{"id":13632,"date":"2023-09-26T17:30:48","date_gmt":"2023-09-26T15:30:48","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13632"},"modified":"2023-09-26T17:30:49","modified_gmt":"2023-09-26T15:30:49","slug":"hitler-waere-stolz-scholz-anti-russische-tirade-vor-den-vereinten-nationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13632","title":{"rendered":"<strong>Hitler w\u00e4re stolz: Scholz\u2019 anti-russische Tirade vor den Vereinten Nationen<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Johannes Stern. <\/em>Die antirussische Hetzrede des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz vor den Vereinten Nationen am Mittwoch hat deutlich gemacht, dass der deutsche Imperialismus, der f\u00fcr die schrecklichsten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte verantwortlich ist, sich wieder auf dem Kriegspfad befindet. Hitler und seine Bande von Massenm\u00f6rdern sind tot, aber ihr politisches Erbe lebt<!--more--> in der Politik der deutschen Regierung weiter.<\/p>\n<p>Scholz verurteilte diejenigen, die einen \u201esofortigen Waffenstillstand\u201c im Ukraine-Krieg fordern. Vielmehr erkl\u00e4rte der deutsche Bundeskanzler zynisch: \u201eFrieden ohne Freiheit hei\u00dft Unterdr\u00fcckung. Frieden ohne Gerechtigkeit nennt man Diktat.\u201c<\/p>\n<p>Scholz beschuldigte Russland, einen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine zu f\u00fchren, der Mord, Folter und die Massenvernichtung von Zivilisten als politische Mittel einsetzt. \u201eRussische Truppen haben gemordet, vergewaltigt und gefoltert. Sie machen St\u00e4dte und D\u00f6rfer dem Erdboden gleich. Sie verminen ganze Landstriche und verwandeln so Kornfelder in Todesfallen\u201c, sagte Scholz.<\/p>\n<p>Diese Sprache beschreibt eigentlich die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Nazi-Deutschland f\u00fchrte einen rassistisch motivierten Vernichtungskrieg, bei dem die Zivilbev\u00f6lkerung gezielt ausgehungert und massenhaft ermordet wurde, begleitet von der Ausrottung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung Osteuropas.<\/p>\n<p>In einer Rede an der Georgetown University im Jahr 1963 beschrieb US-Pr\u00e4sident John F. Kennedy die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf die Sowjetunion. \u201eMindestens 20 Millionen Menschen haben ihr Leben verloren\u201c, sagte er. \u201eUnz\u00e4hlige Millionen von H\u00e4usern und Bauernh\u00f6fen wurden verbrannt oder gepl\u00fcndert. Ein Drittel des Territoriums der Nation, einschlie\u00dflich fast zwei Drittel ihrer industriellen Basis, wurde in \u00d6dland verwandelt \u2013 ein Verlust, der der Verw\u00fcstung dieses Landes \u00f6stlich von Chicago entspr\u00e4che.\u201c<\/p>\n<p>Selbst w\u00e4hrend des Kalten Krieges f\u00fchlte sich der F\u00fchrer des amerikanischen Imperialismus verpflichtet, die schrecklichen Folgen des Krieges f\u00fcr die Sowjetunion anzuerkennen.<\/p>\n<p>Doch nun verurteilt ein deutscher Regierungschef den \u201eFrieden\u201c mit einem Land, dessen Bev\u00f6lkerung der deutsche Imperialismus auszurotten versucht hat. Dies ist nur ein Beispiel daf\u00fcr, wie sehr sich das schmutzige Verlangen, die Niederlage gegen die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg zu r\u00e4chen, im gesamten deutschen politischen Establishment breit gemacht hat. Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung offen faschistischer Parteien in der deutschen Politik.<\/p>\n<p>Scholz spricht nicht nur als Individuum. Er spricht f\u00fcr den deutschen Imperialismus, der im 20. Jahrhundert zweimal versucht hat, Russland zu unterjochen \u2013 und gescheitert ist.<\/p>\n<p>Auf dem Gipfel forderte die deutsche Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock (Gr\u00fcne) einen Sitz Deutschlands im UN-Sicherheitsrat. Gleichzeitig forderte der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Zelenskij den Ausschluss Russlands aus dem Gremium.<\/p>\n<p>Die provokanten \u00c4u\u00dferungen von Scholz dienen einem klaren Ziel: den von der Nato und dem deutschen Imperialismus gef\u00fchrten Krieg gegen Russland zu eskalieren.<\/p>\n<p>Viele Historiker sind der Ansicht, dass Hitler im Dezember 1941 einen gro\u00dfen strategischen Fehler beging, als er den Vereinigten Staaten den Krieg erkl\u00e4rte, w\u00e4hrend er gleichzeitig einen grausamen Krieg gegen die Sowjetunion f\u00fchrte. Diesmal h\u00e4lt es die deutsche herrschende Klasse \u2013 zumindest vorl\u00e4ufig \u2013 f\u00fcr weitaus ratsamer, den Krieg gegen Russland im B\u00fcndnis mit den Vereinigten Staaten zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Der deutsche Imperialismus sah in der Aufl\u00f6sung der Sowjetunion eine Chance, seinen Einfluss in Europa auszuweiten. Zun\u00e4chst hat das wiedervereinigte Deutschland in den 1990er Jahren den Zerfall Jugoslawiens angezettelt. 1999 beteiligte es sich am US\/Nato-Bombardements Serbiens, um den Kosovo abzutrennen. Und jetzt kn\u00fcpft die herrschende Klasse wieder an ihre alte Kriegs- und Gro\u00dfmachtpolitik in der Ukraine und gegen Russland an.<\/p>\n<p>Schon im Ersten Weltkrieg war eines der Kriegsziele Deutschlands die Schaffung eines von Berlin dominierten ukrainischen Vasallenstaates.<\/p>\n<p>Im Zweiten Weltkrieg setzte Hitler diese Politik fort, und die brutale Unterwerfung der Ukraine war ein wesentlicher Bestandteil des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion. Der Einmarsch in die Sowjetunion erfolgte mit Unterst\u00fctzung pro-nazistischer und antisemitischer ukrainischer Nationalisten unter der F\u00fchrung von Stepan Bandera, der heute vom Regime in Kiew als Held verehrt wird.<\/p>\n<p>Zwischen 1941 und 1944 besetze die Wehrmacht die West- und Zentralukraine und errichtete das sogenannte Reichskommissariat Ukraine. Es wurde vom Berliner Reichsministerium f\u00fcr die besetzten Ostgebiete verwaltet, das von dem Nazi-Chefideologen Alfred Rosenberg gef\u00fchrt wurde. F\u00fcr Millionen von Ukrainern, allen voran dem j\u00fcdischen Teil der Bev\u00f6lkerung, bedeutete die Nazi-Herrschaft Ausbeutung durch Zwangsarbeit, Massaker und die systematische Vernichtung.<\/p>\n<p>Die deutsche Beteiligung am Ukraine-Krieg wurzelt in dieser imperialistischen Tradition. Mit ihrem erneuten \u201e<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2023\/05\/16\/pers-m16.html\">Drang nach Osten<\/a>\u201c verfolgt die deutsche herrschende Klasse wie in der Vergangenheit langfristige imperialistische Interessen, die die unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf Deutschland bei weitem \u00fcberwiegen.<\/p>\n<p>\u201eDer Krieg in der Ukraine ist auch ein Kampf um die Rohstoffe\u201c. Das Land habe \u201egro\u00dfe Vorkommen an Eisen, Titan und Lithium, die nun zum Teil von Russland kontrolliert werden\u201c, hei\u00dft es etwa in einem <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2023\/06\/08\/euuk-j08.html\">Strategiepapier<\/a> der bundeseigenen Au\u00dfenwirtschaftsagentur Germany Trade and Invest (GTAI). Unter dem Deckmantel des \u201eWiederaufbaus\u201c arbeitet die deutsche Wirtschaft daran, ihren Einfluss in der Ukraine zu sichern. Die gleichen Pl\u00e4ne bestehen f\u00fcr ein Russland \u201enach Putin\u201c.<\/p>\n<p>Eine zentrale Rolle bei diesen Machenschaften spielen nicht nur f\u00fchrende Politiker und Medien, sondern auch die Universit\u00e4ten. An der Humboldt-Universit\u00e4t gastierte Anfang September die Foto-<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2023\/09\/12\/russ-s12.html\">Ausstellung<\/a> \u201eRussian War Crimes\u201c, die an die Gr\u00e4uelpropaganda der Nazis ankn\u00fcpft und erkl\u00e4rterma\u00dfen dem Ziel dient, den Ukrainekrieg zu eskalieren. An der gleichen Universit\u00e4t treibt der rechtsextreme Professor J\u00f6rg Baberowski sein Unwesen und behauptet, dass Hitler \u201enicht grausam\u201c gewesen sei und nichts \u00fcber Auschwitz und die Massenvernichtung der Juden habe wissen wollen. Baberowski wird international hofiert und finanziert \u2013 u.a. durch die <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2019\/04\/12\/babe-a12.html\">Princeton University<\/a> \u2013 und gegen jede Kritik von der Universit\u00e4tsleitung und allen Bundestagsparteien verteidigt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend gerade die nominell linken Bundestagsparteien den Kriegskurs vorantreiben, hat die Sozialistische Gleichheitspartei (SGP) von Anfang an konsequent gegen die R\u00fcckkehr von Faschismus und Militarismus in Deutschland und international gek\u00e4mpft. Wir haben bereits 2014 \u2013 kurz nach dem pro-westlichen Putsch in der Ukraine \u2013 in einer <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2014\/09\/20\/konf-s20.html\">Resolution<\/a> die historischen und politischen Triebkr\u00e4fte hinter der der R\u00fcckkehr des deutschen Militarismus aufgezeigt und vor den historischen Implikationen gewarnt:<\/p>\n<p><em>\u201eDie Geschichte meldet sich st\u00fcrmisch zur\u00fcck. Knapp 70 Jahre nach den Verbrechen der Nazis und der Niederlage im Zweiten Weltkrieg kn\u00fcpft die herrschende Klasse Deutschlands wieder an die imperialistische Gro\u00dfmachtpolitik des Kaiserreichs und Hitlers an. Das Tempo, mit der die Kriegshetze gegen Russland eskaliert, erinnert an den Vorabend des Ersten und des Zweiten Weltkriegs. In der Ukraine arbeitet die Bundesregierung mit den Faschisten von Swoboda und dem Rechten Sektor zusammen, die in der Tradition von Nazi- Kollaborateuren aus dem Zweiten Weltkrieg stehen. Sie benutzt das Land, das sie in beiden Weltkriegen besetzt hatte, um erneut gegen Russland vorzugehen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Nun wird diese Politik in die Tat umgesetzt. Deutschland und die NATO befinden sich in einer milit\u00e4rischen Konfrontation mit Russland, die zu einem atomaren Dritten Weltkrieg eskalieren kann. Die internationale Arbeiterklasse, die weltweit in K\u00e4mpfe getrieben wird, muss ihre eigene politische Gegenstrategie entwickeln. Es gibt nur einen Weg, eine Katastrophe zu verhindern: den Aufbau einer machtvollen sozialistischen Antikriegsbewegung die Arbeiter international gegen Krieg und seine Ursache im Kapitalismus vereint.<\/p>\n<p><em>#Titelbild: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht w\u00e4hrend einer hochrangigen Sitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in der Ukraine am 20. September 2023 [AP Photo\/Mary Altaffer]<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2023\/09\/24\/pers-s24.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 26. September 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Stern. 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