{"id":15289,"date":"2025-02-28T10:46:19","date_gmt":"2025-02-28T08:46:19","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15289"},"modified":"2025-02-28T10:46:53","modified_gmt":"2025-02-28T08:46:53","slug":"oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15289","title":{"rendered":"\u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Trump, Orb\u00e1n, Meloni, Milei, Wahlerfolge der AfD \u2026 Elon Musks \u00bblibert\u00e4r-postfaschistische Internationale\u00ab reitet auf der Erfolgswelle.<\/strong><\/p>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/114\/w114_wahlen.html\"><em>Wildcat<\/em> 114 beschreiben wir<\/a> die historische Entwicklung dorthin: Jahrzehnte wirtschaftlicher Verschlechterungen f\u00fcr die Arbeiter \u2013 w\u00e4hrend die \u00bbpolitische Klasse\u00ab sich immer st\u00e4rker bereicherte. Warum soll man heute noch sozialdemokratisch oder gr\u00fcn w\u00e4hlen?<!--more--> Diese Parteien stehen f\u00fcr die schlimmsten sozio-\u00f6konomischen Auswirkungen des Kapitalismus: endlose Kriege und Abbau von gut bezahlten Industriearbeitspl\u00e4tzen. Nun kommt zu den eingangs erw\u00e4hnten Figuren der \u00f6sterreichische Rechtsradikale Herbert Kickl hinzu. Wenn nichts komplett Unvorhergesehenes mehr passiert, bekommt \u00d6sterreich zum ersten Mal einen FP\u00d6-Kanzler.<\/p>\n<p><strong>Durchmarsch der FP\u00d6<\/strong><\/p>\n<p>29 Prozent in den Nationalratswahlen Ende September 2024, im November 35 Prozent in den Landtagswahlen in der Steiermark, Anfang Januar 2025 fast 40 Prozent in aktuellen Bundeswahlumfragen \u2013 die FP\u00d6 marschiert durch. 2024\/25 ist sie in f\u00fcnf von neun \u00f6sterreichischen Bundesl\u00e4ndern an einer Regierungskoalition mit der \u00d6VP beteiligt \u2013 der Spruch von \u00d6VP-Kanzler Nehammer bez\u00fcglich einer \u00bbBrandmauer\u00ab gegen die FP\u00d6 war l\u00e4cherlich. Am 19. Januar wird im bev\u00f6lkerungsm\u00e4\u00dfig kleinsten Bundesland Burgenland gew\u00e4hlt \u2013 auch hier wird die FP\u00d6 viele Stimmen bekommen und wom\u00f6glich eine Regierungskoalition mit der SP\u00d6 formen.<\/p>\n<p>Von 1945 bis 1970 stellte die \u00d6VP alle Bundeskanzler. Von 1970 bis 1983 regierte SP\u00d6-Kreisky, die \u00d6VP war bis 1987 in der Opposition. Seit 1987 war die \u00d6VP wieder an jeder Regierung beteiligt.<\/p>\n<p>Wahlarithmetisch begann der Aufstieg der FP\u00d6 1970, weil Kreisky das Wahlrecht zugunsten kleinerer Parteien \u00e4ndern lie\u00df. Damals kam die FP\u00d6 mit dem ehemaligen SS-Obersturmf\u00fchrer Friedrich Peter als Spitzenkandidat auf 5,5 Prozent (SP\u00d6 48,4\/\u00d6VP 44,7). Kreiskys Deal war: Die FP\u00d6 bekommt mehr Mandate, daf\u00fcr unterst\u00fctzt sie die SP\u00d6-Minderheits- bzw. Alleinregierung (in dieser SP\u00d6-Regierung waren dann ein Drittel ehemalige NSDAP-Mitglieder).<\/p>\n<p>Bisher ist jede Regierungsbeteiligung der FP\u00d6 krachend gescheitert, danach waren ihre W\u00e4hler demobilisiert; zuletzt nach dem \u00bbIbiza-Skandal\u00ab 2019. Die aktuelle W\u00e4hler-Remobilisierung geht auf die Covid-Pandemie zur\u00fcck. Herbert Kickl ersetzte Strache und positionierte sich als lautester Kritiker der Coronama\u00dfnahmen, trat auf Demonstrationen auf und schwor, dass bei ihm \u00bbzuerst das Volk, dann der Kanzler\u00ab k\u00e4me; er sei bereit f\u00fcr die Position eines \u00bbVolkskanzlers\u00ab. Damit produzierte er das Bild, dass eine Mehrheit der \u00d6sterreicher Coronama\u00dfnahmen ablehnen w\u00fcrde (was nicht stimmte) und dass die damalige Schwarz-Gr\u00fcne Regierung autorit\u00e4r\/undemokratisch herrschen w\u00fcrde (was stimmte). Au\u00dferdem war die Regierung selber in viele Skandale involviert, etwa bei der Gr\u00fcndung der \u00bbCovid-19-Finanzierungsagentur des Bundes GmbH\u00ab (Cofag). Mit dieser privaten Finanzierungsgesellschaft hat die damalige Regierung vorget\u00e4uscht, Coronama\u00dfnahmen \u00bbabzufedern\u00ab. Real wurden gezielt politische Freunde bedient, der Opposition wurden Kontrollm\u00f6glichkeiten entzogen. Parlamentarische Untersuchungsaussch\u00fcsse zu den Ungereimtheiten werden von \u00d6VP und Gr\u00fcnen sabotiert.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich punktet die FP\u00d6 immer wieder mit ihrer Fremdenfeindlichkeit \u2013 die Grundkonstante der Partei, mit der man in \u00d6sterreich immer etwa zehn Prozent W\u00e4hlerstimmen bekommt. Viele Kollegen lassen sich (seit Jahren) durch Falsch-, ungenaue und selektive Meldungen auf <em>krone.at<\/em> und auf Social Media gegen Fl\u00fcchtlinge und Muslime aufhetzen. Gleichzeitig ist \u00d6sterreich ein Hochlohnland mit offenen Grenzen zu den Niedriglohnl\u00e4ndern des Balkan \u2013 die ausl\u00e4ndischen Kollegen \u00fcbernehmen zwar in erster Linie Arbeiten, f\u00fcr die sich keine \u00d6sterreicher mehr finden, aber sie werden trotzdem als Bedrohung empfunden. Tats\u00e4chlich steigt die Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t seit einigen Jahren auch statistisch wieder an.<\/p>\n<p>Die \u00d6VP hat sp\u00e4testens seit Sebastian Kurz offen die Positionen der FP\u00d6 \u00fcbernommen (Kurz selber sagte: \u00bbFP\u00d6 light\u00ab). Dabei wetterte zum Beispiel der jetzt neu berufene \u00d6VP-Generalsekret\u00e4r Christian Stocker noch vor ein paar Wochen gegen FP\u00d6-Kickl: \u00bbF\u00fcr uns ist klar: Es w\u00e4re f\u00fcr \u00d6sterreich fatal, wenn Kickl jemals wieder Regierungsverantwortung \u00fcbernimmt.\u00ab Oder: \u00bbHerr Kickl, es will Sie niemand in diesem Haus. Auch in dieser Republik braucht Sie keiner.\u00ab Jetzt verhandeln Stocker und Kickl die Regierungskoalition. Die \u00d6VP muss nun sogar selber zugeben, dass sie massiv an Glaubw\u00fcrdigkeit eingeb\u00fc\u00dft hat \u2013 was aber weniger stark wirkt, wenn es jemanden gibt, der noch unglaubw\u00fcrdiger ist: die SP\u00d6. Viele Parteigenossen stehen einer Koalition mit der FP\u00d6 positiv gegen\u00fcber; in h\u00f6chsten Positionen wursteln rechtsradikale, kriminelle SP\u00d6ler herum. Ein Beispiel ist Georg Dornauer, der mit einer Parlamentsabgeordneten der Fratelli d&#8217;Italia zusammen ist, beste Kontakte zum Immobilienmafiosi Ren\u00e9 Benko unterh\u00e4lt und Waffenverbote bricht.<\/p>\n<p>Bundespr\u00e4sident Van der Bellen hatte der FP\u00d6 als stimmenst\u00e4rkster Partei zun\u00e4chst einen Regierungsauftrag verwehrt \u2013 das empfanden viele als undemokratisch. Eigentlich war es andersrum: 71 Prozent haben gegen die FP\u00d6 gestimmt. In absoluten Zahlen: Von 6,35 Millionen Wahlberechtigten haben \u00bbnur\u00ab 1,42 Millionen Kickl gew\u00e4hlt (au\u00dferdem leben in \u00d6sterreich fast 9,2 Millionen Menschen). Aber f\u00fcr eine Koalition reichte die Gemeinsamkeit, gegen Kickl zu sein, nicht aus.<\/p>\n<p>Die Koalitionsverhandlungen zwischen \u00d6VP, SP\u00d6 und den neoliberalen NEOS sind in drei wichtigen Punkten gescheitert: Senkung der Lohnnebenkosten, sprich eine Verschlechterung der Sozialversicherung \u2013 \u00d6VP und NEOS wollen die Leute in private Versicherungen treiben; eine Erh\u00f6hung des Renteneintrittsalters wurde von der SP\u00d6 abgelehnt; und in der Frage, wie man das Haushaltsdefizit auf die EU-Normgr\u00f6\u00dfe von drei Prozent des BIP senken kann. Um EU-Strafzahlungen zu entgehen (\u00bbDefizitverfahren\u00ab), w\u00e4ren Ausgabenk\u00fcrzungen f\u00fcr 2025 in der H\u00f6he von etwa sechs Milliarden Euro vorzunehmen, in den n\u00e4chsten vier bis sieben Jahren 15 bis 24 Milliarden Euro. Doch die \u00d6VP will die K\u00f6rperschaftssteuer <em>senken<\/em>! Die NEOS forderten eine Erh\u00f6hung des Pensionsalters, keine Anpassung bei Renten in den n\u00e4chsten drei Jahren, Gehaltsk\u00fcrzungen bei Lehrern und Pflegern in den kommenden beiden Jahren [auch bei Polizei und Bundesheer] und Einsparungen von 20 Prozent im Gesundheitswesen.<\/p>\n<p><strong>Industriekrise<\/strong><\/p>\n<p>\u00d6sterreichische Kapitalisten sind mit sinkenden Profiten konfrontiert. Das Land war in den letzten f\u00fcnf Jahren das einzige in Europa, wo es trotz einer relativ hohen Teuerung bei Lebensmitteln (h\u00f6her als in Deutschland) Reallohnsteigerungen in der Industrie und industrienahen Branchen gab. Die Pandemiejahre brachten wegen des Auftragsbooms zus\u00e4tzliche \u00dcberstunden und Arbeit im (f\u00fcr die Kapitalisten teuren) Vier-Schicht-System. Das \u00bbLieferkettenchaos\u00ab \u00fcbertrug sich eins zu eins auf die Produktionsplanung und damit auf die Arbeiter (wenn Rohstoffe oder Teile erst am Freitag eintrafen, dann musste man Samstag und Sonntag Anlagen anschmei\u00dfen; wenn Rohstoffe oder Teile nicht eintrafen, dann wurde eifrig umgeplant und die Arbeiter mussten auf andere Anlagen; in Lagern wurde die Arbeitszeit st\u00e4rker als vorher flexibilisiert). Auftragsboom und Lieferkettenchaos machten mehr Arbeiter notwendig, senkten also die Arbeitslosigkeit und intensivierten den Arbeitskr\u00e4ftemangel, so dass die Unternehmer Schmerzensgeld bezahlen mussten \u2013 sie gaben bei Lohnerh\u00f6hungen schnell nach, zahlten gro\u00dfz\u00fcgiger Pr\u00e4mien als vorher.<\/p>\n<p>Ein anderes Resultat ist, dass viele Arbeiter unter extremen Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nden leiden und \u00fcberdurchschnittlich viele \u2013 vor allem j\u00fcngere \u2013 seit der Pandemie keinen solchen Arbeitsgeist mehr aufbringen wollen und k\u00f6nnen, wie ihn die Chefs erwarten. Bei Arbeitskr\u00e4fteknappheit konnte man sich da viel erlauben.<\/p>\n<p>Dazu kommt die ausgebliebene \u00bbgr\u00fcne Transformation\u00ab. Der Plan, den Unternehmern ihre Modernisierung durch verschiedene nationale und EU-\u00bbTransformationsfonds\u00ab mit Steuergeld zu subventionieren, ist bisher nicht aufgegangen. Die Investitionsquote geht seit 2022 zur\u00fcck, die Bruttoanlageinvestitionen sind sogar negativ.<a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/aktuell\/a126_oesterreich.html#fn1\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Diese drei Dinge brachten \u00d6sterreich eine Industriekrise. Sie begann Ende 2023 mit Stellenabbau in der Autoindustrie und frisst sich nun in viele Bereiche weiter, bis hin zu Betriebsschlie\u00dfungen.<\/p>\n<p>Die Arbeiter geben gr\u00f6\u00dftenteils der Schwarz-Gr\u00fcnen Regierung mit ihren Klimama\u00dfnahmen und ihrer Kriegsunterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine die Schuld. Sie wollen eine FP\u00d6-Regierung, weil die Partei verspricht, die Klimama\u00dfnahmen zur\u00fcckzufahren und weil sie am lautesten die \u00f6sterreichische Neutralit\u00e4t in Bezug auf Ukraine- und Gazakrieg sowie gegen einen NATO-Beitritt vertritt. Vier F\u00fcnftel der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung sind f\u00fcr die Beibehaltung der Neutralit\u00e4t, zwei Drittel gegen einen NATO-Beitritt.<\/p>\n<p>Mit der politischen Pleite der SP\u00d6 und der h\u00f6chstwahrscheinlich zustande kommenden FP\u00d6VP-Regierung haben sich \u00d6sterreichs Unternehmer und die Wirtschaftsfraktion der \u00d6VP durchgesetzt \u2013 und zwar nicht nur das \u00bbGro\u00dfkapital\u00ab, wie so viele Linke behaupten, sondern vor allem das \u00bbKleinkapital\u00ab, sprich kleinere und Mittelbetriebe, die die Krise nicht abfedern k\u00f6nnen; wo die Arbeitsbedingungen viel schlechter sind und die Eigent\u00fcmer noch st\u00e4rkere Interessen an einer \u00bbwirtschaftsfreundlichen\u00ab Regierung haben.<\/p>\n<p>Die Industriellenvereinigung f\u00e4hrt seit Monaten heftige Angriffe gegen den \u00bbVerlust der Wettbewerbsf\u00e4higkeit\u00ab usw. Mit der skandal\u00f6sen Pleite und dem Lohnraub an tausenden Besch\u00e4ftigten des Motorradherstellers KTM hatte die Wirtschaft ihren Pr\u00e4zedenzfall. KTM geh\u00f6rt dem Gro\u00dfindustriellen, Milliard\u00e4r und Pr\u00e4sidenten der ober\u00f6sterreichischen Industriellenvereinigung Stefan Pierer. Zeitlich hat seine Show gut gepasst, um die Aufmerksamkeit auf leidende Kapitalisten zu lenken und der Beseitigung eines \u00bbReformstaus\u00ab und einem \u00bbB\u00fcrokratieabbau\u00ab Nachdruck zu verleihen \u2013 gemeint ist: Deregulierung. Im Wesentlichen geht es drum, zusammen mit der FP\u00d6 die Krise zu nutzen, um die Sozialpartnerschaft abzusch\u00fctteln \u2013 sie ist seit Jahrzehnten <em>der<\/em> verhasste sozialdemokratische Klotz am Bein der Unternehmer, der sie historisch zu Investitionen in Modernisierung und damit zur relativen Mehrwertproduktion gezwungen hat (noch immer macht der Export 60 Prozent vom BIP aus [in Deutschland unter 50 Prozent]; es gibt Betriebe, die 98 Prozent ihrer Produkte exportieren, und Gegenden, wo 45 Prozent der Lohnabh\u00e4ngigen in der Industrie arbeiten).<a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/aktuell\/a126_oesterreich.html#fn2\"><sup>2<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die FP\u00d6 m\u00f6chte schon mal die \u00bbZwangsmitgliedschaft\u00ab in der Arbeiterkammer aufheben, ein gesetzlicher Bereich der Sozialpartnerschaft. Der AK-Mitgliedsbeitrag wird vom Bruttolohn abgezogen, er macht 0,5 Prozent als Teil des Sozialversicherungsbeitrags aus. Die Arbeiterkammer unterst\u00fctzt mit dem Geld Lohnabh\u00e4ngige vor allem in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen. (Schon 1934, unter dem faschistischen St\u00e4ndestaat, wurde die Arbeiterkammer umorganisiert, in dem der damalige Kanzler Dollfu\u00df die sozialdemokratischen Funktion\u00e4re durch Faschisten ersetzte.)<\/p>\n<p><strong>Von Industrie zu Raub<\/strong><\/p>\n<p>Mit der FP\u00d6 kommt nun auch in \u00d6sterreich die \u00fcberdurchschnittlich kriminelle Energie der Polit- und Unternehmerlumpen an die Regierung, die keinen Wohlstand produzieren (Wirecard-Marsalek war FP\u00d6-Mann; Benko unterhielt beste Kontakte zur FP\u00d6; Pierer macht Gewinne mit Beteiligungen und Unternehmensverk\u00e4ufen; gegen Kickl und den zuk\u00fcnftigen Landeshauptmann der Steiermark Mario Kunasek laufen Ermittlungen). Die FP\u00d6 wird auf nationaler Ebene die Krise der relativen Mehrwertproduktion moderieren. Anstatt mit Investitionen soll diese Krise mit Deregulierung gel\u00f6st werden \u2013 Deregulierung bedeutet, kriminelle Unternehmenspraktiken zu legalisieren. Damit synchronisiert sich \u00d6sterreich mit dem gro\u00dfen Rest der westlichen Welt, wo nach der gescheiterten \u00bbgr\u00fcnen Transformation\u00ab ein \u00dcbergang von Industrie zu Raub stattfindet.<\/p>\n<p>Bundespr\u00e4sident Van der Bellen wird wie 2017 bei der Sebastian Kurz-\u00d6VP-FP\u00d6-Regierung versuchen, im Vorfeld auf die Kabinettsliste einzuwirken. Damals hielt er mit seinem Veto zwei FP\u00d6ler aus den Ministerien fern.<\/p>\n<p>In den St\u00e4dten mobilisieren antifaschistische Initiativen und NGOs zu Demonstrationen. Gegen die FP\u00d6 ist es seit 2000 Tradition, \u00bbDonnerstagsdemos\u00ab zu organisieren; auch diesmal soll es damit wieder zu einer Verstetigung des Protests kommen. Die meisten wissen, dass diese Mobilisierungen ihre starken Grenzen haben. F\u00fcr viele scheint es so, dass sich mal wieder \u00fcber die FP\u00d6 \u00bbantifaschistisch\u00ab emp\u00f6rt wird, w\u00e4hrend der allt\u00e4gliche und f\u00fcr die Mehrheit viel greifbarere Wahnsinn der Deindustrialisierung, der Benkos, Pierers sowie der gr\u00fcnen Kriegshetze ignoriert wird.<\/p>\n<p>NGOs, Leute aus dem Kulturbetrieb und aus der linken Identit\u00e4tspolitik, die Geld aus staatlichen F\u00f6rdert\u00f6pfen beziehen, stellen sich auf h\u00e4rtere Zeiten ein (dementsprechend erkl\u00e4rt sich die soziale Zusammensetzung der Antifa-Demos). FP\u00d6VP haben schon angek\u00fcndigt, dass eine \u00bbReduktion der F\u00f6rderquote\u00ab die H\u00e4lfte der geplanten 6,39 Milliarden Euro einsparen soll.<\/p>\n<p>Der Erfolg der FP\u00d6 befl\u00fcgelt aktuell die AfD. Im ZDF-Politbarometer vom 10. Januar liegt sie mit plus zwei bei 21 Prozent an zweiter Stelle. Am selben Tag freute sich Elon Musks neu gewonnene Freundin und AfD-Chefin Alice Weidel auf ihrem Parteitag \u00fcber den \u00bbkrachenden Zusammenbruch der von der \u00d6VP errichteten Brandmauer\u00ab. Sie verk\u00fcndete die selbe Entwicklung f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/aktuell\/a126_oesterreich.html#fnref1\">[1]<\/a> In \u00d6sterreich und Deutschland liegen die Bruttoanlageinvestitionen seit 2020 im Minusbereich \u2013 allein um bestehende Anlagen flott zu halten, m\u00fcssten einige Prozente investiert werden, vgl. WKO Statistik, <a href=\"https:\/\/www.wko.at\/statistik\/eu\/europa-bruttoanlageinvestitionen.pdf\">Bruttoanlageinvestitionen<\/a>, Stand November 2024. \u00d6sterreich unterh\u00e4lt im L\u00e4ndervergleich eine eher hohe Investitionsquote, aber viele Firmen investieren in Dinge, die sich im Nachhinein als unproduktiv oder sogar Kosten steigernd herausstellen, wie zum Beispiel in unbrauchbare Software oder fehlerhafte Automatisierung, vgl. WKO Statistik, <a href=\"https:\/\/www.wko.at\/statistik\/eu\/europa-investitionsquoten.pdf\">Investitionsquoten<\/a>, Stand November 2024.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/aktuell\/a126_oesterreich.html#fnref2\">[2]<\/a> Zur historischen Entwicklung der Klassenzusammensetzung in \u00d6sterreich siehe:<\/p>\n<ol>\n<li><em>Wildcat<\/em> 96, <em><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/96\/w96_oesterreich.html\">Krise Korruption K\u00e4mpfe<\/a><\/em><\/li>\n<li><em>Wildcat<\/em> 100, <em><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/100\/w100_oesterreich.html\">Rechte Arbeiter in \u00d6sterreich<\/a><\/em><\/li>\n<li><em>Wildcat<\/em> 103, <em><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/103\/w103_oestereich.html\">FP\u00d6 und Sozialstaat<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/aktuell\/a126_oesterreich.html\"><em>wildcat.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 27. Februar 2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trump, Orb\u00e1n, Meloni, Milei, Wahlerfolge der AfD \u2026 Elon Musks \u00bblibert\u00e4r-postfaschistische Internationale\u00ab reitet auf der Erfolgswelle.<br \/>\nIn der Wildcat 114 beschreiben wir die historische Entwicklung dorthin: Jahrzehnte wirtschaftlicher Verschlechterungen f\u00fcr die Arbeiter \u2013 w\u00e4hrend die \u00bbpolitische &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15255,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7],"tags":[87,90,39,34,52,139,75,76,84,22,49,42,46,17],"class_list":["post-15289","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-international","tag-arbeitswelt","tag-argentinien","tag-deutschland","tag-faschismus","tag-fluechtlinge","tag-gruene","tag-italien","tag-neue-rechte","tag-oesterreich","tag-politische-oekonomie","tag-repression","tag-sozialdemokratie","tag-usa","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15289"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15291,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15289\/revisions\/15291"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15255"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}