{"id":1303,"date":"2016-06-25T11:44:17","date_gmt":"2016-06-25T09:44:17","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=1303"},"modified":"2016-06-25T11:44:39","modified_gmt":"2016-06-25T09:44:39","slug":"privatisierungen-gehen-weiter-aber-auch-der-widerstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=1303","title":{"rendered":"Griechenland: Privatisierungen gehen weiter \u2013 aber auch der Widerstand"},"content":{"rendered":"<p><em>Georgbrzoska.<\/em> Nachdem der \u00dcbergang der 14 lukrativen Regionalflugh\u00e4fen an Fraport beschlossen ist und noch in diesem Jahr erfolgen soll, sucht die griechische Privatisierungsagentur HRADF jetzt kurzfristig auch K\u00e4ufer f\u00fcr die restlichen,<!--more--> noch nicht privatisierten 23 griechischen Flugh\u00e4fen. Wie verschiedene Medien berichteten, l\u00f6st damit Griechenland eine Verpflichtung ein, die es in den letzten Verhandlungen gegen\u00fcber den Kreditgebern eingegangen ist. Der Verkauf soll noch bis zum September dieses Jahres abgeschlossen sein. Man darf gespannt sein, ob dies gelingen wird, da diese Flugh\u00e4fen nicht profitabel sind, zumal die von der HRADF gesetzte Bieterfrist bereits am 24.06.2016 ausl\u00e4uft. Um welche Flugh\u00e4fen es sich im Einzelnen handelt, kann dieser <a href=\"http:\/\/www.iefimerida.gr\/news\/272113\/diagonismos-expres-apo-taiped-psahnei-symvoylo-gia-23-perifereiaka-aerodromia\">Quelle <\/a>entnommen werden.<\/p>\n<p>Der Widerstand der Besch\u00e4ftigten gegen diese weiteren Privatisierungen, wie auch gegen den Fraport-Deal wird fortgesetzt. Nachdem sich z.B. die Fluglotsen immer wieder den landesweiten Streiks gegen die Rentenk\u00fcrzungen etc. angeschlossen hatten, werden derzeit vom 20.06. bis zum 25.06. die Regionalflugh\u00e4fen aus Protest gegen die Fraport-\u00dcbernahme bestreikt. Einem Bericht von airliners.de zufolge hat die Gewerkschaft OSYPA das Flughafenpersonal, 1200 Mitarbeiter aus Bodenabfertigung und Check-in, zum Streik aufgefordert. Das Ausw\u00e4rtige Amt hat deshalb einen Reisehinweis herausgegeben, dass von den Streiks auch der Tourismus betroffen sein kann.<\/p>\n<p>Noch st\u00e4rkeren Widerstand gab es in den letzten Wochen gegen die Privatisierung der H\u00e4fen von Pir\u00e4us und Thessaloniki. Inzwischen herrscht helle Aufregung in der Tourismusindustrie, nachdem jetzt mehr als drei Wochen lang die Hafenarbeiter gegen die Privatisierung streikten und insbesondere der Kreuzfahrtverkehr betroffen ist. Touristen mussten ihr Gep\u00e4ck selbst entladen, gro\u00dfe Kreuzfahrtschiffe wurden in kleinere H\u00e4fen umgeleitet, weil sie in Pir\u00e4us nicht abgefertigt wurden (mit entsprechendem Stress f\u00fcr die in Bussen transportierten Sightseeing-Touristen) \u2013 insgesamt beliefen sich die Streikkosten f\u00fcr die betroffenen Unternehmen bereits am 9. Juni laut greekreporter.com auf 20 Mio. Euro. Kreuzfahrtveranstalter wie TUI oder Holland America haben Brandbriefe an die Hafengesellschaft, Cosco und auch die Regierung gesandt und davor gewarnt, dass Pir\u00e4us aus den Kreuzfahrt-H\u00e4fen gestrichen werde, wenn das so weiter gehe.<\/p>\n<p>Die Reaktionen lie\u00dfen nicht auf sich warten: Pitsiorlas, der Chef der Privatisierungsbeh\u00f6rde HRADF, erkl\u00e4rte im Fernsehen: \u201eDieser Streik k\u00f6nnte katastrophale Folgen f\u00fcr die H\u00e4fen haben\u201c. Die streikenden Hafenarbeiter haben hingegen Unterst\u00fctzung durch ihre europ\u00e4ischen Kollegen erfahren. In der letzten Woche haben sich ca. 30 Mitglieder des International Dockworkers Council (IDC, Internationaler Rat der Hafenarbeiter) aus 10 L\u00e4ndern mit ihren griechischen Kollegen in Athen getroffen, um sie zu unterst\u00fctzen und die Bedeutung der Entwicklungen f\u00fcr die Rechte der Hafenarbeiter in Gesamteuropa zu diskutieren. In einem Interview stellte der franz\u00f6sische Vertreter Manuel Lanus einen direkten Zusammenhang zu den franz\u00f6sischen K\u00e4mpfen um die Arbeitsgesetzgebung her.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung der Hafenarbeitergewerkschaften mit der griechischen Regierung wird von der Zeitung Ef.Syn inzwischen als \u201eKommunikationskrieg\u201c bezeichnet. Am vergangenen Wochenende kam es zu einer wechselseitigen Ver\u00f6ffentlichung vorn Verlautbarungen. Vorangegangen war ein Treffen der verschiedenen Gewerkschaften mit dem Schifffahrtsminister Dritsas am vergangenen Freitag (17.06.2016). Dritsas sicherte dabei zu, dass die Arbeitsrechte bei der Privatisierung gew\u00e4hrleistet bleiben w\u00fcrden. Nachdem die Gewerkschaftsvertreter das als nicht zufriedenstellend bezeichnet hatten, hatten sie erkl\u00e4rt, den Streik fortsetzen zu wollen und den Premierminister aufgefordert, sich in den Konflikt einzuschalten. Wenige Stunden sp\u00e4ter gab Regierungssprecherin Gerovasili eine Erkl\u00e4rung ab, in der sie den Kampf der Arbeiter als berechtigt bezeichnete und erkl\u00e4rte, dass die Regierung sicherstellen werde, dass es zu keiner Deregulierung der Arbeitsbeziehungen im Hafen kommen werde. Am letzten Montag, wurde daraufhin der Streik ausgesetzt mit der Begr\u00fcndung, dass die Forderungen der Arbeiter nun weitgehend abgedeckt seien und der gleichzeitigen Ank\u00fcndigung, dass sie den Streik bei weiteren Angriffen auf Arbeiterrechte sofort wieder aufnehmen w\u00fcrden. Dazu ist es schon am gestrigen Abend, dem 21.06. gekommen. Nach einem Treffen mit ihren Kollegen aus Thessaloniki hat OMYLE (die Gewerkschaft der Hafenarbeiter) die Fortsetzung der Streiks in den H\u00e4fen von Pir\u00e4us und Thessaloniki um weitere 48 Stunden beschlossen. In einem Marsch zum Schifffahrtsministerium am Donnerstag soll die Forderung im Zentrum stehen, dass die \u00fcbernehmende Cosco nicht das Recht erhalten soll, die Allgemeine Personalordnung, die die Arbeiterrechte sch\u00fctzt, au\u00dfer Kraft zu setzen. Im Anschluss wollen die Gewerkschaften \u00fcber das weitere Vorgehen entscheiden.<\/p>\n<p>Auch viele andere Privatisierungsthemen sind derzeit in der Diskussion: Der Minister f\u00fcr Infrastruktur Christos Spirtzis hat z.B. in einem Interview erkl\u00e4rt, dass er sich gegen die Privatisierung des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs ausspricht. Auch wenn der Betrieb des \u00f6ffentlichen Verkehrs \u00fcber viele Jahre ausgepl\u00fcndert und durch Misswirtschaft ruiniert worden sei \u2013 dieses Problem m\u00fcsse durch interne Rationalisierung gel\u00f6st werden. Der privatisierte Nahverkehr in Thessaloniki habe gezeigt, dass Privatisierung keine L\u00f6sung der Probleme sein kann: Dadurch habe sich eine Verf\u00fcnffachung der Kosten ergeben.<\/p>\n<p>Aus der Privatisierung der Bahngesellschaft TRAINOSE m\u00f6chte sich Spiritzis sich demgegen\u00fcber heraushalten und der HRADF die Zust\u00e4ndigkeit \u00fcberlassen. Er betonte nur die Zust\u00e4ndigkeit des Staates f\u00fcr die Infrastruktur der Bahn.<\/p>\n<p>Weitere Quellen:<\/p>\n<p>09.06.2016 <a href=\"http:\/\/greece.greekreporter.com\/2016\/06\/09\/revenue-losses-continue-as-piraeus-port-workers-extend-strike\/\">http:\/\/greece.greekreporter.com\/2016\/06\/09\/revenue-losses-continue-as-piraeus-port-workers-extend-strike\/<\/a><\/p>\n<p>13.06.2016 <a href=\"http:\/\/www.iefimerida.gr\/news\/272113\/diagonismos-expres-apo-taiped-psahnei-symvoylo-gia-23-perifereiaka-aerodromia\">http:\/\/www.iefimerida.gr\/news\/272113\/diagonismos-expres-apo-taiped-psahnei-symvoylo-gia-23-perifereiaka-aerodromia<\/a><\/p>\n<p>16.0.6.2016 <a href=\"http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/den-yparhei-poythena-stin-eyropi-montelo-idiotikopoiisis-opos-toy-olp\">http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/den-yparhei-poythena-stin-eyropi-montelo-idiotikopoiisis-opos-toy-olp<\/a><\/p>\n<p>17.06.2016 <a href=\"http:\/\/www.airliners.de\/griechische-gewerkschaft-streiks-fraport-deal\/38865\">http:\/\/www.airliners.de\/griechische-gewerkschaft-streiks-fraport-deal\/38865<\/a><\/p>\n<p>18.06.2016 <a href=\"http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/sygkroysi-gia-ta-ergasiaka-ston-olp\">http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/sygkroysi-gia-ta-ergasiaka-ston-olp<\/a><\/p>\n<p>19.06.2016 <a href=\"http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/den-tha-ginei-idiotikopoiisi-ton-astikon-sygkoinonion\">http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/den-tha-ginei-idiotikopoiisi-ton-astikon-sygkoinonion<\/a><\/p>\n<p>21.06.2016 <a href=\"http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/giati-stamatisan-tin-apergia-ergazomenoi-ston-olp\">http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/giati-stamatisan-tin-apergia-ergazomenoi-ston-olp<\/a><\/p>\n<p>21.06.2016 <a href=\"http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/synehizei-ton-agona-i-omyle\">http:\/\/www.efsyn.gr\/arthro\/synehizei-ton-agona-i-omyle<\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/griechenlandsoli.com\/2016\/06\/22\/privatisierungen-gehen-weiter-aber-auch-der-widerstand\/\"><em>griechenlandsoli.com&#8230;<\/em><\/a><em>\u00a0\u00a0 vom 22. Juni 2016<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georgbrzoska. 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