{"id":13959,"date":"2023-11-25T10:26:10","date_gmt":"2023-11-25T08:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13959"},"modified":"2023-11-25T10:26:11","modified_gmt":"2023-11-25T08:26:11","slug":"israel-hat-sich-ins-abseits-manoevriert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=13959","title":{"rendered":"<strong>\u201eIsrael hat sich ins Abseits man\u00f6vriert\u201c<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Katrin Leukefeld.<\/em><strong> Ein Angriff bewaffneter Pal\u00e4stinenser vom Gazastreifen aus auf Israel hat nicht nur die israelische Armee \u00fcberrascht. Die hat mit massiven Bombardements auf den Gazastreifen geantwortet und will nun die islamistische Hamas vernichten \u2013 ohne R\u00fccksicht auf die Zivilisten. Um zu verstehen, was geschehen ist, ist ein Blick auf Ursachen, Hintergr\u00fcnde und Perspektiven notwendig. <\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Ein beispielloser Angriff der pal\u00e4stinensischen Qassam-Brigaden (Hamas) und der verb\u00fcndeten Al-Quds-Brigaden (Pal\u00e4stinensischer Islamischer Jihad) am 7. Oktober 2023 hat seitens der israelischen Streitkr\u00e4fte zu einer unerbittlichen Bombardierung des Gazastreifens gef\u00fchrt, die seit mehr als einem Monat anh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die Qassam-Brigaden t\u00f6teten nach israelischen Angaben (Stand 11. November 2023) 1200 israelische Soldaten, Milizen und Zivilisten in Milit\u00e4rbasen und Ortschaften entlang des \u00f6stlichen Gazastreifens. Sie nahmen mehr als 200 Personen gefangen und brachten sie in den Gazastreifen zur\u00fcck mit dem Ziel, sie gegen mehr als 6000 pal\u00e4stinensische Gefangene auszutauschen.<\/p>\n<p>Die israelische Armee t\u00f6tete seit dem 7. Oktober (Stand 11. November 2023) mehr als 11.000 Personen im Gazastreifen \u2013 darunter 4506 Kinder, 3027 Frauen. Die Zahl der Verletzten wird vom Gesundheitsministerium in Gaza unter Berufung auf die Kliniken, die noch arbeiten, und auf den Pal\u00e4stinensischen Roten Halbmond mit mindestens 27.490 angegeben. Darunter 8663 Kinder und 6327 Frauen. Mit ihrem Bombardement hat die israelische Armee Fl\u00fcchtlingslager, Wohnviertel, Felder, G\u00e4rten, Fabriken, Schulen, Krankenh\u00e4user, Wassertanks, Stra\u00dfen, Br\u00fccken zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Im besetzten Westjordanland haben K\u00e4mpfe zwischen den Pal\u00e4stinensern auf der einen und Siedlern und Besatzungstruppen auf der anderen Seite zugenommen. Mindestens 183 Pal\u00e4stinenser wurden get\u00f6tet (Stand 11.11.2023), darunter 44 Kinder und eine Frau. Mehr als 2400 Personen wurden verletzt. Israel meldet seit dem 7. Oktober mindestens 1405 Tote und mindestens 5600 Verletzte.<\/p>\n<p><em>(Die Zahlen dienen der Orientierung und sind in Gaza seit dem 11.11.23 weiter angestiegen.)<\/em><\/p>\n<p>Am 24. Oktober traf sich der UN-Sicherheitsrat in New York, um \u00fcber die Lage zu beraten. UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres sprach kurz zur Er\u00f6ffnung und verurteilte \u201edie entsetzlichen und beispiellosen Terrorakte der Hamas vom 7. Oktober in Israel\u201c, wie er es schon unmittelbar am Tag des Geschehens getan hatte. Dann mahnte er, es sei \u201eauch wichtig zu erkennen, dass die Angriffe der Hamas nicht in einem Vakuum stattgefunden haben. Das pal\u00e4stinensische Volk hat 56 Jahre lang unter einer erdr\u00fcckenden Besatzung gelitten. Es hat miterlebt, wie sein Land immer mehr von Siedlungen verschlungen und von Gewalt geplagt wurde, wie seine Wirtschaft unterdr\u00fcckt, seine Menschen vertrieben und seine H\u00e4user zerst\u00f6rt wurden. Ihre Hoffnungen auf eine politische L\u00f6sung f\u00fcr ihr Leid haben sich in Luft aufgel\u00f6st\u201c.<\/p>\n<p><strong>Der Widerstand<\/strong><\/p>\n<p>Von 1967 bis 2005 war der K\u00fcstenstreifen Gaza unter israelischer Besetzung. Die bei den Parlamentswahlen 2006 gew\u00e4hlte Hamas wurde von Israel, den USA und den meisten europ\u00e4ischen und NATO-Staaten (bis auf die T\u00fcrkei) als \u201eTerrororganisation\u201c kriminalisiert. 2007 riegelte Israel Gaza zu Land, zu Wasser und aus der Luft ab.<\/p>\n<p>Gepr\u00e4gt von einem Leben unter israelischer Besatzung und Belagerung, eingesperrt ohne Rechte, ohne wirtschaftliche Perspektive, ist im Gazastreifen eine neue Generation f\u00fcr den Widerstand herangewachsen. Milit\u00e4risch ausgebildet durch den Iran und die libanesische Hisbollah starteten die Qassam-Brigaden (Hamas) und die Al-Quds-Brigaden (Pal\u00e4stinensischer Islamischer Jihad) den Angriff \u201eAl-Aqsa-Flut\u201c am 7. Oktober. Der Durchbruch des mehrfach gesicherten Grenzzauns, das Eindringen vom Meer und aus der Luft mit motorisierten Gleitschirmen bei dichtem Raketenbeschuss auf Israel wurde in der arabischen Welt von der einfachen Bev\u00f6lkerung wie ein \u201eAusbruch aus dem Gaza-Gef\u00e4ngnis\u201c begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Das Ziel war die Zerst\u00f6rung von Milit\u00e4rbasen israelischer Spezialkr\u00e4fte, die Gaza aussp\u00e4hten und die Festnahme von Israelis, um sie in den Gazastreifen zu bringen und gegen 6000 pal\u00e4stinensische Gefangene auszutauschen. Die Operation \u201eAl Aqsa-Flut\u201c richtete sich auch gegen die Erniedrigung von muslimischen Gl\u00e4ubigen in der Al-Aqsa-Moschee, die in den letzten Jahren und Monaten immer mehr zugenommen hatte. Und sie richtete sich gegen die Angriffe und Razzien gegen Pal\u00e4stinenser im von Israel besetzten Westjordanland. Seit Anfang des Jahres waren mehr als 200 Pal\u00e4stinenser dabei get\u00f6tet worden.<\/p>\n<p>Die israelischen Armeekr\u00e4fte waren an diesem Oktobertag, dem \u201eLaubh\u00fcttenfest\u201c, einem Feiertag, in dem Gebiet deutlich reduziert, weil sie in das besetzte Westjordanland abkommandiert worden waren, um Siedler zu sch\u00fctzen. Die milit\u00e4rischen Einheiten, die am sp\u00e4ten Vormittag gegen den Angriff der Qassam-Brigaden vorgingen, waren unkoordiniert und schossen nach Angaben von israelischer Bev\u00f6lkerung und Piloten, die sp\u00e4ter dar\u00fcber sprachen, auf alles, was sich bewegte. Zu dem Zeitpunkt d\u00fcrfte ein gro\u00dfer Teil der Brigaden sich bereits mit den Gefangenen in den Gazastreifen zur\u00fcckgezogen haben, w\u00e4hrend einfache Pal\u00e4stinenser, die den K\u00e4mpfern aus Gaza gefolgt waren und pl\u00fcnderten, get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Israelische Medien, die ausf\u00fchrlich recherchiert haben, halten es f\u00fcr m\u00f6glich, dass die hohe Zahl der israelischen Opfer, die am 7. Oktober zun\u00e4chst mit 700 angegeben worden war, dann aber auf 1400 angehoben wurde, die Folge des chaotischen Einsatzes der israelischen Armee gewesen sein k\u00f6nnte. Am 10. November korrigierte die Regierung die Opferzahlen von 1400 auf 1200. 200 h\u00e4tten sich als \u201eHamas-Terroristen\u201c erwiesen. Angesprochen auf Fehler der israelischen Regierung am 7. Oktober sagte Israels Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanyahu auf einer Pressekonferenz am 28. Oktober, alles werde genau untersucht, wenn der Krieg zu Ende sei.<\/p>\n<p>Die Frage, warum die Qassam-Brigaden und die Al-Quds-Brigaden diesen Zeitpunkt und diese Art von Angriff gew\u00e4hlt hatten, setzt zahlreiche Spekulationen frei. Wollten die Hamas oder auch Iran, der die Hamas unterst\u00fctzt, die \u201eVerhandlungen zur Normalisierung der Beziehungen mit Saudi-Arabien\u201c torpedieren? Lie\u00df Israel, das von \u00c4gypten \u00fcber eine \u201egro\u00dfe Operation\u201c informiert worden war, die Brigaden absichtlich gew\u00e4hren, um dann einen massiven Angriff auf den Gazastreifen zu starten und die Bev\u00f6lkerung aus Gaza endg\u00fcltig in die \u00e4gyptische W\u00fcste Sinai zu vertreiben? War die Netanyahu-Regierung mit rechtsextremen Ministern unorganisiert und nachl\u00e4ssig, gab es keine Kommunikation? Wollte die Hamas den Gegenangriff Israels provozieren, um die israelischen Truppen bei einer Bodenoffensive im H\u00e4user- und Tunnelkampf in Gaza zu besiegen? Welche Rolle spielte die Rede von Netanyahu bei der UN-Vollversammlung im September 2023 in New York, als er eine Karte des \u201eneuen Mittleren Ostens\u201c zeigte, wo das gesamte pal\u00e4stinensische Territorium als Israel eingezeichnet und Pal\u00e4stina verschwunden war?<\/p>\n<p>Mohammed Deif, Oberkommandierender der Qassam-Brigaden, erkl\u00e4rte, man habe die israelische Besatzung oft gewarnt wegen der Angriffe auf die Al-Aqsa-Moschee und auf die Pal\u00e4stinenser im Westjordanland und man habe die Freilassung der Gefangenen gefordert. Israel habe das ignoriert. An die K\u00e4mpfer gewandt sagte Deif: \u201eDas ist Euer Tag, um dem Feind zu zeigen, dass seine Zeit abgelaufen ist.\u201c Die Bev\u00f6lkerung im besetzten Westjordanland rief er auf, \u201edie Besatzer zu verjagen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Die Reaktionen<\/strong><\/p>\n<p>Die H\u00e4rte des Angriffs der Qassam- und der Al-Quds-Brigaden, die H\u00e4rte der israelischen Gegenoffensive auf den Gazastreifen, das immense Leid, das die Bev\u00f6lkerung in Gaza zu ertragen hat, die Unsicherheit der israelischen Gefangenen, die Gefahr eines regionalen Krieges \u2013 nichts hat dazu gef\u00fchrt, dass internationale und regionale Akteure sich auf einen Waffenstillstand einigen konnten, um dann grunds\u00e4tzlich und neu zu verhandeln. Stattdessen schickten die Amerikaner Flugzeugtr\u00e4ger und ein atomwaffenf\u00e4higes U-Boot ins \u00f6stliche Mittelmeer, Spezialkr\u00e4fte und Marines schlossen sich der israelischen Truppe an. Deutschland folgte und stellte sich an die Seite Israels, um die milit\u00e4rische Offensive zur Vernichtung der \u201eTerrororganisation\u201c Hamas sowohl politisch als auch mit immensen Waffenlieferungen und medial zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die arabischen Staaten wiesen auf den Hintergrund und die israelische Besatzung hin und forderten einen Waffenstillstand. China beriet sich mit den Staaten der Arabischen Liga und der Organisation Islamischer Staaten und sandte eine Vermittlungsdelegation in die Region, die einen Waffenstillstand, Verhandlungen und eine Friedenskonferenz forderte, um die Zwei-Staaten-L\u00f6sung neu zu beleben. Russland nutzte seine Kontakte zur Hamas im Hintergrund, um seine M\u00f6glichkeiten auszuloten.<\/p>\n<p>Im UN-Sicherheitsrat kooperierten Russland und China, wurden aber von den USA und anderen Staaten blockiert. Das mit den USA verb\u00fcndete Lager stellte das \u201eRecht auf Selbstverteidigung\u201c von Israel und die Verurteilung der \u201eTerrororganisation Hamas\u201c in den Vordergrund. Russland, China und Verb\u00fcndete beharrten auf einem Waffenstillstand und Verhandlungen. Die Vereinigten Arabischen Emirate, der einzige arabische Staat, der aktuell im UN-Sicherheitsrat vertreten ist, unterst\u00fctzten die Positionen von Russland und China und forderten Verhandlungen auf der Basis der Zwei-Staaten-L\u00f6sung und eine Friedenskonferenz, was auch von China vorgeschlagen worden war.<\/p>\n<p>Am 26. Oktober 2023 verabschiedete die UN-Vollversammlung mit gro\u00dfer Mehrheit eine Resolution, in der ein sofortiger humanit\u00e4rer Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas und die Lieferung lebensrettender G\u00fcter f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung gefordert wurden. Eingebracht hatte die Resolution Jordanien im Auftrag der arabischen Staaten. Sie wurde mit 121 Stimmen angenommen. 14 Staaten stimmten dagegen und 44 enthielten sich. Doch es war eine nicht bindende Resolution, zumal sich der UN-Sicherheitsrat nicht auf eine Unterst\u00fctzung einigte.<\/p>\n<p>Der Krieg ging weiter. Israel versch\u00e4rfte seine t\u00e4glichen Angriffe, die pal\u00e4stinensischen K\u00e4mpfer leisteten heftigen Widerstand und bombardierten weiter Ziele in Israel mit Raketen. Die Bev\u00f6lkerung verlor Leben und Gesundheit, Hab und Gut und musste in den S\u00fcden des Gazastreifens fliehen. Doch auch dort wurde bombardiert. Zehntausende scharten sich um die Krankenh\u00e4user und die Schulen des UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen f\u00fcr Pal\u00e4stina-Fl\u00fcchtlinge im Nahen Osten). Doch auch dort wurde bombardiert.<\/p>\n<p>Die UNRWA verlor mehr als 100 Mitarbeiter. Die Zahl der get\u00f6teten Kinder und Frauen stieg. Massendemonstrationen rund um den Globus f\u00fcr einen Waffenstillstand, Appelle von UN-Offiziellen, Apelle der Familien der Geiseln, Proteste in Israel, Appelle des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, selbst die steigende Zahl get\u00f6teter israelischer Soldaten \u2013 nichts konnte das unerbittliche W\u00fcten der israelischen Streitkr\u00e4fte gegen die hilflose Zivilbev\u00f6lkerung in Gaza stoppen.<\/p>\n<p><strong>Israel als \u201eMittelpunkt der Erde\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Gro\u00dfm\u00e4chte verschanzten sich hinter ihren Positionen, die arabischen Staaten versuchten zu vermitteln, die EU, allen voran Deutschland, schloss sich der US-Position an. Ausnahme war Irland, das sich von der Regierungsspitze bis zum Stra\u00dfenprotest mit Pal\u00e4stina solidarisch zeigte und einen Waffenstillstand forderte. L\u00e4nder in Lateinamerika, die T\u00fcrkei, Jordanien und S\u00fcdafrika riefen ihre Botschafter aus Israel zur\u00fcck. Bolivien brach die diplomatischen Beziehungen ab.<\/p>\n<p>International ist Israel heute weitgehend isoliert. Mit dem offenen Bruch des internationalen humanit\u00e4ren und Kriegsrechts in Gaza, mit der Missachtung der UN-Charta, mit rassistischen Beschimpfungen der Pal\u00e4stinenser und Beschimpfungen der Vereinten Nationen hat Israel sich ins Abseits man\u00f6vriert. Die von Israel beanspruchte Singularit\u00e4t kommt zum Ausdruck in einem Interview, dass der Nachrichtensender <em>EuroNews<\/em> mit israelischen Reservisten ausstrahlte.<\/p>\n<p>Eine Frau sagt: \u201eVom Fluss Jordan bis zum Mittleren Osten, das alles geh\u00f6rt uns. Es wurde uns versprochen. Es gibt keine pal\u00e4stinensische Nation, niemand will sie haben. Warum wir? Weil wir gut sind? Das hat vor drei Wochen aufgeh\u00f6rt.\u201c Und etwas sp\u00e4ter: \u201eDie einzigen unschuldigen Leute, die heute in Gaza sind, sind die 229 Geiseln, die entf\u00fchrt wurden. Wenn sie befreit und zur\u00fcck in Israel sind, werden wir das Al-Shifa-Krankenhaus bombardieren, alle Krankenh\u00e4user, alle Tunnel und wir werden alle t\u00f6ten. Es ist h\u00f6chste Zeit. Die Welt wei\u00df das, es gibt keine Diskussion dar\u00fcber. Wir sind heute der Mittelpunkt der Erde.\u201c<\/p>\n<p><strong>Rolle der USA<\/strong><\/p>\n<p>Die USA unterst\u00fctzen Israel. Mit Geld, mit Waffen, mit milit\u00e4rischem, geheimdienstlichem und politischem Personal. Mit der Blockade einer Resolution im UN-Sicherheitsrat, die einen sofortigen Waffenstillstand fordert. Die Interessen der USA sind geopolitischer und strategischer Natur. Die USA brauchen Israel, Jordanien und Libanon als milit\u00e4rische Basis, um eine Region vom \u00f6stlichen Mittelmeer bis nach China zu kontrollieren. Daf\u00fcr sprechen die weltweit gr\u00f6\u00dften US-Botschaften im Irak und im Libanon, US-Milit\u00e4rbasen im Irak, im Persischen Golf, in Katar und rund um die arabische Halbinsel, im Mittelmeer bis zum Suezkanal. Darum halten die USA v\u00f6lkerrechtswidrig den Nordosten Syriens und die dortigen Ressourcen Baumwolle, Weizen, \u00d6l besetzt. Das gleiche gilt f\u00fcr die illegal gebaute US-Milit\u00e4rbasis al-Tanf auf syrischem Territorium im Dreil\u00e4ndereck Irak, Syrien, Jordanien.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich haben die USA auch Interesse an den Gasressourcen im \u00f6stlichen Mittelmeer. Vor der K\u00fcste des Gazastreifens und unter dem Westjordanland, von Israel als Zone C markiert, liegen gro\u00dfe Gasvorkommen. 1,5 Milliarden Tonnen \u00d6l und 1,4 Billionen Kubikmeter Gas, um genau zu sein. Israel beanspruchte bereits 2007 das Leviathan-Gasfeld vor der K\u00fcste von Gaza. Das Jahr, in dem Israel um Gaza eine Totalblockade verh\u00e4ngte. Der US-Kongress stellte fest, dass die F\u00f6rderung von \u201everdeckten Energiequellen im \u201eh\u00f6chsten nationalen Sicherheitsinteresse\u201c der USA sei.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund bekommt die Zerst\u00f6rung der zivilen Infrastruktur im Norden Gazas und in Gaza-Stadt sowie die massenhafte Vertreibung der Bev\u00f6lkerung in den S\u00fcden des Gebiets einen neuen Sinn: Die illegale Landnahme, die T\u00f6tung und Vertreibung der urspr\u00fcnglichen, der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung und die Aneignung ihrer Ressourcen entspricht der kolonialen Ausbeutung Afrikas, Asiens, S\u00fcd- und Nordamerikas durch europ\u00e4ische Siedler seit sp\u00e4testens Ende des 15. Jahrhunderts (1492).<\/p>\n<p><em>#Titelbild: Weltweit finden Solidarit\u00e4tsdemonstrationen f\u00fcr ein freies Pal\u00e4stina statt. Hier am 19. November 2023 in Rotterdam.Foto: <\/em><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:The_%22Samen_voor_Palestina%22_demonstration_(19_November_2023),_Rotterdam-Centrum,_Rotterdam_(2023)_58.jpg\"><em>D. Trung<\/em><\/a><em> Lizenz: <\/em><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.en\"><em>CC BY-SA 4.0<\/em><\/a><em>, <\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/globales\/kriege\/israel-hat-sich-ins-abseits-manoevriert\/attachment\/the_-samen_voor_palestina-_demonstration_19_november_2023_rotterdam-centrum_rotterdam_2023_58\/\"><em>Mehr Infos<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/globales\/kriege\/israel-hat-sich-ins-abseits-manoevriert\/\"><em>hintergrund.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 25. November 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katrin Leukefeld. Ein Angriff bewaffneter Pal\u00e4stinenser vom Gazastreifen aus auf Israel hat nicht nur die israelische Armee \u00fcberrascht. 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