{"id":14202,"date":"2024-02-14T13:18:40","date_gmt":"2024-02-14T11:18:40","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14202"},"modified":"2024-02-14T13:18:41","modified_gmt":"2024-02-14T11:18:41","slug":"euro-maidan-ein-bilderbuch-putsch-fuer-den-ersten-sieg-gegen-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14202","title":{"rendered":"<strong>Euro-Maidan\u201c \u2013 ein Bilderbuch-Putsch f\u00fcr \u201eden ersten Sieg gegen Russland\u201c<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Wolf Wetzel. <\/em><strong>Der deutsche \u201eVerteidigungsminister\u201c Pistorius hatte sich todesmutig mit dem Zug und russischen Sicherheitsgarantien nach Kiew begeben, um am 21. November 2023 an der Gedenkfeier zum zehnj\u00e4hriges \u201eEuro-Maidan\u201c-Umsturz teilzunehmen. Wie viele Milliarden Euro Milit\u00e4rhilfe er im Koffer dabei hatte, ist nicht \u00fcberliefert.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>On the top lie\u00df die deutsche Bundesregierung verlauten, dass im n\u00e4chsten Jahr eine Erh\u00f6hung der geplanten Milit\u00e4rhilfen f\u00fcr die Ukraine von vier Milliarden auf acht Milliarden Euro vorgesehen ist.<\/p>\n<p>Der angebliche Sozialdemokrat war im Kreis der Revisionisten gerne gesehen:<\/p>\n<p><em>\u201cPistorius legte in Kiew Blumen an der Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die \u2018Helden des Maidan\u2019 ab und sagte der Ukraine weitere Unterst\u00fctzung zu. Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Proteste als \u2018<strong>ersten Sieg<\/strong>\u2019 gegen Russland.\u201d<\/em><\/p>\n<p><em>(zdf. de vom 21.11.2023)<\/em><\/p>\n<p><strong>Wo die Freiheit verteidigt wird \u2013 vom Hindukusch bis Kiew<\/strong><\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser dieses Regime Change war die Ank\u00fcndigung des damaligen ukrainischen Pr\u00e4sidenten Janukowitsch, die Unterzeichnung des Abkommens mit der EU zu verschieben.<\/p>\n<p>Bis heute erz\u00e4hlt man die Geschichte des Euro-Maidan, dass man in der Ukraine nicht nur deren Freiheit, sondern auch unsere Freiheit verteidige. Diese Legende hat kein Verfallsdatum. Bereits der damalige \u201eVerteidigungsminister\u201c Peter Struck wollte 2004 tats\u00e4chlich den Krieg in Afghanistan und die deutsche Beteiligung daran unbedingt genau so verstanden wissen:<\/p>\n<p><em>\u201eUnsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Sie tun das, in dem Wissen, das der \u201eEuro-Maidan\u201c 2014 vor allem eine glorreiche Geschichte des \u201erechten Sektors\u201c war, der alle, die etwas Anderes wollten, vom Maidan gepr\u00fcgelt hatte. Sie wissen, dass es nie um Freiheit ging, sondern um einen gut finanzierten Putsch, der eine h\u00fcndische Regierung wie die unter Selenskyj an die Macht bringen sollte. Dieselben werfen denen vor, die gegen die deutsche Kriegsbeteiligung sind, eine \u201ef\u00fcnfte Kolonne\u201c Russlands zu sein.<\/p>\n<p>Sie behaupten, dass im Krieg gegen Russland die Demokratie gegen ein despotisches Regime verteidigt werde und verlieren kein Wort, dass der Bandera-Kult, der den deutschen Faschismus huldigt, in der Ukraine zur Staatsraison geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Sie berichten wie in einer Heldensaga von dem aufopferungsvollen Kampf in Mariupol und wissen, dass dort das profaschistische Asow-Regiment die \u201eStellung\u201c hielt und die etwa 2.000 Gefangene von der ukrainischen Regierung als Kriegshelden gefeiert werden. Dieselben bezeichnen jene, die gegen die Kriegsbeteiligung sind, als Menschen, die mit Putin unter einer Decke stecken.<\/p>\n<p>Sie sprechen von einem \u201eVernichtungskrieg\u201c, nicht vom Vernichtungskrieg des Dritten Reiches gegen die Sowjetunion, sondern von einem \u201eVernichtungskrieg\u201c Russlands in der Ukraine. Dieselben werfen denen vor, die gegen Kriegsbeteiligung und Geschichtsrelativismus ihre Stimme erheben, \u201erechtsoffen\u201c zu sein.<\/p>\n<p>Sie bewerben mit Inbrunst den \u201etotalen Sieg\u201c, den der Westen \u00fcber Russland erringen m\u00fcsse und bezeichnen jene, die sich dieser totalen Rhetorik entgegenstellen, als \u201eLumpenpazifisten\u201c.<\/p>\n<p>Sie verwenden die Dolchsto\u00dflegende, die zum festen Repertoire von reaktion\u00e4ren und faschistischen Ideologien z\u00e4hlt und bezichtigen die \u201eFriedensk\u00fcnstler\u201c mit dem Feind zu kollaborieren.<\/p>\n<p>Sie reden sich ins Stahlgewitter und sehen im \u201eManifest f\u00fcr Frieden\u201c eine \u201edeutsche Querfront\u201c, die im Dienste der \u201erussischen Faschistenf\u00fchrer Putin\u201c stehe und von der Ukraine verlange, \u201esich mit ihren M\u00f6rdern und Vergewaltigern zu arrangieren.\u201c<\/p>\n<p>Sie bringen, um es dabei zu belassen, dass gesamte Arsenal an Militarismus, an revanchistischem und reaktion\u00e4rem Gedankengut zur\u00fcck auf die Weltb\u00fchne.<\/p>\n<p>Was vor 20, 30 Jahren noch Merkmale rechter, brauner Gesinnung waren, ist heute Markenkern der \u201eMitte\u201c. Und ausgerechnet die wollen den Kampf gegen alles, was \u201erechtsoffen\u201c ist, anf\u00fchren?<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentlich-rechtliche Sympathie f\u00fcr einen \u201eAufstand\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Selten hat man in Deutschland die Gelegenheit, mit dem Staatsfernsehen und den private-state-Medien zusammen so nah, so sympathisierend an einer Revolte teilzunehmen. Zur Primetime sendeten sie wochenlang live vom Maidanplatz in Kiew, wo Tausende den Platz besetzt gehalten hatten, mit dem erkl\u00e4rten Ziel, die gew\u00e4hlte Regierung zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Bis zum Sturz der Regierung und der Ernennung einer \u00dcbergangsregierung, die kurz darauf vom herbeigeeilten franz\u00f6sischen, polnischen und deutschen Au\u00dfenminister de facto anerkannt wurde, wiederholte sich ein einge\u00fcbtes Spiel:<\/p>\n<p>Nachdem man kurz auf das Laufende gebracht wurde, was bisher passiert war, wird live nach Kiew geschaltet. Die Reporterin berichtet vom friedlichen Protest der Menschen auf dem Maidan-Platz, hier schon gerne \u201eEuromaidan\u201c genannt, berichtet von ihrem unersch\u00fctterlichen Willen, die gew\u00e4hlte Regierung zu st\u00fcrzen, vom Mut der Menschen, sich keiner Repression zu beugen. Man sieht Junge, man sieht Alte, man sieht traurige, man sieht entschlossene Menschen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Reporterin das Bild vom <em>friedlichen<\/em> Protest und dem <em>brutalen<\/em> Regime ausmalt, laufen hinter ihr M\u00e4nner mit (Gas-)Masken, mit Helmen, mit Schutzschilden und Molotowcocktails vorbei. Dann schwenkt die Kamera Richtung Barrikaden. Sie sind meterhoch aufget\u00fcrmt. Rauschwaden von brennenden Autoreifen steigen auf. Weit davon entfernt sieht man Polizeiketten, die sich hinter ihren Schildern verschanzen. Immer wieder werden von den Barrikaden aus Molotow-Cocktails Richtung Polizeikette geworfen.<\/p>\n<p>All das, was wir als Zuschauer sehen, sieht die Reporterin auch und h\u00e4lt sie nicht davon ab, vom friedlichen Protest zu reden, der von einem brutalen Regime verfolgt wird.<\/p>\n<p>Eigentlich m\u00fcsste alleine das misstrauisch machen: ein militanter Protest, der \u00fcber Wochen ein Regierungsviertel lahmlegt, \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude besetzt, Polizeieinheiten zur\u00fcckschl\u00e4gt und angreift und zum Sturz einer gew\u00e4hlten Regierung aufruft, genie\u00dft das Vertrauen und die Sympathie aller staatsnahen Medien in Deutschland?<\/p>\n<p><strong>An diesem Aufstand muss etwas ganz faul sein<\/strong><\/p>\n<p>Haben jetzt endlich staatliche Medien und die politische Klasse in Deutschland das Recht der Unterdr\u00fcckten entdeckt, sich auch gewaltsam gegen ihre Unterdr\u00fccker zu wehren \u2013 selbst dann, wenn die \u201edemokratisch gew\u00e4hlt\u201c sind? Werden jetzt endlich Armut, Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung als legitime Gr\u00fcnde anerkannt, sich gewaltsam zu wehren, eine Regierung zum Teufel zu jagen, die dies erm\u00f6glicht bzw. aufrechterh\u00e4lt?<\/p>\n<p>Ganz sicher nicht. Man m\u00f6ge sich vorstellen, was in Frankfurt, in Paris oder Madrid passieren w\u00fcrde, wenn sich dort \u00c4hnliches ereignete.<\/p>\n<p>Ganz sicher haben die hiesigen Medien nicht die geringste Sympathie f\u00fcr Unruhen. Aber sie helfen, eine Regierung aus dem Amt zu jagen, die den europ\u00e4ischen und westlichen Interessen nicht dient, die das Angebot, sich in die EU-Fight-Zone einzureihen, zur\u00fcckgestellt hatte und dabei war, sich dem Konkurrenten der EU, der Russischen F\u00f6deration, anzudienen.<\/p>\n<p><strong>Kriegspropaganda als \u201eBildungsauftrag\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Das ist keine leichtfertige Behauptung. So hatte das ZDF zugegeben, mit der \u00dcbernahme zahlreicher \u201eFakten\u201c, die direkt vom \u201e<em>Ukrainian Crisis Media Center<\/em>\u201d (UCMC) \u00fcbernommen wurden, gute Erfahrungen gemacht zu haben.<\/p>\n<p>Das UCMC hatte es sich zum Ziel gesetzt, nur ganz bestimmte politische Positionen zur Lage in der Ukraine weiterzugeben und alle anderslautenden Nachrichten als \u201e<em>russische Propaganda<\/em>\u201c zu verunglimpfen.<\/p>\n<p>\u201e<em>Finanziert wird die PR-Kampagne u.a. von George Soros, der ukrainischen \u00dcbergangsregierung und einer ukrainischen Tochtergesellschaft von Weber Shandwick, dem weltweit f\u00fchrenden PR-Unternehmen<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>(Freitag vom 7.4.2018)<\/p>\n<p>Eine seiner f\u00fchrenden Mitarbeiterinnen erkl\u00e4rte, sie sei stolz, eine Verehrerin des ukrainischen Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera zu sein.<\/p>\n<p>So wenig es den EU-L\u00e4ndern um die Beseitigung von Hunger, Ausbeutung und Korruption geht, weder im eigenen Land, noch woanders, so sehr ging es darum, die Ukraine, (also deren Ressourcen, deren Wirtschaftsraum und geostrategische Lage) unter das EU-Diktat zu bekommen.<\/p>\n<p>Die geradezu mitrei\u00dfende Sympathie derer, die in ihren eigenen L\u00e4ndern selbst eine Sitzblockade mit allen Mitteln zu verhindern suchen, die Sonnenbrillen und aufgespannte Regenschirme f\u00fcr \u201epassive Bewaffnung\u201c halten und deshalb einen ganzen Demonstrationsblock einkesseln und festnehmen (wie anl\u00e4sslich von Blockupy in Frankfurt 2013), sollte misstrauisch machen.<\/p>\n<p><strong>Wer mit wem gegen wen? Zur Funktion des speziellen ukrainischen Nationalismus und zur Herausbildung der faschistischen Aktionsdominanz auf dem Maidan<\/strong><\/p>\n<p>Kennzeichnend f\u00fcr die innere Situation der postsowjetischen Ukraine ist der au\u00dferordentlich hohe Konzentrationsgrad von Verm\u00f6gen und Macht in der Hand einiger weniger kapitalistisch agierender Oligarchen, die man im Westen gerne als Wirtschaftskapit\u00e4ne bezeichnet.<\/p>\n<p>Etwa 40 Prozent des ukrainischen Verm\u00f6gens liegt direkt in der Hand von etwa einhundert Oligarchenfamilien. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen lag offiziell bei 180 Euro pro Monat \u2013 die Oligarchen und ihren Reichtum mit eingerechnet. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes war (und ist) bekanntlich extrem ungleichm\u00e4\u00dfig: im Westen eher Landwirtschaft, im Osten der Kohle-Stahl-Komplex des Donbass, dessen \u00f6konomische Verflechtung mit der russischen Industrie dominiert. In dieser Situation agierten die Oligarchen der Ukraine in all ihren widerspr\u00fcchlichen Interessen tendenziell am erfolgreichsten, wenn sie sich weder auf eine allzu gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit von der Russischen F\u00f6deration, noch auf eine Vereinnahmung durch die EU einlie\u00dfen. Sie lebten von den Gesch\u00e4ften mit und zwischen beiden. Als es im Herbst 2013 zu antioligarchischen Protesten gegen die Regierung Janukowitsch kam, an denen anf\u00e4nglich auch linke Gruppen teilnahmen, kam es aufgrund der Tatsache, dass zeitgleich das EU-Assoziierungsabkommen verhandelt werden sollte, zu einer sofortigen geopolitischen \u00dcberlagerung des innerukrainischen Protests gegen die \u201eantieurop\u00e4ische\u201c, die Fraktion des Russland-orientierten Donbass-Kapitals und Janukowitsch.<\/p>\n<p>Man kann davon ausgehen, dass diese Proteste im Verlauf der Zeit Dezember 2013\/Januar 2014 einen anderen Charakter annahmen, als sich die politische Sto\u00dfrichtung der Proteste ver\u00e4ndert hatte. Ging es anfangs gegen autorit\u00e4re Strukturen und miese Lebensbedingungen, dominierten sehr schnell Parolen und Gruppierungen, die \u201epro-europ\u00e4isch\u201c und antirussisch agierten. Der Weg in Richtung Putsch (wenn n\u00f6tig) war hingegen lange und gut vorbereitet. Allen voran die US-Regierung nahm daf\u00fcr sehr viel Geld in die Hand:<\/p>\n<p><em>\u201cVor Mitgliedern des Washingtoner National Press Club erkl\u00e4rte Victoria Nuland, als Staatssekret\u00e4rin im US-Au\u00dfenministerium f\u00fcr Europa und Eurasien zust\u00e4ndig, im Dezember 2013: Seit die Ukraine 1991 unabh\u00e4ngig wurde, haben die Vereinigten Staaten \u00fcber f\u00fcnf Milliarden Dollar investiert, um der Ukraine in Notlagen und bei anderen Dingen zu helfen. Das ist der Code f\u00fcr Regierungswechsel.\u201d<\/em><\/p>\n<p><em>(Ostsee-Zeitung vom 16.03.2015)<\/em><\/p>\n<p>Denn mit \u201eNotlagen\u201c und \u201eanderen Dingen\u201c war ganz sicher nicht der Kampf um h\u00f6here L\u00f6hne und bessere Arbeitsbedingungen gemeint.<\/p>\n<p>Es ist naheliegend, dass f\u00fcr einen solchen Aufstand nicht nur die Hoffnung auf schicke Shopping-Center (die sich die allermeisten nicht leisten k\u00f6nnen) und schnelles Internet als K\u00f6der reichten. Man brauchte eine nationale Erz\u00e4hlung, die abrufbar ist und sich hervorragend f\u00fcr antirussische Ressentiments eignete. Und die bot der \u201eBandera-Kult\u201c in Reinkultur an.<\/p>\n<p>Dieser autorit\u00e4r und tief katholisch gepr\u00e4gte, bis zur Kollaboration mit dem Nazifaschismus bereite ukrainische Nationalismus dient als ideologischer Kitt im Interesse der wirtschaftlich am besten zwischen den imperialistischen Machtbl\u00f6cken EU und Russland operierenden Oligarchie. Die zusehends von ihm mindestens aktionspraktisch dominierte Bewegung des Euro-Maidan wurde so zu einer chauvinistischen, antirussisch dominierten Militanz, deren weithin akzeptierte Vorbilder Stepan Bandera, OUN, die \u201eGeheime Aufstandsarmee der Ukraine\u201c (UPA) und sogar die in der Zeit der Nazi-Okkupation aktive \u201eSS-Freiwilligen-Division Galizien\u201c umfasste.<\/p>\n<p>Stepan Bandera und sein Bild, Standbilder f\u00fcr den Mitbegr\u00fcnder und F\u00fchrer des militanten Fl\u00fcgels der OUN, sind in der Westukraine von Stadtpl\u00e4tzen bis zu Fu\u00dfballstadien allgegenw\u00e4rtig. Sie waren es zunehmend auch auf dem Maidan, ebenso wie die schwarzroten Fahnen der UPA, die noch nach 1945 bis Mitte der 1950er Jahre vor allem im Westen des Landes die Sowjetmacht bewaffnet bek\u00e4mpfte, milit\u00e4risch verdeckt unterst\u00fctzt von der CIA. Bandera und die OUN k\u00e4mpften nach dem \u201eFall Barbarossa\u201c an der Seite der Naziwehrmacht, von ihr finanziert, bewaffnet und gef\u00fchrt gegen die Sowjetunion.<\/p>\n<p><strong>Der \u201erechte Sektor\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die faschistische Partei Swoboda blieb nicht allein: mit und neben ihr agierte auf dem Maidan der bewaffnete \u201eRechte Sektor\u201c mit seinen der UPA-Tradition entstammenden Fahnen, mit vielen milit\u00e4risch gut ausgebildeten M\u00e4nnern aus den Zeiten Sowjetarmee oder anderen bewaffneten Gruppen. Sie waren keineswegs marginal, wie dies gerne von westlichen JournalistInnen behauptet wurde. \u00dcber die Rolle des rechten Sektors \u00e4u\u00dferte sich Alexander Rahr, Leiter des \u201eBerthold Beitz-Zentrums \u2013 Kompetenzzentrum f\u00fcr Russland, Ukraine, Belarus und Zentralasien\u201c bei der Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik:<\/p>\n<p>\u201e<em>Der rechte Sektor war aus meiner Sicht entscheidend f\u00fcr den Umsturz, weil er eine Organisation ist, die auch bereit war, in Kampfhandlungen mit den Polizisten, mit den Sicherheitskr\u00e4ften einzutreten. Sie waren gut organisiert, sie hatten auch immer wieder einen Plan, wie sie angriffen, wie sie sich verteidigten, so dass sie einen gro\u00dfen Anteil am Erfolg des Maidans gehabt haben<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>(\u201ePanorama\u201c vom 6. M\u00e4rz 2014)<\/p>\n<p><strong>Zwischenetappe: Abkommen \u00fcber den Haufen schie\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>R\u00fcckblickend bekommt die Entwicklung rund um den \u201eEuromaidan\u201c einen sehr strategischen Sinn. Man wird an die Minsk I und II Abkommen erinnern, die man im selben Jahr 2014 abschloss, mit dem Ziel sie zu brechen.<\/p>\n<p>Das hatte man ein paar Monate zuvor, im selben Jahr 2014 bereits erfolgreich praktiziert: Das von Klitschko (Konrad-Adenauer-Stiftung, UDAR), Jazeniuk (Vaterlandspartei) und dem Faschisten Tjagnibok (Swoboda) mit Steinmeier und seinen beiden franz\u00f6sischen bzw. polnischen Amtskollegen plus Vertretern der Regierung Janukowitsch ausgehandelte Abkommen vom 20. Februar 2014 sollte nicht einmal einen Tag halten.<\/p>\n<p><strong>Die Ukraine \u2013 zum dritten Mal gegen Russland<\/strong><\/p>\n<p>Wie wenig es um Demokratie und Freiheit (in der Ukraine) geht, machten f\u00fchrende Vertreter des Westens sehr deutlich. Das sich die imperialen Interessen Deutschlands schon immer Richtung Osten richteten, gegen Russland ist kein gro\u00dfes Geheimnis. Das sprach bereits 2007 der damalige Staatsminister f\u00fcr Europa im Ausw\u00e4rtigen Amt, G\u00fcnther Gloser (SPD) sehr deutlich aus:<\/p>\n<p>\u201e<em>Wir haben in der j\u00fcngeren Geschichte dreimal sehr viel Geld investiert, und nur einmal ist eine positive Dividende dabei herausgekommen<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>(jW vom 19. Februar 2007)<\/p>\n<p>Man darf frei assoziieren, was der Staatsminister mit den zweimal meinte, die sich nicht ausgezahlt hatten. Wenn man den mittlerweile mittigen Russenhass im Ohr hat, f\u00e4llt einem die freie Assoziation nicht mehr so leicht.<\/p>\n<p><strong>Regierungen kommen und gehen \u2013 die Business-Class bleibt<\/strong><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, dass deutsche Politiker im Freiheitsbad ertrinken. Ich kann alle beruhigen: Das tun sie nicht.<\/p>\n<p>Man mag ihm das nicht zutrauen, aber der damalige Au\u00dfenminister Steinmeier wei\u00df, was gespielt wird und welche Regeln nicht verhandel- und auch nicht w\u00e4hlbar sind. Wie bedeutungslos alle jene sind, die sich an dem Umsturz beteiligt hatten, wie bedeutungslos die W\u00fcnsche und Hoffnungen jener sind, die auf dem Maidan-Platz gek\u00e4mpft haben, zeigt sich nicht nur in der Ukraine \u2013 das kann man auch in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern feststellen.<\/p>\n<p>Das hatte auch der deutsche Au\u00dfenminister Frank-Walter Steinmeier auf dem Schirm, als er im M\u00e4rz 2014 in die Ukraine flog, um die neue Mannschaft der politischen und \u00f6konomischen Player zu begutachten. Dass es dabei nicht so sehr auf das politische Personal, sondern zuvorderst auf die \u00f6konomische Klasse ankommt, wei\u00df neben Steinmeier auch die FR vom 24. M\u00e4rz 2014 (wenn sie auf die wahren Machtverh\u00e4ltnisse in der Ukraine schaut):<\/p>\n<p>\u201e<em>Er will die politischen und wirtschaftlichen Akteure hier kennenlernen. Allerdings in umgekehrter Reihenfolge: Vor dem politischen Akteur, dem neu eingesetzten Gouverneur Serhij Taruta, hat Steinmeier den wichtigsten wirtschaftlichen Akteur getroffen, den ukrainischen Oligarchen Rinat Achmetow. Achmetow ist der reichste Mann der Ukraine und der gr\u00f6\u00dfte Stahlproduzent der GUS. Ihm geh\u00f6ren hier ein Handelszentrum, das Hotel Donbas Palace und der Fu\u00dfballclub Schachtjor Donezk samt F\u00fcnf-Sterne-Stadion, der Donbas-Arena. Als der ukrainische \u00dcbergangspr\u00e4sident Olexander Turtschynow acht Tage nach dem Sturz Janukowitschs die Einsetzung des Multimillion\u00e4rs Serhij Taruta als Gouverneur von Donezk bekannt gab, erkl\u00e4rte er zeitgleich, dies sei mit dem Stahl- und Kohlebaron Achmetow abgesprochen. Kurz, Achmetow geh\u00f6rt auch die staatliche Gebietsverwaltung von Donezk, nebst Personal und Inventar<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Erinnert sich heute noch jemand daran, dass die Besetzung des Maidan-Platzes, die wochenlangen K\u00e4mpfe dort, ganz wesentlich von dem Willen und Wunsch getragen waren, die Macht der Oligarchie zu brechen, die damit einhergehende Korruption zu beenden, kurzum eine Regierung zu st\u00fcrzen, die (wie die Regierung unter Timoschenko zuvor auch) vor allem einem gedient haben: der Oligarchie im eigenen Land und den Gesch\u00e4ftspartnern im Ausland, mit denen man paktierte?<\/p>\n<p>Und wer ist der von der \u00dcbergangsregierung ernannte Gouverneur von Donezk, Serhij Taruta, dem Steinmeier danach einen Besuch abstattete? Serhij Taruta stammt wie Achmetow aus der Region Donezk. Er konzentriert seine unternehmerischen Aktivit\u00e4ten im Konzern Industrialnyj Sojus Donbassa. Dazu geh\u00f6rt die Stahlproduktion. Im Jahr 2007 kaufte Taruta zudem die Danziger Werft. Forbes sch\u00e4tzte sein Verm\u00f6gen auf zwei Milliarden Dollar. Taruta h\u00e4lt sich wie sein Oligarchen-Kollege Achmetow zum Spa\u00df auch einen Fu\u00dfballverein: Metalurh Donezk, dessen Pr\u00e4sident er ist.<\/p>\n<p>Wie skrupellos die neue \u00dcbergangsregierung das Land, also den gesellschaftlichen Reichtum, unter den Oligarchen aufteilt, beweist eine weitere Ernennung: Der Banker Igor Kolomojskij, der drittreichste Ukrainer wurde in Dnepropetrovsk zum Gouverneur ernannt.<\/p>\n<p>Die kapital-freundliche Tageszeitung \u201eDie Welt\u201c vom 9. M\u00e4rz 2014 beschreibt das St\u00fchler\u00fccken innerhalb der ukrainischen Oligarchie wie folgt:<\/p>\n<p>\u201e<em>Eine Handvoll ukrainischer Wirtschaftsbosse hat die Macht im Land. Einige mussten jetzt das Weite suchen. Aber deren Pl\u00e4tze haben l\u00e4ngst andere eingenommen. \u00c4ndern wird sich nichts<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Doch. Es wurde noch schlimmer. Der Krieg, der dem Putsch folgte, wird die paar Oligarchen noch reicher machen und die Millionen Menschen im Kriegsgebiet noch \u00e4rmer.<\/p>\n<p><strong><u>Quellen und Hinweise<\/u><\/strong><\/p>\n<p><em>ZDF-Skandal \u2013 Berichte im Auftrag Kiews?<\/em>, L. Applebaum, Freitag vom 7.4.2018: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/lapple08m214\/zdf-skandal-berichte-im-auftrag-kiews\">https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/lapple08m214\/zdf-skandal-berichte-im-auftrag-kiews<\/a><\/p>\n<p><em>B\u00f6ser Oligarch, guter Oligarch<\/em>, Die Welt vom 9.3.2014<\/p>\n<p><em>Steinmeier im Land des Oligarchen<\/em>, FR vom 24.3.2014<\/p>\n<p><em>Nicht nur Nuland! <\/em>Benno Thiel, Ostsee Zeitung vom 16.03.2015: <a href=\"https:\/\/www.ostsee-zeitung.de\/mecklenburg-vorpommern\/nicht-nur-nuland-UZM4TXSML2ZEDLJSOTU7ST4PNA.html\">https:\/\/www.ostsee-zeitung.de\/mecklenburg-vorpommern\/nicht-nur-nuland-UZM4TXSML2ZEDLJSOTU7ST4PNA.html<\/a><\/p>\n<p><em>Zehn Jahre sp\u00e4ter: die Maidan-Revolution in der Ukraine<\/em>, Stefano di Lorenzo, NDS vom 22. November 2023: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107076#more-107076\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107076#more-107076<\/a><\/p>\n<p><em>Pistorius w\u00fcrdigt Maidan-Proteste<\/em>, ZDF vom 21.11.2023: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/pistorius-besuch-kiew-selenskyj-ukraine-krieg-russland-100.html\">https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/pistorius-besuch-kiew-selenskyj-ukraine-krieg-russland-100.html<\/a><\/p>\n<p><em>Neustes zum Maidan: Ein Putsch und keine \u201cRevolution in W\u00fcrde\u201d<\/em>, Urs P. Gasche vom 27.11.2023: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/neustes-zum-maidan-ein-putsch-und-keine-revolution-in-wuerde\/\">https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/neustes-zum-maidan-ein-putsch-und-keine-revolution-in-wuerde\/<\/a><\/p>\n<p><em>Zehn Jahre Maidan-Umsturz: Doppelte Standards und Gewalt nach innen und au\u00dfen<\/em>, Bernhard Trautvetter, NDS vom 6.2.2024: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110654\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110654<\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/kolumnen\/kohlhaas-unchained\/euro-maidan-ein-bilderbuch-putsch-fuer-den-ersten-sieg-gegen-russland\/\"><em>overton-magazin.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 14. Februar 2024 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolf Wetzel. Der deutsche \u201eVerteidigungsminister\u201c Pistorius hatte sich todesmutig mit dem Zug und russischen Sicherheitsgarantien nach Kiew begeben, um am 21. November 2023 an der Gedenkfeier zum zehnj\u00e4hriges \u201eEuro-Maidan\u201c-Umsturz teilzunehmen. Wie viele Milliarden Euro Milit\u00e4rhilfe &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14203,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,7],"tags":[39,41,18,49,19,46,17],"class_list":["post-14202","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-und-theorie","category-international","tag-deutschland","tag-europa","tag-imperialismus","tag-repression","tag-ukraine","tag-usa","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14202"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14204,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14202\/revisions\/14204"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/14203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}