{"id":13562,"date":"2023-09-08T12:32:11","date_gmt":"2023-09-08T10:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13562"},"modified":"2023-09-08T12:32:13","modified_gmt":"2023-09-08T10:32:13","slug":"ukrainisches-debakel-die-usa-fordern-dass-das-blutbad-weitergeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13562","title":{"rendered":"<strong>Ukrainisches Debakel: Die USA fordern, dass das Blutbad weitergeht<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Andre Damon. <\/em>Inmitten des Debakels der ukrainischen Sommeroffensive reiste US-Au\u00dfenminister Antony Blinken am Montag in die Ukraine. Er bekr\u00e4ftigte das Engagement der USA am Krieg, \u201eso lange er auch dauert\u201c, und wie viele Tote er auch immer erfordern werde.<!--more--><\/p>\n<p>P\u00fcnktlich zu Blinkens Ankunft erkl\u00e4rte das Selenskyj-Regime einen Raketeneinschlag auf einen Markt in Kostjantyniwka, bei dem 17 Menschen starben, zu einem russischen Anschlag. Dabei gibt es zuverl\u00e4ssige Berichte, dass die Rakete vom Westen her abgefeuert wurde, und der Westen wird vollst\u00e4ndig von ukrainischen Streitkr\u00e4ften kontrolliert.<\/p>\n<p>Blinkens Besuch sollte die Botschaft vermitteln, dass der Krieg der USA und der Nato gegen Russland, der mit dem Leben von Ukrainern und Russen bezahlt wird, ungeachtet aller Todesopfer auf jeden Fall weitergehen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Die amerikanischen Medien hatten die ukrainische Offensive mit dem legend\u00e4ren D-Day, der Landung der US-Amerikaner im Zweiten Weltkrieg in der Normandie, verglichen. Allerdings r\u00fccken trotz enormer Verluste an Menschenleben die ukrainischen Truppen, wenn \u00fcberhaupt, dann immer nur um wenige Meter vor.<\/p>\n<p>Weder aus Kiew noch aus Washington erf\u00e4hrt man offizielle Zahlen \u00fcber die Todesopfer dieses Krieges, der nun schon 19 Monate andauert. Nach Angaben der <em>Washington Post<\/em> mussten mindestens 50.000 Ukrainer amputiert werden. Zuverl\u00e4ssigen Berichten zufolge liegt die Zahl der ukrainischen Soldaten, die im Kampf gefallen sind, zwischen 350.000 und 400.000. Das ukrainische Regime rechnet mit vielen weiteren Toten. Es hat die Jugend des Landes in den Dienst des US-Imperialismus gestellt und verspricht sich im Gegenzug gro\u00dfe Beute. Ein Soldatenfriedhof f\u00fcr bis zu 600.000 Gr\u00e4bern befindet sich im Bau.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Katastrophe haben die Vereinigten Staaten deutlich gemacht, dass sie den Krieg weiterhin finanzieren und anheizen wollen. Blinkens Reise ging mit der Ank\u00fcndigung der USA einher, eine weitere Milliarde Dollar f\u00fcr Waffen und gut platzierte Bestechungsgelder bereitzustellen. Die Regierung Biden arbeitet derzeit an der Verabschiedung eines Gesetzentwurfs im Kongress, mit dem weitere 20 Milliarden Dollar f\u00fcr den Krieg bewilligt werden.<\/p>\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit geben weder Blinken noch Biden das Ausma\u00df der Katastrophe zu. Im vergangenen Monat berichtete die <em>Washington Post<\/em> jedoch, dass die US-Geheimdienste zu dem Schluss gekommen seien, dass die Offensive ihr Hauptziel, bis zum Asowschen Meer vorzusto\u00dfen, um die \u201eLandbr\u00fccke\u201c zur Halbinsel Krim abzuschneiden, nicht erreichen werde.<\/p>\n<p>Im vergangenen Monat haben US-Milit\u00e4rs und Beamte der Biden-Administration gegen\u00fcber der Presse Erkl\u00e4rungen abgegeben, in denen sie die milit\u00e4rischen Misserfolge darauf zur\u00fcckf\u00fchrten, dass die ukrainische F\u00fchrung zu sparsam mit dem Leben der ukrainischen Soldaten umgehe.<\/p>\n<p>Kommentare in den US-Medien, die sich auf Aussagen von US-Beamten und Gener\u00e4len st\u00fctzen, besagen nun, dass der Krieg noch viele Jahre dauern werde.<\/p>\n<p>In einem Kommentar der <em>Washington Post<\/em> von letzter Woche schrieb der Kolumnist Max Boot: \u201eIm Jahr 2024 wird die Ukraine vielleicht eine bessere Siegeschance haben.\u201c Boot zitierte Brigadegeneral Mark Arnold von der US-Armee, der erkl\u00e4rte, er sei \u201esehr skeptisch, dass es in diesem Jahr zu einer entscheidenden Schlacht kommen wird, die einen wesentlichen Beitrag zum ukrainischen Sieg leistet\u201c. Arnold f\u00fcgte hinzu: \u201eWas die Aussichten auf entscheidende Operationen im n\u00e4chsten Jahr angeht, bin ich optimistisch.\u201c<\/p>\n<p>Der ehemalige britische Armeegeneral Richard Barrons schrieb in der <em>Financial Times<\/em>: \u201eDie Ukraine kann jetzt nicht gegen Russland gewinnen, aber ein Sieg bis 2025 ist m\u00f6glich.\u201c Er fuhr fort: \u201eDie derzeitige Gegenoffensive der Ukraine wird Russland nicht vertreiben \u2013 nicht, dass das irgendjemand erwartet h\u00e4tte. Es ist auch nicht wahrscheinlich, dass sie die Besatzung vor dem Winter halbieren wird, was eines der optimistischeren Ziele gewesen w\u00e4re. Sie hat jedoch gezeigt, wie die russische Armee besiegt werden kann. Nicht 2023, sondern 2024 oder 2025.\u201c<\/p>\n<p>Der <em>Economist<\/em> zitierte seinerseits einen \u201ehochrangigen amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter\u201c mit den Worten: \u201eWenn man sich das Schlachtfeld in f\u00fcnf Jahren ansieht, k\u00f6nnte es im Gro\u00dfen und Ganzen \u00e4hnlich aussehen.\u201c<\/p>\n<p>Wenn sich der Krieg so lange hinzieht, wird die Zahl der Toten in die Millionen gehen. Aber f\u00fcr die amerikanische herrschende Klasse, die diesen Krieg f\u00fchrt, spielt das keine Rolle.<\/p>\n<p>In einer Rede, in der er den Senat aufforderte, Bidens 20-Milliarden-Dollar-Gesetz f\u00fcr Milit\u00e4rausgaben zu verabschieden, forderte der republikanische Minderheitsf\u00fchrer im Senat, Mitch McConnell, seine Kollegen auf, in der Frage der Ukraine nicht so \u201ez\u00f6gerlich\u201c zu sein. McConnell sagte, die Finanzierung der Ukraine bedeute, \u201eeinen der gr\u00f6\u00dften strategischen Gegner Amerikas zu schw\u00e4chen, ohne einen Schuss abzugeben\u201c und \u201egleichzeitig einen anderen [d.h. China] abzuschrecken\u201c.<\/p>\n<p>McConnell fuhr fort: \u201eEs bedeutet eine direkte Investition in amerikanische St\u00e4rke, sowohl milit\u00e4risch als auch wirtschaftlich.\u201c<\/p>\n<p>McConnell hat die tats\u00e4chlichen Ziele, die den Krieg und seine unerbittliche Eskalation anheizen, offen ausgesprochen. Das hat nichts mit \u201eDemokratie\u201c zu tun, die angeblich in der Ukraine vorherrschen soll. Die Ukraine ist von Korruption durchdrungen und wird von einer kriminellen Oligarchie regiert. Washington hat den Krieg bewusst provoziert und f\u00fchrt ihn, um die strategischen Interessen der USA voranzutreiben, indem es Russland schw\u00e4cht und letztlich zerschl\u00e4gt, nicht nur, weil es \u00fcber reiche Vorkommen an wichtigen Mineralien und Energieressourcen verf\u00fcgt, sondern auch, weil Russland als Hindernis f\u00fcr einen milit\u00e4rischen Angriff auf China gilt. In diesem Krieg geht es darum, die globale \u201emilit\u00e4rische und wirtschaftliche\u201c Vormachtstellung des amerikanischen Kapitalismus auszubauen. Das wird mit dem Leben hunderttausender Menschen, ukrainischer und russischer, erkauft.<\/p>\n<p>Der Krieg wird im B\u00fcndnis mit dem rechtsgerichteten Regime in Kiew und rechtsextremen Regierungen in ganz Osteuropa gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In einem Artikel mit dem Titel \u201eIm amerikanischen Gez\u00e4nk w\u00e4chst die Bef\u00fcrchtung vor Friedensgespr\u00e4chen mit Putin\u201c (Fears of Peace Talks with Putin Rise Amid US Squabbling) stellt <em>The Hill<\/em> fest, dass die Regierungen von Litauen, Lettland und Estland zu denjenigen geh\u00f6ren, die am aggressivsten eine Eskalation des Krieges fordern. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs waren diese L\u00e4nder mit Nazi-Deutschland verb\u00fcndet, und ein Gro\u00dfteil ihres Milit\u00e4r- und Geheimdienstapparats war am Holocaust beteiligt. Heute werden sie von rabiaten antirussischen Regimen regiert, die, insbesondere in Litauen, ihre mit den Nazis kollaborierenden Vorl\u00e4ufer offen verherrlichen.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der weltweiten Glaubw\u00fcrdigkeit des amerikanischen Imperialismus h\u00e4ngt vom Schicksal dieses Konfliktes ab. Deshalb besteht die gro\u00dfe Gefahr, dass die USA angesichts des Zusammenbruchs ihrer ukrainischen Stellvertreter ihre Beteiligung an dem Konflikt massiv ausweiten. Das k\u00f6nnte auch die direkte Beteiligung von Nato-Truppen oder die Stationierung von Atomwaffen in der Ukraine einschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Der amerikanische Imperialismus wird von einer tiefen innenpolitischen Krise getrieben. Er versucht verzweifelt, den langfristigen Niedergang seiner globalen Position auszugleichen. Der US-Imperialismus hat einen milit\u00e4rischen Konflikt angezettelt, dessen Todesopfer in die Millionen gehen k\u00f6nnen. In den Vereinigten Staaten w\u00e4chst der Widerstand gegen diesen Krieg, und die Regierung Biden versucht immer verzweifelter, den milit\u00e4rischen Sieg zu erringen.<\/p>\n<p>Die oligarchische Putin-Regierung, die sich im Februar 2022 zu ihrer verzweifelten und politisch bankrotten Invasion provozieren lie\u00df, versucht ihrerseits vergeblich, mit den imperialistischen \u201ePartnern\u201c zu verhandeln. Diese sind auf die Unterwerfung und endg\u00fcltige Zerschlagung Russlands aus, da sie im Anschluss schon den Konflikt mit China anstreben.<\/p>\n<p>Dieser Krieg muss beendet werden! Die Biden-Regierung und ihre Nato-Verb\u00fcndeten, die medialen Sprachrohre der imperialistischen Geheimdienste, die hysterische obere Mittelklasse und die pseudolinken Apologeten des Imperialismus bef\u00fcrworten alle diesen Krieg. Im Gegensatz dazu rufen das Internationale Komitee der Vierten Internationale (IKVI) und die International Youth and Students for Social Equality (IYSSE) dazu auf, eine Massenbewegung von Arbeitern und Jugendlichen gegen den Krieg aufzubauen.<\/p>\n<p><em>#Titelbild: Soldat der 3. Besonderen Angriffsbrigade der Ukraine in einem Sch\u00fctzengraben unter Beschuss in der N\u00e4he von Bachmut, Region Donezk, 4. September 2023 [AP Photo]<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2023\/09\/07\/pers-s07.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 8. September 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andre Damon. Inmitten des Debakels der ukrainischen Sommeroffensive reiste US-Au\u00dfenminister Antony Blinken am Montag in die Ukraine. 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