{"id":13319,"date":"2023-07-09T16:23:21","date_gmt":"2023-07-09T14:23:21","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13319"},"modified":"2023-07-09T16:23:22","modified_gmt":"2023-07-09T14:23:22","slug":"gegen-windmuehlen-energiewende-und-neokolonialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13319","title":{"rendered":"<strong>Gegen Windm\u00fchlen: Energiewende und Neokolonialismus<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Malte Seiwerth. <\/em><strong>In Chile boomen erneuerbare Energien, doch Umweltaktivist*innen kritisieren neokoloniale Verh\u00e4ltnisse. Der Traum vom schnellen Energiewandel k\u00f6nnte zum Albtraum werden.\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Mit Wut im Bauch f\u00e4hrt Cristi\u00e1n Osorio \u00fcber die kleinen Strassen seiner Gemeinde an der chilenischen K\u00fcste. Er zeigt mit dem Finger in Richtung Meer, weisse Pfosten<!--more--> spriessen zwischen der Strasse und den steilen Felsen wie Pilze aus dem Boden. \u201eHier wird einer der Windparks gebaut\u201c, sagt er und zeigt in die andere Richtung und meint, \u201ehier soll auf mehr als 80 Hektar ein Solarpark entstehen\u201c. Was f\u00fcr viele vor dem Hintergrund des rapide voranschreitenden Klimawandels und der viel zu langsamen Zuwendung zu erneuerbaren Energien hin eine positive Nachricht w\u00e4re, ist f\u00fcr den Imker Osorio eine Horrorvorstellung. Er sieht dadurch sein Dorf bedroht.<\/p>\n<p>Chile erlebt derzeit einen Boom der erneuerbaren Energien. In nur acht Jahren, von Januar 2015 bis Januar 2023, ist der Anteil erneuerbarer, nicht konventioneller Energieerzeuger, vor allem Solar und Wind, am allgemeinen Strommix des Landes von knapp <a href=\"https:\/\/www.cne.cl\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Reporte_SectorEnerg_Marzo2015.pdf\">zehn<\/a> auf fast <a href=\"https:\/\/www.cne.cl\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/RMensual_v202302.pdf\">40 Prozent<\/a> gestiegen. Wachstumszahlen, von denen man in der Schweiz nur tr\u00e4umen kann. W\u00e4hrend die Politik mit einem baldigen Ende von Gas- und Kohlekraftwerken frohlockt und den Export von Energie in Form von Wasserstoff vorantreibt, f\u00fchlen sich die Anwohner*innen \u00fcberrumpelt. Besonders linke Umweltorganisationen wehren sich prim\u00e4r gegen eine vermeintliche Energiewende, die vor allem den Konzernen und zuk\u00fcnftigen Exporteur*innen in Form von Profiten in die H\u00e4nde spielt.<\/p>\n<p><strong>Vom Traum zum Albtraum<\/strong><\/p>\n<p>Osorio lebte einst in der Grossstadt Santiago zog sich dann aber zur\u00fcck in sein Heimatdorf La Estrella, rund zweieinhalb Stunden von Santiago entfernt. Hier genoss er die Ruhe und arbeitete in der lokalen Gemeindeverwaltung. Er besinnt sich in die Vergangenheit und erz\u00e4hlt, wie vor sieben Jahren die ersten Unternehmen Solar- und Windkraftanlagen in der Gegend zu bauen begannen. La Estrella und Nachbargemeinde Litueche sind wie gemacht f\u00fcr die Energietr\u00e4ger, es liegt auf einem Hochplateau in der N\u00e4he der windigen K\u00fcste, hat viele Sonnentage und gleich in der N\u00e4he einen riesigen Staudamm, der die n\u00f6tige Infrastruktur f\u00fcr den Abtransport der Energie bereitstellt.<\/p>\n<p>\u201eZu Beginn waren wir gl\u00fccklich\u201c, meint der 36-J\u00e4hrige, \u201ewir dachten, die gr\u00fcne Energie w\u00fcrde uns allen zugutekommen\u201c. Doch statt Arbeitspl\u00e4tze in der Gegend zu generieren, wurden die Arbeiter*innen von den Baukonzernen aus anderen Gemeinden hergefahren. Die Konzerne bezahlen zudem kaum Abgaben in der kleinen Gemeinde, ihre Steuersitze liegen ausserhalb, in den wohlhabenderen Gemeinden von Santiago. Gerade w\u00e4hrend der Bauarbeiten bemerkten die lokalen Dorfbewohner*innen, wie F\u00fcchse und andere Kleintiere auf der Flucht vor den Baggern, Bohrmaschinen und der Zerst\u00f6rung ihres Habitats in ihrer Ortschaft Zuflucht suchten. Osorio erz\u00e4hlt: \u201eDie \u00e4lteren Solaranlagen erhitzen sich teilweise und k\u00f6nnen dabei Br\u00e4nde ausl\u00f6sen.\u201c Das ist umso fataler, als dass die Gegend ohnehin schon als waldbrandgef\u00e4hrdet gilt.<\/p>\n<p><strong>Ein Paradies f\u00fcr erneuerbare Energien<\/strong><\/p>\n<p>In der Umweltrechnung der regierenden Politiker*innen finden diese Bedenken und Probleme kaum Beachtung: Grosse und kleine Energieunternehmen aus der ganzen Welt str\u00f6men auf den chilenischen Markt und bauen Solar- und Windkraftanlagen. Unter ihnen das franz\u00f6sische Energieunternehmen Engie, der deutsche Energieriese RWE, aber auch Zulieferer wie der chinesische Konzern Huawei und die deutsche Firma Siemens sind am Boom beteiligt.<\/p>\n<p>Der chilenisch-franz\u00f6sische Politikwissenschaftler Antoine Maillet beobachtet das Ph\u00e4nomen bereits seit mehreren Jahren. Er sitzt in einem Caf\u00e9 in Santiago und trinkt einen Eistee, draussen sind es \u00fcber 30 Celsius. Alles begann mit einer Strommarktreform im Jahr 2015 erz\u00e4hlt Maillet, \u201edas Ziel war es, den Markt weiter zu \u00f6ffnen\u201c. Daf\u00fcr f\u00fchrte die Mitte-Links-Regierung unter Michelle Bachelet neue Marktmechanismen ein, die daf\u00fcr sorgten, dass Unternehmen mit unregelm\u00e4ssigen Energiequellen wie Solar oder Wind, bessere Zuliefervertr\u00e4ge abschliessen konnten. Zuvor musste ein Zulieferer eine konstante Energieversorgung \u00fcber 24 Stunden hinweg sicherstellen.<\/p>\n<p>\u201eDamals dachte allerdings niemand, dass dadurch die erneuerbaren Energien einen so starken Boom ausgel\u00f6st w\u00fcrden\u201c, meint Maillet, \u201ezusammen mit dem Reformpaket wurden sogar Mindestprozentwerte f\u00fcr erneuerbare Energien eingef\u00fchrt\u201c. Teilweise hohe Strafen wurden angesetzt f\u00fcr Konzerne, die nicht gen\u00fcgend erneuerbare Energien in ihrem Strommix hatten. Doch diese Werte wurden schnell \u00fcbertroffen: Statt Strafen zu zahlen, bemerkten die Unternehmen, dass erneuerbare Energien viel Profit abwerfen. Maillet f\u00fchrt das auf zwei Ph\u00e4nomene zur\u00fcck: Ab 2010 sank der Preis f\u00fcr Solarpanels und Windkraftanlagen rasant. Zudem kennt der chilenische Markt kaum Regulierungen, etwa wenn es um den Schutz der Landschaft oder Abst\u00e4nde zu H\u00e4usern geht. Das Land wurde zu einem Eldorado f\u00fcr erneuerbare Energien.<\/p>\n<p>Doch der Politikwissenschaftler sieht darin keinen Grund zur Freude. Er gibt zu bedenken, dass in den vergangenen Jahren der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix zwar enorm gestiegen, doch gleichzeitig auch der Bedarf an Strom so stark gewachsen ist, dass kaum fossile Energietr\u00e4ger vom Netz genommen werden konnten. \u201eEin wirklicher Wandel ist ohne eine Reduktion des Energiebedarfs an sich nicht m\u00f6glich\u201c, ist sich Maillet sicher.<\/p>\n<p>Doch derzeit geschieht genau das Gegenteil. Denn Chile plant zu einem der weltweit gr\u00f6ssten Energieexporteuren zu werden. Schon bald soll der Strom aus Gemeinden wie La Estrella in Form von Wasserstoff nach Europa gelangen.<\/p>\n<p><strong>Chile als Energielieferant f\u00fcr den globalen Norden<\/strong><\/p>\n<p>\u201eGr\u00fcner Wasserstoff ist Chiles Zukunft\u201c, verk\u00fcndete im M\u00e4rz der chilenische Energieminister Diego Pardow auf seiner Europareise. Er will mehr Investor*innen ins Land holen und schloss Vertr\u00e4ge ab, die den zuk\u00fcnftigen Transportweg frei machen sollen. \u00dcber Hamburg und Rotterdam soll ab 2026 Ammoniak und sp\u00e4ter auch Wasserstoff als Energietr\u00e4ger von Chile nach Europa gebracht werden. In einer Kolumne der <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/ausland\/chilenischer-energieminister-verspricht-deutschland-kann-bei-der-energieversorgung-auf-chile-zaehlen\/29011860.html\">Wirtschaftswoche<\/a> hielt der Minister fest: \u201eDeutschland kann bei der Energieversorgung auf Chile z\u00e4hlen.\u201c \u00dcber den Rhein w\u00e4re auch die Schweiz zulieferbar, ein neues Terminal in Basel soll genau daf\u00fcr <a href=\"https:\/\/daslamm.ch\/fossile-sackgasse-in-basel\/\">eingerichtet<\/a> werden.<\/p>\n<p>Die chilenische Wasserstoffstrategie kommt aus der Feder des ehemaligen rechten Pr\u00e4sidenten Sebasti\u00e1n Pi\u00f1era: In einem Bericht hielt dieser im Jahr 2020 fest, chilenischer Wasserstoff sei aufgrund der geografischen Lage des Landes der weltweit g\u00fcnstigste, das Potenzial gleichzeitig enorm.<\/p>\n<p>Seitdem wird gebaut und das vor allem mit privaten Mitteln. Der Staat unterst\u00fctzt die Vorhaben teilweise mit Subventionen und der Schenkung \u00f6ffentlicher L\u00e4ndereien.<\/p>\n<p>Die daf\u00fcr f\u00fcr den Boom verantwortlichen Unternehmen vereinigen sich unter der ACERA, der Wirtschaftskammer f\u00fcr Erzeuger und Verteiler von erneuerbaren Energien. Dessen Direktorin Ana Lia Rojas trifft sich derweil mit Politiker*innen aus aller Welt. Im Januar 2023 kam sie mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammen, just als dieser bei einem Chilebesuch \u00fcber erneuerbare Energien sprach und ein Pilotprojekt von Porsche und Siemens f\u00fcr synthetisches Benzin, auch E\u2011Fuel genannt, ganz im S\u00fcden des Landes lobte.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit <em>das Lamm<\/em> listet Rojas gigantische Wachstumszahlen auf. Allein im Jahr 2022 wurden 155 neue Anlagen f\u00fcr erneuerbare Energien an das nationale Stromnetz angeschlossen. \u201eDas entspricht 3\u2019954 Megawatt!\u201c, unterstreicht die Direktorin. Sofern die Anlagen durchgehend in Betrieb w\u00e4ren, w\u00fcrde diese Energiemenge ausreichen, um drei St\u00e4dte von der Gr\u00f6sse Z\u00fcrichs \u00fcber ein gesamtes Jahr hinweg mit Strom zu versorgen. Das seien gute Zahlen, meint Rojas, denn sie erm\u00f6glichten es Chile, umweltsch\u00e4dliche Gas- und Kohlekraftwerke abzuschalten.<\/p>\n<p>Doch auch ihr ist die Kritik am schnellen Wachstum bekannt. Angesprochen auf die Proteste von Anwohner*innen meint Rojas: \u201eDie Prinzipien der ACERA sehen ein umweltfreundliches Wachstum vor\u201c. Doch alle menschlichen Aktivit\u00e4ten h\u00e4tten Auswirkungen auf die Umwelt, gibt sie zu bedenken.<\/p>\n<p>Rojas meint aber: \u201eDie Menge an Fl\u00e4che, die wir brauchen, um allein in Chile die Energie aus Kohle zu ersetzen, ist monumental.\u201c Daf\u00fcr seien 300\u2019000 Hektar Land n\u00f6tig, mehr als das Vierfache der bisher verwendeten Fl\u00e4che. Um das Problem zu l\u00f6sen, br\u00e4uchte es einen gesellschaftlichen Konsens, wo Projekte f\u00fcr erneuerbare Energien gebaut werden sollen und wo nicht. Und genau diese Reglementierung vonseiten des Staates fehlt bislang g\u00e4nzlich. Im April 2023 begann die derzeitige Regierung erste Treffen mit lokalen Gemeinschaften zu organisieren, um eine \u201egemeinsame Energiestrategie zu entwickeln\u201c, wie es offiziell heisst.<\/p>\n<p><strong>Erst handeln, dann fragen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eErst jetzt, nachdem schon hunderte Projekte am Laufen sind, soll die Bev\u00f6lkerung eingebunden und Standards entwickelt werden\u201c, kritisiert Luc\u00edo Cuenca, eine Koryph\u00e4e des chilenischen Umweltschutzes, dieses Vorgehen. Cuenca sitzt im B\u00fcro der Umweltorganisation OLCA, Lateinamerikanisches Observatorium f\u00fcr Umweltkonflikte, in Santiago.<\/p>\n<p>Seit Jahren h\u00e4tten sie beobachten k\u00f6nnen, wie das chilenische Stromnetz und die erneuerbaren Energien ausgebaut wurden, sagt Cuenca. \u201eWeit \u00fcber die eigentlichen Bed\u00fcrfnisse hinaus\u201c, f\u00fcgt er an. \u201eDas Ziel war stets der Export von Energie, zuerst per Leitung in die Nachbarl\u00e4nder und nun nach Europa.\u201c<\/p>\n<p>Der langj\u00e4hrige Aktivist sieht ein Grundproblem in der chilenischen Wirtschaft: \u201eSeit Jahrzehnten wurde die Natur f\u00fcr den Export von Rohmaterialien ausgebeutet, dies hat dazu gef\u00fchrt, dass die lokalen \u00d6kosysteme extrem gest\u00f6rt sind.\u201c Auf Ortschaften wie La Estrella, die bereits heute unter einer Industrie leiden, kommen nun weitere Projekte zu. Und das sei erst der Anfang: F\u00fcr den Export von Wasserstoff ist derzeit der Bau neuer Hafenanlagen, Produktionsst\u00e4tten und Wasserentsalzungsanlagen \u00fcber das ganze Land hinweg geplant. \u201eDie \u00f6kologischen Folgen davon werden kaum beachtet.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir bezahlen f\u00fcr den Energiewandel des globalen Nordens\u201c, res\u00fcmiert Umweltsch\u00fctzer Cuenca. Man w\u00fcrde nicht \u00fcber weniger Energieverbrauch reden, sondern mit aller Kraft versuchen, den Wohlstand des Globalen Nordens aufrecht zu erhalten. Als Beweis nennt er den Pilotversuch f\u00fcr \u201egr\u00fcnen\u201c Treibstoff von Siemens und Porsche. \u201eDer Treibstoff soll die Rennwagen von Porsche antreiben\u201c, sagt Cuenca, stoppt und macht einen Gesichtsausdruck, der die Ironie der Geschichte aufzeigen soll.<\/p>\n<p><strong>Der Ruf ist zerst\u00f6rt<\/strong><\/p>\n<p>Osorio f\u00e4hrt mit seinem kleinen Suzuki zu seinem Haus, unweit davon stehen die Bienenst\u00f6cke. Er erz\u00e4hlt: \u201eIch kenne die Gegend gut und weiss daher, welche Bl\u00fcten meine Bienen ansteuern.\u201c Es seien vor allem wild wachsende Pflanzen, denn in der Gegend gibt es kaum Ackerbau.<\/p>\n<p>Osorio hat Angst um seine Bienen. In unmittelbarer N\u00e4he seines Hauses soll eine neue Hochspannungsleitung gebaut werden. Mit wissenschaftlichen Studien der chilenischen Universidad de Talca belegt Osario, dass die magnetische Spannung der Leitungen zu Desorientierung und Tod der Bienen f\u00fchren kann. In La Estrella w\u00fcrde sich die Industrie ausbreiten, ohne auf die lokale Bev\u00f6lkerung achtzugeben, sagt\u00a0er.<\/p>\n<p>Damit meint er nicht nur die Energieunternehmen. La Estrella ist eigentlich f\u00fcr seine Schweineindustrie bekannt. Der beissende Geruch dieser Industrie h\u00e4ngt wie ein dicker Teppich \u00fcber dem Dorf. Es ist ein Problem, gegen das sich Osorio und seine Mitstreiter*innen seit Jahren wehren. Mehr als eine halbe Million Schweine werden in der Gemeinde in St\u00e4llen gehalten, erz\u00e4hlt eine Fernsehreportage aus dem Jahr\u00a02019.<\/p>\n<p>So unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch zu sein scheinen, Dorfbewohner Osorio sieht Zusammenh\u00e4nge zwischen Energieindustrie und Schweinezucht. \u201eDie Betreiber binden die lokale Bev\u00f6lkerung nicht ein, bezahlen kaum Steuern in der Gemeinde und besch\u00e4ftigen mehrheitlich Arbeiter*innen von ausserhalb. Sie nutzen die g\u00fcnstige Lage einer verarmten Gemeinde in relativer N\u00e4he zur Grossstadt Santiago schlichtweg aus.\u201c<\/p>\n<p>Leidtragende sind D\u00f6rfer wie das von Osorio. Er meint, es w\u00e4re toll, die Entwicklung in Einklang mit den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung zu bringen. Es g\u00e4be gen\u00fcgend andere Orte, wo erneuerbare Energieerzeuger aufgestellt werden k\u00f6nnte: \u201eWarum in der N\u00e4he von H\u00e4usern?\u201c, fragt er sich. Dialog scheint jedoch kaum m\u00f6glich. Denn wer sich wie Osorio gegen das Vorgehen der Konzerne wehrt, bekomme Repression zu Sp\u00fcren. \u201eWir haben uns mit anderen Personen aus der Gemeinde zusammengeschlossen. Kurz nachdem wir aktiv wurden, entliess die Gemeindeverwaltung mich und eine weitere Mitstreiterin.\u201c Seitdem bekommt er keine Arbeit mehr, der damalige B\u00fcrgermeister, sagt Osorio, habe sich pers\u00f6nlich darum gek\u00fcmmert, seinen Ruf zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Repression scheint zu wirken, die Kritik dagegen findet kaum Anklang: Im Februar 2023 k\u00fcrte die Regierung La Estrella zum Zentrum der erneuerbaren Energien in Chile. Allein in der Gemeinde befinden sich sechs Projekte in unmittelbarer Planung oder bereits im\u00a0Bau.<\/p>\n<p><em>#Titelbild: Cristian Osorio sieht die Umwelt um sein Dorf La Estrella gef\u00e4hrdet. (Foto: Malte Seiwerth) <\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/daslamm.ch\/gegen-windmuehlen\/\"><em>daslamm.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 9. Juli 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Malte Seiwerth. In Chile boomen erneuerbare Energien, doch Umweltaktivist*innen kritisieren neokoloniale Verh\u00e4ltnisse. 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