{"id":14283,"date":"2024-03-06T12:10:37","date_gmt":"2024-03-06T10:10:37","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14283"},"modified":"2024-03-06T12:10:38","modified_gmt":"2024-03-06T10:10:38","slug":"globale-warenketten-und-die-schweiz-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14283","title":{"rendered":"<strong>Globale Warenketten und die Schweiz<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Arman Sp\u00e9th. <\/em><strong>Sp\u00e4testens im Zuge der Coronapandemie ist die Bedeutung globaler Warenketten schlagartig ins Licht der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt. Kaum ein Medium, das nicht \u00fcber die gest\u00f6rten Abl\u00e4ufe und deren Folgen berichtet. Eines wurde dabei klar: Die in den letzten Jahrzehnten erfolgte Verlagerung der Produktion in den Globalen S\u00fcden [1 hatte eine massive Fragmentierung<\/strong><!--more--> <strong>der Produktionsschritte zur Folge und ver\u00e4nderte die \u00f6konomische sowie die soziologische Struktur aller beteiligten L\u00e4nder.<\/strong><\/p>\n<p>Der damit einhergehende Proletarisierungsprozess entfaltete seine Wirkung prim\u00e4r im Globalen S\u00fcden. Zahlreiche L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens avancierten zu globalen Produktionsknotenpunkten; China kam dabei die wichtigste Rolle zu, was dem Land den Namen \u00abWerkstatt der Welt\u00bb bescherte. So lebten im Jahr 2010 beinahe 80 Prozent (oder 541 Millionen) aller Industriearbeiter:innen im Globalen S\u00fcden, gegen\u00fcber 53 Prozent im Jahr 1980 und 34 Prozent im Jahr 1950 (Smith 2016, 101) .<\/p>\n<p>Die Ausweitung internationaler Warenketten wurde durch die Senkung der Handels- und Transportkosten beg\u00fcnstigt sowie durch Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnologie, welche die Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen \u00fcber Grenzen hinweg erleichtert haben. Den gr\u00f6ssten Einfluss hatte aber die Profitabilit\u00e4tskrise entwickelter kapitalistischer L\u00e4nder seit den sp\u00e4ten 1960er-Jahren (Shaikh 2016, 731\u2013733; Roberts 2016, 59\u201365) . Als eines der grossen Krisenl\u00f6sungsmittel (neben den Angriffen auf die Arbeiter:innenbewegung im Globalen Norden) diente der Auslagerungsprozess in die peripheren L\u00e4nder \u2013 mit zunehmender Geschwindigkeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Was das Kapital in der Peripherie vorfand, war ein grosser Pool billiger Arbeitskr\u00e4fte sowie nicht konkurrenzf\u00e4higes heimisches Kapital (Foster\/Chesney 2012, 103\u2013155).<\/p>\n<p>Der b\u00fcrgerliche \u00d6konom Stephen Roach beschrieb die Auslagerungsprozesse treffend mit dem Begriff der globalen Arbeitsarbitrage (Roach 2004). Die globale Arbeitsarbitrage beschreibt die Bem\u00fchungen von Unternehmen, die Kosten zu senken und Profite zu steigern, indem sie h\u00f6her entlohnte inl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte durch billigere ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte ersetzen \u2013 ohne Einbussen in der Produktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Arbeitsarbitrage d\u00fcrfte laut den Modellen der neoklassischen Wirtschaftslehre keine Best\u00e4ndigkeit auf den M\u00e4rkten haben. So schreibt zum Beispiel Aymo Brunetti \u2013 Berner Professor und Verfasser eines der in der Schweiz meist verbreitetsten Hochschullehrb\u00fccher f\u00fcr Volkswirtschaft \u2013 auf Chinas Erfahrung referenzierend, dass der Lohn \u00abin wettbewerbsintensiven M\u00e4rkten durch seinen realen Gegenwert, also die Produktivit\u00e4t der Arbeitskr\u00e4fte, bestimmt\u00bb wird (Brunetti 2017, 278) . \u00c4hnlich sieht es der \u00d6konom Martin Wolf: \u00abEntweder steigen die Reall\u00f6hne und die Produktivit\u00e4t pro Arbeiter:in lange Zeit nur langsam, oder die Reall\u00f6hne steigen schnell und die Produktivit\u00e4t pro Arbeiter:in ebenfalls\u00bb (Wolf 2005, 178, eigene \u00dcbersetzung) . Die Argumentation von Paul Krugman \u2013 weitgehend international anerkannter Doyen des Neokeynesianismus \u2013 beruht auf derselben Annahme: \u00abIn der realen Welt spiegeln die nationalen Lohnniveaus tats\u00e4chlich Produktivit\u00e4tsunterschiede wider\u00bb (Krugman,\/Obstfeld\/Melitz 2019, 75) . Diese Auffassung ist common sense in der dominierenden Lehre der Wirtschaftswissenschaften.<\/p>\n<p>Daran sind Zweifel angebracht: Denn die Ware Arbeitskraft ist in den meisten F\u00e4llen immobil, w\u00e4hrend das Kapital hohe Mobilit\u00e4t kennt. Anders als das Kapital k\u00f6nnen die Arbeiter:innen nicht beliebig Grenzen \u00fcberschreiten und in L\u00e4nder mit h\u00f6heren L\u00f6hnen migrieren. Dies behindert die Lohnausgleichungsprozesse und macht die Arbeitsarbitrage zu einem best\u00e4ndigen Charaktermerkmal globaler Arbeitsteilung.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund globaler Arbeitsarbitrage: Internationalisierung der Produktion<\/strong><\/p>\n<p>Die Internationalisierung der Produktion kennt zwei grundlegende Formen:ausl\u00e4ndischer Direktinvestitionen (ADI) und Fremdvergaben (World Bank 2017). Beide Formen der Auslagerung sind in den letzten dreissig Jahren exponentiell gewachsen und haben das globale BIP -Wachstum, prim\u00e4r f\u00fcr die 1990er- und 2000er-Jahre, deutlich \u00fcbertroffen (UNCTAD 2020, 123\u201324). Bei ADI handelt es sich um Investitionen eines Unternehmens mit\u00a0 dem Zweck, eine Beteiligung an einem Unternehmen zu erwerben, das in einem anderen Land ans\u00e4ssig ist. Der Handel zwischen den durch Direktinvestitionen verbundenen Unternehmen wird innerbetrieblicher Handel genannt. Der Anteil der Direktinvestitionsstr\u00f6me in den Globalen S\u00fcden begann in den sp\u00e4ten 1980ern langsam, aber stetig zu steigen. Im Jahr 2010 flossen erstmals mehr als die H\u00e4lfte aller weltweiten Direktinvestitionen nicht in kapitalistische Zentren (UNCTAD 2011, 3). Von Fremdvergaben ist weiter unten die Rede.<\/p>\n<p>Lenin interpretierte im Buch Der Imperialismus als h\u00f6chstes Stadium des Kapitalismus den steigenden Kapitalexport (wobei er prim\u00e4r von Direktinvestitionen ausging) aus den kapitalistischen Zentren in die L\u00e4nder der Peripherie als eine der \u00abwesentlichsten \u00f6konomischen Grundlagen des Imperialismus\u00bb (Lenin 1988 [1917], 114) . Kapitalexport erfolge aufgrund des Mangels an profitablen Investitionsm\u00f6glichkeiten im Inland. Hingegen biete die Peripherie schwache Konkurrenz, billige Arbeitskr\u00e4fte und somit hohe Profite.<\/p>\n<p>In der auf Lenin aufbauenden Debatte um die Rolle der Direktinvestitionen als Mittel des Aufbaus imperialistischer Beziehungen wurde viel Kritik ge\u00fcbt. \u00dcblicherweise wird dabei hervorgehoben, dass die Direktinvestitionen mehrheitlich zwischen den L\u00e4ndern des Globalen Nordens fliessen (zumindest bis zum Jahr 2010) (Heinrich 2010, 336) . Stimmt: Direktinvestitionen zwischen den Zentrumsl\u00e4ndern sind nicht notwendig ein Indiz f\u00fcr imperialistische Beziehungen; zwischen Deutschland und der Schweiz fliesst viel Kapital und trotzdem ist kein ungleicher Tausch zwischen ihnen erkennbar.<\/p>\n<p>Es muss aber zus\u00e4tzlich die innere Differenzierung verschiedener Formen von Direktinvestitionen beachtet werden. Der im marxistischen Sinne produktive Kapitalexport in Form von \u00abGreenfield ADI \u00bb (Investitionen in neue Anlagen) fliesst immer noch prim\u00e4r aus dem Zentrum in die peripheren L\u00e4nder, w\u00e4hrend die Direktinvestitionsstr\u00f6me innerhalb des Globalen Nordens gr\u00f6sstenteils aus \u00abBrownfield ADI \u00bb bestehen (prim\u00e4r Mergers &amp; Acquisitions) [2] und zumeist als nicht wertproduzierend charakterisiert werden k\u00f6nnen (Smith 2016, 70\u201375; Foster and McChesney 2012, 103\u2013115) . F\u00fcr die Untersuchung der Direktinvestitionen im Kontext globaler Arbeitsarbitrage sind die \u00abGreenfield ADI \u00bb deshalb entscheidend. Sie schaffen die Grundlage f\u00fcr (\u00dcber)Ausbeutung der Arbeitskr\u00e4fte im Globalen S\u00fcden.<\/p>\n<p>Der Globale S\u00fcden erh\u00e4lt den gr\u00f6ssten Teil der \u00abGreenfield ADI \u00bb: zwischen 2003 und 2007 flossen 59 Prozent aller \u00abGreenfield ADI \u00bb in die Peripherie und zwischen 2008 und 2013 waren es nunmehr 69 Prozent (UNCTAD 2015, 12\u201314; UNCTAD 2020, 15\u201318).<\/p>\n<p>Abbildung 1 pr\u00e4sentiert Pro-Kopf-Zahlen angek\u00fcndigter \u00abGreenfield ADI \u00bb f\u00fcr eine Reihe von Schl\u00fcssell\u00e4ndern aus dem Globalen Norden ( USA, Grossbritannien, Deutschland, Schweiz) und Globalen S\u00fcden (China, Indien, Mexiko und T\u00fcrkei). Die Auswahl peripherer L\u00e4nder beschr\u00e4nkt sich auf jene, die exemplarisch f\u00fcr die Entwicklungspolitik exportorientierter Industrialisierung [3] stehen.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-10.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14284\" width=\"411\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-10.jpg 355w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-10-242x300.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 411px) 100vw, 411px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Es ist eine klare Trennung zwischen den L\u00e4ndern des Globalen Nordens und des Globalen S\u00fcdens erkennbar, wobei die Schweiz mit einem Betrag pro Person von beinahe 2000 Dollar unter den ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern alleiniger Spitzenreiter ist. Bei den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens weist die T\u00fcrkei mit einem Betrag pro Kopf von 39 Dollar im Jahr 2020 die h\u00f6chste Rate auf, gefolgt von China mit 33 Dollar. Diese Ergebnisse offenbaren, wie aufgeblasen die Debatten um den scheinbar stark um sich greifenden \u00f6konomischen Einfluss Chinas sind. Verglichen mit den L\u00e4ndern des Globalen Nordens \u2013 allen voran der Schweiz \u2013, sind die chinesischen \u00abGreenfield ADI \u00bb marginal.<\/p>\n<p>Um beurteilen zu k\u00f6nnen, wie sich die Internationalisierung der Produktion in der neoliberalen \u00c4ra entwickelt hat, reicht es nicht mehr aus, nur ADI zu betrachten. Denn zunehmend werden die Verflechtungen durch Fremdvergaben organisiert. International agierende Unternehmen k\u00f6nnen eine direkte innerbetriebliche Beziehung zu einer im Ausland t\u00e4tigen Tochtergesellschaft in eine Beziehung zu einem unabh\u00e4ngigen Lieferanten umwandeln, ohne die Arbeitsbedingungen, die Arbeitsprozesse, die Preise und die somit erzielten Profite zu \u00e4ndern. Was sich profan anh\u00f6rt, hat grosse Wirkung auf die Analyse internationaler Verflechtungen und somit auf globale Werttransferstr\u00f6me. Wenn ein Unternehmen Profite aus den ADI zum Hauptsitz zur\u00fcckgef\u00fchrt hat, wird das festgehalten und buchhalterisch erfasst (mit Ausnahme illegaler Str\u00f6me). Im Falle einer Umwandlung der Handelsbeziehung zu Fremdvergaben, w\u00fcrde ein vormals sichtbarer S\u00fcd-Nord-Fluss von der Tochtergesellschaft zur Konzernzentrale repatriierter Profite spurlos verschwinden \u2013 selbst wenn in Folge der Umwandlung der Beziehung die Produktionskosten sinken und die Profite der Zentrale dank tieferer Einkaufspreise sich erh\u00f6hen w\u00fcrden. Die Profite des Leitunternehmens scheinen dann durch ihre eigenen wertsch\u00f6pfenden Aktivit\u00e4ten in den L\u00e4ndern des Globalen Nordens zu entstehen (Smith 2016, 68\u2013101). Mit den Fremdvergaben nimmt der Kapitalexport nunmehr subtilere Wege an.<\/p>\n<p>Die Erfassung von Daten zur Entwicklung der Fremdvergaben ist mit Schwierigkeiten verbunden (Milberg 2008) . Wo vorhanden, sind es Sch\u00e4tzungen zu den Entwicklungen in den USA . Da kann festgestellt werden, dass zwischen 2002 und 2014 mehr als die H\u00e4lfte (57 Prozent) des internationalen Handels durch Fremdvergaben erfolgte (World Bank 2017, 63\u201365) . Globale Sch\u00e4tzungen gehen von Verk\u00e4ufen durch Fremdvergaben im Wert von zwei Billionen US -Dollar im Jahr 2010 aus (UNCTAD 2011, 132) .<\/p>\n<p>Der auf Globalisierungsprozesse spezialisierte \u00d6konom William Milberg schl\u00e4gt aufgrund der Schwierigkeiten der Erfassung der Internationalisierung der Produktion (insbesondere der Fremdvergaben) vor, alle Importe aus Billiglohnl\u00e4ndern als Teil des Auslagerungsprozesses der Unternehmen aus den Zentrumsl\u00e4ndern zu erfassen (Milberg 2008, 425). Dieser Ansatz hat aber zur Folge, dass nicht nur die Fremdvergaben erfasst werden, sondern auch der grenz\u00fcbergreifende innerbetriebliche Handel \u2013 eine genaue Trennung zwischen den zwei Wegen ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Milbergs Ansatz folgend, wurde die Anzahl Vollzeitbesch\u00e4ftigter im verarbeitenden Gewerbe berechnet, die in China, Indien, Mexiko und der T\u00fcrkei exklusiv f\u00fcr den Export in die Schweiz arbeiten \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob in Schweizer Tochterfirmen t\u00e4tig oder von formal unabh\u00e4ngigen Unternehmen angestellt (Abbildung 2). Die Ergebnisse umfassen alle Werkt\u00e4tigen im verarbeitenden Gewerbe, die f\u00fcr die Herstellung Schweizer Importe ihre Arbeitskraft verausgabt haben. Als Datengrundlage diente die von der Europ\u00e4ischen Kommission initiierte World Input Output Database (WIOD).<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-11.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14285\" width=\"407\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-11.jpg 331w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-11-281x300.jpg 281w\" sizes=\"auto, (max-width: 407px) 100vw, 407px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Die Anzahl Arbeiter:innen aus China, Indien, Mexiko und der T\u00fcrkei, die f\u00fcr den exklusiven Export in die Schweiz arbeiten, nahm einen wellenartigen Verlauf, wobei die letzte Welle auf mehr als 800 000 Vollzeitbesch\u00e4ftigte hochstieg. Als Vergleich: Im industriellen Sektor der Schweiz wurden 2014 eine Million Personen vollzeitbesch\u00e4ftigt (Bundesamt f\u00fcr Statistik 2022).<\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig ist die Zunahme in China und Indien. Waren in Indien im Jahr 2000 noch knapp 290 000 Arbeiter:innen f\u00fcr den exklusiven Export in die Schweiz besch\u00e4ftigt, stieg diese Zahl auf knapp 345 000 im Jahr 2014. In China waren es im Jahr 2000 noch etwas mehr als 180 000 Werkt\u00e4tige, im Jahr 2014 bereits 380 000. Dieser Anstieg widerspiegelt die wachsende Bedeutung des s\u00fcd- und ostasiatischen Raumes f\u00fcr die internationalen Arbeitsteilung.<\/p>\n<p><strong>Globale Arbeitsarbitrage: Methode und Resultate<\/strong><\/p>\n<p>Die gesamte Forschungstradition der klassischen politischen \u00d6konomie sieht die Rolle der Arbeitskraft als konstitutiv f\u00fcr die Organisation der Wirtschaft. Marx untersuchte den Kapitalismus im \u00abidealen Durchschnitt\u00bb (Heinrich 2008, 212\u2013225) . Er ging vom national freien Markt aus, in dem es weder Barrieren f\u00fcr die Arbeitskr\u00e4fte noch f\u00fcr das Kapital gibt. Deshalb tendiert bei Marx der Kapitalismus zu einem Gleichgewicht, das durch eine identische Ausbeutungsrate der Arbeit in allen Wirtschaftsbereichen charakterisiert ist (Helmedag 2019, 266; Carchedi\/Roberts 2021, 8). Dieser Punkt ist sehr entscheidend und spielt f\u00fcr die Frage der Charakterisierung der nunmehr wirklich globalisierten Produktion eine wichtige Rolle. Denn der Weltmarkt wird zwar durch die Internationalisierung des Kapitals gebildet, diese hebt aber die nationalen Grenzen nicht auf. Marx ging von der Tendenz zur Herausbildung eines Weltmarktes aus. Dieser ist aber bei aller Tendenz zur Homogenisierung kein homogener Raum, weil er sich aus zahlreichen verschiedenen Nationalstaaten zusammensetzt, die wiederum auf die von Marx aufgestellten Pr\u00e4missen \u2013 wie die der identischen Ausbeutungsrate \u2013 ver\u00e4ndernd wirken.<\/p>\n<p>Die Untersuchung globaler Arbeitsarbitrage steht im engen Verh\u00e4ltnis zur Marxschen Theorie der Ausbeutung. Denn unterschiedlich hohe Entlohnungen der Besch\u00e4ftigten bei gleicher Produktivit\u00e4t deuten einerseits auf Arbeitsarbitrage hin, andererseits auf unterschiedlich hohe Ausbeutungsraten (Suwandi\/Foster\/Jonna 2019, 56\u201357) .<\/p>\n<p>Allf\u00e4llige Arbeitsarbitrage und damit einhergehende Unterschiede in den Ausbeutungsraten lassen sich mithilfe der Berechnung international harmonisierter Lohnst\u00fcckkosten eruieren (auf der Datengrundlage der WIOD). Die Lohnst\u00fcckkosten setzen die Kosten der Arbeitskraft ins Verh\u00e4ltnis zu ihrer Produktivit\u00e4t. Kurz: Stundenentgelt eines Besch\u00e4ftigten geteilt durch den Verkaufserl\u00f6s pro Erwerbst\u00e4tigen pro Stunde. Wenn sich die Entlohnung bei gleicher Produktivit\u00e4t unterscheidet, weisen unterschiedlich hohe Lohnst\u00fcckkosten auf existierende Arbeitsarbitrage hin. Somit k\u00f6nnen tiefe Lohnst\u00fcckkosten als Proxy f\u00fcr hohe Ausbeutungsraten gelesen werden sowie umgekehrt.<\/p>\n<p>Abbildung 3 zeigt, dass die Lohnst\u00fcckkosten in den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens tiefer sind als im Globalen Norden. Das belegt, dass zwischen Lohnentwicklung und Produktivit\u00e4t keine kausale Beziehung existiert. Die neoklassische Wirtschaftslehre mit ihrem Verst\u00e4ndnis der Entlohnung nach jeweiliger \u00abFaktorenproduktivit\u00e4t\u00bb, die auch als Erkl\u00e4rung f\u00fcr internationale Lohnunterschiede herangebracht wird, stimmt mit den vorliegenden empirischen Ergebnissen nicht \u00fcberein.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-12.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14286\" width=\"432\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-12.jpg 355w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-12-300x293.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p>Die Unterschiede sind gross: die Lohnst\u00fcckkosten von China, Indien, Mexiko und der T\u00fcrkei sind durchschnittlich nur 58 Prozent so hoch wie die durchschnittlichen Lohnst\u00fcckkosten der Schweiz, Deutschland und USA zusammen (siehe Abbildung 4). In diesen L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens waren somit allein f\u00fcr den exklusiven Export in die Schweiz im Jahr 2014 etwas mehr als 800 000 Arbeiter:innen (im verarbeitenden Gewerbe) unter Bedingungen von h\u00f6heren Ausbeutungsraten t\u00e4tig [4].<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-13.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14287\" width=\"384\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-13.jpg 326w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bild-13-300x288.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<p><strong>Diskussion<\/strong><\/p>\n<p>Anhand der Lohnst\u00fcckkosten wird ersichtlich, dass Arbeiter:innen aus China, Indien, T\u00fcrkei und Mexiko im Vergleich zu ihren Mitstreiter:innen aus dem Globalen Norden unterbezahlt und somit f\u00fcr international agierendes Kapital besonders rentabel sind.<\/p>\n<p>Auf dieser Grundlage vollzieht sich internationaler Werttransfer. Werttransfer ist immer dann gegeben, wenn \u00abein Teil des Mehrprodukts, das an einem Standort geschaffen wird, nicht an diesem Ort realisiert und akkumuliert wird, sondern den Surplus an einem anderen Ort erh\u00f6ht\u00bb (Soja 1989, 115, zit. nach Fischer 2020, 46) . Einerseits wird dies durch die globalen firmeninternen Kan\u00e4le praktiziert (Clelland 2016) . Andererseits vollzieht sich der Werttransfer durch \u00abanonyme\u00bb Prozesse auf dem Weltmarkt, genauer \u00fcber die Transformation von Werten in Produktionspreise und damit einhergehender tendenzieller Angleichung globaler Profitraten (Emmanuel 1972; Amin 1976; Roberts 7; Carchedi 2021; Ricci 2021) .<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t des internationalen Werttransfers bedeutet nicht, dass die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens deshalb \u00f6konomisch nicht wachsen k\u00f6nnen \u2013 Chinas Aufstieg beweist das Gegenteil. Jedoch bedeutet es einen Verlust an Werten f\u00fcr die Peripherie, die sonst \u00abtheoretisch f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung des Landes h\u00e4tten reinvestiert werden k\u00f6nnen\u00bb (Hickel\/Sullivan\/Zoomkawala 2021,8, eigene \u00dcbersetzung). Auf der anderen Seite hat der Wertzuwachs basierend auf imperialistischen internationalen Beziehungen zur Folge, dass die L\u00e4nder des Globalen Nordens ihre moderaten Wachstumsszahlen \u00fcberhaupt erreichen und den Fall ihrer Profitabilit\u00e4t zumindest etwas verlangsamen konnten [5] \u2013 das gilt in besonderem Ausmass f\u00fcr die Schweiz, weil das in ihr ans\u00e4ssige Kapital im \u00fcberproportionalen Ausmass international agiert (Carchedi\/Roberts 2021, 6) .<\/p>\n<p>Die vorgestellten empirischen Ergebnisse sind auch im Hinblick der zunehmenden Blockbildung auf dem internationalen Staatenparkett und dem daraus folgenden Versuch der Reorganisation der Warenketten gem\u00e4ss geopolitischer Priorit\u00e4ten von Interesse. Einerseits, weil ersichtlich wurde, dass die Kapitalien der Zentren \u2013 die Schweizer Unternehmen \u00fcberproportional \u2013 von der globalen Arbeitsarbitrage stark profitieren: in den letzten Jahren allen voran von Chinas Arbeiter:innenklasse, die zu ersetzen ein schwieriges Unterfangen wird. Anderseits sind Zufl\u00fcsse von ausl\u00e4ndischem Kapital, auch wenn sie letztendlich durch direkten und indirekten Werttransfer um ein Vielfaches zur\u00fcckgezahlt werden, dennoch eine wichtige Quelle \u00f6konomischer Entwicklung f\u00fcr die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens \u2013 Millionen von Werkt\u00e4tigen sind an die in den Globalen Norden orientierte Exportindustrie gebunden.<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>[1] Globaler S\u00fcden, Peripherie und so weiter werden im vorliegenden Artikel als Synonym verwendet f\u00fcr die meisten developing economies nach UN-Definition; auch die Zuschreibungen Globaler Norden, kapitalistische Zentren und so weiter sind als Synonyme f\u00fcr die meisten developed economies nach UN-Definition zu lesen (UN 2012, 133\u2013140). Es geht in diesem Artikel nicht um die exakte Zuordnung der L\u00e4nder in die Kategorien Zentrum oder Peripherie \u2013 ein intuitives Verst\u00e4ndnis reicht meistens schon aus; vielmehr wird ein Blick auf die Architektur der globalen politischen \u00d6konomie geworfen.<\/p>\n<p>[2] Mergers and Acquisitions bezeichnen in der Regel Fusionen und\/oder den Erwerb von Unternehmensanteilen.<\/p>\n<p>[3] Die exportorientierte Strategie basiert auf dem Ausbau der f\u00fcr den Weltmarkt produzierenden Industrie. Kurz zusammengefasst, arbeitet diese Entwicklungsstrategie mit der Annahme, dass durch Kapitalimporte aus dem Ausland, Freihandel, Privatisierungen und Liberalisierung der Arbeitsm\u00e4rkte die heimische Industrie gest\u00e4rkt werden kann (Fischer 2015, 1-10). Die mit dem Weltmarkt verbundene, stark liberalisierte und somit dynamische Exportindustrie soll durch \u00abspill over\u00bb-Effekte andere heimische Wirtschaftssektoren ankurbeln und positive Ver\u00e4nderungen anstossen (Cope 2019, 16\u201317). Nicht \u00fcberall waren die Folgen exportorientierter Industrialisierung gleich (un)erfolgreich. Die Wirkungen fallen sehr unterschiedlich aus.<\/p>\n<p>[4] Der internationale Werttransfer f\u00fchrt neben \u00f6konomischen und sozialen Problemen auch zu methodischen Verzerrungen und dies zeigt sich exemplarisch bei der Berechnung der Lohnst\u00fcckkosten. Denn die Berechnung von Lohnst\u00fcckkosten beruhen auf Produktionspreisen, die den internationalen Werttransfer inkludieren und somit begrenzt aussagekr\u00e4ftige Daten als Ausgangslage haben (Graf u. a. 2020, 18). Die transferierten Werte werden letztlich von den international agierenden Kapitalien eingefangen und oft als BIP ihrer Heimatl\u00e4nder im Globalen Norden gez\u00e4hlt, ein Ph\u00e4nomen, das nicht nur die h\u00f6heren Mehrwertraten im Globalen S\u00fcden verdeckt, sondern das eigene BIP vergr\u00f6ssert. Daraus folgt, dass die Ausbeutungsrate in den L\u00e4ndern mit Werttransferverlust untersch\u00e4tzt und in den L\u00e4ndern mit Werttransfergewinn \u00fcbersch\u00e4tzt wird (Carchedi\/Roberts 2021, 20\u201321). John Smith spricht dabei von einer \u00abGDP-Illusion\u00bb (Smith 2012, 86). Die \u00f6ffentlich zur Verf\u00fcgung stehenden Datenbanken dr\u00fccken die reale Wertsch\u00f6pfung somit verf\u00e4lscht aus, weil sie nicht reale&nbsp; Wertsch\u00f6pfung widerspiegeln, sondern vielmehr den Prozess der Wertabsch\u00f6pfung ausdr\u00fccken. Doch trotz dieses Missstandes konnten mithilfe von Lohnst\u00fcckkosten h\u00f6here Mehrwertraten in den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens empirisch festgestellt werden. Dies deutet darauf hin, dass die realen Unterschiede zwischen Zentrum und Peripherie noch gr\u00f6sser sind, als sie mithilfe der WIOD Datenbanken gezeigt werden konnten.<\/p>\n<p>[5] Nicht zu untersch\u00e4tzen sind auch die inflationshemmenden Auswirkungen billiger Importe.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Amin, Samir, 1974: Zur Theorie von Akkumulation und Entwicklung in der gegenw\u00e4rtigen Weltgesellschaft. In: Senghaas, Dieter \/ Amin, Samir (Hg.): Peripherer Kapitalismus. Analysen \u00fcber Abh\u00e4ngigkeit und Unterentwicklung. Frankfurt a. M., 71\u201398<\/p>\n<p>Brunetti, Aymo, 2017: Volkswirtschaftslehre. Eine Einf\u00fchrung f\u00fcr die Schweiz. Bern<\/p>\n<p>Bundesamt f\u00fcr Statistik, 2022: Besch\u00e4ftigte nach Vollzeit\u00e4quivalenten und Wirtschaftsabteilungen. <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/industrie-dienstleistungen\/unternehmen-beschaeftigte\/beschaeftigungsstatistik\/beschaeftigte.assetdetail.22604252.html\">https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/industrie-dienstleistungen\/unternehmen-beschaeftigte\/beschaeftigungsstatistik\/beschaeftigte.assetdetail.22604252.html<\/a> (Abfrage 28.7.2022)<\/p>\n<p>Carchedi, Guglielmo \/ Roberts, Michael, 2021: The Economics of Modern Imperialism. In: Historical Materialism, 29(4), 23\u201369<\/p>\n<p>Clelland, Donald, 2016: Global Value Transfers and Imperialism. In: Ness, Immanuel \/ Cope Zak (Hg.): The Palgrave Encyclopedia of Imperialism and Anti-Imperialism. London, 1028\u20131040<\/p>\n<p>Cope, Zak, 2019: The wealth of (some) nations. Imperialism and the mechanics of value transfer. London<\/p>\n<p>Emmanuel, Arghiri, 1972: Unequal Exchange. A Study of the Imperialism. New York<\/p>\n<p>Fischer, Karin, 2020: Dependenz trifft Warenketten. Zur \u00dcberausbeutung von Arbeit im Globalen S\u00fcden. In: Prokla, 198, 33\u201353<\/p>\n<p>Fischer, Karin, 2015: Entwicklung im Neoliberalismus. In: Boatca, Manuela \/ Fischer, Karin \/ Hauck, Gerhard (Hg.): Handbuch Entwicklungsforschung. Wiesbaden, 1\u201310<\/p>\n<p>Foster, John Bellamy \/ McChesney, Robert, 2012: The endless crisis. How monopoly-finance capital produces stagnation and upheaval from the USA to China. New York<\/p>\n<p>Graf, Jakob \/ Landherr, Anna \/ Puder, Janina \/ Rackwitz, Hans \/ Reitz, Tilman \/ Seyd, Benjamin \/ Sittel, Johanna \/ Tittor, Anne, 2020: Abh\u00e4ngigkeit im 21. Jahrhundert. Globale Stoffstr\u00f6me und internationale Arbeitsteilung. In: Prokla, 198, 11\u201333<\/p>\n<p>Heinrich, Michael, 2010: Imperialismustheorien. In: Schieder, Siegfried \/ Spindler, Manuela (Hg.): Theorien der Internationalen Beziehungen. Opladen, 311\u2013343<\/p>\n<p>Heinrich, Michael, 2008: Grenzen des \u00abidealen Durchschnitts\u00bb: Zum Verh\u00e4ltnis von \u00d6ko-<\/p>\n<p>nomiekritik und Staatsanalyse bei Marx. In: Lindner, Urs (Hg.): Philosophieren unter anderen. Beitr\u00e4ge zum Palaver der Menschheit; Frieder Otto Wolf zum 65. Geburtstag. M\u00fcnster, 212\u2013225<\/p>\n<p>Helmedag, Fritz, 2019: Marx und Keynes. Mit Arbeitswerten zu Arbeitsvolumen. In: Hagemann, Harald \/ Kromphardt, J\u00fcrgen \/ Sahin, Bedia (Hg.): Arbeit und Besch\u00e4ftigung \u2013 Keynes und Marx. Schriften der Keynes-Gesellschaft, Band 12. Marburg, 263\u2013282<\/p>\n<p>Hickel, Jason \/ Sullivan, Dylan \/ Zoomkawala, Huzaifa: Plunder in the Post-Colonial Era. Quantifying Drain from the Global South Through Unequal Exchange, 1960\u20132018. In: New Political Economy 26, 6<\/p>\n<p>Krugman, Paul R. \/ Obstfeld, Maurice \/ Melitz, Marc J., 2019: Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Aussenwirtschaft. Pearson<\/p>\n<p>Lenin, Vladimir, 1988 [1917]: Der Imperialismus als h\u00f6chstes Stadium des Kapitalismus. Gemeinverst\u00e4ndlicher Abriss. Berlin<\/p>\n<p>Milberg, William, 2008: Shifting sources and uses of profits. Sustaining US financialization with global value chains. In: Economy and Society, 37(3), 420\u2013451<\/p>\n<p>Ricci, Andrea, 2021: Value and Unequal Exchange in International Trade. The Geography of Global Capitalist Exploitation. London\/New York<\/p>\n<p>Roach, Stephen, 2004: How global labour arbitrage will shape the world economy. Global Agenda, World Economic Forum. <a href=\"http:\/\/www.globalagendamagazine.com\/2004\/stephenroach.asp\">www.globalagendamagazine.com\/2004\/stephenroach.asp<\/a> (Abfrage 28.7.2022)<\/p>\n<p>Roberts, Michael, 2016: The long depression. Chicago<\/p>\n<p>Shaikh, Anwar, 2016: Capitalism. Competition, Conflict, Crises. Oxford<\/p>\n<p>Smith, John, 2016: Imperialism in the twentyfirst century. Globalization, super-exploitation, and capitalism\u2019s final crisis. New York<\/p>\n<p>Smith, John, 2012: The GDP Illusion. Value Added versus Value Capture. In: Monthly Review, 64(3), 86\u2013102<\/p>\n<p>Suwandi, Intan \/ Bellamy Foster, John \/ Jamil Jonna R., 2019: Value chains. The new economic imperialism. New York<\/p>\n<p>United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD), 2020: World Investment Report 2020. International Production Beyond the Pandemic United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD), 2015: World Investment Report 2015. Reforming international investment governance United Nations, 2012: World economic situation and prospects 2012<\/p>\n<p>United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD), 2011: World Investment Report 2011. Non equity modes of international production and development<\/p>\n<p>Wolf, Martin, 2005: Why globalization works.New Haven<\/p>\n<p>World Bank, 2017: Arm\u2019s Length Trade. A Source of Post-Crisis Trade Weaknes<\/p>\n<p><em>Quelle: Widerspruch 79\/22, pp 164 &#8211; 174, Z\u00fcrich<\/em>, 2022<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arman Sp\u00e9th. Sp\u00e4testens im Zuge der Coronapandemie ist die Bedeutung globaler Warenketten schlagartig ins Licht der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt. Kaum ein Medium, das nicht \u00fcber die gest\u00f6rten Abl\u00e4ufe und deren Folgen berichtet. 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