{"id":13921,"date":"2023-11-16T11:49:58","date_gmt":"2023-11-16T09:49:58","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13921"},"modified":"2023-11-16T11:49:59","modified_gmt":"2023-11-16T09:49:59","slug":"hetze-gegen-greta-thunbergs-verurteilung-des-genozids-in-gaza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13921","title":{"rendered":"<strong>Hetze gegen Greta Thunbergs Verurteilung des Genozids in Gaza<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Joshua Seubert. <\/em>Zu den ersten Opfern im imperialistischen Krieg geh\u00f6ren immer die Wahrheit und Meinungsfreiheit. W\u00e4hrend Israel im Gazastreifen ein Massaker an der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung begeht, Schulen, Gottesh\u00e4user, Krankenh\u00e4user und weitere zivile Infrastruktur bombardiert, wird jede Kritik daran als Antisemitismus und Terrorismus denunziert.<!--more--><\/p>\n<p>Eines der prominentesten Opfer dieser hysterischen Kampagne ist die schwedische Klimaaktivistin und Initiatorin der international agierenden Fridays for Future Bewegung Greta Thunberg. In den letzten Wochen verurteilte sie in zahlreichen Statements und auf Massendemonstrationen der Klimabewegung die israelischen Verbrechen.<\/p>\n<p>\u201eHeute streiken wir in Solidarit\u00e4t mit Pal\u00e4stina und Gaza. Die Welt muss ihre Stimme erheben und einen sofortigen Waffenstillstand, Gerechtigkeit und Freiheit f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser und alle betroffenen Zivilisten fordern,\u201c erkl\u00e4rte sie bereits wenige Tage nach Beginn des israelischen Massenmords in Gaza.<\/p>\n<p>Zuletzt forderte sie am Sonntag auf einem Protest von etwa 85.000 Klimademonstranten in Amsterdam, \u201eauf die Stimmen jener zu h\u00f6ren, die unterdr\u00fcckt sind und die f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit k\u00e4mpfen\u201c. Als ihr ein \u00e4lterer Mann auf der B\u00fchne das Mikro aus der Hand riss und sich gegen Thunbergs politische Ansichten aussprach, skandierte sie: \u201eNo climate justice on occupied land\u201c (\u201eEs gibt keine Klimagerechtigkeit auf besetztem Boden\u201c) und Zehntausende stimmten ein.<\/p>\n<p>Thunbergs klare Statements gegen den Genozid und f\u00fcr die unterdr\u00fcckten Pal\u00e4stinenser und die Resonanz die sie daf\u00fcr bekommt, widerspiegeln die weit verbreitete Opposition gerade auch unter jungen Menschen gegen Militarismus, Imperialismus und Krieg.<\/p>\n<p>Auch der internationale Dachverband von Fridays for Future ver\u00f6ffentlichte auf X (vormals Twitter) ein Statement, in dem ein Ende der israelischen Besatzung Pal\u00e4stinas und der Apartheid in Israel gefordert wird. Es verurteilt auch die b\u00fcrgerlichen Medien, die durch ihre Propaganda versuchten, die Pal\u00e4stinenser und jede Solidarit\u00e4tsbekundung mit ihnen als Terrorismus zu denunzieren und damit eine \u00fcble T\u00e4ter-Opfer-Umkehr an den Tag legten.<\/p>\n<p>In der herrschenden Klasse ruft diese klare Positionierung eine aggressive Hetzkampagne hervor. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein sprach der Bewegung ihre Vorbildfunktion f\u00fcr die Jugend ab. Die \u00c4u\u00dferungen aus dem Kreis Thunbergs seien \u201ein unertr\u00e4glicher Form antisemitisch und spiegeln ein politisches Weltbild wider, das demokratische Grundwerte vermissen l\u00e4sst\u201c, sagte Klein der Nachrichtenagentur KNA. \u201eWer solche Haltungen propagiert, hat sich als Vorbild f\u00fcr die Jugend disqualifiziert.\u201c<\/p>\n<p>Andere \u00e4u\u00dferten sich noch aggressiver. Der Pr\u00e4sident der Deutsch-israelischen Gesellschaft (DIG) und f\u00fchrende Gr\u00fcnen-Politiker, Volker Beck, schrieb auf X, Thunberg sei \u201eab jetzt hauptberuflich Israelhasserin\u201c. Und der Chefredakteur von WeltN24 Ulf Poschardt setzte den \u00fcblen Tweet ab: \u201eDie heilige Greta Thunberg hardcore antisemitisch.\u201c<\/p>\n<p>Klein, Beck und Poschardt bedienen hier das Narrativ, das die herrschende Klasse in die Welt gesetzt hat, jeder, der Kritik an der israelischen Regierung \u00e4u\u00dfert, sei antisemitisch. Das Gegenteil ist aber der Fall. Antisemitisch ist nicht, wer die Gewalt des zionistischen Staats ablehnt, sondern die Gewalt im Namen des Kampfs gegen Antisemitismus verteidigt und damit alle Juden mit dem V\u00f6lkermord assoziiert.<\/p>\n<p>Der Vorwurf, Thunberg sei \u201ehauptberuflich Israelhasserin\u201c oder \u201ehardcore antisemitisch\u201c, ist zudem eine \u00fcble Verharmlosung wirklich antisemitischer Kr\u00e4fte. Die gleichen Politiker und Medien, die jetzt Thunberg mit der falschen Anschuldigung des Antisemitismus angreifen, geben selbst extrem rechten und wirklich antisemitischen Kr\u00e4ften eine Plattform. Poschardts Blatt <em>Die Welt<\/em> und er selbst geh\u00f6ren etwa zu den aggressivsten Verteidigern des rechtsextremen Humboldt-Professors J\u00f6rg Baberowski, der systematisch die Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlost und behauptet, dass selbst Hitler \u201enicht grausam\u201c gewesen sei.<\/p>\n<p>Es spricht B\u00e4nde \u00fcber den rechten Charakter der selbsternannten deutschen F\u00fchrung von Fridays for Future, dass sie die reaktion\u00e4re Hasskampagne gegen Thunberg nicht verurteilen, sondern sich ihr anschlie\u00dfen. So positionierten sich Figuren wie Luisa Neubauer, selbst ein Mitglied der Gr\u00fcnen, und Carla Reemtsma stramm hinter Israels Genozid und attackierten Thunberg. In einem Interview der <em>Zeit <\/em>erkl\u00e4rte Neubauer, sie sei von Thunberg \u201eentt\u00e4uscht\u201c und warf ihr indirekt \u201eDesinformation\u201c und \u201eAntisemitismus\u201c vor. Man werde sich in Zukunft vom internationalen FFF-Dachverband distanzieren.<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass die F\u00fchrer von FFF Deutschland den deutschen Imperialismus und seine Kriegsagenda unterst\u00fctzen. Bereits zu Beginn des Stellvertreterkriegs der Nato gegen Russland in der Ukraine positionierten sich Neubauer und Co f\u00fcr Waffenlieferungen an die Ukraine und unterst\u00fctzten die Eskalation der Nato-Aggression gegen Russland.<\/p>\n<p>Die <em>World Socialist Web Site<\/em> und die International Youth and Students for Social Equalitxy (IYSSE) wiesen damals auf die enorme Kluft zwischen der gro\u00dfen Mehrheit der Klimademonstranten in Deutschland und den rechten \u201eF\u00fchrern\u201c hin. In einem Artikel \u201eFridays for Future oder Fridays for Nuclear War?\u201c schrieben wir:<\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend die Teilnehmer der Demonstrationen \u00fcber die Kriegsentwicklung besorgt sind und einen nuklearen Weltkrieg verhindern wollen, tun die selbsternannten F\u00fchrer von \u201eFridays for Future\u201c genau das Gegenteil: Sie versuchen, die Bewegung zu einer Jubeltruppe f\u00fcr die Aufr\u00fcstung und die Aggressionen der Nato zu verwandeln und sie in den Dienst der Kriegspolitik zu stellen. Das muss unbedingt verhindert werden!<\/em><\/p>\n<p><em>Die Gr\u00fcnen-Politikerin Luisa Neubauer, die in der Bewegung eine tonangebende Rolle einnimmt, bringt diese \u00fcble rechte Politik am sch\u00e4rfsten zum Ausdruck. Neubauer unterst\u00fctzt nicht nur die Bewaffnung des ukrainischen Milit\u00e4rs \u2013 in dessen Reihen Neonazis und Legion\u00e4re aus aller Herren L\u00e4nder k\u00e4mpfen \u2013 sondern auch die historisch beispiellose Aufr\u00fcstung der Bundeswehr und die Kriegssanktionen gegen Russland.<\/em><\/p>\n<p>Hinter Neubauers Angriff auf Thunberg und ihrer Solidarisierung mit Israel steht die gleiche Logik. Der Bundesregierung geht es auch im Nahen und Mittleren Osten nicht um Demokratie oder gar j\u00fcdisches Leben, sondern um imperialistische Interessen. Um diese durchzusetzen, muss die breite Opposition \u2013 gerade auch unter Jugendlichen \u2013 unterdr\u00fcckt werden. Deshalb tritt Neubauer so aggressiv auf und solidarisiert sich mit der Kriegs- und Diktaturoffensive der Bundesregierung.<\/p>\n<p>Das zeigt, dass Arbeiter und Jugendliche weltweit, die gegen Klimawandel, Unterdr\u00fcckung und Krieg k\u00e4mpfen wollen, eine unabh\u00e4ngige Perspektive brauchen. Sie m\u00fcssen sich auf die internationale Arbeiterklasse orientieren und f\u00fcr ein sozialistisches Programm k\u00e4mpfen. Sie m\u00fcssen verstehen, dass sowohl dem Klimawandel als auch dem Genozid in Gaza dieselben Widerspr\u00fcche des Kapitalismus zu Grunde liegen. Die Bourgeoisie treibt den Klimawandel voran, um immer mehr Profit zu generieren, genauso wie sie Krieg f\u00fchrt und einen V\u00f6lkermord begeht, um ihre imperialistischen Interessen durchzusetzen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2023\/11\/15\/thun-n15.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 16. November 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Joshua Seubert. Zu den ersten Opfern im imperialistischen Krieg geh\u00f6ren immer die Wahrheit und Meinungsfreiheit. 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