{"id":14233,"date":"2024-02-23T11:41:50","date_gmt":"2024-02-23T09:41:50","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14233"},"modified":"2024-02-23T11:41:51","modified_gmt":"2024-02-23T09:41:51","slug":"arabische-regime-an-israels-voelkermord-und-ethnischer-saeuberung-beteiligt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14233","title":{"rendered":"<strong>Arabische Regime an Israels V\u00f6lkermord und ethnischer S\u00e4uberung beteiligt<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Jean Shaoul. <\/em>Israels faschistische Regierung bereitet eine massive Bodeninvasion vor, um die Stadt Rafah einzunehmen. Gleichzeitig laufen Gespr\u00e4che \u00fcber die Errichtung von 15 Zeltst\u00e4dten \u2013 jede mit etwa 25.000 Zelten \u2013 im gesamten s\u00fcdwestlichen Teil des Gazastreifens. Dorthin sollen die \u00fcber eine Million Pal\u00e4stinenser, die in der Stadt Zuflucht gefunden haben, vertrieben werden.<!--more--><\/p>\n<p>Diese Zeltst\u00e4dte werden von den Vereinigten Staaten und von arabischen Despoten finanziert. Die Aufsicht hat der Schl\u00e4chter von Kairo, \u00c4gyptens Abdel Fattah al-Sisi. \u00c4gypten und andere arabische Regime geben dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu damit die M\u00f6glichkeit, zu behaupten, er habe den versprochenen \u201esicheren Durchgang\u201c gew\u00e4hrleistet, damit die geplante Bodeninvasion stattfinden kann.<\/p>\n<p>Bei einer massiven Bombardierung der Stadt aus der Luft hat Netanjahu erneut erkl\u00e4rt, dass sein eigentliches Ziel der \u201etotale Sieg\u201c sei. Das hei\u00dft, dass die israelische Regierung so viele Pal\u00e4stinenser wie m\u00f6glich t\u00f6ten und den Rest in die W\u00fcste treiben will.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass solche Vorschl\u00e4ge \u00fcberhaupt mit den arabischen Regimen diskutiert werden, best\u00e4tigt ihre Kollaboration mit Israels v\u00f6lkerm\u00f6rderischer Offensive gegen Gaza. Sie sind an dieser zweiten Nakba und ethnischen S\u00e4uberung vom ersten Tag an beteiligt. Israel hat bereits mindestens 29.000 Menschen, vor allem Frauen, Kinder und \u00e4ltere Menschen, get\u00f6tet. Zehntausende weitere liegen unter den Tr\u00fcmmern begraben. Etwa 86 Prozent der Bev\u00f6lkerung des Gazastreifens (1,7 Millionen von 2,3 Millionen Menschen) sind aus ihren H\u00e4usern vertrieben worden.<\/p>\n<p>Die meisten von ihnen haben in Rafah, nahe der \u00e4gyptischen Grenze, Schutz gesucht, wo sie unter einer Hungersnot leiden. Sie haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung und sind nach wie vor von Massenmord bedroht.<\/p>\n<p><strong>\u00c4gypten: Israels Grenzw\u00e4chter<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4gypten ist mit 104 Millionen Einwohnern der bev\u00f6lkerungsreichste arabische Staat und der wichtigste Anrainerstaat Israels. Seit Jahrzehnten spielt die \u00e4gyptische Regierung eine kriminelle Rolle als direkter Komplize bei Israels Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser und de-facto-Grenzw\u00e4chter.<\/p>\n<p>Seit der Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Israel im Jahr 1979 hat Kairo seine Beziehungen zu Tel Aviv ausgebaut. Es importiert Erdgas aus Israel zur Raffinierung und Wiederausfuhr und koordiniert die Security am Grenz\u00fcbergang und im Gazastreifen. Seitdem die Hamas 2007 die Kontrolle \u00fcbernommen hat, unterst\u00fctzt \u00c4gypten die israelische Blockade des Gazastreifens und schr\u00e4nkt den Personen- und Warenverkehr an den Grenzen streng ein. Bei den m\u00f6rderischen Angriffen Israels auf die belagerte Enklave in den Jahren 2008\u20132009, 2012, 2014, beim \u201eGro\u00dfen Marsch der R\u00fcckkehr\u201c 2018\u20132019 und 2021 hat die \u00e4gyptische Regierung tatenlos zugesehen.<\/p>\n<p>Als die Gaza-Offensive im Oktober begann, hat Kairo mit Wut auf Israels \u201eKriegsvorschlag\u201c reagiert, die 2,3 Millionen Pal\u00e4stinenser des Gazastreifens in die \u00e4gyptische Sinai-W\u00fcste zu dr\u00e4ngen. Dies geschah jedoch nicht aus Sorge um die Pal\u00e4stinenser, sondern wegen der (wie al-Sisi es nannte) \u201eexistenziellen Bedrohung der nationalen Sicherheit \u00c4gyptens durch Gaza\u201c. Wenn eine Million Menschen aus dem Gazastreifen \u00fcber die Grenze k\u00e4men, warnte er, w\u00fcrde dies zu einem Wiederaufleben der islamistischen \u201eMilitanz\u201c auf dem Sinai f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wenn al-Sisi von einem Wiederaufleben der islamistischen Militanz spricht, meint er damit eine Erneuerung der als 25. Januar-Revolution bekannten Massenopposition des Volkes, die 2011 auf dem H\u00f6hepunkt des \u201eArabischen Fr\u00fchlings\u201c die Herrschaft von Mubarak beendete.<\/p>\n<p>Am 3. Juli 2013 konnte die Junta durch einen Milit\u00e4rputsch die Macht wieder \u00fcbernehmen, dank des politischen Bankrotts der b\u00fcrgerlich-liberalen Opposition und ihrer pseudolinken Anh\u00e4ngsel, den Revolution\u00e4ren Sozialisten. Diese stellten das f\u00fchrende Personal f\u00fcr die anti-islamistische Tamarod-Bewegung, mit der das Milit\u00e4r und seine milliardenschweren Hinterm\u00e4nner den politischen Boden f\u00fcr den Putsch bereiteten. Al-Sisi hat seither jede abweichende Meinung brutal niedergeschlagen, und das Letzte, was er will, sind Millionen vertriebener und w\u00fctender Pal\u00e4stinenser, die als Brennpunkt f\u00fcr eine breitere politische Opposition gegen sein Regime, den US-Imperialismus und alle seine Verb\u00fcndeten in der Region dienen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Armee hat bereits die Betongrenzmauer zum Gazastreifen verst\u00e4rkt, Stacheldraht hochgezogen und Truppen und 40 Panzer entlang der Grenze stationiert, um die Pal\u00e4stinenser am \u00dcbertritt in den Sinai zu hindern.<\/p>\n<p>Auf einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz am 18. Oktober in Kairo erkl\u00e4rte al-Sisi, Israel k\u00f6nne die Pal\u00e4stinenser aus dem Gazastreifen statt in den Sinai in die israelische Negev-W\u00fcste umsiedeln, \u201ebis Israel in der Lage ist, die Hamas und den Islamischen Dschihad zu besiegen. Danach k\u00f6nnten die Pal\u00e4stinenser in ihr Heimatland zur\u00fcckkehren.\u201c<\/p>\n<p>Unter Berufung auf die Sinai-Stiftung f\u00fcr Menschenrechte kursieren Berichte, wonach \u00c4gypten im n\u00f6rdlichen Sinai eine acht Quadratkilometer gro\u00dfe, ummauerte Anlage f\u00fcr die Aufnahme von Pal\u00e4stinensern errichtet, die aus dem Gazastreifen vertrieben wurden. Dies wird als \u201eNotfallplan\u201c f\u00fcr den Fall bezeichnet, dass es den Pal\u00e4stinensern gel\u00e4nge, die verst\u00e4rkte Grenze zu durchbrechen.<\/p>\n<p>Doch wo auch immer die De-facto-Konzentrationslager letztendlich errichtet werden, eins ist klar: \u00c4gypten und die anderen beteiligten arabischen Regime geben dem Massenmord in Rafah gr\u00fcnes Licht. Mit atemberaubendem Zynismus haben \u00e4gyptische Beamte am Sonntag auf die j\u00fcngsten Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Zeltst\u00e4dte reagiert und Israel mitgeteilt, dass sie nichts gegen eine Milit\u00e4roperation in Rafah einzuwenden h\u00e4tten, solange dabei \u201ekeine pal\u00e4stinensischen Zivilisten zu Schaden\u201c k\u00e4men. Im Armeeradio hie\u00df es au\u00dferdem, \u00c4gypten dementiere nachdr\u00fccklich Berichte, wonach es aus dem Camp-David-Abkommen von 1979 aussteigen k\u00f6nnte, wenn Israel Rafah angreift.<\/p>\n<p>Alle \u00f6lreichen Despoten arbeiten offen mit Israel zusammen. Sie versetzen es in die Lage, seinen v\u00f6lkerm\u00f6rderischen Krieg fortzusetzen, und vertiefen sogar ihre Beziehungen zum israelischen Regime. Ihren Verrat kaschieren sie mit Krokodilstr\u00e4nen \u00fcber die Notlage der Pal\u00e4stinenser und mit formaler Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Klage S\u00fcdafrikas gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof. Au\u00dferdem fordern sie eine dringende Sitzung des zahnlosen UN-Sicherheitsrats, der dem Veto Washingtons unterliegt, und behaupten heuchlerisch, diese werde \u201eIsrael daran hindern, eine drohende humanit\u00e4re Katastrophe zu verursachen, f\u00fcr die jeder verantwortlich ist, der die Aggression unterst\u00fctzt\u201c.<\/p>\n<p><strong>Jordanien unterdr\u00fcckt pal\u00e4stinensische Proteste<\/strong><\/p>\n<p>Eine besonders sch\u00e4ndliche Rolle bei der Unterdr\u00fcckung des Widerstands gegen Israel spielt Jordanien. Das Land hat eine lange Grenze mit Israel und beherbergt \u00fcber 2,2 Millionen registrierte pal\u00e4stinensische Fl\u00fcchtlinge, die durch die Kriege zwischen 1947 und 1967 dorthin vertrieben wurden, sowie deren Nachkommen. Etwa die H\u00e4lfte seiner 11 Millionen Einwohner sind pal\u00e4stinensischer Abstammung. Etwa zwei Drittel von ihnen haben die jordanische Staatsb\u00fcrgerschaft erhalten, werden aber gleichwohl diskriminiert, w\u00e4hrend fast 400.000 immer noch in zehn gro\u00dfen Fl\u00fcchtlingslagern leben. Nach einem Normalisierungsvertrag von 1994, den die US-Regierung unter Clinton vermittelt hatte, hat Jordanien einen \u201ekalten Frieden\u201c mit Israel geschlossen.<\/p>\n<p>Die jordanische Regierung hat Proteste entlang der Grenze zum Westjordanland verboten. Rigoros greift sie gegen Antikriegsproteste gegen Israels Krieg in Gaza durch. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat sie mehr als 1.000 pro-pal\u00e4stinensische Demonstranten \u201everhaftet oder schikaniert\u201c, die von der jordanischen Regierung ein Vorgehen gegen Israel gefordert hatten. Lama Fakih, HRW-Direktorin f\u00fcr den Nahen Osten, sagte: \u201eDie jordanischen Beh\u00f6rden treten das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung und Versammlungsfreiheit mit F\u00fc\u00dfen, um den Aktivismus im Zusammenhang mit dem Gazastreifen zu unterdr\u00fccken.\u201c<\/p>\n<p>In der vergangenen Woche verhafteten die Beh\u00f6rden den Aktivisten Khaled al-Natour, weil er Beitr\u00e4ge ver\u00f6ffentlicht hatte, in denen er zur Aufhebung der Blockade des Gazastreifens aufrief. Dies war Teil des versch\u00e4rften Vorgehens der Regierung gegen pro-pal\u00e4stinensische Aktivisten im Rahmen eines umstrittenen neuen Gesetzes zur Cyberkriminalit\u00e4t. Laut Amnesty International gibt das vage formulierte Gesetz, das im August verabschiedet wurde, der Regierung einen gro\u00dfen Spielraum, um gegen die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung vorzugehen. Das Gesetz wurde genutzt, um mindestens sechs politische Aktivisten zu verhaften und anzuklagen, weil sie \u201ein den sozialen Medien pro-pal\u00e4stinensische Ansichten ge\u00e4u\u00dfert oder die Politik der Beh\u00f6rden gegen\u00fcber Israel kritisiert und zu \u00f6ffentlichen Streiks und Protesten aufgerufen haben\u201c.<\/p>\n<p><strong>Arabische Regime halten Israels Wirtschaft am Laufen<\/strong><\/p>\n<p>Neben mehreren anderen arabischen Staaten spielt auch Jordanien eine zentrale Rolle dabei, Israels Wirtschaft w\u00e4hrend des Krieges am Laufen zu halten.<\/p>\n<p>Nach Angaben des israelischen Fernsehsenders Channel 13 transportieren die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ans\u00e4ssige PureTrans FZCO und das in Israel ans\u00e4ssige Unternehmen Trucknet, das Logistiktechnologie f\u00fcr arabische Reedereien bereitstellt, lebenswichtige G\u00fcter, darunter Lebensmittel, Kunststoffe, Chemikalien sowie elektronische Ger\u00e4te und Bauteile, zwischen dem Hafen Jebel Ali in Dubai und dem Hafen Haifa \u00fcber Stra\u00dfen, die durch Saudi-Arabien und Jordanien f\u00fchren.<\/p>\n<p>Diese Route wurde bereits vor der Gaza-Offensive eingerichtet. Im Juni k\u00fcndigte Miri Regev, Israels Ministerin f\u00fcr Verkehr und Stra\u00dfensicherheit, Pl\u00e4ne zum Ausbau der Route an und erkl\u00e4rte auf X\/Twitter: \u201eDer Landtransport der Waren wird die Zeit um 12 Tage verk\u00fcrzen und die bestehenden Wartezeiten aufgrund des Kabelproblems erheblich reduzieren. Wir werden das realisieren und wir werden Erfolg damit haben.\u201c Im September unterzeichnete Trucknet ein Transportabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain.<\/p>\n<p>Zu den Pl\u00e4nen geh\u00f6rt auch eine noch zu vereinbarende Eisenbahnlinie zwischen den VAE und Israel mit einem Hochgeschwindigkeitszug zwischen Israels n\u00f6rdlicher Stadt Beit She&#8217;an und dem s\u00fcdlichen Hafen von Eilat am Roten Meer.<\/p>\n<p>Die Strecke hat seit Oktober und insbesondere wegen der Angriffe der Houthi auf die mit Israel verbundene Schifffahrt im Roten Meer an strategischer Bedeutung gewonnen, da sie Israel hilft, die Seeblockade zu umgehen und die 14-t\u00e4gige Seeroute um das Kap auf vier Tage zu verk\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Jordanien, das sich des massiven Widerstands seiner ohnehin schon unruhigen Bev\u00f6lkerung gegen Israels v\u00f6lkerm\u00f6rderischen Krieg bewusst war, leugnete, dass Waren \u00fcber sein Gebiet nach Israel transportiert wurden. Doch Fernsehberichte zeigten, wie Lastwagen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten jordanisches Territorium durchquerten, um nach Israel zu gelangen. Die Entlarvung dieser L\u00fcge l\u00f6ste Wut und Demonstrationen gegen Jordaniens \u201esch\u00e4ndliche Landbr\u00fccke\u201c nach Israel aus.<\/p>\n<p>Der \u201eLandkorridor\u201c Dubai-Haifa wurde erstmals 2017 von Israels Verkehrsminister Yisrael Katz ins Gespr\u00e4ch gebracht und spielte bei der Unterzeichnung der Abraham-Abkommen mit den VAE und Bahrain \u2013 und sp\u00e4ter mit dem Sudan und Marokko \u2013 im Jahr 2020 eine Rolle. Damit wurde der langj\u00e4hrige Wirtschaftsboykott dieser L\u00e4nder gegen Israel beendet. Wie sich zeigt, unterh\u00e4lt Israel enge wirtschaftliche Beziehungen zu den Golfstaaten, was lange Zeit geheim gehalten worden war.<\/p>\n<p>Die Abkommen zeigen, dass diese L\u00e4nder ihr lange vernachl\u00e4ssigtes Festhalten an einer \u201eZweistaatenl\u00f6sung\u201c ganz aufgegeben haben. Dies obwohl Netanjahu damit gedroht hat, ein Drittel des Westjordanlandes zu annektieren, das Israel schon seit dem arabisch-israelischen Krieg von 1967 illegal besetzt h\u00e4lt. Der Weg zu neuen Handels- und Investitionsabkommen mit Tel Aviv, insbesondere in den Bereichen Waffen, Technologie und Cyberware, ist ge\u00f6ffnet, und Israels wirtschaftliche Integration in der Region, die schon nach den Osloer Vertr\u00e4gen von 1993 heimlich begonnen wurde, ist weit fortgeschritten.<\/p>\n<p><strong>Saudi-Arabien und der geplante Krieg gegen den Iran<\/strong><\/p>\n<p>Bahrain konnte die Abkommen nur mit der stillschweigenden Zustimmung seines Zahlmeisters in Saudi-Arabien unterzeichnen. Riad ist nun direkt in den Dubai-Haifa-Korridor involviert. Die saudische Regierung versucht, Washington so viele Zugest\u00e4ndnisse wie m\u00f6glich abzuringen, darunter ein Verteidigungsabkommen, die Zusage von \u201eSicherheits\u201c-Unterst\u00fctzung, Waffen und Kampfjets sowie Hilfe bei einem zivilen Atomprogramm. Um ihre Verhandlungsposition zu st\u00e4rken, baut sie ihre wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu China aus.<\/p>\n<p>Der Landkorridor ist ein Hauptanliegen des amerikanischen und europ\u00e4ischen Imperialismus. Er zielt darauf ab, den israelischen Hafen Haifa als wichtiges Tor nach Europa zu positionieren, die politische und wirtschaftliche Landkarte der Region durch die Umgehung des Roten Meeres zu ver\u00e4ndern und Israels Integration in die Wirtschaft der Golfstaaten zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Haifa w\u00e4re der Dreh- und Angelpunkt des Wirtschaftskorridors Indien\u2013Mittlerer Osten\u2013Europa (IMEC), eines gro\u00dfen Projekts f\u00fcr Verkehrsinfrastruktur, das Indien, die Golfregion und Europa unter Umgehung des Irans miteinander verbinden soll. Damit w\u00fcrde Indien n\u00e4her an den US-Imperialismus heranr\u00fccken, was Chinas \u201eNeuer Seidenstra\u00dfe\u201c entgegenwirken w\u00fcrde. Der Hafen von Salalah in Oman, der enge Beziehungen zu Indien unterh\u00e4lt, k\u00f6nnte ebenfalls Teil des neuen Netzwerks werden.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass das Projekt die T\u00fcrkei, die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft im Nahen Osten, die kein \u00d6l besitzt, ausschlie\u00dft, hat den Zorn Ankaras geweckt. Nach Ansicht von Regierungsvertretern f\u00fchrt die geeignetste Route f\u00fcr den Ost-West-Handel durch die T\u00fcrkei und nicht durch Griechenland. Sie untergr\u00e4bt auch den \u00e4gyptischen Suezkanal, der durch die Umleitung des Schiffsverkehrs um das Kap bereits finanzielle Einbu\u00dfen erleidet, was seine wirtschaftliche und soziale Krise versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Ein Viertel der israelischen R\u00fcstungsexporte im Wert von 12,5 Mrd. Dollar entfallen inzwischen auf die arabischen Regime. Auch f\u00fchrende Vertreter der VAE haben ihr Engagement f\u00fcr das Abraham-Abkommen bekr\u00e4ftigt. So erkl\u00e4rte der au\u00dfenpolitische Berater des VAE-Pr\u00e4sidenten, Anwar Gargash, letzten Monat auf einer Konferenz in Dubai: \u201eDie VAE haben eine strategische Entscheidung getroffen, und strategische Entscheidungen sind langfristig.\u201c<\/p>\n<p>Die bilateralen Warenstr\u00f6me sind explodiert. Von Januar bis August 2023 sind sie von 11,2 Millionen US-Dollar im Jahr 2019 auf 2 Milliarden US-Dollar (ohne Software) angestiegen, so der Botschafter der VAE in Israel. Mit dem Partnerschaftsabkommen zwischen den VAE und Israel, das letztes Jahr in Kraft trat, wurden die Z\u00f6lle gesenkt, mit dem Ziel, den bilateralen Handel innerhalb von f\u00fcnf Jahren auf 10 Milliarden Dollar zu steigern. Dies ist zwar weit weniger als der Handel Israels mit der Europ\u00e4ischen Union und der T\u00fcrkei, aber dennoch weit mehr als der Handel Israels mit \u00c4gypten und Jordanien.<\/p>\n<p>Wie israelische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer gegen\u00fcber der <em>Financial Times<\/em> erkl\u00e4rten, ist inmitten des V\u00f6lkermords im Gazastreifen \u201ealles beim Alten\u201c geblieben: Neue Investitionspl\u00e4ne werden weiterverfolgt, und die Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate setzt ihre Fl\u00fcge nach Tel Aviv fort, auch wenn andere ihre Fl\u00fcge streichen.<\/p>\n<p>Saudi-Arabien war zwar nie ein \u201eFrontstaat\u201c im arabisch-israelischen Konflikt, stand aber im Oktober 1973 an der Spitze der Organisation erd\u00f6lexportierender L\u00e4nder (OPEC) und deren Verbot von \u00d6lausfuhren in diejenigen L\u00e4nder, die Israel im arabisch-israelischen Krieg vom Oktober 1973 unterst\u00fctzt hatten. Der Krieg begann nach einem \u00dcberraschungsangriff \u00c4gyptens und Syriens auf Israel in einem letztlich erfolglosen Versuch, die im Krieg von 1967 verlorenen Gebiete zur\u00fcckzugewinnen. Nur der Irak und Libyen beteiligten sich nicht an dem \u00d6lembargo, das im M\u00e4rz 1974 wieder aufgehoben wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der \u00d6lpreis fast verdreifacht, was den Reichtum der \u00d6lstaaten und ihren reaktion\u00e4ren politischen Einfluss in der Region massiv erh\u00f6hte.<\/p>\n<p>F\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter ist von einem \u00e4hnlichen Embargo zum Schutz der 2,3 Millionen Pal\u00e4stinenser in Gaza keine Rede mehr. Das deutet darauf hin, dass die Monarchien den von der Biden-Administration bezahlten und geplanten Krieg Israels unterst\u00fctzen, um die Hegemonie der USA \u00fcber die rohstoffreiche Region durchzusetzen und jegliche Opposition gegen Washington und seine regionalen Verb\u00fcndeten sowie gegen ihr eigenes Regime zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Israels Krieg gegen Gaza hat die langj\u00e4hrigen Bem\u00fchungen Washingtons um ein Normalisierungsabkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien nicht beeintr\u00e4chtigt. Ein potenzielles Saudi-israelisches Abkommen ist ein entscheidender Bestandteil bei den Bem\u00fchungen um eine Beilegung des Gaza-Konflikts, und Riad hat seine Bereitschaft zur Fortsetzung der Gespr\u00e4che signalisiert. Die USA und Gro\u00dfbritannien haben ihrerseits ihre fr\u00fchere Ablehnung von Riads Krieg gegen die Huthis im Jemen l\u00e4ngst aufgegeben. Sie haben schon Hunderte von Luftangriffen auf die Huthis als Reaktion auf deren Angriffe auf Schiffe, die mit Israel verb\u00fcndet sind, geflogen.<\/p>\n<p>Die arabischen Regime, die von ihrer eigenen Bev\u00f6lkerung verachtet werden, haben einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Sie unterst\u00fctzen Israel \u2013 und damit auch den US Imperialismus \u2013 als Gegenleistung f\u00fcr die Zusage Washingtons, ihre \u201eSicherheit\u201c im Falle eines neuen \u201earabischen Fr\u00fchlings\u201c oder einer Massenbewegung, die ihnen gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte, zu gew\u00e4hrleisten. Sie erwarten, dass der US-Imperialismus im Rahmen der Kriegsvorbereitungen gegen China auch Krieg gegen den Iran f\u00fchrt, der die Widerstandskr\u00e4fte gegen ihre Herrschaft unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><em>#Titelbild: Pal\u00e4stinenser im zerst\u00f6rten Fl\u00fcchtlingslager Nusseirat im Gazastreifen, 16. Januar 2024 [AP Photo\/Adel Hana]<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2024\/02\/22\/rmyp-f22.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 23. Februar 2024 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jean Shaoul. Israels faschistische Regierung bereitet eine massive Bodeninvasion vor, um die Stadt Rafah einzunehmen. 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