{"id":15285,"date":"2025-02-28T10:36:00","date_gmt":"2025-02-28T08:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15285"},"modified":"2025-02-28T10:36:01","modified_gmt":"2025-02-28T08:36:01","slug":"apples-rote-lieferkette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15285","title":{"rendered":"Apples rote Lieferkette"},"content":{"rendered":"<p>Das iPhone kam 2007 auf den Markt. Bis dahin war Nokia der Weltmarktf\u00fchrer im Bereich Mobiltelefone gewesen. Bereits 2008 verdr\u00e4ngte \u00adApple Nokia und blieb in den folgenden Jahren auf Platz 1. Heute beherrscht Apple mit weit \u00fcber einer Milliarde Nutzern ein Viertel bis ein Drittel des Weltmarkts und ist nach Aktien das \u00bbwertvollste Unternehmen der Welt\u00ab.<!--more--><\/p>\n<p>Der Triumphzug Apples wird gemeinhin mit der Einf\u00fchrung des Touchscreens, einer gut bedienbaren, nahezu fehlerfreien Software und der Monopolisierung des <em>App Store<\/em> erkl\u00e4rt. Zudem gelten Apples Produkte in vielen Kreisen als cooles Status\u00adsymbol. In Wirklichkeit steckt hinter Apples Erfolg ein riesiges Netz aus Massen- und Spezialfertigungsbetrieben mit Millionen von Arbeitern \u2013 in China.<\/p>\n<p>In den aktuellen geopolitischen Turbulenzen versucht Apple, sich von diesen ArbeiterInnen weniger abh\u00e4ngig zu machen. Seit 2023 l\u00e4sst es mehr iPhones in Indien und Vietnam produzieren \u2013 wof\u00fcr allerdings viele Teile aus China importiert werden m\u00fcssen. <a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html#fn1\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Bereits in den 1960er Jahren begannen US- und euro\u00adp\u00e4ische Elektronikkonzerne mit der Auslagerung der Produktion nach Asien. Dabei handelte es sich anfangs um Montageindustrie ohne gro\u00dfe Maschinerie. Seit den 1990er Jahren hat sie sich speziell in China angesiedelt. Elektronik ist heute die globalste Industrie \u00fcberhaupt, in keiner anderen Industrie wirkt der globale \u00bbGesamtarbeiter\u00ab so stark zusammen. Die Entwicklung sitzt meistens in den USA, die Produktion findet in Asien und Osteuropa statt, die Rohstoffe kommen aus Afrika. Die globale Logistik verbindet die Produktionsorte und sorgt f\u00fcr den globalen Absatz.<\/p>\n<p>Noch immer sind die L\u00f6hne in S\u00fcdostasien relativ niedrig, viele Prozesse konnten und mussten noch nicht automatisiert werden. Die Industrie braucht kontinuierlich neue junge Arbeitskr\u00e4fte, die die Arbeitsbedingungen ertragen. \u00bbFlei\u00df\u00ab, \u00bbDisziplin\u00ab und andere \u00bbindustrielle F\u00e4higkeiten\u00ab sind am wichtigsten. In China erledigen diese Arbeit B\u00fcrgerInnen zweiter Klasse vom Land; durch ihre Zuwanderung sind St\u00e4dte mit den gr\u00f6\u00dften Arbeiterkonzentrationen der Menschheitsgeschichte entstanden. Lange blieben sie unsichtbar f\u00fcr die \u00adglobale \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Verk\u00fcrzung des Umschlags und fixes Kapital<\/strong><\/p>\n<p>Der heutige Apple-Chef Tim Cook war zuvor bei IBM und Compaq \u2013 zwei Unternehmen, die schon lange vor Apple in China produzieren lie\u00dfen. 1998 warb Steve Jobs pers\u00f6nlich Cook ab und machte ihn zum Chef des operativen Gesch\u00e4fts. Er wurde zum Architekt der \u00bbApple-Lieferkette\u00ab. Cook verlegte die Produktion in Chinas Sonderwirtschaftszonen. 2000 produzierte der taiwanesische Auftragsfertiger Foxconn dort die ersten iMacs, bald auch iPods und iPhones. Bis 2022 wurden 95 Prozent aller iPhones, AirPods, Macs und iPads in \u00adChina zusammengebaut.<\/p>\n<p>Cook verglich Elektronik mit Milchprodukten, die in wenigen Tagen verderben; Lagerbest\u00e4nde seien \u00bbgrunds\u00e4tzlich b\u00f6se\u00ab. Apples Sprung an die Spitze im Lieferkettenranking ab 2008 war der Tatsache geschuldet, dass der Lagerumschlag \u2013 das Verh\u00e4ltnis von verkauften Waren und Bestand \u2013 2,5-mal h\u00f6her war als bei Nokia (und zw\u00f6lfmal h\u00f6her als bei Coca-Cola). Kurze Modellzyklen haben das Arbeitstempo extrem beschleunigt: Statt alle f\u00fcnf Jahre wie in der Autoindustrie m\u00fcssen jedes Jahr unz\u00e4hlige Details im Produktionsprozess neu konfiguriert werden, massenhaft ArbeiterInnen, Maschinen, Werkzeuge, Vor- und Zwischenprodukte neu zusammengesetzt werden. 2024 kam das\u00ad \u00adiPhone zum 16. Mal \u00bbneu\u00ab auf den Markt.<\/p>\n<p>Die Verk\u00fcrzung der Umschlagzeit erfordert ein komplexes industrielles \u00d6kosystem<a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html#fn2\"><sup>2<\/sup><\/a> mit einem hohen Anteil an fixem Kapital. Im Unterschied zu seinen Konkurrenten kaufte Apple keine Standard-Komponenten. Es verwendete eigene Teile, entwickelte die Fertigung und koordinierte den Zusammenbau selber. In den chinesischen Fabrikhallen liefen dutzende Apple-Ingenieure herum und \u00fcberwachten monatelang die Produktion (vor der Covid-Pandemie lie\u00df Apple pro Tag 50 Business Class Sitze in den Fliegern von San Francisco nach Shanghai reservieren). W\u00e4hrend andere den chinesischen Produktionsbetrieben technische Datenbl\u00e4tter nach China schickten und sagten: \u00bbBaut das!\u00ab, investierte Apple selber stark in den Produktionsprozess und zog um seine Prozesse einen Burggraben gegen Konkurrenten hoch. Apple kaufte mehr Anlagen als jeder andere Konzern und steckte diese in die fremden Fabriken.<a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html#fn3\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Apples Maschinen in China wurden mehr wert als alle seine L\u00e4den und Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Das <em>MacBook Pro<\/em> besteht seit 2008 nur aus einem einzigen gegossenen Block (statt wie bei anderen Laptops aus mehreren Teilen). Dieser wird mit einer CNC-Maschine bearbeitet, die anhand einer Bilddatei komplexe Teile erstellen kann. Diese Maschine war nicht neu, doch eine einzige kostete \u00fcber 500 000 Dollar und blieb im Prototyp-Status. Cook schaffte 10 000 St\u00fcck davon an und schloss einen Vertrag mit dem japanischen Automatisierungskonzern Fanuc \u00fcber den Kauf aller CNC-Maschinen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre. Das hob die Massenproduktion auf eine neue Stufe. Sp\u00e4ter wurde diese Fertigungstechnik auch bei iPhones und iPads angewandt. In den Fabriken, die f\u00fcr Apple produzierten, wurden anfangs 10 000 Teile pro Tag hergestellt, bald 100 000, dann 500 000 und schlie\u00dflich eine Million. Nun werden pro Jahr \u00fcber 200 Millionen iPhones produziert.<\/p>\n<p><strong>Arbeitermassen<\/strong><\/p>\n<p>Darauf angesprochen, warum Apple in den USA keine Massenproduktion schafft, sagte Cook einmal: Wenn er dort alle Werkzeug- und Formenbauer einladen w\u00fcrde, w\u00fcrden diese \u00bbeine Halle nicht f\u00fcllen\u00ab. In China hingegen br\u00e4uchte er mehrere St\u00e4dte, um alle Werkzeug- und Formenbauer unterzubringen. Apple besch\u00e4ftigt in China nur 14 000 Leute direkt, aber \u00fcberwacht 1,5 Millionen ArbeiterInnen in seiner globalen Lieferkette, die meisten davon in China.<\/p>\n<p>Der bekannteste Auftragsfertiger ist Foxconn. 2000 erwirtschaftete es einen Jahresumsatz von drei Milliarden Dollar \u2013 halb so viel wie der Konkurrent Flextronics. Schon 2010 lag der Umsatz bei 100 Milliarden Dollar \u2013 mehr als seine f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Konkurrenten zusammen.<\/p>\n<p>Heute ist Foxconn mit einer Million Besch\u00e4ftigten und mehr als 200 Milliarden Dollar Umsatz eines der gr\u00f6\u00dften Unternehmen der Welt mit beispiellos gro\u00dfen Fabriken: In Shenzhen arbeiten je nach Auftragslage 200 000 bis 500 000 Leute, in Zhengzhou ungef\u00e4hr 200 000.<\/p>\n<p>Die Fluktuation bei chinesischen Auftragsfertigern \u00fcbersteigt in manchen Jahren 300 Prozent. Das hei\u00dft, dass sich eine ganze Belegschaft \u00fcber dreimal im Jahr komplett austauscht. Apple sch\u00e4tzt, dass es seit 2008 insgesamt 23,6 Millionen ArbeiterInnen geschult hat (wobei das Apple-Gesch\u00e4ft bei Foxconn \u00bbnur\u00ab 40 Prozent ausmacht).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Apple den allergr\u00f6\u00dften Teil des Gewinns einf\u00e4hrt, arbeitet Foxconn mit einer Profitrate von drei Prozent. In Zhengzhou stieg der Stundenlohn im August 2024 von 25 auf 26 Yuan (3,63 Dollar). Die ArbeiterInnen sind zwischen 16 und 40 Jahre alt; es gibt Phasen, wo mal mehr Frauen, mal mehr M\u00e4nner arbeiten. Tibeter und Uiguren werden nicht eingestellt. In der Hochsaison steigt der Monatslohn auf 5-7000 Yuan inklusive \u00dcberstunden. In der Nebensaison ohne \u00dcberstunden sinkt er auf 3-5000 Yuan (700 Dollar). In China gibt es zwar Arbeitszeitgesetze, aber es ist Teil des Deals zwischen Apple, Foxconn und der Kommunistischen Partei, diese systematisch nicht einzuhalten.<\/p>\n<p>Das Image des iPhone wurde zum ersten Mal 2010 \u00f6ffentlich angekratzt, als sich 15 verzweifelte ArbeiterInnen vom Dach einer Foxconn-Fabrik in den Tod st\u00fcrzten (der erste bekannte Selbstmord eines Foxconn-Arbeiters geschah schon 2007). 2011 st\u00fcrzten sich vier in den Tod, 2012 drohten 150 ArbeiterInnen mit Selbstmord. 2014 streikten 1000 Foxconn-ArbeiterInnen in einem Werk, das f\u00fcr HP produziert. 2016 musste Apple reagieren und formulierte eine \u00bbSupplier Responsibility\u00ab: \u00bbThere\u2019s a right way to make products. It starts with the rights of the people who make them.\u00ab Endlich redete man \u00fcber die Bedingungen der ArbeiterInnen! Eine erste Aufarbeitung begann 2012, als das Buch \u00ad\u00bbiSlaves\u00ab erschien. 2020 folgte eines mit dem Titel \u00bbDying for an iPhone\u00ab.<\/p>\n<p>2022 streikten Foxconn-ArbeiterInnen in der iPhone Produktion in Zhengzhou wegen nicht bezahlter L\u00f6hne. Nach den Protesten entschuldigte sich Foxconn f\u00fcr Fehler in der Lohnabrechnung.<\/p>\n<p><strong>\u00bbMake in India\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>2023 d\u00fcrfte Indien China als bev\u00f6lkerungsreichstes Land der Erde \u00fcberholt haben. Zieht man die \u00fcberh\u00f6hten Geburtenzahlen ab, die Gemeinden gemeldet haben, um mehr Staatsgeld zu bekommen, d\u00fcrfte es schon 2014 so weit gewesen sein. Damals startete die indische Regierung ihre \u00bbMake in India\u00ab-Initiative mit dem Ziel, den Anteil der Industrie am BIP bis 2022 von 16,7 Prozent auf 25 Prozent zu steigern. Es war nicht unrealistisch, dass sich Indien einen gr\u00f6\u00dferen Teil der Industrieproduktion schnappt: Mit einer \u00e4lter werdenden und zur\u00fcckgehenden Bev\u00f6lkerung in China fehlen einerseits junge und unverbrauchte Arbeitskr\u00e4fte, andererseits sind die chinesischen L\u00f6hne mittlerweile ein Drittel bis doppelt so hoch wie in Mexiko, der T\u00fcrkei, in Vietnam oder Indien.<\/p>\n<p>2014 wurden zwei Prozent aller Smartphones in Indien produziert, heute sind es \u00fcber 15 Prozent. Der Grund ist Samsung: Nachdem die Firma 2011 zugeben musste, f\u00fcr hunderte Krebsf\u00e4lle in den s\u00fcdkoreanischen Fabriken verantwortlich zu sein, verlagerte sie gro\u00dfe Teile der Produktion nach Indien. Apple l\u00e4sst seit 2017 einen Teil der billigeren Varianten des iPhones in Indien produzieren, 2022 waren es weniger als f\u00fcnf Prozent der gesamten Produktion. Aber Apple-Zulieferer wie Foxconn, Pegatron und Wistron (das 2023 von dem indischen Tata-Konzern gekauft wurde) haben in den letzten Jahren Milliarden in neue Fabriken gesteckt. Im Osten von Chennai werden mittlerweile Teile des <em>iPhone 16<\/em> hergestellt. Laut indischer Regierung hat Apple 150 000 neue Arbeitspl\u00e4tze im Land geschaffen (meint bei Auftragsfertigern). Foxconn besch\u00e4ftigt dort 48 000 Menschen. Im ersten Halbjahr 2024 stieg der Anteil der in Indien hergestellten iPhones auf 14 Prozent.<\/p>\n<p>Aber es handelt sich dabei um reine FATP-Betriebe, \u00bbFinal Assembly, Test and Pack\u00ab. Die Komponenten werden aus China eingeflogen und zusammengebaut. Das industrielle \u00d6kosystem Chinas mit Logistik, Spritz- und Aluminiumgie\u00dfereien, Anlagen- und Werkzeugbau kann man nicht mit Indien vergleichen. Wirtschaftlich ist das Projekt \u00bbMake in India\u00ab gescheitert. Der Anteil der Industrie am BIP ist 2023 sogar auf 15,9 Prozent gesunken.<\/p>\n<p>Politisch sieht es nicht anders aus. Im neuen Elektronikcluster bei Chennai streikten im Mai 2023 500 Wistron-Arbeiter f\u00fcr h\u00f6here L\u00f6hne, im Februar 2024 bei Flex (die iPhone-Ladekabel produzieren) 750 Arbeiter. In einer dortigen Samsung-Fabrik k\u00e4mpfen Arbeiter f\u00fcr die Zulassung einer eigenen Gewerkschaft sowie f\u00fcr eine 70-prozentige Lohnerh\u00f6hung. Kapitalberater sprechen deshalb von einer \u00bbmangelnden Qualifikation\u00ab der indischen Arbeitskraft.<\/p>\n<p><strong>Apple bleibt von China abh\u00e4ngig<\/strong><\/p>\n<p>2016 hatte Apple-Chef Cook mit der Kommunistischen Partei Chinas ein F\u00fcnf-Jahres-Abkommen geschlossen, um mehr als 275 Milliarden Dollar in China auszugeben. Damit vergab er Produktionsauftr\u00e4ge an chinesische Auftragsfertiger wie <em>Luxshare, Goerte<\/em>k und <em>Wingtech<\/em>. Das ging auf Kosten von in taiwanischem Besitz befindlichen Zulieferern wie Foxconn, Pegatron und Wistron (damals noch taiwanesisch). JPM<em>organ<\/em> sch\u00e4tzt, dass der Anteil an der Wertsch\u00f6pfung chinesischer Unternehmen bei der iPhone-Herstellung von sieben Prozent 2022 auf 24 Prozent 2025 steigen wird. Jetzt schon machen die H\u00e4lfte des chinesischen Exportwachstums Exporte in die USA aus. <em>Luxshare <\/em>profitierte in den letzten Jahren am st\u00e4rksten von Apple-Auftr\u00e4gen. Seit der Produktion des AirPods 2017 stieg der Umsatz von unter zwei Milliarden Dollar auf 31 Milliarden. <em>Luxshare<\/em> stellt nun auch <em>AppleWatches<\/em> und iPhones her.<\/p>\n<p>Seit 2018 ist Apple dazu \u00fcbergegangen, den chinesischen Firmen seine Anlagen zu \u00fcberlassen, um Kosten zu sparen und weil die Prozesse mittlerweile verl\u00e4sslicher seien. Damit hat sich der Wert von Apples Maschinen in China halbiert. Dies und die Reisebeschr\u00e4nkungen f\u00fcr amerikanische Apple-Ingenieure w\u00e4hrend der Pandemie haben die Kontrolle der Produktionsprozesse vollst\u00e4ndig auf chinesische Ingenieure \u00fcbertragen. Innovationen aus der Zusammenarbeit amerikanischer Prozessingenieure und chinesischer Massenarbeiter geh\u00f6ren der Vergangenheit an. Eine Kapitalstrategin sagte: \u00bbHeute ist jedes Bauteil in der [Apple-]Lieferkette von China abh\u00e4ngig. Entweder wird es direkt in China hergestellt, oder es enth\u00e4lt zumindest mehrere Teile, die in China hergestellt werden. Wenn wir ein paar Stufen zur\u00fcckgehen, kommen wir zu den Schmelzh\u00fctten, die meist in China angesiedelt sind. Diese gereinigten und verarbeiteten Metalle, Mineralien und Derivate finden ihren Weg in Produkte auf der ganzen Welt \u2013 und es gibt keine Ersatzquellen.\u00ab<\/p>\n<p>Laut Apples \u00bbSupplier List\u00ab 2023 befinden sich mit 156 direkten Zulieferern noch immer bei weitem die meisten in China.<a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html#fn4\"><sup>4<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Deshalb spricht man von der \u00bbroten Lieferkette\u00ab.<\/p>\n<p>Apple wird seine Investitionen in China eher steigern statt senken und die politischen Kosten daf\u00fcr bezahlen. Zudem ziehen chinesische Unternehmen immer mehr (westliche) Ingenieure an; viele gehen mittlerweile dorthin statt in die USA. W\u00e4hrend Apple die Entwicklung eines Elektroautos eingestellt hat, haut <em>Foxconn<\/em> drei Prototypen-Modelle raus und baut eine Fabrik f\u00fcr die Auftragsfertigung in China.<\/p>\n<p>Cook l\u00e4sst auf Apple-Produkte in Mini-Schriftgr\u00f6\u00dfe drucken: \u00bbDesigned by Apple in California. Assembled in China.\u00ab Vielleicht muss Cook seinen Spruch bald verk\u00fcrzen: \u00bbDesigned and assembled in China.\u00ab<\/p>\n<p>Dass die Apple-Produktion nicht in noch billigere L\u00e4nder verlagert werden kann und das chinesische Arbeitskr\u00e4ftereservoir zur\u00fcckgeht, sind Anzeichen, dass der jahrzehntelange \u00bbglobale Wettlauf nach unten\u00ab bez\u00fcglich L\u00f6hnen und Arbeitsbedingungen endet.<\/p>\n<p><strong>Zum Weiterlesen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Ferrucio Gambino: Die fr\u00fche Auslagerung der Elektronikindustrie, <em>Wildcat<\/em> 101, Winter 2018<\/li>\n<li>Patrick McGee: How Apple tied its fortunes to China, <em>Financial Times<\/em> 17.1.2023<\/li>\n<li>ders.: What it would take for Apple to disentangle itself from China, <em>Financial Times <\/em>18.1.2023<\/li>\n<li>Rolf J. Langhammer: S\u00fcdostasien wird auf lange Zeit kein zweites China werden, FAZ 26.9.2024<\/li>\n<li>ders.: Noch knirscht es in der n\u00e4chsten Werkbank der Welt, FAZ 26.10.2024<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html#fnref1\">[1]<\/a> Die Chips f\u00fcr iPhones kommen aus Taiwan. Die Probleme der Chipproduk\u00adtion und deren geopolitische Dimension \u2013 Intel scheitert, die USA holen TSMC ins Land \u2013 sind wichtig, aber hier nicht Thema.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html#fnref2\">[2]<\/a> Wie jeder andere gro\u00dfe Konzern verlangt Apple von seinen Zulieferern eine ISO-9001-Zertifizierung als formelle Best\u00e4tigung indus\u00adtrieller F\u00e4higkeit. Anhand der Anzahl der zertifizierten Betriebe wird die Dimension des industriellen \u00d6kosystems deutlich: 2023 gab es in China 551 855 Betriebe mit so einer Zertifizierung, die H\u00e4lfte der Welt. Zweiter Italien mit 94 216, Indien: 61 653, Deutschland: 47 576, UK: 43 765, Japan: 38 916, weit abgeschlagen USA: 29 579.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html#fnref3\">[3]<\/a> Der Wert von Apples Anlagen stieg von 370 Millionen Dollar 2009 auf 7,3 Milliarden 2012 und 13,3 Milliarden 2018.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html#fnref4\">[4]<\/a> Die <a href=\"https:\/\/s203.q4cdn.com\/367071867\/files\/doc_downloads\/2024\/04\/Apple-Supplier-List.pdf\">Apple-Supplier-List<\/a> bildet 98 Prozent der direkten Zulieferer 2023 ab \u2013 hier die meisten Produktionsstandorte:<\/p>\n<ul>\n<li>China Mainland: 156 (2022: 150),<\/li>\n<li>Taiwan: 48,<\/li>\n<li>Japan: 42,<\/li>\n<li>Vietnam: 35 (2022: 26),<\/li>\n<li>USA: 26,<\/li>\n<li>Singapur: 23,<\/li>\n<li>Indien: 16 (2022: 11).<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_apple.html\"><em>wildcat.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 27. Februar 2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das iPhone kam 2007 auf den Markt. Bis dahin war Nokia der Weltmarktf\u00fchrer im Bereich Mobiltelefone gewesen. Bereits 2008 verdr\u00e4ngte \u00adApple Nokia und blieb in den folgenden Jahren auf Platz 1. 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