{"id":12963,"date":"2023-04-23T09:08:53","date_gmt":"2023-04-23T07:08:53","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12963"},"modified":"2023-04-23T09:08:55","modified_gmt":"2023-04-23T07:08:55","slug":"selenskij-steht-seit-anfang-des-krieges-unter-dem-druck-der-extremisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=12963","title":{"rendered":"<strong>\u201eSelenskij steht seit Anfang des Krieges unter dem Druck der Extremisten\u201c<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Florian R\u00f6tzer. <\/em><strong>Jacques Baud \u00fcber die ukrainischen Freiwilligenverb\u00e4nde und Wagner, Personalprobleme der ukrainischen Truppen und der Konfliktstoff der russische Minderheiten nach dem Ende der Sowjetunion.\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><em>Die von der Ukraine angeblich geplante gro\u00dfe Offensive ist<\/em><!--more--> <em>auch Thema in den geleakten Dokumenten, die etwa \u00fcber die ukrainischen Truppenverb\u00e4nde informieren. Bekannt ist, dass die Ukraine Offensivbrigaden aufstellt, die den Freiwilligenverb\u00e4nden wie Asow unterstehen. Das sind keine regul\u00e4ren Truppen und sie sind dem Innenministerium angegliedert. Kann man denn daraus schlie\u00dfen, dass die regul\u00e4re Armee in der Ukraine zu schwach f\u00fcr die Offensive ist? Oder dass die Leute sich weigern, in die regul\u00e4re Armee zu gehen und sich lieber den Freiwilligenverb\u00e4nden anschlie\u00dfen? Und gibt es \u00fcberhaupt eine Vorstellung davon, wie viele dieser Freiwilligenverb\u00e4nde aktiv sind? In Bachmut haben zum Beispiel auch vor allem Freiwilligenverb\u00e4nde wie Kraken gek\u00e4mpft.<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Man muss verstehen, warum diese Freiwilligenverb\u00e4nde entstanden sind. Das war 2014, als es nach dem Sturz von Janukowitsch Aufst\u00e4nde im ganzen S\u00fcden gegeben hat. Die Ukrainer haben sofort die Armee gegen diese Aufst\u00e4nde eingesetzt, was zu Probleme gef\u00fchrt hat, weil die Soldaten auch aus der russischen Gemeinschaft stammten und nicht auf ihre Kollegen schie\u00dfen wollten. Das ist \u00fcbrigens genau das, was auch auf der Krim passiert ist. Dort waren am Anfang 2014 22.000 ukrainische Soldaten stationiert, die meist lokal rekrutiert worden waren. Das hei\u00dft, die Mehrheit der Soldaten in Krim war russischsprachig. Das Problem der Sprache entstand nach der Entscheidung im neuen Parlament im Februar 2014. Die Bev\u00f6lkerung hat dagegen demonstriert, die Ukraine hat gegen diese Leute die Armee engagiert, aber die Soldaten wollten nicht auf ihren Br\u00fcder schie\u00dfen. Sie haben die Abzeichen entfernt und wurden zu den kleinen gr\u00fcnen M\u00e4nnchen, wie sie die Amerikaner sp\u00e4ter genannt haben.<\/p>\n<p><em>Das waren keine Soldaten aus Russland, sondern vor allem von der Krim?<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Das Status of Forces Agreement (SOFA) mit der Ukraine erlaubte es Russland, bis zu 25.000 Mann auf der Krim stationiert zu haben.\u00a0 Im Jahr 2014 hatte Russland etwa 22.000 Mann v\u00f6llig legal auf der Krim stationiert. Nach diesem Abkommen waren sie berechtigt, die Kasernen zu verlassen und die Gebiete um ihre St\u00fctzpunkte im Fall von Unruhen zu sichern. Sie waren auch berechtigt, die logistische Verbindung mit Russland zu sichern, also auch den Flughafen zu besetzen. Und das ist genau, was passiert ist.<\/p>\n<p>Nachdem das am 23. Februar 2014 verabschiedete neue Sprachengesetz der russischen Sprache den offiziellen Charakter entzogen hatte, kam es im gesamten S\u00fcden der Ukraine zu einem Aufstand. Als die neue (nicht gew\u00e4hlte) Regierung die Proteste niederschlug, griffen die B\u00fcrger zu den Waffen. Auf der Krim gingen etwa 9000 M\u00e4nner der Jagd- und Sch\u00fctzenvereine auf die Stra\u00dfe. Die 20.000 der 22.000 ukrainischen Milit\u00e4rs, die Russisch sprachen, entfernten die Abzeichen von ihren Uniformen und liefen auf die Seite der Demonstranten \u00fcber. Sie wurden zu dem, was unsere Medien als \u201ekleine gr\u00fcne M\u00e4nnchen\u201c bezeichneten. Zu diesem Zeitpunkt erlaubte Wladimr Putin den russischen Truppen, die bereits in der N\u00e4he ihrer St\u00fctzpunkte stationiert waren, sich zwischen die Demonstranten und die Regierungskr\u00e4fte zu stellen, um eine Eskalation der Situation zu verhindern und gem\u00e4\u00df dem SOFA die Ordnung wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Die Russen haben also keine neue Truppen gebraucht. Man sagt ja, Russland habe interveniert, aber das stimmt nicht. Die Russen haben im Grunde genommen legal nach dem Abkommen gehandelt. Das Resultat hat nat\u00fcrlich dem Westen nicht gefallen, aber das war alles legal.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zu den Freiwilligen. Die ukrainische Armee war 2014 noch eine Wehrpflichtigenarmee, d.h. auch Zivilisten mussten einen Milit\u00e4rdienst leisten. Diese Leute wollten aber nicht auf ihre Br\u00fcder schie\u00dfen. Deshalb hat man sich denjenigen zugewandt, die den Umsturz im Maidan gemacht haben. Bei den Maidan-Protesten muss man klar verschiedene Phasen unterscheiden. Die erste Phase war ganz friedlich, es haben normale B\u00fcrger friedlich demonstriert. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt sind dann die Rechtsextremisten dazugekommen und es begannen die Schie\u00dfereien.<\/p>\n<p>Die Rechtsextremisten wurden in die Demonstrationen mit dem Ziel eingeschleust, die Janukowitsch-Regierung zu st\u00fcrzen. Die Rechtsextremisten stammen aus vor allem aus der Westukraine. Man hat mit ihnen paramilit\u00e4rische Kr\u00e4fte aufgebaut, um sie in gewissen Hot Spots einzusetzen. Und das ist der Ursprung im Grunde genommen. Man hat auch gesehen, dass die Mehrheit der Freiwilligen, die sich diesen Bataillonen wie Asow, Aidar oder Rechter Sektor angeschlossen haben, Rechtsextremisten sind. Dazu gab es noch diese Fremdenlegion, die Internationale Legion. Das sind Leute, die nicht unbedingt Extremisten waren, aber sie wollten k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Mitglieder der Freiwilligenbataillone sind die Treuesten der Treuesten. Wenn ich einen Vergleich mache, und ich bin da sehr vorsichtig, weil das in Deutschland nat\u00fcrlich ein heikles Thema ist, dann entspr\u00e4che das der Situation der Wehrmacht und der Waffen SS im Zweiten Weltkrieg. In der Ukraine hat man dasselbe Problem, die Freiwilligen sind politisch motiviert, das sind eindeutig eher Fanatiker auf die ukrainische Seite. Man darf nicht vergessen, dass es in den letzten acht Monaten 9 oder 10 Mobilmachungsrunden gegeben hat, weil,was wir nicht anerkennen wollen, Ukrainer sterben.<\/p>\n<p><em>Viele wollen nicht in den Krieg. Man sieht immer wieder Videos, die zeigen, wie Uniformierte M\u00e4nner auf der Stra\u00dfe einfangen, um sie zum Milit\u00e4r zu bringen. Zudem versuchen auch viele M\u00e4nner, deswegen aus der Ukraine herauszukommen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Das ist ein echtes Problem. Was man den sozialen Medien sieht, kann man vielleicht auch als Propaganda betrachten, aber man darf nicht vergessen, dass die forcierte Mobilisierung etwa zu politischen Problemen mit Ungarn gef\u00fchrt hat. Im westlichen Teil der Ukraine, wo eine ungarische Minderheit lebt, gab es diese gewaltsame Mobilisierung. Die ungarische Regierung hat offiziell gefordert, dies stoppen. Das ist auch der Grund, warum Ungarn sich den Waffenlieferungen an die Ukraine nicht anschlie\u00dfen will. Ungarn hat auch erkl\u00e4rt, dass man sich , wenn die Ukraine diese Praktiken fortsetzt, gegen eine Mitgliedschaft in der NATO aussprechen wird. Man kann das alles unter Propaganda abtun, aber ganz sicher ist das f\u00fcr Ungarn ein ernstes Problem. Das hei\u00dft auch, die Ukraine hat ein Personalproblem. Die Mobilmachungsrunden wurden nicht gemacht, um mehr Soldaten zu haben, sondern um die Toten zu ersetzen. Und das muss man wissen.<\/p>\n<p>Vor kurzem wurde in der Washington Post ein Bataillons-Kommandant in Bachmut zitiert, der sagte: Ich bin der einzige aus dem Bataillon, der noch \u00fcbrig geblieben ist. Alle anderen sind Neulinge, die keine Kampferfahrung haben und kaum ausgebildet f\u00fcr den Kampf sind.<\/p>\n<p>Das ist das Problem, das die Ukrainer haben, um ihre Offensive auf die Krim durchzuf\u00fchren. Ich bin bereit zu glauben, dass sie gen\u00fcgend Leute haben, aber ob sie tats\u00e4chlich physisch, psychisch und technisch bereit sind, einen Kampf gegen die Russen zu f\u00fchren, ist eine andere Frage. Man muss auch wissen, dass die Kampfverb\u00e4nde der ukrainischen Armee jetzt massiv mit westlichen Waffen ausgestattet sind, das hei\u00dft, dass sie nicht unbedingt das Material so beherrschen wie ein Soldat, der sich seit Jahren damit befasst.<\/p>\n<p><em>Aber noch mal zur\u00fcck zu den Freiwilligenverb\u00e4nden. Ich habe mal vor dem Krieg bei\u00a0 einer westlichen Nachrichtenagentur gelesen, dass etwa 100.000 Mann in den Freiwilligenverb\u00e4nden besch\u00e4ftigt sind und 120.000 in der regul\u00e4ren Armee. Das war vor dem Krieg. Gibt es denn Zahlen dar\u00fcber, wie das Verh\u00e4ltnis jetzt aussieht?<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Ich wei\u00df es nicht genau, aber ich sch\u00e4tze, das sollten ungef\u00e4hr 30.000 bis 50.000 Mann sein.<\/p>\n<p><em>Die Freiwilligenverb\u00e4nde sind hochmotiviert, deswegen sollen sie auch an der geplanten Offensive teilnehmen. Angeblich haben sich Zehntausende beworben f\u00fcr diese Offensivgarde. Man kann sich auch vorstellen, dass diese, wenn die Regierung m\u00f6glicherweise doch mal Verhandlungen f\u00fchren will, das als Verrat sehen und revoltieren. Sie sind schwer bewaffnet,\u00a0 jetzt auch mit westlichen Waffen und gut ausgebildet, und k\u00f6nnen nat\u00fcrlich enormen politischen Druck aus\u00fcben.<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Es wurde sogar fast \u00f6ffentlich gesagt, dass Selenskij nicht in Verhandlungen gehen kann, das w\u00fcrde nicht akzeptiert. Der Sekret\u00e4r des Sicherheitsrats Danilov hat gesagt, das w\u00fcrde ein politischer Selbstmord sein. Andere haben nicht Selbstmord gesagt, es k\u00f6nnte auch zu einem Mord kommen. Ob das wirklich der Fall ist oder nicht, wei\u00df ich nicht. Aber ich habe das Gef\u00fchl, dass Selenskij seit Anfang des Krieges unter dem Druck dieser Extremisten steht und dass seine Handlungsfreiheit extrem begrenzt ist. Ich finde es extrem seltsam, da wir, wenn wir Selenskij unterst\u00fctzen, im Grunde diese Extremisten st\u00e4rken.<\/p>\n<p><em>Es solche Freiwilligenverb\u00e4nde ja nicht nur auf der Seite der Ukrainer, sondern auch auf der russischen Seite. Ich denke an die Wagner-S\u00f6ldner, die nicht der regul\u00e4ren Armee angeh\u00f6ren, oder die Kadyrow-K\u00e4mpfer, von denen man in letzter Zeit wenig h\u00f6rt. Es gibt also auch in Russland solche bewaffneten Verb\u00e4nde, die Druck aus\u00fcben k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Ja, aber wissen Sie, das ist nichts Neues. Die Franzosen haben das im 19. Jahrhundert mit der Fremdenlegion erfunden. Das ist genau das Gleiche. Es wurde gesagt, dass Wagner Leute aus den Gef\u00e4ngnissen rekrutiert habe. Das ist genau das, was die Fremdenlegion in Frankreich gemacht hat. Das Motto der Fremdenlegion ist Legion Patria Nostra, weil man in der Fremdenlegion eine neue Identit\u00e4t erhalten hat, ein neues Leben. Ich kenne Wagner nicht gut, aber was man h\u00f6rt, scheint es ungef\u00e4hr das gleiche zu sein. Der Unterschied zwischen den Wagner-Truppen und den ukrainischen Freiwilligenverb\u00e4nden wie Aidar oder Asow ist die politische Einstellung. Auch bei den Wagner-Truppen oder den Tschetschenen von Kadyrow gibt es extrem motivierte Leuten, aber die Philosophie und das politische Ziel, die den ukrainischen Freiwilligenverb\u00e4nden zugrundeliegen, gehen sehr viel weiter als bei den Wagner-Leuten.<\/p>\n<p><em>Die machen das wahrscheinlich eher wegen des Geldes.<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Genau.<\/p>\n<p><em>Und sie k\u00e4mpfen ja auch in Afrika. Das ist nicht so nationalistisch aufgeladen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> So ist das.<\/p>\n<p><em>Sie haben Danilov schon mal erw\u00e4hnt. Er kokettiert ebenso wie der Chef des Milit\u00e4rgeheimdienstes Budanov oder Dimitri Jarosch vom Rechten Sektor damit, dass es nicht damit getan sei, die Russen aus der Ukraine hinauszudr\u00e4ngen, sondern dass die Ukraine sich auch angrenzende Teile Russlands einverleibt. Als Budanov einmal interviewt wurde, hat er extra eine Karte aufgeh\u00e4ngt, auf der die diese russischen Gebiete markiert waren. Gibt es in der Ukraine einen Trend dahin, dass die Gro\u00dfe-Ukraine auf der Basis der ukrainischen Volksrepublik wieder hergestellt werden soll, die es mal kurz bis 1920 gegeben hat.<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Ich glaube, das ist ein ein Mythos. Die Ukraine als Land ist neu. Wenn man die Ukraine tats\u00e4chlich ethnisch oder sogar historisch nimmt, dann w\u00e4re das ein ganz kleines Gebiet im Westen von Kiew.\u00a0 Was heute die Ukraine bildet, waren im Grunde genommen Territorien aus \u00d6sterreich, Ungarn, Rum\u00e4nien, Polen und Russland. Wenn Putin sagt, Ukraine sei von Kommunisten geschaffen worden, dann trifft das\u00a0 im Gro\u00dfen und Ganzen zu. Wenn man hingegen von Gro\u00dfpolen spricht, dann hat das eine historische Realit\u00e4t. Die Idee, dass Ukrainer Gebiete in Russland in Besitz nehmen k\u00f6nnten, ist eine Mythologie, um die Hoffnung zu sch\u00fcren, dass man gewinnen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><em>Andererseits wirft man Putin immer vor, er habe diese imperialistischen Gro\u00dftr\u00e4ume und wolle \u00fcber die Ukraine hinaus auch noch Moldawien und andere Staaten einnehmen. Ist da was dran?<\/em><\/p>\n<p><strong>Jacques Baud:<\/strong> Nein, ich glaube nicht. Es gibt einige Leute in Russland, die das im Sinn haben. Alexander Dugin zum Beispiel. Das sind Leute, die meinen, Russland m\u00fcsse mehr Einfluss und mehr Territorium erlangen. Aber man muss auch sehen, dass der Grund, warum Russland in die Ukraine interveniert hat, der Schutz der Bev\u00f6lkerung des Donbass war. Das werden die Russen politisch in m\u00f6glichen Verhandlungen sp\u00e4ter ausn\u00fctzen, um andere Ziele zu erreichen, wie die Problematik der Erweiterung der NATO. Aber der Grund f\u00fcr die Intervention war die Bedrohung der Bev\u00f6lkerung des Donbass. Man muss sich auch erinnern, dass Putin in den russischen Medien kritisiert wurde, weil er im Jahre 2014 nicht interveniert hat.<\/p>\n<p>Man vergisst in Europa, dass viele ethnische Russen in den neuen L\u00e4ndern wie den baltischen Staaten oder Georgien geblieben sind, wo sie pl\u00f6tzlich zu einer Minderheit wurden, w\u00e4hrend sie in der Sowjetunion die Mehrheit waren. In diesen neuen Staaten entstand das Problem, dass man sich gegen die Minderheit revanchieren wollte. Das sieht man in den baltischen Staaten, in denen die Russen nicht eingeb\u00fcrgert wurden. Wie die russischen Minderheiten in diesen L\u00e4ndern behandelt wurden, hat die \u00f6ffentliche Meinung in Russland sehr stark beeindruckt.<\/p>\n<p>Das zeigte sich 2021 auch in der Ukraine, als die Rechte der indigenen V\u00f6lker gesetzlich geregelt wurden. Die Krimtataren, Kar\u00e4er und Krimtschaken wurden als indigene V\u00f6lker der Ukraine anerkannt, aber nicht die Russen. In Europa hat niemand davon gesprochen, obwohl das \u00e4hnlich ist wie mit den sogenannten N\u00fcrnberger Gesetzen 1935. In Russland hat das die Menschen stark beeindruckt. Deshalb hat \u00fcbrigens Wladimir Putin zw\u00f6lf Tage, nachdem das Gesetz in Kraft getreten ist, einen Artikel ver\u00f6ffentlicht. Die meisten haben den Artikel nicht gelesen, aber wenn man ihn liest, sieht man, dass es gar nicht darum geht, dass das ukrainische Volk nicht existiert, im Gegenteil. Putin sagte, man m\u00fcsse akzeptieren, dass eine Minderheit da ist, die zur Geschichte der Ukraine wie die anderen Minderheiten geh\u00f6rt. Ein Volk besteht aus Minderheiten. Und \u00fcbrigens, ist das auch der der Fall in Russland. Die Russen stellen zwar die Mehrheit dar, aber Russland selbst besteht aus Minderheiten. F\u00fcr einen Russen ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass man ein Land wie eine gro\u00dfe Familie betrachtet, in dem es nicht B\u00fcrger gibt, die mehr Rechte als andere haben. Das war auch so in der Sowjetunion \u00fcbrigens. Das hei\u00dft, wir\u00a0 unterschlagen diese Themen im Gro\u00dfen und Ganzen und unterst\u00fctzen ein Verhalten, das total gegen unsere Werte ist. Das ist das Paradox.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/selenskij-steht-seit-anfang-des-krieges-unter-dem-druck-der-extremisten\/\"><em>overton-magazin.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 23. April 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Florian R\u00f6tzer. 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