{"id":13295,"date":"2023-07-02T10:59:19","date_gmt":"2023-07-02T08:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13295"},"modified":"2023-07-02T10:59:20","modified_gmt":"2023-07-02T08:59:20","slug":"der-konsequenteste-aller-kriegshasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13295","title":{"rendered":"<strong>\u201eDer Konsequenteste aller Kriegshasser\u201c<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Peter B\u00fcrger. <\/em><strong>Der Russe Leo N. Tolstoi (1828-1910) warnte vor einem Zug in den Abgrund \u2013 und teilte nicht die Illusionen der b\u00fcrgerlichen Friedensbewegung.<\/strong><\/p>\n<p>Mit Blick auf den Anbruch des 20. Jahrhunderts vermerkt Viktor Schklowski \u00fcber Leo N. Tolstoi (1828-1910): \u201eIn vielem \u2026 begriff Tolstoi mehr als andere Leute. Er schrieb, es w\u00fcrde<!--more--> zu Kriegen von derartiger Gewalt kommen, dass sie den Untergang von 99 Prozent der Erdbev\u00f6lkerung bewirken k\u00f6nnten, selbst das aber k\u00f6nne den Wahn der Reichen nicht eind\u00e4mmen. \u2026 Das neue Jahrhundert setzte mit Kriegen ein. Man k\u00e4mpfte auf den Philippinen und im Transvaal. Es waren Kriege von neuartiger Abscheulichkeit. Tolstoi sagte: \u201aKriege der Amerikaner und Engl\u00e4nder innerhalb einer Welt, in der schon Gymnasiasten den Krieg verurteilen, sind entsetzlich\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Bei einem Besuch von Maxim Gorki (Alexej Maximowitsch Peschkow) am 13. Januar 1900 meinte Tolstoi \u201esich selbst ironisierend, er freue sich unwillk\u00fcrlich \u00fcber die Siege der Buren, wenn er auch wisse, dass es S\u00fcnde sei: sowohl die Buren als auch die Engl\u00e4nder begingen jenen Massenmord, den sie als Krieg bezeichneten.\u201c (Schklowski: Leo Tolstoi. Berlin 1984.)<\/p>\n<p>Tolstoi nennt in einem Brief zu den K\u00e4mpfen im Transvaal vom Dezember 1899 drei Hauptursachen f\u00fcr Kriege: \u201eErstens: die ungleiche Verteilung des Besitzes, das hei\u00dft: die Beraubung eines Menschen durch die anderen. Zweitens: die Existenz eines Soldatenstandes, das hei\u00dft: solcher Menschen, die f\u00fcr den Mord erzogen und bestimmt werden. Drittens: die falsche und meist bewusst betr\u00fcgerische religi\u00f6se Lehre, in der die Jugend zwangsweise erzogen wird. \u2026 Es wird solange Kriege geben, wie wir die Entstellung des Christentums predigen oder ohne sittliche Emp\u00f6rung und Widerwillen dulden werden.\u201c<\/p>\n<p>Ein Tagebucheintrag vom 27. Dezember 1905 zeigt, wie dringlich Tolstoi ein Jahrzehnt vor den Massenschlachten des Ersten Weltkrieges seine Warnungen verstanden wissen wollte: \u201eIch bin wie jener Mann auf dem Tender eines in den Abgrund rasenden Zuges, der entsetzt erkennt, er vermag den Zug nicht zum Stehen zu bringen. Die Fahrg\u00e4ste hingegen entsetzten sich erst, als die Katastrophe geschehen war.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die Differenz zur b\u00fcrgerlichen Friedensbewegung<\/strong><\/p>\n<p>Der Kampf gegen Todesstrafe und Krieg geh\u00f6rt zu den zentralen Schaupl\u00e4tzen des letzten Lebensjahrzehnts. \u201eZu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ist Tolstoj ein geistiges Kraftzentrum mit kolossalem Ansehen. Es war fast unm\u00f6glich, \u00fcber Lebensprobleme zu diskutieren, ohne zu seiner Ansicht Stellung zu nehmen. \u2026 Aus der ganzen Welt \u2013 nicht zuletzt aus Asien und Amerika \u2013 trafen bei dem Propheten in Jasnaja Poljana Gr\u00fc\u00dfe begeisterter Anh\u00e4nger ein.\u201c (Geir Kjetsaa: Lew Tolstoj. Gernsbach 2001). Ihn erreichten Zuschriften aus vielen L\u00e4ndern des Erdkreises in 26 Sprachen.<\/p>\n<p>Zwei Briefe Tolstois an Bertha von Suttner vom Oktober 1891 und vom August 1901 lassen \u2013 trotz des warmherzigen Tones \u2013 unschwer eine Differenz zum b\u00fcrgerlichen Pazifismus erkennen. Tolstoi setzt wenig Vertrauen in Friedensgesellschaften, Konferenzen und Neuerungen des Internationalen Rechts. Er erhoffte sich ein Ende der Kriegsapparatur nicht durch staatstragende Aktivit\u00e4ten, sondern aufgrund der Verweigerung des T\u00f6tens von unten.<\/p>\n<p>Selbst da, wo es um den unbestrittenen literarischen Ruhm ging, wollte das B\u00fcrgertum dem russischen Kritiker der Staatsdoktrin kein \u00f6ffentliches Forum verschaffen: \u201eDass Tolstoi 1902 den Nobelpreis f\u00fcr Literatur nicht erhalten hat, erscheint heute mehr als verwunderlich. \u2026 Nirgends steht geschrieben, der Preis k\u00f6nne nur nach Einwilligung des Kandidaten verliehen werden. Ausschlaggebend war dagegen, dass die schwedische Akademie Tolstoi \u2026 als zu anarchistisch \u2026 betrachtete und dass er deshalb den Preis nicht verdiene. Der Einfluss \u2026 auf die gesellschaftliche Entwicklung war in den Augen der Akademie eher negativ als positiv. Weshalb sollte man die gute Gesellschaft provozieren, indem man einen so umstrittenen Schriftsteller bedachte?\u201c (Geir Kjetsaa)<\/p>\n<p>Tolstoi bezeichnete die Regierung, mit welcher die Friedensgesellschaften gleichsam Hand in Hand gehen wollten, in einem Tagebucheintrag vom 22. Januar 1904 sogar als eine \u201eBande von R\u00e4ubern\u201c. Diesen Gedanken wird er auch in seiner Schrift <em>\u201eEines ist not\u201c<\/em> (Edinoe na potrebu, 1905) ausf\u00fchren: \u201eMan k\u00f6nnte die Unterordnung eines ganzen Volkes unter wenige Leute noch rechtfertigen, wenn die Regierenden die besten Menschen w\u00e4ren; aber das ist nicht der Fall, war niemals der Fall und kann es nie sein.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr solche Kompromisslosigkeit konnte Bertha von Suttner nach Jahren voller Entt\u00e4uschung in der Friedensarbeit vielleicht doch ein wenig Verst\u00e4ndnis aufbringen. Sie meinte 1909 in einem Brief an ihren engsten Mitstreiter: \u201eTolstoi ist eigentlich der Konsequenteste von allen Kriegshassern.\u201c<\/p>\n<p><strong>Russisch-japanischer Krieg 1904-1905<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn des Jahres 1904 zeugt ein anderer Tagebucheintrag von dr\u00e4ngender Sorge um den Frieden: \u201e<em>27. Januar<\/em>, <em>Jasjana Poljana<\/em>. \u2026 Der Krieg und Hunderte von \u00dcberlegungen, warum es ihn gibt, was er zu bedeuten hat, welches seine Folgen sind und dergleichen mehr. Alle reden dar\u00fcber, vom Zaren bis zum letzten Trainsoldaten. Und alle m\u00fcssten sich, abgesehen von den \u00dcberlegungen, was der Krieg f\u00fcr die ganze Welt bringt, noch Gedanken dar\u00fcber machen, wie <em>ich, ich, ich<\/em> mich dem Krieg gegen\u00fcber zu verhalten habe. Doch diese \u00dcberlegung stellt niemand an. Jeder glaubt vielmehr, das brauche man nicht, es sei nicht wichtig. Man packe ihn aber einmal bei der Gurgel und dr\u00fccke ihm die Luft ab, dann f\u00fchlt er, am allerwichtigsten ist f\u00fcr ihn sein Leben, dieses Leben seines <em>Ich<\/em>. Und wenn dieses Leben seines <em>Ich<\/em> das Allerwichtigste darstellt, dann ist er eben nicht nur Journalist, Zar, Offizier oder Soldat, sondern auch ein Mensch, der zu kurzem Verweilen in die Welt kam und sie nach dem Willen dessen, der ihn gesandt hat, wieder zu verlassen hat. Was also kann wichtiger f\u00fcr ihn sein als das, was er in dieser Welt zu tun hat, wichtiger ohne Zweifel als alle \u00dcberlegungen, ob der Krieg notwendig ist und wohin er f\u00fchrt? Und was den Krieg anlangt, so hat er offensichtlich folgendes zu tun: nicht Krieg zu f\u00fchren und anderen nicht zu helfen, es zu tun, wenn er sie schon nicht zur\u00fcckhalten kann.\u201c<\/p>\n<p>Im Februar 1904 begann der russisch-japanische Krieg. Er war \u2013 aus <a href=\"https:\/\/sites.google.com\/site\/sozialistischeklassiker2punkt0\/glossar\/russisch-japanischer-krieg\">marxistischer Sicht<\/a> \u2013 \u201edas Ergebnis der r\u00fccksichtslosen Au\u00dfenpolitik des Zarismus, die von einer Gruppe von B\u00fcrokraten geleitet wurde, die daran interessiert waren, den Fernen Osten zu pl\u00fcndern. Die zaristische Regierung provozierte einen Krieg mit Japan, ohne Zeit zu haben, ihn milit\u00e4risch oder materiell vorzubereiten. Der Krieg sollte, nach dem Plan seiner Organisatoren, auch die soziale Atmosph\u00e4re in Russland entsch\u00e4rfen. Die blinden zaristischen B\u00fcrokraten erwarteten einen kontinuierlichen Triumph im Kampf gegen die \u201aAsiaten\u2018. Alle Berechnungen der Selbstherrschaft erwiesen sich als falsch. Von den ersten Tagen des Krieges an fingen die russische Armee und Marine an, Niederlagen zu erleiden. Innerhalb Russlands f\u00fchrte der Krieg zu einer beispiellosen Versch\u00e4rfung des Klassenkampfes und verursachte def\u00e4tistische Gef\u00fchle nicht nur unter den Sozialdemokraten, sondern auch in manchen liberalen Kreisen. \u2013 Die Niederlage des zaristischen Russlands hat seine internationale Position stark untergraben. \u2026\u201c<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des russisch-japanischen Krieges verfasste Leo N. Tolstoi seinen am 8. Mai 1904 abgeschlossenen Artikel <em>\u201eBesinnet Euch!\u201c<\/em> (Odumajtes\u02bc!, 1904). \u201eDer Krieg\u201c, so referiert V. Schklowski den Inhalt, \u201eentbrannte immer st\u00e4rker, die Menschen gingen in die Schlachten wie Wanderheuschrecken, die Wasserl\u00e4ufe \u00fcber die Leichen ihrer Ertrunkenen \u00fcberqueren. Der Krieg wurde um fremdes Land gef\u00fchrt, um \u201aPachtland\u2018, um eine Konzession. Im Artikel sind Briefe eingestreut, die erz\u00e4hlen, wie Reservisten, zum Morden einberufen, verabschiedet werden.\u201c<\/p>\n<p>Geir Kjetsaa schreibt \u00fcber die Haltung des Dichters: \u201eAufsehen erregend war \u2026 sein Protest angesichts des Kriegsausbruchs zwischen Russland und Japan. Wieder einmal Krieg, wieder einmal Leiden, wieder einmal diese verdummende Hurrastimmung! Keine staatliche Institution hasste er so sehr wie das Milit\u00e4r. Dass sein Sohn Andrej sich freiwillig gemeldet hatte, machte die Sache nicht besser. Der Schriftsteller brachte es nicht \u00fcber sich, die kriegstreibenden Zeitungsberichte zu lesen. War es nicht Christus, der uns befohlen hatte, unsere Feinde zu lieben? \u201aBesinnt Euch!\u2018 lautete sein Aufruf an alle, die sich auf den Schlachtfeldern jetzt gegenseitig umbrachten. \u2013 Einziger Trost war ihm der wachsende Widerstand des Volkes gegen diesen wahnsinnigen Krieg: \u201aDer Zweifel, ob es der Wille Gottes sei, dass die Beh\u00f6rden uns zwingen zu t\u00f6ten, ist der Funke des Feuers, das Christus auf die Erde gebracht hat. Das zu wissen und zu f\u00fchlen ist eine gro\u00dfe Freude.\u2018 Auf die Aufforderung einer amerikanischen Zeitung pr\u00e4zisierte er seine Sichtweise der Kriegshandlungen: \u201aIch bin weder f\u00fcr Russland noch f\u00fcr Japan, sondern f\u00fcr die Arbeiter beider L\u00e4nder, die jetzt von ihren Regierungen hinters Licht gef\u00fchrt und gezwungen werden, gegen ihr Wohlergehen, ihr Gewissen und ihre Religion zu k\u00e4mpfen.\u2018 \u2026 Patriotismus sei nur Egoismus, eine Zufluchtsst\u00e4tte f\u00fcr Ganoven!\u201c<\/p>\n<p>Ernst Keuchel (<em>Leo Tolstoi und unsere Zeit<\/em>, 1926) z\u00e4hlt \u201eOdumajtes\u02bc!\u201c zu jenen Texten, in den denen Leo N. Tolstois Ahnungen von einem kommenden Weltkrieg zum Ausdruck kommen: \u201eTolstoi hat \u2026 \u2013 unter anderem in seinen Schriften \u201aVom unvermeidlichen Umsturz\u2018 und \u201aBesinnet euch!\u2018 \u2013 die europ\u00e4ische Katastrophe bestimmt und ziemlich genau vorausgesagt: \u201aDer Abgrund\u2018, hei\u00dft es z.B. in der letzteren im Jahre 1904, \u201adem wir uns n\u00e4hern, wird schon sichtbar und die einfachen, ungelehrten und unphilosophischen Leute sehen es, dass wir, indem wir uns immer mehr bewaffnen und im Kriege gegenseitig zu vernichten streben, wie die Spinnen in einem Glase nichts weiter tun k\u00f6nnen, als uns gegenseitig umzubringen.\u2018 Kurz vor seinem Tod (1910) hatte Tolstoi einen Wahrtraum, in dem er Beginn und Verlauf des Weltkrieges mit erstaunlicher Sicherheit vorausschaute! Sein Entsetzen vor dem Kriege, das ihn mitten in der tiefsten Friedenszeit (1894-1904) stets von neuem mit elementarer Gewalt packte \u2026, zeugt davon, dass er, als wahrer geistiger F\u00fchrer, sich verantwortlich f\u00fcr Alle f\u00fchlte und sie vor der nahenden, f\u00fcr ihn bereits f\u00fchlbaren, Katastrophe zu warnen f\u00fcr seine heilige Pflicht hielt.\u201c<\/p>\n<p>Leo N. Tolstoi hatte noch 1855 an eigenen staatstragenden Beitr\u00e4gen zu einer Milit\u00e4rreform gearbeitet. Im n\u00e4chtlichen Traumleben konnte ihm jetzt sein soldatischer Schatten vor Augen gef\u00fchrt werden: \u201eMan erkennt im Traum, dass man Schw\u00e4chen hat, von denen man sich sonst frei glaubt \u2026 Ich sehe mich h\u00e4ufig als Soldaten\u201c (Tagebuch, 7. M\u00e4rz 1904).<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Ambivalenzen Tolstois 1904-1905, die nicht verschwiegen werden d\u00fcrfen, f\u00fchrt Geir Kjetsaa aus: \u201eAber auch ihm sind nationalistische Stimmungen nicht fremd. Besonders \u00e4rgert ihn die sch\u00e4ndliche Niederlage der Russen bei Port Arthur: \u201aIch war selbst Soldat, zu meiner Zeit w\u00e4re das nie passiert. Wir h\u00e4tten alle unser Leben geopfert, wir h\u00e4tten uns nie ergeben.\u2018 Man stelle sich vor, eine Stellung aufzugeben, wenn man doch noch ausreichend Munition und ein Herr von vierzigtausend Mann hat! \u2013 Er hatte gehofft, die Russen w\u00fcrden gewinnen, gestand er schuldbewusst beim Friedensschluss.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eEntfachung des Patriotismus\u201c am \u201eh\u00f6chsten Kulminationspunkt\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Schon in seiner Schrift <em>\u201ePatriotismus und Regierung\u201c<\/em> (Patriotizm i pravitel\u02bcstvo, 1900) fragt Tolstoi, warum der \u201ePatriotismus\u201c \u2013 trotz seiner Antiquiertheit in geistesgeschichtlicher Hinsicht \u2013 nicht nur nicht verschwindet, sondern \u201eim Gegenteil \u2026 immer st\u00e4rker und m\u00e4chtiger\u201c wird. Seine Antwort:<\/p>\n<p>\u201eEs r\u00fchrt dies davon her, dass die herrschenden Klassen (nicht allein die Regierungen und ihre Beamten, sondern die privilegierten Klassen \u00fcberhaupt: die Kapitalisten, Journalisten, die meisten K\u00fcnstler und Gelehrten) ihre privilegierte Ausnahmestellung nur dank der Staatseinrichtung, welche durch den Patriotismus erhalten wird, beibehalten k\u00f6nnen. Indem sie nun die m\u00e4chtigsten Mittel in ihren H\u00e4nden haben, um das Volk zu beeinflussen, pflegen sie bei sich und bei den anderen die patriotischen Gef\u00fchle unabl\u00e4ssig, umso mehr da diese Gef\u00fchle von der Staatsgewalt am besten belohnt werden. \u2026 Haupts\u00e4chlich aber wird der Patriotismus hervorgerufen, indem man durch allerlei Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten gegen fremde V\u00f6lker bei denselben Hass gegen das eigene Volk hervorruft und diesen Hass alsdann zur Erweckung von Feindseligkeiten beim eigenen Volke ausnutzt. \u2013 Die Entfachung dieses furchtbaren Gef\u00fchls des Patriotismus \u2026 erlangt gegenw\u00e4rtig ihren h\u00f6chsten Kulminationspunkt.\u201c<\/p>\n<p>Das Problem liege \u2013 in Russland wie in anderen L\u00e4ndern \u2013 bei den Herrschenden: \u201eWaren fr\u00fcher die Regierungen dazu n\u00f6tig, die eigenen V\u00f6lker vor \u00dcberf\u00e4llen der anderen zu verteidigen, so st\u00f6ren jetzt die Regierungen k\u00fcnstlich den Frieden, der unter ihnen herrscht, und rufen zwischen den V\u00f6lkern Feindseligkeiten hervor.\u201c Eine andere, erfreulichere Perspektive w\u00fcrde nur ein \u201eNichtvorhandensein der Regierungen\u201c er\u00f6ffnen: \u201eDie Befreiung vom Patriotismus und die Aufhebung des auf demselben ruhenden Regierungsdespotismus kann den Menschen nur n\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Im Jahr 1908 annektierte \u00d6sterreich \u2013 nach einem zuvor beim russischen Au\u00dfenminister eingeholten \u201aEinverst\u00e4ndnis\u2018 \u2013 Gebiete von Bosnien und Herzegowina, worauf heftige Proteste des Osmanischen Reiches und Serbiens folgten. Die \u201aBosnische Annexionskrise\u2018 gilt als ein nicht unbedeutendes Kapitel in der Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges. Leo N. Tolstoi verfasste eine eigene, urspr\u00fcnglich als \u201aBrief an eine Serbin\u2018 konzipierte Schrift <em>\u201eDie Annexion Bosniens und der Herzegowina\u201c<\/em> (O prisojedinenii Bosnii I Gerzogowiny k Awstrii, 1908): \u201eDie \u00f6sterreichische Regierung hat beschlossen, die V\u00f6lker Bosniens und der Herzegowina \u2026 als ihre Untertanen zu erkl\u00e4ren, mit anderen Worten, sie nahm sich das Recht, ohne die Einwilligung dieser V\u00f6lker, \u00fcber die Erzeugnisse und \u00fcber das Leben von einigen hunderttausend Menschen zu verf\u00fcgen.\u201c Den \u00d6sterreichischen Staat f\u00fchrt Tolstoi als gro\u00dfes R\u00e4ubernest vor und ruft der Gegenseite zu, ihrerseits nun nicht mit einem \u201eAbfall vom Bewusstsein der Einheit der ganzen Menschheit\u201c zu antworten: \u201eSerben! Ihr solltet nicht zum Kriege r\u00fcsten\u201c!<\/p>\n<p>Auf weiter Strecke ist die Schrift eine Rekapitulation der \u00e4lteren Aufkl\u00e4rungstraktate \u00fcber den \u201aPatriotismus\u2018: \u201eWenn man mich daher um Rat fragt, was man tun soll \u2013 ob mich nun ein Indier fragt, wie er gegen die Engl\u00e4nder, oder ein Serbe, wie er gegen \u00d6sterreich, oder ob mich Perser und Russen fragen, wie sie gegen ihre gewaltt\u00e4tigen persischen und russischen Regierungen k\u00e4mpfen sollen \u2013 ich kann nur das eine antworten und kann nichts anderes glauben, als dass es heil- und segensvoll f\u00fcr alle ist \u2026: man soll sich mit aller Kraft vom verderblichen Aberglauben des Patriotismus und des Staates befreien und in jedem Menschen seine Menschenw\u00fcrde erkennen, die keine Abweichung vom Gesetze der Liebe duldet, die nichts von Staat und von Sklaverei wei\u00df, die keine besonderen Taten, sondern nur das Einstellen jener Handlungen fordert, welche das B\u00f6se st\u00fctzen und unter welchen die Menschen leiden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die nicht gehaltene \u201eRede gegen den Krieg\u201c 1909<\/strong><\/p>\n<p>Im Sommer 1909 wird Leo N. Tolstoi vom Organisationskomitee des 18. Friedenskongresses, der in Stockholm stattfinden soll, zu einem Vortrag eingeladen. Er antwortet mit einem Brief vom 12. Juli 1909 von Jasnaja Poljana aus: \u201eHerr Vorsitzender, die Frage, die der Kongress zu behandeln hat, ist au\u00dferordentlich wichtig und interessiert mich schon seit vielen Jahren. Ich werde versuchen, die ehrenvolle Gelegenheit, die Sie mir durch meine Wahl geboten haben, zu nutzen, um dazulegen, was ich vor einer so auserlesenen Zuh\u00f6rerschaft wie der, welche auf dem Kongress versammelt sein wird, zu dieser Frage zu sagen habe. Wenn meine Gesundheit es erlaubt, werde ich alles in meinen Kr\u00e4ften Stehende tun, um mich zum angegebenen Zeitpunkt in Stockholm einzufinden.\u201c<\/p>\n<p>Geir Kjetsaa scheibt zur Einladung nach Stockholm: \u201eSeit vielen Jahren stand\u201c Tolstoi \u201emit westlichen Friedensk\u00e4mpfern in Verbindung, unter anderem mit Bertha von Suttner, und jetzt wurde er sogar zu den Ehrenteilnehmern des Kongresses gew\u00e4hlt. Aufgrund seines gro\u00dfen Interesses f\u00fcr Frieden und Br\u00fcderlichkeit versprach der Schriftsteller zu kommen \u2026 Aufgrund des schwedischen Generalstreiks im August wurde indessen der Kongress abgesagt. Die Organisatoren haben sicher erleichtert aufgeatmet. Vielleicht h\u00e4tte dieser merkw\u00fcrdige Graf die Teilnehmer mit einem weiteren anarchistischen Vorsto\u00df erschreckt? \u2013 Sein geplanter Beitrag zeigt einen kampflustigen Verfasser, der alle Pazifisten auffordert, ihre Regierungen moralisch unter Druck zu setzen. Genau wie die Kirchenv\u00e4ter behauptet er, der R\u00fcstungswettstreit sei mit dem christlichen Gedankengut unvereinbar: \u201aMenschen, die miteinander in Frieden leben wollen, brauchen keine Kriegsflotte. Das brauchen nur die, die pl\u00fcndern und t\u00f6ten wollen, denn Raub endet immer damit, dass Menschen sich gegenseitig das Leben nehmen\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Gustav Landauer hat in deutschen Landen Tolstois Text f\u00fcr den geplanten Vortrag in Stockholm, der urspr\u00fcnglich auch in Berlin in einer Gro\u00dfveranstaltung verlesen werden sollte, schon fr\u00fch ver\u00f6ffentlicht. Die <a href=\"https:\/\/www.tolstoi-friedensbibliothek.de\/2023\/04\/02\/rede-gegen-den-krieg\/\">Botschaft<\/a> wurde vor dem Ersten Weltkrieg und dann bis in die Sp\u00e4tzeit der Weimarer Republik hinein im deutschen Sprachraum vor allem von anarcho-sozialistischen Anh\u00e4ngern des Ideals der Gewaltfreiheit verbreitet \u2013 und zwar sehr eifrig.<\/p>\n<p>Inhaltlich bietet sich an ein Vergleich der nicht gehaltenen \u201eRede\u201c mit Tolstois ein Jahrzehnt zuvor verfasster <em>\u201eAntwort auf den Brief einer schwedischen Gesellschaft \u00fcber die Haager Konferenz\u201c<\/em> vom Januar 1899. Dieser Brief zeugt wieder von gr\u00f6\u00dfter Skepsis gegen\u00fcber Konzepten der b\u00fcrgerlichen Friedensbewegung (Abr\u00fcstung, Verbot besonders grausamer bzw. verheerender Waffen, Schiedsgerichtsbarkeit), zumal unter der Voraussetzung, dass die kriegsf\u00fchrenden Staaten selbst als ma\u00dfgebliche Akteure betrachtet werden.<\/p>\n<p>Wie im Jahr vor seinem Tod konzentrierte sich Tolstoi schon 1899 ganz auf den Weg der Kriegsdienstverweigerung, welcher freilich ihm zufolge nicht Gegenstand einer \u201astaatstragenden Veranstaltung\u2018 sein konnte: \u201eDie Konferenz wird den Zweck haben, nicht den Frieden auszurichten, sondern vor den Menschen das einzige Mittel ihrer Befreiung von dem Elend des Krieges zu verbergen: das Mittel, das darin besteht, dass die einzelnen Personen ihre Teilnahme an dem milit\u00e4rischen Mord verweigern, und deshalb kann die Konferenz auf keine Weise diese Frage in Erw\u00e4gung ziehen.\u201c Adressat von Friedensaufrufen sollten demzufolge nicht die Regierungen sein, sondern die Menschen, von denen die M\u00e4chtigen bei ihren Mordpl\u00e4nen Gehorsam einfordern.<\/p>\n<p><strong>Kein Friedensnobelpreis f\u00fcr Tolstoi<\/strong><\/p>\n<p>Gegen Ende seines Lebens, so meint Geir Kjetsaa, waren es \u201enur zwei Dinge, die Tolstoi \u2026 f\u00fcrchtete: seine Frau und den Nobelpreis. Es gelang ihm schlie\u00dflich, beiden zu entwischen. Aber nicht ohne Schwierigkeiten. \u2013 Immer mehr waren jetzt der Ansicht, dieser Erzpazifist habe den Friedensnobelpreis verdient. Nachforschungen im Nobelinstitut in Oslo haben ergeben, dass er f\u00fcr diese Auszeichnung dreimal vorgeschlagen wurde. \u2026 Das Resultat war allerdings negativ: Dieser Schriftsteller sei ein Gegner von Friedenskonferenzen gewesen und habe sich damit als schlechter Vork\u00e4mpfer f\u00fcr den Frieden erwiesen! Genau wie im Komitee f\u00fcr den Literaturpreis bef\u00fcrchtete man im Komitee f\u00fcr den Friedensnobelpreis zu provozieren, indem man einem \u201aAnarchisten\u2018 wie Tolstoj den Preis zuerkannte.\u201c<\/p>\n<p>Der Kampf wurde ab 1908 au\u00dferhalb des Komitees gef\u00fchrt, vor allem von dem aus Russland geb\u00fcrtigen Journalisten Menartz Lewin. Aus Norwegen lie\u00df man Lewin wissen, es habe bislang eben noch niemand Tolstois Kandidatur gef\u00f6rdert. Es verfassten aber schlie\u00dflich vier norwegische Parlamentsmitglieder am 1.2.1909 ein entsprechendes Vorschlags-Schreiben an das Nobelkomitee: \u201eDieser gewaltige K\u00e4mpfer, dessen Leben und Wirken von Freunden und Gegnern in der ganzen zivilisierten Welt mit Ehrfurcht verfolgt wird, hat in Wort und Tat mehr f\u00fcr die Sache des Friedens getan als irgendjemand anders \u2026\u201c<\/p>\n<p>Das Nobelkomitee reagierte auf diesen Vorsto\u00df norwegischer Parlamentarier, indem es ein \u201eordentliches Gutachten\u201c bei Karl Vilhelm Hammer, dem erster Archivar im Au\u00dfenministerium (!) einholte. Der Gutachter meinte, Tolstois \u201ek\u00fcnstlerisches Genie\u201c n\u00fctze wenig, denn seine philosophischen Studien zeugten von einem begrenzten Horizont. Im Nobelpreiskomitee war man der Ansicht, der Dichter \u201ehasse ganz Europa, und mit seiner Kultivierung der einfachen, \u00f6stlichen Gesellschaft mangle ihm jegliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Ziel des Preises\u201c.<\/p>\n<p>Menartz Lewin gegen\u00fcber zeigte sich Tolstoi bei dessen Besuch in Jasnaja Poljana im Februar 1910 \u201enicht im mindesten dar\u00fcber verwundert oder ver\u00e4rgert, dass man ihn nicht des Friedenspreises f\u00fcr w\u00fcrdig gehalten hatte\u201c. Mit Blick auf weitere Bem\u00fchungen der Anh\u00e4nger um den Friedensnobelpreis erkl\u00e4rte der Dichter im Herbst 1910 \u2013 wiederum gegen\u00fcber Lewin: \u201eIch w\u00fcrde ihn nicht annehmen, weil ich von dem absoluten Schaden durch das Geld \u00fcberzeugt bin.\u201c<\/p>\n<p><strong>Vorahnungen des Weltkrieges?<\/strong><\/p>\n<p>Ob Leo Nikolajewitsch Tolstoi wirklich, wie Ernst Keuchel schreibt, einen \u201eWahrtraum\u201c mit Vorausschau zu \u201eBeginn und Verlauf des Weltkrieges\u201c 1914-1918 gehabt hat, bleibt zu \u00fcberpr\u00fcfen. Zahlreich sind in seinem Schrifttum auf jeden Fall die Verweise auf unvorstellbare Schrecken des modernen Krieges. \u201eMan lese\u201c, so Tolstoi, nur \u201edie Geschichte der christlichen europ\u00e4ischen V\u00f6lker seit der Reformation \u2026 Sie bildet eine ununterbrochene Reihe der schrecklichsten, sinnlos grausamen Verbrechen, die von Regierenden gegen ihre eignen und fremde V\u00f6lker und gegeneinander ver\u00fcbt worden sind: Unaufh\u00f6rliche Kriege, R\u00e4ubereien, Vernichtung oder Bedr\u00fcckung von Nationalit\u00e4ten, Ausrottung ganzer V\u00f6lker \u2026\u201c (<em>Eines ist not<\/em>, 1905).<\/p>\n<p>Im Werk <a href=\"https:\/\/www.tolstoi-friedensbibliothek.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/TFb_A009.pdf\"><em>\u201eDas Reich Gottes ist in euch\u201c<\/em><\/a> (geschrieben 1890-1893) wird aus einer Abhandlung von Graf Komarowskij zitiert: \u201eDie V\u00f6lker k\u00f6nnen nicht lange die gesteigerten R\u00fcstungen ertragen, und fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ziehen sie den Krieg allen Lasten der augenblicklichen Lage und der best\u00e4ndigen Bedrohung vor, so dass die winzigste Ursache gen\u00fcgen wird, um in Europa die Flamme eines Weltkrieges zu entz\u00fcnden.\u201c<\/p>\n<p>In Tolstois Schrift <a href=\"https:\/\/www.tolstoi-friedensbibliothek.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/TFb_B002.pdf\"><em>\u201ePatriotismus oder Frieden?\u201c<\/em><\/a> (Patriotizm ili mir?, 1896) hei\u00dft es: \u201eIn diesen Tagen gab es einen Zusammensto\u00df zwischen den Nord-Amerikanischen Staaten und England wegen der Grenzen Venezuelas \u2026 Edison erkl\u00e4rte, er w\u00fcrde Gesch\u00fctze erfinden, mit denen man in einer Stunde mehr Menschen t\u00f6ten k\u00f6nnte, als Attila in all\u02bc seinen Kriegen get\u00f6tet hat, \u2013 und beide V\u00f6lker begannen sich energisch zum Kampfe zu r\u00fcsten.\u201c<\/p>\n<p>Aussagekr\u00e4ftig sind auch viele Beispiele aus Tolstois <em>\u201eLesezyklus f\u00fcr alle Tage\u201c<\/em> (Krug \u010dtenija, 1904-1906). In den Lesetexten f\u00fcr den \u201e6. Juli\u201c werden z.\u00a0B. folgende Warnungen des Schweizers Edouard Rod (1857-1919) angef\u00fchrt: \u201eEs ist entsetzlich, auch nur daran zu denken, welche Katastrophe unserer unvermeidlich am Ende unseres Jahrhunderts harrt, und wir m\u00fcssen auf sie vorbereitet sein. Im Laufe von zwanzig Jahren (nun sind es bereits mehr denn vierzig) gehen alle Anstrengungen des Wissens darauf hin, neue Zerst\u00f6rungswerkzeuge zu erfinden, und in kurzer Zeit werden einige Kanonensch\u00fcsse gen\u00fcgen, um eine ganze Armee zu vernichten. Jetzt stehen unter Waffen, nicht wie ehemals, einige tausend feiler armer Schlucker, \u2013 sondern V\u00f6lker, ganze Nationen stehen bereit, einander zu morden.\u201c<\/p>\n<p>Wenige Monate vor seinem Tod schrieb Leo N. Tolstoi 1910 den Teilnehmern des slavischen Kongresses in Sofia: \u201eJa, in der Einigkeit \u2013 beruht der Sinn, das Ziel, und das Heil des menschlichen Lebens, aber auch Ziel und Heil werden nur dann erreicht, wenn es sich um eine Einigkeit der ganzen Menschheit handelt, im Namen der Grundlage, die der ganzen Menschheit eigen ist, nicht aber um eine Vereinigung kleinerer oder gr\u00f6\u00dferer Teile der Menschheit im Namen beschr\u00e4nkter Teilziele. Mag diese Gemeinschaft eine Familie sein, eine R\u00e4uberbande, eine Landgemeinde, ein Staat, einzelne V\u00f6lker oder der heilige Bund der Staaten \u2013 solche Vereinigungen f\u00f6rdern nicht nur keineswegs den wahren Fortschritt der Menschheit, sie hemmen ihn vielmehr mehr wie alles andere; will man daher mit Bewusstsein dem wahren Fortschritt dienen, so darf man \u2026 keine derartige teilweise Vereinigung f\u00f6rdern, man muss ihr vielmehr stets entgegenhandeln.<\/p>\n<p>Die Eintracht ist der Schl\u00fcssel, welcher die Menschen vom \u00dcbel befreit. Damit aber dieser Schl\u00fcssel seine Aufgabe erf\u00fcllen kann, muss er ganz ins Schl\u00fcsselloch gesteckt sein, bis zu der Stelle, wo er das Schloss \u00f6ffnet, nicht aber zerbricht und auch nicht das Schloss verdirbt. So steht es auch mit der Vereinigung von Menschen \u2013 soll sie die ihr eigenen wohlt\u00e4tigen Folgen zeitigen, so muss sie die Vereinigung aller Menschen zum Ziele haben im Namen der allen Menschen eignenden und von ihnen allen in gleicher Weise anerkannten Grundlage. Eine solche Vereinigung kann aber nur auf jener religi\u00f6sen Grundlage des Lebens erfolgen, die einzig und allein die Menschen eint, und leider Gottes von der Mehrzahl der Leute, die heute die V\u00f6lker f\u00fchren, f\u00fcr unn\u00f6tig und \u00fcberlebt angesehen wird.\u201c<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/der-konsequenteste-aller-kriegshasser\/\"><em>overton-magazin.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 2. Juli 2023 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter B\u00fcrger. Der Russe Leo N. 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