{"id":14027,"date":"2023-12-11T12:45:32","date_gmt":"2023-12-11T10:45:32","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14027"},"modified":"2023-12-11T12:45:33","modified_gmt":"2023-12-11T10:45:33","slug":"oekopax-klimaschuetzer-auf-dem-ruestungspolitischen-auge-blind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14027","title":{"rendered":"<strong>\u00d6kopax? \u2013Klimasch\u00fctzer auf dem r\u00fcstungspolitischen Auge blind<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Leo Ensel.<\/em> Dass der Kampf gegen die Klimakatastrophe und der Kampf gegen Krieg und Aufr\u00fcstung inhaltlich zusammengeh\u00f6ren, m\u00fcsste eigentlich jedem denkenden Menschen klar sein. Wie kommt es daher, dass Fridays for Future &amp; Co. sich f\u00fcr Aufr\u00fcstung und Kriegsgefahr offenbar nicht interessieren?<!--more--><\/p>\n<p>Werfen wir einmal, um die Gegenwart besser zu verstehen, einen Blick Jahrzehnte zur\u00fcck in die Achtziger Jahre der alten Bundesrepublik. Vor genau 40 Jahren war dort die hei\u00dfe Zeit der Massenproteste gegen die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen, die von bundesdeutschem Terrain aus den westlichen Teil der Sowjetunion in circa zehn Minuten erreicht und damit \u2013 \u201eRaketen sind Magneten!\u201c \u2013 uns selbst zur Zielscheibe eines sowjetischen Pr\u00e4ventivschlages gemacht h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>\u00d6kopax<\/strong><\/p>\n<p>Wer damals gegen Atomraketen auf die Stra\u00dfe ging \u2013 und es waren Hunderttausende aus nahezu allen gesellschaftlichen Milieus \u2013, demonstrierte auch gegen Atomkraftwerke, Wiederaufbereitungsanlagen, Endlager und andere mitweltzerst\u00f6rende Mammutprojekte. Zwar wurden die Themen \u201eErderw\u00e4rmung\u201c und \u201eKlimakatastrophe\u201c noch nicht so virulent diskutiert wie heutzutage, aber die Studie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Global_2000_(Studie)\">\u201eGlobal 2000\u201c<\/a>, 1977 vom damaligen US-Pr\u00e4sidenten Jimmy Carter in Auftrag gegeben, hatte nicht nur Umweltkatastrophen f\u00fcr die Zukunft prognostiziert, sondern bereits f\u00fcr die Gegenwart deutliche Klimaver\u00e4nderungen diagnostiziert. Das Ozonloch lie\u00df jedenfalls schon gr\u00fc\u00dfen. Und dass, Stichwort: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nuklearer_Winter\">\u201eNuklearer Winter\u201c<\/a> (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_J._Crutzen\">Paul Crutzen<\/a>), ein Atomkrieg zwischen den beiden Superm\u00e4chten das Klima auf unabsehbare Zeit, m\u00f6glicherweise endg\u00fcltig ruinieren w\u00fcrde, war Allgemeingut.<\/p>\n<p>Kurz: Dass der Kampf gegen die kriegerische und der Kampf gegen die \u201efriedliche\u201c Zerst\u00f6rung unseres Planeten untrennbar zusammengeh\u00f6ren, war damals eine Binse. Entsprechend lautete das Zauberwort, unter dem sich alle vereinigen konnten: <em>\u201e\u00d6kopax\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Das hatte sich auch eine junge \u201eAnti-Parteien-Partei\u201c (Petra Kelly), die, gerade als verl\u00e4ngerter Arm der Friedens- und Umweltbewegung in den Bundestag eingezogen, die altbundesrepublikanische Parteienlandschaft geh\u00f6rig aufmischte, auf ihre gr\u00fcnen Fahnen geschrieben. Publizistisch bef\u00f6rdert wurde sie nicht zuletzt durch eine aufm\u00fcpfige, ebenfalls sehr junge Gazette mit einem bewusst neutral gew\u00e4hlten Namen.<\/p>\n<p>Tempi passati.<\/p>\n<p><strong>Die Salti Mortali einer ehemaligen Friedenspartei<\/strong><\/p>\n<p>Heute befindet sich die Welt nach einer vor\u00fcbergehenden, in erster Linie Michail Gorbatschow zu verdankenden, Phase der realen Abr\u00fcstung inclusive Friedensdividende in einem zweiten noch gef\u00e4hrlicheren Kalten Krieg, in dem zugleich sage und schreibe 55 <a href=\"https:\/\/ucdp.uu.se\/year\/2022\">hei\u00dfe milit\u00e4rische Konflikte<\/a>, darunter ein Proxykrieg im Zentrum Europas toben. Und was den Widerstand gegen diese Entwicklung angeht, hat sich die Szenerie geh\u00f6rig ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Mittels Totalverweigerung der Diplomatie, Waffenlieferungen, Ausbildung von Soldaten an schweren Kriegsger\u00e4ten und moralisch-publizistischer Unterst\u00fctzung durch Politik und eine (freiwillig nahezu gleichgeschaltete) Medienlandschaft ist unser Land l\u00e4ngst indirekter Akteur im Ukrainekrieg. Die einstmals pazifistischen GR\u00dcNEN sind nach <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76084\">schwindelerregenden Salti Mortali<\/a> nun an der Macht, mit einer smarten Au\u00dfenministerin, die f\u00fcr die Menschenrechte \u00fcber Leichen geht und einem Vizekanzler, der vor dem saudischen Kronprinz und mutma\u00dflichen Khashoggi-Schl\u00e4chter den B\u00fcckling macht \u2013 und uns diesen Opportunismus auch noch als verantwortungsethisches Handeln verkaufen will! (Die zur Hauspostille der Regierungspartei avancierte <em>taz<\/em> assistiert brav, indem sie \u2013 vor 40 Jahren noch ein Privileg von Springer-Presse und <em>FAZ<\/em> \u2013 das Wort <a href=\"https:\/\/taz.de\/Friedensdemonstration-in-Berlin\/!5975537\/\">\u201eFriedensdemonstration\u201c<\/a> jetzt mainstreamkompatibel in Anf\u00fchrungszeichen schreibt.) Und auf den wenigen Demonstrationen f\u00fcr eine diplomatische Beendigung von Kriegen und gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft dominiert erdr\u00fcckend die \u201aGeneration 60 plus\u2018.<\/p>\n<p>Die junge Generation dagegen hat sich so ausschlie\u00dflich auf das Klimathema eingeschossen, dass sie offenbar unf\u00e4hig ist zu erkennen, dass das Milit\u00e4r selbst zu Friedenszeiten einer der gr\u00f6\u00dften Klimakiller ist; geschweige denn, dass man bereits mit einem \u201aatomaren Schlagabtausch\u2018 das Klima am \u201aNachhaltigsten\u2018 zerst\u00f6ren k\u00f6nnte. Niemals klafften der Kampf gegen die kriegerische und die \u201efriedliche\u201c Zerst\u00f6rung unserer Erde weiter auseinander als heute! (Ja, es scheint hier sogar zu einer \u2013 sachlich unhaltbaren \u2013 Polarisierung zwischen den Generationen gekommen zu sein: Den Alten der Frieden, den Jungen das Klima \u2026)<\/p>\n<p><strong>Klimakiller Milit\u00e4r<\/strong><\/p>\n<p>Deshalb hier zur Erinnerung ein paar Fakten, die die jungen Klimasch\u00fctzer interessieren m\u00fcssten.<\/p>\n<ul>\n<li>Weltweit sind die Armeen f\u00fcr circa <a href=\"https:\/\/www.sgr.org.uk\/resources\/carbon-boot-print-military-0\">f\u00fcnf bis sechs Prozent der Treibhausgasemissionen<\/a> verantwortlich. Ursache daf\u00fcr sind nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch der Betrieb milit\u00e4rischer Anlagen sowie die Beschaffung und Logistik von Einsatzmaterial, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/vernachlaessigte-emissionen-von-treibhausgasen-durch-das-militaer-ld.1693659\">\u201evom Stiefel bis zur Fertigmahlzeit\u201c<\/a>. (By the way: Die globalen Ausgaben f\u00fcr R\u00fcstung betrugen im vergangenen Jahr die Rekordsumme von <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/klimakonferenz-klimakrise-und-globales-wettruesten-kein-thema-fuer-die-cop28-in-dubai-li.2163293\">2.240 Milliarden US-Dollar<\/a>.)<\/li>\n<li>In den Emissionsberichten der UNO taucht davon allerdings nichts auf. Diesen <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/vernachlaessigte-emissionen-von-treibhausgasen-durch-das-militaer-ld.1693659\">Ausschluss<\/a> haben Lobbyvertreter des US-Milit\u00e4rs 1997 bei der Klimakonferenz in Kyoto durchgesetzt. (Wir sind also auf Sch\u00e4tzungen unabh\u00e4ngiger Institute angewiesen.)<\/li>\n<li>Allein die Kriegsf\u00fchrung der USA im Irak-Krieg zwischen 2003 und 2011 summierte sich, so die Universit\u00e4t Oxford, auf <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/klimakonferenz-klimakrise-und-globales-wettruesten-kein-thema-fuer-die-cop28-in-dubai-li.2163293\">250 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalent<\/a>.<\/li>\n<li>Dem niederl\u00e4ndischen Klimaforscher <a href=\"https:\/\/climatefocus.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/clim-damage-by-russia-war-12months.pdf\">Lennard de Clerk<\/a> zufolge, wurden in einem Jahr Ukrainekrieg \u2013 durch Spritverbrauch der Truppen, entstehende Feuer und Waldbr\u00e4nde aufgrund von Bombardierungen sowie f\u00fcr den Wiederaufbau der St\u00e4dte \u2013 bereits 129 Millionen CO\u2082 verbraucht, fast so viel wie in ganz Belgien in diesem Zeitraum.<\/li>\n<li>Ohne fossile Brennstoffe ist Kriegsf\u00fchrung, wie wir sie jetzt kennen, nicht m\u00f6glich: Keine Kampfjets, keine Panzer, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/klimakonferenz-klimakrise-und-globales-wettruesten-kein-thema-fuer-die-cop28-in-dubai-li.2163293\">keine milit\u00e4rischen Ger\u00e4te funktionieren ohne Brennstoffe<\/a>. (Und das gilt selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr Friedenszeiten.)<\/li>\n<li>Diejenigen Staaten, deren Wohlstandsmodell auf der Nutzung fossiler Wirtschaft beruht, sind auch die Staaten mit den <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/klimakonferenz-klimakrise-und-globales-wettruesten-kein-thema-fuer-die-cop28-in-dubai-li.2163293\">h\u00f6chsten Milit\u00e4rausgaben<\/a>. In der Reihenfolge der H\u00f6he: USA, China, Russland, Indien, Saudi-Arabien, Gro\u00dfbritannien, Deutschland, Frankreich, S\u00fcdkorea und Japan.<\/li>\n<li>Allein ein regionaler Atomkrieg zwischen Indien und Pakistan w\u00fcrde laut Sch\u00e4tzungen des <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/nukleares-armageddon-unmittelbare-und-laengerfristige-auswirkungen-eines-moeglichen-atomkriegs\/\">Bulletin of the Atomic Scientist<\/a>, das auch im Januar die Zeiger der \u201eWeltuntergangsuhr\u201c auf 90 Sekunden vor Mitternacht vorr\u00fcckte, zu 27 Millionen direkten Todesopfern, ein weltweiter Atomkrieg zwischen den USA und Russland zu mindestens 360 Millionen sofortigen Todesopfern f\u00fchren. Die <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/nuklearer-winter-laengerfristige-auswirkungen-eines-moeglichen-atomkriegs\/\">\u00f6kologischen Folgen<\/a> w\u00e4ren unabsehbar. Nach wie vor gilt die lapidare Sentenz: \u201eDie \u00dcberlebenden werden die Toten beneiden!\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Daten lie\u00dfen sich beliebig verl\u00e4ngern. Woher also das r\u00fcstungspolitische Desinteresse von Fridays for Future &amp; Co.?<\/p>\n<p><strong>Ursachen der r\u00fcstungspolitischen Apathie<\/strong><\/p>\n<p>Mir fallen, ohne Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit, folgende Thesen f\u00fcr die Apathie der jungen Klimasch\u00fctzergeneration ein.<\/p>\n<ul>\n<li>Die wichtigste Rolle d\u00fcrfte ein Ph\u00e4nomen spielen, das man am Treffendsten als <em>\u201efatalen Nebeneffekt der Gorbatschow\u2018schen Abr\u00fcstungspolitik\u201c<\/em> bezeichnen kann. Wer heute um die 35 Jahre alt ist, hatte das unsch\u00e4tzbare Gl\u00fcck, von Atomkriegs\u00e4ngsten unbehelligt aufwachsen zu k\u00f6nnen. Mit Abschluss des INF-Vertrages Ende 1987, dem Ende des (wie wir heute desillusioniert feststellen m\u00fcssen: ersten) Kalten Krieges und der Verschrottung von 80 Prozent aller Atomsprengk\u00f6pfe weltweit schien die akute Atomkriegsgefahr in Europa gebannt. Nein: dass es \u00fcberhaupt nochmal zu einem \u201aatomaren Schlagabtausch\u2018, gar zu einem globalen Atomkrieg zwischen den Superm\u00e4chten kommen k\u00f6nne, war vor\u00fcbergehend in den Bereich des Unvorstellbaren ger\u00fcckt! Auf diese Weise kamen die zeitweise h\u00f6chst virulenten Atomkriegs\u00e4ngste (vorerst) zum Erliegen. Die Welt, so schien es jedenfalls, hatte in den Neunzigern bis in die Nuller Jahre hinein durch die \u201aFriedensdividende\u2018 endlich Freiraum und Ressourcen, sich um andere, ebenfalls dr\u00e4ngende Menschheitsprobleme und -gefahren zu k\u00fcmmern. Kein Wunder, dass die in dieser gl\u00fccklichen Epoche herangewachsene Generation auch kein Problembewusstsein f\u00fcr die \u2013 nach wie vor existierende, lediglich vor\u00fcbergehend aus dem Blickfeld geratene \u2013 Gefahr der atomaren Selbstvernichtung der Menschheit entwickelt hat!<\/li>\n<li>Hinzukommt,<em> dass das vereinte Deutschland nicht mehr<\/em>, wie beide deutsche Staaten zu Zeiten des Kalten Krieges, <em>Frontstaat ist.<\/em> War damals un\u00fcbersehbar, dass die beiden deutschen Staaten im \u201aErnstfall\u2018 das potenzielle Schlachtfeld der Superm\u00e4chte abgegeben h\u00e4tten, so hat sich die Kriegsgefahr nun \u201agef\u00fchlt\u2018 um rund tausend Kilometer nach Osten verlagert. (Dass dies im Kriegsfalle v\u00f6llig irrelevant w\u00e4re, spielt emotional keine Rolle.)<\/li>\n<li>Gleichzeitig <em>stirbt die Kriegsgeneration aus<\/em> und auch die Generation, die durch den Kalten Krieg und die mit ihm untrennbar verbundenden (Atom)-Kriegs\u00e4ngste gepr\u00e4gt ist, wird zusehends \u00e4lter. Mit anderen Worten: Die heute junge Generation wei\u00df selbst vom H\u00f6rensagen kaum noch, was Krieg tats\u00e4chlich bedeutet! Und von der Atombombe wissen viele vermutlich nicht sehr viel mehr, als dass das wohl eine besonders schlimme Waffe sein soll \u2026<\/li>\n<li>Was den aktuellen Stellvertreterkrieg in der Ukraine betrifft, haben sich vermutlich nicht wenige \u2013 das unterstelle ich mal frech \u2013 mangels Hintergrundinformationen die vom Medienmainstream t\u00e4glich in allen Variationen gelieferte <em>\u201eDavid versus Goliath-Erz\u00e4hlung\u201c <\/em>kritiklos zu eigen gemacht. Und wer identifiziert sich nicht gerne mit dem \u201aSchwachen\u2018, dem \u201aOpfer\u2018? (Dass die Realit\u00e4t auch hier, wie sonst im Leben, etwas komplizierter ist, f\u00e4llt dabei durchs Raster.)<\/li>\n<li>Das jeder jungen Generation eigene Emp\u00f6rungspotenzial schlie\u00dflich ist zudem nicht nur durch den zweifellos dringend gebotenen Kampf gegen die Erderw\u00e4rmung erfolgreich okkupiert. Was noch \u00fcbrig bleibt, wird von der <em>\u201apostmodernen Religion\u2018<\/em> \u2013 sprich: Gender, Veganertum und Political Correctness \u2013 absorbiert. Leider verrutschen dabei nur etwas die Ma\u00dfst\u00e4be. Der Kampf gegen die Kriegsgefahr, gar den Einsatz von Massenvernichtungsmitteln, ist halt doch noch eine Nummer wichtiger als das Engagement f\u00fcr genderneutrale Toiletten oder den neuesten politisch-koketten Sch\u00f6nsprech!<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>ICAN als Br\u00fccke?<\/strong><\/p>\n<p>Noch einmal: Dass Klimaschutz und Friedenserhaltung <em>sachlich<\/em> untrennbar zusammengeh\u00f6ren, bedarf keiner weiteren Erl\u00e4uterung. <em>Praktisch<\/em> allerdings ist es zu einer relevanten Kooperation zwischen beiden sozialen Bewegungen noch so gut wie nie gekommen. (Falls dies \u00fcberhaupt je versucht wurde\u2026) Das Thema ist durchaus heikel.<\/p>\n<p>Wird es nicht sensibel angegangen, k\u00f6nnte sich im Worst Case die beschriebene Generationen<em>polarit\u00e4t<\/em> vielleicht sogar zu einem Generationen<em>konflikt<\/em> auswachsen. (Jede Generation, das ist so alt wie die Welt, will sich von der vorangegangenen abgrenzen. Und wer m\u00f6chte sich schon gerne von den Alten breit\u00e4rschig belehren lassen?) Die Frage ist, <em>wer<\/em> hier vermitteln, d.h. die Klimasch\u00fctzer an das Friedensthema heranf\u00fchren und im optimalen Falle (die junge) Klima- und (die erheblich \u00e4ltere) Friedensbewegung zu einer erfolgreichen Kooperation verleiten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Immerhin gibt es <em>eine<\/em> Organisation, der das m\u00f6glicherweise gelingen k\u00f6nnte: <a href=\"https:\/\/www.icanw.de\/\">ICAN<\/a>, die internationale Kampagne f\u00fcr ein Verbot von Atomwaffen, die \u2013 und das war zur Abwechselung mal eine gute Entscheidung \u2013 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde! Diese Initiative hat es nicht nur geschafft, dass mittlerweile 91 Staaten den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet und 68 Staaten ihn ratifiziert haben \u2013 es arbeiten hier auch vergleichsweise viele, bestens informierte junge Menschen mit.<\/p>\n<p>ICAN k\u00f6nnte der ideale \u201aKatalysator\u2018 f\u00fcr ein zeitgem\u00e4\u00dfes \u201a\u00d6kopax\u2018, sprich: f\u00fcr eine Ann\u00e4herung von Klimaschutz- und Friedensbewegung sein. Sie sollten sich intensive Gedanken dar\u00fcber machen!<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108050\"><em>nachdenkseiten.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 11. Dezember 2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leo Ensel. Dass der Kampf gegen die Klimakatastrophe und der Kampf gegen Krieg und Aufr\u00fcstung inhaltlich zusammengeh\u00f6ren, m\u00fcsste eigentlich jedem denkenden Menschen klar sein. 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