{"id":13145,"date":"2023-06-03T17:23:49","date_gmt":"2023-06-03T15:23:49","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13145"},"modified":"2023-06-03T17:23:50","modified_gmt":"2023-06-03T15:23:50","slug":"corona-als-symptom-einer-grundlegenden-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13145","title":{"rendered":"<strong>Corona als Symptom einer grundlegenden Krise<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Helge Butterkeit. <\/em><strong>Die multiplen Krisen der Gegenwart verlangen nach einer konsistenten Erkl\u00e4rung. Nach Analysen, die nicht nur die verschiedenen Krisen der Gesellschaft und des Kapitalismus zusammenbringen und verst\u00e4ndlich machen, sondern auch deren unterschiedliche Ebenen beleuchten. Der neue Sammelband \u201eSchwerer Verlauf\u201c aus einem linken Umfeld versucht<\/strong><!--more--> <strong>sich daran. Mit Erfolg: Die insgesamt zehn Beitr\u00e4ge tragen sehr zum Verst\u00e4ndnis der Gegenwart bei und machen klar, welche Funktionen die verschiedenen Ma\u00dfnahmen haben. <\/strong><\/p>\n<p>Die Gesellschaft ist in der Krise, war es und sie wird es bleiben. Der Krisenmodus ist allgegenw\u00e4rtig. Fl\u00fcchtlinge, Corona, Krieg. Darum ging es in den vergangenen Jahren. Und zuvor war es Terror und die Finanzkrise. All das sind Symptome einer gro\u00dfen Krise, der Krise des Kapitalismus. Geht es nach den Autoren des neuen Sammelbandes \u201eSchwerer Verlauf\u201c, die teilweise unter Pseudonym ver\u00f6ffentlichen, dann ist der Kapitalismus selbst die Krise. Die Beitr\u00e4ge des Buches helfen, die Zusammenh\u00e4nge der globalen Verwerfungen zu verstehen, die bis in unseren Alltag vorgedrungen sind. Das Buch stammt aus einem Umfeld, das sich seit langem mit Krisen besch\u00e4ftigt: Der Wertkritik, in diesem Fall der Website <em>wertkritik.org. <\/em>In ihrer Selbstdarstellung formulieren die Autoren unter anderem:<\/p>\n<p><em>Im Zentrum steht die Annahme, dass wir gegenw\u00e4rtig in einer Epoche der fundamentalen Krise der kapitalistischen Gesellschaft leben, die die Menschheit vor eine existenzielle Alternative stellt: Emanzipation oder Barbarei. Die Theoriebildung von wertKRITIK.org steht in der Tradition der Wertkritik bzw. Wert-Abspaltungskritik, wie sie seit den 1980er Jahren sowohl in Abgrenzung als auch in Weiterentwicklung der Theorie von Karl Marx sowie daraus hevorgegangener Marxismen entwickelt wurde. Sie kn\u00fcpft vor allem an jene Teile des Marx\u2019schen Werkes an, die sich auf die schonungslose Analyse und Kritik des Kapitalismus als einer \u201efetischistischen\u201c Gesellschafts- und Lebensform mit ihren vielf\u00e4ltigen immanenten Widerspr\u00fcchen beziehen \u2013 Widerspr\u00fcche, die letztlich in ihrer eigenen finalen Krise kulminieren.<\/em><\/p>\n<p>Der wichtigste Autor dieser Tradition ist der 2012 verstorbene Robert Kurz, dessen Werk unter anderem aus einer umfangreichen Krisenanalyse besteht. Kurz wirkt bis heute nach, was in den verschiedenen Aufs\u00e4tzen des Bandes zu merken ist. Sie beziehen sich immer wieder auf ihn und seine Krisentheorie. Schon diese Bez\u00fcge zeigen, dass das Buch tiefer bohrt als vieles, das in den vergangenen drei Jahren zum Thema erschienen ist. Zudem kn\u00fcpft es an die beiden bisherigen Corona-Sammelb\u00e4nde aus dem Promedia Verlag an.<a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/corona-als-symptom-einer-grundlegenden-krise\/#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a> Beide waren wichtig f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Krise und auch der Reaktion der politischen Linken darauf. Oder von dem, was davon \u00fcbrig geblieben ist.<\/p>\n<p>Kurz gefasst gehen die Autoren in \u201eSchwerer Verlauf\u201c davon aus, dass wir in den vergangenen drei Jahren eine erneute Wirtschafts- und Finanzkrise erlebt haben, die sich als Gesundheitskrise manifestierte. Die Herrschenden reagierten dabei mit einem autorit\u00e4ren Reproduktionsmodell, um der globalen Notlagen Herr zu werden. Wobei das der falsche Ausdruck ist, denn die Krise der kapitalistischen Produktionsweise dauert an. Es braucht einen immerw\u00e4hrenden Ausnahmezustand. In der Corona-Zeit wurde er durch einen \u201emoralischen \u00dcberbau\u201c kompensiert, den wir in der viel beschworenen \u201eSolidarit\u00e4t\u201c erlebt haben, so Fabio Vighi in seinem Beitrag. Zwischen den verschiedenen Lagern, den Bef\u00fcrwortern und Gegnern der Ma\u00dfnahmen, ging es vor allem darum, die \u201eNormalit\u00e4t\u201c zur\u00fcckzugewinnen, schreibt Gerd Bedszent. F\u00fcr die einen waren Lockdowns daf\u00fcr die notwendige Ma\u00dfnahme, die anderen wollten sofort zur\u00fcck zum Status quo ante. Aus diesem fundamentalen Gegensatz ist eine Parallelit\u00e4t von \u00c4ngsten entstanden, die aufeinander bezogen sind. Alan Schink schreibt: \u201eDie Virusangst ist ein Komplement der Verschw\u00f6rungsangst.\u201c (S. 130). Jede Seite beschuldigte die jeweils andere, der R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t im Wege zu stehen. Hier w\u00e4re die Linke gefragt gewesen, die aber auf ganzer Linie versagte. Ihre Aufgabe w\u00e4re es gewesen, schreibt Gerd Beszent,<\/p>\n<p><em>den Protestierenden die Erkenntnis zu vermitteln, dass es ein goldenes Zeitalter des Kapitalismus nie gab und auch nie geben kann. Dass sich Proteste also nicht gegen einzelne Verwerfungen, sondern gegen den Kapitalismus insgesamt richten sollten. Ein Bewusstsein von all den Ungeheuerlichkeiten unserer glorreichen Gesellschaft ist erste Voraussetzung daf\u00fcr, \u00fcber den Kapitalismus hinauszudenken. Diese Aufgabe wird derzeit von der Linken \u2013 zumindest in Deutschland \u2013 \u00fcberhaupt nicht wahrgenommen. Die Mehrheit der linken Gruppen und Str\u00f6mungen kommt von ihrer Fixierung auf ,Politik und Demokratisierung\u2018 nicht los. (S. 63)<\/em><\/p>\n<p>Das, was Bedszent hier am Ende mit Verweis auf eine Kritik an der politischen Linken von Robert Kurz aus dem Jahr 2000 schreibt, trifft eben auch auf die aktuelle \u201eDemokratiebewegung\u201c zu. Und genau deshalb w\u00e4re es eine Aufgabe der Linken, deren Kritik zu radikalisieren, also zur Wurzel der Probleme zu f\u00fchren. Das tun nun die Autoren im vorliegenden Buch.<\/p>\n<p>F\u00fcr Herausgeber Andreas Urban und seinen Co-Autor F. Alexander von Uhnrast zeugt der \u201eirrationale Umgang\u201c mit dem Virus von einem generellen Realit\u00e4tsverlust in der Gesellschaft. Als Beispiel f\u00fcr den Verlust von Wirklichkeit beschreiben beide die Position einiger vehementer Ma\u00dfnahmen-Bef\u00fcrworter und ZeroCovid-Aktivisten, die meinten, den vermeintlichen Nutzen der Ma\u00dfnahmen g\u00e4be es ohne den durch sie unweigerlich verursachten Schaden. \u201eUmso beharrlicher mussten dann z. B. die Kollateralsch\u00e4den der Lockdowns geleugnet oder kleingeredet werden.\u201c (S. 77) Und da die Ma\u00dfnahmen im Laufe der Zeit immer weniger rational begr\u00fcndbar waren, mussten sie, so die Autoren, immer autorit\u00e4rer werden.<\/p>\n<p>Warum aber unterwarf sich die Mehrheit dieser Autorit\u00e4t? Gerd Bedszent spricht von einer Generation von Netz-Zombies, die durch den zunehmenden Abbau von Kunst und Kultur entstehe. Die heutige Generation werde zu \u201ekritiklosen Konsumenten der Produkte professionell arbeitender Werbeagenturen und PR-B\u00fcros, willige[n] Vollstrecker auch der absurdesten und gemeinsten Weisungen von Konzernchefs und Verwaltungsb\u00fcrokraten\u201c herangezogen (S. 62). Erg\u00e4nzend konstatieren Urban und von Uhnrast, dass das \u201eGros der Bev\u00f6lkerung aufgrund der weit vorangeschrittenen, nicht zuletzt durch kulturindustriellen Dauerbeschuss bef\u00f6rderten Abkopplung von der Realit\u00e4t in hohem Ma\u00dfe manipulierbar ist\u201c. (S. 75)<\/p>\n<p>Dabei wird die Verflachung des Denkens in der Corona-Krise von Regression und Infantilisierung begleitet. Auch dem Psychologen Dietmar Czycholl gelingt es in seinem Text, viele der Ungeheuerlichkeiten wieder ins Bewusstsein zur\u00fcckzurufen, die durch das Wochen, Monate und am Ende mehr als zwei Jahre andauernde mediale und gesellschaftliche Dauerfeuer an Hygiene-Propaganda zur buchst\u00e4blichen neuen Normalit\u00e4t geworden sind. Welche Gesch\u00e4fte haben denn die Plexiglasscheiben abgebaut, die wahlweise die Kunden, die Mitarbeiter oder am besten beide voreinander sch\u00fctzen sollten? Erwachsene wurden wie Kinder behandelt, die man in jungen Jahren selbstverst\u00e4ndlich nach dem Spielen im Garten an das H\u00e4ndewaschen erinnert oder beim Niesen an die Armbeuge erinnert.<\/p>\n<p>In Corona-Zeiten gab es eine stetige Wiederholung solcher Selbstverst\u00e4ndlichkeiten. Die Hygienepropaganda der Regierung in den Medien wurde durch Aufkleber, Abstandsmarker oder eben Plexiglasscheiben aktualisiert. \u201eVertreter der unteren Exekutive und letztlich die verordnenden Regierungen der L\u00e4nder und des Bundes geraten damit in die Rolle von Eltern, die \u00fcber die Kinder bestimmen, die kontrollieren und ma\u00dfregeln.\u201c (S. 104f.) Czycholl nennt dies eine regressive Dynamik, die mit der Maske \u2013 und sp\u00e4ter dem Bekenntnis zur Impfung \u2013 ihre eigentlichen H\u00f6hepunkte erlebte. Dass die Maske viel mehr ein Symbol als ein medizinisches Schutzprodukt war, zeigte den Nutzern schon der Beipackzettel, der eben die Schutzwirkung ausschloss. Stattdessen best\u00e4tigte sie den Ausnahmezustand. Czycholl vergleicht die Ma\u00dfnahmen mit dem Volksaberglauben, der zu einem gro\u00dfen Teil aus Regeln bestehe, \u201edie vor irgendwelchem Unheil sch\u00fctzen sollen und die bei rationaler Betrachtung als zusammenhanglos und unwirksam erscheinen\u201c. (S. 106)<\/p>\n<p>Und warum der ganze irrationale Hokuspokus? Die Krisenverwaltung wurde, so schreiben es Andreas Urban und F. Alexander von Uhnrast, auf ein \u201eneues, effizientes und technologisch zeitgem\u00e4\u00dfes Niveau gehoben\u201c (S. 82). Nat\u00fcrlich gibt es auch Kapitalfraktionen, die profitieren. Zu nennen w\u00e4ren Digitalkonzerne, Pharmaindustrie und Online-Handel. Man muss sich aber auch die Gesellschaft selbst anschauen. Ada Frankiewicz beschreibt einen Wandel der \u201eSubjektordnung\u201c, denn der Finanz- und Digitalkapitalismus erfordere neue Verwertungsanforderungen. Die Menschen sind nicht mehr ein fixes, stabil funktionierendes R\u00e4dchen in der Produktionsmaschine wie der industriellen Gesellschaft. In der postindustriellen Welt m\u00fcssen sie sich permanent anpassen.<\/p>\n<p><em>Das Subjekt wird im ,Projektkapitalismus\u2018, in dem alles zum fristbegrenzten Projekt wird, selbst zum Projekt mit der Pflicht zur permanenten Selbstoptimierung und der Sicherstellung der eigenen Vermarktbarkeit. (S. 177)<\/em><\/p>\n<p>Das Subjekt m\u00fcsse jederzeit die eigene optimale Funktionalit\u00e4t sicherstellen. Abweichungen wie Impfverweigerung oder Regelbr\u00fcche gelten \u201eals abzustellende St\u00f6rung, als Devianz, die technisch, psychiatrisch, polizeilich zu verwalten ist\u201c. Parallel dazu versteht sich die Autorit\u00e4t als \u201esachlich, rational, notwendig und richtig\u201c. Frankiewicz weist darauf hin, dass die Spaltung der Gesellschaft bereits vor 2020 zwischen denen bestand, die die Ver\u00e4nderung der Subjektordnung als positiv beschworen (hierzu geh\u00f6rt die Klientel der Gr\u00fcnen) und denen sie zu n\u00fctzen scheint sowie auf der anderen Seite denen, die zunehmend prekarisiert werden und die alten sozialen Verh\u00e4ltnisse unkritisch affirmieren. Dieser Gedanke erinnert an die unterschiedlichen Normalit\u00e4ten, von denen bereits die Rede war.<\/p>\n<p>Basis des Mainstream ist dabei, folgt man Kurt B. Uhlsch\u00fctz \u2013 einem weiteren Pseudonym, \u201eein ganz flaches, aber geschlossenes Weltbild\u201c. Es habe sich ein \u201eneuer Dogmatismus entwickelt, der die dekonstruierten alten Wahrheiten durch neue ersetzt, ein Katechismus der hegemonialen Schicht der Gebildeten\u201c, die der Autor aufz\u00e4hlt (\u201eFollow the Science\u201c, Geschlechtsidentit\u00e4t, Klimawandel usw.), die sich allerdings auch jederzeit \u00e4ndern k\u00f6nnten, ohne dass dies ihre Tr\u00e4ger zum Nachdenken bringen w\u00fcrde. F\u00fcr Uhlsch\u00fctz ist diese Irrationalit\u00e4t, er nennt das Ganze \u201eInkompetenzgesellschaft\u201c, das untr\u00fcgliche Zeichen einer systemischen Krise, womit wir wieder bei einem Verweis auf Robert Kurz angelangt w\u00e4ren. Angesichts dieser Diagnose schreibt Uhlsch\u00fctz, dass jedes politische Personal mit der Aufgabe, die Probleme zu l\u00f6sen, \u00fcberfordert w\u00e4re,<\/p>\n<p><em>weil die kapitalistische betriebswirtschaftliche Rationalit\u00e4t eine Gesellschaftssteuerung im Sinne gesamtgesellschaftlicher Rationalit\u00e4t, also der Wohlfahrt und des Gl\u00fccks der Menschen nicht zul\u00e4sst. (S. 209)<\/em><\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund von multipler Krise, Realit\u00e4tsverlust, Regression, Inkompetenz und Spaltung war der \u201eschwere Verlauf\u201c der Corona-Zeit fast unvermeidbar, zumal die Linke sich, wie erw\u00e4hnt, quasi als Komplettausfall pr\u00e4sentierte. Ihr fehlte die Distanz zur modernen Medizin und zur pharmazeutischen Industrie (Urban\/von Uhnrast), stattdessen beteiligen sich viele \u201eLinks-Progressive\u201c an der Umsetzung der neuen Subjektordnung und damit an der Durchsetzung des neuen Akkumulationsregimes (Frankiewicz). Jede Form des sozialen Protestes werde von der einen Seite der vermeintlichen Linken \u201eals Bedrohung des demokratischen Gemeinwesens durch dunkle, vorzivilisatorische M\u00e4chte\u201c verstanden (Bedszent). Solcherart Linke akzeptieren die Zw\u00e4nge des Marktes als etwas Nat\u00fcrliches, weswegen sie jeglicher noch so unsinnigen staatliche Repression folgen. Sie identifizieren sich mit dem Staat, w\u00e4hrend kleinere linke Gruppen, die sich dem widersetzen, sich als umgekehrt staatsfixiert erweisen. Konkreter wird Bedszent leider nicht, stimmt aber tendenziell Letztgenannten zu, denn:<\/p>\n<p><em>Die derzeitige autorit\u00e4re Welle wird von ihnen in erster Linie als eine Bedrohung durch den Staatsapparat wahrgenommen. Dies sicher nicht ganz zu Unrecht: Das repressive Instrumentarium der Anti-Pandemie-Ma\u00dfnahmen l\u00e4sst sich ja wunderbar im Falle sozialer Proteste gr\u00f6\u00dferer Teile der Bev\u00f6lkerung nutzen. (S. 64)<\/em><\/p>\n<p>Gibt es einen Ausweg? Bedszent weist zurecht darauf hin, dass die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der kapitalistischen Gesellschaft keine Naturgesetze sind, sie nur in unseren K\u00f6pfen existieren. Sie k\u00f6nnten also auch \u00fcberwunden werden. Dabei scheint der Kampf um die K\u00f6pfe durch die Propaganda und mediale Dauerbeschallung und das Framing gegen jegliche Opposition, wie sie Ortwin Rosner in seinem Beitrag beschreibt, zumindest derzeit entschieden. Nur eine Minderheit besch\u00e4ftigt sich in der gespaltenen Gesellschaft mit oppositionellen Meinungen, die noch dazu oft genug selbst nur die reine Gegenseite des herrschenden Propagandanarrativs sind.<\/p>\n<p>Die kritische und aufmerksame Lekt\u00fcre des vorliegenden Buches hilft gegen solcherart Halbheiten. Es schaut hinter die Fassade und erkl\u00e4rt viele der Zusammenh\u00e4nge. Dabei ist vieles bereits an anderer Stelle zu lesen gewesen, allein die Sammlung dessen ist wertvoll. Die Beitr\u00e4ge der Autoren bauen aufeinander auf, erg\u00e4nzen einander und vertiefen so das Verst\u00e4ndnis des Ganzen. Dabei schreiben die Autoren zuweilen etwas umst\u00e4ndlich. Die Texte sind nicht immer eing\u00e4ngig und wirken zuweilen hermetisch und distanziert, man will sich mit keiner Sache gemein machen. Was angesichts der beschriebenen Fakten und der kundigen Analysen verst\u00e4ndlich ist. Dem Buch ist in jedem Fall eine breite Rezeption und Diskussion zu w\u00fcnschen. Wer Corona und die Krisen dieser Zeit, die \u201eAlles-Blase\u201c (Fabio Vighi) verstehen will, der sollte es lesen.<\/p>\n<p>Andreas Urban (Hrsg.), Schwerer Verlauf, Corona als Krisensymptom. Promedia Verlag, Wien. 269 Seiten, 24 Euro<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/corona-als-symptom-einer-grundlegenden-krise\/#sdfootnote1anc\">1<\/a> Hierzu meine beiden Rezensionen, die bei Globkult und den Nachdenkseiten erschienen sind: <a href=\"https:\/\/www.globkult.de\/gesellschaft\/besprechungen-gesellschaft\/1987-hannes-hofbauer-stefan-kraft-hgg-lockdown-2020\">https:\/\/www.globkult.de\/gesellschaft\/besprechungen-gesellschaft\/1987-hannes-hofbauer-stefan-kraft-hgg-lockdown-2020<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72265\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72265<\/a><\/p>\n<p><em>#Titelbild: F\u00fcr die Autoren des Sammelbandes \u201cSchwerer Verlauf\u201d ein Beispiel f\u00fcr Regression: Linke Demonstranten in Hamburg Anfang 2022.Foto: <\/em><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/rasande\/51822463184\/in\/album-72177720295973542\/\"><em>Rasande Tyskar<\/em><\/a><em>, Lizenz: CC <\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc\/2.0\/de\/\"><em>BY-NC<\/em><\/a><em> 2.0 , <\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/vom-pandemischen-elend-der-linken\/attachment\/51822463184_cf36c7c7a8_k\/\"><em>Mehr Infos <\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/feuilleton\/literatur\/corona-als-symptom-einer-grundlegenden-krise\/\"><em>hintergrund.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 3. Juni 2023 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helge Butterkeit. Die multiplen Krisen der Gegenwart verlangen nach einer konsistenten Erkl\u00e4rung. 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