{"id":14433,"date":"2024-04-24T09:16:59","date_gmt":"2024-04-24T07:16:59","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14433"},"modified":"2024-04-24T09:17:01","modified_gmt":"2024-04-24T07:17:01","slug":"warum-unterstuetzen-die-usa-den-terror-israels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14433","title":{"rendered":"<strong>Warum unterst\u00fctzen die USA den Terror Israels?<\/strong>"},"content":{"rendered":"<p><em>Donny Gluckstein. <\/em><strong>Eine &#8222;zionistische Lobby&#8220; zwingt den Westen nicht dazu, die Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser zu unterst\u00fctzen. Israel ist ein Vorposten des US-Imperialismus im Nahen Osten.<\/strong><\/p>\n<p>Der Terror durch den israelischen Staat \u2013 und der Heldenmut des pal\u00e4stinensischen Widerstands \u2013 haben eine internationale Solidarit\u00e4tsbewegung inspiriert. Hunderttausende<!--more--> haben sich an Massenm\u00e4rschen, Versammlungen und der BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) beteiligt.<\/p>\n<p>Doch diese Bewegung ist unter Beschuss geraten. W\u00e4hrend die israelischen Streitkr\u00e4fte das Fl\u00fcchtlingslager Dschenin im Westjordanland besetzt hatten, unterst\u00fctzten britische Abgeordnete einen Gesetzentwurf, der es \u00f6ffentlichen Einrichtungen verbieten sollte, BDS zu unterst\u00fctzen. Wie k\u00f6nnen wir die Angriffe der Rechten bek\u00e4mpfen und den Kampf f\u00fcr die pal\u00e4stinensische Befreiung vorantreiben?<\/p>\n<p><strong>Ist Kritik an Israel antisemitisch?<\/strong><\/p>\n<p>Die Hauptwaffe gegen Kritiker ist der Vorwurf, Widerstand gegen Israel sei antisemitisch. Das ist aus vielen Gr\u00fcnden ein Unsinn. Einen Staat oder eine Regierung zu kritisieren oder abzulehnen, ist keine rassistische Beleidigung der Menschen, die darin leben. Die Mehrheit der Juden lebt au\u00dferhalb Israels \u2013 und viele Juden lehnen den israelischen Staat und seine Handlungen strikt ab. Die blo\u00dfe Behauptung, Kritik an Israel kann nicht antisemitisch sein, ist jedoch unzureichend \u2013 ganz gleich, wie wahr sie ist.<\/p>\n<p>Manche Aktivist:innen tappen in die Falle und behaupten, der Westen unterst\u00fctze Israel wegen dessen Lobbyismus. Um dies zu vermeiden, brauchen wir eine umfassende Analyse der Natur Israels und seiner Beziehung zum westlichen Imperialismus. Ohne eine solche Analyse kann der Weg zur H\u00f6lle sprichw\u00f6rtlich mit guten Absichten gepflastert sein.Wir k\u00f6nnen zwischen vielen Beispielen w\u00e4hlen, um diesen Punkt zu demonstrieren. Ein k\u00fcrzlich erschienenes Buch von Ghada Karmi k\u00f6nnen wir stellvertretend f\u00fcr alle nehmen, gerade weil es zu den besten Arbeiten in dieser Thematik geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Ich stimme mit den allgemeinen Schlussfolgerungen von One State \u2013 the Only Democratic Future for Palestine-Israel voll und ganz \u00fcberein. Aber es zeigt, dass der Vorwurf des Antisemitismus auch dann erhoben werden kann, wenn es gar keine Grundlage gibt. Das Problem ergibt sich aus der Art und Weise, wie das Buch den Antrieb f\u00fcr den israelischen Terror erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Karmi pr\u00e4sentiert eine F\u00fclle von Details, die die Doppelmoral gegen\u00fcber Israel aufdecken. Sie vergleicht die v\u00f6llig unterschiedliche Behandlung von Russlands Invasion in der Ukraine mit Israels Vertreibung der Pal\u00e4stinenser. Wie sie feststellt, wird das von Russland begangene Unrecht sofort verurteilt und es werden Berge von Waffen geschickt, um dagegen vorzugehen. Israel genie\u00dft die \u201eVorteile einer mitschuldi\u00adgen und unterst\u00fctzenden westlichen Welt, egal welches Verbrechen es begeht.\u201d, egal welches Verbrechen es begeht. Sie weist darauf hin, dass es die uneingeschr\u00e4nkte Unterst\u00fctzung der westlichen L\u00e4nder, insbesondere der USA genie\u00dft. Und \u201e die Europ\u00e4ische Union hat Israel einen privilegierten Status im Handel und beim Zugang zu EU-Forschungsprogrammen einge\u00adr\u00e4umt, genau so, als w\u00e4re es ein europ\u00e4ischer Staat.\u201d<\/p>\n<p>Diese Fakten werden nicht angezweifelt. Im Buch erkl\u00e4rt sie sie jedoch als das \u201eErgebnis einer zionistischen Propagandaanstrengung\u2026 eine massive Kampagne von \u00d6ffentlichkeitsarbeit, \u00dcberredungskunst und unter Druck setzens wurde unaufh\u00f6rlich im Namen Israels gef\u00fchrt.\u201d Dies geschah \u201einsbesondere in den USA (deren Kollektivschuld am Holocaust auf diese Weise beglichen wurde).\u201d<\/p>\n<p>Au\u00dferdem, insbesondere \u201edie amerikanisch-j\u00fcdische Gemeinschaft hatte sich als gl\u00fchend zionistisch erwiesen und lukrierte Gelder und setzte sich in der ameri\u00adkanischen Gesellschaft und Politik f\u00fcr Israel ein.\u201d Sie f\u00fchrt das Beispiel von US-Pr\u00e4sident Jimmy Carter an, der unter starkem Druck des Au\u00dfenministeriums Israels und der zionistischen Lobby in den USA stand, keine Kritik an Israel zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p><strong>Holocaust als Begr\u00fcndung nicht genug<\/strong><\/p>\n<p>Das einzige andere Motiv, das Karmi anf\u00fchrt, warum Juden in den Korridoren von Washington und London eine Sonderbehandlung erfahren k\u00f6nnten, ist der Holocaust der Nazis. Dieser \u201ehabe die Aufgabe vollendet, die westlichen Sponsoren des Zionismus davon zu \u00fcberzeugen, das ein Zu\u00adfluchtsort f\u00fcr verfolgte Juden unumg\u00e4ng\u00adlich w\u00e4re.\u201d Und sie schreibt, \u201enur wenige Menschen im Westen haben seither jemals ernsthaft dieser The\u00adse widersprochen.\u201c<\/p>\n<p>Diese Erkl\u00e4rung spielt nicht nur unseren Feinden in die H\u00e4nde, sie ist auch falsch. Karmis Darstellung ist durchaus wohlwollend und zeigt keine Spur von Antisemitismus, doch kann sie genau jenen Kr\u00e4ften Munition liefern, gegen die sie sich wendet.<\/p>\n<p>Um zu verstehen, warum, muss man sich die entscheidende antisemitische Legende ins Ged\u00e4chtnis rufen. Sie besagt, Juden seien eine kleine Minderheit, die hinter den Kulissen ihre Macht aus\u00fcbe, um ihre Interessen durchzusetzen. Karmis Bericht kann in diesem Sinne gelesen werden, auch wenn das nicht beabsichtigt ist. Und selbst der Verweis auf die Auswirkungen des Holocausts kann so umgedeutet werden, dass Juden auf emotionale Erpressung zur\u00fcckgreifen, auch wenn das sicherlich nicht Karmis Ziel war. Weniger differenzierte Pal\u00e4stina-Bef\u00fcrworter k\u00f6nnen sehr leicht in den Antisemitismus abrutschen, ohne dass es nur den Anschein hat.<\/p>\n<p>Auf eine zionistische oder pro-israelische Lobby zu verweisen und die Bezeichnung j\u00fcdische Lobby abzulehnen, ist richtig. Aber erkl\u00e4rt sie die Unterst\u00fctzung des Westens f\u00fcr Israel? Alle Regierungen setzen sich f\u00fcr ihre Interessen ein, also beweist die blo\u00dfe Existenz einer Pro-Israel-Lobby noch keine Bevorzugung Israels.<\/p>\n<p>Israelische Anliegen haben neun Millionen Kolonisten hinter sich, aber die Regierungen von 500 Millionen Arabern in den umliegenden L\u00e4ndern betreiben ebenfalls Lobbyarbeit. Karmi verweist auf die etwa acht Millionen amerikanischen Juden, die weitgehend hinter Israel stehen. Aber 206 Millionen Amerikaner \u2013 62 Prozent \u2013 sind gegen die Aufhebung von Roe vs Wade durch den Obersten Gerichtshof. Es gibt 42 Millionen Afroamerikaner:innen, aber sie werden von den staatlichen Institutionen nicht bevorzugt behandelt. Diese Gruppen haben es nicht geschafft, die US-Regierung von ihrer Sache zu \u00fcberzeugen. Warum sollte das bei Israel der Fall sein?<\/p>\n<p>Schuldgef\u00fchle wegen des Holocausts sind auch kein Grund f\u00fcr die Unterst\u00fctzung Israels. Heute unterst\u00fctzen f\u00fchrende antisemitische Politiker, wie der ungarische Viktor Orb\u00e1n, Israel. Sie tun dies nicht, weil sie sich dar\u00fcber emp\u00f6ren, wie Juden behandelt wurden. Regierungen haben keine Schuldgef\u00fchle. W\u00e4re dies der Fall, lie\u00dfen sie Menschen nicht im Mittelmeer ertrinken. Sie w\u00fcrden Fl\u00fcchtlingen nicht die gleiche unmenschliche Behandlung wie den Juden antun, die in den 1930er Jahren vor Hitler flohen.<\/p>\n<p>Das Problem bei dieser Erkl\u00e4rung ist die fehlende Einordnung der Trag\u00f6die Pal\u00e4stinas in ein Gesamtbild. Es ist verst\u00e4ndlich, da die Solidarit\u00e4t mit Pal\u00e4stina vom Widerstand gegen Israels Handlungen entfacht wird. Allerdings vergisst man dabei auf wichtige Teile des Puzzles.<\/p>\n<p><strong>Apartheid-Begriff verfehlt das Ziel<\/strong><\/p>\n<p>Beginnen wir mit einem Beispiel, wie einfache und offensichtlich vern\u00fcnftige Aussagen in die Irre f\u00fchren k\u00f6nnen. Als Beleidigung ist es absolut richtig, Israel vorzuwerfen, ein ethnozentristischer Apartheidstaat zu sein. Apartheid beschreibt abscheulichen Rassismus, wie er in S\u00fcdafrika praktiziert wurde.<\/p>\n<p>Aber in einem anderen Sinne ist der Begriff unzutreffend. Die Afrikaaner-Regierung, die 1948 die s\u00fcdafrikanische Apartheid einf\u00fchrte, wurde von den Buren unterst\u00fctzt \u2013 Bauern, die von der Niederl\u00e4ndischen Ostindien-Kompanie zur Ausbeutung der schwarzen Arbeitskr\u00e4fte geholt wurden.<\/p>\n<p>Vor der Gr\u00fcndung Israels im Jahr 1948 bauten die Zionisten eine v\u00f6llig getrennte j\u00fcdische Wirtschaft auf, die das Gegenteil bezweckte: die Ausgrenzung der pal\u00e4stinensischen Arbeitskr\u00e4fte. Rund 97 Prozent der Araber und Juden arbeiteten in getrennten Wirtschaften. Durch die Gleichsetzung von Zionismus mit Apartheid verlieren wir einen wesentlichen Unterschied zwischen pal\u00e4stinensischen Juden und Buren, der bis heute wichtig ist.<\/p>\n<p><strong>Aufr\u00fcstung Israels<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel daf\u00fcr, wohin ein falscher Ansatz f\u00fchren kann, ist Karmis Argument, dass die \u201eAraber gezwungen waren, auf die Gr\u00fcndung Israels auf verschiedenste Arten zu reagieren, alle davon sch\u00e4dlich\u201c, schreibt sie. \u201eDie Militarisierung steht an oberster Stelle dieser Liste.\u201c W\u00e4hrend die \u201earabischen Staaten sich auf ihre eigene politische und soziale Entwicklung h\u00e4tten konzentrieren sollen, wurden diese Frontstaaten stattdessen in Kriege verwickelt und lenkten ihre Ressourcen in R\u00fcstung und \u00dcberwachung um.\u201c<\/p>\n<p>Als Ergebnis betragen die durchschnittlichen R\u00fcstungsausgaben dieser L\u00e4nder im Jahr 2021 5,7 Prozent des BIP, verglichen mit dem weltweiten Durchschnitt von 2,2 Prozent. Karmi verweist auch auf die zahlreichen Gesch\u00e4fte und Beziehungen Israels mit arabischen Staaten, darunter \u00c4gypten, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko, Sudan, Tunesien, Mauretanien, Katar und Saudi-Arabien.<\/p>\n<p>Das ist ein offensichtlicher Widerspruch \u2013 gegen Israel aufzur\u00fcsten und sich mit ihm anzufreunden. Dies allein mit der Existenz Israels zu begr\u00fcnden, spielt dem Feind in die H\u00e4nde und ist ungenau.<\/p>\n<p>Arabische Regierungen r\u00fcsten vor allem auf, um ihre eigene Bev\u00f6lkerung zu kontrollieren, wie etwa im Sudan, in \u00c4gypten und Syrien. Wenn sie Auslandseins\u00e4tze durchf\u00fchren, dann nicht unbedingt gegen Israel. Der Irak gegen den Iran und Kuwait in den 1980er und 90er Jahren und der Krieg im Jemen sind Beispiele daf\u00fcr. W\u00e4re die Opposition gegen Israel der Hauptgrund f\u00fcr die arabischen R\u00fcstungsausgaben, w\u00e4re die Liste der israelfreundlichen L\u00e4nder nicht so lang.<\/p>\n<p><strong>Verwirrung \u00fcber Zionismus<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer m\u00f6glicher Grund f\u00fcr Unklarheit liegt im Verst\u00e4ndnis von Zionismus. Alle beschriebenen negativen Aspekte des Zionismus \u2013 Rassismus, Siedlerkolonialismus usw. \u2013 sind v\u00f6llig richtig. Aber es braucht eine ausf\u00fchrlichere Analyse. Der israelische Staat beansprucht als seine Grundlage die historische Bestimmung der Juden. Nichts k\u00f6nnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Israel entstand als Ergebnis der Vernichtung der Juden, an der der Weltkapitalismus in h\u00f6chstem Ma\u00dfe beteiligt war. Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Zionismus war das Ergebnis einer Trag\u00f6die, nicht einer freien Entscheidung.<\/p>\n<p>Lange Zeit waren die in der Diaspora lebenden Juden in jedem europ\u00e4ischen Land eine Minderheitengruppe. Sie wurden zur Zielscheibe der Teile-und-Herrsche-Strategie, die heute noch aus denselben Gr\u00fcnden gegen Migranten eingesetzt wird \u2013 um von jenem Leid und Elend abzulenken, das vom Klassensystem verursacht wird. Die Folge waren Gewalt und Diskriminierung. W\u00e4hrend der Industrialisierung Russlands im 19. Jahrhundert kam es zu einem starken Anstieg an Pogromen. Der Fall Dreyfus in Frankreich in den 1890er Jahren und politische Kampagnen in \u00d6sterreich und Polen waren weitere Beispiele. Hitler wurde 1933 vom herrschenden Milit\u00e4rkl\u00fcngel zum deutschen Bundeskanzler ernannt, und der britische Premierminister Neville Chamberlain schrieb damals: \u201eDie Juden k\u00fcmmern mich nicht im Geringsten. Als die J\u00fcd:innen aus Nazi-Deutschland zu fliehen begannen, verschlossen die Regierungen aller Kontinente ihre T\u00fcren. W\u00e4hrend des Holocausts weigerten sich die Alliierten, den Betrieb von Vernichtungslagern wie Auschwitz zu beenden, und machten sich Gedanken dar\u00fcber, wie sie die Juden fernhalten k\u00f6nnten. Danach zogen sie ihre Grenzen hoch, um die Aufnahme von \u00dcberlebenden zu verhindern.\u201d<\/p>\n<p>Vor den 1930er Jahren war die \u00fcberwiegende Mehrheit der Juden an der zionistischen Kolonisierung Pal\u00e4stinas nicht interessiert, oder ihr gegen\u00fcber sogar feindselig eingestellt. Sie wollten weiterhin mit nicht-j\u00fcdischen Menschen zusammenleben. In den sechs Jahrzehnten nach den Pogromen von 1881 floh jeder vierte Jude aus Europa, doch die gro\u00dfe Mehrheit zog in die USA, nach Kanada, Argentinien, Australien, S\u00fcdafrika \u2013 eigentlich \u00fcberall hin, nur nicht nach Pal\u00e4stina. Zwischen 1901 und 1925 \u2013 als die USA begannen, ihre T\u00fcren zu schlie\u00dfen \u2013 entschied sich nur einer von 27 f\u00fcr Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p>Unter den politischen Aktivist:innen war die sozialistische Tradition, vom J\u00fcdischen Bund bis hin zu einer Reihe linker Parteien, beliebter als der Zionismus. Nur zwei Prozent der amerikanischen Juden unterst\u00fctzten ihn. Erst der V\u00f6lkermord und die Gleichg\u00fcltigkeit der kapitalistischen Staaten zerst\u00f6rten jede Hoffnung auf etwas Besseres als einen kleinen, militarisierten, kolonialen Siedlerstaat.<\/p>\n<p><strong>Wachhund des US-Imperialismus<\/strong><\/p>\n<p>Was Israel heute tut, ist ein Verrat an unz\u00e4hligen Juden aus der Arbeiterklasse, die f\u00fcr Freiheit und Gerechtigkeit f\u00fcr alle gek\u00e4mpft haben. Sie w\u00e4ren au\u00dfer sich, w\u00fcrden sie erfahren, wie Ben Gvir oder Binyamin Netanyahu behaupten, in ihrem Namen zu handeln. Die Hauptverantwortung f\u00fcr diesen Zustand liegt bei Kapitalismus und Imperialismus.<\/p>\n<p>Heute wedelt der israelische Schwanz nicht mit dem Hund US-Imperialismus. In Bezug auf Milit\u00e4rausgaben stehen die USA mit 39 Prozent der weltweiten Ausgaben auf Platz eins. 2022 gaben sie 877 Mrd Dollar f\u00fcr ihre Streitkr\u00e4fte aus. Israel gab 20 Mrd Dollar aus, 0,9 Prozent der weltweiten Ausgaben. Karmi hat Recht, wenn sie auf die Ausgaben der arabischen Staaten hinweist. Sie \u00fcbertreffen jene Israels mit 112 Mrd Dollar um das Sechsfache und liegen damit nach den USA und China an dritter Stelle. Es macht wenig Sinn, zu behaupten, Israel k\u00f6nne den US-Hund so manipulieren, dass er es gegen\u00fcber den arabischen Staaten bevorzugt.<\/p>\n<p>Wird diese Behauptung nicht durch die US-Milit\u00e4rhilfe entkr\u00e4ftet? Israel erh\u00e4lt mit 3,3 Mrd Dollar sicherlich einen hohen Betrag. Doch unter diesem Ma\u00dfstab sind es wiederum die arabischen L\u00e4nder, die gewinnen. Die US-Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr die arabischen L\u00e4nder im Nahen Osten und in Nordafrika ist mit 4,7 Milliarden Dollar wesentlich h\u00f6her; auch unter Donald Trump. Allein die an Israel angrenzenden arabischen L\u00e4nder \u2013 Libanon, Jordanien und \u00c4gypten \u2013 erhalten gemeinsam denselben Betrag wie Israel. Die Idee einer dominanten zionistischen Lobby ergibt in Kenntnis dieser Zahlen keinen Sinn. Ein anderer Ansatz ist hier erforderlich.<\/p>\n<p>Israel darf nur als ein Teil des von den USA gef\u00fchrten imperialistischen Blocks betrachtet werden. Die \u00d6l-Vorkommen im Nahen Osten machen die Region zu einem Brennpunkt f\u00fcr die USA \u2013 und Israel ist ihre zuverl\u00e4ssigste Kraft. Es ist der verl\u00e4ngerte Arm des US-Imperialismus, nicht umgekehrt. Die Regierungen Gro\u00dfbritanniens, Deutschlands usw. sind ebenfalls untergeordnete Mitglieder des westlichen Blocks, wie das B\u00fcndnis der NATO-Kriegstreiber zeigt, und keine Handlanger Israels.<\/p>\n<p>Obwohl die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse von den USA aus nach unten verlaufen, hindert das die Satellitenstaaten nicht an der Suche nach ihren eigenen Vorteilen. Die israelische Regierung k\u00e4mpft mit allen Mitteln f\u00fcr ihre Position, was auch ihre Ausschreitungen in Dschenin erkl\u00e4rt. Sie ist der bezahlte Wachhund des US-Imperialismus \u2013 und w\u00e4hrend er an der Leine zieht, schl\u00e4gt er auf die Pal\u00e4stinenser ein. Die wirklichen Machtverh\u00e4ltnisse zu begreifen, ist absolut notwendig, wenn wir die pal\u00e4stinensische Sache verteidigen wollen.<\/p>\n<p><strong>Kampf gegen Zionismus<\/strong><\/p>\n<p>Das Wissen um die j\u00fcdische Vergangenheit macht den Zionismus nicht weniger verwerflich, sondern stellt ihn in einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang. Neben der Ermordung von Pal\u00e4stinensern gibt es einen weltweiten Aufstieg der extremen Rechten und die R\u00fcckkehr des Antisemitismus auf die politische Tagesordnung. Die Kampagne f\u00fcr Pal\u00e4stina kann nur dann wirksam gegen ihre Kritiker verteidigt werden, wenn die Unterst\u00fctzer antisemitische Legenden eindeutig zur\u00fcckweisen. Wenn man ihnen Glauben schenkt, wird unsere Kampagne zu einem leichten Ziel f\u00fcr feindliche Kritiker.<\/p>\n<p>Die Situation im Nahen Osten der Israel-Lobby in die Schuhe zu schieben, bedeutet, dass der Weg zu einer L\u00f6sung, die im Sturz des Systems des Imperialismus und der Vorherrschaft in der gesamten Region besteht, schwieriger gemacht wird. Es entlastet die USA und die arabischen herrschenden Klassen, die die Pal\u00e4stinenser verraten haben. W\u00e4hrend einige arabische Regierungen in der westlichen Sph\u00e4re Lippenbekenntnisse zu Pal\u00e4stina ablegen, stehen sie in der Praxis der pal\u00e4stinensischen Sache gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber und sind bereit, einem Verb\u00fcndeten der USA, der ihren Boden besetzt h\u00e4lt, entgegenzukommen.<\/p>\n<p>Der heldenhafte Widerstand des pal\u00e4stinensischen Volkes ist au\u00dfergew\u00f6hnlich und best\u00e4ndig. Wir d\u00fcrfen den Feinden der Pal\u00e4stina-Solidarit\u00e4t nicht unn\u00f6tig Munition liefern. Wir m\u00fcssen die Schuld dort suchen, wo sie hingeh\u00f6rt \u2013 beim US-Imperialismus, der den Terror seines israelischen Wachhundes unterst\u00fctzt, weil er den Nahen Osten beherrschen will.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/linkswende.org\/warum-unterstuetzen-die-usa-den-terror-israels\/\"><em>linkswende.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 24. April 2024<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donny Gluckstein. Eine &#8222;zionistische Lobby&#8220; zwingt den Westen nicht dazu, die Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser zu unterst\u00fctzen. 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