{"id":13888,"date":"2023-11-08T13:11:09","date_gmt":"2023-11-08T11:11:09","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13888"},"modified":"2023-11-08T13:11:10","modified_gmt":"2023-11-08T11:11:10","slug":"israel-palaestina-worueber-wir-nichts-hoeren-sollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13888","title":{"rendered":"Israel &#8211; Pal\u00e4stina: <strong>Wor\u00fcber wir nichts h\u00f6ren (sollen)<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Jonathan Cook.<\/em><strong> Jeder Journalist, der sich nicht am V\u00f6lkermord in Gaza beteiligen will, sollte sich davor h\u00fcten, Israels Behauptungen \u00fcber die Ereignisse am 7. Oktober zu \u00fcbernehmen. Ein Res\u00fcmee von Jonathan Cook. Er entwickelt es am Beispiel der britischen BBC \u2013 doch seine Analyse lie\u00dfe sich ebenso auf ARD und ZDF anwenden. <\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Lucy Williamson, eine Journalistin der BBC, wurde in der vergangenen Woche wieder einmal zu den <a href=\"https:\/\/www.bbc.co.uk\/iplayer\/episode\/m001s0sm\/bbc-news-at-ten-31102023\">schrecklichen Zerst\u00f6rungen<\/a>* in einer Kibbuz-Gemeinde au\u00dferhalb des Gazastreifens gef\u00fchrt, die am 7. Oktober angegriffen worden war.<\/p>\n<p>Wie wir schon so oft gesehen haben, waren die israelischen H\u00e4user sowohl innen als auch au\u00dfen von automatischem Feuer durchl\u00f6chert. Teile der Betonmauern wiesen L\u00f6cher auf oder waren ganz eingest\u00fcrzt. Und Teile der Geb\u00e4ude, die noch standen, waren stark verkohlt. Es sah aus wie eine kleine Momentaufnahme des aktuellen Grauens in Gaza.<\/p>\n<p>Es gibt einen m\u00f6glichen Grund f\u00fcr diese \u00c4hnlichkeiten \u2013 einen, \u00fcber den die BBC eifrig nicht berichtet, obwohl sich die Beweise aus einer <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2023\/10\/27\/israels-military-shelled-burning-tanks-helicopters\/\">Vielzahl von Quellen<\/a>, einschlie\u00dflich der israelischen Medien, h\u00e4ufen. Stattdessen h\u00e4lt die BBC unbeirrt an einem Narrativ fest, das ihr und den \u00fcbrigen westlichen Medien vom israelischen Milit\u00e4r aufgetischt wurde: allein die Hamas habe diese Zerst\u00f6rung verursacht.<\/p>\n<p>Dieses Narrativ einfach ohne jeden Vorbehalt zu wiederholen, hat mittlerweile das Niveau eines journalistischen Fehlverhaltens erreicht. Und doch ist es genau das, was die BBC Nacht f\u00fcr Nacht tut.<\/p>\n<p>Schon ein fl\u00fcchtiger Blick auf die Tr\u00fcmmer in den verschiedenen Kibbuz-Gemeinden, die an diesem Tag angegriffen wurden, sollte jedem guten Reporter Fragen in den Kopf rufen. Waren militante Pal\u00e4stinenser tats\u00e4chlich in der Lage, mit den leichten Waffen, die sie bei sich trugen, Sachsch\u00e4den in diesem Ausma\u00df anzurichten?<\/p>\n<p>Und wenn nicht, wer au\u00dfer Israel war in der Lage, eine solche Verw\u00fcstung anzurichten?<\/p>\n<p>Eine weitere Frage, die sich gute Journalisten stellen sollten, ist die folgende: Was war der Zweck solcher Sch\u00e4den? Was hofften die militanten Pal\u00e4stinenser damit zu erreichen?<\/p>\n<p>Die implizite Antwort, die die Medien geben, ist auch die Antwort, die das israelische Milit\u00e4r die westliche \u00d6ffentlichkeit h\u00f6ren lassen will. Dass die Hamas eine Orgie von grundlosem T\u00f6ten und Grausamkeit veranstaltet hat, weil \u2026 nun, sagen wir den leisen Teil laut: weil Pal\u00e4stinenser von Natur aus grausam sind.<\/p>\n<p>Mit diesem impliziten Narrativ haben westliche Politiker einen Freibrief erhalten, Israel zuzujubeln, wenn es alle paar Minuten ein pal\u00e4stinensisches Kind in Gaza ermordet. Schlie\u00dflich verstehen Wilde nur die Sprache der Wilden.<\/p>\n<p><strong>Brutaler Tango<\/strong><\/p>\n<p>Schon aus diesem Grund sollte sich jeder Journalist, der sich nicht an dem V\u00f6lkermord in Gaza beteiligen will, zunehmend davor h\u00fcten, die Behauptungen des israelischen Milit\u00e4rs \u00fcber die Geschehnisse am 7. Oktober einfach zu wiederholen. Sicherlich sollten sie nicht leichtgl\u00e4ubig den neuesten Agitprop der IDF-Pressestelle nachplappern, wie es die BBC so offensichtlich tut.<\/p>\n<p>Was wir aus einer wachsenden Zahl von Beweisen wissen, die von israelischen Medien und israelischen Augenzeugen zusammengetragen wurden \u2013 sorgf\u00e4ltig dargelegt zum Beispiel in diesem <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2023\/10\/27\/israels-military-shelled-burning-tanks-helicopters\/\">Bericht von Max Blumenthal<\/a> \u2013 ist, dass das israelische Milit\u00e4r von den Ereignissen dieses Tages v\u00f6llig \u00fcberrascht wurde. Schwere Artillerie, einschlie\u00dflich Panzern und Kampfhubschraubern, wurde angefordert, um gegen die Hamas vorzugehen. Dies scheint eine einfache Entscheidung im Hinblick auf die Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte gewesen zu sein, die die Hamas \u00fcberrannt hatte.<\/p>\n<p>Israel versucht seit langem zu verhindern, dass israelische Soldaten in Gefangenschaft geraten \u2013 vor allem wegen des hohen Preises, den die israelische Gesellschaft f\u00fcr die R\u00fcckkehr der Soldaten zu zahlen bereit ist.<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten werden israelische Soldaten nach dem sogenannten <a href=\"https:\/\/www.jonathan-cook.net\/2009-12-10\/israelis-shot-mental-patient-under-controversial-military-directive\/\">Hannibal-Verfahren<\/a> angewiesen, ihre Kameraden zu t\u00f6ten, anstatt sie gefangen nehmen zu lassen. Aus demselben Grund wendet die Hamas viel Energie auf, um innovative Wege zur Ergreifung von Soldaten zu finden.<\/p>\n<p>Die beiden Seiten tanzen im Grunde einen brutalen Tango, bei dem jeder die Tanzschritte des anderen versteht.<\/p>\n<p>Angesichts der Situation der Hamas, die faktisch das israelisch kontrollierte Konzentrationslager Gaza verwaltet, stehen ihr nur begrenzte Widerstandsstrategien zur Verf\u00fcgung. Die Gefangennahme israelischer Soldaten st\u00e4rkt ihr Druckmittel. Sie k\u00f6nnen gegen die Freilassung vieler der Tausenden von pal\u00e4stinensischen politischen Gefangenen eingetauscht werden, die unter Verletzung des V\u00f6lkerrechts in israelischen Gef\u00e4ngnissen festgehalten werden. Dar\u00fcber hinaus hofft die Hamas in den Verhandlungen in der Regel auf eine Lockerung der 16-j\u00e4hrigen israelischen Belagerung des Gazastreifens.<\/p>\n<p>Um dieses Szenario zu verhindern, haben die israelischen Befehlshaber Berichten zufolge am 7. Oktober die Kampfhubschrauber auf die von der Hamas \u00fcberrannten Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte geschickt. Die Hubschrauber scheinen wahllos gefeuert zu haben, obwohl sie die noch lebenden israelischen Soldaten in den St\u00fctzpunkten gef\u00e4hrdeten. Israel verfolgte eine Politik der verbrannten Erde, um die Hamas daran zu hindern, ihre Ziele zu erreichen. Dies mag zum Teil den hohen Anteil israelischer Soldaten unter den 1.300 Toten an diesem Tag erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Verkohlte Leichen<\/strong><\/p>\n<p>Doch wie sieht es in den Kibbuzgemeinden aus? Als die Armee eintraf und in Stellung ging, hatte sich die Hamas bereits gut verschanzt. Sie hatte die Bewohner als Geiseln in ihren eigenen H\u00e4usern genommen. Israelische Augenzeugen und Medienberichte deuten darauf hin, dass die Hamas mit ziemlicher Sicherheit versuchte, einen sicheren R\u00fcckzug in den Gazastreifen auszuhandeln und die israelischen Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Die Zivilisten waren f\u00fcr die Hamas-K\u00e4mpfer die einzige Chance, den Gazastreifen zu verlassen, und sie konnten sp\u00e4ter als Druckmittel f\u00fcr die Freilassung pal\u00e4stinensischer Gefangener eingesetzt werden.<\/p>\n<p><em>(Jonathan Cook empfiehlt an dieser Stelle seines Artikels ein Video, in dem eine Vielzahl Beweise gezeigt, Augenzeugen zitiert werden. Wir verlinken es unter dem Text. Es hat eine Altersbegrenzung bei Youtube, aber das Ausma\u00df \u201eschrecklicher Bilder\u201c ist durchaus zumutbar. Man muss, um es zu sehen, best\u00e4tigen, dass man \u00fcber 18 Jahre alt ist. Anm. \u00dcbers..)<\/em><\/p>\n<p>Die Beweise aus israelischen Medienberichten und Augenzeugenberichten sowie eine Vielzahl von sichtbaren Hinweisen vom Tatort selbst erz\u00e4hlen eine weitaus komplexere Geschichte als die, die jeden Abend in der BBC pr\u00e4sentiert wird.<\/p>\n<p>Schoss das israelische Milit\u00e4r auf die von der Hamas kontrollierten zivilen Wohnh\u00e4user in der gleichen Weise wie auf seine eigenen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte und mit der gleichen Missachtung der Sicherheit der Israelis im Inneren? Ging es in jedem Fall darum, um jeden Preis zu verhindern, dass die Hamas Geiseln nimmt, f\u00fcr deren Freilassung Israel einen sehr hohen Preis zahlen m\u00fcsste?<\/p>\n<p>Der Kibbuz Be\u2019eri ist ein beliebtes Ziel f\u00fcr BBC-Reporter, die die Barbarei der Hamas veranschaulichen wollen. Auch Lucy Williamson hat sich diese Woche dorthin begeben. Doch in keinem ihrer Berichte wurden die Kommentare von Tuval Escapa, dem Sicherheitskoordinator des Kibbuz, gegen\u00fcber der israelischen Zeitung Haaretz erw\u00e4hnt. Er sagte (<a href=\"https:\/\/www.haaretz.co.il\/news\/politics\/2023-10-20\/ty-article-magazine\/.premium\/0000018b-499a-dc3c-a5df-ddbaab290000\">auf Hebr\u00e4isch<\/a>), israelische Milit\u00e4rkommandanten h\u00e4tten den \u201eBeschuss von H\u00e4usern auf ihre Bewohner angeordnet, um die Terroristen zusammen mit den Geiseln zu eliminieren\u201c.<\/p>\n<p>Dies entspricht der Aussage von Yasmin Porat, die in Be\u2019eri Schutz vor dem nahe gelegenen Nova-Musikfestival suchte. <a href=\"https:\/\/electronicintifada.net\/content\/israeli-forces-shot-their-own-civilians-kibbutz-survivor-says\/38861\">Sie sagte<\/a> gegen\u00fcber dem israelischen Rundfunk, dass die israelischen Spezialeinheiten bei ihrer Ankunft alle Geiseln eliminierten: \u201eSie haben alle eliminiert, auch die Geiseln, denn es gab sehr, sehr heftiges Kreuzfeuer.\u201c<\/p>\n<p>Sind die von Williamson gezeigten Bilder verkohlter Leichen, die mit einer Warnung vor ihrer grausamen, ersch\u00fctternden Natur versehen sind, ein unwiderlegbarer Beweis daf\u00fcr, dass die Hamas sich wie ein Monster verhalten hat, das auf die abartigste Weise der Rache aus ist? Oder k\u00f6nnten diese geschw\u00e4rzten \u00dcberreste ein Beweis daf\u00fcr sein, dass israelische Zivilisten und Hamas-K\u00e4mpfer nebeneinander verbrannten, als sie von den Flammen verschlungen wurden, die durch den israelischen Beschuss der H\u00e4user verursacht wurden?<\/p>\n<p>Israel wird einer unabh\u00e4ngigen Untersuchung nicht zustimmen, sodass eine endg\u00fcltige Antwort nie zu erwarten ist. Das entbindet die Medien jedoch nicht von ihrer beruflichen und moralischen Pflicht, mit Vorsicht vorzugehen.<\/p>\n<p><strong>Die Hamas als Wilde<\/strong><\/p>\n<p>Betrachten wir einen Moment lang den krassen Gegensatz zwischen der Behandlung der Ereignisse am 7. Oktober durch die westlichen Medien und dem Angriff auf den Parkplatz des Al-Ahli-Baptistenkrankenhauses im n\u00f6rdlichen Gazastreifen am 17. Oktober, bei dem Hunderte von Pal\u00e4stinensern get\u00f6tet worden sein sollen.<\/p>\n<p>Im Fall von Al-Ahli waren die Medien nur allzu bereit, alle Beweise daf\u00fcr, dass das Krankenhaus von einem israelischen Angriff getroffen worden war, beiseitezuschieben, sobald Israel diese Behauptung bestritt. Stattdessen verbreiteten die Journalisten eilig die israelische Gegenbehauptung, dass eine pal\u00e4stinensische Rakete auf das Krankenhaus abgefeuert worden sei. Die meisten Medien zogen weiter, nachdem sie zu dem Schluss gekommen waren, dass \u201edie Wahrheit vielleicht nie aufgekl\u00e4rt werden kann\u201c oder, noch weniger glaubw\u00fcrdig, dass militante Pal\u00e4stinenser die wahrscheinlichsten T\u00e4ter waren.<\/p>\n<p>In bezeichnendem Gegensatz dazu waren die westlichen Medien nicht bereit, auch nur eine einzige Frage zu den Ereignissen des 7. Oktobers zu stellen. Sie haben jeden Schrecken an diesem Tag enthusiastisch der Hamas zugeschrieben. Sie haben die Tatsache des v\u00f6lligen Chaos, das viele Stunden lang herrschte, und das damit verbundene Risiko einer schlechten, verzweifelten und moralisch fragw\u00fcrdigen Entscheidungsfindung des israelischen Milit\u00e4rs ignoriert.<\/p>\n<p>In der Tat sind die Medien noch viel weiter gegangen. Bei der Verbreitung des Narrativs von den \u201eHamas als Wilden\u201c haben sie offensichtliche Fiktionen verbreitet, wie etwa die Geschichte, dass \u201edie Hamas vierzig Babys gek\u00f6pft hat\u201c. Diese Fake News wurde sogar kurz von US-Pr\u00e4sident Joe Biden aufgegriffen, bevor sie von seinen Mitarbeitern stillschweigend <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2023\/10\/12\/white-house-walks-back-bidens-claim-he-saw-children-beheaded-by-hamas\">zur\u00fcckgenommen<\/a> wurde.<\/p>\n<p>Auch die Behauptung, die Hamas habe Vergewaltigungen durchgef\u00fchrt, ist unter westlichen Kommentatoren nach wie vor sehr beliebt, auch wenn es f\u00fcr diese Behauptung bisher keine Beweise gibt.<\/p>\n<p>Wir sollten uns dar\u00fcber im Klaren sein. Wenn Israel ernst zu nehmende Beweise f\u00fcr eine dieser Behauptungen h\u00e4tte, w\u00fcrde es diese aggressiv propagieren. Stattdessen tut es das N\u00e4chstbeste: Es l\u00e4sst die Anspielungen sanft in das Unterbewusstsein des Publikums eindringen und sich dort als Vorurteil festsetzen, das nicht hinterfragt werden kann.<\/p>\n<p>Die Hamas hat am 7. Oktober zweifellos Kriegsverbrechen begangen \u2013 nicht zuletzt, indem sie Zivilisten als menschliche Schutzschilde einsetzte. Aber diese Art von Verbrechen ist uns vertraut, und sie ist so \u201enormal\u201c, dass auch das israelische Milit\u00e4r sie regelm\u00e4\u00dfig begangen hat. Die Praxis der israelischen Soldaten, Pal\u00e4stinenser als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, hat verschiedene Namen, wie z. B. \u201e<a href=\"https:\/\/www.btselem.org\/human_shields\">Nachbarschafts-Prozedur<\/a>\u201c und \u201eFr\u00fchwarnverfahren\u201c.<\/p>\n<p>Es mag auch schlimmere Gr\u00e4ueltaten gegeben haben, insbesondere angesichts des unerwarteten Ausma\u00dfes des Erfolgs der Hamas beim Ausbruch aus dem Gazastreifen. Zahlreiche Pal\u00e4stinenser sind aus der Enklave geflohen, darunter zweifellos auch bewaffnete Zivilisten, die nichts mit der Operation zu tun hatten. Unter diesen Umst\u00e4nden w\u00e4re es verwunderlich, wenn es keine Beispiele f\u00fcr Gr\u00e4ueltaten g\u00e4be, die f\u00fcr Schlagzeilen sorgen.<\/p>\n<p>Die Frage ist, ob diese Gr\u00e4ueltaten geplant und systematisch begangen wurden, wie Israel behauptet und es die westlichen Medien wiederholen, oder ob es sich um Einzelpersonen oder Gruppen handelt, die auf eigene Faust handelten. Wenn Letzteres der Fall w\u00e4re, w\u00e4re Israel nicht in der Position, dar\u00fcber zu urteilen. Israels eigene Geschichte ist \u00fcbers\u00e4t mit Beispielen f\u00fcr solche Verbrechen, darunter der dokumentierte Fall einer israelischen Armee-Einheit, die 1949 ein Beduinenm\u00e4dchen gefangen nahm und wiederholt in Gruppen <a href=\"https:\/\/archive.ph\/KJcvt\">vergewaltigte<\/a>.<\/p>\n<p>Grausamkeit ist sicherlich kein einzigartiger Charakterzug der Hamas. Nach dem Angriff vom 7. Oktober sind Videos aufgetaucht, die systematische Misshandlungen von gefangenen Hamas-K\u00e4mpfern, ob lebend oder tot, zeigen. Bilder offenbaren, wie sie zur Befriedigung von Schaulustigen in der \u00d6ffentlichkeit <a href=\"https:\/\/twitter.com\/muhammadshehad2\/status\/1719297155247067505\">geschlagen und gefoltert<\/a> werden, ohne dass auch nur der Anschein erweckt wird, dass es um die Beschaffung von Informationen geht. Andere zeigen, wie die K\u00f6rper von Hamas-K\u00e4mpfern <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ireallyhateyou\/status\/1713533460290076817\">gesch\u00e4ndet und verst\u00fcmmelt werden<\/a>.<\/p>\n<p>Niemand kann hier die moralische \u00dcberlegenheit f\u00fcr sich beanspruchen.<\/p>\n<p>Die unkritische Verbreitung des israelischen Narrativs \u201eHamas als Wilde\u201c durch die Medien hat etwas Unheilvolles bewirkt \u2013 und ist dem Westen aus seiner langen Kolonialgeschichte nur allzu vertraut. Sie wurde benutzt, um ein ganzes Volk zu d\u00e4monisieren und es entweder als Barbaren oder als willige Besch\u00fctzer und F\u00f6rderer der Barbarei darzustellen.<\/p>\n<p>Das Narrativ der \u201eWilden\u201c wird von Israel als Waffe eingesetzt, um seine wachsende Kampagne der Grausamkeiten in Gaza zu rechtfertigen. Deshalb ist es so wichtig, dass Journalisten sich nicht einfach mit diesem L\u00f6ffel f\u00fcttern lassen. Es steht viel zu viel auf dem Spiel.<\/p>\n<p>Die Hamas hat am 7. Oktober Kriegsverbrechen in einem Ausma\u00df begangen, das f\u00fcr jede pal\u00e4stinensische Gruppe beispiellos ist. Doch bisher gibt es kaum mehr als israelische Erz\u00e4hlungen, die darauf hindeuten, dass die Aktionen der Hamas von beispielloser Verderbtheit waren. Nach dem, was wir wissen, ist es schwer zu erkennen, dass irgendetwas, was die Hamas an diesem Tag getan hat, schlimmer oder grausamer war als das, was Israel seit Wochen t\u00e4glich in Gaza tut.<\/p>\n<p>Und Israels Handlungen \u2013 von der Bombardierung pal\u00e4stinensischer Familien bis hin zum Aushungern der Menschen \u2013 werden von allen wichtigen westlichen Politikern gebilligt.<\/p>\n<p><em>#Titelbild: Sich davor h\u00fcten, Israels Behauptungen zu \u00fcbernehmen! Hier Staatspr\u00e4sident Jitzchak Herzog am 15. Oktober 2023 im Kibbuz Be\u2019eri.Foto: <\/em><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Isaac_Herzog_in_Be%27eri,_October_2023_(GPOHZ0_2129).jpg\"><em>Haim Zach<\/em><\/a><em> Lizenz: <\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\"><em>CC BY-SA 3.0 <\/em><\/a><em>, <\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/globales\/kriege\/worueber-wir-nichts-hoeren-sollen\/attachment\/isaac_herzog_in_beeri_october_2023_gpohz0_2129\/\"><em>Mehr Infos<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/globales\/kriege\/worueber-wir-nichts-hoeren-sollen\/\">hintergrund.de&#8230;<\/a>\u00a0 vom 8. November 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jonathan Cook. Jeder Journalist, der sich nicht am V\u00f6lkermord in Gaza beteiligen will, sollte sich davor h\u00fcten, Israels Behauptungen \u00fcber die Ereignisse am 7. Oktober zu \u00fcbernehmen. Ein Res\u00fcmee von Jonathan Cook. 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