaftsverb\u00e4nde einig bei Fortsetzung der Protestbewegung \u2013 militante \u201eAusschreitungen\u201c in mehreren franz\u00f6sischen St\u00e4dten in den Stunden nach Verk\u00fcndung des Regierungsentscheids \u2013 Strafbewehrte Dienstverpflichtungen f\u00fcr M\u00fcllabfuhrbesch\u00e4ftigte in Paris \u2013<\/strong><!--more--> <strong>N\u00e4chster zentraler gewerkschaftlichen \u201eAktionstag\u201c am Donnerstag, den 23. M\u00e4rz 23<\/strong><\/p>\n<p>Alle Gewerkschaftsverb\u00e4nde in Frankreich, die rechtssozialdemokratisch gef\u00fchrte CFDT und den christlichen Gewerkschaftsdachverband \u2013 die CFDT \u2013 eingeschlossen, unterst\u00fctzen eine Fortf\u00fchrung der Sozialproteste. Bislang war gemutma\u00dft worden, diese beiden Verb\u00e4nde d\u00fcrften sich aus den Sozialprotesten zur\u00fcckziehen, wenn die umstrittene und umk\u00e4mpfte Renten\u201creform\u201c einmal verabschiedet sei. Dies bezog sich allerdings auf das Szenario, das damit verbunden gewesen w\u00e4re, dass die \u201eReform\u201c vom Parlament angenommen worden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Dazu ist es nicht gekommen. Von der Feststellung ausgehend, dass keine hinreiche Unterst\u00fctzung im der Nationalversammlung, dem (entscheidenden) Unterhaus des franz\u00f6sischen Parlaments vorhanden sei \u2013 in der Gesellschaft ohnehin nicht, regelm\u00e4\u00dfig sprechen sich in Umfragen rund 70 % der Bev\u00f6lkerung und \u00fcber 90 % der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten dagegen aus -, gab Staatspr\u00e4sident Emmanuel Macron bei einer Krisensitzung am gestrigen Donnerstag gegen 14 Uhr seinen Beschluss bekannt: Die Exekutive werde auf Artikel 49 Absatz 3 der franz\u00f6sischen Verfassung zur\u00fcckgreifen. Dieser Passus erlaubt es, einen Gesetzestext ohne Abstimmung durch das Parlament zu dr\u00fccken, indem die Regierung die Vertrauensfrage stellt; st\u00fcrzt sie nicht \u00fcber ein gemeinsames Misstrauensvotum aller Oppositionsfraktionen, von Links bis Rechts, dann gilt die Vorlage automatisch als angenommen.<\/p>\n<p>Staatspr\u00e4sident Macron begr\u00fcndete dieses Vorgehen damit, das sonst drohende Scheitern der Reform <em>beinhalte \u201ezu hohe \u00f6konomische und finanzielle Risiken\u201c<\/em>, was die Stellung und Glaubw\u00fcrdigkeit Frankreichs auf den Finanzm\u00e4rkten betreffe.\u00a0 (Am Montag, den 20. M\u00e4rz d.J. wird sich nun entscheiden, ob daraufhin ein Misstrauensvotum die Regierung st\u00fcrzt oder nicht. Derzeit gilt dies als relativ unwahrscheinlich, da dann rund drei\u00dfig von insgesamt 61 b\u00fcrgerlich-konservativen Oppositionsabgeordneten zusammen dem Linksb\u00fcndnis NUPES sowie der rechtsextremen Oppositionspartei RN abstimmen m\u00fcsste, wenn auch nicht g\u00e4nzlich unm\u00f6glich. Die tiefe Spaltung der konservativen Oppositionspartei LR hatte es m\u00f6glich gemacht, dass Macron schlie\u00dflich davon ausging, am Parlament zu scheitern.)<\/p>\n<p>Am Donnerstag gegen 15.15 Uhr stellte Premierministerin Elisabeth Borne also die Vertrauensfrage f\u00fcr ihre Regierung. Dadurch l\u00f6ste dieselbe jedoch eine verst\u00e4rkte innenpolitische Krise aus und goss \u00d6l ins Feuer der Proteste, deren Fortgang zu erwarten ist, den Gewerkschaften jedoch m\u00f6glicherweise aus dem Ruder l\u00e4uft. Davor, also vor militanteren und durch etablierte Verb\u00e4nde zumindest zum Teil unkontrollierten Aktionen, hatte zuvor bereits der franz\u00f6sische Inlandsgeheimdienst in einer \u00f6ffentlich gewordenen Notiz gewarnt: Eine Durchsetzung mittels Artikel 49-3 werde <em>\u201edas Gef\u00fchl eines antidemokratischen Vorgehens verst\u00e4rken\u201c. <\/em>Auch der Chef eines der \u201emoderateren\u201c Gewerkschaftszusammenschl\u00fcsse, Laurent Escure von der UNSA (\u201eNationale Union der unabh\u00e4ngigen Gewerkschaften\u201c), warnte zu Wochenbeginn im TV vor einer h\u00e4rteren Gangart. Zwar beklage man gegebenenfalls gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen oder Ausschreitungen; die Regierung m\u00fcsse jedoch, falls sie auf die Mechanismen sozialer Demokratie keinerlei R\u00fccksicht nehme und in keiner Weise auf die Gewerkschaften (noch die Abgeordneten) h\u00f6ren, damit rechnen und habe diese dann ihrem Handeln zuzuschreiben. Man k\u00f6nnte dies auch als Mit-dem-Daumen-nach-hinten-verweisende-Verhandlungsstrategie bezeichnen.<\/p>\n<p>Jedenfalls erkl\u00e4rte die am Donnerstag Abend wie bereits am Vorabend erneut, dieses Mal am Zentralsitz der CGT versammelte <em>intersyndicale<\/em> \u2013 der Zusammenschluss von acht Gewerkschaftsdachverb\u00e4nden und -zusammenschl\u00fcssen, dem weitere f\u00fcnf Jugend- und Studierendenverb\u00e4nde folgen \u2013 einstimmig, man werde die Proteste fortsetzen. Keiner der beteiligten Verb\u00e4nde zog sich heraus.<\/p>\n<p>Zur selben Zeit flammten in Paris, Rennes, Nantes, Marseille, Lille und anderen St\u00e4dten zum Teil auch handfestere Spontanproteste auf.<\/p>\n<p>In der Hauptstadt war zun\u00e4chst durch die gewerkschaftlichen Dachverb\u00e4nde f\u00fcr 12.30 Uhr zu einer Kundgebung auf dem kleinen Platz unmittelbar hinter der Nationalversammlung aufgerufen worden. Diese war jedoch nicht offiziell als Versammlung angemeldet, sondern lediglich angek\u00fcndigt. Kurz vor 13 Uhr erfolgte ein beh\u00f6rdliches Platzverbot. Nach rund halbst\u00fcndigem verbalem Gerangel zogen mehrere Hundert Protestierende mit Gewerkschaftsfahnen (CGT, CFDT und Solidaires mischten sich dabei) in rund zwanzigmin\u00fctige Entfernung zum Invalidenplatz, wo dann noch eine Kundgebung genehmigt worden war.<\/p>\n<p>Am Sp\u00e4tnachmittag versammelten sich mehrere Hundert, nach einiger Zeit ein paar Tausend Menschen \u2013 aufgerufen zun\u00e4chst durch die Union syndicale Solidaires, den vielleicht am weitest links stehenden Gewerkschaftszusammenschluss- auf der dem Parlamentsgeb\u00e4ude gegen\u00fcber liegenden Seine-Seite, auf der <em>place de la Concorde<\/em>. (Den riesigen Platz, welcher auch 100.000 Menschen fassen k\u00f6nnte, f\u00fcllte dies allerdings nicht.) Am Vorabend vereinigten sich dort dann die protestierenden Menschenmengen vom Invalidenplatz und von der <em>place de la Concorde<\/em> auf der Letztgenannten.<\/p>\n<p>Im Anschluss ab circa zwanzig Uhr zogen kleinere Gruppen durch das nahe gelegene Nobelviertel, wobei einige Mengen an M\u00fcll in Flammen aufgingen \u2013 die Menge an auf den Stra\u00dfen lagernden Abf\u00e4llen, infolge des seit nunmehr elf Tagen andauernden Streiks der M\u00fcllabfuhr, \u00fcberschritt am heutigen Freitag die 10.000 Tonnen-Marke, obwohl eines der blockierten M\u00fcllverbrennungszentren in Ivry-sur-Seine s\u00fcdlich von Paris gestern Mittag polizeilich ger\u00e4umt worden ist und die M\u00fcllfahrzeuge von dort daraufhin ausr\u00fccken konnten. Auch eine Baustelle sowie Ladestationen f\u00fcr Elektroautos fingen Feuer.<\/p>\n<p>Am Abend des gestrigen Donnerstag kam es daraufhin allein in Paris zu 217 Festnahmen: frankreichweit waren es 310.:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bfmtv.com\/economie\/economie-social\/social\/rassemblements-contre-la-reforme-des-retraites-310-interpellations-en-france-dont-258-a-paris_AP-202303170116.html\">https:\/\/www.bfmtv.com\/economie\/economie-social\/social\/rassemblements-contre-la-reforme-des-retraites-310-interpellations-en-france-dont-258-a-paris_AP-202303170116.html<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lefigaro.fr\/actualite-france\/retraites-darmanin-annonce-310-interpellations-en-france-258-a-paris-apres-des-affrontements-20230317\">https:\/\/www.lefigaro.fr\/actualite-france\/retraites-darmanin-annonce-310-interpellations-en-france-258-a-paris-apres-des-affrontements-20230317<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.leparisien.fr\/faits-divers\/retraites-310-interpellations-jeudi-en-france-dont-258-a-paris-17-03-2023-UZTIAKBYY5G7TCSN3WWEBA7I6Q.php\">https:\/\/www.leparisien.fr\/faits-divers\/retraites-310-interpellations-jeudi-en-france-dont-258-a-paris-17-03-2023-UZTIAKBYY5G7TCSN3WWEBA7I6Q.php<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/actu.fr\/societe\/reforme-des-retraites-310-interpellations-apres-les-violences-selon-gerald-darmanin_58160870.html\">https:\/\/actu.fr\/societe\/reforme-des-retraites-310-interpellations-apres-les-violences-selon-gerald-darmanin_58160870.html<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.rtbf.be\/article\/reforme-des-retraites-en-france-seance-houleuse-a-l-assemblee-et-310-interpellations-jeudi-selon-gerald-darmanin-11168805\">https:\/\/www.rtbf.be\/article\/reforme-des-retraites-en-france-seance-houleuse-a-l-assemblee-et-310-interpellations-jeudi-selon-gerald-darmanin-11168805<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Am heutigen Freitag fanden zahlreiche Spontanproteste, mehr oder minder vorab organisierter Natur, statt. Bis zum Redaktionsschluss erwies es sich als unm\u00f6glich, einen vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick dar\u00fcber zu gewinnen. In Paris demonstrierten vor acht Uhr fr\u00fch zun\u00e4chst rund 200 Angeh\u00f6rige der CGT \u2013 ihre Zahl wuchs dann noch leicht \u2013 auf dem <em>boulevard p\u00e9riph\u00e9rique<\/em>, also der Ringautobahn, die (entlang des vor 1870 existierenden Festungsrings) einmal rund um Paris herumf\u00fchrten, und blockierten auf der H\u00f6he der Pariser Nordausfahrt zwischen porte de Clignancourt und porte de la Chapelle den Verkehr. \u00dcber die porte de la Chapelle zogen sie sp\u00e4ter stadteinw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Im s\u00fcdwestfranz\u00f6sischen Bordeaux besetzten am Freitag um die Mittagszeit mehrere Hundert Menschen (darunter Mitglieder von CGT, Solidaires, FSU) Geleise im Bahnhof und legten den Verkehr nahe. In Aix-en-Provence besetzten Aktive, unter ihnen die CGT im Bezirk von Marseille, die M\u00fcllverbrennungsanlage des Gro\u00dfraums Marseille. In Saint-Nazaire wurde der Atlantikhafen blockiert. Eine Spontandemonstration in Rennes versammelte 5.000 Menschen laut Veranstalter\/innen-, und 2.600 Menschen lt. beh\u00f6rdlichen Angaben. Auch im nordfranz\u00f6sischen Lille wurde demonstriert.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Raffinerie in Frankreich, Feyzin in der N\u00e4he von Lyon, nahm am Freitag fr\u00fch den ein paar Tage zuvor dort eingestellten Streik (aus der Vorwoche) wieder auf.\u00a0 Eine Streikversammlung am \u00ab\u00a0Lyoner Bahnhof\u00a0\u00bb in Paris wurde durch die CGT, SUD Rail und die UNSA unterst\u00fctzte und beschloss, bis mindestens Anfang kommender Woche fortzustreiken.<\/p>\n<p>Unterdessen beschloss Innenminister G\u00e9rald Darmanin \u2013 wie er am Vortag angek\u00fcndigt hatte -, in K\u00fcrze streikende M\u00fcllabfuhrbesch\u00e4ftigte mit einer <em>r\u00e9quisition<\/em> (strafbewehrten Dienstverpflichtungen f\u00fcr Streikende oder Streikwillige\u00a0; bei Zuwiderhandlung drohen bis zu sechs Monate Haft) zu belegen. Die Pariser sozialdemokratische regierende B\u00fcrgermeisterin Anne Hidalgo lehnte es ab, eine solche Dienstverpflichtung st\u00e4dtischen Personals selbst vorzunehmen \u2013 jedenfalls verbal unterst\u00fctzt sie den laufenden Streik -, \u00fcbermittelte dem Innenministerium jedoch auf dessen Aufforderung hin eine Liste mit 4.000 Namen und Adressen v. Besch\u00e4ftigten. Ihnen muss seine Aufforderung, zum Dienst zu erscheinen, pers\u00f6nlich zugestellt werden. Gewerkschaften k\u00fcndigten jedoch an, sich bei Verwaltungsgerichten um die Erstreitung einer dagegen gerichteten Einstweilige Verf\u00fcgung zu bem\u00fchen.<\/p>\n<p>Unter Lehrkr\u00e4ften umstritten ist derzeit, ob eventuell ab kommende Woche auch die Leistungskurs-Klausuren f\u00fcr die derzeitigen Abiturklassen bestreikt werden sollen (wie die Gewerkschaft SUD Education in den Raum stellte). Da Klausuren inzwischen in PDF-Dateien umgewandelt werden, w\u00e4re es f\u00fcr die Schulbeh\u00f6rden jedoch mittlerweile relativ einfach, einem Korrektor\/einer Korrektorin die Aufgabe zu entziehen und die zu korrigierende Klausur einer anderen Lehrkraft zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p><strong>Repressalien gegen Gewerkschaftsaktive<\/strong><\/p>\n<p>In Marseille wurden am Donnerstag \u2013 16.03.23 \u2013 ferner, wie kurz vor Beginn der Parlamentssitzung bekannt wurde, der Generalsekret\u00e4r der CGT im Energiesektor f\u00fcr die s\u00fcdostfranz\u00f6sische Region PACA (Provence, Alpen, C\u00f4te d\u2019Azur) sowie f\u00fcnf weitere Mitglieder desselben Branchenverbands der CGT polizeilich vorgeladen. Der Generalsekret\u00e4r dieser Branchengewerkschaft, Renaud Henry, wurde daraufhin in Polizeigewahrsam genommen. (Vgl. <a href=\"https:\/\/www.francebleu.fr\/infos\/faits-divers-justice\/la-cgt-mobilisee-devant-un-commissariat-de-marseille-ou-est-convoque-le-secretaire-general-energie-paca-7678494\">https:\/\/www.francebleu.fr\/infos\/faits-divers-justice\/la-cgt-mobilisee-devant-un-commissariat-de-marseille-ou-est-convoque-le-secretaire-general-energie-paca-7678494<\/a>) Die gegen ihn und die weiteren Gewerkschaftskollegen erhobenen Vorw\u00fcrfe stehen im Zusammenhang mit einer Aktion im Juni 2022. An Zufall , was das Datum der Vorladung betrifft, glaubt jedoch niemand.<\/p>\n<p>Die CGT in S\u00fcdostfrankreich im Energiesektor ist ziemlich aktiv, was zeitweilige Abschaltungen des Stroms f\u00fcr bestimmte Institutionen, aber auch die g\u00fcnstigere Versorgung von Haushalten etwa zum Nachttarif \u2013 als Arbeitskampfformen (wengleich illegalisierte) \u2013 betrifft. Im s\u00fcdostfranz\u00f6sischen Nizza wurden im Zusammenhang der Proteste gegen die Renten\u2019reform\u2019 gar die Einwohner\/innen von acht HLM (Wohnbl\u00f6cken im sozialen Wohnungsbau) einen Monat lang kostenlos mit Gas versorgt, da die Z\u00e4hler unbrauchbar gemacht worden waren.<\/p>\n<p>Ebenfalls nicht an Zufall, was die Datumswahl einer polizeilichen Vernehmung betrifft, glaubt man im zentral\/ostfranz\u00f6sischen Reims. Dort wurde am 15. M\u00e4rz (diesem Mittwoch, dem bislang siebten \u201eAktionstag\u201c in Folge seit Januar d.J.) durch Flugbl\u00e4tter der CGT bekannt, am 20. Februar d.J. sei ein Vorstandsmitglied im Ortsverband der CGT, Thomas Rose, vorgeladen und einvernommen worden. Dabei ging es offiziell um eine Aktion mit Krankenhausbesch\u00e4ftigten im Dezember 2021 vor einem Amtsgeb\u00e4ude. (Vgl. <a href=\"https:\/\/france3-regions.francetvinfo.fr\/grand-est\/marne\/reims\/reims-un-militant-cgt-convoque-par-la-police-le-syndicat-denonce-des-intimidations-2733138.html\">https:\/\/france3-regions.francetvinfo.fr\/grand-est\/marne\/reims\/reims-un-militant-cgt-convoque-par-la-police-le-syndicat-denonce-des-intimidations-2733138.html<\/a>) Auch hier besteht der Verdacht eines Einsch\u00fcchterungsversuchs in engem zeitlichen Zusammenhang mit den derzeitigen Mobilisierungen.<\/p>\n<p>In den ostfranz\u00f6sischen Vogesen war es hingegen ein Mitglied der CFDT in der Chemiebranche, das am f\u00fcnften \u201eAktionstag\u201c vom 16. Februar d.J. festgenommen wurde. Den Anlass bot eine Inschrift auf einem Schild, das als \u201ebeleidigend f\u00fcr Staatspr\u00e4sident Emmanuel Macron\u201c gewertet wurde. (Vgl. <a href=\"https:\/\/www.vosgesmatin.fr\/faits-divers-justice\/2023\/03\/03\/manifestation-contre-la-reforme-des-retraites-la-cfdt-remontee-apres-l-interpellation-d-un-adherent-a-epinal\">https:\/\/www.vosgesmatin.fr\/faits-divers-justice\/2023\/03\/03\/manifestation-contre-la-reforme-des-retraites-la-cfdt-remontee-apres-l-interpellation-d-un-adherent-a-epinal<\/a>) Die Aufschrift war zwar wohl geschmacklos und eventuell homophob angetaucht (Macron wurde darin dazu aufgefordert, aufzuh\u00f6ren, die Leute ins Hinterteil zu.., naja), doch die pers\u00f6nliche Beleidigung ist darin wohl kaum zu erkennen, bezieht der Ausspruch sich doch auf ein unterstelltes politisches Verhalten und auf personenbezogene Aspekte.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/frankreich\/gewerkschaften-frankreich\/frankreich-durchsetzung-der-rentenreform-ohne-abstimmung-im-parlament-regierungsbeschluss-koennte-nochmals-oel-ins-feuer-des-sozialprotests-kippen\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 17. M\u00e4rz 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernard Schmid. 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