{"id":14754,"date":"2024-08-01T16:18:18","date_gmt":"2024-08-01T14:18:18","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14754"},"modified":"2024-08-01T16:18:20","modified_gmt":"2024-08-01T14:18:20","slug":"bvg-bschiss-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14754","title":{"rendered":"BVG-Bschiss stoppen!"},"content":{"rendered":"<p><em>sit. <\/em><strong>Mehr bezahlen f\u00fcr weniger Rente. Dies droht den Arbeiter:innen in der Schweiz mit der BVG-Reform, die am 22.September zur Abstimmung kommt. Anfang Juli hat ein breites B\u00fcndnis rund um den Schweizerischen Gewerkschaftsbund den Abstimmungskampf lanciert.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Zuerst behauptet das Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherung auf seiner Website Folgendes: \u00abDie Reform geht das Finanzierungsproblem an, das durch die h\u00f6here Lebenserwartung und die tieferen Ertr\u00e4ge auf dem Altersguthaben entsteht.\u00bb Nicht erw\u00e4hnt wird, in welchem Interesse das angebliche Finanzproblem gel\u00f6st werden soll. Dann kommen die Fakten: \u00abDazu wird der Umwandlungssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge von heute 6,8 Prozent auf 6,0 Prozent gesenkt.\u00bb. Dieser Prozentsatz gibt an, wie hoch sp\u00e4ter die monatliche Rente sein wird. Bei einem Altersguthaben von 100000 Franken betr\u00e4gt die j\u00e4hrliche Rente heute 6800 Franken. Mit der Reform w\u00fcrde sie noch 6000 Franken betragen.<\/p>\n<p>Dann erkl\u00e4rt das BSV: \u00abUm eine K\u00fcrzung der k\u00fcnftigen Renten m\u00f6glichst zu verhindern, haben Bundesrat und Parlament Ausgleichsmassnahmen beschlossen.\u00bb Diese Massnahmen sollen die Senkung des Umwandlungssatzes kompensieren. Aber auch nach allem Bem\u00fchen, den Rentenabbau sch\u00f6nzureden, muss das BSV zugeben, dass die angebliche Kompensation nicht viel mehr als ein Z\u00fcckerchen ist: \u00abTrotzdem kann die Reform in gewissen F\u00e4llen zu tieferen Renten in der obligatorischen beruflichen Vorsorge f\u00fchren.\u00bb Kurz gesagt: Die BVG-Reform, die am 22.September zur Abstimmung kommt, ist ein weiterer Versuch, die Renten zu k\u00fcrzen \u2013 und in wessen Interesse das ist, muss nicht gross erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><strong>Verheerende Folgen<\/strong><\/p>\n<p>Das BSV, immerhin eine staatliche Stelle, k\u00f6nne die Frage nach den effektiven Auswirkungen der Reform \u00abnicht genau beantworten und verweist die Stimmbev\u00f6lkerung an die Pensionskassen\u00bb, schreibt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) in seiner Medienmitteilung vom 2.Juli. \u00abDie Gewerkschaften sitzen in genau diesen Pensionskassen und kennen die konkreten Folgen, insbesondere im Gewerbe, in der Gastronomie, im Bau und in weiteren Tieflohnbranchen\u00bb, h\u00e4lt der SGB fest. Die Folgen der Vorlage f\u00fcr die Arbeiter:innen in den Tieflohnsektoren seien schlicht \u00abverheerend\u00bb, so der Gewerkschaftsbund weiter. In der Tat: Die Senkung des Umwandlungssatzes f\u00fchrt zu Rentenk\u00fcrzungen von bis zu 3200 Franken j\u00e4hrlich. Gleichzeitig werden mit der Reform die obligatorischen Lohnabz\u00fcge erh\u00f6ht. Die Kosten, sprich die Lohnbeitr\u00e4ge, f\u00fcr die Arbeiter:innen steigen um bis zu 2400 Franken pro Jahr. \u00abSie h\u00e4tten mit der Reform noch weniger Nettolohn und w\u00fcrden trotzdem keine h\u00f6here Rente im Alter erhalten \u2013 oder sogar eine tiefere\u00bb, informiert der SGB.<\/p>\n<p><strong>42 Franken mehr Abz\u00fcge, 258 Franken weniger Rente<\/strong><\/p>\n<p>Auf der Website bvg-bschiss.ch werden konkrete Beispiele genannt. Die 49-j\u00e4hrige Mitarbeiterin einer Kita (Fachperson Betreuung) verdient durchschnittlich 5400 Franken im Monat. F\u00fcr sie bedeutet die Reform, h\u00f6here Beitr\u00e4ge zu zahlen und weniger Rente zu erhalten: 100 Franken mehr Abz\u00fcge, 127 Franken weniger Rente. Eine 25-j\u00e4hrige medizinische Praxisangestellte verdient im Monat im Schnitt 4900 Franken. F\u00fcr sie bedeutet die Reform:\u00a074 Franken mehr an Beitr\u00e4gen bezahlen f\u00fcr 47 Franken mehr Rente. \u00abSie hat ein Leben lang h\u00f6here Kosten und weniger Lohn auf dem Konto f\u00fcr nur wenig mehr Rente. Selbst wenn sie das Geld bar unters Bett legt, hat sie am Ende mehr als mit diesem BVG-Bschiss\u00bb, lautet das Fazit der Gewerkschaften. Aber es kommt noch schlimmer, n\u00e4mlich f\u00fcr den 45-j\u00e4hriger Fachverk\u00e4ufer im Grosshandel, der im Schnitt monatlich 7100 Franken verdient. F\u00fcr ihn bedeutet die BVG-Reform: mehr bezahlen und massiv weniger Rente, 42 Franken mehr Abz\u00fcge, 258 Franken weniger Rente.<\/p>\n<p>Insbesondere f\u00fcr Frauen funktioniere die Reform nicht, schreibt der SGB. Und f\u00fcgt hinzu: \u00abSie werden kr\u00e4ftig zur Kasse gebeten. Aber die grosse Rentenl\u00fccke in den Pensionskassen bleibt bestehen.\u00bb Grund daf\u00fcr ist, dass ihre Nachteile durch Erwerbsunterbr\u00fcche und die ungleiche Verteilung der unbezahlten Arbeit mit der Reform nicht ausgeglichen werden.<\/p>\n<p><strong>Notwendig ist eine Volkspension<\/strong><\/p>\n<p>Machen wir es kurz: Dem BVG-Bschiss muss eine deftige Absage erteilt werden. Klar muss aber auch sein, dass ein Nein zur BVG-Reform nicht reicht. Denn der Angriff auf die Renten wird weitergehen. Und zwar aus einem einfachen Grund: Die Altersvorsorge ist Klassenkampf. Auf der einen Seite stehen diejenigen, denen es egal ist, ob die Menschen im Alter am Hungertuch nagen m\u00fcssen. Auf der anderen Seite der Barrikade steht eine solidarische Gesellschaft, die unter anderem auch Art. 112, Abs. b der Bundesverfassung ernst nimmt. Dieser besagt, dass die AHV-Renten \u00abden Existenzbedarf angemessen decken\u00bb m\u00fcssen.<\/p>\n<p>N\u00f6tig dazu ist eine Volkspension, wie sie die Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS) vorschl\u00e4gt. Das neue Rentensystem soll schrittweise eingef\u00fchrt werden. Ab einem bestimmten Zeitpunkt werden keine neuen Beitr\u00e4ge mehr in die Rentenfonds der 2.S\u00e4ule, sondern in die neue AHV eingezahlt. Das Kapital, das die Versicherten vor dem Inkrafttreten des neuen Systems in den Pensionskassen angespart haben, w\u00fcrde weiterhin von diesen verwaltet werden und die entsprechende Rente auszahlen. Auf diese Weise werden die erworbenen Anspr\u00fcche aller Versicherten gesichert. Sobald die Personen, die seit Beginn ihres Arbeitslebens in die neue AHV eingezahlt haben, in Rente gehen, wird der \u00dcbergang zum neuen Altersvorsorgesystem abgeschlossen sein. Die Mindestrente soll dabei 4000 Franken betragen. Ja, denn die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar!<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.vorwaerts.ch\/inland\/bvg-bschiss-stoppen\/#more-30535\"><em>vorwaerts.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 1. August 2024<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>sit. Mehr bezahlen f\u00fcr weniger Rente. Dies droht den Arbeiter:innen in der Schweiz mit der BVG-Reform, die am 22.September zur Abstimmung kommt. 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