{"id":15324,"date":"2025-03-11T13:23:00","date_gmt":"2025-03-11T11:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15324"},"modified":"2025-03-11T13:23:01","modified_gmt":"2025-03-11T11:23:01","slug":"vom-westen-unterstuetztes-hts-regime-eskaliert-massaker-an-alawiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15324","title":{"rendered":"Vom Westen unterst\u00fctztes HTS-Regime eskaliert Massaker an Alawiten"},"content":{"rendered":"<p><em>Hakan \u00d6zal. <\/em><strong>Das vom Westen unterst\u00fctzte syrische Regime der Haiat Tahrir al-Scham (HTS) hat seine Massaker an Alawiten eskaliert und mehr als 1.000 Menschen ermordet.<\/strong><\/p>\n<p>Laut einem Bericht der im Vereinigten K\u00f6nigreich ans\u00e4ssigen Syrischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte (SOHR) haben bewaffnete Gruppen, die dem HTS-Regime nahestehen,<!--more--> seit Donnerstag in der K\u00fcstenregion mindestens 745 Zivilisten ermordet, darunter Frauen und Kinder. Dass die Leichen zur Warnung auf den Stra\u00dfen liegengelassen wurde, zeigt die besondere Brutalit\u00e4t der Morde.<\/p>\n<p>Der dschihadistische Terror der HTS gegen Alawiten und andere religi\u00f6se Minderheiten ist nicht neu. Wie die <em>World Socialist Web Site <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/01\/31\/syri-j31.html\">berichtete<\/a>, fanden seit dem Sturz des Regimes von Pr\u00e4sident Baschar al-Assad im Dezember und der Macht\u00fcbernahme der HTS systematisch organisierte Angriffe statt. Ende Dezember f\u00fchrte das aggressive Vorgehen der Truppen des Regimes zu <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2024\/12\/30\/rblf-d30.html\">Massenprotesten<\/a>.<\/p>\n<p>Laut Berichten der BBC begann die Gewalt am Donnerstag, als sich Einwohner des Dorfs Beit Ana in Latakia am Donnerstag weigerten, den Sicherheitskr\u00e4ften einen Verd\u00e4chtigen auszuliefern. Von dort aus breiteten sich die K\u00e4mpfe schnell auf andere K\u00fcstenorte im Nordwesten aus. Bewaffnete Gruppen aus ehemaligen Soldaten der syrischen Armee f\u00fchrten koordinierte Angriffe auf Kontrollpunkte der Regierung, Sicherheitskonvois und Stellungen des Milit\u00e4rs durch. Daraufhin leiteten die Truppen der \u00dcbergangsregierung eine gro\u00df angelegte Operation ein.<\/p>\n<p>Bis Samstag wurden laut der SOHR mindestens 745 Zivilisten, 148 Aufst\u00e4ndische und 125 Soldaten des Regimes bei der Operation get\u00f6tet. Alawitische M\u00e4nner, die unter dem Assad-Regime in den Sicherheitskr\u00e4ften gedient hatten, wurden von den Truppen der neuen Regierung hingerichtet, und viele alawitische D\u00f6rfer wurden gepl\u00fcndert und niedergebrannt.<\/p>\n<p>Der Nahostkorrespondent von <em>Al-Aan TV,<\/em> Jenan Moussa, teilte in den sozialen Netzwerken Aufnahmen, die Angriffe von HTS-Milizen in der Region Latakia vom Freitag zeigen. Darin ist zu sehen, wie Personen, die das syrische Regime als \u201e\u00dcberreste des alten Regimes\u201c bezeichnet, brutal misshandelt werden. Die meisten Opfer trugen Zivilkleidung. Moussas Videos zeigen die Hinrichtung von 29 M\u00e4nnern in der Region Al-Mokhtariyeh und von weiteren elf in Al-Hafa.<\/p>\n<p>Die Videos zeigen, wie die T\u00e4ter dabei religi\u00f6s motivierte Beleidigungen und Parolen rufen. In einem der Videos bezeichnet ein HTS-Anh\u00e4nger die Opfer als \u201etote Tiere\u201c. In einem anderen ist zu sehen, wie ein Mann in Zivilkleidung und Hausschuhen aus n\u00e4chster N\u00e4he erschossen wird.<\/p>\n<p>Die SOHR ist eine Assad-feindliche Organisation, die vom britischen Au\u00dfenministerium und anderen europ\u00e4ischen M\u00e4chten finanziert wird. Ihr Direktor, Rami Abdulrahman, wurde in Syrien dreimal inhaftiert, bevor er in das Vereinigte K\u00f6nigreich floh. Er erkl\u00e4rte, die weit verbreiteten Massaker in Gebieten mit hohem alawitischen Bev\u00f6lkerungsanteil wie Jableh, Baniyas und die umliegenden Regionen geh\u00f6rten zu den schlimmsten Gewalttaten in dem seit 14 Jahren andauernden B\u00fcrgerkrieg. Abdulrahman betonte: \u201eEs geht nicht darum, ob man f\u00fcr oder gegen das ehemalige Assad-Regime ist. Das sind religi\u00f6s motivierte Massaker mit dem Ziel, die Alawiten aus ihrer Heimat zu vertreiben.\u201c<\/p>\n<p>Am Samstag \u00fcberh\u00e4uften syrische Nutzer die Social-Media-Plattformen mit Fotos und Beileidsbekundungen f\u00fcr die Todesopfer in der K\u00fcstenregion. Reuters sprach mit sechs Einwohnern, die berichteten, dass Tausende von Alawiten und Christen seit Donnerstag aus Sicherheitsgr\u00fcnden aus ihren H\u00e4usern geflohen sind. Viele, \u00fcberwiegend Frauen, Kinder und Alte, mussten Zuflucht auf dem russischen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt in Hmeymim in der Provinz Latakia suchen.<\/p>\n<p>Abdulrahman hob hervor, dass alawitische Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, \u201ehingerichtet\u201c und ihre H\u00e4user und ihr Eigentum gepl\u00fcndert wurden. Er erkl\u00e4rte, die Morde, Pl\u00fcnderungen und Brandstiftungen h\u00e4tten in Baniyas und den umliegenden D\u00f6rfern die ganze Nacht und bis Samstag angedauert.<\/p>\n<p>Aron Lund von der unabh\u00e4ngigen Forschungsstiftung Century International erkl\u00e4rte gegen\u00fcber AFP: \u201eDie Autorit\u00e4t [des neuen Regimes] st\u00fctzt sich weitgehend auf radikale Dschihadisten, die die Alawiten als Feinde Gottes betrachten. &#8230; Wenn es zu Angriffen kommt, \u00fcberfallen diese Gruppen alawitische D\u00f6rfer und sie greifen nicht nur bewaffnete ehemalige Soldaten an, sondern auch wehrlose Zivilisten.\u201c<\/p>\n<p>Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete unter Berufung auf einen anonymen Vertreter des Sicherheitsapparats, viele K\u00e4mpfer seien in die K\u00fcstenregion gegangen, um Angriffe auf Sicherheitskr\u00e4fte zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p>Angeblich sollen Gruppen aus dem Umfeld der HTS, der Nachfolgeorganisation der fr\u00fcher mit al-Qaida verb\u00fcndeten al-Nusra-Front, in Moscheen Aufrufe verbreitet haben, in denen \u201edas T\u00f6ten von Alawiten als Pflicht\u201c bezeichnet wurde. Diese Vorw\u00fcrfe werden durch Videos in den sozialen Netzwerken belegt.<\/p>\n<p>Der <em>Al-Jazeera<\/em>-Korrespondent in Damaskus, Resul Serdar, berichtete am Samstagnachmittag, die Intensit\u00e4t der Zusammenst\u00f6\u00dfe sei deutlich zur\u00fcckgegangen, allerdings w\u00fcrden in den Vororten der St\u00e4dte die K\u00e4mpfe noch andauern. Serdar betonte die wachsende \u201eTrag\u00f6die\u201c aufgrund steigender Opferzahlen und erkl\u00e4rte: \u201eEs gab Hunderte von Toten, die Mehrheit davon sind Zivilisten.\u201c<\/p>\n<p><em>BBC Verify<\/em> best\u00e4tigte die Echtheit von zwei Videos, in denen zu sehen ist, wie eine Leiche durch die Stra\u00dfen von Latakia geschleift wird.<\/p>\n<p>Ein syrischer Aktivist in Latakia erkl\u00e4rte gegen\u00fcber <em>BBC Newshour<\/em>, die Gewalt habe in der alawitischen Gemeinde gro\u00dfe Angst ausgel\u00f6st. Der Aktivist, der anonym bleiben will, erkl\u00e4rte: \u201eSie haben solche Angst&#8230; Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Keine Regierung und kein Staat ist bereit, ihnen zu helfen oder sie zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>In Homs, Latakia und Tartus, in denen es gro\u00dfe alawitische Gemeinden gibt, wurden Ausgangssperren verh\u00e4ngt. Der Gouverneur von Latakia k\u00fcndigte an, dass der Strom in der Region weiterhin ausfalle.<\/p>\n<p>Der HTS-F\u00fchrer Abu Mohammad al-Dschulani (Ahmed al-Scharaa), der nach dem Regimewechsel zum \u201e\u00dcbergangspr\u00e4sidenten\u201c ernannt wurde, verteidigte das Massaker und erkl\u00e4rte in einem Video: \u201eDie \u00dcberbleibsel des gest\u00fcrzten Regimes haben versucht, das neue Syrien auf die Probe zu stellen, ohne es zu verstehen, und heute lernen sie Syrien neu kennen.\u201c Um die Nato-Verb\u00fcndeten nicht in eine schwierige Lage zu bringen, erkl\u00e4rte er weiter: \u201eGefangene sollten nicht gedem\u00fctigt oder geschlagen werden, weil das gegen Gottes Gebot und die Gesetze des Landes verst\u00f6\u00dft.\u201c<\/p>\n<p>Die Nato-M\u00e4chte, einschlie\u00dflich der T\u00fcrkei, haben sich \u00fcber das brutale aggressive Vorgehen ihres neuen Verb\u00fcndeten, des HTS-Regimes, weitgehend ausgeschwiegen, doch einige der abgegebenen \u00c4u\u00dferungen sind Musterbeispiele f\u00fcr pure Heuchelei.<\/p>\n<p>Der deutsche Sondergesandte f\u00fcr Syrien, Stefan Schneck, erkl\u00e4rte auf X: \u201eIch bin zutiefst schockiert \u00fcber die vielen Opfer im Westen Syriens.\u201c Der Gesandte der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr Syrien, Michael Ohnmacht retweetete Schnecks Post und erkl\u00e4rte: \u201eIch teile die Meinung meines deutschen Amtskollegen hinsichtlich des Aufrufs an alle Parteien, Zur\u00fcckhaltung zu \u00fcben.\u201c<\/p>\n<p>Die Nato-M\u00e4chte und ihre pseudolinken Unterst\u00fctzer, die behaupten, islamistische Dschihadisten, die demokratischen Grundrechten feindlich gesinnt sind, h\u00e4tten in Syrien eine \u201edemokratische Revolution\u201c angef\u00fchrt, sind mitverantwortlich f\u00fcr diese Massaker. Sie begr\u00fc\u00dften im Dezember letzten Jahres die Macht\u00fcbernahme durch die Islamisten, die sie seit 2011 im Krieg f\u00fcr einen Regimewechsel unterst\u00fctzt hatten, um den Einfluss Russlands und des Iran in Syrien und im gesamten Nahen Osten zu schw\u00e4chen und beeilten sich, ihre Beziehungen zum neuen Regime zu festigen.<\/p>\n<p><em>#Titelbild: Angeh\u00f6rige und Nachbarn beim Trauerzug f\u00fcr vier Mitglieder der syrischen Sicherheitskr\u00e4fte, die bei Zusammenst\u00f6\u00dfen mit Anh\u00e4ngern des gest\u00fcrzten Pr\u00e4sidenten Baschar al-Assad in der syrischen K\u00fcstenregion get\u00f6tet wurden. Aufgenommen am 8. M\u00e4rz 2025 im Dorf Al-Janoudiya westlich von Idlib [AP Photo\/Omar Albam]<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/03\/10\/qrim-m10.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 11. M\u00e4rz 2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hakan \u00d6zal. 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